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Blog vonzosis

10.06.2012 16:39    |    zosis zosis    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , ,

Die Anmeldung und ein paar Reparaturen standen also an. Außerdem sollte der Wagen ein wenig aufbereitet werden.

 

Das Internet half mir schnell eine günstige Versicherung zu finden:

- Haben sie schon einen Zweitwagen? „Yep“

- Wie viele Kilometer im Jahr? „Na, so 8000“

- Garage? „Jetzt, ja“

 

Macht 223 €uro Jahresbeitrag für Haftpflicht und Kasko bei 150€ Selbstbeteiligung. Dazu noch 283 €uro Jahressteuer. Super, ich hatte mit erheblich mehr gerechnet.

 

Auf der Anmeldestelle, nahm ich als Überraschung für meine Frau ihre Initialen und ihr Geburtsdatum für das Nummernschild. Nun war es endgültig auch „Ihr“ Auto. Sie freute sich und ich hatte alles richtig gemacht. Mir gefällt es sehr gut, wenn sie mit ihren blonden Haaren in dem offenen schwarzen Auto unterwegs ist.

 

Nur so am Rande, mir ist aufgefallen, dass Frauen einen Autobonus haben! Ich habe festgestellt, dass prozentual viel mehr hübsche Frauen in Autos unterwegs sind, als es außerhalb der Fahrzeuge der Fall ist. Liegt es daran, dass man nur den Kopf sieht? Aber wahrscheinlich haben Frauen den gleichen Eindruck auch von uns Männern. Im Auto kann man schließlich unsere Bäuche nicht sehen.

 

Wochen später kontaktierte mich die neue Jag-Versicherung. Sie hätten von der vorigen Versicherung immer noch keine Abmeldebestätigung bekommen. Na klar, den anderen Zweitwagen hatte ich ja auch nicht vor abzumelden. Ich wusste nicht, dass das eine Bedingung war. So hatte ich die Fragen im Internet auch nicht verstanden.

 

Da der Jag günstig bleiben sollte, wies ich die bestehende Zweitwagen-Versicherung an, die Prozente an die Jag-Versicherung zu übertragen. Zusätzlich sollten sie mir ein Angebot machen um den Fiesta neu bei Ihnen zu versichern.

 

„Gerne“, sagte mir die nette Dame von der Hotline. „Wir übertragen ihre Prozente an den neuen Versicherer und lassen ihren Vertrag mit den gleichen Konditionen vorerst bis zum Jahresende weiter laufen. Danach bekommen sie ein angepasstes Angebot.“

 

Auf das Angebot warte ich glücklicherweise bis heute denn im neuen Jahr lief der Vertrag so weiter. Nun habe ich drei Autos für 30% laufen.

 

In der folgenden Woche fiel mir auf, dass der rechte Scheinwerfer nicht richtig leuchtete. Also rief ich Samstag beim Freundlichen an, ob sie die richtige Xenon Lampe vorrätig haben. „Selbstverständlich, alles vorrätig“.

 

Von wegen. Als wir bei der Teileausgabe waren, hatten sie die Spezial-Xenon-Lampe natürlich nicht da. Als fadenscheinige Ausrede wurde uns dann gesagt: „Die gehen eigentlich nie kaputt. Und wenn, kann das auch das Steuergerät sein. Das sollten wir vorher durchmessen. Aber heute ist Samstag und keiner in der Werkstatt.“

 

Na gut, also hab ich meine Frau in der folgenden Woche für die Messung losgeschickt.

 

Die vierte Überraschung: Das Steuergerät war tatsächlich im Eimer. Die Aussage war also nicht fadenscheinig sondern goldrichtig. OK, der erste Pluspunkt für die Werkstatt.

 

Das Problem: Steuergeräte gibt es nicht einzeln beim Jag-Händler. Es müsste der gesamte Scheinwerfer ausgetauscht werden. Ich glaube mich zu erinnern, dass der Kostenvoranschlag deutlich über 1000 € für einen neuen Scheinwerfer plus Einbau lag.

 

Bei der Übergabe hatte ich die Beleuchtung nicht einzeln getestet. Vielleicht sollte ich beim nächsten Autokauf eine Checkliste mitnehmen. Zum Glück hatte mir Giovannis Kompagnon aber viele Papiere mitgegeben. Das war bestimmt nicht so vorgesehen. An eins der Papiere erinnerte ich mich recht schnell. Es war ein kürzlich erstellter Tüv-Bericht, der den defekten rechten Scheinwerfer bemängelte. Deshalb keine Plakette. Ein bestandener Tüv-Bericht war nicht bei den Papieren. Trotzdem hatte der Wagen Tüv bekommen. Wie kommt er dann an die Plakette? Ein Schelm der böses dabei denkt.

 

Also Giovanni angerufen. Viel Bla Bla. Erst wollte er sich rausreden. Aber, ich hatte den Tüv Bericht. Wir einigten uns schließlich. Er schickt mir einen Scheinwerfer, ich bezahle den Einbau.

 

Nach einer Woche kam der Scheinwerfer. Aber leider nicht passend, denn er hatte einen Gebrauchten für den neuen XKR über Ebay ersteigert. Diese sind komischerweise günstiger als die für die alten Modelle. Aber, was nützt günstig wenn er nicht passt?

 

Wieder viel telefoniert. Meine Anrufe erreichten ihn fast täglich. Irgendwann hatte er keine Lust mehr sich drum zu kümmern und wollte mir 550 €uro überweisen. Dann, Wochen später überwies er mir 500 Euro. Aber ich war ja froh, dass es weiterging. Ich habe selber einen gebrauchten Scheinwerfer besorgt (478,75 €) und nur das Steuergerät von einem Autoelektriker umbauen lassen (61,88€).

 

Und hier mein Angebot. Falls jemand günstig einen rechten Xenon-Scheinwerfer braucht (Beifahrerseite). Ich hätte da noch einen. Aber ohne Steuergerät.

 

Parallel habe ich viel gegoogelt und schließlich, aber leider zu spät, einen Anbieter für Xenon-Steuergeräte in Amerika ausgemacht. Ich machte ein Foto vom Steuergerät und sie bestätigten per Mail das sie dies Gerät haben und mir zuschicken könnten. Das dauerte insgesamt einige Tage aber da hatte ich den Scheinwerfer schon bestellt.

 

Hier der Link: www.oemxenonpart.com. 215 US Dollar frei Haus (ca.173€). Wahrscheinlich plus deutschem Zoll.

 

Zwischenzeitlich waren die Verschönerungsaktionen bereits im vollen Gange. Die kleinen Dellen sollten ausgebeult werden. Dafür fand ich einen Beulendoktor in unserer Stadt über das Internet. Mein Kumpel mit dem Z3 hatte auch diesen Beulendoktor in Anspruch genommen, wie sich später herausstellte.

 

Aber wie es so ist. Ich hatte drei Beulen gesehen. Der Beulendoktor fand 10. Er ist ja auch Fachmann. Zusätzlich sollte er den ganzen Wagen polieren denn der Lack war von den vielen kleinen Kratzern etwas stumpf. Ich vermutete Waschanlage. Und an einer Stelle, vorne links am Kotflügel, war ein sehr tiefer Kratzer. Der musste nachlackiert werden. Einen Kostenvoranschlag wollte er mir nicht so richtig geben. „Das kommt halt drauf an, wie viel Arbeitsstunden zusammenkommen“, sagte er. Letztendlich hat es happige 696,15€uro gekostet, natürlich an der oberen Skala seiner Schätzung. Außerdem meinte er noch, dass der Lack ziemlich weich ist. So was hatte er bisher selten gesehen. Aber das Ergebnis war in Ordnung. Keine Hologramme.

 

Kleine Episode am Rande. In unserer Stadt gibt es einen weiteren Lack-Aufbereiter der mir wärmstens von einem Kollegen empfohlen wurde. Nun stehe ich nicht so auf Schnacker, die einem gleichzeitig alles Mögliche verkaufen wollen und nur das Beste für mich wollen wie z.B. Nanoversiegelungen und andere Zeiterscheinungen. Wir wurden jedenfalls nicht handelseinig.

 

Aber, um zu diesem Lack-Aufbereiter zu kommen, muss man über das Betriebsgelände eines Porschehändlers fahren. Auf der Rück-Tour hielt ich kurzentschlossen an um mir den neuen Panamera anzuschauen. Ich parkte den Jag und betrat den Ausstellungsraum. Quer auf der anderen Seite der Ausstellung saß ein Verkäufer, der an seinem Schreibtisch ein Pärchen am Wickel hatte

 

„Guten Tag, ich komme gleich zu Ihnen“, rief er mir aufgeregt von weitem zu.

 

Wow, das war mir noch nie in einem Autohaus passiert. Normalerweise herrscht Desinteresse am Kunden. Lag das am Jag, den er durch die Scheibe gesehen hatte? Ich war hier in der Vergangenheit auch schon mal mit einer neuen R-Klasse vorgefahren und keinen hatte es interessiert. Dies war eine völlig neue Erfahrung. Kleider machen Leute. Ich muss das demnächst unbedingt bei BMW, Mercedes und all den anderen Autohäusern probieren.

 

Ich schaute mir kurz den Panamera an und wollte zwei Minuten später den Verkaufsraum schon wieder verlassen. Da stand er schon neben mir. Wie er das Pärchen so schnell abfertigte blieb mir ein Rätsel. Die waren wie vom Erdboden verschluckt.

 

Verkäufer: „Kann ich ihnen helfen?“

 

Ich: „Nö, ich hab nur geschaut. Ich habe einen großen Mercedes für den Komfort und einen Jag für den Spaß. Mehr brauche ich nicht“

 

Verkäufer: „Da sind sie bei uns aber genau an der richtigen Stelle. Sie müssen unbedingt den Panamera zur Probe fahren. Der ist sportlich und Komfortabel“

 

Ich: „Ach, wissen sie, ich bin ganz zufrieden. Ich habe kein Interesse. Und außerdem kann man in einer halben Stunde Probefahrt sowieso nicht den Charakter eines Fahrzeugs erkunden.“

 

Nun hatte ich wohl seinen Verkäuferinstinkt geweckt.

 

Was soll ich sagen, er bot mir den Panamera mit dem 250PS Motor für das Wochenende an. Bevor ich den armen Verkäufer in eine Glaubenskrise stürzte, sagte ich lieber zu.

 

Ein Wochenende später hatten wir dann einen Mercedes, einen Jaguar und einen Porsche im Fuhrpark. Ach ja, und natürlich unseren Fiesta. Für eine geplante Shopping Tour nach Bremen hatten wir also ein richtiges Luxusproblem. Welches Auto sollen wir nehmen? Na klar, natürlich nahmen wir den Panamera. Der ging ja als erstes wieder weg. Und der entpuppte sich auch wieder als so ein Hingucker.

 

Unsere Kinder, die schon mit dem Jaguar haderten, erklärten uns nun vollends für verrückt. „Ob bei uns der Reichtum ausgebrochen ist“, wollten sie wissen. Das Gleiche werden unsere Nachbarn gedacht haben. Und unsere Verwandten, die wir auf einer Konfirmation am Sonntag trafen.

 

Hier meine Bewertung der drei Fahrzeuge:

- Der W211/E-220CDI ist extrem komfortabel, alltagstauglich, robust und wendig. Und er hat einen völlig ausreichenden, sparsamen Motor. Der beste Wagen, den ich bisher gefahren bin. (Siehe mein Fahrzeug Profil)

- Der Jag ist ein kraftvoller und komfortabler Supersportwagen, mehr braucht man nicht sagen. Alltagstauglich, sparsam und wendig braucht er nicht sein. Aber es macht unheimlich Laune.

- Der Porsche ist beides nur halb. Nicht Fisch nicht Fleisch, wie man so schön sagt. Eigentlich braucht den niemand. Jedenfalls ich nicht.

 

Fortsetzung folgt….


06.06.2012 19:30    |    zosis zosis    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , ,

Als schönste und günstigste Variante, berechnete ich die Abholung als Wochenendtrip mit Mietwagen. Die besten Konditionen gab es in der Nähe meiner Arbeitsstelle am Flughafen Bremen. So buchte ich mir einen 1er BMW bei Sixt für den „One Way“ nach München(58,80€ + Sprit). Den 1er find ich irgendwie klasse. Ich hatte ihn bereits ein Mal für ein paar Tage und wenige Kilometer als Mietwagen. Dies wäre endlich eine Gelegenheit ihn ausgiebig zu testen. Aber es kam anders.

 

Ich bin also am Freitagmittag zur Sixt Filiale. Hab draußen schon meine Strategie zurechtgelegt, ein scharmantes Lächeln aufgesetzt und freundlich die Filiale betreten. Vielleicht ging ja was.

 

Ich: „Hallo, ich habe einen 1er BMW gemietet. Aber, habt ihr nicht irgendwas Schickes für mich? Ich muss mit meiner Frau nach München.“

 

Die Frauen hinter dem Tresen lächelten freundlich zurück: „Ich schaue mal. Wir hätten da ein Z4 Cabrio.“

 

Tatsächlich, es ging was: „Ok, den nehm ich“.

 

Manchmal hilft Freundlichkeit doch. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich öfter beruflich bei Sixt Autos miete, und sie mich als Vielmieter im Computer haben.

 

Der Wagen war weiß, mit Hardtop, todschick und nur wenige Kilometer auf der Uhr. Das Verdeck runter. Wie macht man das bei diesem Wagen? Nach kurzem Suchen dann gefunden. Mit dem Wagen vertraut gemacht und die 53 km offen nach Hause gefahren.

Zuhause angekommen waren meine Frau und die Kinder schwer begeistert. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Ich fand den Wagen schon sehr anstrengend zu fahren. Schlechter gradeauslauf, lauter, ruppiger Motor, hart gefedert, eng. Und wenn das Dach offen ist, bleibt im Kofferraum nicht mal mehr Platz für einen Kabinentrolley. Ich habe tatsächlich keine angenehme Erinnerung an den Wagen. Sorry, ich möchte da niemanden verärgern. Aber für den BMW Roadster bin ich wohl nicht die richtige Zielgruppe.

 

Wir schlossen also das Dach, packten unsere Koffer ein und fuhren los. Keine Frage, ein Hingucker war der Wagen auf alle Fälle, so wie er auftrat. Dies sahen wir bei den Reaktionen der Passanten auf den Tankstellen und Rastplätzen, die wir anfuhren. Auf einer Tankstelle verrenkte sich eine Gruppe jugendliche fast die Hälse.

 

Wir übernachteten abends im Hotel Inside Neue Messe in München (69,00€) und fuhren den nächsten Morgen zur Wagenübernahme.

 

Die erste Überraschung: Giovanni war nicht da. Stattdessen fanden wir einen italienischen Kollegen an einer stillgelegten Tankstelle, die als Autohandel fungierte. Der Kollege erzählte uns, dass Giovanni sein Kompagnon ist. Mir erzählte er etwas von Eisdiele. Aber vielleicht hatte er tatsächlich irgendwo einen Laden.

 

„Giovanni isse Urlaub“, meinte der Verkäufer. OK, eine neue Situation, aber ein ähnlicher Akzent. „Aber“, so versichert er uns, „Giovanni fahren Wagen privat. Nixe Garantie. Isse Privatverkauf.“

 

Verkäufer: „Isse sähr gute Angebot.“ Aha. Das kannte ich schon.

 

Da stand er also. Auf der Tankstelle. Meine Frau war zum Glück erst mal begeistert.

 

Nach kurzer Zeit verzog sie aber das Gesicht und bemerkte: „Irgendwie riecht der Wagen komisch parfümiert“.

 

Nach einigem Suchen fanden wir einen Wunderbaum unterm Fahrersitz. Die finden wir ganz schrecklich. Wahrscheinlich hatte Giovanni sich meine Klagen über die anderen Nikotinschleudern gemerkt und vorgesorgt. Also raus damit.

 

Dann die zweite Überraschung: Im Polster auf der Rückbank entdeckten wir ein kleines Brand-Loch. Wahrscheinlich hat da irgendein verpeilter Raucher wie auch immer seine Spur hinterlassen. Bei der Probefahrt hatte ich es nicht entdeckt, da auf dem Rücksitz strategisch Papiere positioniert waren.

 

Nun kamen uns Zweifel, ob die 40.000 KM wirklich reell waren oder einfach die Uhr zurückgedreht war. Aber, nach der langen Anreise ohne Auto zurück?

 

Nach dem Gesamteindruck der Sitze, des Lenkrades und des Interieurs konnten 40.000KM passen. Das hatte ich schon während der Besichtigung überprüft. Schließlich schaue ich Aufmerksam die Sendung von Det Mueller aus unserer Stadt und merke mir die Tipps bei der Begutachtung (Schönen Gruß an Holly, ich bestelle mir demnächst mal Räucherfisch bei ihm). Der Kaufvertrag aus Italien (Porschehändler) und die Inspektionspapiere waren auch einigermaßen stimmig. Also kauften wir den Wagen. Ich habe die Laufleistung bis heute nicht nachprüfen lassen und Restzweifel bleiben.

 

Wir unterschrieben den Vertrag in einem dreckigen, extrem nach Nikotin stinkenden Büro. Einfach ekelig. (Sorry, aber Raucher gehen mir mehr und mehr auf den Keks).

 

Bereits mit Giovanni hatte ich abgeklärt, dass wir mit den Nummernschildern nach Hause fahren konnten. Wir brauchten also weder eine Anmeldung noch eine rote Nummer.

 

Nach Kaufabwicklung und Übernahme brachten wir den Z4 zur Sixt Agentur, die an der gleichen Straße, unweit des Autohandels auf dem Gelände einer heillos überlasteten BMW Niederlassung war. Meine Gute fuhr den BMW. Ich natürlich den Jaguar. Da auf dem Gelände kein freier Parkplatz vorhanden war, hielt ich mit dem XKR in einer der Fahrspuren. Keine Ahnung warum da, auf einem Samstagvormittag so viel los war.

 

Jedenfalls kam ich mir vor wie in der Damenabteilung eines Kaufhauses. Ich weiß nicht ob ihr das kennt? Aber egal wo du grade bist, immer muss eine Kundin oder Verkäuferin genau an den Kleiderständer oder an das Regal vor dem du grade stehst und wartest. Du bist also immer im Weg während deine Frau in aller Seelenruhe die gesamte Kollektion scannt und andere Männer zur Seite schiebt.

 

So ähnlich war es auch bei dem BMW Händler. Ich musste ständig mit meinem Wagen Platz machen, weil irgendjemand, irgendwo durchwollte. Mit dem großen Jag und ohne Übung gar nicht so einfach. Ich wollte ja nicht gleich eine Schramme riskieren. Nach etlichem Rangieren auf dem völlig zugeparktem Gelände gaben wir den BMW schließlich kollisionsfrei ab.

 

Den Rückweg planten wir schon vorab mit Zwischenübernachtung über Dresden. Das war zwar ein ziemlicher Umweg, aber eine gute Gelegenheit diese Stadt kennen zu lernen. Um die nächste Etappe zu planen, hielten wir in einer Seitenstraße.

 

Die dritte Überraschung war das Navi. Die CD war nur für Italien. Dresden war zwar wählbar, aber es gab nur das Zentrum zur Auswahl. Einzelne Straßen waren gar nicht enthalten. Später bemerkten wir, dass bei jeder Änderung der Strecke oder des Zieles, der Wagen angehalten werden muss, denn im Fahren ist das Navi aus Sicherheitsgründen nicht zu programmieren. Bei uns macht das sonst immer der Beifahrer. Außerdem, sobald die Zündung kurz aus ist, muss das Navi wieder manuell über mehrere Tastendrucke angeschaltet werden. Dazu ist die Darstellung grottig. Ich hatte schon mehrfach gelesen dass es schlecht sein soll. Aber dass es so schlecht ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Gut das wir das portable Nüvi360 dabei hatten (was aber auch nicht so pralle ist). Wir haben das Jaguar Navi seitdem nie wieder benutzt. Wie denn auch ohne richtige CD? Wenn also jemand oft in Italien ist und mit uns tauschen will, Navi gegen Rundinstrument, dann lasst es uns wissen. Wir könnten eventuell ins Geschäft kommen.

 

Die ersten Eindrücke vom Jaguar. Was für ein Unterschied zum BMW! Komfortabel, luxuriös, man fühlt sich sicher, Power satt, seidenweicher Motorlauf, viel Platz. Wir genossen den Weg über Dresden. Bei der langen Strecke aber mit geschlossenem Dach. Offen ist schön, aber nicht über hunderte von Kilometern. Kurze Überholmanöver mit Kick-Down. Geil. Genau das richtige Auto für uns. Schön, dass wir uns diesen kleinen Luxus leisten können.

 

Einmal hab ich richtig Gas gegeben. Auf einer langen, vierspurigen, leeren Geraden. Die war aber zu schnell zu Ende. Jedenfalls bei der Geschwindigkeit. Und da ich noch nicht so viel Erfahrung mit dem Wagen hatte und außerdem meine Frau neben mir saß, wollte ich nicht mit Vollgas in die Kurve schmirgeln. Muss ja auch nicht sein. Später hab ich im Streckenbericht des Nüvi 247km/h als Höchstgeschwindigkeit gefunden. Ich weiß bis heute nicht, ober der Begrenzer noch aktiv ist. Seit der Überführung sind wir fast nur offen gecruist bzw. im Ausland unterwegs gewesen.

 

Im Wagen war immer noch der penetrante Geruch des Wunderbaums. Aber das würde sich hoffentlich bald ändern.

 

Bei höheren Geschwindigkeiten spürte ich ein leichtes Zittern im Lenkrad. Die Reifen müssten ausgewuchtet werden. Außerdem, ab 110km/h auf der Beifahrerseite ein leichtes Klappern im Bereich des Scheibenwischers. Ansonsten war alles schön.

 

Während meine Holde fuhr, fand ich dann vor Dresden unter dem Beifahrersitz einen zweiten Wunderbaum (den Letzten). Bloß schnell weg damit. Danach wurde die Luft sofort besser.

 

Dresden war toll. Wir hatten im Motel One gebucht(69,00€ + Parkgebühren). Das liegt perfekt zentral. Früher haben wir bei solchen Aktionen immer günstige Pensionen gebucht. Seit einigen Jahren haben, nach meiner Erfahrung, die Budget Hotels die Pensionen aber gnadenlos abgehängt. Gleicher Preis, aber modern, funktionell, mit Tiefgarage, zentral und guter Service. Und vor allem wohnt man nicht in eigenartig geschnittenen Zimmern eines umgebauten Wohnhauses die mit einem Möbel Mix aus fünf Jahrzehnten eingerichtet sind. Wir besuchten die Hauptattraktionen.

 

Am Sonntagabend zuhause angekommen, wurde der Wagen erst einmal mit einer Flasche Schampus begossen. Und siehe da, meine Frau war inzwischen so begeistert von dem Wagen, dass sie vor Freude fast platzte und ihre zwei Freundinnen aus der Straße mit einlud das Auto zu begießen. Eine Freundin brachte auch ihren Mann mit. Der Mann der zweiten Freundin blieb natürlich zuhause. Der war wahrscheinlich neidisch und konnte sich nicht mit uns über unsere Anschaffung freuen. Aber wir kennen ihn ja und wissen Bescheid.

 

An unserem Haus haben wir nur einen Carport. So wurde der Jag ein paar Häuser weiter, in der angemieteten Garage untergebracht. Wenn ich mich auch nicht um Jahre jünger fühlte, so war es doch ein tolles Gefühl mit einem Supersportwagen in der Garage. Und das schönste ist, das Gefühl hält bis heute an.

 

Fortsetzung folgt…