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Ich kopier den mal komplett rein, weil die Artikel bei spiegel nach ner Weile kostenpflichtig werden:
Raus aus dem Jammertal
Von Frank Wald
Volvos Absatzkurven steigen langsam wieder. Nach dem erfolgreichen Start des neuen S 40 und seines Kombi-Pendants V 50 kümmern sich die Schweden nun auch mal wieder um ihre mittleren Modellbaureihen S 60 und V 70.
Im vergangenen Jahr waren die Verkaufszahlen in Deutschland quartalsweise um 30 Prozent eingebrochen. Zu sehr hatten sich die Schweden auf ihren neuen Geländewagen XC 90 konzentriert, obwohl der sich quasi von alleine verkaufte, wie an den bis zu einjährigen Lieferzeiten zu sehen war. "Ein klarer Marketingfehler", wie man in der deutschen Zentrale in Köln selbstkritisch eingesteht. Mit der Neuauflage der kleinen Baureihe S 40/V 50 Anfang dieses Jahres wendete sich das Blatt.
Besonders die Zulassungszahlen der Limousine S 40, die bislang recht mau waren, haben die Kölner Importeure überrascht. Seit der Markteinführung vor zwei Monaten hat Volvo bereits rund 3000 Modelle verkauft, mehr als vom Vorgänger in seinem besten Jahr. Bei der Kombiversion V 50 rechnet der deutsche Importeur für dieses Jahr ebenfalls mit einer Steigerung auf rund 10.000 Autos.
Ins Gespräch bringen wollen die Schweden nun auch wieder ihre Modelle S 60, V 70 und dessen Offroad-Ableger XC 70. Für Dan Olsson, als Lifecycle-Direktor so eine Art Baureihen-Betreuer, spielen sie immerhin "eine Schlüsselrolle fürs Volvo-Image". Deshalb rollen sie ab August optisch und technisch aufgewertet in die Schauräume.
Allerdings muss man schon sehr genau hinsehen, um die Änderungen zu erkennen. So wurden jeweils Front und Heck der Fahrzeuge leicht modifiziert. Der S 60 trägt einen größeren Kühlergrill mit schwarzem Wabengitter, der V 70 eine rundere Nase mit verchromtem Grill. Und beim XC 70 kamen zum neuen Grill-Gitter größere Unterboden-Schutzplatten vorn und hinten dazu. Alle Modelle erhalten Scheinwerfer in Klarglas-Optik, wobei das Glas jedoch durch Kunststoff ersetzt wurde. Serienmäßig sind bei S 60 und V 70 Seitenleisten in Karosseriefarbe. Beim XC 70 wurden die größeren Seitenspiegel vom XC 90 angebracht, die auf Wunsch elektrisch einklappen. Auch in der geänderten Rückleuchten-Geometrie findet sich nun bei beiden transparentes Glas. Ein zusätzlicher Abdeckstreifen auf dem eingeschnittenen Stoßfänger schützt beim V 70 beim Be- und Entladen. Die Turbomodelle 2.0T, 2.5T und T5 tragen nun einen verchromten Auspuff.
Im Innenraum fallen in allen drei Modellen die neu gestaltete Tunnelkonsole sowie die multifunktionale Armlehne zwischen den Sitzen mit Cupholder, Schalen und Staufächern ins Auge. Skandinavisches Ambiente sollen die schlankere Mittelkonsole mit Rahmung aus echtem Walnussholz oder Aluminium sowie hellere Farbtöne vermitteln. Sitze und Polster sind ebenfalls neu. Sie bieten nun mehr Verstellmöglichkeiten und schmalere Kopfstützen.
Spektakulärer als das dezente Facelift sind allerdings die zusätzlichen technischen Gimmicks. So bietet Volvo als erster Hersteller Digitalkameras in den Seitenspiegeln, die den toten Winkel im Auge behalten. Das so genannte BLIS (Blind Spot Information System), das einen drei Meter breiten und 9,5 Meter langen Korridor auf beiden Seiten des Fahrzeugs überwacht, funktionierte bei unserer Probefahrt tadellos. Rückte auf der Autobahn ein Wagen von links heran, leuchtete ein gelbes Lämpchen im vorderen Dachholm. Umgekehrt blinkte es auf der rechten Seite, wenn wir ein Auto überholten. Allerdings nur dann, wenn der Tempounterschied nicht mehr als 20 km/h beträgt.
Parkende Autos, Leitplanken oder andere statische Objekte werden nicht angezeigt. Auf die akustische Warnung, die noch in der Projektstudie SCC ertönte, wurde verzichtet. Die ständige Piepserei ging wohl auch den Sicherheitsingenieuren auf den Wecker. Für die jetzt vorgestellten Modelle wird das System allerdings noch nicht verfügbar sein, weil es erst Ende des Jahres produziert wird. Im Paket mit weiteren Features, wie beispielsweise dem wasserabweisenden Glas für die Seitenspiegel und vorderen Seitenfenster soll es rund 600 Euro kosten.
Gegen Aufpreis wird nun auch in den neuen Versionen der Modellreihen S 60, V 70 und XC 70 das aktive Four-C-Fahrwerk der zweiten Generation angeboten. Durch die Kombination aus elektronischer Fahrdynamikregelung (ESP) und Dämpferverstellung passt sich das System automatisch der aktuellen Fahrsituation an und kann darüber hinaus per Knopfdruck auf mehr sportliche oder komfortable Fahreigenschaften eingestellt werden.
An der Motorenauswahl ändert sich nichts. Allerdings bekamen die T5-Topmotorisierung im S 60 und V 70 eine Leistungsspritze. Der Hubraum des Turbomotors wurde von 2,3 auf 2,4 Liter vergrößert und mit dem Lader aus den sportlichen R-Modellen ausgerüstet. Damit stieg die Leistung um zehn auf 260 PS und das Drehmoment beträgt jetzt 350 Newtonmeter, statt wie bisher 330 Newtonmeter. Deutlich spürbar wird das im unteren Drehzahlbereich. Der S 60 sprintet nun aus dem Stand in 6,5 Sekunden auf 100 km/h.
zetterick