Umwelt und Soziales

In dem Blog werden interessante Themen behandelt die mit Umwelt und Sozialpolitik zu tun haben.

25.11.2009 12:41    |    Ralfo1704 Ralfo1704    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , , , , , ,

Klimastudie der Allianz und des WWF warnt

 

Küstenstädte: Vermögenswerte von über 28 Billionen US-Dollar gefährdet / Indien: über 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung betroffen / Versicherer und Investoren müssen jetzt reagieren

 

 

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> Allianz und WWF Tipping Points Report (pdf, 1 MB - nur englisch)

Der Klimawandel wird nicht langsam und stetig verlaufen und nicht erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts seine dramatischen Folgen zeigen. Einzelne Klimaphänomene werden in zahlreichen Regionen bereits vor 2050 einen Punkt überschreiten, ab dem sie unumkehrbar sein und den weiteren Wandel noch zusätzlich verstärken werden.

 

Zu diesen sogenannten "Tipping Points" (Kipp-Punkten) zählen die Eisschmelze an den Polen, die Trockenheit in Kalifornien, die Veränderungen des Sommermonsuns in Indien und das Waldsterben am Amazonas. Über eine Milliarde Menschen und ihre Vermögenswerte werden davon unmittelbar betroffen sein. Die Studie "Tipping Points" des Finanzdienstleisters Allianz SE und der Umweltstiftung WWF zeigt unmittelbar vor den Klimaverhandlungen in Kopenhagen die schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf.

 

Küstenstädte: Über 28 Billionen US-Dollar gefährdet

 

Das Abschmelzen der Polkappen könnte bereits vor 2050 zu einem Meeresspiegelanstieg von einem halben Meter führen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass dies in den 136 Küstenstädten mit mehr als einer Millionen Einwohner Vermögenswerte von über 28 Billionen US-Dollar gefährdet. Allein an der Nordostküste der USA steigen die dadurch gefährdeten Werte bis 2050 von heute 1,35 auf 7,4 Billionen US-Dollar an.

 

Küstenregionen sind stärker von diesen Folgen des Klimawandels betroffen, weil hier Stürme und Fluten gleichzeitig verheerende Auswirkungen haben können, wie der Hurrikan Katrina 2005 in New Orleans zeigte. Die Studie schätzt, dass im Großraum New York die Schäden eines Hurrikans der Stärke vier heute bei einer Billion US-Dollar liegen würden, im Jahr 2050 aber bereits fünf Billionen US-Dollar übersteigen könnten.

 

Der Klimawandel wird nicht langsam und stetig verlaufen und nicht erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts seine dramatischen Folgen zeigen.

 

Dürre in Kalifornien und Südeuropa.

 

Der Südwesten der USA, hauptsächlich Kalifornien, könnte hingegen ähnlich wie Südeuropa von extremer Trockenheit betroffen sein. Laut der "Tipping Points"-Studie werden Dürren spätestens ab Mitte des Jahrhunderts das regionale Klima bestimmen und weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, die Wasserversorgung und für die Wälder haben. Die Studie schätzt, dass sich die Schäden durch Waldbrände bis 2050 auf jährlich bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar verzehnfachen könnten. Hinzu kommen indirekte Schäden durch die sozio-ökonomischen Veränderungen in der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftsbereichen.

 

Möglicher Ausfall des Monsuns bedroht Millionen Inder

 

Veränderungen im indischen Sommermonsun wie etwa die Verschiebung von Niederschlagsgebieten und –zeiten sowie das Abschmelzen der Gletscher im Himalaya könnten zunehmendend Dürren und Trockenheit auslösen. Über 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in Indien von der Landwirtschaft abhängig, ihre Existenz damit unmittelbar gefährdet. Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln und ebenso die Gesundheit der Menschen in der Region wären bedroht. Die Kosten werden auf rund 40 Milliarden Dollar pro Jahrzehnt bis zur Mitte des Jahrhunderts geschätzt.

 

Amazonas-Waldsterben gefährdet Klimaschutz

 

Irreversible Veränderungen in Ökosystemen sind teilweise schon lange angelegt, bevor sie sichtbar werden. Häufig auftretende Dürren und erhöhte globale Temperaturen könnten dazu führen, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts 70 Prozent des Amazonas Regenwaldes absterben. In Folge würden in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts große Mengen Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden.

 

Aktuelle Ansätze zur Minderung unserer Treibhausgasemissionen, die für die Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels notwendig sind, könnten dadurch wirkungslos werden. Bei einer Temperaturerhöhung von zwei Grad Celsius ist ein Verlust von rund 1,6 Millionen Quadratkilometer Regenwald zu erwarten. Umgerechnet würden dadurch zusätzliche CO2-Minderungskosten von bis zu drei Billionen US-Dollar verursacht werden.

 

Gemeinsamer Klimaschutz notwendig

 

"Die prognostizierten katastrophalen Folgen der Kipp-Punkte betreffen viele Regionen. Eine gemeinsame weltweite Anstrengung aller Länder zur Bewältigung des Klimaproblems ist für alle ökonomisch und ökologisch von Vorteil. Auch die USA müssten im Eigeninteresse ihre Treibhausgasemissionen massiv reduzieren. Der wichtigste nächste Schritt auf diesem Weg ist ein rechtlich verbindliches Abkommen in Kopenhagen", erklärt Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik des WWF Deutschland.

 

Versicherer und Investoren müssen jetzt reagieren

 

Die Versicherer und ihre Kunden betrifft der Klimawandel mehrfach. Klimabedingte Wetterkatastrophen, wie Stürme, Fluten oder Waldbrände, sorgen für eine Zunahme direkter Schäden. Daneben drohen signifikante Folgeschäden insbesondere in der Landwirtschaft und in der Energieversorgung durch nachhaltige Störungen des Wasserhaushaltes. Zusätzlich erhöht allein der steigende Meeresspiegel die Menge der potenziell gefährdeten Werte in Küstennähe massiv und führt zu deutlich größeren Schadenszenarien.

 

Klima-Kipp-Punkte verschärfen die Situation, weil sie plötzlich und schon früher als andere Klimafolgen eintreten können. Zudem sind sie oft irreversibel. "Als Versicherer und Investor müssen wir unsere Kunden auf diese Szenarien vorbereiten, solange noch Handlungsspielräume bestehen", sagt Clemens von Weichs, Vorstandsvorsitzender der Allianz Reinsurance. "Risikogerechte und nachhaltige Prämiengestaltung sind für alle Beteiligten von vitalem Interesse, da nur sie den Fortbestand von Deckungslösungen garantieren."

 

Die Allianz will dem Klimawandel durch den frühzeitigen Dialog mit den Kunden begegnen. So sollen rechtzeitig Gegenmaßnahmen aufgezeigt und gemeinsam konkrete Deckungskonzepte erarbeitet werden, sei es für bestehende Werte oder für zukünftige klimagerechte Projekte wie alternative Energie- und Wasserversorgungskonzepte, Wasserschutzbauten oder für den Schutz vor Ernteausfällen.

 

Die Versicherungsindustrie profitiert heute aus ihren Erfahrungen nach Großschäden durch Hurrikane wie Andrew (1992), Ivan (2004) und Katrina (2005). Bessere Modelle helfen, die Häufigkeit und Stärke von Naturkatastrophen zu begreifen. "Gute Modelle werden beim Klimaschutz jedoch nicht ausreichen", erklärt Michael Bruch von Allianz Global Corporate & Specialty, dem Industrieversicherer der Allianz Gruppe. "Die menschliche Komponente spielt eine immer größere Rolle bei der Risikominderung von Naturkatastrophen, sowohl beim Risikomanagement als auch bei der Bekämpfung der menschlichen Ursachen des Klimawandels." Neben ihren eigenen Investitionszusagen von 1,5 Milliarden Euro in Windenergie und Photovoltaik unterstützt die Allianz daher auch ihre Kunden bereits durch Versicherungslösungen für neue Technologien in der erneuerbaren Energieversorgung wie Windkraft- und Biogasanlagen.

 

Diese Aussagen stehen - wie immer - unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

 

Mehr Informationen zum Thema

> Erfahren Sie mehr über die climate tipping points

> G8-Staaten erreichen Klimaziele nicht

 

Quelle: Pressemitteilung Alianz Group 24.11.2009, 12:17 Uhr


Kommentare: 10

25.11.2009 14:41    |    Halbgott Halbgott

Wenn eine Versicherung eine solche Studie in Auftrag gibt und publiziert, da wird wohl die Versicherung wesentlich stärkere Interessen haben als "nur" das Aufzeigen der möglichen Szenarien.

Damit kann man sicher super entsprechende Versicherungen zu entsprechenden Preisen verkaufen.

 

Unabhängige Studien sind mir da viel lieber.


25.11.2009 21:22    |    Ralfo1704 Ralfo1704

"Unabhängige Studien sind mir da viel lieber. "

 

Wie wärs damit?

 

Berlin - Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat ein neuer, dramatischer Forschungsbericht den Handlungsdruck auf die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erhöht. In dem Report kommen 26 führende internationale Klimaforscher zu dem Ergebnis, dass sich die Erderwärmung stärker beschleunigt, als noch vor wenigen Jahren gedacht.

Ohne eine deutliche Verminderung von Treibhausgas-Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur dabei bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, heißt es in dem Bericht, der die jüngsten Ergebnisse der Klimawissenschaft zusammenfasst. Das liegt drastisch über jenen zwei Grad Celsius, die sich Forscher und Politiker zum Ziel gesetzt haben.

 

"Der Meeresspiegel steigt rascher und das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als erwartet", erklärte der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Leider zeigen uns diese Daten, dass wir die Klimakrise bislang unterschätzt haben."

Die meisten der am Report beteiligten Forscher sind auch Mitautoren der bisherigen Weltklimaberichte der Vereinten Nationen.

 

Nach den Daten ist der Eisverlust in der Arktis in den Sommern von 2007 bis 2009 um etwa 40 Prozent höher ausgefallen als gedacht. Der

Meeresspiegel sei in den vergangenen 15 Jahren um bereits mehr als fünf Zentimeter gestiegen, erklärten die Autoren. Das liege 80 Prozent über den Vorhersagen aus dem dritten Weltklimareport aus dem Jahre 2001, stellten die Forscher fest. Damit werde der Anstieg des Meeresspiegels bis zum Ende des Jahrhunderts doppelt so hoch ausfallen wie bislang vermutet - auf über zwei Meter. Das würde für viele kleinere Inselstaaten das Aus bedeuten.

 

In einem dramatischen Appell forderten die Forscher die Weltgemeinschaft deswegen zu entschlossenem Handeln auf. "Dies ist der letzte wissenschaftliche Aufruf an die Unterhändler von 192 Staaten, den Klimaschutz-Zug in Kopenhagen nicht zu verpassen", erklärte der Klimaberater der Bundesregierung, Hans-Joachim Schellnhuber. "Sie müssen die ganze Wahrheit über die globale Erwärmung und die damit verbundenen nie dagewesenen Risiken wissen."

 

Die Wissenschaftler haben errechnet, dass der weltweite Ausstoß von

Treibhausgasen spätestens in fünf bis zehn Jahren seinen Höhepunkt

überschritten haben müsste, damit das sogenannte Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Danach müsste er bis zum Ende des Jahrhunderts praktisch auf Null sinken. Die Trendwende ist ambitioniert: Im Jahr 2008 wurde laut Expertise weltweit 40 Prozent mehr klimaschädigendes Kohlendioxid ausgestoßen als 1990. In den vergangenen 25 Jahren ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,19 Grad Celsius gestiegen - pro Jahrzehnt.

 

Die Erfolgsaussichten des Gipfels in Kopenhagen sind noch immer

ungewiss. Besonders die beiden weltgrößten Emittenten, China und die USA, sind sich uneins. Allerdings wollen die USA Medienberichten zufolge nun doch vor Kopenhagen Zahlen zur Reduzierung von Treibhausgasen vorlegen. Bislang wollte US-Präsident Obama kein Ziel nennen, um damit dem US-Kongress nicht vorzugreifen. Dort ist das Thema Klimaschutz sehr umstritten. Nun hieß es, Obama werde möglicherweise einen Zielkorridor vorgeben. Dies wäre ein positives Signal, denn das würde auch andere Länder ermutigen, sich auf Emissionsminderungen zu verpflichten.

 

Berliner Zeitung, 25.11.2009


25.11.2009 21:26    |    Halbgott Halbgott

Das es nicht stimmt sage ich ja nicht. Nur denke bzw. vermute ich, dass die Vers. primär ihre Interessen bedienen will.


29.11.2009 11:29    |    Ralfo1704 Ralfo1704

Waum sollte eine Versicherung die Tarife erhöhen weil sie sich auf eine (eigene) Studie beruft?

Wenn die Konkurrenz die Tairfe nicht erhöht (weil sie deiner Meinung nach den Kunden nicht abzocken wollen) dann wandern die Kunden ab- so ist das in der Marktwirtschaft.

Aber je mehr Schäden es gibt desto teurer werden die Versicherungen, egal wo man versichert ist und je teurer die Versicherungen werden desto weniger können sich leisten versichert zu werden- darauf haben die Versicherungen ja auch keinen Bock, dauernd Kunden zu verlieren...

 

Die Müncher Rückversicherung warnt jetzt auch:

 

Münchner Rück warnt vor Kosten-Explosion

 

Derzeit würden wetterbedingte Katastrophen per annum etwa Werte von 100 Milliarden Dollar zerstören, wovon rund ein Drittel versichert ist. Einige Milliarden entfielen schon heute auf den Klimawandel. Falls Kopenhagen floppt und die Folgen des Klimawandels gravierender werden, dürften die Beiträge für Policen gegen Naturkatastrophen enorm steigen, sagt Konzernvorstand Torsten Jeworrek. Erst würden sich nur noch Reiche den Versicherungsschutz leisten können, dann niemand mehr, ist er überzeugt. Die Assekuranz werde sich dann retten und Risiken meiden.

 

Die Münchener Rück warne aus humanitären Gründen, aber auch aus Eigennutz seit 1973 vor den eskalierenden Gefahren des Klimawandels, sagt Jeworrek. Denn bei ihr als weltgrößter Rückversicherung laufen die Verpflichtungen der Assekuranz aus Umweltschäden zusammen.


30.11.2009 17:52    |    Halbgott Halbgott

Zitat:

Wenn die Konkurrenz die Tairfe nicht erhöht (weil sie deiner Meinung nach den Kunden nicht abzocken wollen) dann wandern die Kunden ab- so ist das in der Marktwirtschaft.

Wobei die Allianz aber auch einen super Grund liefert, warum die Preise eben steigen müssen.


02.12.2009 14:46    |    Trackback Trackback

Kommentiert auf: Gaskraftstoffe:

 

Klimakiller Erdgasauto?

 

[...] Wissenschaftler und Politiker.

fast jeder?

Klar ist dass die Zahl der Klimakritiker noch zu groß ist...

 

 

Siehe auch Blog

[...]

 

Artikel lesen ...


02.12.2009 14:49    |    Ralfo1704 Ralfo1704

Nur sägen die Versicherungen am eigenen Ast wenn sie die Preise immer weiter erhöhen, weil sich immer weniger Leute die Versicherungen leisten können.


02.12.2009 18:41    |    Halbgott Halbgott

Bleibt wohl abzuwarten wo der Punkt ist an dem die Mehreinnahmen durch höhere Beiträge unter dem liegt, was man durch gekündigte Policen verkraften muss.


06.12.2009 14:18    |    Ralfo1704 Ralfo1704

klar warten ist einfacher als zu handeln:rolleyes:


07.12.2009 16:46    |    Halbgott Halbgott

Das sage ich ja nicht. Mein Warten bezog sich auf etwas komplett anderes und das liest man auch so.

Ich gehe nur davon aus, dass ein sich durch Kapital anderer finanzierendes Unternehmen wohl primär seine Einnahmen im Blick hat. Ich kann mich täuschen und bestehe bei weitem nicht auf mein Recht. Aber eine Versicherung wird sicher nicht viel Geld in die Hand nehmen und für etwas ausgeben, wovon sie nicht profitieren.


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