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Fragen zu BMW R90/6
Themenstarter
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Hallo zusammen,
nach längerer Motorradpause (über 15 Jahre) möchte ich gerne wieder los legen. Da mir die alten BMW´s recht gut gefallen, denke ich über den Kauf z.B. einer R90/6 Bj. 75 nach. Könntet Ihr mir bitte Tips und Infos geben bzgl. Vor- und Nachteile mit diesem Baujahr, Eigenarten, Nachteile insbes. verglichen mit Modellen aus den letzten 10 Jahren, Schwierigkeiten mit dem Kardan bzw. Getriebe... na, die Fachleute unter Euch werden schon wissen was ich meine. Jedenfalls ist es schon auffällig, dass gut erhaltene Modell von 71-75 etwa den gleichen Preis haben wie Durchschnittsmodelle ab Bj. 95.
Vielen Dank schonmal und viele Grüße, Michael |
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Hallo Michael,
deine Fragen sind schnell beantwortet.
Die R90/6 ist ein Oldtimer, du kannst weder die Technik noch die Fahrleistungen mit einer halbwegs aktuellen Maschine vergleichen. Du musst in deiner Charakteristik zu ihr passen, anders herum wird es nichts. Du musst dich so einem Bock anpassen, was die ganze Fahrdynamik betrifft. Sie ist leicht zu fahren - aber eben ganz anders als moderne Maschinen. Das Schalten z.B. braucht Zeit und Gefühl - du fühlst die Zahnräder dabei. Mir gefällt das.
Man kann dennoch zügig mit ihr fahren, schneller als manch Anderer vermutet auch in Kurven - trotz der schmalen Reifen. Gibst du am Kurvenausgang Gas, kippt sie etwas zur Seite - der Motor ist eben längs eingebaut. Ich mag auch das.
Die R90/6 hat in der Serienausstattung eine einzelne Bremsscheibe mit recht geringem Durchmesser vorne. Das mochte ich nicht. Vorausschauend fahre ich sowieso, aber bremsen muss man schon können (Im Übrigen der Hauptgrund dafür, dass ich mein Traummotorrad seit Kindertagen, die R75/5 doch nicht gekauft habe).
Für die Aufrüstung der zweiten Scheibe brauchst du einen neuen Hauptbremszylinder, einen neuen Gabelholm, die Bremsscheibe, den Bremssattel und noch ein bisschen Kleinkram. Das mit Neuteilen aufzubauen kostet an Teilen wohl schon so was um 1500 Euro.
Übrigens: Teile gibt' reichlich. Kein Problem. Dies erklärt auch teilweise die hohen Preise der alten BMW-Modelle. Versuch mal Teile für Japaner zu bekommen, die zur gleichen Zeit in ganz anderen Stückzahlen produziert wurden. Wenn du die Teile bekommst, fallen dir beim Preis die Ohren ab. Dagegen sind BMW-Teile richtige Schnäppchen (Bei epay erzielen sie allerdings öfter mal Mondpreise, die über denen beim freundlichen BMW-Händler liegen).
Womit wir bei den Reparaturen bzw. der Anfälligkeit dafür liegen.
Also: Du kannst die Standfestigkeit nicht mit einer 20- auch nicht mit einer 15 Jahre jüngeren Maschine vergleichen.Da geht schon mal was kaputt. Preise kann ich dir da aber nicht nennen.
Und: Verglichen mit den meisten anderen Maschinen der Bauära ist die BMW ein Dauerläufer. Unter 40- oder 50.000 km Laufleistung ging kaum etwas Entscheidendes kaputt, was bei den Konkurrenten oft nur die halbe Zeit dauerte. Du wirst kaum einen 70-er-Jahre-Scheunenfund einer japanischen Maschine finden, die mehr als 30.000km runter hat.
Dennoch solltest du beim Kauf darauf achten, dass bei Deiner Maschine erstmal alles in Ordnung ist. Viele Maschinen haben heute die Erde schon mehrfach umrundet und über die Vorbesitzer ist nichts mehr bekannt.
Oft gilt: Die teuerste Maschine ist der beste Kauf. Wenn du eine mit überschaubarer Historie bekommen kannst, solltest du bereit sein, tiefer in die Tasche zu greifen - später zahlt sich das aus.
Und: Die Ventile müssen etwas tickern, sonst stimmt was nicht.
Aber fahr erst mal mit einer modernen Maschine und mit einer Gummikuh.
Ich muss einräumen, dass ich auch auf modernen Maschinen sofort festwachse. Die Tendenz ist allerdings (bei mir und für mich) gefährlich: Die Gashand kippt bei so modernen Kisten immer ganz schnell nach unten.
Da lobe ich mir die Kuh, die ich genau deswegen gekauft habe: Da heißt Motorradfahren etwas ganz Anderes, man ist mehr am Trecker- als am Porschefahren.
Vielleicht magst du ja auch Trecker.