Rossis Autowelt

16.11.2010 16:20    |    rossikan rossikan    |    Kommentare (70)    |   Stichworte: ,

Hallo Community!

 

Für meinen ersten Blogeintrag habe ich mir ein Thema ausgesucht, das regelmäßig für Ärger bei Autofahrern sorgt. Die Enttäuschung ist oft groß, wenn man feststellt, dass das neue Auto in der Praxis viel mehr verbraucht, als im Prospekt angegeben. Da wird dann schnell auf den Fahrzeughersteller geschimpft, der für die utopischen Werksangaben verantwortlich gemacht wird.

 

Häufig hört man auch die Meinung, dass die Werksangaben bei bestimmten Herstellern stärker von der Realität abweichen würden, als bei anderen Marken. Insbesondere BMW wird dies oft nachgesagt. Ich war immer skeptisch, was solche Aussagen betrifft, weil die Werksangaben ja aufgrund genormter Fahrzyklen mit definierten Umgebungsbedingungen ermittelt werden (Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrzyklus). Natürlich können die Hersteller viele Parameter beeinflussen, um den Normverbrauch zu optimieren. Aber letztlich sollte man doch davon ausgehen, dass dies, aus eigenem Interesse, alle Hersteller tun - gerade in den letzten Jahren, wo der Verbrauch und die CO2-Emissionen enorm an Stellenwert gewonnen haben.

 

Um die Frage zu beantworten, wie hoch die Abweichung tatsächlich ist, und ob diese bei bestimmten Herstellern kleiner/größer ist, als bei anderen, habe ich mal bei einigen Automodellen die bei Spritmonitor.de eingegebenen Werte mit den jeweiligen Normverbrauchsangaben der Hersteller verglichen. In der unteren Tabelle könnt ihr euch die Ergebnisse anschauen. Ich habe dabei vergleichbare Fahrzeuge zu einer Gruppe zusammengestellt und mit möglichst gleichen Bedingungen bei Spritmonitor selektiert. (Ich hätte gerne noch das ein oder andere Modell mit eingeschlossen, leider war das aber aufgrund wechselnden Motorisierungen und schwierigen Selektionsmöglichkeiten nicht möglich.)

 

Hier also die Ergebnisse:

 

Modell Normverbrauch Praxisverbrauch Abweichung Selektion
Audi A4 Avant 2.0 TDI, 143 PS 5,20 l 6,71 l + 29 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
BMW 318d Touring, 143 PS 4,80 l 6,05 l + 26 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCI, 140 PS 5,30 l 7,09 l + 34 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
Opel Insignia Sports Tourer 2.0 CDTI, 130 PS 5,10 l 6,85 l + 35 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
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Audi A4 Avant 2.0 TDI, 170 PS 5,50 l 7,26 l + 32 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
BMW 320d Touring, 177 PS 4,90 l 6,45 l + 32 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCI, 175 PS 6,20 l 7,60 l + 23 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
VW Passat Variant 2.0 TDI, 170 PS 5,70 l 6,72 l + 18 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe
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Audi Q5 2.0 TDI, 170 PS 6,80 l 8,84 l + 30 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
BMW X3 20d, 177 PS 6,70 l 8,37 l + 25 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
Mercedes GLK 220 CDI 4MATIC, 170 PS 6,70 l 8,41 l + 26 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
Volvo XC 60 D5 AWD, 185 PS 7,50 l 9,56 l + 27 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
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Audi Q5 3.0 TDI, 240 PS 7,50 l 9,09 l + 21 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
BMW X3 30d, 218 PS 7,70 l 9,06 l + 18 % BJ 2007-2010, Automatikgetriebe
Mercedes GLK 320/350 CDI 4MATIC, 224 PS 7,90 l 10,08 l + 28 % BJ 2008-2010, Automatikgetriebe
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BMW X5 30d, 235 PS 8,10 l 10,24 l + 26 % BJ 2007-2008, Automatikgetriebe
Mercedes ML 320 CDI, 224 PS 9,60l 10,96 l + 14 % BJ 2007-2008, Automatikgetriebe
VW Touareg 3.0 TDI, 240 PS 9,30 l 11,36 l + 22 % BJ 2007-2010, Automatikgetriebe
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Audi TT Roadster 2.0 TFSI, 200 PS 7,80 l 8,73 l + 12 % BJ 2007-2010, Schaltgetriebe
BMW Z4 23i, 204 PS 8,50 l 8,97 l + 6 % BJ 2009-2010, Schaltgetriebe
Mercedes SLK 200 K, 184 PS 7,80 l 8,93 l + 14 % BJ 2007-2010, Schaltgetriebe

 

Wenig verwunderlich ist, dass der Praxisverbrauch bei allen Modellen über den Werksangaben liegt. Der ein oder andere Fahrer mag vielleicht die Werksangaben erreichen, die große Mehrheit der Fahrer bewegt sich aber meist weit darüber. Dabei sind Abweichungen (in den untersuchten Fahrzeugklassen) von über 20 Prozent die Regel.

 

Bei den untersuchten Fahrzeugen lässt sich kein Hersteller erkennen, dessen Abweichungen permanent weit unter/über denen der Konkurrenz liegen (zumindest bei Audi, BMW und Mercedes - von den andereren Hersteller müsste man mehr Werte haben).

 

Was denkt ihr? Seid ihr überrascht von einigen Werten? Wenn Interesse besteht, könnte ich demnächst auch mal einen Blick auf andere Klassen und Hersteller werfen.


Kommentare: 70

16.11.2010 16:30    |    BenutznameSchonVergeben BenutznameSchonVergeben

Zitat:

BMW 318d Touring, 177 PS 4,90 l 6,45 l + 32 % BJ 2008-2009, Schaltgetriebe

Da isn Fehler, muss 320d sein. Und ich seh das ganz einfach so: 6,45l für 177PS sind immernoch einfach nur der Hammer!

 

rossikan: Ja, war ein Tippfehler. Hab's korrigiert. Danke!


16.11.2010 16:48    |    V50D V50D

Volvo 1.6D DPF , Schaltgetriebe

Norm : 5.0 l/100km

Praxis : 6.0 l/100km (1er Jahr, +20%) und 5.8 l/100km (2er und 3er Jahr, +16%)

 

Ohne extremer Fahrweise geht er leider nicht unter 5 l/100km.

 

Die Geschwindigkeiten im EU Fahrzyklus sind viel zu niedrig (Vavg nur 32,5 km/h)

 

Zitat von Wol-Heinrich Hucho, Aerodynamiker :

http://www.aerowolf.com/regenerativ_bremsen.htm

 

Wie stark sich der cW-Wert auf den Verbrauch auswirkt, hängt davon ab, wie dieser ermittelt wird. Darüber haben wir ausführlich berichtet. Amtlich erfolgt die Messung des Verbrauchs auf einem Rollenprüfstand im sogenannten „Neuen Europäische Fahrzyklus“ (NEFZ). Der hat mit dem, wie der normale Fahrer unterwegs ist, herzlich wenig zu tun. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,5 km/h ist er extrem langsam. Bei einem solchen Zuckeltrab wirkt sich eine Senkung des Luftwiderstandes nur äußerst schwach auf den Verbrauch aus: ein 10%iger Widerstandsabbau wird im NEFZ mit einem Minderverbrauch von nur 2,5 % honoriert. Diese marginale Verbesserung, so die Meinung manches Autobauers, lohne die Mühe nicht, den cW-Wert zu senken.

 

Mehr:

Den Kraftstoffverbrauch messen – aber bitte richtig!

http://www.aerowolf.com/kraftstoffverbrauch_messen.htm


16.11.2010 16:50    |    meehster meehster

Überrascht bin ich nicht. Aber es ist schon so, daß da sehr viel "getrickst" wird.

 

Beispiele: ein höherer Luftdruck in die Papiere schreiben, Schaltanzeige, Batterien werden randvoll geladen (hilfreich bei Hybridmodellen oder auch schon bei bedarfsgesteuerter Lichtmaschine wie bei BMW), sämtliche Verbraucher (Licht, Radio, Klimaanlage) sind aus und und und. Sehr praxisfremd also.

 

Die Fahrweise ist auch mehr als praxisfremd.


16.11.2010 16:57    |    Lewellyn Lewellyn

Überraschender finde ich die eher geringe Abweichung bei den Benzinern.


16.11.2010 17:01    |    Homunculus Homunculus

BMW 523i E39, 170PS ---- Normverbrauch 9,4L ---- persönlicher Praxisverbrauch 8,7L


16.11.2010 17:03    |    Qarks Qarks

Überrascht? Nein.

Aber es hängt eben sehr viel von Fahrer bzw dem Fahrprofil ab. Ich kann auch unterm Normverbrauch bleiben wenn ich will.


16.11.2010 17:12    |    1.0815 1.0815

ich beschwere mich nicht. die werksangabe für innerstädtische bedingungen von 10,4L unterschreitet das fahrzeug deutlich mit z.Z. ~7,5L.

 

dafür sind die 6,0L ausserorts blanke fantasie, unter 6,8L ging noch nichts...


16.11.2010 17:33    |    WalterE200-97 WalterE200-97

Wenn der sog. Norm-Verbrauch heute per NEFZ mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit

von ca. 32,5 km/h ermittelt wird und die Ergebnisse mit Praxis-Verbräuchen auf Abweichungen

untersucht werden sollen, doch dann bitte mit Durchschnittsverbräuchen, die in der

Praxis mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,5 km/ ermittelt wurden.

 

Mein Auto: MB E200 Benziner, 210.035, 100 kW/136 PS, 5-Gang-Automatik,

Bj. 1/97, aktuell 58.115 km, ruhige Fahrweise

 

NEFZ 9,6L: innerorts 13,5L, ausserorts 7,5L

Drittelmix: 8,2L, Stadtzyklus 10,9L, bei 90 km/h 8,0L, 120 km/h 9,6L

Praxis-Verbrauch: 8,17L

http://www.spritmonitor.de/de/detailansicht/374818.html

 

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind keine Gebote für Mindestgeschwindigkeiten ... ;)

 

LG, Walter


16.11.2010 18:31    |    patti106 patti106

Ich bin auch überrascht, dass Peugeot meinen Dicken mit 7,1l in der Stadt angibt und ich diese nur erreiche, wenn ich mal so bekloppt bin und permanent nur im dicksten Berufsverkehr stecke. Selbst jetzt sagt der BC 6,8l, obwohl das Chaos hier in letzter Zeit überhand nimmt und der Filter mit über 110tkm und zu viel Kurzstrecke recht häufig nach Regeneration ruft.

 

Einzig die Angaben für Land (4,8l) erreiche ich nicht, da ich nie wirklich Landstraßenbedingungen habe.

Da kein Hersteller angibt, was ein Fahrzeug eigentlich bei Vmax verbraucht, kann ich hierzu leider auch nichts sagen.

Außer, dass bei Vmax 13,8 - 14,4 Liter auf dem BC angezeigt werden und ich mal von B nach HH auf der A24 einen theoretischen Verbrauch (laut BC) von 11,5 Litern hatte. In HH hatte ich mir den Verbrauch dann aber dermaßen im positiven Sinne versaut, dass am Ende doch nur knapp über 9 Liter zustande kamen.

 

Aber auf die Abweichungen zu Testzyklen gebe ich nichts. Denn mein reeller Autoalltag wird garantiert nicht auf der Rolle bei der Verbrauchsermittlung simuliert.

 

Gestern hatte ich zB für 450m glatt 20 min gebraucht. Die meiste Zeit stand ich aber ohne laufenden Motor. Das wurde auf der Rolle sicher nicht berücksichtigt.

 

Achja. Meine Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen meistens auch über 40km/h.


16.11.2010 18:40    |    Abbeylein Abbeylein

Nabend erstmal,

 

schaut Euch mal die Dacianer an, die unterbieten die Herstellerangaben. Sehr interessant! Mal ein Anbieter, der nicht mogelt!!


16.11.2010 19:07    |    kiaora kiaora

ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, die Stadtverbrauchwerte als Durchschnittswerte zu sehen und bin damit meistens auf den wirklichen Durchschnittsverbrauch gekommen.

 

LG robert


16.11.2010 19:09    |    Sp3kul4tiuS Sp3kul4tiuS

Mit Mogeln hat das weniger zu tun... ich versuche das mal so auszudrücken: Es gibt Hersteller und Motorisierungen mit denen langsamer gefahren wird

Sonst kann man ja gleich ankommen und z.B bei einer Lotus Elise den Verbrauch mit den Angaben zu vergleichen. Geht Fahrerbedingt aber nicht.

Wenn man schneller als 120 fährt ist es ja schon nichtmehr Normgerecht ;)


16.11.2010 19:09    |    myinfo myinfo

Hallo Rossi,

 

der 1. Blogartikel und gleich so ein Thema - Respekt!

 

Ich spiel mal mit dem Feuer. ;)

 

Warum sorgt dies für Ärger? Weil der Autofahrer keinen Plan hat. Er hätte ja mal einen Blick in die entsprechende EU-RL werfen können. Dann wäre ihm sofort klar geworden, dass er Äpfel mit Birnen vergleicht. Einige Seiten der RL anbei.

 

NEFZ-Zyklus

 

Grundstadtfahrzyklus (Teil 1) = "innerorts"

Mittlere Geschwindigkeit während der Prüfung: 19 km/h.

Tatsächliche Betriebszeit: 195 s.

Theoretisch durchfahrene Strecke je Zyklus: 1,03 km.

Entsprechende Fahrstrecke für 4 Zyklen: 4,052 km.

 

Außerstädtischer Fahrzyklus (Teil 2)

Mittlere Geschwindigkeit während der Prüfung: 62,6 km/h.

Tatsächliche Betriebszeit: 400 s.

Theoretisch durchfahrene Strecke je Zyklus: 6,955 km. (1x!)

Maximale Geschwindigkeit: 120 km/h.

Maximale Beschleunigung: 0,833 m/s²

Maximale Verzögerung: - 1,389 m/s²

 

Zusatzinfo:

- um die Beschleunigung klar zu machen, es wird einmal von 100 auf 120 km/h beschleunigt. Dafür hat man 20 Sekunden Zeit.

- die Fahrzeuge müssen 3.000 km gelaufen sein.

- Außer D haben alle anderen Länder in der EU ein Tempolimit

 

Der Testzyklus dient der Vergleichbarkeit und als Basis für die Festsetzung der Besteuerung.

Er beschreibt nicht den Alltag. Dort hat man sehr selten diese Bedingungen.

Als grobe Faustregel taugt bestenfalls der Verbrauch innerorts als Orientierung für den Verbrauch im Alltag.

 

 

Spritmonitor kann man zum Vergleich nutzen. Man sucht sein aktuelles Fahrzeug und vergleicht den Schnitt mit dem eigenen Verbrauch. Liegt man über "dem" Durchschnitt, wird dies auch mit dem neuen Fahrzeug so sein.

 

 

Luftwiderstand -> Lest mal den Artikel "Benzin sparen: Tipps von Rico Klein " auf Spritmonitor, besonders Punkt 2. Tempo reduzieren:

 

"... Um den Zusammenhang zwischen Fahrzeug, Reisetempo und Verbrauch zu verdeutlichen, eignet sich die angefügte Grafik. Sie zeigt den theoretischen Gesamtfahrwiderstand von 5 bekannten Fahrzeugen. ... [Grafik]

 

Zur Interpretation der Diagramme: Das SUV hat etwa ab 55km/h, der Calibra erst bei 78km/h mehr Luftwiderstand als Rollwiderstand. Beide hätten also, identische Rahmenbedingungen unterstellt, den gleichen Verbrauch in l/h. Da wir aber den Verbrauch sinnvollerweise auf die Wegstrecke bezogen rechnen, hätte der SUV hier bereits 40% Mehrverbrauch/100km. Wenn beide 100km/h fahren, verbraucht das SUV bereits 60% mehr, als das Coupe. Ein Mittelklassewagen mit günstiger Form, wie der Prius, kommt hier lediglich auf 10% Zuschlag.

 

Im wirklichen Leben sinkt der Verbrauch jedoch nicht so weit, wie es die Fahrwiderstände vermuten lassen. Durch verringerte Last sinkt der Wirkungsgrad (siehe Punkt 4.) und so gibt es eine optimale Geschwindigkeit für jeden Wagen. Diese liegt in den meisten Fällen zwischen 50 und 70km/h im höchsten Gang. Wer also auf der Landstraße 90 fährt, der wird einen Unterschied messen, wer sich in der Stadt auf 40 beschränkt dagegen, wird eher einen Mehrverbrauch verzeichen. Ganz besonders wichtig ist es jedoch, bei kleinen Motoren auf den Einsatz der letzten Reserven zu verzichten. Jede Motorumdrehung ist zusätzlicher Aufwand und ein Kleinwagen mit ausgedrehtem Dreizylinder kann deutlich mehr konsumieren, als ein großer Motor im mittleren Drehzahlbereich, selbst wenn dieser geringfügig mehr Fahrwiderstand zu überwinden hat."

 

 

"NEFZ und optimierter Code"

 

"... Manche Steuergeräte der Vergangenheit erkannten algorithmisch, ob sie gerade einen Zyklus für die Prüfnorm fuhren, was sie dazu brachte, metaphorisch unschuldig pfeifend saubereres Abgas zu produzieren. In einem Interview erklärten Ingenieure des Zulieferers Bosch, das werde heute nicht mehr gemacht, weil der Gesetzgeber da so hinterher sei. In einem anderen Interview verriet ein anderer Entwickler, dass die Hersteller dort und bei den Kraftstoffverbräuchen immer noch ziemlich schizophrenen Code schrieben, um sowohl bei den Prüfzyklen gut abzuschneiden als auch einen toll laufenden Motor anbieten zu können. Denn auch wenn eine Erkennung dieser Tage nicht mehr stattfindet, wie Bosch es sagt, kann sich ein Motor ja kategorisch in allen Testbereichen brav verhalten und in allen anderen, wie es ihm genehm ist. Das wäre nicht mal richtig geschummelt. ..."

 

 

VG myinfo



16.11.2010 19:10    |    124er-Power 124er-Power

Ich hatte noch nie das Problem, dass ich über der Herstellerangabe liege, außer ich hab einen Gasfuß, aber das sollte ja klar sein, daass der Verbrauch dann dementsprechend höher ist.


16.11.2010 19:16    |    Sp3kul4tiuS Sp3kul4tiuS

Dann liege ich 1L über dem kombiniertem Verbrauch (9,2) und 2,5L unter dem Stadtverbrauch (12,7).

Völliger Quatsch da der Wagen auchmal mit über 6000 Umdrehungen gefahren wird. Das sagt mir jetzt garnichts ;)

Höchstens das ich, wenn ich immer vernünftig fahren würde, wohl deutlich drunter liegen würde


16.11.2010 19:26    |    LSirion LSirion

16.11.2010 19:36    |    diezge diezge

Hallo,

 

was viele nicht beachten:

Der NEFZ ist in erster Linie dazu da, um die Verbrauchsunterschiede markenübergreifend zu vergleichen. Das war vorher nicht möglich, da jeder Hersteller den Verbrauch ermittelt hat, wie er wollte.

 

Der NEFZ ist ganz klar nicht dazu, dass man im Prospekt den Verbrauch liest und sich dann schon ausrechnet: "Bestens, dann komme ich ja mit XX Litern Kraftstoff im Monat klar."

 

 

Gruß,

 

diezge


16.11.2010 19:58    |    Roland0815 Roland0815

Also im Langzeitverbrauch liege ich ziemlich genau in der Werksangabe. Trotz zügig unterwegs sein. Alles ne Frage des Mitdenkens beim fahren...

@diezge: Natürlich wurde der Drittelmix als Vergleichsmaßstab entwickelt, aber was nutzt der, wenn er bei einigen Fahrzeugen um 20% und mehr von der Realität abweicht?


16.11.2010 20:28    |    logangun logangun

Wenn man ein neues Auto sucht und ein - xx mögliche Kanditaten ins Auge fasst macht es Sinn (sofern man sich für den Verbrauch interressiert) diese im Spritmonitor mal auszufiltern und zu vergleichen....

 

 

Auf Werksangaben schau ich erst gar nicht .... sacht eh nix aus.

 

 

Werd mir erst einen anderen holen wenn ich wieder was in der Golf Klasse oder höher mit rund 130PS oder mehr auftreibe was sich bei meinem Profil mit 3,5 - 4,0 Liter fahren lässt.

 

Daher vermute ich dass ich meinen alten VEP TDI noch ein paar Jahre fahren werde :D ... damals war die Welt noch ehrlicher 5,1 Normverbrauch .... ca. 5,5 Schnitt Spritmonitor .... real problemlos < 5 machbar wenn man keinen übermässigen Stadtanteil hat.

 

Damals wars aber auch noch nicht so wichtig für die Steuereinstufung ;) .... ein Schelm wer dabei ....


16.11.2010 20:39    |    Werderano Werderano

Muss diezge zustimmen. Dieser Test bzw. die erhaltenen Werte sind sehr theoretisch. Aber er ermöglicht zumindest die Vergleichbarkeit von Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller. Er minimiert Einflussgrößen wie Wind, Temperatur oder Gasfuß des Fahrers. Dadurch kommt man wenigstens zu Werten, die man einigermaßen vergleichen kann. Dass in der Realität die Verbräuche davon abweichen können, sollte jedem klar sein der sich mal den Testablauf angeschaut hat.

Mein Golf hat einen angegebenen VErbrauch von 4,5l, welchen ich auch bei meinem Fahrprofil (wenig Stadt) problemlos erreiche. Zügle ich meine Gassfuß bei selbigem Streckenprofil, können es auch 3,8l sein bzw. habe ich es eilig dann kann der Durchschnittsverbrauch auch auf 6l ansteigen.

Wie will man Verbräuche standartisiert messen, wenn nicht auf dem Prüfstand?


16.11.2010 20:45    |    psman psman

Naja, kommt immer auf die Fahrstrecken an! Mein Vectra ist mit unter 5,5l lausgekommen, das sind etwa 0,5 unter der Herstellerangabe gewesen.

Und der Audi, naja, diese Tankfüllung werdens so 5l, also ~ einen halben Liter über der Herstellerangabe. Allerdings ist meine Fahrweise doch zügiger geworden..


16.11.2010 22:11    |    tino27 tino27

Man sieht ja, dass die alle drüber liegen. Bei BMW ist wohl das "Problem", dass die eigentlich sparsame Autos bauen und deshalb diese Fantasieverbräuche zustande kommen, die sofort ins Auge stechen. Wenn man aber die 1-2l Praxiszuschlag dazu nimmt, liegen sie zwar über dem EU-Verbrauch, aber sind meist immer noch die sparsamsten, der Klasse.

 

Und natürlich liest man oft, wie auch hier, von Leuten, die den Normverbrauch einhalten oder unterbieten. Aber mal ehrlich - wer schreibt schon voller Stolz, dass er über dem Normverbrauch liegt?! :)


16.11.2010 22:15    |    palladium palladium

Hallo,

 

mein Astra Caravan ist sehr nah an der Herstellerangabe:

 

Modell: Astra H Caravan, 1,9 CDTi, 150 PS, Diesel, 225/40 R18

Herstellerangabe Drittelmix: 5,9 Liter

Mein Verbrauch nach 35´000km im Schnitt: 6,23 Liter = +5%

lt. Spritmonitor!

ø-Geschwindigkeiten so um die 60km/h.

 

Der Vorgänger:

Modell Astra G Caravan, 1,7 CDTi, 80 PS

Herstellerangabe Drittelmix: 4,9 Liter

Mein Verbrauch nach knapp 65´000km im Schnitt: 5,27 Liter = +7,1%

lt. Spritmonitor!

 

Sollte ganz ok sein.

 

Mal sehen, was der Nachfolger des Astra H, der Insignia 2,0 CDTi mit 160 PS verbraucht....angegeben ist er mit 5,5 Litern auf 100km.

 

Gruß Michael


16.11.2010 22:22    |    Goify Goify

Ich verbrauche mit allen mir anvertrauten Autos weniger als die Norm. Ich bin jedoch weiß Gott nicht langsam, fahre nur vorrausschauend und in möglichst hohen Gängen, was die Automatik bei meinem Jetzigen besonders gut unterstützt.

 

Wer mehr braucht, fährt entweder gänzlich andere Profile als im Testzyklus oder/und hat ein Problem mit dem Kopf.

 

Das ist meine ganz ehrliche Meinung zu diesem Thema. Dass allen, die drüber liegen, das jetzt sauer aufstößt ist nicht meine, sondern deren Sache.

Jetzt könnt Ihr weiterdiskutieren, warum die Hersteller solche Märchenzahlen immer angeben und warum die ganz besonders beim Modell XY nie einzuhalten sind.


16.11.2010 22:42    |    vasilij81 vasilij81

Ich weiß nicht, was mein Audi A4 1.9TDI 131PS verbrauchen soll:

Fahre im Winter: 195/65R15 mit 6,0 auf 100 Km.

Im Sommer: 235/40ZR18 mit 6,4 auf 100 Km.

Bin Normalfahrer(mal schnell, mal langsam).


16.11.2010 22:49    |    meehster meehster

Ich hatte schon Tankzyklen von 6,66 bis 11,96 l/100 km mit meinem Alltagsgeschoß. Zum Normverbrauch habe ich bisher Angaben von 8,0 bis 8,5 l/100 km gelesen.

 

Mein Alltagsgeschoß stammt allerdings noch aus einer Zeit, wo mit Schaltanzeige und ähnlichen Tricks nicht bzw. so gut wie nicht gearbeitet wurde. Im Normzyklus wurde daher z.B. bei dem Tempo vom 2. in den 3. Gang geschaltet, wo ich im Alltag meist schon in den 5. Gang schalte. Deswegen bilde ich mir auf meinen Schnitt von derzeit 8,57 l/100 lm ( Klick ) auch nicht allzuviel ein.


16.11.2010 23:15    |    flesh-gear flesh-gear

Man brauch sich einfach nur mal im Spritmonitor die Durchschnittswerte der aufgelisteten Fahrzeuge anschauen und diese mit den angebauen auf deren Internetseite Vergleichen. Ich finde auch das die Werte nie stimmen.

Und was darann der Hammer ist das ein 320 D 6,5 Liter braucht weiß ich nicht. Das ist ein guter Wert aber mein 170 PS Audi aus 1995 kann das auch und sogarn noch 1,3 Liter weniger.

Der Fortschritt steht nur auf dem Papier mehr nicht.

 

mfg


16.11.2010 23:21    |    psman psman

"Fortschritte" wie Kat oder Partikelfilter treiben halt den Verbrauch wieder hoch, genau wie das ganze Elektrozeugs und vorallem das Gewicht der Autos.. Ist halt leider so..


16.11.2010 23:36    |    flesh-gear flesh-gear

Ist zum Teil richtig, die Filter brauchen mehr Kraftstoff. Beim Gewicht muß das aber nicht sein denn meiner wiegt mit Vollausstattung 1680 kg und hat noch den 5 Zylinder Graugußrumpf.

 

Was man festellen kann ist das zwar nicht der Verbrauch zu den älteren Fahrzeugen deutlich gesunken ist, vielmehr ist bei bleibendem Verbrauch die abrufbare PS-Leistung deutlich gestiegen. Die Bandbreite des Kraftstoffverbrauchs, zu den höheren PS-Zahlen, ist größer geworden. Da finde ich sieht man eher einen Fortschritt wenn man das als solchen bezeichnen kann.

Man kann zB. ein 220 CDI mit 204 PS auch mir 6 Litern fahren nur das er aber dann bei Vollast mal locker 30 braucht und aber auch 250 fährt. So als Beispiel mal.

 

mfg


17.11.2010 00:02    |    SteinOnkel SteinOnkel

Es kommt nicht drauf an, was man faehrt, sondern wie man es faehrt. Unter bestimmten Bedinungen verbraucht ein Toyota Prius mehr als doppelt so viel wie ein BMW M3.

 

Mein Auto verbraucht 7l/100km. Und das mit Technik von vor 28 Jahren. Na, klingelt's?

 

Uebrigens: Start/Stopp Automatik gab es in meinem damals auch, nur wollte sie keiner haben.


17.11.2010 00:41    |    Counderman Counderman

also meiner ist mit 6.6 im Schnitt angegeben und ich fahr ihn etwa mit 10-10.5

 

auch kein schlechter Bonus oder :D

 

kann meinen von 6 Liter bis 14 bewegen je nachdem wie man fährt


17.11.2010 05:37    |    yo-chi yo-chi

Wie myinfo schon geschrieben hat ist das wohl Äpfel mit Birnen vergleichen.

 

Die Normverbrauchswerte werden bei einer genormten Fahrt gemessen. Aber niemand fährt diese genormte Fahrt in der Praxis.

Allein schon die Werte für außerorts.. da bewegt man sich bei der Normfahrt im Bereich um 70 km/h, erreicht dann kurz 100 km/h und ganz kurz 120 km/h. Aber niemand fährt so.. ich kann nicht 130 oder 150 auf der Autobahn fahren und mich dann über den zu hohen Verbrauch beschweren.

 

Mein Passat Variant BlueMotion Technology ist z.b. mit 4,8 Litern auf 100 km kombiniertem Verbrauch angegeben.

Wenn ich will unterbiete ich diesen Wert. z.b. auf der täglichen Heimfahrt sinds 4,27 bis 4,57 Liter / 100 km je nach Geschwindigkeit auf der Autobahn (93 bzw. 125 km/h).

 

Aber ich fahre ja nicht die ganze Zeit so sparsam, deswegen liegt mein kombinierter Verbrauch bei 4,97 bis 5,07 Liter / 100 km.

Ich lege es ja nicht immer drauf an den Normverbrauch zu erreichen, bin auf mal flotter, schneller und teilweise mit über 200 km/h unterwegs.

 

Und dann kommt noch die Standheizung dazu, welche pro Tag so 1-2 Stunden läuft und den Verbrauch auf 5,5 Liter / 100 km hochtreibt.

 

Natürlich ist es für mich möglich die Normverbräuche einzuhalten.

Aber ich will das nicht immer, da muss ich so langsam fahren. :)

Besser ist doch ein sparsames Auto kaufen und dann normal bis flott fahren, dann ist der "Express-Zuschlag" nicht so hoch. ;)

 

Gruß

yo-chi


17.11.2010 09:15    |    Meik´s 190er Meik´s 190er

Über die Verbräuche kann man sich wirklich beschweren. Ist es denn so schwer sich einen vernünftigen Fahrstil anzueignen? Hektischer Gasfuß, im 3. Gang durch die Stadt rödeln, ... schneller ist man damit auch nicht. Hab schon einiges an Autos gefahren, mit allen kam ich nah an den Normverbrauch ohne durch die Gegend zu schleichen. D.h. auch mal 180 auf der Bahn auf den paar freien Stücken, ansonsten ist doch eh fast überall Tempolimit. Außerhalb Deutschland interessiert eh keinen Tempo über 120.

 

Aktuell: Astra H, Bj 2006, 1,9CDTI, 100PS - Schnitt über die letzten 45000km 5,6 Liter. Minimal 4,8, Maximal 9,5. Die 9,5 waren nachts Langstrecke BAB mit viel Stücken ohne Limit und Vollgas.


17.11.2010 09:46    |    Maxjonimus Maxjonimus

Man könnte auch sagen, dass die Mehrzahl der Autofahrer nicht den Norm-Zyklus fahren, sondern ein eigenes Fahrprofil haben (was zu 100% zutreffen wird).

 

Folglich wäre es auch Zufall, wenn jemand genau den Norm-Zyklus fährt und dann noch den Norm-Verbrauch erreicht.

 

Letztlich sagt der Norm-verbrauch ja nur, dass das Fahrzeug für diesen Norm-Zyklus diesen Verbrauch aufweist.

 

Mein Touran BlueMotion hat einen Normverrauch von 5,4l/100km und der reale Verbrauch liegt, über 74.000km gemittelt, bei 5,82l/100km. Das entspricht +7,8%.

 

Aber ich habe darunter Teilverbräuche von 5,0l bis 7,3l. Ganz nach Fahrweise und Beladung.

 

Also wenn der Verbrauch von der Normangabe abweicht, liegt es zu 99,999% am Fahrer.


17.11.2010 10:51    |    -simon- -simon-

Ich kann meinen 3L Lupo mit 2,6Liter fahren oder mit 4,9Liter.... Noch Fragen?

 

Aber die geringe Abweichung wundert mich nicht. Auf deutschen Autobahnen fährt eh jeder der ein bisschen dickerers Auto hat mit 120 auf der linken Spur und lässt keinen vorbei.

 

Nach 50tkm im Jahr kann ich das wohl behaupten...

Manche sollten sich aber die Frage stellen ob nicht auch ein 1,9tdi reicht oder ob es wegen dem Rudelverhalten ein 3,0TDI sein muss :confused:


17.11.2010 11:50    |    meehster meehster

TDI sollte es aus Umweltschutzgründen gar nicht sein.


17.11.2010 11:54    |    bmw_e36_e46 bmw_e36_e46

Bei meinem Ex Fahrzeug e46 320d hat es gepasst... Nur bei extremen Kurzstrecken hab ich halben Liter mehr als die Wergangaben verbraucht.


17.11.2010 11:54    |    bmw_e36_e46 bmw_e36_e46

Könnte vielleicht eine Rolle spielen, da die Motoren sehr sehre neu sind und noch nicht richtig eingefahren sind?


17.11.2010 12:56    |    Edroxx Edroxx

Zitat:

Was man festellen kann ist das zwar nicht der Verbrauch zu den älteren Fahrzeugen deutlich gesunken ist, vielmehr ist bei bleibendem Verbrauch die abrufbare PS-Leistung deutlich gestiegen.

Das ist u.a. richtig, die Fzg. sind größer und schwerer, dazu kommt noch (was einige immer gern vergessen) die Abgasqualität ist stark gestiegen (Euro gar nix zu aktuell Euro 5/6). Dies wird u.a. mit Mehrverbrauch erkauft z.B. um den Wagen schneller warm zu bekommen oder um eine bessere Verbrennung zu erreichen. Wären die Abgaswerte (und damit meine ich NICHT CO2) egal so könnte man heutzutage besimmt, bei gleicher Leistung, ~10% - 20% Kraftstoff weniger realisieren.


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