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Smart Repair Ausbildung

Ein paar kleine Eindrücke von meiner Ausbildung

23.06.2011 13:40    |    Dominik Golf Dominik Golf    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: , , ,


Hier möchte euch kurz etwas über meine Ausbeultechniker bzw. Smart Repair Ausbildung berichten.

 

Ich bin gelernter Metallbauer, habe allerdings schon einige Berufserfahrung im Bereich Karosseriebau. Das Dellen entfernen ohne Lackieren ist jedoch nicht mit herkömmlichen Instandsetzungsmethoden zu vergleichen. Es ist wesentlich feinfühliger und man benötigt neben dem Fingerspitzengefühl und Geduld auch ein gutes Auge.

 

In meinem alten Betrieb kam gelegentlich ein Beulendoktor, wie er die Dellen weggezauberte, hat mich wahrlich fasziniert.

Vor geraumer Zeit habe ich meine Arbeitsstelle verloren, ich erkundigte mich über die Möglichkeiten einer Beulendoktorenausbildung.

 

Glücklicherweise kann man, wenn man arbeitssuchend ist, solch eine Ausbildung von der Agentur für Arbeit finanziert bekommen. Für mich ist es wichtig, dass ich nach meiner Ausbildung so fit bin, dass ich direkt einsetzgesetzt werden kann.

 

Nach kurzen Recherchen bin ich auf ein Schulungszentrum in Halle an der Saale gestoßen, welches im Bereich Smart Repair, worunter die Ausbeultechnik (Beulendoktoren Ausbildung) auch zählt, sehr renommiert ist.

 

Nachdem ich mich dort informierte, habe ich mich mit meinem Sachbearbeiter des Arbeitsamtes beraten und ich konnte die Ausbildung zur Smart Repair Fachkraft auch gleich eine Woche später beginnen.

 

Ich werde nun in Halle zur Smart Repair Fachkraft ausgebildet, neben der Ausbildung zum Ausbeultechniker absolviere ich dann noch diverse weitere Ausbildungsteile (Module). Beispielsweise eine Spot Repair Ausbildung (das sind kleinflächige Beispritzlackierung), eine Ausbildung für Innenraumreparaturen (Reparatur von Kunsttoffen zb. Loch im Amaturenbrett durch eine Freisprecheinrichtung, Brandlöcher in Stoffsitzen und Lederreparaturen), Steinschlagreparatur in Glasscheiben und Felgenreparatur.

 

Zuerst habe ich mit dem Aubeultechniker Modul begonnen hier bin ich jetzt in der 3. Woche. Die anderen Ausbildungsmodule werden im Anschluss absolviert.

 

Der Ausbeultechnik Teil geht 3 Monate. Ein Bekannter eines guten Freundes ist schon lange Zeit als Dellentechniker tätig, er sagte mir, dass man diese Zeit auch auf jeden Fall benötigt, um dieses Handwerk im Grundsatz zu beherrschen.

 

Mittlerweile bin ich, wie gesagt, die dritte Woche in der Ausbildung und ich muss sagen, dass man sich die ganze Geschichte einfacher vorstellt als sie tatsächlich ist. Anfangs muss man erst einmal das Gefühl dafür bekommen, drückt man zu viel mit dem Hebelwerkzeug, hat man einen Pickel oder der Lack reißt sogar. Hinzu kommt, dass sich alle Stellen des Fahrzeuges unterschiedlich bearbeiten lassen. Wir arbeiten hier an echten Fahrzeugen, das ist meiner Meinung nach auch wichtig, da das Blech sich wie beschrieben überall anders bearbeiten lässt und man auch lernt wie man sich den Zugang hinter das Blech verschafft oder auch hinter einer Strebe arbeitet. Es ist auch ein enormer Unterschied, ob man horizontal an einem Dach arbeitet oder beispielsweise vertikal an einer Tür. Ich konnte auch deutliche Unterschiede zwischen den Fahrzeugherstellern feststellen.

 

Es war erstaunlich, dass ich anfänglich die Dellen gar nicht richtig sehen konnte. Ich bearbeitete das Blech und war der Meinung, dass die Delle draußen bzw. weg ist. Fortgeschrittenere Teilnehmer und die Ausbilder sagten mir, dass die Delle noch drin sei es aber für den Anfang schon ganz gut aussieht. Erst jetzt, nach etwa 3 Wochen bin ich der Meinung, dass ich die Dellen vollkommen erkenne und auch einschätzen kann. Mittlerweile sieht man auch, dass selbst Neuwagen Dellen haben Beispielsweise an den Stellen, wo das Blech gepresst worden ist.

 

Es gibt sehr viele Schwierigkeitsgrade. Eine klassische runde Delle ist wohl die einfachste Form aber in der Praxis trifft man ja auch auf viele andere. Beispielsweise können Dellen langezogen sein oder auch sogar V-förmig.

 

Alles in allem macht die ganze Sache ultra viel Spaß und ich bin gespannt auf die anderen Smart Repair Ausbildungteile, wobei ich denke, dass die Ausbeultechnik doch schon der Komplexeste Teil ist.

 

Das Schulungszentrum (IBF Halle GmbH) konnte mir auch sehr gut bei der Arbeitssuche helfen. Nach meiner Ausbildung werde ich bei einem Betrieb arbeiten, welcher in der Nacharbeit der Automobilindustrie tätig ist. Nach der Ausbildung werde ich dann für eine gewisse Zeit in einem Werk eines deutschen Autoherstellers in Tennessee (USA) arbeiten. Ich spiele auch schon etwas mit dem Gedanken mich später als mobile Smart Repair Fachkraft Selbständig zu machen. Aber bis dahin werde ich noch etwas Berufserfahrung sammeln.

 

Sobald ich meine Erfahrungen von den anderen Ausbildungteilen gesammelt habe, werde ich meinen Blog natürlich weiterführen.

 

Ps. In dem Video oben seht ihr einen meiner Ausbilder für die Ausbeultechnik. Das Video stammt noch aus den Zeiten als er selber noch ein "mobiler Techniker" tätig war. Focus TV hat damals eine Reportage über den Vergleich herkömmlicher Lackierung und der neuen Smart Repair Variante gedreht