Kipphebel für Honda CB 250 G

Hallo!

 

Ich habe leider vor kurzem einen extremen Motorschaden gehabt, bei dem auch die Kipphebel meiner Honda CB 250 G

Schaden genommen haben. Jetzt stellt sich die Frage wo ich neue autreiben könnte. außer ebay, denn das war mein erster Gedanke.

Müssten doch theoretisch auch kipphebel anderer CB Modelle aus den 70ern passen.

schnelle Antwort wäre super denn es presiert!

 

mfg easy-rider1987


Hallo, es passen die Kipphebel der CJ 250/360.

Bezugsquelle: Gebrauchtteilehändler wie z.B. Fa. W+K (Tel 07023/740303) könnten noch was haben, aber Kipphebel gehören zu den Teilen, die bei gestörter Ölzufuhr in den Zylinderkopf kaputt gehen, un das war ein häufiger durch Bastlerfehler verursachter Schaden.

Gruß


Themenstarter

Kipphebel

 

Hallo!

 

Besten Dank für den Beitrag. Der Händler hat aber nur noch einen Kipphebel.

Kennt jemand noch irgendwelche Händler, die noch welche haben könnten.

Aber trotzdem Danke.

 

mfg

easy-rider1987


NRC NRC

CB, XL, CY, XR, CRF Profi

Boh ey

 

Die Dinger sind aber teuer, das ist ja mit Gold nicht aufzuwiegen, heftig


Schraubär 42 Schraubär 42

Dirty Old Man

Tja...

 

Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit sich ein Teilefahrzeug zu holen.

 

In Frage kommen also CB 250/360 G sowie CJ 250/360. Letztere sind die Sparausführungen mit nur 5 statt 6 Gängen und ohne E-Starter.

 

Also bei ebay, OldtimerMarkt und Oldtimer Praxis schaun.

 

Vergewissere dich daß die Baugruppen: Nockenwellendeckel/Kipphebel, Nockenwelle und Zylinderkopf in gutem Zustand sind.

 

Die obengenannten Modelle starben reihenweise den Motortod.

 

Warum ?:

 

Hauptschadensursache Nr.1

 

Öelmangel:

 

Sei es daß permanent mit zuwenig Öl gefahren wurde oder

(weit häufiger) daß kein Öl mehr angesaugt/gepumpt werden konnte.

 

Bei dem Ölwechsel ( alle 3000 Km) schrieb Honda folgende Vorgehensweise vor.

 

Nach dem Ablassen des betriebswarmen Öls soll die Auspuffanlage rechts, Fußraste vorne rechts als auch der rechte Motorseitendeckel demontiert werden.

 

Erst jetzt hat man Zugang zu wichtigen Bauteilen des Ölkreislaufes.

 

Zu reinigen sind der Grobölfilter unterhalb der Kupplung als auch der Feinstölfilter ( Ölzentrifuge), am rechten Kurbelwellenstumpf. Das Teil sitzt genau auf dem Primärantriebsrad.

 

Der Deckel ist mit einem Segering gesichert. Hat man den Federring entfernt stellt sich die Frage wie, man den Deckel der Zentrifuge überhaupt anpackt ???

 

Ausser einem Eintrittsloch für das Öl ist nämlich nix zu sehen.

 

Der Trick besteht darin eine M6 Gehäuseschraube in das versenkte Gewinde des Deckel einzuschrauben. Dann lässt sich der Deckel mit einer Wasserpumpenzange relativ gut entfernen.

(auf O-Ring Achten... der klemmt gern.)

 

Die Zenrifuge ist meist völlig verdreckt, bis hin zur kompletten Verstopfung.

 

Die gute Filterwirkung, die wirklich auch noch das letzte Schwebeteilchen aus dem Öl zieht ist dafür (zum Teil) verantwortlich.

 

In Wirklichkeit wurde dieser Wartungsabschnitt von vielen Werkstätten einfach nicht durchgeführt. (Ist für eine normale Wartung alle 3000 Km einfach zu aufwendig und teuer.)

 

Freie Werkstätten oder private Schrauber wussten einfach nichts darüber.

 

Irgendwann war dann die Zentrifuge als auch das Ansaugsieb dicht. Mit den bekannten Folgen.

 

Hier sollte man nach oder während der Zylinderkopfreparatur ansetzen um eine Wiederholung des Schadens zu verhindern.

 

Hauptschadensursache Nr.2

 

Die Ansaugstutzen werden rissig/brüchig und ziehen gerne Nebenluft. In Zusammenhang mit verstopften Vergaserleerlaufsystemen und einem ausgeleierten Fliehkraftversteller der Zündanlage, bekamen die Motoren reihenweise, zu mageres Benzin/Luftgemisch zu brennen.

 

Dazu kam daß der Zündzeitpunkt bereits knapp über Leerlaufdrehzahl das Maximum an Frühzündung bekam. (Absolut tödlich!)

 

Die Folgen waren:

 

Löcher im Kolben, gefressene Kolbenhemden und Zylinderwände, abgerissene Ventilteller als auch durch Überhitzung gerissene Schmierfilme im Nockenwellenbereich.

 

Womit wir wieder bei gefressenen Nockenwellenlagern und geschädigten Kippebeln und deren Achsen wären.

 

Fazit:

 

Die CB Modelle der entspechenden Baureihen müssen extrem sorgfältig und genau gewartet werden.

 

Da sich nun alle Exemplare im Oldtimeralter befinden kann bei jeder Maschine mit den o.g. Defekten und Wartungsmängeln gerechnet werden.

 

Ein entsprechender Reparatur und Restaurationsaufwand sollte also von vornherein eingeplant werden.

 

Die Maschinen waren damals kleine High-Tech Kunstwerke. Heute betrachtet so manch Oldtimerfan die CB 250/360 G als pflegeleichten Alltagsoldie.

 

Leider verhält es sich nicht so.

 

Trotzdem viel Spaß am Schrauben. Auch die kleinen Hondas sind technisch in den Griff zu kriegen. Nur nicht schnell mal zwischendurch.

 

Gruß

 

Schraubär 42


cb250g-freak cb250g-freak

Kipphebel für Honda CB 250 G

Hallo Schraubär 42,

ein absolut Topp Bericht, speziell das mit dem Ölfilter reinigen, hab ihn mir mal gleich ausgedruckt. Die CB 250 G war mein erstes Motorrad (gekauft 1979 mit damals 18 Jahren und gerade bestandenem Führerschein, sie war Baujahr 1976) und hatte irgendwann ein Klappergeräusch bekommen (wahrscheinlich hatte die Nockenwelle mal kein Öl). Ich vermute genau aus deinem hier erwähnten Grund, nur damals war ich ja noch ein Ahnungsloser und dachte: OK - kein Ölfilter, macht auch nix, dass Geld kann ich mir mal wieder sparen. Dies war aber leider nicht so :-(

Ich habe mir vor 3 Wochen wieder genau die gleiche Maschine gekauft. Ich wollte sie unbedingt wieder haben, sie hat mir einfach irgendwie gut gefallen. Die zwei hochgezogenen Endtöpfe, die kleinen Blinker, das kleine runde Rücklicht und überhaupt, sie ist eben einfach schön. Durch deinen Bericht bin ich jetzt um ein vielfaches Gescheiter geworden und werde genauso vorgehen, so wie du es beschrieben hast, denn momentan läuft der Motor noch einwandfrei - ohne auch irgendein Nebengeräusch und so soll es auch bleiben. OK, hat auch gerissene Ansaugstutzen und zieht etwas falsche Luft (muss ich wechseln)- aber sonst "alles in Ordnung" würd ich sagen!

Nochmals vielen Dank für die wertvollen Tipps!

Viele Grüße

Klaus-Peter (cb250g-freak)

 

 

 

Original geschrieben von Schraubär 42

Tja...

 

Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit sich ein Teilefahrzeug zu holen.

 

In Frage kommen also CB 250/360 G sowie CJ 250/360. Letztere sind die Sparausführungen mit nur 5 statt 6 Gängen und ohne E-Starter.

 

Also bei ebay, OldtimerMarkt und Oldtimer Praxis schaun.

 

Vergewissere dich daß die Baugruppen: Nockenwellendeckel/Kipphebel, Nockenwelle und Zylinderkopf in gutem Zustand sind.

 

Die obengenannten Modelle starben reihenweise den Motortod.

 

Warum ?:

 

Hauptschadensursache Nr.1

 

Öelmangel:

 

Sei es daß permanent mit zuwenig Öl gefahren wurde oder

(weit häufiger) daß kein Öl mehr angesaugt/gepumpt werden konnte.

 

Bei dem Ölwechsel ( alle 3000 Km) schrieb Honda folgende Vorgehensweise vor.

 

Nach dem Ablassen des betriebswarmen Öls soll die Auspuffanlage rechts, Fußraste vorne rechts als auch der rechte Motorseitendeckel demontiert werden.

 

Erst jetzt hat man Zugang zu wichtigen Bauteilen des Ölkreislaufes.

 

Zu reinigen sind der Grobölfilter unterhalb der Kupplung als auch der Feinstölfilter ( Ölzentrifuge), am rechten Kurbelwellenstumpf. Das Teil sitzt genau auf dem Primärantriebsrad.

 

Der Deckel ist mit einem Segering gesichert. Hat man den Federring entfernt stellt sich die Frage wie, man den Deckel der Zentrifuge überhaupt anpackt ???

 

Ausser einem Eintrittsloch für das Öl ist nämlich nix zu sehen.

 

Der Trick besteht darin eine M6 Gehäuseschraube in das versenkte Gewinde des Deckel einzuschrauben. Dann lässt sich der Deckel mit einer Wasserpumpenzange relativ gut entfernen.

(auf O-Ring Achten... der klemmt gern.)

 

Die Zenrifuge ist meist völlig verdreckt, bis hin zur kompletten Verstopfung.

 

Die gute Filterwirkung, die wirklich auch noch das letzte Schwebeteilchen aus dem Öl zieht ist dafür (zum Teil) verantwortlich.

 

In Wirklichkeit wurde dieser Wartungsabschnitt von vielen Werkstätten einfach nicht durchgeführt. (Ist für eine normale Wartung alle 3000 Km einfach zu aufwendig und teuer.)

 

Freie Werkstätten oder private Schrauber wussten einfach nichts darüber.

 

Irgendwann war dann die Zentrifuge als auch das Ansaugsieb dicht. Mit den bekannten Folgen.

 

Hier sollte man nach oder während der Zylinderkopfreparatur ansetzen um eine Wiederholung des Schadens zu verhindern.

 

Hauptschadensursache Nr.2

 

Die Ansaugstutzen werden rissig/brüchig und ziehen gerne Nebenluft. In Zusammenhang mit verstopften Vergaserleerlaufsystemen und einem ausgeleierten Fliehkraftversteller der Zündanlage, bekamen die Motoren reihenweise, zu mageres Benzin/Luftgemisch zu brennen.

 

Dazu kam daß der Zündzeitpunkt bereits knapp über Leerlaufdrehzahl das Maximum an Frühzündung bekam. (Absolut tödlich!)

 

Die Folgen waren:

 

Löcher im Kolben, gefressene Kolbenhemden und Zylinderwände, abgerissene Ventilteller als auch durch Überhitzung gerissene Schmierfilme im Nockenwellenbereich.

 

Womit wir wieder bei gefressenen Nockenwellenlagern und geschädigten Kippebeln und deren Achsen wären.

 

Fazit:

 

Die CB Modelle der entspechenden Baureihen müssen extrem sorgfältig und genau gewartet werden.

 

Da sich nun alle Exemplare im Oldtimeralter befinden kann bei jeder Maschine mit den o.g. Defekten und Wartungsmängeln gerechnet werden.

 

Ein entsprechender Reparatur und Restaurationsaufwand sollte also von vornherein eingeplant werden.

 

Die Maschinen waren damals kleine High-Tech Kunstwerke. Heute betrachtet so manch Oldtimerfan die CB 250/360 G als pflegeleichten Alltagsoldie.

 

Leider verhält es sich nicht so.

 

Trotzdem viel Spaß am Schrauben. Auch die kleinen Hondas sind technisch in den Griff zu kriegen. Nur nicht schnell mal zwischendurch.

 

Gruß

 

Schraubär 42


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