04.04.2012 18:44
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rpalmer
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Der Benzinpreis ist zu hoch? Ja für wen denn? Für die unteren Schichten der Bevölkerung? Ab wann ist es denn untere Schicht? Und ab wann ist der Benzinpreis zu hoch?
Warum wird weiterhin soviel Auto gefahren, wenn der Kraftstoff zu teuer ist? Weshalb unternimmt die Regierung nichts, wenn die Wirtschaft wirklich so in Gefahr ist? Warum werden noch immer so viele Dinge mit dem Auto erledigt, wenn das ganze so teuer ist? Weshalb sind dann nur 0,5% aller Märzzulassungen Hybride?
Es stellt sich mal wieder dasselbe Schema ein: Es wird kollektiv über die hohen Kraftstoffpreise geklagt, unseriöse Politiker fordern nach Kontrollen, verringerten Abgabelasten und Lobbyverbände wie der ADAC geben wie immer den ultimativen Tipp „an freien Tankstellen zu tanken“ und eine „spritsparende Fahrweise“ anzueignen. Danach ist wieder Ruhe. Bei Umfragen merkt man nichts, es wird weiterhin wie immer gewählt und der Wutbürger zeigt mit der Wahl der ahnungslosen Seeräuber-Partei der „Etablierten Kaste“ seinen Frust.
Machen wir es kurz: Man gewöhnt sich an jeden Preis. Nein?
2002: Der Benzinpreis übersteigt die 1,20€ Marke. Was passiert? Das gleiche wie jetzt. Verbale Wutausbrüche, „besorgte“ Politiker, eine keuchende Wirtschaft und der Tipp umsichtiger zu fahren, weniger zu fahren, an freien Tankstellen zu tanken. Im niveaulosen Fernsehen wird gefragt wann denn die Schmerzgrenze erreicht sei, das Auto stehengelassen wird, Proteste entflammen. Man ist sich einig, bei 1,50€/L für den Liter Super sei der Zenit überschritten.
6 Jahre später: 1,40€/L Super. Wir nähern uns der absoluten Schmerzgrenze. Was geschieht? Verbale Wutausbrüche, besorgte Poli….
2011: Wir sind bei 1,60€/L, aber ich vermisse etwas… wo ist er denn, der erwähnte kollektive Boykott? Die Proteste? Der Streik? Weniger Autos auf den Straßen? Fehlanzeige!
2012: Preise von 1,70€7L sind Standard, man ist froh, wenn man unter 1,60€ tanken kann. Einige, nicht alle. Den feinen Herren im Anzug und SUV interessiert es nicht, er tankt einfach. Egal was es kostet. Der Mann mit der schnittigen Limousine und Werkseinfahrerlaubnis auch… er hat die Tankkarte. Politiker machen sich mal wieder gut in den Medien, unsere Verbände empfehlen wieder vorausschauendes Fahren… dumm nur, dass die Leute damit schon in den 90ern angefangen haben. Nein, schon in den 70ern, als die Ölkrise die Welt beherrschte.
“Der Staat soll was unternehmen“, so lautet bei vielen die Meinung. Tut er aber nicht, noch ist nichts Existenzbedrohendes zu sehen. Warum sollte er auch eine solch gute Einnahmequelle zurechtstutzen? Der Staat braucht zur Zeit das viele Geld, man hat ja zahlreichen Bockmist der letzten Jahre und Jahrzehnte auszubessern.
Wäre der Benzinpreis wirklich zu hoch… dann würden die Leute nicht mehr Auto fahren, weil sie es schlichtweg nicht mehr bezahlen können. Sie würden auf die Straße gehen, denn sie kommen nicht zur Arbeit, sie müssen inzwischen deutlich mehr für Ihre täglichen Güter zahlen, da auch diese im Zuge der gestiegenen Transportkosten „zu teuer“ geworden sind.
Die Nachfrage nach Benzin hat wohl nicht wirklich nachgelassen, sonst würde ja etwas geschehen. Das Geschrei von gestern ist vergessen, man spart wo man kann, aber bloß nicht beim Auto.
Solange man es noch zahlen kann, solange werden die Leute auch tanken. Und das wissen nicht nur die Mineralölkonzerne, das wissen auch unsere Politiker.
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