05.03.2011 13:45
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rpalmer
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Kommentare (69)
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Wieso hält man sein Auto bis zur „Volljährigkeit“? Kein Geld für ein Neues? Oder keinen Lust noch mal soviel Geld auszugeben für ein Neues? Heute würde ich auch nicht mehr ein fabrikneues Auto kaufen, der Wertverlust in den ersten beiden Jahren ist exorbitant. Dann doch lieber Jahreswagen oder andere junge Gebrauchte.
Aber darum geht es nicht. Damals habe ich den Fehler gemacht und ein fabrikneues Auto gekauft. Das erste überhaupt, vorher waren es auch „nur“ Gebrauchte/Jahreswägen und einmal ein Geschäftswagen, aber das war ja nicht meiner. Was bewegte mich nur dazu?
Nach der Präsentation des neuen Golf wurde keine zwei Monate später das Stufenpedant vorgestellt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jetta sah bei dem der Kofferraum aber nicht mehr so „angeklatscht“ aus. Der Preis schien auch attraktiv zu sein, ab 24.900 DM sollte es losgehen, etwa 1600 Mark mehr als ein gleichstarker Golf. Ein geringer Aufpreis für mehr Ausstattung und mehr Platz.
Mir gefiel der Wagen auf dem ersten Blick, eine kompakte Limousine die mit ihren 440 Zentimetern keineswegs verschwenderisch mit dem Verkehrsraum umgeht. Und so kam es dass ich mir einen bestellte. In der besten Ausstattungslinie und mit nur wenigen Extraausstattungen, wie das Anti-Blockier-System für 1900 DM, Fondkopfstützen (300 DM), Nebelscheinwerfer (260 DM) sowie dem elektrischen Schiebedach für 1100 Mark. Listenpreis 35.505 DM, aber ich habe mir den Wagen über einen Bekannten aus Wolfsburg gekauft, so bekam ich ihn für 29.300DM, runde 18% billiger.
Im März 1993 bekam ich ihn schließlich, stolz wie Oskar auf den Neuen. Im ersten Jahr fuhr ich nur 7000km mit dem Wagen, hat sich also nicht wirklich gelohnt… Die erste Inspektion mit Ölwechsel (10W-40) kostete beim VW-Händler unglaubliche 240 Mark… Aber in den folgenden Jahren sollten sich die Fahrten häufen.
Dabei hatte ich aber nie eine Panne. Der Wagen sprang immer an, fuhr mich zu jedem Zielort ausfallsfrei. Was die Technik nicht schafft müssen die anderen Verkehrsteilnehmer besorgen. Im Oktober 93 fuhr mir ein Vectra ins Heck, das 7 Monate alte Auto stark verformt. Abschlussblech, Kofferraumdeckel und Stoßstange werden ersetzt, die Seitenwand wieder rausgezogen und neu lackiert.
Im Jahre 2000 klopft es auf einer Autobahnausfahrt noch einmal, Abschlussblech, Kofferraumdeckel und Heckstoßstange werden erneut getauscht, die Seitewand wieder rausgezogen Allerdings nicht bei VW sondern bei einem freien Karosseriebauer was sich später als Fehler herausstellen sollte.
Zu Ostern 2002 hinterließ mir jemand seine Ausparkspuren in der hinteren Stoßstange… ich konnte es noch ausdrücken und lies es günstig lackieren. Die Freude währte nur kurz, denn im Winter 2004 fuhr schon wieder jemand ins Heck… Die anderen Autofahren schienen Aversionen gegen den Vento zu hegen. Diesmal wurde das Abschlussblech nur teilweise ausgetauscht, die Rückleuchte wurde ersetzt und der Kofferraumdeckel „gerade gebogen“. „Bei so einem alten Auto (Damals 11 Jahre) lohne alles andere nicht mehr. Und damit das Vorderende nicht zu kurz kommt nahm man mir im Februar 2008 die Vorfahrt. Dank rechtzeitiger Bremsmanöver beider Seiten wurden nur Scheinwerfer, Nebellicht und die Stoßstange beschädigt. Habe ich selber repariert, das Auto war schon zu alt. Im drauffolgenden Winter war ich unachtsam und rutschte gegen die Leitplanke, ein neuer Kotflügel wurde fällig.
Naja, das waren die bisherigen Unfallserien. Aus welchen Gründen auch immer mochte ich das Auto, also wurden alle Inspektionen fristgerecht erledigt und Reparaturen sofort und sauber ausgeführt. (Pfuschreparaturen oder Ersatzteile zum Bruchteil des üblichen Preises wurden gemieden). Inzwischen hielten schon 4 neue Windschutzscheiben Einzug und ich hatte sämtliche Farben der Prüfplaketten auf den Nummernschildern kleben, da die AU um eine Jahr versetzt zur HU durchgeführt wurde. Ist mit der Gesetzesänderung jetzt Geschichte.
So gingen die Jahre ins Land und die Kilometer ins Blech. Ich behielt den Wagen fuhr ihn stoisch weiter, obgleich er nach damaligen Planungen 1998/99 ersetzt werden sollte. Dazu kam es aber nicht. Im Jahre 2004 schlug dann die brauen Pest durch. Was das betrifft muss man VW rügen, die Qualität der Konservierung ist schlicht miserabel. Schweller, Bodengruppe und der hintere linke Radlauf durchgerostet. (Der rechte aber komischerweise nicht, ich vermute dass das an dem 2000er Unfall liegt). In dem Moment dachte ich an Verschrotten oder Exportieren nach Sonstwohin. Doch entgegen der Gesetze der Vernunft und der Wirtschaftlichkeit lies ich das beheben. Bis heute zeigen die reparierten Stellen keinen erneuten Befall… hat sich wohl doch gelohnt. Dafür gammelt jetzt das Abschlussblech, eine Stelle an der Ventos nicht gammeln. Liegt wohl an den Unfällen bzw. einer schlampigen Reparatur. Ich weiß nicht ob es sich lohnt das zu reparieren, es soll mich 800€ bei der VW-Werkstatt kosten. Ob sich das bei einem Auto von 1500€ Wert lohnt?
Doch nach 18 Jahren hat man eine Menge mit dem Wagen erlebt, viele Orte gesehen und viele Menschen damit befördert. Kurzum, es hängen sehr viele Erinnerungen an dem Wagen. Ich kann nicht verkaufen, ich will nicht dass ein anderer damit fährt. Bliebe nur verschrotten übrig. Aber auch das ist irgendwie Schade, er hat zwar gewisse Spuren des Alters, ist jedoch im großen Ganzen sehr gut erhalten. Der Letzte TÜV-Bericht attestiert „Keine Mängel“ und weist jediglich auf die M+S-Bereifung hin... Ich werde es wohl machen lassen. Und wenn nichts dazwischenkommt werde ich ihn zwei Jahren einen Young- und in 12 Jahren einen Oldtimer haben. Doch bis dato…
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Ergänzung von rpalmer am 05.03.2011 14:19
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Aufgrund der Nachfrage: Derzeit beträgt der Kilometerstand 378664 |


























1 Jahr Mobilitätsgarantie (Ähnelt den ADAC-Diensten) gabs obendrauf.


Kommentare: 69
05.03.2011 13:59 |
Retro Attack
Nich schlecht 18 jahre das selbe auto.Sieht doch auch noch gut aus der kleine würd ihn an deiner stelle schweissen lassen und noch weiter fahren
Ich bin bei meinem 2er jetzt bei 7 jahren angelangt,werd ihn aber im sommer denn wohl verkaufen,weil er schon seit 2 jahren abgemeldet in der garage steht und noch 2 weitere 2er vorhanden sind.
05.03.2011 14:08 |
Bl@ck-H@wk
Und wieviel km hat der Wagen runter ?
05.03.2011 14:10 |
rpalmer
Etwas um die 378tkm
Habe in den letzten drei Jahren sehr viel draufgefahren.
05.03.2011 14:13 |
alexander-barth
Ich finde es auch Top!
Sieht man echt selten das jemand sein Auto so lange behält.
05.03.2011 14:26 |
xy_freising
Der Daumen geht immer noch hoch ... so wie auch schon vor 2 Jahren ...
05.03.2011 14:32 |
Larsavant
Finde ich schön sowas..
Und wg. einem neuen.. wenn ich die Wahl und das Geld hätte.. nur einen nagelneuen, den ich selber einfahre und wo ich über alles Bescheid weiß ist das allerbeste was es gibt.. selbst das Geld spielt da keine Rolle, da ich mich auch bei 2-jährigen Gebrauchten sonstwas erwarten kann.
Man stelle sich nur mal vor ein jugendlicher (von Beruf Sohn) bekommt ein neues, schickes Auto und hat weder Ahnung zum fahren noch zum pflegen und fährt ihn ja auch so toll ein...
Vorm Verkauf geht er zu einem professionellen Aufbereiter (er hat ja das Geld vom Vati) und du siehst dem Wagen nix an, später bemerkst du erst, dass Bremsen, Verschleißteile, Ölverbrauch usw. nicht der Norm entsprechen...
Habe meinen Audi jetzt seit 10 Jahren, da mir der Vorgänger (selbes Modell) in Ungarn gestohlen wurde.
Habe, da ich ziemlich viel gefahren bin in den Jahren, auch so ziemlich alles überholt (auch den kmpl. Motor) und weiß eben genau wie es um das Fahrzeug steht und habe das Glück, dass ich mit den Unfällen bis jetzt verschont wurde und Audi ganz gut mit dem Rost klarkommt und wenn nach 15 Jahren mal paar Kanten od. die Heckklappe langsam anfangen wird es eben in Ordnung gebracht und gut ist.
Meiner ist Bj. 1996 und hat jetzt 270000 KM runter, also so ungefähr die Hälfte seines Lebens ist rum.
Ich bin der Meinung (zumindest als Privatwagen) rechnet sich das bei einem guten Auto, wenn man eine halbe Mill. damit fährt.
In der Zeit habe ich dann ein neues gespart, da ich mir ja nicht nach 5 od. 7 Jahren ein neues kaufen kann.
Wenn ich jedes Jahr 1000,- Euro reinstecke und ab und an was selber mache komme ich etliche Jahre hin.
Funkt. nat nicht bei jedem Auto, also nicht mit Kia od. so zu rechnen mein Beispiel.
Mein erstes Auto wird dieses Jahr auch 20 und ich habe es bereits 18 Jahre, läuft aber nur noch im Sommer mit Saisonkennzeichen.
Gruß, Lars
05.03.2011 14:35 |
andyrx
so lange hab ich noch kein Auto gehabt,bin aber auf dem Weg dazu.....meinen ältesten (der blaue RX-7 ist aber selbst aus Bj 1983) hab ich nun 13 Jahre
mfg Andy
(294 mal aufgerufen)
05.03.2011 14:50 |
marcu90
Schön, dass es noch Menschen gibt, die ein Auto 18 Jahre fahren können. Quasi das Gegenteil zur modernen Wegwerfgesellschaft.
Ich würde den Wagen auch herrichten, allein schon wegen der Bindung zum Auto, ich fahre meinen jetzt zwar erst 1,5 Jahre, würde aber denoch unwirtschaftliche Reparaturen vornehmen, weil ich meinen einfach Liebe. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch sagen kann, das ich meinen seit 18 Jahren fahre.
Also rpalmer: auf die nächsten 18 Jahre!
05.03.2011 15:00 |
roughneck78
Wobei das ja zumindest für heutige Neuwagen leider fast zwangsläufig gilt. Was von einem aktuellen VW Golf/Jetta nach 18 Jahren noch übrig ist, würde vermutlich in ein Einmachglas passen
MfG
roughneck
05.03.2011 15:27 |
Verbal Kint
schön. einfach nur schön.
Die Bindung, der Wagen an sich, die Dokumentation, die Anti-Wegwerfmentalität,...
all das macht gute Gefühle.
Ich hoffe Du kannst Dich an dem Wagen noch lange erfreuen.
Wünschen tu ichs Dir.
05.03.2011 15:29 |
snooopy365
Ich gratuliere, finde es auch lohnenswert wenn man ein auto so lange fährt.
meins durfte ich lieder nur 7 jahre fahren, dann fuhr ein traktor rein... nicht mehr zu reparieren bzw. 30.000euro kosten bei 1500euro fahrzeugwert... da macht auch die liebe "schluss"
Aber habe das gleiche auto wieder erstanden
05.03.2011 15:42 |
rpalmer
Hallo und Danke für eure Kommentare!
Schön dass es Leute gibt denen sowas gefällt und nicht gleich spöttische Kommentare abgeben.
(Hab damit auch Erfahrung sammeln müssen)
@ Larsavant: Motormäßig muss ich noch nichts machen, der Wagen hat exzellente Kompressionswerte, die sich laut den Reparaturleitfäden noch im Zustand "Neu" befinden.
Nur finde ich es langsam schade den Wagen im Winter zu fahren, hier wird viel gestreut und das wirft jedes Frühjahr Maßnahmen auf.
Bisher hielten sich die Reparaturen aber auf ein erträgliches Maß, zwar jedes Jahr was anderes, aber naja.
@ andryx: Na dann weiter behalten! Wenn du ihn sowieso als Schönwetterauto nutzt hast nicht so sehr mit den Spuren des Alters zu kämpfen. Und bei dem RX-7 lohnt sich das, bei einem Vento... naja. Das Auto wird hier niemals was besonderes sein.
@ marcu90: Naja, ob der noch 18 Jahre durchhält. Wer weiß was da alles passieren wird
@ roughneck78: Naja die heutigen Konservierungsmethoden (Verzinkung, bessere Grundierungen, alterungsbeständigerere Wachse etc.) sind besser als die damaligen. Nur die Elektronik und die komplizierte Technik... das könnte denne früh den wirtschaftlichen Garaus bereiten.
05.03.2011 15:56 |
marcu90
Ich finde schade, dass so wenige Brot-und-Butter Autos erhalten werden
Zum Beispiel bei den amerikanern: Die meisten Oldies, die noch herumfahren, sind Sportwagen oder Coupes. Aber so ein Brot und Butter Auto? Selten!
Daher: dein Vento gefällt dir doch, oder? (Ansonsten hättest du ihn wohl kaum so lange gefahren) Also liegt es nur an dir, ob es sich Lohnt, den Vento als Sommerauto zu erhalten
(Irgendwann in 20 Jahren bist du mit nem Benziner eh der King an jeder Strassenecke - egal obs ein RX 7 oder ein Vento ist, beide fallen zwischen den ganzen Rundgelutschten modernen Karren auf)
Und das mit der heute (immer) besseren Rostvorsorge als damals musst du mal einer Mercedes Benz Werkstatt sagen
05.03.2011 16:00 |
Stan73
Ein sehr schöner Blogartikel, vielen Dank! Da wird man beim Lesen schon richtig wehleidig. Daß du den Wagen nicht verkaufen willst, das kann ich nachvollziehen. Ich wünsche dir auch für die nächsten 18 (?) Jahre stets gute Fahrt .... und weniger Unfälle (bei dir hat es ja ziehmlich oft gewumst)!
05.03.2011 16:05 |
andyrx
ob ein Auto letztendlich zu etwas ''Besonderen'' wird hängt auch vom Zustand ab,ein Alltagsauto was zu tausenden auf deutschen Strassen rumgefahren ist wird wird für mich dann etwas Besonderes wenn man dieses Fahrzeug nur noch selten sieht und es dabei in einem neuwertigen oder sehr guten Zustand ist...denn es transportiert eine Art Zeitgeist und meist damit auch Erinnerungen die schon eine Weile her sind....in unserer schnelllebigen Zeit durchaus eine feine Sache
mfg Andy
05.03.2011 16:45 |
rpalmer
Da ahst du wohl recht, den alten Fließheck-Passat sieht man heute so gut wie gar nicht mehr.
Oder auch die alten 5er BMW, Baureihe e28.
Noch stärker tritt das bei ausländischen Fabrikaten auf.
So einen 626 aus den frühen 90ern... ewig nicht mehr gesehen. Und wenn dann verheizt.
Ja leider hat meiner ziemlich viele Kaltverformungen durchmachen müssen. Aber was soll man machen.
Ich selbst parke immer mit Abstand, bei Supermärkten etc. sogar weitab der anderen und laufe eben weiter, achte immer beim einsteigen darauf nichts zu verschrammen, beim Türe öffnen will ich die anderen Autos nicht tangieren und und und.
Und dann fährt dir jemand beim Ausparken rein und haut ab...
Oder die lustigen Mechaniker von Vergölst. Weil ich das alte Hosenrohr haben wollte haben sie mir tatsächlich das alte, verdreckte und fettige Rohr auf den Beifahrersitz gelegt... und meinten dann noch frech ich hätte das so gewünscht.
05.03.2011 16:47 |
roughneck78
@rpalmer:
Das gilt aber auch nahezu ausschließlich für die Rostvorsorge. Und selbst da schrauben die Hersteller heute eher wieder zurück. Ansonsten sind die modernen Fahrzeuge weit mehr auf Kostenoptimierung getrimmt, als früher. Egal ob es nun Lack, Motoren, Fahrwerks-, Getriebe- oder Innenraumteile betrifft. Und die "Sollbruchstelle" Elektronik muss man dabei noch nicht einmal erwähnen. Heute kommt es vielmehr auf den Schein an - Downzising, aufgeschäumte Kunststoffe, so wenig Lack wie möglich, so wenig Material wie möglich - Hauptsache im Showroom sieht alles schön hochwertig aus. Im Übrigen ist man als Hersteller ja gar nicht daran interessiert, dass ein Fahrzeug lange hält. Bei den immer kürzer werdenden Modellzyklen muss ja das Neue immer schneller an den Fahrer gebracht werden. Mit "Er läuft und läuft und läuft..." verkauft man heute keine Autos mehr und schneidet sich als Hersteller sogar ins eigene Fleisch.
Mal ganz abgesehen davon, dass ein 10 Jahre altes Fahrzeug (was für ein derartig teures Produkt ja eigentlich kein Alter sein sollte) heute politisch und gesellschaftlich als Dreckschleuder und als sicherheitstechnisches Risiko verschrien ist und quasi aus der Steinzeit zu stammen scheint
MfG
roughneck
05.03.2011 17:20 |
zwanzigeins
Ich fahre meinen seit November 1988. Habe jetzt 235 000 km. Zustand ist weitgehend original.
05.03.2011 17:27 |
Stan73
@zwanzigeins: Respekt!!! 10k Kilometer pro Jahr ist aber echt wenig. Vielleicht hält dein Wagen deshalb so lange. Oder ist es die gute Pflege?
Wenn ich mir meine letzten Autos anschaue (alle Neuwagen), dann frage ich mich, wie auch nur einer von denen 5 Jahre überstehen kann. Nach spätestens einem Jahr tauchen schon die ersten Probleme auf (meist mit der Elektronik) und ich war meist froh, wenn ich die Wagen nach spätestens 3 Jahren wieder los war. Dabei fahre ich nicht viel (ca. 20-25k Kilometer pro Jahr).
05.03.2011 17:35 |
zwanzigeins
@Stan73
Das liegt daran, dass sich meist Firmenwagen fuhr bzw fahre. Er wird eben nur rein privat gefahren, wurde aber nie übermäßig geschont. Außer dem normalen Verschleiß gab es noch keine Reparatur.
Es hat schließlich auch seine guten Gründe, warum ich modernere Autos nicht mag.
05.03.2011 17:39 |
Rockport1911
Respekt!
Jetzt nach so vielen jahren weißt du wenigstens was du hast. Ich würde das Geld noch investieren. Im Vergleich zu dem was du über die Jahre reingesteckt hast sind das doch Peanuts.
Der Wagen ist auf jeden Fall erhaltungswürdig. Schon allein wegen des guten unverbastelten Zustands und der üppigen Ausstattung.
05.03.2011 17:57 |
zwanzigeins
Genau darum geht es. Man weiß, was man hat. Never change a running horse!
05.03.2011 18:00 |
_RGTech
Die haltbarsten Autos kamen wohl in den 90ern auf. Verhältnismäßig guter Rostschutz zumindest ab Mitte der 90er, bis dahin vergleichsweise wenig Elektronik. Leider gibt's nur sehr wenige, wo beides zutrifft, und VW zählt mit den allermeisten Modelle nicht dazu
Einen Vento / Golf 3 würde ich persönlich nicht lange halten wollen, der Rost ist fast noch wilder als bei meinem Benz, dafür sind die anderen Komponenten aber nicht ganz so gut... ein Golf 2 hat zu geringe Sicherheiten - beim 4er schreckt ja schon der Glühlampenverschleiß ab, von der restlichen Elektronik und den Sollbruchstellen (Alu-Kontaktkorrosion am Heckklappengriff, fallende Fenster, Softlack) ganz abgesehen.
Andererseits hast du mit deinem Vento nicht nur eine stärkere Bindung durch die vielen zurückgelegten Jahre und Erinnerungen, und die vollständig nachvollziehbare Geschichte, sondern mittlerweile auch annähernd die Talsohle durchlaufen. Zwischen 10 und 20 Jahren sind die meisten Autos am Scheideweg, selbst mit 18 können relativ gut erhaltene Fahrzeuge teils nur noch fürs Butterbrot verkauft werden, um dann mit 25 wieder langsam interessant und mit 30 gesucht zu werden. Klar wäre ein weniger durchrepariertes Stück Blech schöner und bei deiner Kilometerleistung wird auch so bald kein Aufwärtstrend beim Zeitwert zu beobachten sein, aber die Gewissheit, dass dir in spätestens 10 Jahren wieder Leute hinterhergucken werden, die hast du. Und wenn die Ausgaben sich jetzt nicht häufen, ist auch die Kostenseite immer noch im Plus.
So gesehen, schließ ich mich an: Bis zum H-Kennzeichen und weiter!
(Ein separates Winterauto wär allerdings finanziell gesehen sicher eine desaströse Lösung)
05.03.2011 18:02 |
zwanzigeins
Die Rostvorsorge war bei Benz in den 80ern am besten. Ab 93 gings bergab.
05.03.2011 18:03 |
notting
Mein "Alter" war quasi ein Erbstück von Opa. Nur ein paar Jahre jünger als ich, aber bei der AWP hat's ihn wg. div. Probleme gekostet - mit 21 Jahren. Und nein, es wurde kein Jahreswagen, sondern ein neuer. Bei Renault kriegt man schließlich oft für's gleiche Geld deutlich mehr als bei VW, da kann man das eher verschmerzen.
notting
05.03.2011 18:36 |
classicgolf84
Sehr schöner Bericht, RESPEKT!!
Also ich sag ja immer, auf die "alten" Wagen kann man sich noch verlassen. Je weniger an Schnick-Schnack an Bord ist desto weniger kann kaputt gehen. Wenn mein A6 abbezahlt ist kommt auch wieder ein schöner originaler 2'er in Haus.
MfG
05.03.2011 18:40 |
notting
@classicgolf84: Zuverlässig war meiner - immer wenn's richtig kalt war, lief er nicht gleich auf allen Zylindern, brauchte weil der Motor schrott ab Werk war recht viel Öl und frz. Sprit (Vor-E10-Zeit!) hätte mal fast einen Kolbenfresser verursacht, weil Opel zu lange Motoren mit zu kleiner Zündverstellung produziert hat. Auf diese Art von Zuverlässigkeit kann ich verzichten!
notting
PS: Mein Neuwagen (der Nachfolger der o.g. Kiste) war schon abbezahlt, als ich ihn geholt habe :-)
05.03.2011 18:43 |
zwanzigeins
@notting
05.03.2011 18:46 |
docfraggler
von mir daumen hoch dafuer, dass es doch noch ein paar leute gibt die es nicht als normalitaet ansehen wollen, dass ein fahrzeug nach fuenf jahren quasi per dekret auf die muellhalde gehoert.
diese geisteskranke wegwerfmentalitaet wird uns frueher oder spaeter alle gemeinsam den kopf kosten, trotzdem wird gefeiert bis zur letzten sekunde - fuer mich in summe nicht nachvollziehbar dieser irrsinn.
ich fahre ebenfalls aus ueberzeugung nur alte autos, insofern hast du meine volle symphatie, rpalmer
gruesse vom doc
05.03.2011 18:47 |
notting
@zwanzigeins: Was glaubst du, was deine Bank mit dem Geld macht, wenn es auf deinem Konto rumliegt? -> Die arbeiten damit und verdienen damit sicher deutlich mehr als die mickrigen bis keinen Zinsen, die man heute üblicherweise für's Girokonto oder Sparbuch bekommt.
Ich drücke es so aus: Ich will meiner Bank nicht unnötig Geld in den Rachen werfen.
notting
05.03.2011 18:47 |
zwanzigeins
@docfraggler
Ich habe diese Wegwerfgesellschaft nie verstanden.
05.03.2011 18:48 |
rpalmer
@ rockport1911: Nicht verbastelt? Na da irrst du dich aber
Ich habe da einiges verändert, so zog erst später die Sitzheizung ein, der Tempomat wurde vom Schrottplatz ausgebaut und dann halt die Scheibentönung, die Alufelgen, eine 35mm Tieferlegung...
Aber unrunder Leerlauf, hoher Ölverbrauch oder Kolbenfresser sind mir unbekannt, derzeit nervt er aber mit einer einseitig greifenden Handbremse... Scheiben, Beläge neu, Kolben sind gängig, ich vermute die Handbremsseile müssen ersetzt werden (Drahtseil verrostet) und dann sauber justieren.
05.03.2011 18:49 |
zwanzigeins
@Notting
Ich habe auch nicht gesagt, dass ich dort etwas horte. Da gibt es weit bessere Möglichkeiten - wenn mal was übrig ist.
05.03.2011 18:55 |
rpalmer
So ein W201 ist auch "für die Ewigkeit" gebaut.
Hatte selbst einen, mit unglaublichen 75PS versehen. Aber sparsam und absolut komfortabel.
Mehr als 100.000 in einem Jahr gefahren, nicht einmal was außerplanmäßiges.
05.03.2011 18:56 |
docfraggler
@zwanzigeins
es gab kuerzliche eine interessante arte-doku zum thema, jetzt bei youtube unter kaufen fuer die muellhalde zu finden. sehr aufschlussreich.
gruesse vom doc
05.03.2011 18:56 |
v94
Genial , ich würde den auch fahren .
Heute wäre das wohl kaum noch möglich so randvoll unsere Fahrzeuge doch mit anfälliger Technik sind...
05.03.2011 18:59 |
zwanzigeins
@docfragler
kannte ich schon.
@rpalmer
Man kann mit diesen Autos tatsächlich alt werden. Meine Tochter fährt auch einen ( allerdings 1,8 ) und meine Frau fährt einen ( allerdings 230 CE/124 ). Einfach Qualität.
05.03.2011 19:02 |
rpalmer
Ich arbeite ja beim Stern, ich weiß was damals und heute "gebaut" wird...
Vom seeligen 123er, zum 210er (
), dem 201er und aktuell im oberen Segment, Planung W222...
Aber dennoch habe ich mir einen VW gekauft, weil ich den in dem GT/VR6 Paket in Schwarz einfach schön fand.