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Autopreise: Günstige Neuwagen – extrem teure Ersatzteile

Autopreise: Günstige Neuwagen – extrem teure Ersatzteile

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Autopreise

Günstige Neuwagen – extrem teure Ersatzteile

 

Kleiner Schaden, große Kosten, für Autofahrer entwickelt sich das zum Trend. Seit längerem nämlich verbauen die Autohersteller in der Produktion nicht mehr Einzelteile, sondern ganze Komponenten. Von Zulieferfirmen werden fertige Module direkt ans Montageband geliefert. Für die Industrie bedeutet das einen erheblichen Kostenvorteil durch schnelle Produktionsabläufe, weniger Logistikaufwand und geringere Lagerkosten. Die Modulstrategie der Autohersteller kommt die Kunden aber teuer zu stehen - zum Beispiel Bianca Porth-Headlam. Eigentlich wollte sie an ihrem Renault Megane nur zwei Bremsscheiben austauschen lassen. Der Materialpreis für die Teile liegt bei etwa 130,- €. Doch bei ihrem Modell hat Renault die Bremsscheibe zusammen mit Radlager und ABS-Sensor verbaut und das Ersatzteil gibt es ebenfalls nur im Paket. Die Halterin hat keine Wahl und muss tief in die Tasche greifen: Statt 130,- € kosten die Bremsscheiben 320,- €.

 

Hohe Kosten selbst bei mickrigen Defekten

Der Renault Megane von Bianca Porth-Headlam ist nicht der einzige Wagen, bei dem kleine Ursachen große Wirkungen entfalten können, wenn es um die Reparatur geht. Beim Opel Tigra etwa muss die komplette Hebemechanik für 420,- € ausgetauscht, wenn der Verschleiß bei einem Plastikteil am Fensterheber zuschlägt, das selbst nur ein paar Euro kostet. Beim Fiat Punto dagegen wird der Austausch der gesamten Scheibenwischereinheit samt Motor nötig, wenn nur das Gestänge defekt ist. Statt 80,- € zahlt der Kunde dafür 210,- €. Und auch ein weiteres Renaultmodell und Fahrzeuge anderer Hersteller haben die Bremsscheiben deluxe verbaut.

 

Prinzip Tintenstrahldrucker

[plusminus hakt bei Renault nach. Warum zwingt das Unternehmen seine Kunden, Teile, die gar nicht defekt sind, auszuwechseln und zu bezahlen? Ein Interview vor der Kamera lehnt Renault ab. Schriftlich teilt man der Redaktion lapidar mit, dass damit kein zusätzlicher Umsatz generiert werden soll, sondern es eben der aktuelle Stand der Technologie sei. Prof. Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft vermutet aber ein System dahinter. Das Autogeschäft funktioniere heute so wie bei Tintenstrahldruckern. Mit dem Verkauf selbst werde kein Profit mehr gemacht, den Gewinn erziele das Folgegeschäft - Autofinanzierung und eben der Verkauf von Ersatzteilen. Und der lässt sich steigern, wenn ganze Module verkauft werden statt einzelnen Teilen.

 

Hersteller dominieren Ersatzteilmarkt

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman macht der Verkauf von Neuwagen gerade einmal 5 Prozent des Gesamtgewinns aus. Dagegen liegt der Gewinnanteil durch das Ersatzteilgeschäft bei knapp 30 Prozent. Der Rest verteilt sich auf die Bereiche Finanzdienstleistung und Zubehör. Den lukrativen Ersatzteilemarkt haben die Autohersteller zudem fest im Griff. Bei den sichtbaren Karosserieteilen zum Beispiel, also Lampen, Stoßstangen, Kotflügeln und Scheiben, dominieren sie mit geschätzten 80 Prozent Marktanteil das Geschäft. Unter der Regie der Automobilhersteller seien die Ersatzteile inzwischen so teuer geworden, dass ein Verbraucher, der sich einen Wagen nur aus Ersatzteilen zusammenbauen würde, dafür den vierfachen Preis eines Neuwagens aus dem Autohaus bezahlen müsste, erklärt Prof. Meinig.

Wer sich beim Neuwagenkauf über die sagenhaften Rabatte freut, könnte bei der nächsten Reparatur also vielleicht feststellen, dass er die Rechnung ohne den Hersteller gemacht hat.

 

 

Adressen & Links

Forschungsstelle Automobilwirtschaft

 

ADAC

Informationen zu Autokosten

 

Stiftung Warentest

Kostenrechner für den Autokauf

Quelle

 

 

Ist ja eigentlich schon bekannt, dass die Automobilindustrie viel Geld für die Ersatzteile fordert. Aber das der Gewinnanteil dabei 30% beträgt, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Und an einen Neuwagen nur 5% Gewinn, ziemlich wenig ^^


Hallo !

Die Ersatzteilpreise sind die eine Seite der Medaille. Möchte aber noch auf einige andere Aspekte aufmerksam

machen.

Bekanntlich beginnt die Kfz.-Reparatur immer mit der erfolgreichen Fehlersuche. Und genau an diesem Punkt

beginnt das Dilemma.Wie oft kommt es vor, daß Teile/Baugruppen gewechselt werden, ohne den eigentlichen

Fehler/Defekt zu beseitigen. Natürlich bezahlt der Kunde auch die Teile, deren Austausch nicht notwendig ge-

wesen wäre. So kommen u.a. Rechnungen in schwindelerregender Höhe zustande.

Wie wird öfter mit autofahrenden weibl. Singles verfahren.Denen wird ihr Auto derart "schlecht geredet",daß

sie der Reparatur in einem Umfang zustimmen, der nicht nötig wäre (eigene Erfahrung m. erw. Tochter).

Ein weiteres Problem scheint das riesige Ausmaß der Schwarzarbeit in dieser Branche zu sein. Der Hochbe-

trieb in Ersatz- u. Zubehörteil-Discountern zum Wochende u. vor Feiertagen deutet daraufhin, daß sich nicht

nur Amateur-Schrauber mit Teilen bevorraten.Nun läßt sich darüber streiten, ob das Ausmaß d. Schwarzarbeit

Ursache oder Auswirkung einer Fehlentwicklung ist.

Die Inspektionsintervalle moderner Pkw haben sich in den letzten Jahren vergrößert. Das würde bedeuten, die

Kfz.-Betriebe würden evtl. weniger verdienen als früher. Dem ist schon auf Grund der gestiegenen Preise

für Betriebsstoffe (z.B. Motorenöl) nicht so.Auch die sehr teure Meß- u. Diagnosetechnik hat zur Kostenstei-

gerung beigetragen.

 

MfG carfan_48


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