Der Sitz lässt sich gut einstellen, ebenso die Spiegel. Sie sind groß und man kann alles gut erkennen. Die Lendenwirbelstütze finde ich persönlich etwas zu aufdringlich.
Das Lenkrad liegt gut in der Hand und die Einstellungsmöglichkeiten erscheinen selbst für meine Größe (1,86 m) hinreichend. Die Sitzheizung schaltet sich nach Intervallen ein und kann dann durchaus viel zu heiß sein.
Zahlreiche Versuche, warme Luft aus der Klimaanlage in den Fußraum zu bekommen, sind gescheitert. Deshalb schalte ich dafür einfach die Standheizung an. Dann passt das, auch wenn das nicht zwingend dafür verbaut wurde.
Meine Schuhe stelle ich links neben die Lenksäule. Durch die Tipmatic habe ich kein Kupplungspedal und dann passt das sehr gut. Leider passen meine Schuhe (Gr. 46) nicht auf die oberste Trittstufe. Die ist für solche Größen einfach zu klein dimensioniert. Bei anderen Fabrikaten war das aber nicht wirklich anders.
Meine Sicherheitsschuhe habe ich stets im Fußraum der Beifahrerseite.
Besonders ungünstig finde ich, dass der Spiegel auf der Fahrerseite verdreckt, wenn man die Scheibenwaschanlage benutzt. Da häng' ich dann immer draußen und putze den Spiegel (während der Fahrt) wieder sauber, weil ich es nicht mag, blind durch die Gegend zu fahren.
Die Lenkung ist direkt und leichtgängig. Sie erlaubt mir, Kreisverkehre ziemlich schnell zu fahren. Große Korrekturen sind auch während der Fahrt nicht notwendig. Eine Nervosität in der Lenkung entwickelt sich nicht.
Die Schaltstrategie der Tipmatic erscheint mir wenig logisch. Oft muss man die Elektronik dadurch unterstützen, dass man sie ausschaltet. Gerade wenn Beibremsungen notwendig werden - er schaltet dann die Zusatzbremssysteme ab im Automatikmodus - wird es dann ziemlich gefährlich.
Für einen Anstieg schaltet er viel zu früh hoch. Das mag zwar Energie sparen, aber kann nicht nur ein Vekehrshindernis darstellen, sondern gerade bei der Auffahrt auf die Autobahn eine Unfallgefahr darstellen.
Das ich nichts davon halte, dass im Rangiermodus die Kupplung schleift, habe ich schon erläutert. Praktisch bedeutet das, man bekommt sehr schnell die rote Kelle wegen Kupplungsüberlastung. Die Schaltungen allerdings von vorwärts nach rückwärts und umgekehrt erfolgen ziemlich flott.
Mir gefällt allerdings die Latenz und die Dauer der Tipmatic-Schaltungen nicht. Auch braucht er beim Anfahren viel zu lange, um Leistung zu bringen, so dass schon bei geringen Steigungen die Gefahr des Zurückrollens entsteht, andererseits die Kraft wenig feinfühlig dosierbar ist, da er bei mehr Druck auf's Gaspedal gleich einen Sprung nach vorne macht. Schnell habe ich mir deshalb angewöhnt, direkt zum Feststellbremshebel zu greifen und diesen als "Berganfahrhilfe"/"Wegrollhilfe" zu verwenden. Dieser Hebel erscheint mir dafür sehr griffgünstig platziert.
Mehrmals hatte ich jetzt Situationen, in denen die Benutzung des Warnblinklichts angebracht war. Hierzu zählen verschiedene zähfließende Verkehre, aber auch der Unfall bei Mechernich auf der A61 am 04.03.2008. Meiner Meinung nach, dauert es viel zu lange, bis man den Warnblinker gegriffen und bedient hat. Hier vergeht wertvolle Zeit.
Das untere Bett - das ist das, welches ich benutze - ist für meinen Geschmack etwas hart, aber trotzdem lässt es sich darauf erholsam schlafen.
Die Becherhalter sind ein Witz. Dort passt noch nicht einmal mein verjüngter Thermosbecher rein, der für die Zwecke konstruiert wurde.
Im Fahrzeug befinden sich unzählige kleine Ablagen, aber irgendwann hat man genug davon. Weder für meine Papiere, noch für die Landkarte habe ich einen geeigneten Platz, weil alles rutscht. Lege ich es auf den Boden zwischen den Sitzen, liegt das Zeugs garantiert bei mir im Fußraum auf der Fahrerseite - ziemlich gefährliche Angelegenheit - und wenn ich es auf die nach vorn gezogene Kühlbox lege, bleibt es nicht liegen. Deshalb packe ich die Papiere neben den Aufbau mit dem Feststellbremshebel und die Karte liegt auf dem Beifahrersitz. Es ist zwar nicht wirklich gesund, sich während der Fahrt zum Beifahrersitz rüber zu lehnen, nach der Karte zu greifen und einen Blick auf die Karte zu werfen, wenn diese auf dem Lenkrad liegt, aber ich kann nicht jedesmal anhalten, wenn ich mich über die Streckenführung und die Entscheidungen des Navigationsgerätes vergewissern möchte.
Da es an einem passenden Stauplatz fehlt, stehen meine Wasserflaschen hinter der Säule mit dem Feststellbremshebel.
Hinterm Fahrersitz befindet sich eine Rolle Küchentüscher, sowie eine Flasche Glasreiniger.
Der Aufstieg ins Fahrerhaus wurde gut gestaltet, so dass man schnell hoch und runter kommt. Die unterste Stufe überspringe ich beim Aussteigen oft. Selbst in geringen Parklücken kommt man noch - wenn auch nicht ganz so einfach - in die Kabine und wieder raus. Bei anderen Fabrikaten war das teilweise nicht so gut möglich.
Nicht so gut finde ich, dass die Vorderreifen den Dreck großzügig auf dem Fahrzeug im Bereich hinter den Reifen verteilen. Gut gelungen sind die Blindstecker für die Aufliegerstecker und -kupplungen, wobei man teilweise in die Spiralkabel reingreifen muss und sich dabei dreckig macht. Positiv aufgefallen war mir, dass der Auftritt nicht auf der Fahrerseite (z. B. Volvo) ist, sondern auf der Beifahrerseite. Wenn man nun die Kabel so anhängt, dass man sauber bleibt, liegt man immer richtig und manche Fahrer müssen nicht nochmal nachlesen, welcher Luftschlauch zuerst dran kommt.
Äußerst unangenehm empfinde ich die Windgeräuche, welche besonders von der Fahrertür kommen. Diese Dröhnung hat man ständig auf den Ohren. Sobald man 60 km/h erreicht wird's nicht einfach, sich über's telefon zu verständigen.
Generell hat man einen guten Überblick und erst einmal musste ich mich stellen, um vorne die Abmessungen zu überblicken, weil es an der Stelle ziemlich eng war.
Auch wenn der kurze Radstand für Kreisverkehre gut geeignet ist, sorgt er für Nervosität im Gespann beim Vorwärtsfahren und reagiert entsprechend aggressiv beim Rückwärtsfahren. Die neuen Fahrzeuge wurden alle mit einem längeren Radstand bestellt.
Das Nachtlicht ist zwar gut und schön, aber viel zu grell. Es soll ja nur die Lichtverhältnisse etwas angleichen, aber die Lichtstärke ist so groß, dass man damit beinahe eine Stadion beleuchten kann.
Die Armaturen und das Nachtlicht in rot halte ich persönlich für zusätzlich ermüdend. Mir wären helle Lichter, wie warmweiß oder blau oder grün lieber.