16.03.2014 17:01    |    peppar    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: C.Quartz Dlux, C5, Carpro, Cquartz, Dlux, Felgenversiegelung, Gtechniq C5, Wheel Armour

Da in meinem Blog des öfteren Produkte von CarPro oder Gtechniq auftauchen…

 

 

Zu Gtechniq kam ich, als ich mich dazu entschloss, dass ich gerne eine ganze Saison nicht mehr über meine Felgen nachdenken muss, sondern nach Auftrag einfach nur Ruhe habe. Kein Krabbeln um die Felgen, um mittendrin aufzufrischen und doch nicht an das Felgenbett zu kommen (Demontage abgesehen)...keine Felgenreiniger, weil nur harmlose Schmutzanhaftung und bitte ein ordentliches Beading, damit ich auch immer schön sehen kann, dass noch alles stimmt und weil es so schön ist.

 

Das war mein Ziel und dafür war ich auch bereit etwas mehr auszugeben... wenn ich mich auch erst an den Preis von Gtechniq gewöhnen musste, bis es ins Warenkörbchen durfte.

 

Weil das C5 Wheel Armour meine Wünsche an den Felgen erfüllte, wurde das Spielchen auf das Gtechniq C4 Permanent Trim Restorer erweitert, um nun auch die Außenkunststoffe abzudecken, denn hier hatte ich bis dato auch noch nicht das Richtige für unsere Wägelchen gefunden und letztlich viel Geld für ein ständiges Herumprobieren ausgegeben.

 

Den Rest der Gtechniq Produktpalette überlies ich anderen, denn mittlerweile stieß die Firma Carpro auf den Markt und schien mit ihrem damaligen C.Quartz als Lackversiegelung ganz und gar nicht uninteressant zu sein...da hätte ich dann was für den Lack, daß ich mal ausprobieren könnte.

 

Getestet und rundum zufrieden, erschienen nun nach und nach diverse Modifikation des C.Quartz und darunter auch das C.Quartz DLUX, für Aussenkunststoffe, Gummi und Felgen. So kam es dann auch zu diesem Test der Kunststoffversiegelungen, den ihr hier nachlesen könnt, denn bis dahin empfand ich beide Kandidaten subjektiv als ebenbürtig.

 

Da das C.Quartz DLUX den Bereich der Felgen ebenfalls abdeckt, wäre es natürlich interessant zu wissen, ob es sich in diesem Bereich genauso gut schlägt wie mein bisher verwendetes Gtechniq. Da ich noch eine ausreichende Menge für einen Felgensatz hatte und das von C.Quartz DLUX ebenso, konnte ich nun eine weiteren Test starten und los geht’s...

 

Wenn beide Produkte in ihrer Leistung auch in einer Liga spielen mögen: in der Anwendung unterscheiden sie sich völlig.

 

Carpro C.Quartz hat nach dem Auftrag eine Ablüftzeit und diese wird unter Berücksichtigung der jeweiligen Außentemperatur angegeben. Hier sollte man sich auch an die Vorgaben halten und die Ablüftzeit nicht zu locker flockig ausdehnen, sonst wird’s zäh ...was ein Nachwischen betrifft.

 

Gtechniq C5 hat keine Ablüftzeit, sondern wird nach dem Auftrag direkt wieder vom Überschuss befreit. Hier liegt auch schon das kleine Problem, dass die Formulierung wie schnell das zu geschehen hat, äußerst schwammig ist. Nach dem Motto: durch Versuch und Irrtum, findet man sich aber auch zügig zurecht oder anders formuliert- auch C5 wird sehr zäh, wenn man zu lange wartet.

 

C5 wäre nach Auftrag nun direkt einsatzbereit, DLUX möchte nun 24h keinen Wasserkontakt, um in aller Ruhe auszuhärten. Weiterhin sollte man bei C.Quartz besser eine Woche die Finger still halten, was den Einsatz von Shampoo oder sonstigen Reinigern betrifft und Restbestände innerhalb eines halben Jahres aufbrauchen, da C.Quartz nur begrenzt haltbar ist (sofern nicht durch überarbeitete Rezepturen hinfällig).

 

Bei Gtechniq sind mir keine Angaben zu einer Ruhepause vor der nächsten Wäsche bekannt oder eine Einschränkung durch eine begrenzte Haltbarkeit, das kann aber auch einfach an meinem Wissensstand liegen.

 

Ich habe mir also unsere beiden VW’s geschnappt oder besser gesagt ihre Felgen und jeweils auf eine Wagenseite C.Quartz DLUX aufgebracht und auf der anderen Gtechniq C5.

 

So bekam der Polo auf der Fahrerseite vorne wie hinten das Gtechniq C5 und auf der Beifahrerseite das DLUX. Aus Neugier habe ich eine der Felgen mit 2 Schichten behandelt, einfach mal um zu schauen, ob sich ein Unterschied im Laufe der Zeit herausfiltern würde. Bei Gtechniq habe ich noch nichts über mehrer Schichten gelesen und hätte auch nicht ausreichend Restmenge gehabt...also blieb es hier bei der üblichen einen Schicht.

 

Beim Passat bekam die Fahrerseite C.Quartz DLUX und die Beifahrerseite Gtechniq C5 -

eine Schicht bei allen Felgen.

 

Die Fotos sind dieses Mal nicht so prall ..das kann man echt besser dokumentieren.

Ich denke aber trotz allem ist erkennbar, wie sich was über die Saison verhält und darauf lag ja mein Hauptaugenmerk.

 

Am Anfang sind sie ja alle toll, also stieg ich erst etwas später mit der Kamera ein...

 

 

 

 

 

Eigentlich müsste vom Polo eine 3. Reihe existieren.

Ich hab meine ganze Festplatte durchwühlt und trotzdem – nix zu finden. Guut...ich hatte zwischenzeitlich mal aufgemistet und gelöscht und kann von daher nicht ganz ausschließen....*hüstel*

 

Ist aber nicht schlimm, weil unser Passat im gleichen Zeitraum wesentlich mehr Strecke fährt und damit sowieso der bessere Testkandidat ist...

 

 

 

 

Die Felge VR ...

 

In einem Urlaub unter Männern und unter südfranzösischer Sonne muss sich mit Grenzübertritt dermaßen Vorfreude auf die kommenden Tage eingestellt haben, dass es nicht schnell genug gehen konnte, die Motorräder vom Hänger zu holen und so bewegte man den Passat ein wenig zu forsch an Ziel. Die vordere rechte Bremse fand das nicht witzig und als ich den Passat wieder in Empfang nahm, war die Felge vorne rechts komplett geschwärzt.

Es sah aus als hätte es gebrannt, so schwarz war sie und wenn man mit dem Finger darüber fuhr bekam man den Einruck nicht los, dass sich ein kompletter Bremsklotz in pulverisierter Form einmal auf die gesamte Oberfläche verteilt hatte. Exakt ab diesem Zeitpunkt hatte die Felge vorne rechts ein zupfeliges Beading und ich bekam auch zu hören, daß neben Geräuschen der Bremse die Felge doch auch „guuut warm“ wurde. Ich interpretiere das „gut warm“ dann mal als eine Temperaturbereich, der bei Gtechniq C5 nicht vorgesehen ist.

 

Ich habe dies Felge natürlich in der Fotoreihe drin gelassen, aber ich klammere sie hiermit doch eher aus dem Test aus...denn die restlichen Felgen die das C5 trugen, zeigten mir ja ein einwandfreies Ergebnis.

 

Der Passat lief in diesem Testzeitraum 13603 km und 11 mal bekamen die Felgen bei der regulären Wäsche Autoshampoo zu sehen. Die letzten Bilder entstanden nach ~7 Monaten.

 

Der Polo lief in diesem Test 5548 km und wurde 14 mal gewaschen. Er hatte die Räder und damit die beiden Testkandidaten etwas mehr als 7 Monate drauf. Zwar zeigen die obigen Fotos nur den Zeitraum nach ~5 Monaten und die Schlussfotos fehlen, aber ihr könnte ja am Passat sehen, dass sich weder Gtechniq noch C.Quartz DLUX urplötzlich verabschieden und somit waren beide Versiegelungen auch beim Polo nach dem Gesamtzeitraum noch völlig intakt.

 

Mein Eindrücke:

 

Es war mir schon nach kurzer Zeit nicht mehr möglich zu sagen, wo sich nun welches Mittel auf welcher Felge befindet. Schmutzanhaftungen waren bei allen Felgen gleich harmloser Art und nichts was aufhält. Bereits beim Einshampoonieren riss die Oberfläche identisch auf und auch beim Abspülen zeigte sich ein absolut identisches Verhalten bei Sheeting/ Beading.

 

Absoluter Gleichstand in der Leistung von Gtechniq C5 und C.Quartz DLUX und letztlich dann wohl anderes Aspekte die zum Pro oder Contra eines der beiden Produkte führen.

 

Ich persönlich trenne mich damit von den wenigen Gtechniq-Produkten, die in meinem Pflegeregal waren.

 

Selbst wenn ich eine Restmenge DLUX altersbedingt entsorgen würde, fahre ich damit günstiger, als wenn ich C4 und C5 kaufe davon abgesehen kann man eine Restmenge ja auch weiterreichen.

 

Neben der eigentlichen Leistung des Produktes entscheidet für mich auch das Drumherum und hier hat in meinem Erfahrungsschatz CarPro ganz klar die Nase vorn.

Das betrifft sowohl das, was man bei Lieferung in der Hand hält, als auch eine Hilfestellung, wenn man ein Problem hat und die Firma konsultiert. Hier kann ich nichts Negatives über CarPro verzeichnen und über Gtechniq nichts Positives.

 

Solche Aspekte berücksichtigt, fühle ich mich bei CarPro derzeit besser aufgehoben und gebe dieser Firma mein Geld guten Gewissens. Das sind aber nun mal individuelle Entscheidungen und vielleicht hat jemand genau das Gegenteil erlebt, was ihn Gtechniq gegenüber treu sein lässt.

 

Beide Produkte haben auf alle Fälle diesen Test mit Bravur gemeistert und ich kann sie nur weiterempfehlen, wenn sie im Budget liegen und ein Dauerläufer erwünscht ist.


04.10.2013 13:32    |    peppar    |    Kommentare (16)

Man blieb bei CarPro dran, um etwas gegen den gemeinen Geruch des hauseigenen Flugrostentferners Iron X zu tun. Zwischenzeitlich las ich mal von „Kirsche“ als Geruchseliminierer, aber da es hier nie ankam, verschwand die Idee wohl in der Versenkung.

 

Nun kam aber vor 3 Wochen ein neues Iron X hier an...das Iron X LS.

Ich kann machen was ich will, seit ich in einem Forum „less stink“ gelesen habe, kriege ich es nicht mehr aus dem Kopf, aber tatsächlich stehen die Kürzel "LS" für Lemon Scent.

 

Natürlich hatte ich in großer Neugier die frisch eingetroffene Flasche erst mal geöffnet und schöööön den Rüssel dran gehalten....

 

Holla die Waldfee!

Wer seine Hirnwindungen nicht begradigen will, sollte dies besser unterlassen. Der Geruch fauler Eier ist innerhalb der Flasche nicht beseitigt! Da ich wohl nicht die erste war, die nach einem Näschen Iron X LS umher taumelte, gab der Hersteller bekannt, dass das „LS“ erst bei der Anwendung greift und noch nicht in der Flasche.

 

Kein Problem...würde sich ja im Einsatz zeigen.

 

Und ich muss sagen: es funktioniert tatsächlich!

Was eben noch in der Flasche stinkt, erledigt sich bei Einsatz am Wagen.

Wir hatten leider leichte Windböen und ich wollte nicht mit der Nase am frisch eingesprühten Lack entlang rutschen, aber zumindest kann ich sagen, dass mir kein penetranter Geruch in die Nase stieg oder Vögel vom Himmel fielen. Wahnsinnig „lemonisch“ kam mir das Ganze jetzt nicht vor, aber immerhin blieb der Gestank aus – das Wichtigste.

 

Das Iron X LS arbeitet, wie man es von Iron X gewohnt ist, inklusive Indikator.

Mir kam das LS minimal dünnflüssiger vor - bei gleicher Haftung am Lack, allerdings habe ich vom bisherigen Iron X nur eine kleinen Rest in der Flasche, der über die Zeit auch einfach eingedickt sein könnte.

 

Also wer gerne das Iron X nutzt, kann in Zukunft mal ein Auge auf das Kürzel LS werfen...die Nase dankt’s !


26.07.2013 15:54    |    peppar    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: Insect & Dirt Remover, Insektenentferner, Koch Chemie, Road Trip Grime Destroyer, Surf City Garage

Die Zwei hier links wollte sich duellieren und da so was ja schnell über die Bühne ist, schnappte ich mir schnell die Kamera, bevor einer fällt. :cool:

 

Zur Linken und kampfeslustig rot: der Surf City Garage Road Trip Grime Destroyer.

Zur Rechten -ganz unscheinbar, aber mit Chitincracker :rolleyes:- der Koch Chemie Insect & Dirt Remover.

 

 

 

 

Eigentlich hatte ich gar nicht so viel Insektenreste an der Front hängen und auch nicht diese dicken, fetten, blutigen Klatscher. Allerdings ist die Größe ja nicht entscheidend... wo habe ich das schon mal gehört?:rolleyes:

 

Diese kleinen Dingelchen waren sorgfältig über ~10 Tage von der Sonne eingebrannt, in der mein Wagen tagsüber stehen darf und sollten sich nicht weniger festkrallen, als dicke Brocken...

 

Also erst mal kurz vorgespült um zu sehen, wo ich stehe. Auf dem Lack befindet sich das HydrO2 von CarPro - 4 Wochen alt. Meiner Erfahrung nach der Zeitpunkt, an dem die Versiegelung partiell anfängt zu schwächeln, um nach spätestens 6 Wochen insgesamt aufgefrischt werden zu wollen. Heißt hier konkret, dass Motorhaube und Dach noch ein völliges intaktes Beading, stärker belastete Stellen, wie Schwellerbereich oder Frontstoßfänger aber schon ein sichtbar zupfeliges und nachlassendes Beading zeigten, wenn es auf dem Foto auch nicht so recht rüberkommen mag (nähere Infos und einen Test des HydrO2 findet ihr im Blog von Mr. Moe).

 

Das Wasser war für diesen Check nur ganz kurz drauf, jetzt durften die Duell-Gegner ran...

 

An linker Position befand sich Surf City Garage Road Trip unter Einhaltung der rückseitig angegebenen Einwirkzeit von pauschal 30 Sekunden, danach wurde mittels Leitungsdruck, durch den Fächerstrahl einer Gartenbrause, abgesprüht. Bis auf 1-2 Mückenreste war alles weg, das HydrO2 zumindest an der Frontstoßstange allerdings auch, während auf der Motorhaube kein Unterschied zwischen behandelter und unbehandelter Fläche auszumachen war.

 

 

Rechts kam der Koch Chemie Insect & Dirt Remover zum Zug, der seine Einwirkzeit nicht auf der Flasche preisgibt, aber auf der HP des Herstellers mit 1-3 Minute angegeben wird. Hier nahm ich dann die goldene Mitte und sprühte nach 2 Minuten Einwirkzeit mit der Gartenbrause ab. Nahezu identisches Bild: Motorhaube unbeeinflusst, Frontstoßstange zumindest überwiegend auch vom HydrO2 befreit, wenn auch eine Tacken weniger als beim Kontrahenten - Fliegenleichen bis auf 1-2 komplett entfernt.

 

 

Beide Insektenentferner hafteten über die Einwirkzeit gut an den jeweiligen Flächen, trotz nasser Fläche vom kurzen Vorsprühen – gab’s nix zu bemängeln. Die zarten Insektenreste, die zurückblieben, waren bei der anschließende Wäsche nichts, was mich dann noch aufhielt.

 

Tja was soll ich sagen...

 

Es war ein Duell bei dem niemand so richtig umfiel - die beiden waren in ihrer Leistung nahezu identisch. Der Surf City Garage nahm nur von der „angekratzten“ Versiegelung ein wenig mehr herunter und er war halt etwas schneller unterwegs.

 

Bis dato nahm ich - wenn überhaupt - nur den Koch Chemie Insect & Dirt Remover und möchte ergänzend hinzufügen, dass mich hier, bei diesem Test, nichts überraschte. Egal was ich auf dem Lack hatte, solange es intakt war, konnte auch der Insektenentferner dem jeweiligen Lackschutz nichts anhaben. Näherte sich das Lackschutzprodukt sowieso seinem Ende, konnte es dem Insektenentferner nicht mehr viel entgegensetzen und wurde zumindest weiter abgeschwächt oder - wie hier- nahezu entfernt. Das Hydro2 oder ein Prima Hydro Seal, dass ich vorher drauf hatte, würde ich persönlich aber auch nicht als sonderlich hartnäckige Versiegelungen ansehen, wenn es um das Zusammentreffen mit chemischen Substanzen geht. Da hier nicht vorgekommen, muss ich auch der Fairness halber erwähnen, dass die Insektenentferner kein Zaubermittel sind. Hat man so ein richtig schönen blutigen Klatscher, scheint der beinhaltete Chitincracker, wie ihn Koch Chemie nennt, nicht der Ansprechpartner zu sein und die Reste bedürfen auch bei der anschließenden Wäsche noch einer gewissen Aufmerksamkeit, wenn sie auch immer noch leichter von der Hand gehen, als hätte man komplett auf das Helferlein verzichtet.

 

Da ich keine nennenswerte Unterschiede zum Surf City Garage Produkt feststellen konnte, würde ich mal vermuten, dass es sich damit genauso verhält.

 

Zu Wachs kann ich keinen Bezug nehmen, weil ich mich nicht erinnern kann, einen Insektentferner auf einer gewachsten Oberfläche benutzt zu haben. Ich bin eigentlich komplett auf Versiegelungen unterschiedlichster Arten umgestiegen und teste mich hier munter durch die Produktwelt. Ich kann mit den zwei getesteten Produkten auf keinen Fall unterschreiben, dass der Einsatz von Insektenentferner grundsätzlich jegliche Art von Lackschutz gleich mit entfernen würde, weil ich diese Erfahrung schlichtweg nie machte. Da es ja aber mittlerweile diverse Mittelchen mit diversen Rezepturen gibt, möchte ich ein gewisses Restrisiko nicht ausschließen.

 

Wenn man auf der sicheren Seite bleiben will, kann man ja auch z.b. zur Einweichmethode zurückgreifen, die zudem den Geldbeutel schont: einige Bögen Papiertuch, Wasser, Geduld, anschließend vorsichtige Entnahme und man ist letztlich am gleichen Ziel.

 

Da ich gerne der Wind ärgert oder es mir erst dann einfällt, wenn ich gerade die Handwäsche starten will, ziehe ich die schnellere chemische Lösung vor.

 

Im übrigen kamen beide Reiniger auch mal am Moped zum Einsatz. Folierung, Frontscheibe aus Plexiglas und auch sonstige Kunststoffe, Metalle – alles kein Problem. Was den Schmutz-Faktor betrifft den beide Reiniger erwähnen, kann man sowohl mit dem Surf City Garage Road Trip Grime Destroyer, wie auch mit dem Koch Chemie Insect & Dirt Remover sogar altes und sonst wo versprenkelte Kettenfett angehen, wenn auch unter Zuhilfenahme von Bürstchen/ Pinseln und etwas Geduld, weil es schlichtweg nicht die Kernkompetenz der beiden ist und pampiges Kettenfett ja schon echte Herausforderung darstellt. Dafür, dass sie nicht speziell darauf ausgelegt sind, war die Reinigungsleistung hier überraschend gut und auch hier waren beiden Reiniger gleich auf.

 

Letztlich ist es für mich das Kostenargument, warum für mich der Koch Chemie Insect & Dirt Remover als Sieger des Duells hervorgeht.... leistungstechnisch kann ich an beiden nichts bemängeln.

 

 

 

 

Auto sauber- auf geht’s... die nächsten Brummer einzusammeln!

 

Es ist genug für alle da! ;)


26.06.2013 21:46    |    peppar    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: Aufbereitung, Plast X, Rotweiss Acryl- und Plexiglas, Scheinwerfer polieren, Scheinwerferpolitur

Einige kennen es...

 

Die eigenen Kunststoff-Scheinwerfer könnte man prima als Sichtschutz bezeichnen, aber die Preislisten für neue Originale treiben einem die Tränen in die Augen. Nachbauten klingen nach einem evtl. Glückspiel, was Ausleuchtung und Dichtigkeit betrifft, und das Auto hat vielleicht schon ein Alter erreicht, in dem es sich auch gut und gerne morgen verabschieden könnte - wenn auch überraschend. Andere müssen das Problem doch auch haben, also sucht man in Foren nach einer guten und günstigen Lösung. So flammt das Thema immer mal wieder auf und spätestens wenn das große Mysterium „Schutzlack“ die Bühne betritt, prasseln die Pro- und Contra-Argumente auf den Hilfesuchenden ein, wie die Steinschläge auf seinen Scheinwerfer... so zumindest des Öfteren mein Eindruck.

 

Ich habe hier ein Beispiel einer Scheinwerferaufbereitung mit der Fotokamera festgehalten. Vielleicht kann dies zumindest ein paar Unklarheiten beseitigen – wie an dem Beispielscheinwerfer selbst. ;)

 

Es handelt sich um den Scheinwerfer eines Passat 3BG, der auf den folgenden Bildern seinen Ausgangszustand verrät. Da die Gesamtaufnahme bei schattigem Tageslicht den Eindruck erweckt, es wäre mit ein bisschen Politurpaste erledigt, wurde mit einer Neonröhre (mittig) und alternativ der LED-Lenser P7 (rechts) der wahre Zustand herausgekitzelt.

 

 

Jaaa, ihr seht richtig ...keine nennenswerte Steinschläge! :D

 

Alles nur Patina und eigentlich nur eine Stelle, die etwas bedenklich wäre.

Sie befand sich im unteren Bereich und zeigte sich erst im Lichtkegel der P7, hier aber auch nur in einen ganz bestimmten Einfallswinkel. Es war nicht erkennbar, ob sich diese Haarrisse durch das ganze Material ziehen oder nur oberflächlich wären, also wäre das eben das gewisse Restrisiko.

 

600er und 800er Nassschleifpapier für das Grobe und als das Gröbste das ich hatte, nahmen zusammen mit den Körnungen 1000 bis 3000, in 500er Schritten, ein Wasserbad und durften erst mal gut durchweichen. Ich testete mit dem 1000er Papier an, wo ich ungefähr stehen würde und griff dann gleich zum 600er Papier, mit dem ich ein paar ordentliche Schrammen an der Oberseite anging. Dies aber nicht bis auf die letzte Kratzerspur, denn im nächsten Schritt folgte ja bereits das 800er Papier, das ebenfalls gut abtrug und nun auch über die gesamte Fläche eingesetzt wurde. Das arbeitete nach meinem Geschmack, weil es in erstaunlicher Weise bekannt gab, was unter ihm vor sich ging. Es brauchte immer einen ganz kurzen Moment bis es Grip hatte, um sich dann aber regelrecht festzubeißen. Mit einem eher scharfen Schleifgeräusch, bei einer fühlbar widerspenstigen Oberfläche, einer Übergangsphase und letztlich einem samtigen Schleifgeräusch, auf dann spürbar weicherem Untergrund endend - ohne dass das Papier aber abgenutzt gewesen wäre. Sehr schräg... mir bis dahin auch unbekannt, also lüpfte ich das Papier und : „Ahhhh... Schutzlack! Du warst das!“ Da wäre er also mal zu sehen...und wie schön! (Lasst euch bei dem Foto nicht von dem Farbstich ablenken, das lag an falschen Kameraeinstellungen.)

 

Ich kam in kleinen kreisenden Bewegungen von links, um auch den bereits vorhandenen Grip auszunutzen und „kreiselte“ mich langsam voran, wenn das Geräusch vom scharfen Klang in einen Übergang zum Samtigen hin wechselte. Weil sich das Nassschleifpapier immer irgendwelche Angriffspunkte suchte, um dann erst die volle Schleifwirkung zu entfalten, gab es diese lustigen, landkartenähnlichen Gebilde, wenn man in ein neues Gebiet (rechts) vordrang. So mancher alte Kratzer zeigt im mittleren Bereich des Fotos, dass er den Schutzlack komplett durchdrungen hatte. Bis alle „Landzungen“ und „Inseln“ abgetragen wären, wären auch diese Kratzer verschwunden oder zumindest nur noch so zart vorhanden, dass sie die nachfolgenden Körnung beseitigen würde. Ebenfalls gut zu sehen: die verschiedenen Schichten. Als hellste oder milchigste Schicht das freigelegte Polycarbonat, dann eine Linie die wohl dem Haftgrund zuzuschreiben ist und als dunkelste Linie der Schutzlack. Was an diese dunkle Line noch mal angrenzt, ist keine weitere Schicht. Es ist der Schutzlack, der beim ersten Kontakt mit dem Schleifpapier bereits angeschliffen wurde (vergleicht auch den noch unberührten Bereich am unteren Bildrand).

 

Nachdem ich mit dem 800er Nassschleifpapier die ganze Trübungen, Kratzer, Gilb - also zwangsläufig den kompletten Schutzlack - abgetragen hatte, ging ich zum 1000er Nassschleifpapier über, das bei dem geringen Körnungsunterschied zum Vorgänger nun wie ein Kätzchen schnurrte und verbliebene Reste mit sich nahm. Das 1000er Papier behielt ich solange bei, bis ich der Meinung war, dass sich der Scheinwerfer nun wieder einer Transparenz nähern dürfte und nicht, bis ich gerade mal die gesamt Fläche damit abgeschliffen hätte. Es zeigt sich immer erst wesentlich später, wenn man unsauber gearbeitet hat und somit partiell nacharbeiten darf. Also war das 1000er Nassschleifpapier hier so ne Art „Grundsteinlegung“, damit das restliche Geschehen möglichst ohne Rückschritte verläuft. Die restlichen Kandidaten, also 1500er Nassschleifpapier aufwärts, dienten dann quasi der Entfernung von Schleifspuren des jeweiligen Vorgängers und der Findung einer Transparenz.

 

Hier ist mal so ein Zwischenstadium zu sehen. Es ist länger her und ich weiß leider nicht mehr, welchen Schliffbilder zu sehen sind. Ich tippe auf 1000er Korn und 5000er außen, weil ich zeigen wollte, was mit Nassschleifpapier machbar wäre. 5000er Körnung wird ja gerne belächelt - liegt die Vermutung doch nahe, dass ein Zewa dagegen brutal wäre. Man merkt aber tatsächlich auch bei einem 5000er Papier einen Effekt... spätestens dann, wenn man im Trott unaufhörlich mit der Rückseite auf der Fläche nudelt und nichts passiert:cool:. Ein 5000er Papier würde ich persönlich nehmen, wenn ich das Finish mit der Hand erzeugen wollte. Ich hatte für das Finish die Maschine eingeplant, also belies ich es bei dem Schliffbild des 3000er.

 

 

Eine Politur die ich bei Kunststoff sehr gerne einsetze, ist die Plexiglas- und Acrylpolitur von Rotweiss. Sie kann mit der Hand und mit der Maschine verarbeitet werden und bringt eine makellose Oberfläche hervor, sofern es sich um Acrylglas handelt! (Plexiglas ist im Übrigen nichts anderes als Acrylglas oder auch PMMA, es ist nur der geschützte Name der Firma Röhm). Der Scheinwerfer den ich vor mir hatte, war allerdings ein Polycarbonat (PC) und dieses hat nicht die hohe Kratzerresistenz eines Acrylglases, so muss also ein Restschleier einkalkuliert werden.

 

 

 

 

Hier fiel er im Licht der P7 (!) besonders krass aus, weil ich ein Filzpad einsetzte, ist aber nichts, was eine mildere Politur nicht wegzaubern könnte und so ging ich mit Meguiar’s Plast X, welches ebenfalls hand- u. maschinentauglich ist, auf einem weichen Schaumstoffpad hinterher.. Das wäre auf dem Foto der Bereich links der Linie, wenn zu Demonstrationszwecken auch nicht so 100%ig ausgeführt. War natürlich auf die Gesamtfläche kein Thema und alles wurde so, wie ich es mir wünschte, inklusive der bedenklichen Haarrisse am unteren Bereich des Scheinwerfers, die vollständig verschwunden, aber extrem blöd zu fotografieren waren.

 

 

 

Natürlich ist das hier gezeigte Beispiel und die Vorgehensweise nur ein Beispiel!

 

Wer sich ein bisschen durch die Weltgeschichte geschliffen hat, ob nun nass oder trocken und unabhängig von Werkstoff und Formgebung, entwickelt so seine eigene Methode. Ich zog hier das Schleifen ohne einen Schleifklotz vor, um das maximale Gefühl für die gewölbte Fläche zu haben und weil der Scheinwerfer ja auch ein eher kleines Objekt ist.

 

Ich hatte Lust darauf, null Zeitdruck und so bummelte ich ganz gemütlich zum Ziel und rannte nicht. Da stand ein Tässchen Kaffee neben dran oder besser gesagt so einige, weil ich im Trott auch mal das Nassschleifpapier in die Kaffeetasse tunkte und ein Päuschen wurde hier und da auch mal eingelegt. Ich habe nicht auf die Zeit geachtet, aber ich schätze, dass es schon ~ 1,5 Stunden erforderte. Das ist schon recht viel, weil ich die werksseitig eingebauten Scheinwerfer, inklusive Abkleben im eingebauten Zustand, beide in dieser Zeit machte... allerdings auch bei weitaus weniger Defekten.

 

Was Langzeiterfahrungen betrifft, kann ich nur auf ~1,5 Jahre Bezug nehmen, in denen ich schon einmal die ursprünglichen Scheinwerfer unseres Passats aufbereitete und keine erneute Trübung oder Gilb wahrnehmen konnte. Steinschläge waren selbstverständlich neue dazu gekommen... hätte mich auch gewundert, wenn die aus Respekt vor meiner Arbeit ausweichen! Wären die Höhenverstellschrauben der werksseitig montierten Scheinwerfer nicht hinüber und diese kleine Scheißerchen nicht auch noch irreparabel gewesen, wäre es zu diesem hier gezeigten Exemplar also gar nicht gekommen.

 

Sicherlich ist zu berücksichtigen, dass durch den fehlenden Schutzlack das weichere Polycarbonat ein paar Steinschläge und sonstige Attacken weniger abwehren wird, aber unser Passat ist ein ältere Herr geworden und so sehe ich diese kostengünstige Sehhilfe für seine letzte Zeit als absolut ausreichend.

 

Mittlerweile werden diverse Lösungen zur Scheinwerferaufbereitung angeboten, darunter auch Sets mit Lack und dem entsprechenden Haftgrund. Die waren zum Zeitpunkt dieser Aufbereitung nicht aktuell und somit kann ich dazu keinerlei Stellung beziehen. Gleiches was den Einsatz von Lackpolituren betrifft: da fehlen mir schlichtweg die Erfahrungen, weil ich die Kunststoffpolituren nun mal habe, verwende und nach diversen Anwendungen mit ihnen quasi per Du bin.

 

Neben der Aufgabenstellung, die der jeweilige Scheinwerfer bietet, wird es bestimmt auch Unterschied bei den verschiedenen Modellen, Generationen und Herstellern geben...

Ist es bei Kunststoffscheinwerfern immer Polycarbonat? Wird immer mit einer Schutzbeschichtung gearbeitet - immer der gleiche? Wie dick oder dünn ist sie?

 

Es gibt einfach mehrere Faktoren die Einfluss nehmen und nicht zuletzt auch das Geschick und die Erfahrungswerte des einzelnen, wenn er sich an diese Sache heranwagt. Das Ganze für sich abwägen, muss jeder letztlich selbst.

 

Ich hoffe aber nun zumindest, dass ich nicht nur bei diesem Exemplar, sondern bei der generellen Thematik Scheinwerferpolitur hier und da etwas „Licht ins Dunkel“ bringen konnte.

 

 

 

 

 

 

 


14.06.2013 13:59    |    peppar    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Chemical Guys, Gerbil, Wheel Brush

Ich weiß nicht genau, seit wann Chemical Guys den Felgenhamster anbietet, aber ich fand die Idee grundsätzlich nicht schlecht. Etwas Weiches für die Felgen, das kratzerfrei arbeiten würde und das Format war auf den ersten Blick auch ganz gut. Erfahrungsberichte waren zum Zeitpunkt meines Kauf nicht wirklich zu finden...

 

Ach was - in Wirklichkeit hatte ich noch nie von einem schwarzen Hamster gehört und wollte so was gleich mal sehen! :D

 

Echt nicht die groß, die Wheel-„Brush“...da hatten die Abbildungen doch etwas getäuscht. Lustigerweise platzieren die Chemical Guys auf ihrer Produktseite, neben ein paar Hamstercomics, dann auch noch Fotos eines Meerschweinchens...:confused:

 

Nun gut...mal schauen, was Guinea Pig Gerbil so leisten kann - also raus ins Freie...

 

Komplizierte Felgen habe ich nicht zu bieten und die Felgen sind zudem versiegelt. Es ginge also nicht um hartnäckigen und eingebrannten Schmutz, Bremsstaub oder Teerpickelchen, sondern um das üblicherweise Anfallende zwischen 2 Wäschen.

 

Erster Versuch erfolgte an meinen Winterfelgen, die gerade noch drauf waren.

Der Hamster nimmt angenehm viel Flüssigkeit auf und meistert den Schmutz souverän. Der Griff liegt dabei gut in der Hand, man kommt zügig voran und festsitzende Schmutzpartikel im Fell konnte ich auch keine wahrnehmen. An der Stirnseite würde man, aufgrund der Bauform, des Felgenhamsters eher zu eine Waschhandschuh greifen, aber es war auch mit dem Hamster noch umsetzbar. Das Felgenbett war schon bei meine schmalen 185er-Winterreifen nichts, was mit dem Hamster noch Spaß machen würde. Ich kam zwar gerade noch bis zum hinteren Rand, aber man kommt nicht wirklich überall gut hin, allein schon aufgrund des großzügig bemessenen Griffes. Dafür ist er offensichtlich nicht vorgesehen.

 

 

Unser 3BG hatte seine Sommerfelgen schon drauf und diese auch schon extra für mich eingeschmuddelt...

Hier das Gleiche...Speichenzwischenräume gut und zügig zu meistern, ohne das Gefühl Kratzer einzufahren, weil sich etwas im Fell verhaken würde oder das Material dies begünstige, an der Stirnseite eher suboptimal und ans Felgenbett verschwendete ich schon keinen Gedanken mehr... wäre nur ein Krampf. Die kleinen Sicken auf den Speichen, könnte ich dem Hamster nicht verübeln. Diese sind schlichtweg nur mit einem Pinsel zu erreichen.

 

 

"Passat halt mal kurz...ich muss den Pinsel holen!"

Hach...er ist schon ein Praktischer! ;)

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun waren auch meine Sommerschlappen montiert und hier...

Huch?! Neee... beim besten Willen... die Felge frisst den ja auf?!

Die Felge ist so einfach zu reinigen, da gehts ganz ohne felgenspezifisches Equipment... :)

 

 

 

 

 

 

 

He, Hamster...in einer schlagenden Verbindung gewesen? :D

 

Wenn auch rustikal - die Nähte halten. Generell konnte ich auch keinen nennenswerten Haarausfall feststellen. Pro Felge hingen mal 2-3 Härchen irgendwo, das war’s dann aber auch. Möchte man den Hamster irgendwann wieder ausgehfein machen, geht auch das...allerdings nicht allzu beherzt und eher grobgezinkt...da hat er seine Grenzen.

 

 

 

 

Den Durchmesser des Hamsters im Einsatz zu bewerten, war schwieriger...

Ich setzte eine Messschieber an und drückte so weit zusammen, wie es ungefähr beim Arbeiten passieren würde. Da Felgenspeichen in aller Regel jedoch dicker sind, als die Schenkel eines Messschieber und der Druck beim Arbeiten auch nicht so gleichmäßig von beiden Seiten kommt, kann das wirklich nur eine ungefähre Hausnummer darstellen. Ich empfand komprimierte ~3cm als das Höchste der Gefühle, wenn man ihm nicht gleich das Genick brechen will, das aber auch nur die Seiten betreffend und nicht den „Bürsten“-Kopf. Das klingt zwar nicht wirklich viel, aber bei so mancher Felge könnte das schon das Aus für den Felgenhamster bedeuten und bei den Beispielfotos auf der o.g. Produktseite muss ich doch sehr schmunzeln.

 

Mein Fazit:

 

Grundsätzlich macht der Hamster seine Arbeit soweit gut. Bei einer angenehmen Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit, sieht man recht schnell Land und bekommt nicht das Gefühl, dass sein Fell Unheil anrichten würde. Anfallender Schmutz zwischen zwei Wäschen bringen ihn nicht aus der Ruhe, extreme Fälle mit eingebranntem Bremstaub, Teerpickelchen und dergleichen sind für solch ein Tierchen aber grundsätzlich nichts.

 

Dennoch halte ich den Echtfelleinsatz hier absolut nicht für gerechtfertigt. Der Felgenhamster bot mir schlichtweg nichts, was eine gute Mikrofaser mittlerweile nicht auch leisten könnte. Entscheidend ist doch die Umsetzung zu einem vernünftig durchdachten Werkzeug und die sehe ich persönlich hier nicht gegeben, wenn ich an die Bandbreite der Felgendesigns denke...

 

Aufgrund seiner Abmessungen muss man die perfekte Felge für die Chemical Guys Gerbil Wheel Brush nämlich erst mal finden...!

 

 

...kurze Zeit später:

 

Im nächsten Einsatz nach diesem Artikel bzw. 4 Passatfelgen später, war der Felgenhamster der Meinung, mir seine innere Werte zeigen zu müssen ... die Stelle ist nur geklebt und die halbe Matratze innendrin wohl stärker...:rolleyes:

 

 

 

 

 

 

19.10.2013: mein Felgenhamster ist tot!

 

Er beschloß, sich mit Schwung das Leben zu nehmen...

Ich hatte ihn weiterhin benutzt, weil er zwischen den Speichen der Passatfelgen nunmal einfach zuhause ist und dachte nicht weiter darüber nach, daß er sich zum Griff hin immer weiter öffnete. So auch am heutigen Tage und nach getaner Arbeit wollte ich ihn unter fließendem Wasser von Shampooresten befreien und noch ausschlenkern.

Ich holte einmal weit aus...schwang meinen Arm nach hinten und hörte ein seeehr seltsames Geräusch...eine Art " sssschhllllpppp, mmpfff...popp!" und ...ääääh...wo war er hin? Ich hatte nur noch den Griff mit Schaumstoff in der Hand....:confused:

Nach längerem Durchwühlen von Vorgarten, Absuchen der Autos von oben bis unten und untendrunter, fand ich ihn ca 6-7 Meter weiter unter dem Volvo der Nachbarin...sah aus wie ein plattgefahrenes Tierchen ohne Kopf und Beine und lag natürlich genau mittig unter dem Wagen...so daß ich auch noch krabbeln durfte...blödes Viech!

 

Ich überlege noch, ob ich ihn nochmal reanimiere... lustig ist er ja irgendwie. ;)


09.06.2013 00:05    |    peppar    |    Kommentare (39)    |   Stichworte: CarPro, Cleaner Fluid Professional, Elsterglanz, Fahrzeugpflege, Gum Feed, Interior Cleaner, Kerona Active, Lexol, Matroxx, Nevr Dull, Perl, Polyshave, Prima Hydro Max, Quick Finish

Die ganze Geschichte die jetzt kommt, war so dermaßen ungeplant, dass weder Auto, noch Besitzer etwas davon wussten - genau genommen... nicht einmal ich.

 

Unser Passat nahm ein paar Motorräder huckepack, packte ein paar Jungs ein, anständig Gepäck und fuhr von dannen. Zurück lies er mir einen Ford Focus Turnier, der in der Zeit einfach nur sein Plätzchen hüten sollte. Ich linste eigentlich nur mal neugierig durch die schmuddelige Seitenscheibe, weil ich Fords so gar nicht kenne. Bevor ich mich jedoch darauf konzentrieren konnte ob Schalter oder Automatik, gafften unzählige Krümel und Staub, die es sich um die Schaltmanschette gemütlich gemacht hatten, frech zurück... als wollten sie sagen: „Heee... geh weg, ist unser Platz!“

 

Das Wetter war viel zu gut, um es ungenutzt zu lassen und so entschied ich mich, meinem Polo ein Innenraumprogramm zu gönnen und dem Focus gleich mit. Dank Lederausstattung im Ford, sollte das bisschen Saugen, Swiffern, Cockpitpflege und Innenscheiben keine erwähnenswerte Sache werden. Den Fahrzeugschlüssel überlies man mir vertrauensvoll... für alle Fälle. Alle Fälle? Passt! Eine kleine sms hielt ich dennoch für angebracht, die aber erst mal nicht ankam und damit unbeantwortet blieb. Gegen eine kostenlose Innenraumreinigung wäre wohl nichts einzuwenden - also legte ich einfach los...

 

Meine Handvoll Equipment abgestellt, öffnete ich nun endlich mal das gute Stück, um es ohne Schmuddelscheibenfilter zu begutachten und ich gestehe: ein gewisses Lachen konnte ich mir einfach nicht verkneifen...

Ich schaute zu Staubsauger, Wasser, Pril und zu Swiffer, welcher erschrocken sagte: „was soll denn ich da drin?“ Tja... da hatte ich mich wohl um einen Hauch verschätzt, was Aufwand und notwendige Einsatzmittel betreffen würde. Der Anblick war für einen gerade mal 1,5 Jahre alten und keine 60000 km gelaufenen Wagen, beachtlich!

 

Aber... keine Gerümpelansammlung! Das war alles mit einem Handgriff erledigt. Keinerlei Lebensmittel vergangener Tage, deren gewachsenes Fell ich hätte kämmen können, irgendeine Art von undefinierbaren Getränkeresten oder mumifizierten Süßigkeiten - nichts dergleichen!

 

So kämpfte ich mich dann mit dem Staubsauger jede Faser entlang, bis einfach nichts mehr rauszuholen war, reinigte die Innenscheiben mit Wasser/ Pril und widmete mich den Kunststoffen mit Koch Chemie Multi Interior Cleaner. Unzufrieden mit den Teppichen, griff ich dann doch noch mal zu Waschsauger und Tuba Fleckenspray, um ihnen doch noch etwas Schmutz abgzugewinnen. Türen zu - jetzt durfte erst mal alles in Ruhe trocknen.

 

 

 

Die empfindlichen Tachoscheiben/ Display und Klavierlackblende des Radios lies ich bei der Grundreinigung aus, um sie gesondert, mittels Quick Slick Tuch von Wizard-of-Gloss und dem Quick Finish von Swizöl zu reinigen, da das ursprünglich gewählte Koch Chemie AllroundQuickShine „schlierenhaft überfordert“ war. Die Kunststoffe bekamen eine Runde Auto Finesse Spritz spendiert.

 

 

 

 

Alles was Leder war, wurde mit Lexolseife gereinigt und im Anschluss mit der Lexol Lederpflege behandelt... fertig war der Innenraum! Jetzt war übrigens auch meine sms angekommen...sie muss wohl zu Fuß gelaufen sein...

 

 

 

Innen hui, außen pfui?

 

Auch wenn eine 100%ige Wiederherstellung nicht gelang...

Bis jetzt hatte ich so viele schöne Aha-Effekte, das konnte ich mir außen unmöglich entgehen lassen! Da mir das Wetter aber nun jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen konnte, behielten der Focus und ich das Vorhaben für uns. Der Besitzer wusste spätestens jetzt von meiner Leidenschaft für die Fahrzeugpflege.

 

Vom Vorher-Zustand des Äußeren, habe ich keine Gesamtaufnahmen. Man kann die Ausschnitte aber auf das Ganze hochrechnen, da alle gezeigten Vorkommnisse des öfteren anzutreffen waren. Der Wagen hatte allerdings auch einen beachtliche Anfahrtsweg und wurde sicherlich nicht extra dafür durch die Waschanlage gejagt. Er war also primär ordentlich eingeschmuddelt und dies bewies sich bisher auch als regenfest.

 

 

Bevor ich mich neugierig auf den Lack stürzen und ihn freischaufeln würde, kümmerte ich mich zunächst noch um Einstiege/ Türanschläge und jene Dinge, an die eine Waschanlage nicht kommt. Pinsel und All Purpose Cleaner in ~ 1:8 für den angefallenen Schmutz, eine Handpolitur der Einstiegsleisten mit Chemical Guys Metal, ein Runde Prima Hydro Max als Sprühversiegelung und Swizöl Gum Feed für die Dichtungen. Im Motorraum hielt ich mich zurück und beschränkte mich lediglich auf die Entfernung alter Salzkrusten auf lackierten Teilen und Abdeckungen, was mit feuchter Reinigung und anschließender Pflege durch CarPro Perl/ Swizöl Gum Feed schnell erledigt war.

 

 

 

Jetzt aber endlich mal so richtig ran... ans Gulaschblond! :D

 

Diese Namensgebung stammt nicht von mir! Erstaunlich viele Passanten fragten mich nach der genauen Farbbezeichnung, um die ich mich allerdings noch nicht gekümmert hatte. Drei ältere Herren gaben sich aber ganz besondere Mühe. Sie standen zu dritt an ein Mäuerchen gelehnt, kommentierten amüsiert mein Werkeln und rätselten munter und laut vor sich hin, wie die Farbe nun genau heißen mag.... „ Ist das nicht eher so ein Bronze...oder Kupfer...neeee...hmmm.. Rost...Hellrost...ähhhm....“ Plötzlich rief einer laut: „Gulaschblond...?!“ und schlagartig waren sich alle einig! Irgendwie erinnerten mich die Drei ein bisschen an Waldorf und Statler aus der Muppet-Show, mit Kumpel zu Besuch... :rolleyes:

 

Ich hatte gerade die Reinigungsknete gezückt, war mit einem Wasser-Shampoo-Gemisch in der Sprühflasche bewaffnet und fühlte mich nach wenigen Sekunden, als wolle ich Brailleschrift glätten. Die Teersprenkelchen zogen sich einmal rundherum ums Auto, bis hoch zu den Scheiben und das in gleichbleibender und erstaunlich hoher Dichte. Ich dachte die Knete bekäme zeitweise nicht einmal Kontakt zum Lack, dermaßen besiedelt war dieser Wagen und ich kam mit dem ständigen Durchkneten der Knete gar nicht hinterher. Beste Gelegenheit das Polyshave zu testen...

 

Das CarPro Polyshave ist sozusagen eine andere Form von Reinigungsknete. Vor der Erstanwendung sollte man es unbedingt an den Scheiben „vorentschärfen“, denn das Polyshave ist nicht ohne und kann einem, bei weichen Lacken, die Politur im direkten Anschluss schon aufzwingen. Wer als Gleitmittel ein Shampoomischung nimmt, darf hier ruhig für eine satte und flutschige Mischung sorgen... sie frisst das Polyshave nicht auf, puffert aber besser ab. Ich hatte beim Fordlack keinerlei Probleme, war aber durch den Wegfall des Durchknetens vergleichsweise schnell durch und bekam nun endlich auch einen Vorgeschmack auf die richtige Farbe des Wagens – tatsächlich... metallic!

 

 

Der Focus fand die Prozedur klasse! Plötzlich blinkte er 5-6 mal und wackelte dabei mit den Ohren!

Jaaaa, ich weiß....ein Ford-Keyless-Kenner würde jetzt sagen, dass das am Schlüssel in der Hosentasche lag, der versehentlich geknautscht wurde oder am Shampoogemisch, das über den Sensor für die ZV lief und so für Öffnen/ Schließen unter Einbindung von Blinkern und Spiegeln sorgte...alles Quatsch: der Focus hat sich gefreut! :o

 

Ich mich auch, denn die Politur wäre jetzt mehr oder minder nur noch Formsache...

 

Die paar Kratzer und Schrammen die er hatte, würde ich mit der 2500er Menzerna auf Festool-Pad orange oder dem vergleichbaren orangen Rotweiss-Pad angehen, der restliche Lack bekäme lediglich einen Durchgang mit einer eher milden Politur, die keinen Finishdurchgang erfordern würde und hier griff ich zum Swizöl Cleaner Fluid Professional. Es war nicht mein Anliegen, jeden noch so kleinen Makel zu entfernen, denn der Wagen würde auch in Zukunft nur Waschanlagen sehen. Ein bisschen mehr Glanz und Glätte, was an Swirls weg wäre, wäre weg und die Kratzer eben gesondert und so setzte ich das dann auch um. Den Abschluss bildete Prima Hydro Max.

 

Die angelaufenen verchromten Plastikteile an Kühlergrill und Nebelscheinwerfern, ließen sich überraschend gut mit einem weichen Tuch und Chemical Guys Metal Shine zum Glänzen bringen, die Auspuffblende war schon etwas widerspenstiger. Mit NevrDull war es ein mühseliges Unterfangen, aber die Elsterglanz Chrompolitur lieferte augenzwinkernd gewünschtes Ergebnis.

 

 

 

 

 

Meguiars PlastX mit weißem Festool-Pad kam bei den Rückleuchten, Scheinwerfern und den hochglanzschwarzen B- und C-Säulenverkleidungen zum Einsatz. Das ging so gut, dass ich auf Bild 49 sogar ein anderes Haus frei polierte! ;)

Kunststoffe und Fensterdichtungen versorgte ich mit CarPro Perl, das mir aber den Anschein gab, als wenn die Fordkunststoffe es nicht sonderlich mögen und nach einer Wäsche teils schon wieder abschütteln.

 

 

 

Die Felgen reinigte ich lediglich, weil die mit ihrem Teerbefall und reinigungsunfreundlichem Design ein ganz eigenes Projekt wären. Die Reifen bekamen die Reifenpflege Zaino Z-16 und ich dabei ein Ladung Platzregen..danke! :mad:

 

Außerdem bekamen alle Scheiben noch eine Versiegelung... genau genommen zwei verschiedene: Seitenscheiben und Heckscheibe das Kerona Active, die Frontscheibe das Matroxx blue Car Protect, bei dem ich mich nach wie vor hin- und hergerissen fühle, zwischen der Begeisterung für das Produkt und dem haarsträubenden Preis.

 

Das Matroxx hält zwar „nur“ ein halbes Jahr und ist vermutlich eine der teuersten Glasversiegelungen auf dem Markt, besitzt aber ein paar entscheidende Vorzüge, die den Preis relativieren. Die 2 mir wichtigsten:

 

1. Nachimprägnieren ist zu jeder Zeit möglich! Man muss also die vorhandene Imprägnierung nicht erst entfernen, bevor man nachimprägniert. (theoretisch könnte man auch punktuell imprägnieren/ nachimprägnieren).

 

2. An den Verarbeitungshinweisen von Matroxx blue „Home Care“ orientiert:

Es geht komplett ohne Auspolieren des Restschleiers, der sich beim Auftrag bildet.

Einfach ein Tuch in klarem Wasser getränkt und damit nach dem Auftrag über die Scheibe gewischt und nachgetrocknet – fertig! In einem Test an Frontscheibe (auspolieren vs. nachwischen), konnte ich keinen Unterschied in Wirkung oder Standzeit feststellen.

 

Von einer evtl. notwendigen Grundreinigung vor der Erstanwendung abgesehen, ist das Matroxx also herrlich schnell und äußerst bequem aufgebracht und das ist mir schon was wert.

 

Kerona Active war meine Einsteiger-Glasversiegelung und hält mit ihren 50ml eine gefühlte Ewigkeit. Im Grunde eines sehr schöne und wirklich einsteigerfreundliche Lösung, sie war aufgrund der Laufleistung unseres Passats nur ein Fehlgriff, da sie auf der Frontscheibe nach ~4000 km aufgefrischt werden wollte, was zur damaligen Zeit alle 5-6 Wochen bedeutete...

Deshalb dient mir der Restbestand derzeit als Versiegelung von Seitenscheiben und Heckscheibe, wo sie problemlos mehrere Monate meistert und senkt mir die Kosten, die eine Rundumversiegelung mit Matroxx Blue Car Protect mit sich bringen würde.

 

Der ehemals gulaschblonde Focus, war jetzt also wieder ein ansehnliches Kerlchen geworden und ich war schon ein bisschen stolz.

 

Als Andenken wollte ich natürlich ein paar schöne Nachher-Fotos schießen, aber wie auf Bestellung, kam eine ganze Ladung Regenwolken herbei geeilt, die auch mal gucken wollten... - es ist doch wirklich immer das Gleiche! Ich konnte also gerade mal zwei klägliche Fotos schießen, in denen sich ein paar Sonnenstrahlen kurz dazwischen drängten! :(

 

Ich hatte riesen Spaß und bereue nicht eine Sekunde mit dem Gulaschblonden ...Marsroten... metallic! :cool:

 

Ich freue mich über Kommentare und beantworte gerne Eure Fragen. Nur bitte seid so nett und haltet euch mit beleidigenden Kommentaren zurück, was den Ausgangszustand des Wagens betrifft. Glaubt mir - der Besitzer weiß sehr gut, wie sein Wagen aussah und liest evtl. hier mit. Der Focus kam nun mal nicht in den Genuss, als Privatfahrzeug auf Lebenszeit, in einen Privathaushalt zu wandern. Er ist ein reines Arbeitstier und als wenn das nicht Schicksal genug wäre - ein Leasingfahrzeug.

 

Einfach immer dran denken:

solange Antonia Rados nicht neben dem Auto steht, um live aus dem Krisengebiet zu berichten, ist alles nur halb so wild! ;)

 

 

Danke, dass ihr den langen Artikel durchgehalten habt!


05.02.2013 21:35    |    peppar    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: 1:64, Fahrzeugmodell, Modell, Modellbau

Teil 1 findet ihr hier...

Den 2. und letzten Teil zum Thema, widme ich einem sehr kleinen Audi TT, der mit einem Maßstab von 1:64 eine ganz besondere Herausforderung darstellte. Hintergründe könnt ihr hier erfahren...

 

Theorie und Praxis: was das Format 1:64 wirklich heißen würden, wurde mir erst so richtig mit dem Auspacken des Modells bewusst und im Hinblick auf Veränderungen, lachte ich erstmal herzlich los. Wie gut ich mich hier noch dem großen Original annähern konnte, war mir mehr als schleierhaft, aber genau diesem Reiz war ich ja verfallen.

 

Auch wenn ihm etwas Staubwischen oder eine Scheibenpolitur im Inneren sicher nicht geschadet hätten, war an eine Demontage gar nicht zu denken... dafür hatte der Hersteller schon gesorgt. Handelte es sich schließlich um ein Spielzeugmodell und hier sollen ja bekanntlich keine Kleinteile verschluckt werden. Hier hätte ich wohl eher Bedenken, daß es jemand gleich im Ganzen versucht, aber das steht auf einem anderen Blatt... Fakt ist: für ein Spielzeugmodell war die Umsetzung mehr als gelungen! Respekt! Für mich war nun entscheidend, dass die Lackierung bereits die richtige war und ich direkt zu den sonstigen Änderungen übergehen konnte. Ich schlich mich still und leise ins entsprechende Nutzerprofil, wühlte mich durch die Fahrzeugfotos und notierte mir sämtliche Änderungen, die mir auffielen. Jetzt konnte es auch schon losgehen...

 

Die Schriftzüge und das Emblem am Heck mussten weg... eine schöne Aufwärmübung!

Ich nahm ein winziges Stück 5000er Nassschleifpapier -quasi an Wasser vorbeigeführt - und entfernte diese aufgedruckten Symbole. 5000er klingt ja „scharf“ wie ein Tempo... aber das war hier mehr als ausreichend, denn der Lack war butterweich und obendrein nicht wirklich überschwänglich dick aufgetragen, was so manche Kante verriet. Was die Nässe des Nassschleifpapiers betrifft, war natürlich allerhöchste Vorsicht geboten, damit keine Feuchtigkeit oder nasser Schleifstaub in den Innenraum vordringen.

 

Im Heckbereich stellte ich nebenbei fest, dass oberhalb der 3. Bremsleuchte ein Defekt im Klarlack vorlag. Ich griff auf weichen transparenten Acryllack aus dem Bastelbereich zurück, füllte die Stelle auf, lies sie trocknen und verschliff erneut. Da die 3. Bremsleuchte verdammt nah und nur aufgedruckt war, war hier nicht weniger Vorsicht geboten.

 

Es lief glatt... ich hatte bereits zwei Sachen erledigt und die kleine Saftorange war noch heile! Ich freute mich über jeden kleinen gelungenen Schritt wie ein Schneekönig, denn eins war klar: Ausbesserungen irgendwelcher Pannen wären an diesem kleinen TT nicht wirklich machbar... es musste alles auf Anhieb gelingen!

 

Wenn etwas schief gehen sollte, dann bitte spätestens jetzt, also ging ich nun die Felgen an, bei denen ich noch die größten Bedenken hatte. Zwischen den Speichen befanden sich partiell derart kleinen Lücken, dass ich befürchtete, diese -selbst mit dem dünnen Lack aus der Sprühdose- direkt aufzufüllen und ich hätte einfach nichts, diese kleinen Lücken davon wieder zu befreien. Ich zog die Bereifung ab, schützte alle nicht zu lackierenden Flächen, entfettete mit Isopropanol und ging die Lackierung an. Am liebsten hätte ich ja beim Sprühen gar nicht hingeschaut, aber das ging irgendwie schlecht ;). Mit viel Abstand, sehr vorsichtig eingenebelt und nach und nach eine deckende Schicht erhalten, lief zu meiner großen Freude, keine der kritischen Stellen aus. *freu*

 

Nach der Durchtrocknung wurde alles ausgepackt und erneut eingepackt, denn jetzt folgten Außenspiegel, Tankdeckel, Kühlergrill und Diffusor, die ich natürlich beim Abkleben frei hielt. Ich frage mich heute noch wie ich es hinbekam, die silber angedeuteten Blinkerleisten der Außenspiegel so abzukleben, dass nach dem Lackauftrag kein Orange herausspitzeln würde, aber es klappte einwandfrei und alle genannten Teile waren nun ebenfalls schwarz glänzend.

 

Hurra...soooo viiiiel auf einen Streich und immer noch war die kleine Saftorange heile! :D

 

Am schwersten war es übrigens, nach dem Lackieren die Finger still zu halten und die Teile nicht auszupacken, bevor der Lack überhaupt eine Chance auf Trocknung gehabt hätte... platzt man doch vor Neugier und will die Resultate sehen!

 

Nun stand gar nicht mehr viel an...

Die Spiegeldreiecke, zu dem Zeitpunkt schwarz glänzend, wollte ich einfach, mit einem Pinselstrich, matt absetzen und der Auspuff sollte noch silber lackiert werden.

 

Da schmökerte ich am Vorabend ein bisschen hier durchs Forum und stolpere durch Zufall über den Beitrag, dass die Endrohre des Vorbild-TT 's von silber in schwarz matt umgestaltet werden sollten und der Termin auch schon stand! :eek: Haarscharfes Timing und so schwenkte ich gleich auf schwarz matt um... das würde bis zur Übergabe prima passen. Hoffentlich würden dem Fahrzeughalter nicht noch andere Dinge einfallen, die er jetzt gerade ändern will...:rolleyes:

 

Mit Hilfe des WWW druckte ich Kennzeichen aus, klebte Tesafilm zum Schutz auf die Vorderseite, hauchdünnes doppelseitiges Klebeband auf die Rückseite und hielt sie zur Befestigung bereit, denn eine Sache stand noch aus...

Wer die Saftorange kennt weiß, dass ein Modell solange nicht die Saftorange sein kann, wie der Lack keinen top gepflegten Zustand hat und davon war dieser Lack doch ein ganzes Stück entfernt. So half ich dem Lack ein wenig auf die Sprünge, gab zugunsten einer schönen Färbung ein µ Reifenpflege auf das Gummi :D und befestigte nun die Kennzeichen.

 

Keine Pannen, keine Schäden... alles auf Anhieb gelungen... Gimme Five - kleine Saftorange!:rolleyes:

 

Eindeutig war das die Saftorange in klein, die ich da vor mir stehen hatte, aaaaber.... es fehlte der Felgenstreifen und man mag kaum glauben, was so ein Felgenstreifen ausmacht, vor allem dann, wenn er eben fehlt! So richtig glücklich war ich also nicht...

 

Von der Umsetzung eines solchen, hatte ich mich schon recht früh verabschiedet. Ich sah hier einfach keine realistische Chance, ein vernünftiges Ergebnis hinzuzaubern... dafür war das doch alles zu klein und was gäbe es Schlimmeres, als ein ungleichmäßiger, welliger oder zu dick geratener Felgenstreifen, der letztlich die ganze Optik versaut?! Mit welchem Werkzeug denn auch und hätte ich überhaupt eine gelben und roten Lack, um das benötigte Orange anzumischen? Huch... ich hatte sogar ein Orange hier und das schien gar nicht so daneben zu liegen...hmmm...:rolleyes:...

 

Ich stellte meine Bedenken einfach ab, entfernte noch mal das Reifengummi, zog die Lupenlampe zum mir herüber, rührte den Bastellack auf, nahm einen Zahnstocher und schob damit satt aufgetragene Farbe vom Mikro-Felgenmaul zum Rand des Mikro-Felgenhorns. An Atmen war bei dieser Tätigkeit aber keinesfalls zu denken und ich verfiel von Zeit zu Zeit erst in Schnappatmung und dann in Lachanfälle, weil ich mich selbst beobachtete.

Die Deckkraft lies nach dem Erstauftrag zu wünschen übrig, also wiederholte ich das Spielchen und hatte...

Tatatataaaa... einen orangen Felgenstreifen... dünn und gleichmäßig! *hüpf hüpf freuuuu*

Endlich erkannte ich sie voll und ganz... die Saftorange - sooo musste sie sein! :)

 

 

Ich muß schon sagen, dass man bei 1:64 wirklich an gewisse Grenzen kommt... abhängig vom Umfang der Veränderungen und dem Werkzeug natürlich. Ich setzte hier nichts anderes ein, als bereits in Teil 1 nachzulesen. Die Vorgehensweise war auch keine andere, aber dieses Format ist halt wirklich klein, wenn man noch individualisieren möchte.

 

Auf jeden Fall - und das ist das Wichtigste - war es eine gelungene Herausforderung und ein riesen Spaß!

 

 

Wie im ersten Teil des Artikels schon erwähnt, möchte ich nochmal darauf hinweisen, daß ich keine Aufträge annehme - bitte habt Verständnis dafür! Es tat doch irgendwann gut, Küchen- und auch Schreibtisch ohne Bastelutensilien zu sehen...denn letztlich war alles improvisiert, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

 

Grüße

Peppar


05.02.2013 14:52    |    peppar    |    Kommentare (21)    |   Stichworte: 1:43, Fahrzeugmodell, Modell, Modellbau

Vor einiger Zeit stolperte ich über mein 1. Auto als 1:43 Modell.

 

Herrlich...! In einem Anflug von Nostalgie ist das erste Auto doch das Beste und das Modell war wirklich schön gearbeitet. Farbe, Felgen und Innenleben passten, nur das Panoramadach fehlte...und der Rost! ;)

 

Wie sollte es auch anders sein... entstand nun das Bedürfnis, die Lücke bis zum aktuellen Wagen zu schließen und so begab ich mich auf die Suche.

 

Uff- gar nicht so einfach! Zugegeben... ich hatte den Vorteil, dass ich VW’s suchte und musste somit am wenigsten fürchten, dass sie nicht als Modell aufgelegt worden wären. Das war’s dann aber auch schon mit dem Vorteil, denn der Rest war ziemlich ernüchternd...

Schnell hatte ich mich davon verabschiedet, mein Auto von damals als Modell exakt dargestellt wieder zu finden und noch schneller, eine hervorragende Qualität vorzufinden. Da fehlten meist Ausstattungsmerkmale die ich hatte und in einigen Fällen war meine Lackfarbe einfach nicht zu kriegen. Was die Qualität betrifft, war nicht zu übersehen, dass auch der Modellbau nicht immer so weit war wie heute. An Sammler hatte ich vorher natürlich auch keinen Gedanken verschwendet, sie waren jedoch nicht zu übersehen.

Aber gut...irgend jemand würde seine Vitrinensammlung schon auflösen und ich meine Wägelchen dort finden... zumindest annähernd oder unwiderstehlich günstig. Während meiner Suche kam ich dann auf die Idee, dass das ja ein prima Geschenk wäre und sammelte gleich noch die vergangenen Kfz meiner besseren Hälfte ein.

 

So standen sie dann irgendwann vor mir...8 Modelle, teilweise ansehnlich, teilweise zum Wegrennen und bei 5 war klar, dass ich den Farbcode ausfindig machen müsste. Ich recherchierte und besorgte notwendige Lacke im Autozubehör.

 

Die Demontage

 

Da ich diverse Hersteller und Generationen Modellbau vor mir hatte, fiel die Demontage recht unterschiedlich aus.

 

Manches Modell lies sich einfach -wie eine Ü-Ei-Figur- komplett zerlegen. Einige Modelle schützten ihr Innenleben durch kleine Schrauben auf der Unterseite und innen stieß ich dann auf hitzeverschweißte oder geklebte Teile. Schließlich gab es noch die Modelle, bei denen man definitiv nicht wollte, dass hier einer Hand anlegt! Bodenplatte nicht nur verschraubt, sondern zusätzlich und nahezu lückenlos verklebt, um im Innenleben das Ganze konsequent fortzuführen und durch hitzeverschweißte Teile zu ergänzen...hurra! :mad:

 

Als unmöglich erwies sich keine Demontage, aber es war zeitweise schon eine Gratwanderung, alles unversehrt zu erhalten. Mit Isopropanol und etwas Einwirkzeit konnte ich Klebestellen soweit schwächen, dass die Teile unter leichtem Hebeln zu entfernen waren. Weder Lack noch Kunststoffe nahmen durch Isopropanol Schaden. Hitzeverschweißte Teile befreite ich mit Hilfe eines Skalpells, indem ich Verschmolzenes nicht weg brach, sondern schnitt, damit Führungsstifte intakt bleiben. Bei transparenten Teilen wie Scheinwerfern können sich diese auch außen zeigen.

 

Die Lackierung

 

Geplant war, dass ich vorhandenen Lack einfach mit 1000er Nassschleifpapier kurz anschleife und den vorgesehenen Autolack dann aufbringe...

 

Beim ersten Modell das ich in die Hand nahm, stellte ich beim Nassschleifen fest, dass der Lack nicht unbedingt das ist, was man draußen auf seinem Auto wieder findet und bei einer Testlackierung zeigte sich, dass sich die beiden Lacke nicht wirklich mochten. Bevor ich nun mit jedem Modell dieses Spiel treiben würde (denn jeder Lack war im Charakter anders), entschloss ich mich, die 4 bereits demontierten Modell komplett vom Lack zu befreien, bei Modell 5 knobelte ich noch ein bisschen.

 

Wie gut, dass alle Teile aus Metall waren! So durften sie in ein Bad aus Nitro-Universal-Verdünnung und nach kurzer Zeit war der Lack Geschichte. Die blanken Karosserieteile hatten schon ihren Charme, aber welchen Guss ich nun in der Hand hielt, wusste ich nicht. Mal war von Zinkdruckguss die Rede, mal von Zinndruckguss, meist fehlte jedoch jegliche Info diesbezüglich.

 

Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn mein Autolack nun auf dem reinen Guss haften würde, damit eingearbeitete Details wie Türleisten, -griffe oder Spaltbereiche der Karosserie am besten erhalten bleiben. So richtig toll wurde das aber in einem Testlauf nicht – schien partiell auch zu reagieren und so entschied ich mich eben doch zum Einsatz einer Grundierung. Zart bis zu einem deckenden Bild eingenebelt, trocknen lassen und wieder mit 1000er Nassschleifpapier angeschliffen, schien meine Universalgrundierung keinerlei Probleme mit dem unbekannten Untergrund zu haben und eingeprägte Details fielen dem leichten Filler-Anteil auch nicht zum Opfer.

 

Jetzt konnte endlich der schöne Part folgen, die Farbe...

Als „Spritzkabine“ diente mir in der Garage ein riesiger Karton, bei dem ich eine Seitenwand aufklappte und somit einen schönen Schutz vor Sprühnebel hatte. Kleine Hölzstäbchen, die ich mit Heißkleber befestigte oder auch Kabelbinder, dienten mir als Halter an den Bauteilen und ein oller Styroporklotz als Sammelstelle in der Trocknungsphase. Unilacke, Metallic, Perlmutt...die Teile wurden und die Unilacke habe ich zusätzlich noch mit Klarlack versehen- gab doch mehr Glanz. Da die Garage kein Reinraum ist, kontrollierte ich noch mal jedes Bauteil und polierte es bei Bedarf mit Hilfe von 3000er Nassschleifpapier, einem Proxxon mit weichem Polieraufsatz und Precleaner auf. Ja... tatsächlich erwies sich der schleifpartikelfreie Precleaner als die beste Lösung! Selbst der weichste Polieraufsatz hinterlies trocken eine zarten Schleier und so pufferte der Precleaner diesen optimal ab, so daß ein schöner Glanz entstand.

 

Um unlackierte Türschutzleisten, Kotflügel, Spoiler und dergleichen nachzuempfinden, klebte ich die Teile erneut ab und setzte einen Mattlack aus der Sprühdose in schwarz ein- vom fummeligen Abkleben abgesehen, kein Problem mit der Haftung.

 

Modell 5, dass ich zunächst zurückstellte, lies mir keine andere Wahl, als anzuschleifen und überzulackieren, denn Heckemblem und seitliche Blinker waren aufgedruckt oder gemalt. Dieser Lack fühlte sich beim Anschleifen aber nicht großartig anders an wie sein großes Vorbild und so machte auch der Farbauftrag überhaupt kein Problem. Da hätten sich die andere 4 Modelle ruhig mal ein Beispiel nehmen können! ;)

 

Schnell erledigt, waren auch die Innenräume der Wagen. Während bei Modellen einer aktuelleren Modellbaugeneration alles recht ansehnlich und auch seidenmatt gestaltet war, wurde bei den älteren Modellen ein glänzender Kunststoff verwendet und das Golf 3-Modell hatte eine helle Ausstattung, die ich nicht gebrauchen konnte. Nach einer Grundreinigung entfettete ich sie mit Isopropanol, besprühte sie mit Kunststoffhaftgrund und setzte nach dessen Trocknung das gleiche Schwarz matt ein, welches ich für Türleisten etc. verwendete.

 

Nun folgten noch ein paar kleine Anpassungen, wie das Abdunkeln von Heckleuchten mit transparentem Bastellack und Pinsel, hier und da andere Felgen, der Golf 3 kam ohne Heckscheibe und Heckemblem, welche eben noch gezaubert werden mussten – machbare Annäherungen an das jeweilige Original eben. Dem Zusammenbau der einzelnen Modelle, standen jetzt eigentlich nur noch die Scheiben im Wege. Die waren oftmals vermackt oder hatten kleine Kratzer. Auch hier bewährte sich der Einsatz von des Proxxon mit weichem Polieraufsatz und niedrigster Drehzahl, um doch noch einiges herauskitzeln zu können.

 

Nun alle Modelle wieder zusammengesteckt, -geklebt, - geschraubt, Kennzeichen ausgedruckt und drauf – fertig! Das war für die Wagen meiner besseren Hälfte auch höchste Zeit, denn der Geburtstag stand vor der Tür...eigentlich schon in der Tür. Ich schaffte es gerade rechtzeitig, eine Vitrine zu bestücken - improvisierte hierbei mit wiederablösbar verklebten Stoppern, damit die Modelle nicht umher kullern, Geschenkpapier drumherum und zackzack: „Happy Birthday... pack aus... bloß nicht schütteln und nur angucken - nicht anfassen!“

 

 

 

Vitrine

 

Plastikvitrinen finde ich... naja... nicht sooo toll, aber der Hinblick von Zeit zu Zeit den Staub aus den letzen Winkeln meiner Modelle entfernen zu müssen, noch weniger. Also zog ich die Vitrinenlösung doch vor. In eine Vitrine für 1:18 Modelle passten 4 Wagen, doch die schwarze Bodenplatte mit ihrer relativ glänzenden Struktur fand ich nicht so schön anzusehen und wollte dies nun nachträglich ändern.Ich schaute mal, was die Fraktion der Modellbahner so zu bieten hat und wurde in der Ecke „Gleisschotter“ fündig. Da gerade meine Autoreihe eine schreckliche Farbkombi abgeben würde, zog ich neutrale Grauabstufungen vor und teste mich durch verschiedene Körnungen und Grautöne. Ich hätte vorher vermutet, dass ich bei einer Körnung für H0 oder minimal Spur N landen wurde, aber am besten gefiel mir doch tatsächlich der ganz feine Basalt, der für Spur Z gedacht ist.

 

Ich startete mit der Schräge am Rand der Bodenplatte, indem ich eine Plexiglasscheibe überstehend fixierte, entstandene Lücke mit Gleisschotter füllte, beidrückte und mit Kleber beträufelte. Die überstehende Plexiglasplatte diente dem Zweck, den vorhandenen Winkel ein wenig nach außen, auf ~ 45°C zu bringen, auch um eine Hauch mehr Stellfläche zu gewinnen. Das Foto verdeutlicht vermutlich besser, wie ich es meine...

 

Als Klebstoff verwendete ich eine der Rezepturen, wie man sie zur Gleisschotterverlegung im Netz finden kann und mischte 1 Teil wasserlöslicher Holzleim und 3 Teile Wasser - ein Tröpfchen Spüli begünstigte das Fließverhalten.

 

Ich war überrascht, wie fest dieser Klebstoff wird und wie scharf sich die Kante damit abbilden würde, arbeitete mich um die 4 Seiten und ging nach Trocknung dieser die eigentliche Stellfläche an: aufstreuen, mit einem Holzleistchen glatt ziehen, mit Kleber beträufeln und äh...es sah aus, als hätte ich eine Bogen Schleifpapier aufgeklebt – geht ja mal gar nicht!

 

Da man Streumaterial aber munter schichten kann, gab ich eine zweite Schicht darauf und bearbeitete dieses Mal den noch trockenen Basaltsand mit einem kleinen Flachpinsel, so dass eine leicht hügelige Fläche entstand. Für etwas mehr Lebendigkeit, streute ich hier und da eine Brise helleren Granitsandes gleicher Körnung auf und entschärfte optisch ein wenig den harten Übergang zur Schräge, den ich nun als störend empfand. Um mir das spätere Fixieren der Wagen mit Schräubchen zu ersparen, platzierte ich sie in dieser Phase auch gleich, wie es mir am besten gefiel, schob etwas Basalt an die Räder und beträufelte die Gesamtfläche mit dem Holzleim-Wasser-Gemisch... wohlgemerkt mit „geparkten“ Autos, bis zur Trocknung des Klebers. Im Endresultat hatte ich nun eine lebendigere Oberfläche und durch die vertieften Abdrücke der Räder, auch gleich den notwendigen Schutz gegen unerwünschtes Wegrollen.

 

Rückstände von Sand oder Holzleim-Gemisch an den Rädern sind übrigens problemlos mit einem nassen Wattestäbchen zu entfernen und ein weiterer Vorteil dieser Art von Kleber: wenn das Gesamtwerk nicht gefällt, kann man es mit Wasser jederzeit wieder rückgängig machen.

 

Zum Schluss noch unvollständige Eckchen aufgefüllt und den Rand zum späteren Vitrinendeckel exakt ausgearbeitet, war mein Werk dann endlich vollbracht!

 

 

 

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich keine Bestellungen annehme!

 

Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Auto im Modell zu sehen, gerne bastelt und sich die Sache zutraut, dem gebe ich hier noch ein paar Tipps zu ein paar netten Helferlein.

 

Bild links: TAMIYA Masking Tape- in unterschiedlichen Breiten erhältlich. Sehr dünn, ideale Klebkraft: nicht zu lasch, um sich selbst abzulösen oder durch Farbe unterwandert zu werden, nicht zu fest, um Schaden anzurichten. Abgebildete Spenderbox braucht man nicht ernsthaft. Bei engen Radien nicht kurvengeeignet - deshalb und für andere komplexe Situationen:

Bild Mitte: Rubbelkrepp. Eigentlich aus dem Bereich der Aquarellmalerei, kommt aber auch völlig problemlos mit Autolack zurecht. Läßt sich hervorragend mit einem Zahnstocher auftragen und trocknet dann zügig (in der abgebildeten Variante) transparent auf. Läßt sich anschließend wegrubbeln, Reste sind mit z.B. Glasreiniger entfernbar. Eingefärbte Varianten lege ich nahe, damit man besser sieht, wo man bereits war.

 

Bild links: Klassischer Sekundenkleber - besser nicht! Man ärgert sich über nichts mehr, als verätzte Scheiben. Wenn überhaupt, dann einen mit feinster Dosierspitze, Beispiel in Bildmitte.

Bild rechts: arbeitet NICHT selbstverschweissend, also keine verätzten Scheiben und daher ideal. Wehrmutstropfen: kein Sekundenkleber, sondern langsam aushärtend - also nur bei Teilen einsetzbar, die die Position halten oder fixiert werden können.

Bild vorne: Fixogum. Man stelle sich ein Post-it in flüssiger Form vor, mit dem Gestank eines klassischen Uhu-Klebers. Eigentliche Einsatzgebiete eher Papier/ Pappe, geht aber auch hier, lüftet nur länger ab. Kein Muß, eher ein "Nice-to-have", z.b. um aufschlagende Türen etc. beim Hantieren zu fixieren. Problemlos und rückstandsfrei zu entfernen, wie Rubbellack.

 

Bild vorne: Skalpell. Für Bastelarbeiten nehme ich am liebsten Klingen des Typs 11.

Bild rechts: Blasebalg für Objektive - goldwert beim Entstauben, z.b. bei Lackierarbeiten. Mit einem weichen Pinsel vorgehen, mit dem Blasebelag hinterher...besser als feuchte Atemluft und vielleicht in so manchem Haushalt sowieso vorhanden.

Bild links: Polieraufsätze - stellvertretend für Geräte wie Proxxon, Dremel und Co. Nicht unbedingt notwendig- es wäre auch ohne gegangen. Ich hatte es halt greifbar, so nutzte ich es auch.

Bild mitte: Baumwollhandschuhe. Sehr hilfreich, wenn das Modell Richtung Fertigstellung geht und kratzer- und fingerabdruckfrei bleiben soll. Findet man günstig im Bereich Gastronomie z.B., sind problemlos maschinenwaschbar.

 

Artikel Teil 2 - eine besonders "kleine" Herausforderung in orange, findet ihr hier .


04.11.2012 01:01    |    peppar    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: Hard Body, Nano Bathe, Nano sealant, Shine&Seal, Wolf's Chemicals, Wolf's Hard Body

Auf das brandneue Produkt aus der Wolf’s Chemicals Schmiede, stieß ich durch puren Zufall.

Eigentlich bei Recherchen zu einem ganz andere Produkt, stolperte ich zunächst über Wolf’s Body Wrap, dass sich in England scheinbar größter Beliebtheit erfreut und in einem Forum sogar ausgezeichnet wurde... was ich allerdings nicht genauer verfolgte.

 

Das Hard Body klang eigentlich nach einem verbesserten Body Wrap - bei identischer Verarbeitung und wird mit einer Standzeit von bis zu 2 Jahren angegeben - ohne schwierige Anwendung, mit UV-Blockern und einer gewissen Kratzerresistenz.

 

Mir war lediglich wichtig, dass ich damit souverän über den Winter komme und sich die Trocknungszeit bei der Verarbeitung in Grenzen hält, das ganze also relativ zügig über die Bühne geht. Ich könnte also dem Zufall folgen und diesem grandios beschriebenen Produkt die Chance einräumen, sich auf meinem Polo diesen Winter zu behaupten. Erste Videos sahen vielversprechend aus, auf Tests konnte ich mich nicht beziehen, weil das Hard Body wirklich ganz frisch auf dem Markt war.

 

Distributor gesucht und gefunden, Ware bestellt und geliefert – ran an den Speck.

 

Nach einer Grundwäsche und einem Durchgang mit Reinigungsknete, beschränkte ich mich auf einen Durchgang mit der 4000er Menzerna, entfernte die Politurreste gründlich und ging zum Precleaner über.

 

Da ich ganz gerne mit Precleanern arbeite, aber nichts passendes zu Verfügung hatte, griff ich bei dieser Gelegenheit auch ins Wolf’s Chemicals Regal, zu dem passenden „Shine & Seal“. Die Verarbeitung war mit der Hand, wie auch mit der Maschine unauffällig und sparsam, antrocknen sollte es auf dem Lack jedoch nicht...es wird dann schwer auspolierbar.

 

 

Das Hard Body ist nicht sonderlich anspruchsvoll oder kompliziert zu verarbeiten...

Auf einem silikon-, polymer-, öl-/ fettfreiem Lack, trägt man es mittels Wattepad, einem Stückchen MFT oder dergleichen sparsam auf, lässt es 15 Minuten ablüften und nimmt den Überschuss -ein hauchzarter Schleier- wieder ab. Die Verarbeitungstemperaturen sollten bei 12°C oder höher liegen. Um sicher zu gehen, dass man alle Stellen erwischt hat, wird ein weiter Auftrag nach frühestens 3 Stunden Trocknungszeit empfohlen, die Funktion soll aber bereits mit einer Schicht gewährleistet sein. Vollständig ausgehärtet ist das Hard Body nach 12 Stunden, in dieser Zeit ist Feuchtigkeit dann auch zu vermeiden.

 

Der Auftrag ging wirklich leicht und zügig von der Hand, der Restschleier bildete sich bei meinem Auftrag wesentlich schneller (ich schätze mal nach 1 –2 Minuten), es war aber auch von den Außentemperaturen wärmer. Ich lies es dennoch ~15 Minuten ablüften, bevor ich es entfernte. Selbst wenn es mal 20 –25 Min waren, stellte sich das Hard Body hierbei niemals zickig an... der Restschleier war ziemlich leicht zu entfernen.

 

Eine Auffälligkeit gab es dennoch: ca. 15-30 Sekunden nach dem Auftrag, riss die eben noch benetzte Fläche auf, sammelte sich partiell in Bahnen und bildete kleine Tröpfchen. Egal, wie sehr ich auch „einmassierte“ oder in der Menge variierte, der Effekt stellte sich immer wieder ein. Ich lies mich nachträglich darüber aufklären, dass es sich lediglich um Produktüberschuss handeln soll und wechselte mal von einem Wattepad auf ein Velourstüchlein - damit war das Tröpfchenproblem dann beseitigt.

 

Ich wählte die Variante „2 Schichten“ nach einer Durchtrocknungszeit von ~20h , testete die Verarbeitung (nach einer Videovorlage) auch mal mit der Maschine, was ohne Probleme funktioniert und wurde nach Abschluss der Arbeiten mit einer angenehmen Lackglätte belohnt. Irgendeine außergewöhnliche Glanzsteigerung konnte ich nicht feststellen, aber auch keine Glanzminderung und beim ersten Regenschauer sah alles grandios aus.

 

 

Ich konnte mich jetzt also mal ganz gemütlich zurücklehnen, Väterchen Frost die Zunge rausstrecken und hätte ja noch vieeel Zeit irgendwelche Beadingfotos zu schießen... bei dieser Standzeitangabe! Ok... die Hälfte ziehe ich von vorneherein immer schon mal ab und fahre damit ganz gut... aber selbst dann... !

 

Doch wie von Geisterhand verloren die tollen Wassertropfen recht schnell an Höhe und ich konnte auch nicht erkennen, ob das der der wöchentlichen Wäsche zuzuordnen wäre oder einfach den Wettereinflüssen. :rolleyes:

Für einen unverfälschten Eindruck nahm ich das rückpflegefreie "Dodo Born to be mild". Es arbeitete auch unverfälscht, denn die Wassertropfen verloren weiterhin kontinuierlich an Höhe und begannen irgendwann fransige Ränder zu bekommen. Am stärksten betroffen waren die liegenden Flächen, also Dach, Motorhaube und Spiegelkappen. Seiten waren soweit noch völlig ok. Sheeting fand ich unspektakulär... aber ok.

 

 

 

Zeit für „Reparation“...welches man mir als Probe beilegte.

Mit der Nebenbezeichnung „Nano Quick Detailer“, soll es defektes Hard Body wieder richten (wie eben frisch aufgetragen!) und damit auch einer gewissen Erhaltungspflege/ Standzeitverlängerung dienlich sein. Der Auftrag ist aber weniger detailer-typisch und noch weniger „quick“. Man sprüht es auf, verteilt es ein wenig, lässt es einige Minuten ruhen, verteilt es dann noch mal um, lässt es trocknen und nimmt dann einen evtl. Überschuss weg. Nach dem Auftrag und dem ersten Ruhen, war da eigentlich nichts mehr, das umverteilt hätte werden können, aber ich hielt mich strikt an die Anweisung ...wenn auch mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich wendete es, für einen guten Vergleich, auf einer der Spiegelkappen an und der Lack kam nach der Anwendung der anfänglichen Glätte des Hard Body auch wieder ein wenig näher. Ja ...und das wars dann auch schon, denn die nächste Wäsche (letztes Artikelbild) zeigte nicht, daß ich irgend etwas auf die Spiegelkappe aufgetragen hätte - repariert war da nix!

 

Es blieben eigentlich nur noch 3 Restfragen...

 

- Wie würde sich das Hard Body gegenüber Teerentferner behaupten (dem kleinen Bruder „Body Wrap“ soll Teerentferner Tarx nichts

anhaben können)?

 

- Was sagt Hard Body zu Isopropanol? (Es gibt so manches Nanoprodukt, welches nach Einsatz von IPA regelrecht reaktiviert zu sein

scheint, weil sich lediglich die Oberfläche zugesetzt hatte.)

 

- Wie wäre das speziell darauf ausgerichtete Shampoo von Wolf’s, von dem ich noch eine Probe hatte?

 

Die nächste Wäsche stand an und ich sprühte bei dieser Gelegenheit vorab etwas TarX , als Stellvertreter für Teerentferner, auf die linke Seite der Heckklappe.

Nach exakt 3 Minuten Einwirkzeit spülte ich das Tarx gründlich ab und zurückblieb ein Wasservorhang, der sich am Lack runter zog...:rolleyes:

 

 

 

 

 

 

Isopropanol... ich hatte nur unverdünnten greifbar...den sprühte ich auf die rechte Seite der Heckklappe, dreimal links, dreimal rechts gewischelt... und spülte für einen Vergleich auch hier wieder mit klarem Wasser nach. Auch auf dieser Seite hatte ich nun einen kreisrunden Wasserfleck, der sich langsam nach unten zog...:rolleyes:

Eine Wintermischung im Wischwasserbehälter konnte ich mir jetzt nicht mehr so recht vorstellen...:D

 

 

 

 

Ich schloss diese höchst amüsante Autowäsche dann noch mit jenem Wolf's-Shampoo namens „Nano Bathe“ ab, ohne im Ergebnis irgendwelche Unterschiede zum Born to be mild ausmachen zu können... fuhr noch einmal abschließend mit dem Finger über den frisch getrockneten Lack, der es mir stumpf und quietschend quittierte und heulte dann mal wie der Wolf im Firmenemblem. :D

 

 

Das war nach 5 Wochen, 4 Wäschen und keinen 1000 km Fahrt.

 

"Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab." ...sagt eine Weisheit der Dakota-Indianer. Guuut...das hier hat noch ein bisschen gezuckt...aber ich hielt es doch für das Beste, es vorzeitig zu erlösen. ;)

 

Vielleicht ist das Beading nicht die Stärke des Hard Body...

Vielleicht ist mancher zufrieden, wenn sich das Wasser als Vorhang vom Lack zieht...dahin tendierte es beim Abpülen bereits...

Vielleicht war ich auch einfach unfähig und reihte einen Anwendungsfehler hinter den anderen... sollte man ja niemals ausschließen.

 

Ich werde mich zurücklehnen und beobachten... aber nun erst einmal, wie sich das Hard Body bei anderen Anwendern schlägt. Offen gestanden muss ich aber zugeben, dass mich ein Produkt selten so amüsiert hat wie dieses und somit kann ich die Ausgabe bestens verschmerzen.

 

R.I.P Hard Body! ;)


28.06.2012 00:39    |    peppar    |    Kommentare (23)    |   Stichworte: C4, Carpro, Cquartz Dlux, Fahrzeugpflege, Gtechniq, Gummipflege, Kunststoffpflege, Kunststoffversiegelung, Versiegelung

Der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich...

 

...und durfte an unserem Passat auch 10 Jahre ungehemmt knabbern.

 

Die „Bissspurenbeseitigung“ dann durchgeführt und beibehalten, war nun, nach 11 Jahren, mal wieder Zeit was Neues zu testen...im Visier: die Kunststoffe und Gummis.

 

Meine Wahl fiel auf den C4 Permanent Trim Restorer von Gtechniq und weil es zum Vergleich lockte: das neue Cquartz DLUX von CarPro... beides Nanoprodukte für Kunststoff und Gummi und, laut Hersteller, mit beträchtlicher Standzeit.

 

 

Gtechniq C4 Permanent Trim Restorer ist als 15 ml Flasche erhältlich und hätte bei einem Liter den amüsanten Preis von ~1993 Euro. Der Hersteller spricht von einer Standzeit bis zu 2 Jahren, einem matten Finish und grenzt die Anwendungsbereiche auf unlackierte Kunststoffe und Gummis ein. Anwendungshinweise befinden sich auf der Rückseite der Flasche.

 

 

Cquartz DLUX wird als 30ml Flasche geliefert und käme auf ~832 Euro/ Liter. CarPro nennt eine Standzeit von bis zu einem Jahr, Anwendungsbereiche sind Kunststoff, Gummi und alle Arten von Felgen. Die Anwendung wird hier ebenfalls auf der Rückseite der Flasche beschrieben.

 

 

 

 

 

Beide Produkte setzen für die Applikation voraus:

gründlich gereinigte, von Vorgängerprodukten befreite und entfettete Oberflächen - zum Zeitpunkt der Applikation kühl und trocken, ohne direkte Sonneneinstrahlung.

 

Gtechniq C4 wird, mittels beigelegten Wattepads, dünn aufgetragen und umgehend vom Überschuss befreit. „Immediately“ steht auf der Rückseite der Flasche...:rolleyes:

 

Dem Cquartz DLUX liegen Tücher und ein Applikatorschwamm ebenfalls bei, also wird das Produkt hiermit dünn auf der Oberfläche verteilt. Im Gegensatz zu C4, ist bei bei diesem Produkt nun aber eine Wartezeit, von einigen Minuten (temperaturabhängig), einzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt ist das Ergebnis sehr glänzend - nicht erschrecken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Entfernen des Produktüberschusses, nimmt man ein weiches Mikrofasertuch und wischt sanft, eher einem Abtrocknen vergleichbar, über die Fläche, bis evtl. Schlieren beseitigt sind. Dies ist bei beiden Produkten ohne besondere Ansprüche, an die Machart des Mikrofasertuches, angegeben - fusselfrei sollte es aber schon sein.

 

1-3 Stunden nach der Applikation des Cquartz DLUX, sollte das Auto nicht bewegt werden und bis zum Ablauf von 24 h, ist Regen/Wasser unbedingt zu vermeiden! Gtechniq erwähnt diesbezüglich nichts, also ist C4 wohl direkt belastbar.

 

Ich hatte mich, bei der Aufteilung der Flächen, spontan entschieden. Ein Schachbrettmuster durch evtl. Produktunterschiede, wollte ich möglichst vermeiden und uninteressante Bereiche, setzte ich nicht in direkten Vergleich.

 

Uninteressante Bereiche waren für mich: Dichtungsgummis und Wasserschutzleiste im Bereich der Windschutzscheibe, weil diese in halbes Jahr zuvor erneuert wurden. Genauso wenig Herausforderung, sah ich in Front- und Heckschürze, weil dieser Kunststoff einfach noch ordentlich und unverblasst aussah, wenn im Frontbereich nach ~180000 km auch aufgeraut.

 

Mein Hauptinteresse lag vielmehr bei den Teilen, bei denen die 11 Jahre nicht mehr zu leugnen waren, denn hier könnten beide Produkte wirklich ihr Können beweisen.

 

Gtechniq C4 kannte ich bereits, also schnappte ich mir - zum Aufwärmen - das Cquartz DLUX und startete mit der Heckschürze, aus der Kategorie „uninteressant“.

 

Hatte ich irgendwo erwähnt, dass ich diesen Bereich als ordentlich, in Farbe und Zustand, betrachtete...? ;)

 

 

 

 

 

Es folgten die Leisten im Bereich Türen und Schweller.

Diese sind eigentlich aus Hartgummi, bei unserem 3BG aber mittlerweile so hart, dass sie glatt als Kunststoff durchgehen. Verblasst sind sie sowieso...

 

Hier setzte ich DLUX im Bereich der Türen ein und C4 im Bereich des Schwellers.

 

 

Außer dass DLUX nach dem Nachwischen zunächst seidenmatt und C4 direkt matt erschien, war farblich kein Unterschied auszumachen. Ich hatte den Eindruck, dass Cquartz DLUX kleine Materialschäden (Steinschläge etc.) ein wenig besser kaschiert.

 

Bei den Fensterdichtungen, trennte ich nach Seiten. Auf die Fahrerseite kam DLUX, auf die Beifahrerseite C4. Diese Dichtungen waren vom Außenspiegel bis zum Kofferraum grau, stumpf und tendenziell unruhig/fleckig, aber durchaus noch als Gummi identifizierbar.

 

 

Die festverklebten Bereiche - die Seitenfenster des Kofferraums- waren am stärksten mitgenommen. Hier saßen, bis letzten Sommer, partiell Verkrustungen, die nur mühsam zu entfernen waren. Auch wenn das Gummi nicht sichtbar rissig oder porös erschien, bildeten sich, nach gewisser Zeit, immer wieder klar abgegrenzte, helle Flecken.

 

Cquartz DLUX zeigte an dieser Stelle, ein einziges Mal, eine Auffälligkeit - es schien einzuziehen. Hier legte ich kurzerhand, während der ersten 5 Minuten etwas nach, bis der übliche, glänzende Zustand erreicht war (5 Minuten setzte ich bei 20° C als Wartezeit an). Nach Abnahme des Produktüberschusses, waren sämtliche Dichtungen nun farblich angeglichen und seidenmatt - ohne erkennbare Flecken.

 

Gtechniq C4 zeigte keine Auffälligkeiten bei der Applikation, dafür aber beim Ergebnis. Dem intakten Gummi gab er in üblicher Weise seine Ursprungsfarbe zurück, die Flecken konnte er aber lediglich nachdunkeln. Sie waren eindeutig sichtbar geblieben, eine farbliche Angleichung fand nicht statt.

 

 

 

 

 

Nach dieser Feststellung war für mich klar, dass der Kühlergrill alleine dem Cquartz DLUX vorbehalten wäre. Dessen Kunststoff war sehr stumpf, stark verblasst und teilweise fleckig.

 

 

Den restlichen Kunststoffbereich der Front, schloss ich dann ebenfalls mit Cquartz DLUX ab, dieser Bereich stand ja aber nicht im Focus meines Tests.

 

Passt...! :)

 

 

Meine persönlichen Eindrücke...

 

Im Allgemeinen, haben beide Produkte die verblassten Teile wieder in ein schönes sattes Schwarz verwandelt, beide auf gleichem Niveau. C4 ist direkt matt aufgetrocknet, Cquartz DLUX ist zunächst seidenglänzend und bekommt nach und nach, während der Trocknungsphase, das matte Finish. „Matt“ ist so zu verstehen, dass beide Produkte den Charakter des Ausgangsmaterials einfach beibehalten. Ein seidenglänzender Kunststoff ist nicht matter als zuvor, mattes Material nicht glänzender...so mein Eindruck.

 

Der Extremfall bringt C4 eindeutig an seine Grenzen. Sind fleckige Areale im Material oder Aufhellungen, durch Beschädigung wie Steinschläge, Kratzer etc., bleiben diese sichtbar, wenn auch nachgedunkelt. Cquartz DLUX schafft es diese Problembereiche in gewissem Maße anzugleichen.

 

Die Wartezeit bis zu Abnahme des Produktüberschusses, hat mich beim Cquartz DLUX zu keinem Zeitpunkt gestört. Während der Trocknung des einen Bauteils, wurde einfach das nächste behandelt. Hatte ich eine kleine Stelle übersehen, wurde innerhalb dieser Zeit problemlos nachgelegt...alles in einer angenehmen Arbeitsgeschwindigkeit.

 

Die vollständige Aushärtungsphase, von 24h ohne Wasserkontakt, ist natürlich etwas, das einkalkuliert werden muss. Ich hatte das Ganze ja geplant und das passende Wetter vorbestellt, aber sicherlich ist das ein Argument, das für Gtechniq C4 spricht.

 

Mal schnell, im Vorbeigehen, ein Bauteil behandelt, ist man mit Gtechniq C4 sicherlich schneller unterwegs und hat keine Wartezeit im Anschluss.

 

Bei diesem Produkt, gefiel mir am wenigsten die verwaschene Formulierung „immediately“ oder „as soon as possible“ (Herstellerseite), was das Nachwischen betrifft. Bei einem großen Bauteil und milden Temperaturen sicherlich nichts, vorüber man nachdenken müsste. Bei hochsommerlichen Temperaturen und einem verzwickten Bauteil, wie z.B. einem Wabengrill, könnte das aber eine sehr sportliche Angelegenheit werden!

 

Die bessere Ausstattung liefert Cquartz DLUX. Mit dem Applikatorschwamm, den man mit einem Tuch umwickelt verwendet, lässt sich auf den großen Flächen wunderbar und zügig arbeiten. Die Velourtücher zeigen sich komfortabler als Wattepads, weil sie noch präziser anwendbar, definitiv fusselfrei und sehr lange einsetzbar bleiben. Eine nicht zu verachtende Kleinigkeit, ist ein Kunststoffeinsatz in der DLUX-Flasche, der das Produkt tropfenweise abgibt (wie bei medizinischen Tropfen). Spätestens als mir die offene C4-Flasche kippte, wusste ich, wie fein so etwas doch ist - wenn es auch nicht unbedingt die Motivation des Herstellers gewesen sein mag...;)

 

Aufgrund von Preis, Ausstattung, „Härtefallbewältigung“ und „Gemütlichkeit“, wurde das Cquartz DLUX mein persönlicher Favorit, wenn es letztlich auch nur um Nuancen ging.

 

Eins haben beide Produkte auf jeden Fall gemeinsam: wenn auch völlig unterschiedlichen Charakters, sind sie einfach zu handhaben und äußerst sparsam in der Anwendung, was den Preis doch relativiert.

 

 

 

 

Nachtrag: Das Cquartz DLUX hat eine begrenzte Haltbarkeit, die dem C.Quartz identisch ist. Laut Hersteller ist hierbei von 6 Monaten die Rede, wobei Temperatur und Feuchtigkeit Einfluß nehmen können. Gut verschlossen und trocken gelagert, würde ich das Cquartz (DLUX) relativ zeitnah aufbrauchen.

 

Noch eine Sache...

Ich weiß nicht mehr wo ich es aufgeschnappt habe, aber beim C.Quartz (ohne DLUX) sollte man die Wagenwäsche eine Woche lang vermeiden. Das C.Quartz ist nach der vollständigen Aushärtung Regen und Wasser gegenüber stabil, bei Reinigern ist aber Vorsicht geboten... in dieser Anfangszeit. Da CquartzDLUX ein modifiziertes C.Quartz ist, würde ich es auch bei diesem Produkt so halten und mich 7 Tage lang beherrschen...weil es schlichtweg nicht schaden kann. Einfach wegschauen, wenn die Kiste dreckig ist...die Nanotierchen müssen erst wohnhaft werden! ;)

 

 

 

 

Update/ Fazit nach 15 Monaten:

 

Bis vor wenigen Tagen blieben beide Testkandidaten auf Kunststoffen und Gummi.

Rein vom Erscheinungsbild war es mir nicht möglich zu sagen, wo nun das C4 oder das DLUX aufgetragen wurde, denn beide haben sich super geschlagen. Das Beading lies irgendwann nach - bei beiden, aber das aufgefrischte Schwarz hatte sich nahezu vollständig erhalten. Das fiel mir auf, als ich den unteren Teil der Heckstoßstange nach gründlicher Reinigung mit DLUX auffrischte und der große AHA-Effekt ausblieb. Auch bei den restlichen Teilen aus Kunststoff und Gummi war dies der Fall. Alles wieder etwas gepflegter, aber für z.b. eine Nachbar nicht zu erkennen, dass ich dran war, weil eben ohne gravierende Verwandlung wie vor 1 Jahr.

 

Die Bilder, die hier anschließen sind leider nur mäßig und stellvertretend, aber ich hoffe, sie können ein bisschen das Ganze veranschaulichen....

 

Der untere Teil der Heckstoßstange war bereits frisch mit DLUX behandelt, die seitlichen Teil unterhalb der Türen noch der Auftrag von Juni '12. ( der Reifen bekam gerade eben Zaino Z-16, welches noch am Trocknen war, aber die Reifen ja auch immer sehr schön in ihr urspüngliches Schwarz verwandelt... ebenfalls zur Orientierung).

 

Mir ist mittlerweile das DLUX das liebere Kind von beiden und deswegen wurde alles damit aufgefrischt....breiter gefächert bei den Einsatzgebieten, gemütlicher in der Gangart beim Auftrag und letztlich auch ein ganzes Stück günstiger.

Rein von Standzeit muß ich aber sagen, daß ich beide als ebenbürtig betrachte und somit bleibt es letztes Endes reine Geschmackssache.

 


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(Einstellungen siehe Seitenrand unten)

geplante Artikel

- Matroxx vs. Cleanglas

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