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Identifikation Vorkriegsmodell

Identifikation Vorkriegsmodell

Themenstarter

Wer kann mir zum Typ und Baujahr etwas sagen? Das Foto stammt aus meinem Familienalbum, müsste zwischen 1925 und 1930 aufgenommen sein.

Im Voraus schon mal besten Dank



Mm, Hi,

Dass wird schwierig sein vermutlich n

Bausatz vom Original abgeleitet?

Ich schaetze Opel-unterbau, die

Reifengroesse 4,00-19-4PR, sonst??

Gruss Helga....


Das ist schwierig, viele Rechtslenker wurden für den deutschen und österreicherischen Markt noch bis 1915 gebaut, die Umstellung auf Rechtsverkehr fand in Deutschland 1908, in Österreich 1915 statt.

Petroleum Lampen gab es noch bis 1921, totz der Erfindung elektrischer Scheinwerfer blieben sie oft bis zur Inflationszeit erhalten.

Wenn man das Bild vergrössert, hat man den Eindruck, das das Fahrzeug im 1. Weltkrieg verletzt wurde.

Anhand der Stahlfelgen, ohne Holzspeichen oä. tippe ich auf einen der vielen kleinen Adler.


Hallo an Alle, 

 

Kleinstwagen dieser (Mach-)Art gab es viele innerhalb der ersten Nach-WK.I-Jahre. Oft wurde fortgeführt, was bis 1914 begonnen wurde. Zum Einsatz kam was der 'Große Krieg' übrig ließ.

Für die Zuordnung ist es zweckdienlich, zu wissen, wo diese Aufnahme entstand. Innerhalb der Region bzw des Gaus (heute Bundesland) wurden auch die Teile zusammengetragen sowie ergänzende Zubehörteile aus dem gleichnamigen Standorthandel beschafft.

Was der örtliche Wagner/Wagenbauer/KBer nicht leisten konnte mußten Schmiede umsetzen.

---

Unabhängig von alledem wäre zB.

Faun K(auz)-1 6.22PS/1921>24 bzw K-2 6.24PS/1924>26, jeweils mit Wettbewerbs-/Sport-Wagen-Aufbau denkbar.

Der zuzuordnende Standort wäre dann Nürnberg>Mittelfranken>Bayern. Teile von weiter entfernt heranschaffen zu lassen, wäre zu aufwändig, also muß die Zuordnung im Nahbereich erfolgen.

Ich habe für D(R), A, CH, TCH usw jeweils bis zu 1.000 Seiten Bildmaterial aus 1914>1925. Um die Suche einzugrenzen, täte ich gerne den Standort-Kennen-Vorteil nutzen ...,

 

... mit Grüßen, FrankWo


Themenstarter

Schon mal vielen Dank für die Antworten.

Das Foto stammt tatsächlich von 1925.

Aufgenommen in Rastatt/ Baden ( 30km südl. Karlsruhe)

Meine Vorfahren waren gewiss keine "Schrauber", woher der Wagen aber letzlich stammt, ist mir nicht bekannt.

Autohäuser zu der Zeit gabs hier von DKW und Opel von denen ich weiß...

Ich hab mal noch 2 Detailaufnamen eingestellt. Einmal sind die Reifen erkennbar: Continental Cord 710x90, einmal die Beleuchtung

so long

CMTW



Identifikation Vorkriegsmodell

Hallo 

 

und -danke- für die erbetenen Ergänzungsangaben.

 

Es ist wohl ein 

 

Staiger-Baur 4.12PS-Sportzweisitzer/1924>26 (ist also kein Vor- sondern ein Zwischenkriege-Modell)

 

Staiger:

Deutschlands seinerzeit größter Opel-NW-Händler, Paul Staiger, in Stuttgart beheimatet (= ~80km von Rastatt)  zeichnete seinerzeit den Kleinwagen. Fahrgestell, Motor und Innenleben kamen vom Opel 4.12PS, wie dieser erst ab Mai-1924 zu haben war.

Baur:

Den Aufbau besorgte die KB-Fa. Karl Baur in Stgt.-Berg. Da Kundensonderwünsche berücksichtigt werden konnten, sind mitunter erhebliche Abweichungen von der Grundzeichnungsform denkbar.

Der tiefe Schwerpunkt des Kleinwagens sorgte für eine wettbewerbstaugliche Straßenlage innerhalb seiner Größen-Klasse.

Staiger selbst unterstütze das Projekt nur ~12 Monate (1923>24). Bei Baur sind die letzten Aufbauten bis 1926 verzeichnet. (Die Umstellung auf Linkslenkung war bei Opel im Nov.-1926.)

Serienmäßig gab es elektrisches Licht und Anlasser.

Der NP wird um 3.000;--RM gelegen haben. Opels 4.12PS kostete 1924 ab 4.500;--RM, 1925 - 4.000;--RM, 1926 - 3.600;--RM.

(1.000;--RM/1924 ---> 11.690;--€/2012 ; 1925>26 - 10.770;--€)

 

Insgesamt dürften kaum mehr als 100 Fahrgestelle aufgebaut worden sein ...,

 

... mit Grüßen, FrankWo


Themenstarter

Vielen Dank - Frank, wirklich erstaunlich dein Fachwissen

 

ich hab noch ein 2. Foto dieses Wagens entdeckt

Ich stells mal mit rein

ich denke deine Diagnose wird sich nicht ändern



Zitat:

Original geschrieben von FrankWo

Hallo 

 

und -danke- für die erbetenen Ergänzungsangaben.

 

Es ist wohl ein 

 

Staiger-Baur 4.12PS-Sportzweisitzer/1924>26 (ist also kein Vor- sondern ein Zwischenkriege-Modell)

 

Staiger:

Deutschlands seinerzeit größter Opel-NW-Händler, Paul Staiger, in Stuttgart beheimatet (= ~80km von Rastatt)  zeichnete seinerzeit den Kleinwagen. Fahrgestell, Motor und Innenleben kamen vom Opel 4.12PS, wie dieser erst ab Mai-1924 zu haben war.

Baur:

Den Aufbau besorgte die KB-Fa. Karl Baur in Stgt.-Berg. Da Kundensonderwünsche berücksichtigt werden konnten, sind mitunter erhebliche Abweichungen von der Grundzeichnungsform denkbar.

Der tiefe Schwerpunkt des Kleinwagens sorgte für eine wettbewerbstaugliche Straßenlage innerhalb seiner Größen-Klasse.

Staiger selbst unterstütze das Projekt nur ~12 Monate (1923>24). Bei Baur sind die letzten Aufbauten bis 1926 verzeichnet. (Die Umstellung auf Linkslenkung war bei Opel im Nov.-1926.)

Serienmäßig gab es elektrisches Licht und Anlasser.

Der NP wird um 3.000;--RM gelegen haben. Opels 4.12PS kostete 1924 ab 4.500;--RM, 1925 - 4.000;--RM, 1926 - 3.600;--RM.

(1.000;--RM/1924 ---> 11.690;--€/2012 ; 1925>26 - 10.770;--€)

 

Insgesamt dürften kaum mehr als 100 Fahrgestelle aufgebaut worden sein ...,

 

... mit Grüßen, FrankWo

Hallo FrankWo.

 

Also bei aller Bescheidenheit sage ich nur : Hut ab !!!!

 

" Churchill " würde sagen : Man reiche dem Mann eine Zigarre !

 

Gruß Harry.


  • 2x

Hallo ...

 

... und -danke- für die eingemeldete Anerkennung.

 

Meine Vorgehensweise zur Bestimmung des Fotomodells habe ich ja zuvor beschrieben. Wenn Texte und Bilder es mir zu 80>% nahelegen, gebe ich die Erkenntnisse frei, Irrtum inbegriffen.

Was beim ersten Bid bereits zu erkennen ist, wird von Bild #2 deutlicher aufzeigt:

Viele Anbauteile sind von Opel-Fahrzeugen des ersten Jahrzehntes angepaßt, zB die Windschutzscheibe mit Aufsatz.

Die angesprochene Serien-Elektro-Beleuchtung hat dieses Fahrzeug nicht. Eine Komplett-Elektrifizierung aus dem Zubehörhandel käme ohne Einbau auf 450;--RM. Die tatsächlich verbaute Beleuchtung mit Acetylen-Front-Scheinwerfern ist mit <200;--RM gut bezahlt gewesen. Wahrscheinlich stammt sie jedoch aus einem nicht mehr instandsetzungswürdigen Opel 4.8PS/~1909 (auch 'Doktorwagen' genannt).

Die Reichweite von <100m reichte bei <60km.h Höchstgeschwindigkeit aus. Die elektrische Ausleuchtung schaffte <200m.

 

Mit ergänzenden Wochenend-Grüßen,

 

Frank.


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