Das EU-Reifenlabel kommt und zwar im November! Um all Eure Fragen rund um die neue Kennzeichnungspflicht für Reifen schon vorab zu klären, standen Euch Dr. Burkhard Wies, Leiter F&E Reifenentwicklung und Dr. Andreas Topp, Leiter Technical Benchmarking von Continental für einen Chat auf MOTOR-TALK Rede und Antwort.
Alle Fragen, die Ihr am Donnerstag den 12. Juli 2012 im Chat loswerden konntet, sowie Eure vorab gestellten Fragen auf MOTOR-TALK, könnt Ihr hier nun mit den dazugehörigen Antworten nachlesen.
Reifenlabel
Burkhard (Conti-Experte): @Gazdok: Leider Nein, es gibt bis dato keine offizielle Marktüberwachung, die Einstufung erfolgt über Selbsteinstufung der Reifenhersteller.
Andreas (Conti-Experte): @ Gazdok: Wie Burkhard auch gerade gesagt hat: Es testet jeder Hersteller selber nach streng vorgegebenen Kriterien. Da kann man jetzt böses denken - Fakt ist aber, dass jeder Premiumhersteller das sehr gewissenhaft tun wird, dann er hat einen Namen zu verlieren... ;-)
Burkhard (Conti-Experte): @Duke2k: Jein, aber jeder Hersteller informiert selbst über seine Produkte. In der Tat ist das sehr verschieden je nach Größe und Produkt. Die Reifenhändler werden das auf ihren Pages auch zeigen.
Burkhard (Conti-Experte): @ _Annette_: Hier ist im Prinzip seitens der deutschen Regierung eine Kontrollinstanz einzurichten. Hier obliegt die endgültige Kontrolle den Bundesländern und da fängt in Deutschland das Problem an....:)
Andreas (Conti-Experte): @ schmittlein: Wir müssen erst einmal sehen, wie das Label sich in der Praxis bewährt. Sicher sehen wir alle, dass es Hersteller gibt, die mit überraschend guten Labelwerten aufgetreten sind. Mal sehen, ob wirklich auch Ware in der Klassifizierung kommt. Noch ist also alles nur Ankündigung. Wir müssen zudem immer daran denken, dass das Label nur 3 Kriterien abdeckt.
Burkhard (Conti-Experte)]: @ Duke2k: Es sind die 3 Kriterien Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräusch.
Burkhard (Conti-Experte): @ wvn4418: Stimmt, die Testkriterien sind sehr streng vorgegeben, es wird sicherlich auch Kontrollen im Rahmen von Reifentests geben, die die Eigenschaften viel umfassender bewerten.
Andreas (Conti-Experte): @ tulliusomnibus: leider gar nicht anhand des Labels: Der Geräuschwert bezieht sich nur auf das Außengeräusch. Der Komfort wird durch andere Kriterien des Reifens bestimmt: Dämpfungseigenschaften etc. Daher: Nur ein Blick in die Reifentests der Automobilklubs und Magazine hilft hier weiter!
Burkhard (Conti-Experte): @ Harry999: Die Reifenhersteller haben hier abhängig von der Anzahl der Reifen mehrstellige Millionenbeträge in die Hand genommen, um die gewünschten Labelwerte zu erreichen. Der Preis pro Reifen wird sich nicht direkt erhöhen, aber mittelfristig wird das Auswirkungen haben.
Andreas (Conti-Experte): @_Annette_: Gut aufgespürt :)) Von uns findest Du auch weitere Informationen unter http://www.reifenlabel.de
Burkhard (Conti-Experte): @ llluke: In der Tat gibt es sehr viele Zielkonflikte bei der Optimierung der Reifeneigenschaften, so ist tatsächlich das Nassbremsen und der Rollwiderstand im Zielkonflikt zu den Schneeeigenschaften, daher werden Winterreifen auch etwas schlechtere Labelwerte in Rollwiderstand und Nässe zeigen.
Andreas (Conti-Experte): @ Duke2k: Das ist jedem Hersteller überlassen. Wer seine Produkte richtig gut versteht, der kann auch ohne einen 100% Test aller Produkte auskommen. Es muss eben nur stimmen!
Burkhard (Conti-Experte): @ Epex121: Die EU hat sich zunächst auf die aus ihrer Sicht wesentlichen Eigenschaften konzentriert. Angaben zu den Laufleistungen von Reifen findest Du immer im jährlich stattfindenden ADAC Test, der insgesamt ohnehin nur eine umfassende Information über die Reifeneigenschaften bietet.
Burkhard (Conti-Experte): @ llluke: Wir erwarten keinen sehr großen Einfluss auf die Kaufentscheidung, denn insbesondere die Premiummarken müssen mit einer ausgewogenen Performance in zahlreichen Kriterien punkten und hier ist, wiederum bemerkt, ein Reifentest die sinnvollste Infoquelle.
Andreas (Conti-Experte): @ thomas-tp84: Naja, das zeugt von Deiner Beschäftigung mit dem Thema Reifen. In der Tat ist Rollwiderstand und Nassgriff ein technischer Zielkonflikt. Daher zeigt das Reifenlabel beide Werte. Und damit haben wir auch schon die Antwort: Das Label zeigt Dir Rollwiderstand und Nassgriff, und damit hast Du als Reifenkäufer zum ersten Mal die Chance einer eigenen Entscheidung: Du wählst die Balance, die Du haben willst.
Burkhard (Conti-Experte)@ Flieger: Die tatsächliche Kilometerleistung hängt vom Fahrstil, Fahrzeug, Einsatzbedingung etc. ab. Das ist u.a. auch ein Grund, warum ein Abrieb-Label schwer realisierbar sein wird.
Burkhard (Conti-Experte) @ schmittlein: Ja, leider wird es so sein, aber wir bauen hier darauf, dass man weiterhin auf die Beratung beim Reifenfachhändler und auch auf die Ergebnisse der Reifentests schauen wird, dann werden mittelfristig natürlich unfair gelabelte Reifen "geoutet".
Andreas (Conti-Experte): @ Didi_85: Nicht ganz: Nur die Information über die Labelwerte der Reifen muss zwingend dem Kunden gezeigt werden. Das muss nicht mit einem Sticker auf dem Reifen sein. Wir haben uns allerdings entschlossen, einen Aufkleber auf jedem Reifen zu platzieren, um es für jeden eindeutig zu machen. Zudem muss der Händler auf der Rechnung - mindestens aber beiliegend zur Rechnung - die Labelwerte ausweisen.
Burkhard (Conti-Experte) @ Duke2k: Gute Frage, das bleibt abzuwarten. Es wird aber auch seitens der Versicherung ein schwieriges Unterfangen, das umzusetzen.
Burkhard (Conti-Experte): @ Flieger: Nein, ganz bestimmt nicht, es gibt leider Schlupflöcher bei der Produktauslegung mit reinem Fokus auf das Label, also es wird "gut" gelabelte Reifen im Billigsegment geben, aber die werden dann in den Reifentests sicherlich schlecht abschneiden.
Burkhard (Conti-Experte): @ schmittlein: Ja, alles vollkommen korrekt, ab Nov. 2012 muss man aber z.B. beim Schneeflockensymbol einen Test nachweisen, wenn man die sogenannte e 4 Nummer beantragt (Freigabe für Europa).
Burkhard (Conti-Experte): @ thomas-tp84: Wie gesagt, die EU hat sich zunächst auf diese 3 Kriterien fokussiert, in 2016 gibt es eine Novellierung. Aber es macht auch keinen echten Sinn, ansonsten müsste man einen ganzen Reifentest auf ein Label drucken und das würde die Kosten immens in die Höhe treiben. Ihr habt echt tolle Fragen, Respekt!
Andreas (Conti-Experte): @ kart672: Es gibt diese Diskussion, aktuell ist jedoch die Entscheidung für die 3 Kriterien gefallen, und damit will die Politik erst einmal Erfahrung sammeln. Für 2016 ist bereits geplant, den Erfolg des Labels auf den Prüfstand zu stellen, das wäre dann der früheste Zeitpunkt.
Burkhard (Conti-Experte) @ llluke: Ja, leider gab es hier Lobbyisten, aber wir haben zumindest sicherstellen können, dass 2 im Zielkonflikt miteinander stehende Kriterien und nicht nur der Rollwiderstand als alleiniges Kriterium eingeführt wurde.
Burkhard (Conti-Experte): @ thomas-tp84: Es gib für Busse auch Labelwerte, aber andere Grenzwerte, für Motorräder gibt es keine Labelwerte.
Andreas (Conti-Experte) @ manni9999: Es ist ein guter Hinweis, was der Reifen kann - aber auch nicht mehr. Im täglichen Einsatz muss der Reifen eben mehr können. Daher empfehlen wir, auch weiterhin die einschlägigen Reifentests zu Rate zu ziehen, da kann man sich breit und unabhängig informieren.
Burkhard (Conti-Experte) @ _Annette_: Nein, das Label gilt nur für Neureifen und ist zunächst beim Verkauf auf dem Reifen, wird aber natürlich bei Montage abgezogen, um hier keine Sicherheitseinbußen einzubauen.
Andreas (Conti-Experte): @ llluke: Also das ist ja mal eine knifflige Frage. Dazu kann ich nur sagen, dass wir als Marktführer in der Erstausrüstung in Europa uns vor keinem zu verstecken brauchen: Die OEs machen keine Kompromisse, wenn es darum geht, ihre Premiumprodukte auf gute Füße zu stellen. Jetzt kommt das Label dazu - das wird unsere Anstrengungen, gut ausgewogene Premiumreifen zu entwickeln und hochwertig zu bauen, nicht ändern. Ein Wettrüsten nur für gute Labelwerte würde daher viel zu kurz greifen. Die unabhängigen Reifentests (ADAC, ...) werden solche Entwicklungen gnadenlos aufdecken, davon sind wir überzeugt!
Andreas (Conti-Experte): @ Murdog: Wir stellen die Label-Werte unserer Produkte am 1. September online: www.reifenlabel.de
Burkhard (Conti-Experte): @ _Annette_: Gute Frage, beim Autokauf werden die Labelwerte zwar angegeben, aber sind nicht auf dem Reifen gestickert.
Burkhard (Conti-Experte): @ schmittlein: Das hoffen wir auch, super Idee, danke!!
Andreas (Conti-Experte): @ llluke: Da hat man ganz pragmatisch auf einen Referenzreifen aus den USA zurückgegriffen. Für die dort mit einer Schneeprüfung hinterlegte "Schneeflocke auf Gebirge" ist ein Referenzreifen definiert, der auch nur zu diesem Zweck produziert wird. Dort werden strenge Kriterien an langfristig gleiche Eigenschaften angelegt: Das braucht man zu dem Zweck unbedingt. Also: der Referenzreifen ist rein technisch ausgewählt - es ist nicht etwa der "beste" Reifen.
Burkhard (Conti-Experte):@ manni9999: Manche Hersteller werden die Reifen darauf auslegen, aber da diese Produkte mit Nachteilen verbunden sind und dann voraussichtlich in Reifentests schlecht abschneiden werden, wird sich das hoffentlich nicht so bewahrheiten.
Andreas (Conti-Experte) @ Murdog: Das ist in der Regulierung anders entschieden worden. Wenn man mal nach USA schaut: Dort hat man eine Kennung auf den Reifen, und die Praxis hat in vielen Jahren gezeigt, dass keiner diese Werte nach dem Kauf der Reifen ansieht. Ich denke daher hat man auf die Kaufsituation der Reifen in Europa fokussiert.
Burkhard (Conti-Experte) @ Duke2k: Nein, die Labelkriterien sind für alle 3 Reifenarten exakt gleich. Z.B. hat ein A gelabelter Reifen dann einen Rollwiderstandsbeiwert von kleiner als 6,5 kg/to.
Ich sehe keinen Vorteil in dem Label für ein Unternehmen, das gute Reifen herstellen möchte und auch entsprechende Preise verlangt, weil das Label das nicht wirklich widerspiegelt bei 3 Kriterien.
Andreas (Conti-Experte): @ manni9999: Naja - am Ende fährt jeder selber auf den Reifen, die er kauft. So manche Kaufentscheidung möchte ich auch einfacher haben, aber das nimmt einem niemand ab :(... Bei einem Sicherheitsprodukt wie dem Reifen sind die 10 Minuten sicher gut investiert.
Burkhard (Conti-Experte) @ Flieger: Der Rollwiderstandbeiwert ist die Rollwiderstandskraft in N geteilt durch die Radlast (N) also liegt im Prozentbereich der Radlast. So trägt ein Rad z.B. 400 kg = 400 0 N und dann beträgt die Kraft normalerweise 40 N. Dann wäre der Beiwert 10 kg/to (1000kg).
Andreas (Conti-Experte): @ Duke2k: Also wir bei Conti lieben ja auch Fahrradreifen - daher rüsten wir z.B. auch 4 Tour de France Teams aus, und produzieren Winterreifen für Fahrräder - tolle Technologie! Aber bisher habe ich noch von keiner Diskussion zu Fahrradreifen gehört.
Burkhard (Conti-Experte) @ Duke2k: Wir denken, dass hier primär die im Billigreifensegment angesiedelten Marken das Label als Vermarktungsargument heranziehen werden.
Burkhard (Conti-Experte): @ llluke: Ja, sehr richtig und machen wir auch nicht, sondern verweisen immer auf das Gesamtspektrum an Reifeneigenschaften, die man dann einem Reifentest entnehmen kann.
llluke Mal weg vom Thema Label, hin zu den viel zitierten Tests. Klar ist, dass diese mehrere Kriterien beleuchten, sind die Bewertungsmaßstäbe denn aus Ihrer sich gut? Laufleistungen zum Beispiel werden ja teilweise hochgerechnet und die Tests mit Neureifen gemacht... dabei wird ja kaum berücksichtigt, dass sich verschiedene Reifen "im Alter" unterschiedlich verhalten.
Andreas (Conti-Experte): @ audi 4 avant: Nein - das habe jedenfalls von unserem Marketing gelernt (nicht vergessen: ich bin nur ein auf Reifentechnologie umgeschulter Chemiker... ;-) ). Im Ernst: Die Reifenpreise sind stark an Technologie und an Rohstoffpreise gekoppelt. Das Label wird da nichts ändern.
Burkhard (Conti-Experte): @ manni9999: Das war in der Tat auch die Idee der EU, aber ob das aufgeht, muss sich zeigen.
Burkhard (Conti-Experte) wuppipassat: Das Label gilt auch für SUV 4x4 Reifen und auch dort wird es gute Werte geben.
Andreas (Conti-Experte): @ francis57: Genau. Wie überall am Reifen steht fast alles im Zielkonflikt. Das Label zeigt keine Wintereigenschaft, daher muss wieder der Reifentest herangezogen werden.
Burkhard (Conti-Experte): @ manni9999: Der Preis steht zumeist im Regal nicht dran, aber wie gesagt, der Besuch eines guten Reifenfachbetriebes hat normalerweise auch gut informiertes und geschultes Personal.
Andreas (Conti-Experte): @ Golle79: Der SportContact 5 ist noch eine Entwicklungsstufe weiter: Kürzere Bremswege, optimiertes Handling - die Welt dreht sich eben auch beim Reifen schnell weiter! Vielen Dank für Ihr Vertrauen.
Andreas (Conti-Experte) francis57: Die Kontrolle obliegt in Deutschland den Behörden der Bundesländer.
Andreas (Conti-Experte): @ Flieger: Nein nein - das werden wir bestimmt nicht machen. Unser Ziel ist weiter der ausbalancierte Reifen mit Fokus auf Sicherheit. Ein Label-Meister hilft keinem Kunden weiter. Ich glaube auch, dass der schnell von den Reifentestern "demaskiert" würde - dann hilft auch kein tolles Label mehr weiter.
Burkhard (Conti-Experte): @ Golle79: Ganz klar, das ist eine tolle Frage für einen Reifenentwickler. Also hier sind wir einerseits mit neuen Materialien unterwegs, aber insbesondere das Verständnis der Abriebmechanismen und der Reifenmechanik hilft uns hier immer weiter.
Burkhard (Conti-Experte): @ demonion: Hier gibt es sogenannte Cup Sport Reifen mit reduzierter Profiltiefe, sogenannte Semislicks. Die meisten Firmen konzentrieren sich dann auf reine Trockenhaftung. Wir haben hier ein schönes Produkt auch mit Nasseigenschaften, damit man auch zur Rennstrecke sicher fahren kann.
Andreas (Conti-Experte): @ francis57: Das sieht mal leider immer wieder - nach 10 Jahren sollte man einen Reifen gegen einen neuen tauschen, unabhängig von Laufleistung und Profiltiefe. Dann kann man auch wieder die Fortschritte der Reifentechnologie nutzen. Wir Entwickler schlafen ja nicht... da sollte man sich ab und an mal einen neuen leisten. ;-)
Burkhard (Conti-Experte): @ andi36100: Nein, die Bewertung der Kriterien bezieht sich nur auf die Neureifen, aber z.B. der Rollwiderstand eines Reifens nimmt mit abnehmender Profiltiefe auch ab, also verbessert sich sogar über die Einsatzdauer. Beim Nassgriff kann man, je nach Reifendesign, zumindest für die Premiumhersteller von konstanten Eigenschaften ausgehen (wobei mit extrem niedriger Profiltiefe, also bei Sommerreifen, bereits ab 3 mm der Bremsweg auf nasser Fahrbahn zunimmt, insofern früh wechseln!)
Andreas: (Conti-Experte) @ Golle79: ... Alle 150.000 Kilometer solltest Du statistisch gesehen mal nachsehen, ob noch Luft drin ist. :-) im Ernst: Den CSC5 gibt es als SSR Variante und auch als ContiSeal, allerdings nicht in allen Größen.
Beim Nassgriff wird mit dem Referenzreifen „Uniroyal Tiger Paw AWP “ (amerikanischer All-Season Referenzreifen, der nur zum Zweck der technischen Referenz und von Michelin produziert wird) 225/60 R 16 S mit mindestens 6 Bremsungen pro Testreifen gemessen. Der Referenzreifen gibt die Kategorie „D“ wieder, in der ansonsten keine Reifen eingeordnet werden. Alle Reifen sind entsprechend besser (A-C) oder schlechter (E-F). Mithilfe einer entsprechenden Formel wird der Durchschnitt der Bremswege in den Wet Grip Index umgewandelt und in die Klassen eingeteilt.
Das Label gibt nur die Einstufung des Rollwiderstandes wieder, d.h. keine Kraftstoffverbräuche. Konkret wird der Rollwiderstandskoeffizient verwendet: das ist die Rollwiderstandskraft geteilt durch die Tragfähigkeit des Reifens. Dabei ist klar: höhere Werte für eine Größe bedeuten höheren Kraftstoffverbrauch. Wie groß jedoch im Einzelfall der Kraftstoffverbrauch für die Reifen verschiedener Klassen ist, das hängt von dem Fahrzeug und den Einsatzbedingungen ab. Oft kann man Umrechnungen auf Basis von Mittelklassefahrzeugen finden, bei denen man dann Klassenunterschiede in Liter übersetzt. Solche Werte, 0.10 bis 0.15, sind als Anhaltspunkt brauchbar.
Nein, nur beim Nassgriff spielt der Referenzreifen eine Rolle. Nur die besten Sommerreifen erreichen hier heute ein klares A, allerdings dann bei einer meist deutlich schlechteren Einstufung im Rollwiderstand. Bis wir bei Reifen mit A+++ in Rollwiderstand UND Nassgriff angekommen sind, brauchen wir noch ein ganzes Pfund mehr an Technologie. Wir arbeiten dran!
Man kann als ersten Anhaltspunkt die 3 Kriterien des Reifenlabels nutzen. Allerdings raten wir dringend dazu, die Testberichte der führenden Automobilklubs und Automobilzeitschriften zu lesen: es gibt sehr viel mehr sicherheitsrelevante Eigenschaften von Reifen. Manche haben mit den Labelwerten gar nichts zu tun, Wintereigenschaften sind überhaupt nicht berücksichtigt. Also: wer nur nach Label kauft, kann böse überrascht werden!
Winterreifeneigenschaften werden über das Label nicht abgedeckt, d.h. hier ist man umso mehr auf die Reifentests der führenden Automobilclubs und Magazine angewiesen!
Nein, bei weitem nicht. Die sicherheitsrelevanten Kriterien von Reifen sind wesentlich komplexer. Fehlende Kriterien sind beispielsweise Fahrstabilität, Wintereigenschaften, Aquaplaningeigenschaften, Handling, Lebensdauer, …
Die jeweiligen EU-Staaten haben - wie bei allen anderen EU-Labeln auch - die Pflicht der Kontrolle und Sanktionierung. In Deutschland haben die Aufgabe der Marktüberwachung die Bundesländer. Es gibt umfangreiche Diskussionen unter den Bundesländern, wie eine inhaltliche Prüfung des Reifenlabels durch die zuständigen Landesbehörden geschehen kann. Wir müssen hier abwarten, ob bis zum 01.11. diesen Jahres eine Lösung existiert. Jeder Hersteller ist aber selbst für die korrekte Kennzeichnung seiner Produkte verantwortlich.
ines muß man vielleicht klarstellen: der Referenzreifen ist nur eine technische Lösung für die Labeleinstufung, damit alle Hersteller gleiche Werte ermitteln können. Er hat in keiner Weise eine "Zielperformance". In der Realität würde seine Nässe-Labelklasse unterhalb von C liegen.
Die Klassen sollen eine Vereinfachung für den Endverbraucher darstellen, um Reifen vergleichbar zu machen. Der CR-Wert von Reifen ist für die allermeisten Verbraucher ja doch nur Fachchinesisch, daher ist für alle Produkte in der EU die einfache Buchstaben- und Farbskala gewählt worden. Ich denke das macht Sinn. Wer es genauer wissen will, kann sich an die Hersteller wenden – oder studiert die publizierten Reifentests der Motormagazine, viele drucken hier echte Messwerte ab.
Die Hersteller testen selber, dazu ist eine Prüfmethode genau definiert, und die Prüflabore müssen sich zertifizieren lassen. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit sichergestellt. Wer mehr Daten sehen möchte, der kann sich nur direkt an den Hersteller wenden – oder studiert die publizierten Reifentests der führenden Motormagazine, viele drucken hier echte Messwerte ab.
Die von dir genannten Kriterien werden in der Tat nicht vom Reifenlabel abgebildet. Deshalb sagen wir: schau in die unabhängigen Reifentests!
Die Gefahr besteht! Viele wichtige Eigenschaften werden in der Tat nicht vom Reifenlabel abgebildet. Deshalb sagen wir: schau in die unabhängigen Reifentests!
Es gibt leider kein Produkt in allen theoretisch möglichen Größen, aber wir steigern die Anzahl der verfügbaren Dimensionen Jahr für Jahr. In einem solchen Fall muß daher die Frage zwangsläufig lauten, welches Produkt es in der gewünschten Größe überhaupt gibt.
Wenn es in dieser Größe noch kein neueres Produkt gibt, dann gibt es leider keine Alternative. Zur Info: Wir bieten heute allein in Europa rund 4.500 verschiedene Artikel an.
Die jeweiligen EU-Staaten sind in der Pflicht, eine Kontrolle zu installieren. In Deutschland ist dies aber bisher noch nicht final geklärt. siehe auch
Nein. Im Gegenteil: die Kriterien und Tests sind gerade so gewählt, dass ein Fahrzeugeinfluss ausgeschlossen ist. Nur so hat man als Verbraucher die Chance, tatsächlich einen objektiven Produktvergleich der verschiedenen Reifen vorzunehmen.
Die DOT ist nur das Herstelldatum und sagt nichts über die Reifeneigenschaften aus. Reifenlabel gilt erst ab einer DOT 2712 oder später. Das Label bildet 3 Kriterien ab: Kraftstoffeffizienz, Nassbremsen & Außengeräusch.
Weil sich die EU auf die 3 genannten Kriterien verständigt hat.
Wir gewährleisten allen Reifenkäufern, dass die Reifen auch die Geschwindigkeit abbilden können, für die sie freigegeben sind. Natürlich kommt da noch ein Sicherheitspuffer dazu, aber wir empfehlen dennoch, die angegebene Höchstgeschwindigkeit nicht zu überschreiten, dann solltest Du lieber einen V-Reifen kaufen.
Wir empfehlen in Europa grundsätzlich keine Allwetter-/Ganzjahresreifen, da sie immer – das ganze Jahr über - nur ein Kompromiss sind. Für den Sommer empfehlen wir Dir den ContiEcoContact 5. Für den Winter den ContiWinterContact TS 800.
"Hersteller von Reifen für PKWs sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge müssen ab 1. November 2012[1] den Kraftstoffverbrauch, die Nasshaftung und die Geräuschklassifizierung des Produktes anhand eines Aufklebers oder eines Etiketts angeben."
Nun muß ich echt die Frage stellen, was kommt auf MICH direkt zu? Lt. Formulierung ist der HERSTELLER in die Pflicht genommen. Ich habe nun noch "ganz frische" Sommer- und Winterreifen, die ich natürlich abfahren möchte.
Die darfst Du "abfahren". Das Reifenlabel ist keine Verordnung der EU für den Endverbraucher, sondern für die Hersteller. Es zielt auf den Reifenverkauf von Produkten, die ab der Woche 27 in 2012 hergestellt wurden.
Unsere Produkte haben grundsätzlich eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren. Dann sollte unabhängig von der Restprofiltiefe ausgetauscht werden. Ist das Profil vorher abgefahren – bei Sommerreifen empfehlen wir das bei 3 mm, bei Winterreifen schon bei 4 mm, da darunter die Performance auf Nässe überproportional abnimmt - natürlich schon vorher. Das Reifen, die vor dem Verkauf ordnungsgemäß mehrere Jahre gelagert wurden, dadurch ihre Performance verlieren, können wir nicht bestätigen.
Neue Reifen verhalten sich diesbezüglich völlig gleich.
Die Einführung des Labels hat keinen Einfluss auf die Haltbarkeit der Reifen. Und Reifen, die schon auf Fahrzeugen montiert sind, sind von dem Label natürlich nicht betroffen.
Das ist nicht nötig, das Label bezieht sich nur auf Reifen, die nach dem 1.7.2012 hergestellt wurden und ab dem 1.11.2012 verkauft werden.
Je grüner, desto besser :) die Qualität des Reifens wird nicht alleine durch das Reifenlabel abgebildet – dafür müssten Werte für zahlreiche weitere Testdisziplinen angegeben werden, was aber nur bei den umfassenden Reifentests der führenden Fachmagazin und Automobilclubs getan wird.
EU (27 Länder), d.h. Deutschland = ja, Südafrika = nein :)
Unsere neuen Reifen werden grundsätzlich immer auf dem Preisniveau des Vorgängers angeboten. Preiserhöhungen haben andere Hintergründe, wie z.B. den Anstieg der wichtigsten Rohstoffe Kautschuk und Öl, wie in den vergangenen Jahren.
Im heutigen Chat liegt der Fokus leider nur auf Pkw-Reifen, sorry.
Unsere Produkte haben grundsätzlich eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren. Dann sollte unabhängig von der Restprofiltiefe ausgetauscht werden. Ist das Profil vorher abgefahren – bei Sommerreifen empfehlen wir das bei 3 mm, bei Winterreifen schon bei 4 mm, da darunter die Performance auf Nässe überproportional abnimmt - natürlich schon vorher. Das Reifen, die vor dem Verkauf ordnungsgemäß mehrere Jahre gelagert wurden, dadurch ihre Performance verlieren, können wir nicht bestätigen.
Es wird empfohlen, Reifen, die älter als 10 Jahre sind, nur noch zu benutzen, wenn sie vorher ständig unter normalen Bedingungen im Einsatz waren.
Reifen altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse, wie UV - Strahlung, Feuchtigkeit, Hitze, Kälte usw. Das gilt auch für nicht oder wenig benutzte Reifen.
Unsere Produkte haben grundsätzlich eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren. Dann sollte unabhängig von der Restprofiltiefe ausgetauscht werden. Ist das Profil vorher abgefahren – bei Sommerreifen empfehlen wir das bei 3 mm, bei Winterreifen schon bei 4 mm, da darunter die Performance auf Nässe überproportional abnimmt - natürlich schon vorher. Das Reifen, die vor dem Verkauf ordnungsgemäß mehrere Jahre gelagert wurden, dadurch ihre Performance verlieren, können wir nicht bestätigen.
Hat sich mal jemand seitens der Reifen- und EU-Lobby einen Kopf gemacht, wie viele ältere (5-10 Jahre) 'Gebrauchtwagen' mit prozentual hohem Anteil es (noch) gibt ...? Auch solche Fahrzeuge brauchen gelegentlich Neureifen und ambitionierte Käufer würden sich freuen, auch für ihre Oldies mal zutreffende Aussagen zu bekommen.
Die Label Kriterien sind gerade so gewählt, dass sie nur die Eigenschaften des Reifen wiederspiegeln. Damit gelten die Werte des Reifenlabels für alle Fahrzeuge, an die man die Reifen montieren kann. Eine Ausnahme stellen allerdings Fahrzeuge ohne ABS dar: die sonst recht gute Übersetzung in Bremswege funktioniert da nicht so gut.
Grundsätzlich gilt: Ein Premium-Reifen wird das Auto immer sicherer machen. Für die unterschiedlichen Kundenwünsche bieten wir verschiede Produktlinien an: ContiSportContact für sportliches Fahren, ContiPremiumContact für komfortorientierte Fahrer und ContiEcoContact Reifen für den ökonomisch orientierten Fahrer.
Die Premium-Marken haben bessere Eigenschaften als Nicht-Premium-Marken aus dem gleichen Hause, denn in einem Premium-Reifen steckt die beste Technologie, über die ein Hersteller verfügt. Der Verbraucher sollte selbst entscheiden, was ihm wichtig ist, um eine vernünftige Entscheidung treffen zu können. Wenn man sich unschlüssig ist oder keine Reifenkenntnisse besitzt, ist der lokale Reifenhändler eine gute Anlaufstelle.
Die Labelwerte spiegeln ja nur drei von bis zu 15 Eigenschaften wieder, daher kann auch ein Produkt aus dem Qualitätssegment gute Labelwerte erzielen. Das heißt aber nicht, dass dieses Produkt ein insgesamt guter und ausgewogener Reifen ist. Das können nur umfangreiche Reifentests ermitteln.
Spurrillen-Sensitivität wird durch die Einpresstiefe der Felge und die Spurweite, eventuell zusätzliche Distanzscheiben beeinflusst. Die Dimension 205/55 R16 ist nicht auffällig bezüglich "Spurrillen-Suchmaschinen-Effekt".
Die Stabilität des Reifen und die Reifenperformance werden erst mit dem korrekten Luftdruck erzielt. Eine Flexibilität in der Reifenflanke ist erforderlich für ein komfortables Abrollverhalten des Reifens. Bei weiteren Detailfragen bitte den Fachhändler Deines Vertrauens aufsuchen.
Nein, Laufeigenschaften werden über das Label nicht abgebildet.
Weil sich die EU nur auf die 3 Kriterien geeinigt hat. Ziel der EU: Mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr durch kraftstoffsparende, sichere und leisere Reifen zu gewährleisten.
Sich an den Händler/Hersteller wenden. Allerdings setzt dies voraus, dass du auf einer ISO zertifizierten Strecke nach DIN Vorschrift den Geräuschwert bestimmst. Denn die Fahrbahn hat einen sehr großen Einfluss auf diese Absolutwerte. Im Grunde muss man sagen: die Geräuschklassen erlauben nur einen Reifenvergleich, über das reale Geräuschniveau auf der Strasse geben sie nur Anhaltspunkte.
Nein, wird beeinflusst durch Luftdruck und Achsgeometrie und ist bei modernen Hochleistungsreifen bis zu einem gewissen Grad normal, solange kein Geräusch auftritt.
Ein Grund für die mögliche Sägezahnbildung liegt in der Optimierung moderner Hochleistungsreifen auf ein Optimum an möglicher Sicherheit bei Nässe. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind offene Profilgestaltung in Verbindung mit einem hohen Negativanteil im Schulterbreich.
Empfehlung: Luftdruck regelmäßig prüfen und ggf. Radposition beim Wechsel von Winter- auf Sommerreifen achsweise tauschen.
Das Label bezieht sich nur auf neue Reifen. Die Mindestprofiltiefe eines Reifens (3 mm für Sommer, 4 mm für Winter) sollte aber aus technischen Gründen (darunter überproportionale Abnahme der Performance auf nasser Fahrbahn) nicht unterschritten werden.
Wir produzieren in unseren Werken nach den gleichen internen Standards. Gewichtsunterschiede sollten nur minimal und innerhalb der engen Toleranzgrenzen liegen.
Nein. Wir produzieren in unseren Werken weltweit nach den gleichen internen Standards.
Nicht in Bezug auf die konkrete Einstufung, das Label bezieht sich nur auf Neureifen. Allerdings verhalten sich moderne Reifen über der Laufzeit nicht sehr unterschiedlich. Im allgemeinen kann man annehmen, dass zwei Reifen mit unterschiedlicher Einstufung in Nassgriff und Rollwiderstand auch noch mit 3 mm Profiltiefe hier Unterschiede aufweisen.
Für Premium-Reifen gar nicht, denn die Eigenschaften Rollwiderstand und Nassgriff haben traditionell eine hohe Bedeutung für uns. Ob es Hersteller gibt, die ihre Produkte speziell auf das Label hin optimieren, ist eine andere Frage. Wir tun das jedenfalls nicht. Bei uns hat jede einzelne Marke ein klares Profil, das wir auch mit den technischen Eigenschaften im gesamten Leistungsbereich unterstreichen.
Grundlage sind streng normierte Testverfahren, die weitgehend einen Einfluss des Fahrzeugs ausschliessen.
Nein, es sind bzgl. Geräusch und Nassgriff auch Tests auf der Testrecke.
Ziel der EU: Mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr durch kraftstoffsparenden, sicheren und leisen Reifen zu gewährleisten.
Wir haben das Geräuschniveau um 5 % reduziert.

Dr. Burkhard Wies
Leiter F&E Reifenentwicklung
Dr. Andreas Topp
Leiter Technical Benchmarking