In Anlehnung an Taue2512s Blog, beziehungsweise dessen Mietwagentests, möchte ich euch an dieser Stelle über meinen ersten Mietwagen, einen Audi A4 Allroad 2.0Tdi , berichten.
Vorgeschichte:
Angefangen hat alles mit der Idee, meinen Schwager in Spee zu seinem Geburtstag nach Österreich besuchen zu wollen, und im Zuge dessen noch eine Erkundungstour zu machen.
Was allerdings dagegen sprach: Ich hatte wenig Lust mit einem trinkfreudigen 60Ps Vw Polo, der im hiesigen Flachland schon chronisch untermotorisiert ist, eine 2000km-Tour in die Alpen zu machen. Deshalb entschieden wir uns dafür, einen Leihwagen zu nehmen. Wunsch: Es sollte wenn möglich ein dieselgetriebener Audi sein.
Die Abholung:
Freitag früh fuhren wir mit meinem Auto zum 20km entfernten Flughafen, parkten und gingen zum Europcar Schalter, wo wir prompt bedient wurden und "unser" Auto in Empfang nahmen.
Alle Wünsche wurden erfüllt und uns erwartete ein silberner Audi A4 Allroad 2,0 Tdi.
Bestandsaufnahme:
Da stand er nun frisch gewaschen in der Sonne. Ein schicker Kombi - mit Hilfe von "Kontrastlackierung" ( O-Ton Audi), der Kombination von rustikal aussehender, aber kratzempfindlicher mattschwarzer Plastikbeplankung und Lack in Eissilber, 17" Aluminiumfelgen und einer Höherlegung um 37mm - auf Offroader getrimmt.
Innen typisch Audi A4. Alles ist dort, wo man es erwartet und die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Die Ausstattung lässt fast keine Wünsche offen. Von Sitzheizung über Tempomat, Bluetooth FSE, Navigation MMI Plus bis hin zu Xenon ist alles an Bord. Ich hätte mir lediglich noch eine PDC und einen automatisch abblendenden Innenspiegel gewünscht. Macht unterm Strich laut Konfigurator 44,350€ auf der einen Seite, auf der anderen einen potentiell perfekten Begleiter für eine Tour in die Alpen.
Fahrbericht:
So machten wir uns auf den Weg. Rauf auf die Autobahn, Tempomat auf 130km/h und mit einem kleinen spontanen Abstecher durch München in die tiefste Steiermark. Bis auf die ein oder andere Baustelle oder kurzzeitig zähfließenden Verkehr gab es keine nennenswerten Zwischenfälle und so kamen wir am späten Abend entspannt am Ziel an. Der 2,0 Tdi mit 105kw hat stehts genug Kraft, um zügig voran zu kommen und hält sich dabei auffallend zurück, was Akkustik und Vibrationen betrifft.
Nach 1700km, davon 150km Stadtverkehr, standen 5,7 Liter Durchschnittsverbrauch auf dem Bordcomputer, was ich gemessen an dem Gebotenen recht beeindruckend finde. Auf der letzten Etappe, dem 800km Heimweg genehmigte er sich im Schnitt 7,0 Liter ( davon 250km Österreich: 130kmh- 80km/h - 130km/h, danach größtenteils >160km/h). Auf dem Nachhauseweg erreichte ich eine Höchstgeschwindigkeit von 221km/h, dauerhaft waren auf freier Bahn 207km/h (lt. Gps) möglich.
Auch fahrwerkstechnisch überzeugte der A4 Allroad gänzlich, er bügelte auch die schlimmste Buckelpiste glatt und meine Bedenken, das "Offroadfahrwerk" sei wohlmöglich nicht für die Autobahn geeignet, wurden zerstreut, denn dort lag der Allroad, auch in sehr schnell gefahrenen Kurven, wie das sprichwörtliche Brett. Die Fahrwerksabstimmung ist somit sehr gelungen.
Quattro sei Dank erklomm der A4 auch den ein oder anderen verschneiten Bergpass ohne jegliche Traktionsprobleme.
Die Rückgabe/ Der Abschied...
...kam unvermeidlich gerade eben. Ich habe den Wagen schnell noch ein wenig im Innenraum gereinigt - 2500km bei Wind und Wetter hinterlassen ihre Spuren - und habe wieder meinen treuen Polo im Parkhaus in Empfang genommen.
Fazit:
Für diese Tour hätte es meiner Meinung nach kein besseres Fahrzeug geben können. Platz und Komfort war ( auch zu viert) mehr als ausreichend geboten. Motor, Verbrauch und Fahrwerk überzeugten mich auf ganzer Linie. Die Optik gefiel mir schon immer, meine Freundin fand ihn anfangs "hässlich...(und ausserdem liegt er hinten so hoch über dem Boden)", gewöhnte sich aber sehr schnell daran.
Desweiteren war die Anmietung aus meiner Sicht unverschämt günstig: Knapp 12 Cent pro Kilometer inkl. Spritkosten hätte ich mit meinem Polo niemals unterboten. Von entspanntem Reisen mal ganz zu Schweigen.
Hätte, Wäre, Wenn:
Vorweg: Für mich wäre der A4 aus jetziger Sicht nach Beendigung meines Studiums ein ganz heißer Kandidat, wenn es um das erste "richtige" Auto geht. Aber: Nehmen wir mal an ich hätte ein Kind und/oder einen etwas größeren Hund - dann würde der A4 laderaumtechnisch schnell an seine Grenzen stoßen. Dori - der Australian Shepherd meiner Eltern könnte lediglich direkt quer hinter der Sitzbank aufrecht im Kofferraum sitzen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kinderwagen ohne Probleme hineinpassen würde, was eigentlich ein K.O.-Kriterium darstellt.
Für Familienväter. Für mich nicht. :-)
Schlusswort:
Ich hoffe, meine Premiere ging nicht gänzlich daneben. Über Kritik und Anregungen würde ich mich freuen. Zu den Bildern noch ein kleiner Satz: Vor lauter Sight-Seeing und Fahrerei kam keine Gelegenheit auf, den Wagen in Ruhe abzulichten - weshalb dies eben in Windeseile auf dem Weg zur Europcarstation geschehen ist. In Zukunft werde ich mir die Zeit aber nehmen.