Motorradteile lackieren

Themenstarter

Zwar ist es draußen noch zu frostig, um die alte Waschhalle, die mir zum Lackieren dienen soll, auf über 20 Grad aufzuheizen, aber mit der Vorbereitung der Teile habe ich schon mal angefangen. Zur Debatte stehen zunächst der Tank, Heckbürzel und Vorderkotflügel einer Ducati M 900, also zweimal ABS und einmal Stahlblech. Untergrund: Baumarktlack. Dazu Seitenteil rechts und Kanzel einer ZZ-R 1100 (Profi-Lackierung, aber verschrammt) sowie die linke Seitenverkleidung und der Bugspoiler einer ZX 10. Alle haben eines mit Henry Fords Tin Lizzy gemeinsam: Sie sind schwarz. Schlicht schwarz.

 

Nun bin ich aus dem Dupli-Color-Stadium endgültig raus, diesbezügliche Ratschläge sind beliebt aber in diesem Fall unbrauchbar. Zumal diese lösungsmittelhaltige Farbe durch Auftrocknung härtet, nicht den gewünschten Glanzgrad erreicht und sehr leicht beschädigt wird, die hält nichts aus. Ich habe einen starken Kompressor mit Druckminderer, eine gute Lackierpistole und einen weitestgehend staubfreien und warmen Raum.

Lack:

Das Angebot ist riesig und deshalb brauch ich Rat erfahrener Leute:

 

Der Baumarktlack der Ducati wird weitestgehend entfernt (abgeschliffen) Danach soll eine Sperrgrundierung mit RH - 2K - Füller erfolgen. Von dem behauptet der Hersteller, dass er wirksam ein Hochziehen des alten Lackes durch den neuen verhindert.

 

Bei der Decklackierung habe ich einen schwarzen (RAL 9005) 2-K Acryl- Autolack ins Auge gefasst, als abschließende Lackierung, nicht als Basislack. Das wiederum bedeutet, dass man den eigentlich nicht mehr mit Klarlack überzieht. Der ist günstig, da kostet der Liter im Angebot 27 Euro.

 

Die Alternative ist ein schwarzer Basislack nach Hersteller-Farbcode, z.B. Mercedes 040. Der kostet das Dreifache und wird auf jeden Fall klar überzogen.

 

Bei dem Sprühdosengezappel (provisorische Lackierung der Ducati) allerdings habe ich auch einen schwarzen Baumarktlack verwendet, der erst nach Überlackieren mit Klarlack schönen Glanz bekam.

Wäre der resistenter gegen Abrieb und hätte ich besser vorgearbeitet, würde ich diese Duc sogar so lassen.

 

Was würde ihr empfehlen (Fachleute gefragt) RAL oder Basislack mit Klarlack ?

Kann man diesen Acryl-Lack direkt auf den angeschliffenen Altlack salben oder muss -wie beim Baumarktlack - eine Sperrgrundierung her ?

Kann man schwarzen RAL-Decklack (kein Basislack) trotzdem noch mit Klarlack überziehen ?

 

Übernächstes WE möchte ich lacken. Bis dahin hoffe ich auf ein paar brauchbare Tipps. Vielen Dank schonmal.


Zitat:

Original geschrieben von moppedsammler

 

Was würde ihr empfehlen (Fachleute gefragt) RAL oder Basislack mit Klarlack ?

Kann man diesen Acryl-Lack direkt auf den angeschliffenen Altlack salben oder muss -wie beim Baumarktlack - eine Sperrgrundierung her ?

Kann man schwarzen RAL-Decklack (kein Basislack) trotzdem noch mit Klarlack überziehen ?

RAL-Farben sind die die nach RAL normierten Farbwerte.

Die haben aber mit der Zusammensetzung nichts zu tun.

Wenn Du also bisher als Untergrund einen Acryllack verwendet hast, kannst Du auch weiter mit Acryllack arbeiten.

Anders sähe es z.B. aus, wenn der Untergrund aus Kunstharzlack bestünde und ein Nitrolack (ich weiss, den gibt es dafür nicht mehr im Handel) aufgetragen werden sollte. Das würde sich nicht vertragen.

Acryl auf Acryl ist kein Problem. Der Klarlack dient später nur als weiterer Schutz und gibt dem eigentlichen Farbton lediglich etwas mehr Brillanz. Deswegen werden bei hochwertigen Lackierungen auch mehrere Schichten Klarlack verwendet.

 

Gruß.

 

P.S.: Ich hab mich jetzt zwischenzeitlich mal h i e r umgeschaut.

Die Webadresse sieht zwar vom Namen her erstmal lustig aus.

Dort scheinen sich aber wirklich kompetente Leute zu tummeln, was Lackiererei angeht.

Vielleicht kannst Du dort noch die Sache etwas vertiefen.


Themenstarter

Hallo Steve

 

Erst mal ist es mir eine große Freude, Dich wieder hier zu lesen. Welcome back. Viele der guten Leute haben sich frustriert zurückgezogen, weil der Kindergarten immer schlimmer wird. tec-doc lässt kaum mehr von sich hören, der XJ-Schrauber hat sich abgemeldet, bihumi macht sich rar und auch der tschähnz hat mir heute mittag am Telefon gesagt, dass er auf rotzige 18-jährige Angebertypen, lemmips, pnesis oder Enismänner einfach keinen Bock mehr hat. Mit dem allsquare haben sie auch irgendwas gedreht, ich seh ihn zwar bei meinen Freunden, kann ihm aber keine PN mehr schreiben. Langsam geht mir MT auch gegen die Schnur...

 

Aber zum Thema:

 

Vielen Dank für den link, da werde ich mich jetzt reinhängen. Dass RAL eine Farbtabelle ist und nichts mit der Beschaffenheit des Lacks zu tun hat, ist mir schon klar. Es ist nur in diesem Fall so, dass dieser von mir ausgesuchte Lack im Farbton 9005 ein Decklack ist, der üblicherweise nicht mehr klar lackiert wird. Die meisten von Fahrzeugherstellern gemischten Lacktöne hingegen werden als basislacke verkauft, die in jedem Fall klar gelackt werden müssen. Bei Metallic oder Perleffekt ohnehin kein Thema.

Mercedes 040 ist ein tiefschwarzer Unilack, der vor allem an Klassikern Verwendung fand. Vermutlich ist schon der alte Adenauer in einem 040-schwarzen Benz gefahren worden.

Ich habe jetzt den 9005er schwarz bestellt und werde als Erstes den heckbürzel der Duc damit einschwärzen. Dann versuche ich das ganz leicht mit nem 1500er Papier anzuschleifen und leg nen 2 K Klarlack drüber. Wenn das dann so rauskommt, wie ich mir das vorstelle, ist nichts mehr vor mir sicher. :D


  • 2x

Zu den verschiedenen Lackierungen ist mir beim Googeln diese Adresse in die Hände gekommen.

Recht interessant sind die Möglichkeiten mit den Metallic-Effekten bzw. Metall-Flakes.

Vielleicht ist da ja auch der ein oder andere brauchbare Tipp dabei.

 

Gruß. 


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