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Blog vonzosis

23.07.2012 20:07    |    zosis zosis    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , , ,

Gleich im ersten Monat, nachdem ich den Wagen kaufte, und lange vor der Felgenstory, ließ ich eine Wartung machen. Im Bordbuch war der letzte Kundendienst zwar erst 7000 Km her. Aber der ehemalige Besitzer, hatte ihn in Italien machen lassen. OK, die können ein bisschen Fußball spielen. Aber mit Autos umgehen? Man weiß ja nie, und überhaupt, mein neuer Gebrauchter, vielleicht is ja was verstecktes... lieber Mal hinbringen. Ein Termin beim Freundlichen war schnell gemacht.

 

Bei der abschließenden Rechnung war ich angenehm überrascht. Die Kosten waren mit Brutto 303,50 €uro wirklich überschaubar. Inklusive 7,5 Liter Öl (95,10 €), Öl Filter + Dichtring (22,54 €), Wischergummis (24,10 €) und Scheibenwasch (6,05 €). Natürlich jeweils plus Märchensteuer.

 

Ein Sitzsteuermodul, dass unter dem Fahrersitz losgegangen war, was ich auch schon bemerkt hatte, hatten sie "Ohne Berechnung" wieder befestigt. Wow, kostenlos, so was gibt’s noch!

 

Einen Kostenvoranschlag für neue Bremsen haben sie auch gleich dazu gelegt. Schlappe 1213,81 €uro. Ups, ... später. Ich denke mal, der Wagen sagt selbstständig Bescheid, wenn es soweit ist.

 

Während der ersten Tage, bei einer Ausfahrt Richtung Küste, flog mir auf der Autobahn ein Stein in die Scheibe. Ein langer Sprung war das Ergebnis. Die Windschutzscheibe hatte schon vorher eine Macke. Das sah ich bereits beim Kauf und fand es nicht weiter tragisch. Nun musste sie aber ausgetauscht werden.

In den letzten Jahren, habe ich bereits einige Frontscheiben austauschen lassen. Komischerweise wurden es in den Jahren immer mehr Scheibendefekte. Entweder werden die Scheiben schlechter oder es ist einfach nur Pech. Es kann aber auch an dem immer dichter werdenden Verkehr liegen.

 

In Bremen kenne ich einen Fachmann, der den ganzen Tag nichts macht außer Glas. Der hat mir in den letzten Jahren alle Scheiben gemacht und ich war immer zufrieden. Nein, nicht C.....s. Keine Ahnung, warum ich die unseriös finde. Aber ich bin wohl nicht alleine, wenn ich hier im Forum so lese.

 

Auf mich wirken die immer wie Rentnerabzocker. "Sie können sofort einen Termin machen", so ihre Werbung. Ich denke, das ist genau das, worauf Rentner ansprechen. Ich kenne es von meiner Mama. Wenn die was hat sagt sie immer: "Ist nicht so dringend". Aber eigentlich will sie es noch am gleichen Tag gemacht haben. OK, wenn man über 80 ist, weiß man ja nie ob es morgen nicht schon zu spät ist. Und schließlich will man es ja alles immer "Schön in Ordnung" haben...

 

Meinen Glas-Mann angerufen, Termin gemacht, hingebracht…Fertig. 1037,62 €uro für die Versicherung. Plus 150 €uro Selbstbeteiligung. Und, es gibt es beim Abholen immer einen persönlichen Sofortrabatt.

 

Und dann war ja noch das Loch im Polster auf der Rückbank. In unserer Stadt gibt es einen Autopolsterer. Als ich bei ihm war, stand seine ganze Halle voller Oldtimer. Isettas, alte Mercedes Coupés und andere schicke Wagen. Er scheint in der Scene einen sehr, sehr guten Ruf zu haben. Oder ist das bei allen Autopolsterern so?

 

Unser Verhandlungsgespräch verlief gut. Nach einem kurzen Blick in den Innenraum bemerkte er so nebenbei, das wohl viel Kunstleder im Jaguar verarbeitet ist. So? Kunstleder? Ich dachte das ist alles Vollleder! Aber weit gefehlt. Sorry, aber ich kann den Unterschied nicht erkennen. Nennt sich wohl Teilleder Ausstattung. Ich kann wohl Bleche unerscheiden. Hab schließlich Schlosser gelernt. Sitzheizungen würde er auch einbauen. Da komme ich vielleicht später noch mal drauf zurück.

 

Er hat das Loch so repariert, dass man es nicht mehr sieht. Außerdem wurde der Fahrersitz an einer Stelle nachlackiert. Super Arbeit. 238 €uro. Dazu muss ich sagen, er hat es nicht selber gemacht. Er hat für diesen speziellen Fall immer einen Fachmann aus Bremen, der dies bei ihm im Haus im Auftrag macht.

 

Nach dem Umzug nach Südfrankreich ging es dann weiter.

 

Der im XK-R verbaute originale Schaltknauf, gefiel uns nie so richtig gut. Besonders meine Liebe fand in nicht sonderlich hübsch. Er passte nicht so richtig zum Armaturenbrett. Wie denken XK8 Fahrer eigentlich über diesen Knauf? Nach langen Vergleichen und Recherchen habe ich dann den Schaltknauf in Amerika bestellt. Er ist Custom Made und man kann seine eigenen Wünsche äußern. Saul Chaplin, von British Autowood in den U.S. ist sehr hilfreich und antwortet auf jede Mail. Bezahlung und Zusendung gingen relativ fix. Einziges Manko, man muss mit dem doppelten Preis rechnen. Zum Knauf für $89,95 USD kommen die Versandkosten von $38,00 USD (!). Und hier in Frankreich kamen auch noch eine Batzen Steuern (38 €uro) drauf.

 

Bei einer Ausfahrt zum Mittelmeer, meldete sich der Bordcomputer: "Kühlmittel niedrig". Sowas treibt mir immer sofort Adrenalin ins Blut. Ich fragte mich: "Ist er nur niedrig oder ist er zu niedrig? Muss ich sofort anhalten oder kann ich bis zum nächsten Rastplatz durch fahren? Kann ich einfach Wasser nachkippen?" Viele Fragen gehen einem durch den Kopf. Zum Glück hatte ich bereits einen Thread überflogen, der dieses Thema kurz anriss. Und ich wusste, der Sensor ist sehr sensibel. Ein Parkplatz war natürlich grade keiner in der Nähe. Wie immer wenn man einen braucht. Ich fuhr also weiter. Ungefähr zwei Kilometer vor dem nächsten Parkplatz verschwand die Warnung und ich fuhr am Parkplatz vorbei. Ungefähr drei Kilometer nach dem Rastplatz erschien die Meldung wieder. Auf dem nächsten Parkplatz hielt ich an und öffnete die Motorhaube. Ich drehte vorsichtig den Deckel des Ausgleichsbehälters. Is ja Druck drauf. Das war mir klar. Nun ging ich davon aus, dass der Druck durch langsames öffnen irgendwann mit einem zischenden Geräusch gefahrlos entweicht. Aber weit gefehlt. Plopp! Ich konnte den Deckel grade noch fest halten. Der Druck entwich in einem Schlag. Glücklicherweise ohne dass Flüssigkeit heraussprudelte. Sowas kann bei heißem Motor auch mal ins Auge gehen. Dazu stehen eigentlich genug Warnungen auf dem Deckel.

Im Ausgleichbehälter sah ich eine braune Soße die als Kühlflüssigkeit diente. Sie sah nicht sehr vertrauenserweckend aus. Da der Ausgleichsbehälter aber noch halb voll war, habe ich ihn wieder zugeschraubt und bin weiter gefahren.

 

Abends rief ich wieder meine kompetente, aus dem Felgenproblem bekannte, Jaguar Service-Hotline an. Nach Rücksprache mit seinem Kollegen im Büro, gab mir der Agent den Tipp einfach Wasser nachzufüllen.

 

Zum Glück hatte ich bereits einen Termin für eine weitere Wartung bei einem ortsansässigen, französischen Händler gemacht. Der alte Kundendienst war ja schon ein Jahr und ca. 8000 Km her. Bei der Abgabe bat ich ihm auch die Kühlflüssigkeit zu überprüfen.

 

Die Kosten der Kundendienstes belief sich auf 507,21 €uro. Bei einem Kontrollblick in den randvollen Ausgleichsbehälter spiegelte sich eine durchsichtige, grüne Flüssigkeit im Licht. "So mutt datt", dachte ich. Dann gab er mir noch den Rat, die Bremsen im nächsten Jahr anzugehen. OK, mach ich, wenn es soweit ist. Die Bremsen melden sich schon (das hoffe ich zumindest immer noch). Ansonsten fanden sie ein Leck im Luft-Einlasskühler. Und ein Leck im Klimasystem. Für den Lufteinlasskühler wollten sie bis zum Ende der Woche einen Kostenvoranschlag schicken. Das ist nun 2 Monate her. Nichts ist bisher angekommen.

 

Ich fahre den Wagen nur am Wochenende bei schönem Wetter. Und manchmal in der Woche nach Feierabend. Da kommen schnell mal ein paar Tage zusammen, wo der Wagen in der Garage steht. Da staubt er natürlich immer schnell ein. Um den Staub zu vermeiden, habe ich noch eine ältere, sehr leichte Hülle, die in Sekunden über den Wagen gezogen werden kann. Das hilft.

 

Nun bin ich aber bin auch oft am Mittelmeer und der Wagen steht draußen. Da es da oft windig ist (Cap d'Agde) und sehr staubt, wird der Wagen schnell dreckig. Und mit einem dreckigen Wagen will ich grad im Urlaub nicht fahren.

 

Dummerweise ist die leichte Hülle nicht Sturmfest. Und richtig regendicht ist sie auch nicht. Ich hatte es schon mal mit ihr versucht. Ber ihr wisst ja: Leopardenmuster. Bei normalem Wind ging es noch. Aber Flups, beim ersten richtigen Windstoß war sie beim Nachbarn. Auch Gummis halfen nicht. So kann ich sie eigentlich nur in der Garage nutzen.

 

Also habe ich auch hier viel recherchiert. Bis zu 400 €uro werden aufgerufen. Der von mir gewählte Verkäufer war sehr freundlich am Telefon. Nachdem ich mein Problem geschildert hatte, riet er mir zu einer Outdoor Plane für 99,90 €uro. Er hatte auch noch andere Planen im Angebot. Um Kosten zu sparen, wurde sie nach Deutschland geliefert. Beim nächsten Heimtrip brachte meine Liebe sie mit.

 

Ich stellte mir insgeheim vor: "Die Hülle schmiegt sich weich an die Konturen des Cabrios und erzeugt so einen erotischen Hauch von Verhüllung. Mehr Ahnung Verheißend als Wissen. Mit dem Leaper Logo auf der Haube macht diese Verpackung neugierig auf das zu enthüllende Objekt....".

 

Die Realität sah dann ganz anders aus. Nix von Erotik. Kein Logo. Die Standardplane passte vorn und hinten nicht und hing rundherum in Falten herunter.

 

Ich wieder ans Telefon. "Der letzte Kunde meinte, die XL wäre zu klein. Deshalb schicken wir jetzt immer eine XXL für den XK-R", war der Kommentar der Verkäufers. "Und klar, für den Preis gibt es keine Maßgeschneiderte Plane. Die ist für Standard-Limousinen und von der Stange".

 

Der Verkäufer war wirklich sehr nett, kooperativ und hilfsbereit. Wir einigten uns darauf, dass er uns eine XL kostenfrei nach Frankreich schickt. Die andere Plane schicken wir bei Gelegenheit zurück. Wird wohl September werden.

 

Die Plane kam innerhalb von vier Tagen, was bei unseren Erfahrungen mit der französischen Post sehr schnell ist. Sie passt jetzt besser. Aber wenn ich mir das armselige Häufchen anschaue, was da draußen vor dem Wohnwagen steht (wir sind grade wieder am Meer auf unserem Lieblingscampingplatz), dann glaube ich die nächst kleinere Plane wäre auch immer noch groß genug gewesen.

 

Das Material ist OK. Regen hat sie zwar noch nicht abbekommen (wir sind jetzt 14 Tage da), aber sie sieht aus, als würde sie dem wiederstehen.

 

Ich denke, es macht Sinn ein paar Euro mehr auszugeben und eine maßgeschneiderte Hülle zu nehmen.

 

Noch ein Wort zum Innenraum und dem Himmel: Bei der Übernahme waren Teile des Himmel ein wenig schmuddelig. Ich vermute, dass der Vorbesitzer nicht immer die Persenning montierte. Ist ja auch nervig.

 

Außerdem war der Teppich auf der Beifahrerseite fleckig. Und an einer Stelle klebte irgendwas Weißes. Vielleicht ein festgetretenes Kaugummi? Alles Saugen und Reiben half nichts.

 

Na jedenfalls hat mein Urlaubskumpel Micheal mir vor Jahren mal Jemako empfohlen. Nun bin ich bei solchen Mittelchen immer sehr skeptisch. Nachdem wir aber einen Fleck auf dem Teppich im Wohnwagen spurenfrei beseitigten, probierte ich dies auch im Jaguar aus. Mit dem Zitronenstein und dem zugehörigen, runden Pad waren die Flecken auf dem Teppich im Nu verschwunden. Unglaublich. Mit dieser Erfahrung habe ich mich dann auch irgendwann an den Himmel gewagt. In der Hoffnung das nicht ein fleckiger Himmel das Resultat ist. Aber auch hier war das Ergebnis Perfekt.

 

Fortsetzung folgt...


25.06.2012 22:33    |    zosis zosis    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , ,

Ein ganz eigens Thema. Und nicht wirklich lustig.

 

Ich hatte schon geschrieben, dass ich auf dem Weg von Dresden nach Hause eine leichte Unwucht in den Reifen spürte. Außerdem waren die Felgen von einigen Bordsteinremplern ziemlich angeknabbert. Dies ließ sich sicherlich leicht beheben - dachte ich.

 

Für die Felgenaufbereitung seines Z3 zahlte mein Kumpel pro Felge ungefähr 90 €uro. Dazu brauchten die Reifen nicht mal demontiert werden. Mit diesem Preisgedanken war ich bei verschiedenen Reifen- und Felgenservices. Aber natürlich, Jaguar hat eine Speziallackierung und keiner der Betriebe hätte es unter 150€uro pro Felge gemacht. Und die Reifen hätten vorher demontiert werden müssen. OK, das wollte ich mir dann vorerst sparen. Kann ja später noch. Also nur Auswuchten.

 

Ich fuhr zum Reifendienst um die Ecke.

 

Die vierte Überraschung: Drei der Felgen waren nicht mehr rund. Der Mechaniker rief mich in die Halle und zeigte es mir. Drei Mal Höhenschlag und bei einer Felge war eine richtige Kante an der Innenseite am Felgenhorn sichtbar. So ein Mist. Jetzt auch noch das.

 

Der Meister witterte gleich das große Geschäft: „Also Auswuchten geht nicht. Und hinbiegen ist verboten. Ich schaue, was wir für Felgen anbieten können“.

 

Aber Euromaster, zu dem der Betrieb gehörte, bietet für den alten XK-R keine Felge an. Er fand absolut nichts in seinem Sortiment.

 

Erst mal hatte ich keinen Plan. Jedenfalls ließ ich die Felgen einigermaßen wuchten und montieren (30 €uro) und bin vorsichtig nach Hause gefahren. Nun fühlte sich die Unwucht noch doller an als vorher.

 

Beim Jaguar- Händler hätten vier neue Felgen ca. 2200 €uro gekostet. Das war mir viel zu teuer. Bei der Menge Geld hätte meine Holde zu Recht gemeckert (Dafür bekommt man ja schon ein neues Sofa). Ich recherchierte viel im Internet. Fand aber nichts Brauchbares.

 

Irgendwann, fand ich dann Felgen bei Ebay. Double-Five. Eigentlich ganz schön. Mir gefielen sie jedenfalls. Und in der Anzeige stand: „Garantiert kein Höhenschlag“. Nun hat mein XK-R diese Brembo’s. Und das heißt, es passen nicht alle Felgen. Um ganz sicher zu gehen, schickte ich ein paar Anfragen an Experten über das Internet. Unter anderem auch an den Jaguar Kunden-Service. Die Experten waren unterschiedlicher Meinung. Aber der Jaguar-Service versicherte mir umgehend, dass die Felgen garantiert passen. Da es Original Jaguar Felgen waren, schickten sie mir sogar das Teilegutachten per Mail. Ich muss sagen, das war ein perfekter Service.

 

3,2,1, meins. Ich hatte sie. Für 382 €uro. Der Artikelstandort war Wuppertal. Nur zum Abholen.

 

Wir also am Sonntagmorgen die 260 Kilometer nach Wuppertal. Die Felgen waren viel mehr angeknabbert als auf den Ebay-Bildern ersichtlich war. Okay, angeknabbert stand ja auch in der Anzeige. Bilder lügen. Deshalb auch nur Selbstabholung. Ferit, der Verkäufer, versicherte uns noch mal, dass die Felgen OK sind. Kein Höhenschlag. Falls doch was sein sollte, würde er sie von einer Spedition wieder abholen lassen.

 

Mit den Felgen im Gepäck ging es dann zurück. Wir nutzten noch die Gelegenheit und fuhren über Düsseldorf und aßen beim Gosch am Rheinufer zu Mittag, was ich jedem unbedingt empfehlen kann. Es war lecker, für diesen explizierten Platz einigermaßen günstig und doch reichlich. Ich hatte Nudeln mit Flusskrebsen (hoffentlich nicht aus dem Rhein).

 

Ihr ahnt was dann kam. In der nächsten Woche bemerkte der Reifenservice sofort, dass zwei der Felgen sehr wohl einen Höhenschlag hatten. Zwar war keine Kerbe im Felgenhorn wie bei meinen alten Felgen, aber die Höhenschläge waren unübersehbar. Insgesamt waren diese Felgen aber besser wie die Alten. Deshalb habe ich alle vier Reifen aufziehen lassen.

 

Bei der Montage am Fahrzeug dann das große Staunen. Die Felgen passten nicht. Die Bremssättel waren definitiv im Wege. Ich war völlig bedient. Wieder alles zurückmontieren. Was blieb mir sonst übrig? Und wieder 60 €uro Montagekosten.

 

Was machen? Weiter verkaufen wollte ich die Felgen nicht. Mit dem Höhenschlag, den ich bei einem Verkauf sehr wohl angegeben hätte, würde ich nie meinen Kaufpreis zurück bekommen. Wenn sie überhaupt jemand gekauft hätte. So rief ich den Verkäufer an. Der wollte erst mal nicht reagieren. Er meinte, die Felgen wären in Ordnung. Er wäre nur Vermittler und der Besitzer hätte gesagt alles ist OK. Nach langen verhandeln und mehrfachen anrufen willigte er schließlich ein, die Felgen zurückzunehmen. Ich habe noch nie gerichtlich geklagt. Aber da hätte ich es wahrscheinlich gemacht.

 

Wir waren inzwischen nach Süd-Frankreich umgezogen. Inklusive Jaguar.

 

Die Spedition, die Ferit so groß angekündigt hatte, konnte die Felgen natürlich nicht abholen. Im Gegenteil. Meine Holde, die kurz noch mal in Deutschland war, musste die Felgen verpacken und zur Post bringen. Habt ihr schon mal so große Felgen verpackt? Passende Kartons sind schwer zu bekommen. Beim Reifenservice rückten sie jedenfalls keine raus. Angeblich alle grade entsorgt. Na klar, die denken an Konkurrenz aus dem Internet. Kann ich denen nicht verübeln. Schließlich hat sie vier übrig gebliebene Umzugskartons geopfert.

 

Und sie musste die Felgen gleich zwei Mal verpacken. Beim ersten Mal hatte sie die Felgen sechseckig verpackt (hatte ich ihr natürlich empfohlen). Diese Form hat die Post aber nicht genommen. Dann noch mal rechteckig. Machte über 60 €uro Versandkosten.

 

Nach ewiger Zeit und vielen Mahnungen und Ultimaten kam dann das Geld zurück. Ich hatte dem Verkäufer weder Fahrtkosten noch Montagekosten in Rechnung gestellt. Nur den Kaufpreis und die Versandkosten. Ich fand das fair. Aber auf die Kosten für Verpackung und Versand warte ich noch heute. Die hat er einfach nicht überwiesen. Er war irgendwann auch nicht mehr erreichbar. Ich habe dann aufgegeben. Jedenfalls war dieses Geschäft das letzte, was ich mit einer bestimmten Sorte von Migranten gemacht habe. Sorry, aber die kommen bei mir jetzt alle in Sippenhaft. Ich habe keinen Bock mehr mich von denen verarschen zu lassen. Nie wieder: „Was ist letzte Preis“ oder „Sähr gute Angebot“ und auch nicht „Garantiert alles in Ordnung“. Dann verzichte ich lieber.

 

Ich verstehe dieses Geschäftsgebaren aber auch nicht. Warum muss immer um jeden Euro gefeilscht werden? Warum wollen die einen immer über den Tisch ziehen? Warum geht alles immer nur mit Drohungen? Ich kenne dies von deutschen Verkäufern so nicht.

 

Nicht das ich rassistisch bin. Ich wohne schließlich in Frankreich, leite ein tolles internationales Team und habe viele nichtdeutsche Freunde. Ich liebe dieses Multikulti und kann gar nicht genug davon bekommen. Idioten gibt es schließlich in jedem Land. Aber diese arabische Autohändler Mentalität kotzt mich an.

 

Parallel, in unserem Sommerurlaub auf dem Campingplatz nahm ich Verhandlungen mit dem Jaguar-Service auf und schilderte „Unser gemeinsames Problem“. Sie hatten mir schließlich garantiert, dass die Felgen passten. Nach einigem Hin und Her einigten wir uns auf eine Kulanzzahlung. Einzureichen über meinen Jaguar-Händler.

 

Und hier zeigte sich die Mentalität, die ich schätze. Innerhalb von zwei Wochen bekam ich freiwillig 700 €uro erstattet (!). Das deckte die Montagekosten, die Fahrtkosten, die Verpackungs- und die Versandkosten und den Ärger mehr als reichlich ab. Zusätzlich erhielt ich noch ein Angebot für vier Felgen zum Selbstkostenpreis von 2000 €uro. Das war mir immer noch zu teuer aber fair.

 

Im Urlaub hatte ich schon Kontakt mit der Felgenklinik Mertens in Mönchengladbach aufgenommen. Die Kritiken im Internet waren durchweg positiv. Ein Versuch war es wert. Richten und lackieren. Wir machten einen Termin. Im Oktober mussten wir sowieso nach Deutschland, da war ein großes Familientreffen geplant. Auf der Fahrt dorthin konnten wir die Felgen vorbeibringen und somit hunderte €uros an Versandkosten sparen.

 

Vor der Heimreise mussten die Reifen abgebaut werden. Dazu nahm ich das Bordwerkzeug aus dem Kofferraum und begann die Radmuttern zu lösen. Die erste Mutter war ohne großen Kraftaufwand zu drehen. Dachte ich.... Bis mir auffiel, dass nicht die Mutter sich löste, sondern der Radmuttern-Schlüssel sich zerschälte. Wirklich, ohne Scheiß, das Ding zerbretzelte komplett ohne großen Kraftaufwand bei der ersten Mutter. Da wir den nächsten Tag fahren wollten, musste ich erst unterwegs und ein Mutternkreuz kaufen. Damit ging es dann aber problemlos. Wir bockten den Jaguar mit den Wagenheber auf und stellten ihn auf Stützen. So ohne Reifen sah der Wagen aus als schwebte er. Und er sah irgendwie erbärmlich aus. "So what", es sollte ja bald besser werden. Der Wagenheber kam bei der Aktion auch an seine Grenzen. Die vierte Felge fuhr nur unter erhöhter Kraftanstrengung nach oben. Also war der Heber auch am Ende. An der Quali des Werkzeuges kann wirklich noch gearbeitet werden. Oder ist das Werkzeug nur Zierde und ein Jaguar Fahrer wechselt nicht selber die Reifen und ruft gleich einen Service an?

 

Stellt euch vor wenn du nachts im Winter auf einer abgelegenen Straße eine Reifenpanne hast. Und dann kein Handyempfang... na Mahlzeit!

 

Anschließend ließ ich die Reifen bei einem lokalen Service, bei „Martignon Pneu“, demontieren. Ich wollte ja nur die Felgen mitnehmen.

 

Auf der Heimfahrt machten wir Station in Orléans und genossen den heißen Freitagabend in der wuseligen Innenstadt beim Abendessen im Freien. Sehr, sehr schön und unglaublich romantisch.

 

Am Samstagmittag brachten wir die Felgen zur Klinik in Mönchengladbach. Es war schon nach Feierabend aber wir hatten einen Spezialtermin denn ein Mitarbeiter wollte extra für uns kommen und sie in Empfang nehmen. Aber, der Chef war zufällig selber da, denn er hatte sich grade eine gebrauchte S-Klasse geschossen und fuhr hinter uns auf den Hof. So konnte der Mitarbeiter zuhause bleiben. Obwohl sie angeblich "Sehr viel zu tun" hatten, sicherte der Chef mir zu, die Felgen in gut einer Woche fertig zu haben.

 

Unser Familientreffen im Harz war super. Am Montag, eine Woche später auf der Fahrt zurück, machten wir wieder kurz halt. Wir konnten die frisch gerichteten und lackierten Felgen tatsächlich wieder in Empfang nehmen. Der Preis von 1059 €uro war zwar happig, aber eben nur die Hälfte des Kaufpreises neuer Felgen. Sie waren sehr gut aufbereitet und wir waren zufrieden.

 

Auf einer Hebebühne wurde die S-Klasse grade von drei Gesellen bearbeitet. Klar, das hatte natürlich höchste Prio. Obwohl so "Viel zu tun" war!

 

Wir fuhren in einem Rutsch durch. Unser Wagen war bis unter das Dach voll. Wir hatten natürlich noch viele andere Sachen mitgenommen, die "UNS" im Süden noch fehlten. Ich spare mir hier mal die Aufzählung.

 

In Südfrankreich wurden die Reifen von "Martignon Pneu" wieder montiert (Gesamtkosten 68 €uro für beide Aktionen) und ich war glücklich.

 

Und ein neuwertiges Set Bordwerkzeuge ersteigerte ich auch inzwischen für 10,51 €uro + Versand. Das liegt zwar noch in Deutschland und ich habe es noch nicht gesehen. Aber bei der nächsten Heimfahrt nehme ich es mit. Hoffentlich hält dies ein wenig besser.

 

Fortsetzung folgt...


10.06.2012 16:39    |    zosis zosis    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , ,

Die Anmeldung und ein paar Reparaturen standen also an. Außerdem sollte der Wagen ein wenig aufbereitet werden.

 

Das Internet half mir schnell eine günstige Versicherung zu finden:

- Haben sie schon einen Zweitwagen? „Yep“

- Wie viele Kilometer im Jahr? „Na, so 8000“

- Garage? „Jetzt, ja“

 

Macht 223 €uro Jahresbeitrag für Haftpflicht und Kasko bei 150€ Selbstbeteiligung. Dazu noch 283 €uro Jahressteuer. Super, ich hatte mit erheblich mehr gerechnet.

 

Auf der Anmeldestelle, nahm ich als Überraschung für meine Frau ihre Initialen und ihr Geburtsdatum für das Nummernschild. Nun war es endgültig auch „Ihr“ Auto. Sie freute sich und ich hatte alles richtig gemacht. Mir gefällt es sehr gut, wenn sie mit ihren blonden Haaren in dem offenen schwarzen Auto unterwegs ist.

 

Nur so am Rande, mir ist aufgefallen, dass Frauen einen Autobonus haben! Ich habe festgestellt, dass prozentual viel mehr hübsche Frauen in Autos unterwegs sind, als es außerhalb der Fahrzeuge der Fall ist. Liegt es daran, dass man nur den Kopf sieht? Aber wahrscheinlich haben Frauen den gleichen Eindruck auch von uns Männern. Im Auto kann man schließlich unsere Bäuche nicht sehen.

 

Wochen später kontaktierte mich die neue Jag-Versicherung. Sie hätten von der vorigen Versicherung immer noch keine Abmeldebestätigung bekommen. Na klar, den anderen Zweitwagen hatte ich ja auch nicht vor abzumelden. Ich wusste nicht, dass das eine Bedingung war. So hatte ich die Fragen im Internet auch nicht verstanden.

 

Da der Jag günstig bleiben sollte, wies ich die bestehende Zweitwagen-Versicherung an, die Prozente an die Jag-Versicherung zu übertragen. Zusätzlich sollten sie mir ein Angebot machen um den Fiesta neu bei Ihnen zu versichern.

 

„Gerne“, sagte mir die nette Dame von der Hotline. „Wir übertragen ihre Prozente an den neuen Versicherer und lassen ihren Vertrag mit den gleichen Konditionen vorerst bis zum Jahresende weiter laufen. Danach bekommen sie ein angepasstes Angebot.“

 

Auf das Angebot warte ich glücklicherweise bis heute denn im neuen Jahr lief der Vertrag so weiter. Nun habe ich drei Autos für 30% laufen.

 

In der folgenden Woche fiel mir auf, dass der rechte Scheinwerfer nicht richtig leuchtete. Also rief ich Samstag beim Freundlichen an, ob sie die richtige Xenon Lampe vorrätig haben. „Selbstverständlich, alles vorrätig“.

 

Von wegen. Als wir bei der Teileausgabe waren, hatten sie die Spezial-Xenon-Lampe natürlich nicht da. Als fadenscheinige Ausrede wurde uns dann gesagt: „Die gehen eigentlich nie kaputt. Und wenn, kann das auch das Steuergerät sein. Das sollten wir vorher durchmessen. Aber heute ist Samstag und keiner in der Werkstatt.“

 

Na gut, also hab ich meine Frau in der folgenden Woche für die Messung losgeschickt.

 

Die vierte Überraschung: Das Steuergerät war tatsächlich im Eimer. Die Aussage war also nicht fadenscheinig sondern goldrichtig. OK, der erste Pluspunkt für die Werkstatt.

 

Das Problem: Steuergeräte gibt es nicht einzeln beim Jag-Händler. Es müsste der gesamte Scheinwerfer ausgetauscht werden. Ich glaube mich zu erinnern, dass der Kostenvoranschlag deutlich über 1000 € für einen neuen Scheinwerfer plus Einbau lag.

 

Bei der Übergabe hatte ich die Beleuchtung nicht einzeln getestet. Vielleicht sollte ich beim nächsten Autokauf eine Checkliste mitnehmen. Zum Glück hatte mir Giovannis Kompagnon aber viele Papiere mitgegeben. Das war bestimmt nicht so vorgesehen. An eins der Papiere erinnerte ich mich recht schnell. Es war ein kürzlich erstellter Tüv-Bericht, der den defekten rechten Scheinwerfer bemängelte. Deshalb keine Plakette. Ein bestandener Tüv-Bericht war nicht bei den Papieren. Trotzdem hatte der Wagen Tüv bekommen. Wie kommt er dann an die Plakette? Ein Schelm der böses dabei denkt.

 

Also Giovanni angerufen. Viel Bla Bla. Erst wollte er sich rausreden. Aber, ich hatte den Tüv Bericht. Wir einigten uns schließlich. Er schickt mir einen Scheinwerfer, ich bezahle den Einbau.

 

Nach einer Woche kam der Scheinwerfer. Aber leider nicht passend, denn er hatte einen Gebrauchten für den neuen XKR über Ebay ersteigert. Diese sind komischerweise günstiger als die für die alten Modelle. Aber, was nützt günstig wenn er nicht passt?

 

Wieder viel telefoniert. Meine Anrufe erreichten ihn fast täglich. Irgendwann hatte er keine Lust mehr sich drum zu kümmern und wollte mir 550 €uro überweisen. Dann, Wochen später überwies er mir 500 Euro. Aber ich war ja froh, dass es weiterging. Ich habe selber einen gebrauchten Scheinwerfer besorgt (478,75 €) und nur das Steuergerät von einem Autoelektriker umbauen lassen (61,88€).

 

Und hier mein Angebot. Falls jemand günstig einen rechten Xenon-Scheinwerfer braucht (Beifahrerseite). Ich hätte da noch einen. Aber ohne Steuergerät.

 

Parallel habe ich viel gegoogelt und schließlich, aber leider zu spät, einen Anbieter für Xenon-Steuergeräte in Amerika ausgemacht. Ich machte ein Foto vom Steuergerät und sie bestätigten per Mail das sie dies Gerät haben und mir zuschicken könnten. Das dauerte insgesamt einige Tage aber da hatte ich den Scheinwerfer schon bestellt.

 

Hier der Link: www.oemxenonpart.com. 215 US Dollar frei Haus (ca.173€). Wahrscheinlich plus deutschem Zoll.

 

Zwischenzeitlich waren die Verschönerungsaktionen bereits im vollen Gange. Die kleinen Dellen sollten ausgebeult werden. Dafür fand ich einen Beulendoktor in unserer Stadt über das Internet. Mein Kumpel mit dem Z3 hatte auch diesen Beulendoktor in Anspruch genommen, wie sich später herausstellte.

 

Aber wie es so ist. Ich hatte drei Beulen gesehen. Der Beulendoktor fand 10. Er ist ja auch Fachmann. Zusätzlich sollte er den ganzen Wagen polieren denn der Lack war von den vielen kleinen Kratzern etwas stumpf. Ich vermutete Waschanlage. Und an einer Stelle, vorne links am Kotflügel, war ein sehr tiefer Kratzer. Der musste nachlackiert werden. Einen Kostenvoranschlag wollte er mir nicht so richtig geben. „Das kommt halt drauf an, wie viel Arbeitsstunden zusammenkommen“, sagte er. Letztendlich hat es happige 696,15€uro gekostet, natürlich an der oberen Skala seiner Schätzung. Außerdem meinte er noch, dass der Lack ziemlich weich ist. So was hatte er bisher selten gesehen. Aber das Ergebnis war in Ordnung. Keine Hologramme.

 

Kleine Episode am Rande. In unserer Stadt gibt es einen weiteren Lack-Aufbereiter der mir wärmstens von einem Kollegen empfohlen wurde. Nun stehe ich nicht so auf Schnacker, die einem gleichzeitig alles Mögliche verkaufen wollen und nur das Beste für mich wollen wie z.B. Nanoversiegelungen und andere Zeiterscheinungen. Wir wurden jedenfalls nicht handelseinig.

 

Aber, um zu diesem Lack-Aufbereiter zu kommen, muss man über das Betriebsgelände eines Porschehändlers fahren. Auf der Rück-Tour hielt ich kurzentschlossen an um mir den neuen Panamera anzuschauen. Ich parkte den Jag und betrat den Ausstellungsraum. Quer auf der anderen Seite der Ausstellung saß ein Verkäufer, der an seinem Schreibtisch ein Pärchen am Wickel hatte

 

„Guten Tag, ich komme gleich zu Ihnen“, rief er mir aufgeregt von weitem zu.

 

Wow, das war mir noch nie in einem Autohaus passiert. Normalerweise herrscht Desinteresse am Kunden. Lag das am Jag, den er durch die Scheibe gesehen hatte? Ich war hier in der Vergangenheit auch schon mal mit einer neuen R-Klasse vorgefahren und keinen hatte es interessiert. Dies war eine völlig neue Erfahrung. Kleider machen Leute. Ich muss das demnächst unbedingt bei BMW, Mercedes und all den anderen Autohäusern probieren.

 

Ich schaute mir kurz den Panamera an und wollte zwei Minuten später den Verkaufsraum schon wieder verlassen. Da stand er schon neben mir. Wie er das Pärchen so schnell abfertigte blieb mir ein Rätsel. Die waren wie vom Erdboden verschluckt.

 

Verkäufer: „Kann ich ihnen helfen?“

 

Ich: „Nö, ich hab nur geschaut. Ich habe einen großen Mercedes für den Komfort und einen Jag für den Spaß. Mehr brauche ich nicht“

 

Verkäufer: „Da sind sie bei uns aber genau an der richtigen Stelle. Sie müssen unbedingt den Panamera zur Probe fahren. Der ist sportlich und Komfortabel“

 

Ich: „Ach, wissen sie, ich bin ganz zufrieden. Ich habe kein Interesse. Und außerdem kann man in einer halben Stunde Probefahrt sowieso nicht den Charakter eines Fahrzeugs erkunden.“

 

Nun hatte ich wohl seinen Verkäuferinstinkt geweckt.

 

Was soll ich sagen, er bot mir den Panamera mit dem 250PS Motor für das Wochenende an. Bevor ich den armen Verkäufer in eine Glaubenskrise stürzte, sagte ich lieber zu.

 

Ein Wochenende später hatten wir dann einen Mercedes, einen Jaguar und einen Porsche im Fuhrpark. Ach ja, und natürlich unseren Fiesta. Für eine geplante Shopping Tour nach Bremen hatten wir also ein richtiges Luxusproblem. Welches Auto sollen wir nehmen? Na klar, natürlich nahmen wir den Panamera. Der ging ja als erstes wieder weg. Und der entpuppte sich auch wieder als so ein Hingucker.

 

Unsere Kinder, die schon mit dem Jaguar haderten, erklärten uns nun vollends für verrückt. „Ob bei uns der Reichtum ausgebrochen ist“, wollten sie wissen. Das Gleiche werden unsere Nachbarn gedacht haben. Und unsere Verwandten, die wir auf einer Konfirmation am Sonntag trafen.

 

Hier meine Bewertung der drei Fahrzeuge:

- Der W211/E-220CDI ist extrem komfortabel, alltagstauglich, robust und wendig. Und er hat einen völlig ausreichenden, sparsamen Motor. Der beste Wagen, den ich bisher gefahren bin. (Siehe mein Fahrzeug Profil)

- Der Jag ist ein kraftvoller und komfortabler Supersportwagen, mehr braucht man nicht sagen. Alltagstauglich, sparsam und wendig braucht er nicht sein. Aber es macht unheimlich Laune.

- Der Porsche ist beides nur halb. Nicht Fisch nicht Fleisch, wie man so schön sagt. Eigentlich braucht den niemand. Jedenfalls ich nicht.

 

Fortsetzung folgt….


02.06.2012 15:24    |    zosis zosis    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: , , , , , ,

Ich: „Wie wär es denn mit einem Sportwagen?“

 

Meine Frau schaute mich verwundert an.

 

Ich: „Schau mal, so ein Jaguar XKR. Die sind gar nicht mehr so teuer, wenn sie ein paar Jahre alt sind!“

 

Sie mit Stirnrunzeln: „Du spinnst ja“. Und die Diskussion war erst mal beendet.

 

Ich bin nun Mitte 50. Unsere Familie ist intakt und gesund. Hab unsere Finanzen einigermaßen im Griff. Die Kinder sind auf dem Sprung aus dem Haus (hoffentlich) aber unglücklicherweise schlägt nun unerbittlich die Midlife Crisis zu. Der Bauch wird dicker, die Potenz lässt nach, die Wehwehchen nehmen zu. Also, quasi als erste Maßnahme, hab ich mir die Haare ein wenig länger wachsen lassen. Nicht zu viel, aber doch schon ordentlich (Ja, da sind noch genug und nur gaaanz wenig Graue). Damit sehe ich mindestens um 2 Jahre jünger aus.

 

Und so ein Sportwagen könnte auch ein wenig helfen. Nicht um jünger auszusehen, aber um sich jünger zu fühlen.

 

In Motortalk wurde ich ursprünglich auf den XKR aufmerksam. Beim Suchen nach einem anderen Thema, fand ich einen Artikel, wo ein User sein Coupé verkaufen wollte. Die Kommentare der anderen User machten mich neugierig: „Mach das nicht. Das wird mal ein Klassiker. Die Qualität des Wagens ist ungewöhnlich hoch“.

Sofort hab ich den Wagen gegoogelt denn ich hatte ihn vorher noch nie bewusst gesehen. Jaguars gefielen mir zwar schon immer gut. Ach wenn ich die Geschichte und die Baureihen nie verfolgt habe. Jedenfalls hatte ich mich direkt verliebt.

 

Wie man solch ein Thema zuhause aufbaut hab ich von meiner Frau gelernt.

Phase 1 - Erst nur ein oder zwei Sätze als Vorbereitung. Quasi der Opener damit das Thema schon mal im Kopf ist.

Phase 2 - Ein paar Tage später, bei der richtigen Gelegenheit mit neuen Argumenten erneut ansprechen.

Phase 3 – Prospekte oder andere visuelle Reize.

Phase 4 - Ein Besuch im Fachgeschäft. Natürlich ohne irgendeine Absichten. Nur einfach schauen. Voms. Und schon ist es passiert. Du befindest dich mitten in...

Phase 5 - Einer Diskussion ob das Sofa ins Wohnzimmer passt oder nicht.

 

Beim nächsten Kartenabend mit einem befreundeten Pärchen startete ich Phase 2, das Thema erneut ansprechen. Mein Vorteil: Die hatten sich ein Jahr zuvor ein Z3 Cabrio gekauft und schwärmten von ihrem Wagen… Also hatte ich Verbündete.

 

„Wir brauchen keinen Sportwagen“, womit sie Recht hatte. „Wenn schon überhaupt, dann eher ein Cabrio“.

 

Ha, jetzt hatte ich sie: „Den gibt es, glaube ich, auch als Cabrio. Ich schau morgen mal nach“.

 

Phase 3. Den nächsten Tag hab ich recherchiert und meiner Frau und den Kindern den alten und neuen XKR im Internet gezeigt. Die einhellige Meinung meiner Familie: Der alte ist hässlich. Den Neuen fanden sie einigermaßen, was mir aber überhaupt nicht in den Kram passte.

Die nächste Phase zu starten war nicht einfach, denn der XKR ist ein Exot und nicht leicht zu finden in der Umgebung. Nach einigen Wochen und gefühlten Jahren machte ich einen XK8 in der Nähe aus. Recht Günstig. Deutlich unter 10.000€. In Racing Green. Mit vielen Kilometern.

 

Am Samstag leitete ich Phase 4 beim Frühstück ein.

 

“Ich will nach Autohaus Meier fahren“, sagte ich völlig desinteressiert.

 

Sie: „Was willst du da denn?“

 

Ich: „Nur mal schauen. Da steht ein XK8. Ich weiß gar nicht, wie der in Natura aussieht. Eventuell gefällt der mir ja gar nicht.“

 

Irgendwo alleine hinfahren und was anschauen hab ich schon ewig nicht mehr gemacht. Denn meine Frau will immer mitfahren. Sie liebt es. Und darauf spekulierte ich. Und so war es natürlich auch heute: „Ich komme mit“, sagte sie sofort. Also, ab ins Fachgeschäft. Und ohne irgendeine Absichten.

 

Vor Ort entpuppte sich der 98er XK8 als ziemlich verwarzter US-Import. Der Wagen war noch nicht aufbereitet. Dreckig. Der Himmel hing runter. Das Fenster schloss nicht richtig. Das Radio hing raus und die vielen Kilometer entpuppten sich als viele Meilen.

 

Ihr Gesicht zeigte Skepsis. „Nee, gefällt mir in Natura auch nicht“, sagte sie.

 

Trotzdem eine Probefahrt. Ich wollte den Wagen wenigstens mal Probe fahren. Es war sonnig aber kalt. Das Verdeck runter. Wie macht man das? Ging dann aber Problemlos. Der Motor hörte sich ungesund an, weil irgendwo, irgendetwas schliff. Die Beschleunigung war schon enorm. Wir sind nur unseren W211er gewohnt und der Jaguar ging schon erheblich besser. Nach einigen Kilometern, bemerkte ich doch das erste Lächeln auf ihrem Gesicht.

Da ein Parkplatz. Ich hielt an und wir schauten uns den Jaguar genauer an. Der Kofferraum gefiel ihr gut: „Da ist ja richtig Platz drin“. Auch die rundliche Form fand sie nun schöner. Der Motor. Die Sitze. Danach die Rückfahrt.

 

Ich: „Du fährst".

 

Sie: „Nö…, oder…, warum nicht“.

 

Sie ist eine gute Fahrerin und auf langen Strecken wechseln wir uns immer alle zwei Stunden ab. Egal wohin es geht.

 

Sie stellte den Sitz ein, startete den Motor, gab Gas und der Wagen machte einen Sprung.

 

„Ups“, machte sie.

 

Ich: „Das sind halt 284PS“.

 

Zurück beim Autohaus erklärten wir dem Besitzer, dass der Wagen nicht unseren Erwartungen entspricht. Er konnte es gut nachvollziehen. Angeblich hatte ein Mitarbeiter den Wagen voreilig ins Internet gestellt. Wir schauten noch in seiner Ausstellung. Danach zeigte er uns noch einige andere, nicht aufbereitete Wagen in einer angrenzenden Halle. Darunter auch einige schöne Mercedes Cabrios. Aber, Mercedes fährt ja jeder und wir hatten ja auch schon einen. Auch ein gebrauchter Maybach stand da in einer dunklen Ecke der Halle. Den haben wir uns natürlich auch angesehen und probegesessen. Komisches Auto! Der Autohaus Besitzer meinte, dass der wohl in den nahen Osten geht.

 

Auf der Rückfahrt kam Phase 5 dann ganz automatisch. Wir diskutierten das für und wider. Eine freie Garage bei den Nachbarn zum Unterstellen war vorhanden. Der Preis dieser Modelle könnte sich auf einem Tiefpunkt befinden. Das bedeutet, zwei Jahre fahren und danach fast für den gleichen Preis wieder verkaufen. Ein beruflicher Umzug nach Südfrankreich stand bevor und da ist die Schönwetterphase bekanntlich wesentlich länger. Zurück zu Hause bekam ich dann den offiziellen Auftrag nach einem schöneren XK Cabrio zu suchen.

 

Bei Mobile und Autoscout viel angeschaut. Entweder falsches Baujahr, oder komische Lederfarbe, Rechtslenker… die Auswahl war nicht groß.

 

Diese Wagen schaute ich mir vor Ort an:

- Ein blauer 2001er XK8 als US Import mit 80.000 Meilen. Nicht schlecht, aber kein XKR und falsches Baujahr. Und kein Navi (was meine Frau wollte).

- Ein schwarzer XKR. Laut Prospekt genau der Richtige. Aber der Wagen stank schon von Außen nach Nikotin. Stand natürlich nicht in der Anzeige. Ich hab mich nicht einmal hineingesetzt.

- Zwei XKR in Hamburg. Auch teils Nikotin geplagt und US-Importe.

 

Dann ein Angebot in München. 2004er XKR, 40.000 Kilometer, Schwarz, innen helles Leder, Navi. Eigentlich passte alles. Nur keine Sitzheizung. Der Verkäufer hatte italienischer Wurzeln. Das schreckte mich anfangs ab. Aber, warum nicht…

 

Ich nahm donnerstags Kontakt auf und wir verabredeten uns Montagnachmittag zur Probefahrt am Flughafen. Ich organisierte mir eine Dienstreise mit Zwischenstopp in München (siehe: Mr. Bingham sammelt Meilen). Ich musste sowieso noch in Toulouse einen Workshop organisieren. Und der Direktflug war glücklicherweise schon ausgebucht?.

 

„Isse schöne Waagen“. Giovanni der Verkäufer hatte einen unüberhörbaren Akzent. „Ische verkaufe, weile meine Sohne hinten nicht sitzen kann. Selbst importierte aus Italia. Hat mich Jaguar schone angerufen. Wollen auch kaufen. Ist sähr gute Angebote.“

 

So so, Jaguar hat angerufen. Wer es glaubt.

 

Der Wagen sah gut aus. Umzu zwar einige Kratzer und ein paar Dellen, der Lack ein wenig stumpf. Das lässt sich alles machen. Ich machte eine Probefahrt und, ja klar: „Der war es.“

 

Wir wurden uns handelseinig. Ich zahlte 500€ Anzahlung, bekam einen Schlüssel, eine Quittung und wir verabredeten uns für das nächste Wochenende in München.

 

Fortsetzung folgt……