MOTOR-TALK News - Aktuelle News rund ums Auto & Motorrad aus der Redaktion

05.02.2013 21:35    |    peppar peppar    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: , , ,

Teil 1 findet ihr hier...

Den 2. und letzten Teil zum Thema, widme ich einem sehr kleinen Audi TT, der mit einem Maßstab von 1:64 eine ganz besondere Herausforderung darstellte. Hintergründe könnt ihr hier erfahren...

 

Theorie und Praxis: was das Format 1:64 wirklich heißen würden, wurde mir erst so richtig mit dem Auspacken des Modells bewusst und im Hinblick auf Veränderungen, lachte ich erstmal herzlich los. Wie gut ich mich hier noch dem großen Original annähern konnte, war mir mehr als schleierhaft, aber genau diesem Reiz war ich ja verfallen.

 

Auch wenn ihm etwas Staubwischen oder eine Scheibenpolitur im Inneren sicher nicht geschadet hätten, war an eine Demontage gar nicht zu denken... dafür hatte der Hersteller schon gesorgt. Handelte es sich schließlich um ein Spielzeugmodell und hier sollen ja bekanntlich keine Kleinteile verschluckt werden. Hier hätte ich wohl eher Bedenken, daß es jemand gleich im Ganzen versucht, aber das steht auf einem anderen Blatt... Fakt ist: für ein Spielzeugmodell war die Umsetzung mehr als gelungen! Respekt! Für mich war nun entscheidend, dass die Lackierung bereits die richtige war und ich direkt zu den sonstigen Änderungen übergehen konnte. Ich schlich mich still und leise ins entsprechende Nutzerprofil, wühlte mich durch die Fahrzeugfotos und notierte mir sämtliche Änderungen, die mir auffielen. Jetzt konnte es auch schon losgehen...

 

Die Schriftzüge und das Emblem am Heck mussten weg... eine schöne Aufwärmübung!

Ich nahm ein winziges Stück 5000er Nassschleifpapier -quasi an Wasser vorbeigeführt - und entfernte diese aufgedruckten Symbole. 5000er klingt ja „scharf“ wie ein Tempo... aber das war hier mehr als ausreichend, denn der Lack war butterweich und obendrein nicht wirklich überschwänglich dick aufgetragen, was so manche Kante verriet. Was die Nässe des Nassschleifpapiers betrifft, war natürlich allerhöchste Vorsicht geboten, damit keine Feuchtigkeit oder nasser Schleifstaub in den Innenraum vordringen.

 

Im Heckbereich stellte ich nebenbei fest, dass oberhalb der 3. Bremsleuchte ein Defekt im Klarlack vorlag. Ich griff auf weichen transparenten Acryllack aus dem Bastelbereich zurück, füllte die Stelle auf, lies sie trocknen und verschliff erneut. Da die 3. Bremsleuchte verdammt nah und nur aufgedruckt war, war hier nicht weniger Vorsicht geboten.

 

Es lief glatt... ich hatte bereits zwei Sachen erledigt und die kleine Saftorange war noch heile! Ich freute mich über jeden kleinen gelungenen Schritt wie ein Schneekönig, denn eins war klar: Ausbesserungen irgendwelcher Pannen wären an diesem kleinen TT nicht wirklich machbar... es musste alles auf Anhieb gelingen!

 

Wenn etwas schief gehen sollte, dann bitte spätestens jetzt, also ging ich nun die Felgen an, bei denen ich noch die größten Bedenken hatte. Zwischen den Speichen befanden sich partiell derart kleinen Lücken, dass ich befürchtete, diese -selbst mit dem dünnen Lack aus der Sprühdose- direkt aufzufüllen und ich hätte einfach nichts, diese kleinen Lücken davon wieder zu befreien. Ich zog die Bereifung ab, schützte alle nicht zu lackierenden Flächen, entfettete mit Isopropanol und ging die Lackierung an. Am liebsten hätte ich ja beim Sprühen gar nicht hingeschaut, aber das ging irgendwie schlecht ;). Mit viel Abstand, sehr vorsichtig eingenebelt und nach und nach eine deckende Schicht erhalten, lief zu meiner großen Freude, keine der kritischen Stellen aus. *freu*

 

Nach der Durchtrocknung wurde alles ausgepackt und erneut eingepackt, denn jetzt folgten Außenspiegel, Tankdeckel, Kühlergrill und Diffusor, die ich natürlich beim Abkleben frei hielt. Ich frage mich heute noch wie ich es hinbekam, die silber angedeuteten Blinkerleisten der Außenspiegel so abzukleben, dass nach dem Lackauftrag kein Orange herausspitzeln würde, aber es klappte einwandfrei und alle genannten Teile waren nun ebenfalls schwarz glänzend.

 

Hurra...soooo viiiiel auf einen Streich und immer noch war die kleine Saftorange heile! :D

 

Am schwersten war es übrigens, nach dem Lackieren die Finger still zu halten und die Teile nicht auszupacken, bevor der Lack überhaupt eine Chance auf Trocknung gehabt hätte... platzt man doch vor Neugier und will die Resultate sehen!

 

Nun stand gar nicht mehr viel an...

Die Spiegeldreiecke, zu dem Zeitpunkt schwarz glänzend, wollte ich einfach, mit einem Pinselstrich, matt absetzen und der Auspuff sollte noch silber lackiert werden.

 

Da schmökerte ich am Vorabend ein bisschen hier durchs Forum und stolpere durch Zufall über den Beitrag, dass die Endrohre des Vorbild-TT 's von silber in schwarz matt umgestaltet werden sollten und der Termin auch schon stand! :eek: Haarscharfes Timing und so schwenkte ich gleich auf schwarz matt um... das würde bis zur Übergabe prima passen. Hoffentlich würden dem Fahrzeughalter nicht noch andere Dinge einfallen, die er jetzt gerade ändern will...:rolleyes:

 

Mit Hilfe des WWW druckte ich Kennzeichen aus, klebte Tesafilm zum Schutz auf die Vorderseite, hauchdünnes doppelseitiges Klebeband auf die Rückseite und hielt sie zur Befestigung bereit, denn eine Sache stand noch aus...

Wer die Saftorange kennt weiß, dass ein Modell solange nicht die Saftorange sein kann, wie der Lack keinen top gepflegten Zustand hat und davon war dieser Lack doch ein ganzes Stück entfernt. So half ich dem Lack ein wenig auf die Sprünge, gab zugunsten einer schönen Färbung ein µ Reifenpflege auf das Gummi :D und befestigte nun die Kennzeichen.

 

Keine Pannen, keine Schäden... alles auf Anhieb gelungen... Gimme Five - kleine Saftorange!:rolleyes:

 

Eindeutig war das die Saftorange in klein, die ich da vor mir stehen hatte, aaaaber.... es fehlte der Felgenstreifen und man mag kaum glauben, was so ein Felgenstreifen ausmacht, vor allem dann, wenn er eben fehlt! So richtig glücklich war ich also nicht...

 

Von der Umsetzung eines solchen, hatte ich mich schon recht früh verabschiedet. Ich sah hier einfach keine realistische Chance, ein vernünftiges Ergebnis hinzuzaubern... dafür war das doch alles zu klein und was gäbe es Schlimmeres, als ein ungleichmäßiger, welliger oder zu dick geratener Felgenstreifen, der letztlich die ganze Optik versaut?! Mit welchem Werkzeug denn auch und hätte ich überhaupt eine gelben und roten Lack, um das benötigte Orange anzumischen? Huch... ich hatte sogar ein Orange hier und das schien gar nicht so daneben zu liegen...hmmm...:rolleyes:...

 

Ich stellte meine Bedenken einfach ab, entfernte noch mal das Reifengummi, zog die Lupenlampe zum mir herüber, rührte den Bastellack auf, nahm einen Zahnstocher und schob damit satt aufgetragene Farbe vom Mikro-Felgenmaul zum Rand des Mikro-Felgenhorns. An Atmen war bei dieser Tätigkeit aber keinesfalls zu denken und ich verfiel von Zeit zu Zeit erst in Schnappatmung und dann in Lachanfälle, weil ich mich selbst beobachtete.

Die Deckkraft lies nach dem Erstauftrag zu wünschen übrig, also wiederholte ich das Spielchen und hatte...

Tatatataaaa... einen orangen Felgenstreifen... dünn und gleichmäßig! *hüpf hüpf freuuuu*

Endlich erkannte ich sie voll und ganz... die Saftorange - sooo musste sie sein! :)

 

 

Ich muß schon sagen, dass man bei 1:64 wirklich an gewisse Grenzen kommt... abhängig vom Umfang der Veränderungen und dem Werkzeug natürlich. Ich setzte hier nichts anderes ein, als bereits in Teil 1 nachzulesen. Die Vorgehensweise war auch keine andere, aber dieses Format ist halt wirklich klein, wenn man noch individualisieren möchte.

 

Auf jeden Fall - und das ist das Wichtigste - war es eine gelungene Herausforderung und ein riesen Spaß!

 

 

Wie im ersten Teil des Artikels schon erwähnt, möchte ich nochmal darauf hinweisen, daß ich keine Aufträge annehme - bitte habt Verständnis dafür! Es tat doch irgendwann gut, Küchen- und auch Schreibtisch ohne Bastelutensilien zu sehen...denn letztlich war alles improvisiert, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

 

Grüße

Peppar


05.02.2013 14:52    |    peppar peppar    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: , , ,

Vor einiger Zeit stolperte ich über mein 1. Auto als 1:43 Modell.

 

Herrlich...! In einem Anflug von Nostalgie ist das erste Auto doch das Beste und das Modell war wirklich schön gearbeitet. Farbe, Felgen und Innenleben passten, nur das Panoramadach fehlte...und der Rost! ;)

 

Wie sollte es auch anders sein... entstand nun das Bedürfnis, die Lücke bis zum aktuellen Wagen zu schließen und so begab ich mich auf die Suche.

 

Uff- gar nicht so einfach! Zugegeben... ich hatte den Vorteil, dass ich VW’s suchte und musste somit am wenigsten fürchten, dass sie nicht als Modell aufgelegt worden wären. Das war’s dann aber auch schon mit dem Vorteil, denn der Rest war ziemlich ernüchternd...

Schnell hatte ich mich davon verabschiedet, mein Auto von damals als Modell exakt dargestellt wieder zu finden und noch schneller, eine hervorragende Qualität vorzufinden. Da fehlten meist Ausstattungsmerkmale die ich hatte und in einigen Fällen war meine Lackfarbe einfach nicht zu kriegen. Was die Qualität betrifft, war nicht zu übersehen, dass auch der Modellbau nicht immer so weit war wie heute. An Sammler hatte ich vorher natürlich auch keinen Gedanken verschwendet, sie waren jedoch nicht zu übersehen.

Aber gut...irgend jemand würde seine Vitrinensammlung schon auflösen und ich meine Wägelchen dort finden... zumindest annähernd oder unwiderstehlich günstig. Während meiner Suche kam ich dann auf die Idee, dass das ja ein prima Geschenk wäre und sammelte gleich noch die vergangenen Kfz meiner besseren Hälfte ein.

 

So standen sie dann irgendwann vor mir...8 Modelle, teilweise ansehnlich, teilweise zum Wegrennen und bei 5 war klar, dass ich den Farbcode ausfindig machen müsste. Ich recherchierte und besorgte notwendige Lacke im Autozubehör.

 

Die Demontage

 

Da ich diverse Hersteller und Generationen Modellbau vor mir hatte, fiel die Demontage recht unterschiedlich aus.

 

Manches Modell lies sich einfach -wie eine Ü-Ei-Figur- komplett zerlegen. Einige Modelle schützten ihr Innenleben durch kleine Schrauben auf der Unterseite und innen stieß ich dann auf hitzeverschweißte oder geklebte Teile. Schließlich gab es noch die Modelle, bei denen man definitiv nicht wollte, dass hier einer Hand anlegt! Bodenplatte nicht nur verschraubt, sondern zusätzlich und nahezu lückenlos verklebt, um im Innenleben das Ganze konsequent fortzuführen und durch hitzeverschweißte Teile zu ergänzen...hurra! :mad:

 

Als unmöglich erwies sich keine Demontage, aber es war zeitweise schon eine Gratwanderung, alles unversehrt zu erhalten. Mit Isopropanol und etwas Einwirkzeit konnte ich Klebestellen soweit schwächen, dass die Teile unter leichtem Hebeln zu entfernen waren. Weder Lack noch Kunststoffe nahmen durch Isopropanol Schaden. Hitzeverschweißte Teile befreite ich mit Hilfe eines Skalpells, indem ich Verschmolzenes nicht weg brach, sondern schnitt, damit Führungsstifte intakt bleiben. Bei transparenten Teilen wie Scheinwerfern können sich diese auch außen zeigen.

 

Die Lackierung

 

Geplant war, dass ich vorhandenen Lack einfach mit 1000er Nassschleifpapier kurz anschleife und den vorgesehenen Autolack dann aufbringe...

 

Beim ersten Modell das ich in die Hand nahm, stellte ich beim Nassschleifen fest, dass der Lack nicht unbedingt das ist, was man draußen auf seinem Auto wieder findet und bei einer Testlackierung zeigte sich, dass sich die beiden Lacke nicht wirklich mochten. Bevor ich nun mit jedem Modell dieses Spiel treiben würde (denn jeder Lack war im Charakter anders), entschloss ich mich, die 4 bereits demontierten Modell komplett vom Lack zu befreien, bei Modell 5 knobelte ich noch ein bisschen.

 

Wie gut, dass alle Teile aus Metall waren! So durften sie in ein Bad aus Nitro-Universal-Verdünnung und nach kurzer Zeit war der Lack Geschichte. Die blanken Karosserieteile hatten schon ihren Charme, aber welchen Guss ich nun in der Hand hielt, wusste ich nicht. Mal war von Zinkdruckguss die Rede, mal von Zinndruckguss, meist fehlte jedoch jegliche Info diesbezüglich.

 

Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn mein Autolack nun auf dem reinen Guss haften würde, damit eingearbeitete Details wie Türleisten, -griffe oder Spaltbereiche der Karosserie am besten erhalten bleiben. So richtig toll wurde das aber in einem Testlauf nicht – schien partiell auch zu reagieren und so entschied ich mich eben doch zum Einsatz einer Grundierung. Zart bis zu einem deckenden Bild eingenebelt, trocknen lassen und wieder mit 1000er Nassschleifpapier angeschliffen, schien meine Universalgrundierung keinerlei Probleme mit dem unbekannten Untergrund zu haben und eingeprägte Details fielen dem leichten Filler-Anteil auch nicht zum Opfer.

 

Jetzt konnte endlich der schöne Part folgen, die Farbe...

Als „Spritzkabine“ diente mir in der Garage ein riesiger Karton, bei dem ich eine Seitenwand aufklappte und somit einen schönen Schutz vor Sprühnebel hatte. Kleine Hölzstäbchen, die ich mit Heißkleber befestigte oder auch Kabelbinder, dienten mir als Halter an den Bauteilen und ein oller Styroporklotz als Sammelstelle in der Trocknungsphase. Unilacke, Metallic, Perlmutt...die Teile wurden und die Unilacke habe ich zusätzlich noch mit Klarlack versehen- gab doch mehr Glanz. Da die Garage kein Reinraum ist, kontrollierte ich noch mal jedes Bauteil und polierte es bei Bedarf mit Hilfe von 3000er Nassschleifpapier, einem Proxxon mit weichem Polieraufsatz und Precleaner auf. Ja... tatsächlich erwies sich der schleifpartikelfreie Precleaner als die beste Lösung! Selbst der weichste Polieraufsatz hinterlies trocken eine zarten Schleier und so pufferte der Precleaner diesen optimal ab, so daß ein schöner Glanz entstand.

 

Um unlackierte Türschutzleisten, Kotflügel, Spoiler und dergleichen nachzuempfinden, klebte ich die Teile erneut ab und setzte einen Mattlack aus der Sprühdose in schwarz ein- vom fummeligen Abkleben abgesehen, kein Problem mit der Haftung.

 

Modell 5, dass ich zunächst zurückstellte, lies mir keine andere Wahl, als anzuschleifen und überzulackieren, denn Heckemblem und seitliche Blinker waren aufgedruckt oder gemalt. Dieser Lack fühlte sich beim Anschleifen aber nicht großartig anders an wie sein großes Vorbild und so machte auch der Farbauftrag überhaupt kein Problem. Da hätten sich die andere 4 Modelle ruhig mal ein Beispiel nehmen können! ;)

 

Schnell erledigt, waren auch die Innenräume der Wagen. Während bei Modellen einer aktuelleren Modellbaugeneration alles recht ansehnlich und auch seidenmatt gestaltet war, wurde bei den älteren Modellen ein glänzender Kunststoff verwendet und das Golf 3-Modell hatte eine helle Ausstattung, die ich nicht gebrauchen konnte. Nach einer Grundreinigung entfettete ich sie mit Isopropanol, besprühte sie mit Kunststoffhaftgrund und setzte nach dessen Trocknung das gleiche Schwarz matt ein, welches ich für Türleisten etc. verwendete.

 

Nun folgten noch ein paar kleine Anpassungen, wie das Abdunkeln von Heckleuchten mit transparentem Bastellack und Pinsel, hier und da andere Felgen, der Golf 3 kam ohne Heckscheibe und Heckemblem, welche eben noch gezaubert werden mussten – machbare Annäherungen an das jeweilige Original eben. Dem Zusammenbau der einzelnen Modelle, standen jetzt eigentlich nur noch die Scheiben im Wege. Die waren oftmals vermackt oder hatten kleine Kratzer. Auch hier bewährte sich der Einsatz von des Proxxon mit weichem Polieraufsatz und niedrigster Drehzahl, um doch noch einiges herauskitzeln zu können.

 

Nun alle Modelle wieder zusammengesteckt, -geklebt, - geschraubt, Kennzeichen ausgedruckt und drauf – fertig! Das war für die Wagen meiner besseren Hälfte auch höchste Zeit, denn der Geburtstag stand vor der Tür...eigentlich schon in der Tür. Ich schaffte es gerade rechtzeitig, eine Vitrine zu bestücken - improvisierte hierbei mit wiederablösbar verklebten Stoppern, damit die Modelle nicht umher kullern, Geschenkpapier drumherum und zackzack: „Happy Birthday... pack aus... bloß nicht schütteln und nur angucken - nicht anfassen!“

 

 

 

Vitrine

 

Plastikvitrinen finde ich... naja... nicht sooo toll, aber der Hinblick von Zeit zu Zeit den Staub aus den letzen Winkeln meiner Modelle entfernen zu müssen, noch weniger. Also zog ich die Vitrinenlösung doch vor. In eine Vitrine für 1:18 Modelle passten 4 Wagen, doch die schwarze Bodenplatte mit ihrer relativ glänzenden Struktur fand ich nicht so schön anzusehen und wollte dies nun nachträglich ändern.Ich schaute mal, was die Fraktion der Modellbahner so zu bieten hat und wurde in der Ecke „Gleisschotter“ fündig. Da gerade meine Autoreihe eine schreckliche Farbkombi abgeben würde, zog ich neutrale Grauabstufungen vor und teste mich durch verschiedene Körnungen und Grautöne. Ich hätte vorher vermutet, dass ich bei einer Körnung für H0 oder minimal Spur N landen wurde, aber am besten gefiel mir doch tatsächlich der ganz feine Basalt, der für Spur Z gedacht ist.

 

Ich startete mit der Schräge am Rand der Bodenplatte, indem ich eine Plexiglasscheibe überstehend fixierte, entstandene Lücke mit Gleisschotter füllte, beidrückte und mit Kleber beträufelte. Die überstehende Plexiglasplatte diente dem Zweck, den vorhandenen Winkel ein wenig nach außen, auf ~ 45°C zu bringen, auch um eine Hauch mehr Stellfläche zu gewinnen. Das Foto verdeutlicht vermutlich besser, wie ich es meine...

 

Als Klebstoff verwendete ich eine der Rezepturen, wie man sie zur Gleisschotterverlegung im Netz finden kann und mischte 1 Teil wasserlöslicher Holzleim und 3 Teile Wasser - ein Tröpfchen Spüli begünstigte das Fließverhalten.

 

Ich war überrascht, wie fest dieser Klebstoff wird und wie scharf sich die Kante damit abbilden würde, arbeitete mich um die 4 Seiten und ging nach Trocknung dieser die eigentliche Stellfläche an: aufstreuen, mit einem Holzleistchen glatt ziehen, mit Kleber beträufeln und äh...es sah aus, als hätte ich eine Bogen Schleifpapier aufgeklebt – geht ja mal gar nicht!

 

Da man Streumaterial aber munter schichten kann, gab ich eine zweite Schicht darauf und bearbeitete dieses Mal den noch trockenen Basaltsand mit einem kleinen Flachpinsel, so dass eine leicht hügelige Fläche entstand. Für etwas mehr Lebendigkeit, streute ich hier und da eine Brise helleren Granitsandes gleicher Körnung auf und entschärfte optisch ein wenig den harten Übergang zur Schräge, den ich nun als störend empfand. Um mir das spätere Fixieren der Wagen mit Schräubchen zu ersparen, platzierte ich sie in dieser Phase auch gleich, wie es mir am besten gefiel, schob etwas Basalt an die Räder und beträufelte die Gesamtfläche mit dem Holzleim-Wasser-Gemisch... wohlgemerkt mit „geparkten“ Autos, bis zur Trocknung des Klebers. Im Endresultat hatte ich nun eine lebendigere Oberfläche und durch die vertieften Abdrücke der Räder, auch gleich den notwendigen Schutz gegen unerwünschtes Wegrollen.

 

Rückstände von Sand oder Holzleim-Gemisch an den Rädern sind übrigens problemlos mit einem nassen Wattestäbchen zu entfernen und ein weiterer Vorteil dieser Art von Kleber: wenn das Gesamtwerk nicht gefällt, kann man es mit Wasser jederzeit wieder rückgängig machen.

 

Zum Schluss noch unvollständige Eckchen aufgefüllt und den Rand zum späteren Vitrinendeckel exakt ausgearbeitet, war mein Werk dann endlich vollbracht!

 

 

 

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich keine Bestellungen annehme!

 

Wer jetzt Lust bekommen hat, sein eigenes Auto im Modell zu sehen, gerne bastelt und sich die Sache zutraut, dem gebe ich hier noch ein paar Tipps zu ein paar netten Helferlein.

 

Bild links: TAMIYA Masking Tape- in unterschiedlichen Breiten erhältlich. Sehr dünn, ideale Klebkraft: nicht zu lasch, um sich selbst abzulösen oder durch Farbe unterwandert zu werden, nicht zu fest, um Schaden anzurichten. Abgebildete Spenderbox braucht man nicht ernsthaft. Bei engen Radien nicht kurvengeeignet - deshalb und für andere komplexe Situationen:

Bild Mitte: Rubbelkrepp. Eigentlich aus dem Bereich der Aquarellmalerei, kommt aber auch völlig problemlos mit Autolack zurecht. Läßt sich hervorragend mit einem Zahnstocher auftragen und trocknet dann zügig (in der abgebildeten Variante) transparent auf. Läßt sich anschließend wegrubbeln, Reste sind mit z.B. Glasreiniger entfernbar. Eingefärbte Varianten lege ich nahe, damit man besser sieht, wo man bereits war.

 

Bild links: Klassischer Sekundenkleber - besser nicht! Man ärgert sich über nichts mehr, als verätzte Scheiben. Wenn überhaupt, dann einen mit feinster Dosierspitze, Beispiel in Bildmitte.

Bild rechts: arbeitet NICHT selbstverschweissend, also keine verätzten Scheiben und daher ideal. Wehrmutstropfen: kein Sekundenkleber, sondern langsam aushärtend - also nur bei Teilen einsetzbar, die die Position halten oder fixiert werden können.

Bild vorne: Fixogum. Man stelle sich ein Post-it in flüssiger Form vor, mit dem Gestank eines klassischen Uhu-Klebers. Eigentliche Einsatzgebiete eher Papier/ Pappe, geht aber auch hier, lüftet nur länger ab. Kein Muß, eher ein "Nice-to-have", z.b. um aufschlagende Türen etc. beim Hantieren zu fixieren. Problemlos und rückstandsfrei zu entfernen, wie Rubbellack.

 

Bild vorne: Skalpell. Für Bastelarbeiten nehme ich am liebsten Klingen des Typs 11.

Bild rechts: Blasebalg für Objektive - goldwert beim Entstauben, z.b. bei Lackierarbeiten. Mit einem weichen Pinsel vorgehen, mit dem Blasebelag hinterher...besser als feuchte Atemluft und vielleicht in so manchem Haushalt sowieso vorhanden.

Bild links: Polieraufsätze - stellvertretend für Geräte wie Proxxon, Dremel und Co. Nicht unbedingt notwendig- es wäre auch ohne gegangen. Ich hatte es halt greifbar, so nutzte ich es auch.

Bild mitte: Baumwollhandschuhe. Sehr hilfreich, wenn das Modell Richtung Fertigstellung geht und kratzer- und fingerabdruckfrei bleiben soll. Findet man günstig im Bereich Gastronomie z.B., sind problemlos maschinenwaschbar.

 

Artikel Teil 2 - eine besonders "kleine" Herausforderung in orange, findet ihr hier .


04.11.2012 01:01    |    peppar peppar    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: , , , , ,

Auf das brandneue Produkt aus der Wolf’s Chemicals Schmiede, stieß ich durch puren Zufall.

Eigentlich bei Recherchen zu einem ganz andere Produkt, stolperte ich zunächst über Wolf’s Body Wrap, dass sich in England scheinbar größter Beliebtheit erfreut und in einem Forum sogar ausgezeichnet wurde... was ich allerdings nicht genauer verfolgte.

 

Das Hard Body klang eigentlich nach einem verbesserten Body Wrap - bei identischer Verarbeitung und wird mit einer Standzeit von bis zu 2 Jahren angegeben - ohne schwierige Anwendung, mit UV-Blockern und einer gewissen Kratzerresistenz.

 

Mir war lediglich wichtig, dass ich damit souverän über den Winter komme und sich die Trocknungszeit bei der Verarbeitung in Grenzen hält, das ganze also relativ zügig über die Bühne geht. Ich könnte also dem Zufall folgen und diesem grandios beschriebenen Produkt die Chance einräumen, sich auf meinem Polo diesen Winter zu behaupten. Erste Videos sahen vielversprechend aus, auf Tests konnte ich mich nicht beziehen, weil das Hard Body wirklich ganz frisch auf dem Markt war.

 

Distributor gesucht und gefunden, Ware bestellt und geliefert – ran an den Speck.

 

Nach einer Grundwäsche und einem Durchgang mit Reinigungsknete, beschränkte ich mich auf einen Durchgang mit der 4000er Menzerna, entfernte die Politurreste gründlich und ging zum Precleaner über.

 

Da ich ganz gerne mit Precleanern arbeite, aber nichts passendes zu Verfügung hatte, griff ich bei dieser Gelegenheit auch ins Wolf’s Chemicals Regal, zu dem passenden „Shine & Seal“. Die Verarbeitung war mit der Hand, wie auch mit der Maschine unauffällig und sparsam, antrocknen sollte es auf dem Lack jedoch nicht...es wird dann schwer auspolierbar.

 

 

Das Hard Body ist nicht sonderlich anspruchsvoll oder kompliziert zu verarbeiten...

Auf einem silikon-, polymer-, öl-/ fettfreiem Lack, trägt man es mittels Wattepad, einem Stückchen MFT oder dergleichen sparsam auf, lässt es 15 Minuten ablüften und nimmt den Überschuss -ein hauchzarter Schleier- wieder ab. Die Verarbeitungstemperaturen sollten bei 12°C oder höher liegen. Um sicher zu gehen, dass man alle Stellen erwischt hat, wird ein weiter Auftrag nach frühestens 3 Stunden Trocknungszeit empfohlen, die Funktion soll aber bereits mit einer Schicht gewährleistet sein. Vollständig ausgehärtet ist das Hard Body nach 12 Stunden, in dieser Zeit ist Feuchtigkeit dann auch zu vermeiden.

 

Der Auftrag ging wirklich leicht und zügig von der Hand, der Restschleier bildete sich bei meinem Auftrag wesentlich schneller (ich schätze mal nach 1 –2 Minuten), es war aber auch von den Außentemperaturen wärmer. Ich lies es dennoch ~15 Minuten ablüften, bevor ich es entfernte. Selbst wenn es mal 20 –25 Min waren, stellte sich das Hard Body hierbei niemals zickig an... der Restschleier war ziemlich leicht zu entfernen.

 

Eine Auffälligkeit gab es dennoch: ca. 15-30 Sekunden nach dem Auftrag, riss die eben noch benetzte Fläche auf, sammelte sich partiell in Bahnen und bildete kleine Tröpfchen. Egal, wie sehr ich auch „einmassierte“ oder in der Menge variierte, der Effekt stellte sich immer wieder ein. Ich lies mich nachträglich darüber aufklären, dass es sich lediglich um Produktüberschuss handeln soll und wechselte mal von einem Wattepad auf ein Velourstüchlein - damit war das Tröpfchenproblem dann beseitigt.

 

Ich wählte die Variante „2 Schichten“ nach einer Durchtrocknungszeit von ~20h , testete die Verarbeitung (nach einer Videovorlage) auch mal mit der Maschine, was ohne Probleme funktioniert und wurde nach Abschluss der Arbeiten mit einer angenehmen Lackglätte belohnt. Irgendeine außergewöhnliche Glanzsteigerung konnte ich nicht feststellen, aber auch keine Glanzminderung und beim ersten Regenschauer sah alles grandios aus.

 

 

Ich konnte mich jetzt also mal ganz gemütlich zurücklehnen, Väterchen Frost die Zunge rausstrecken und hätte ja noch vieeel Zeit irgendwelche Beadingfotos zu schießen... bei dieser Standzeitangabe! Ok... die Hälfte ziehe ich von vorneherein immer schon mal ab und fahre damit ganz gut... aber selbst dann... !

 

Doch wie von Geisterhand verloren die tollen Wassertropfen recht schnell an Höhe und ich konnte auch nicht erkennen, ob das der der wöchentlichen Wäsche zuzuordnen wäre oder einfach den Wettereinflüssen. :rolleyes:

Für einen unverfälschten Eindruck nahm ich das rückpflegefreie "Dodo Born to be mild". Es arbeitete auch unverfälscht, denn die Wassertropfen verloren weiterhin kontinuierlich an Höhe und begannen irgendwann fransige Ränder zu bekommen. Am stärksten betroffen waren die liegenden Flächen, also Dach, Motorhaube und Spiegelkappen. Seiten waren soweit noch völlig ok. Sheeting fand ich unspektakulär... aber ok.

 

 

 

Zeit für „Reparation“...welches man mir als Probe beilegte.

Mit der Nebenbezeichnung „Nano Quick Detailer“, soll es defektes Hard Body wieder richten (wie eben frisch aufgetragen!) und damit auch einer gewissen Erhaltungspflege/ Standzeitverlängerung dienlich sein. Der Auftrag ist aber weniger detailer-typisch und noch weniger „quick“. Man sprüht es auf, verteilt es ein wenig, lässt es einige Minuten ruhen, verteilt es dann noch mal um, lässt es trocknen und nimmt dann einen evtl. Überschuss weg. Nach dem Auftrag und dem ersten Ruhen, war da eigentlich nichts mehr, das umverteilt hätte werden können, aber ich hielt mich strikt an die Anweisung ...wenn auch mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich wendete es, für einen guten Vergleich, auf einer der Spiegelkappen an und der Lack kam nach der Anwendung der anfänglichen Glätte des Hard Body auch wieder ein wenig näher. Ja ...und das wars dann auch schon, denn die nächste Wäsche (letztes Artikelbild) zeigte nicht, daß ich irgend etwas auf die Spiegelkappe aufgetragen hätte - repariert war da nix!

 

Es blieben eigentlich nur noch 3 Restfragen...

 

- Wie würde sich das Hard Body gegenüber Teerentferner behaupten (dem kleinen Bruder „Body Wrap“ soll Teerentferner Tarx nichts

anhaben können)?

 

- Was sagt Hard Body zu Isopropanol? (Es gibt so manches Nanoprodukt, welches nach Einsatz von IPA regelrecht reaktiviert zu sein

scheint, weil sich lediglich die Oberfläche zugesetzt hatte.)

 

- Wie wäre das speziell darauf ausgerichtete Shampoo von Wolf’s, von dem ich noch eine Probe hatte?

 

Die nächste Wäsche stand an und ich sprühte bei dieser Gelegenheit vorab etwas TarX , als Stellvertreter für Teerentferner, auf die linke Seite der Heckklappe.

Nach exakt 3 Minuten Einwirkzeit spülte ich das Tarx gründlich ab und zurückblieb ein Wasservorhang, der sich am Lack runter zog...:rolleyes:

 

 

 

 

 

 

Isopropanol... ich hatte nur unverdünnten greifbar...den sprühte ich auf die rechte Seite der Heckklappe, dreimal links, dreimal rechts gewischelt... und spülte für einen Vergleich auch hier wieder mit klarem Wasser nach. Auch auf dieser Seite hatte ich nun einen kreisrunden Wasserfleck, der sich langsam nach unten zog...:rolleyes:

Eine Wintermischung im Wischwasserbehälter konnte ich mir jetzt nicht mehr so recht vorstellen...:D

 

 

 

 

Ich schloss diese höchst amüsante Autowäsche dann noch mit jenem Wolf's-Shampoo namens „Nano Bathe“ ab, ohne im Ergebnis irgendwelche Unterschiede zum Born to be mild ausmachen zu können... fuhr noch einmal abschließend mit dem Finger über den frisch getrockneten Lack, der es mir stumpf und quietschend quittierte und heulte dann mal wie der Wolf im Firmenemblem. :D

 

 

Das war nach 5 Wochen, 4 Wäschen und keinen 1000 km Fahrt.

 

"Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab." ...sagt eine Weisheit der Dakota-Indianer. Guuut...das hier hat noch ein bisschen gezuckt...aber ich hielt es doch für das Beste, es vorzeitig zu erlösen. ;)

 

Vielleicht ist das Beading nicht die Stärke des Hard Body...

Vielleicht ist mancher zufrieden, wenn sich das Wasser als Vorhang vom Lack zieht...dahin tendierte es beim Abpülen bereits...

Vielleicht war ich auch einfach unfähig und reihte einen Anwendungsfehler hinter den anderen... sollte man ja niemals ausschließen.

 

Ich werde mich zurücklehnen und beobachten... aber nun erst einmal, wie sich das Hard Body bei anderen Anwendern schlägt. Offen gestanden muss ich aber zugeben, dass mich ein Produkt selten so amüsiert hat wie dieses und somit kann ich die Ausgabe bestens verschmerzen.

 

R.I.P Hard Body! ;)


28.06.2012 00:39    |    peppar peppar    |    Kommentare (18)    |   Stichworte: , , , , , ,

Der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich...

 

...und durfte an unserem Passat auch 10 Jahre ungehemmt knabbern.

 

Die „Bissspurenbeseitigung“ dann durchgeführt und beibehalten, war nun, nach 11 Jahren, mal wieder Zeit was Neues zu testen...im Visier: die Kunststoffe und Gummis.

 

Meine Wahl fiel auf den C4 Permanent Trim Restorer von Gtechniq und weil es zum Vergleich lockte: das neue Cquartz DLUX von CarPro... beides Nanoprodukte für Kunststoff und Gummi und, laut Hersteller, mit beträchtlicher Standzeit.

 

 

Gtechniq C4 Permanent Trim Restorer ist als 15 ml Flasche erhältlich und hätte bei einem Liter den amüsanten Preis von ~1993 Euro. Der Hersteller spricht von einer Standzeit bis zu 2 Jahren, einem matten Finish und grenzt die Anwendungsbereiche auf unlackierte Kunststoffe und Gummis ein. Anwendungshinweise befinden sich auf der Rückseite der Flasche.

 

 

Cquartz DLUX wird als 30ml Flasche geliefert und käme auf ~832 Euro/ Liter. CarPro nennt eine Standzeit von bis zu einem Jahr, Anwendungsbereiche sind Kunststoff, Gummi und alle Arten von Felgen. Die Anwendung wird hier ebenfalls auf der Rückseite der Flasche beschrieben.

 

 

 

 

 

Beide Produkte setzen für die Applikation voraus:

gründlich gereinigte, von Vorgängerprodukten befreite und entfettete Oberflächen - zum Zeitpunkt der Applikation kühl und trocken, ohne direkte Sonneneinstrahlung.

 

Gtechniq C4 wird, mittels beigelegten Wattepads, dünn aufgetragen und umgehend vom Überschuss befreit. „Immediately“ steht auf der Rückseite der Flasche...:rolleyes:

 

Dem Cquartz DLUX liegen Tücher und ein Applikatorschwamm ebenfalls bei, also wird das Produkt hiermit dünn auf der Oberfläche verteilt. Im Gegensatz zu C4, ist bei bei diesem Produkt nun aber eine Wartezeit, von einigen Minuten (temperaturabhängig), einzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt ist das Ergebnis sehr glänzend - nicht erschrecken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Entfernen des Produktüberschusses, nimmt man ein weiches Mikrofasertuch und wischt sanft, eher einem Abtrocknen vergleichbar, über die Fläche, bis evtl. Schlieren beseitigt sind. Dies ist bei beiden Produkten ohne besondere Ansprüche, an die Machart des Mikrofasertuches, angegeben - fusselfrei sollte es aber schon sein.

 

1-3 Stunden nach der Applikation des Cquartz DLUX, sollte das Auto nicht bewegt werden und bis zum Ablauf von 24 h, ist Regen/Wasser unbedingt zu vermeiden! Gtechniq erwähnt diesbezüglich nichts, also ist C4 wohl direkt belastbar.

 

Ich hatte mich, bei der Aufteilung der Flächen, spontan entschieden. Ein Schachbrettmuster durch evtl. Produktunterschiede, wollte ich möglichst vermeiden und uninteressante Bereiche, setzte ich nicht in direkten Vergleich.

 

Uninteressante Bereiche waren für mich: Dichtungsgummis und Wasserschutzleiste im Bereich der Windschutzscheibe, weil diese in halbes Jahr zuvor erneuert wurden. Genauso wenig Herausforderung, sah ich in Front- und Heckschürze, weil dieser Kunststoff einfach noch ordentlich und unverblasst aussah, wenn im Frontbereich nach ~180000 km auch aufgeraut.

 

Mein Hauptinteresse lag vielmehr bei den Teilen, bei denen die 11 Jahre nicht mehr zu leugnen waren, denn hier könnten beide Produkte wirklich ihr Können beweisen.

 

Gtechniq C4 kannte ich bereits, also schnappte ich mir - zum Aufwärmen - das Cquartz DLUX und startete mit der Heckschürze, aus der Kategorie „uninteressant“.

 

Hatte ich irgendwo erwähnt, dass ich diesen Bereich als ordentlich, in Farbe und Zustand, betrachtete...? ;)

 

 

 

 

 

Es folgten die Leisten im Bereich Türen und Schweller.

Diese sind eigentlich aus Hartgummi, bei unserem 3BG aber mittlerweile so hart, dass sie glatt als Kunststoff durchgehen. Verblasst sind sie sowieso...

 

Hier setzte ich DLUX im Bereich der Türen ein und C4 im Bereich des Schwellers.

 

 

Außer dass DLUX nach dem Nachwischen zunächst seidenmatt und C4 direkt matt erschien, war farblich kein Unterschied auszumachen. Ich hatte den Eindruck, dass Cquartz DLUX kleine Materialschäden (Steinschläge etc.) ein wenig besser kaschiert.

 

Bei den Fensterdichtungen, trennte ich nach Seiten. Auf die Fahrerseite kam DLUX, auf die Beifahrerseite C4. Diese Dichtungen waren vom Außenspiegel bis zum Kofferraum grau, stumpf und tendenziell unruhig/fleckig, aber durchaus noch als Gummi identifizierbar.

 

 

Die festverklebten Bereiche - die Seitenfenster des Kofferraums- waren am stärksten mitgenommen. Hier saßen, bis letzten Sommer, partiell Verkrustungen, die nur mühsam zu entfernen waren. Auch wenn das Gummi nicht sichtbar rissig oder porös erschien, bildeten sich, nach gewisser Zeit, immer wieder klar abgegrenzte, helle Flecken.

 

Cquartz DLUX zeigte an dieser Stelle, ein einziges Mal, eine Auffälligkeit - es schien einzuziehen. Hier legte ich kurzerhand, während der ersten 5 Minuten etwas nach, bis der übliche, glänzende Zustand erreicht war (5 Minuten setzte ich bei 20° C als Wartezeit an). Nach Abnahme des Produktüberschusses, waren sämtliche Dichtungen nun farblich angeglichen und seidenmatt - ohne erkennbare Flecken.

 

Gtechniq C4 zeigte keine Auffälligkeiten bei der Applikation, dafür aber beim Ergebnis. Dem intakten Gummi gab er in üblicher Weise seine Ursprungsfarbe zurück, die Flecken konnte er aber lediglich nachdunkeln. Sie waren eindeutig sichtbar geblieben, eine farbliche Angleichung fand nicht statt.

 

 

 

 

 

Nach dieser Feststellung war für mich klar, dass der Kühlergrill alleine dem Cquartz DLUX vorbehalten wäre. Dessen Kunststoff war sehr stumpf, stark verblasst und teilweise fleckig.

 

 

Den restlichen Kunststoffbereich der Front, schloss ich dann ebenfalls mit Cquartz DLUX ab, dieser Bereich stand ja aber nicht im Focus meines Tests.

 

Passt...! :)

 

 

Meine persönlichen Eindrücke...

 

Im Allgemeinen, haben beide Produkte die verblassten Teile wieder in ein schönes sattes Schwarz verwandelt, beide auf gleichem Niveau. C4 ist direkt matt aufgetrocknet, Cquartz DLUX ist zunächst seidenglänzend und bekommt nach und nach, während der Trocknungsphase, das matte Finish. „Matt“ ist so zu verstehen, dass beide Produkte den Charakter des Ausgangsmaterials einfach beibehalten. Ein seidenglänzender Kunststoff ist nicht matter als zuvor, mattes Material nicht glänzender...so mein Eindruck.

 

Der Extremfall bringt C4 eindeutig an seine Grenzen. Sind fleckige Areale im Material oder Aufhellungen, durch Beschädigung wie Steinschläge, Kratzer etc., bleiben diese sichtbar, wenn auch nachgedunkelt. Cquartz DLUX schafft es diese Problembereiche in gewissem Maße anzugleichen.

 

Die Wartezeit bis zu Abnahme des Produktüberschusses, hat mich beim Cquartz DLUX zu keinem Zeitpunkt gestört. Während der Trocknung des einen Bauteils, wurde einfach das nächste behandelt. Hatte ich eine kleine Stelle übersehen, wurde innerhalb dieser Zeit problemlos nachgelegt...alles in einer angenehmen Arbeitsgeschwindigkeit.

 

Die vollständige Aushärtungsphase, von 24h ohne Wasserkontakt, ist natürlich etwas, das einkalkuliert werden muss. Ich hatte das Ganze ja geplant und das passende Wetter vorbestellt, aber sicherlich ist das ein Argument, das für Gtechniq C4 spricht.

 

Mal schnell, im Vorbeigehen, ein Bauteil behandelt, ist man mit Gtechniq C4 sicherlich schneller unterwegs und hat keine Wartezeit im Anschluss.

 

Bei diesem Produkt, gefiel mir am wenigsten die verwaschene Formulierung „immediately“ oder „as soon as possible“ (Herstellerseite), was das Nachwischen betrifft. Bei einem großen Bauteil und milden Temperaturen sicherlich nichts, vorüber man nachdenken müsste. Bei hochsommerlichen Temperaturen und einem verzwickten Bauteil, wie z.B. einem Wabengrill, könnte das aber eine sehr sportliche Angelegenheit werden!

 

Die bessere Ausstattung liefert Cquartz DLUX. Mit dem Applikatorschwamm, den man mit einem Tuch umwickelt verwendet, lässt sich auf den großen Flächen wunderbar und zügig arbeiten. Die Velourtücher zeigen sich komfortabler als Wattepads, weil sie noch präziser anwendbar, definitiv fusselfrei und sehr lange einsetzbar bleiben. Eine nicht zu verachtende Kleinigkeit, ist ein Kunststoffeinsatz in der DLUX-Flasche, der das Produkt tropfenweise abgibt (wie bei medizinischen Tropfen). Spätestens als mir die offene C4-Flasche kippte, wusste ich, wie fein so etwas doch ist - wenn es auch nicht unbedingt die Motivation des Herstellers gewesen sein mag...;)

 

Aufgrund von Preis, Ausstattung, „Härtefallbewältigung“ und „Gemütlichkeit“, wurde das Cquartz DLUX mein persönlicher Favorit, wenn es letztlich auch nur um Nuancen ging.

 

Eins haben beide Produkte auf jeden Fall gemeinsam: wenn auch völlig unterschiedlichen Charakters, sind sie einfach zu handhaben und äußerst sparsam in der Anwendung, was den Preis doch relativiert.

 

 

 

Nachtrag: Das Cquartz DLUX hat eine begrenzte Haltbarkeit, die dem C.Quartz identisch ist. Laut Hersteller ist hierbei von 6 Monaten die Rede, wobei Temperatur und Feuchtigkeit Einfluß nehmen können. Gut verschlossen und trocken gelagert, würde ich das Cquartz (DLUX) relativ zeitnah aufbrauchen.

 

Noch eine Sache...

Ich weiß nicht mehr wo ich es aufgeschnappt habe, aber beim C.Quartz (ohne DLUX) sollte man die Wagenwäsche eine Woche lang vermeiden. Das C.Quartz ist nach der vollständigen Aushärtung Regen und Wasser gegenüber stabil, bei Reinigern ist aber Vorsicht geboten... in dieser Anfangszeit. Da CquartzDLUX ein modifiziertes C.Quartz ist, würde ich es auch bei diesem Produkt so halten und mich 7 Tage lang beherrschen...weil es schlichtweg nicht schaden kann. Einfach wegschauen, wenn die Kiste dreckig ist...die Nanotierchen müssen erst wohnhaft werden! ;)


19.06.2012 01:39    |    peppar peppar    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: , , , ,

Prima,

 

...dass PRIMA das Hydro Seal auf den Markt gebracht hat!

 

Das war vergangenen Herbst und kam mir gerade sehr gelegen!

Zeitintensive Programme waren an unserem Passat einfach nicht so gut umsetzbar, wie ich mir das wünschte. So hielt ich schon länger Ausschau nach einer Versiegelung, die mal eben schnell - quasi im Vorbeigehen - aufgetragen wäre. Für ein Minimum an Aufwand, war ich auch gerne bereit öfters nachzulegen, aber bitte – alles im rechten Maß!

 

Da das Prima Hydro Seal genauso klang, als wäre es der passende Kandidat, rief ich also die Polymerchen zu mir...

 

 

Ich bestellte in der Variante eines Sparpaketes mit folgendem Inhalt:

 

- Prima Hydro Wash (ein Shampoo –nicht rückpflegend- für die Vorreinigung)

- Prima Hydro Seal (die eigentliche Versiegelung auf Polymerbasis)

- Prima Hydro (ein Sprühwachs auf Polymerbasis zur Auffrischung)

- zwei Microfiber Madness Crazy Pile in 40x40cm

- eine Prima Sprüh-Leerflasche, die man benötigen würde

 

 

 

Die Vorbereitung

 

Voraussetzung ist eine saubere, silikon- und fettfreie Oberfläche, kühl und schattig.

 

Da bei unserem 3BG die letzte Politur nicht lange zurücklag, war ich nach einem Durchgang mit Reinigungsknete, Prima Amigo und einem letzten Kontrollwisch (mit Isopropanol) startklar. Abgeklebt wurde rein gar nichts – würde kein Problem darstellen – sehr fein...seeeehhhhr fein! Abkleben finde ich nämlich nicht so prall...

 

Die Anwendung

 

Prima Hydro Seal ist... :rolleyes:...anders!

 

Man wringt ein zuvor wassergetränktes, flauschiges Tuch aus, faltet nun das gut durchfeuchtete Tuch in ein handliches Format und verteil, eine ca. haselnussgroße Menge, des Prima Hydro Seal darauf. Mit einer wasserbefüllten Sprühflasche (deswegen auch im Sparset), sprüht man nun, die zu behandelnde Oberfläche hauchzart ein und verteilt das, auf dem Tuch befindliche Hydro Seal, auf der, mit Wasser versehenen, Fläche. Direkt im Anschluss, mit einem trockenen Tuch nachgewischt, arbeitet man sich so sektionsweise vor, empfohlenerweise in 2 Durchgängen Hydro Seal, optional im 2. Durchgang mit Hydro – ganz einfach... alles klar? :D

 

Das „How to apply“-Video von Prima verdeutlicht die Vorgehensweise sehr gut...

 

Die darin gezeigte, aufgesprühte Wassermenge ist wirklich ausreichend! Warum dieser Nick beim Auftrag so angestrengt klingt, erklärt sich mir nicht, denn alles geht spielend leicht von der Hand, die MM Crazy Pile Tücher eignen sich hervorragend. Man muss sich einfach nur auf die ungewöhnliche Technik einlassen - das ist alles!

 

Nachdem einem schon mächtig die Nase geschmeichelt wurde, wird man nun mit einer atemberaubende Glätte belohnt! Ich kann jetzt gar nicht sagen, ob das Hydro Seal die Glätte des Amigo noch toppt, aber geringer fällt sie auf keinen Fall aus. Ich hatte sogar das Gefühl, dass sich die Glätte nach 24h um eine Nuance gesteigert hatte, das ist aber rein subjektiv.

 

Genauso subjektiv ist der Eindruck vom Glanz. Dieser hinterlies bei mir einen guten Eindruck, aber das „Urban Grey Metallic“ unseres Passats ist recht hell, also halte ich mich diesbezüglich gerne zurück...

 

Auffrischung/ Standzeitverlängerung

 

Zu diesem Zweck hat PRIMA das Prima Hydro ausgewählt, welches auf trockenem und nassen Lack angewendet werden kann. Ob man es lieber von Zeit zu Zeit, nach jeder Wäsche einsetzt oder gänzlich darauf verzichtet, ist jedem selbst überlassen. Ich denke, optimal wäre der Einsatz nach jeder Wäsche, auf den noch nassen Lack aufgesprüht und den Wagen ganz normal abgetrocknet. So hat man eine regelmäßige Auffrischung, ohne zusätzlichen Zeitaufwand.

 

[Eine neue Idee von PRIMA: anstatt des Hydro, mischt man 2 Teile Hydro mit 1 Teil Hydro Seal und verwendete diese Mischung, gut durchgeschüttelt, nass oder trocken. Das wäre dann in etwa ein Hydro Plus oder Hydro Seal light ...?]

 

Verlauf

 

 

Leider kam ich reichlich spät auf die Idee, das Ganze für einen Artikel zu dokumentieren und so fehlt die Anfangsphase. Für einen kleinen Eindruck eines frischen Hydro Seal, greife ich deshalb vor, auf das Foto links, das vor Kurzem entstand. Da sich im ersten Monat keine Veränderung zeigte, starte ich nun, ab dem Zeitpunkt, als sich das Beading erstmals veränderte und ich auch gleich mal das Hydro testete. Als Shampoo verwendete ich, auch nach der Applikation, das Prima Hydro Wash. (Nicht bei jeder Wäsche hatte ich die Kamera dabei...)

 

 

 

 

Tag 39: Zustand, gerade gewaschen

 

Tag 39: 1. Hydro (kleiner Test mir Leitungswasser in Sprühflasche)

 

Tag 57: Wäsche

 

Tag 78: Wäsche

 

Tag 85: Wäsche + Fotos, 2. Hydro im Anschluss

 

Tag 86: Regen

 

(Tag 127: 3. Hydro nicht fotografiert)

 

Tag 156: Regen

 

Tag 177: Regen

 

Tag 199: Regen

 

Tag 204: Wäsche und die Frage, ob das wirklich Bienenkot sein kann...:confused:

 

Tag 205: Stichprobe nach gestriger Pfützenbildung mit Leitungswasser (Sprühflasche)

 

Tag 211: Test beendet...

 

(Tag 211: 4. Hydro als Überbrückung, Fotos siehe unten)

 

Ich befürchte, das die Fotos nicht gut wiedergeben, was mir in dem Zeitraum des Öfteren auffiel. Vergleicht deshalb nochmal, stellvertretend Tag 204 und Tag 211... Bei Tag 204 handelt es sich um Leitungswasser bei der Wäsche, bei Tag 211 um Regen. Da war das Hydro Seal zwar generell am Ende, aber den überwiegenden Zeitraum, war ein gravierender Unterschied zwischen Leitungswasser und Regenwasser festzustellen.

 

Ihr könnt mir glauben, dass ich mir dieses Trauerspiel, gegen Ende, nicht gegeben hätte, wenn die Funktion nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Aber genau das ist der springende Punkt! Das Prima Hydro Seal funktionierte tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt, denn jetzt erst begannen Insektenreste und so mancher Schmutz, wieder an Hartnäckigkeit zu gewinnen!

 

Klar... war das Hydro im Spiel...aber mit 3 Anwendung (bis Testende), wohl nicht gerade ein voll ausgeschöpftes Vorgehen. Ich habe mich hier zurückgehalten. Einerseits wollte ich wissen, wie sich das Hydro so macht, andererseits das Hydro Seal nicht zu sehr manipulieren. Eine Gratwanderung eben, wenn man nur einen Test-Kandidaten hat...

 

Das Beading des Hydro Seal ist einfach, ab einem gewissen Zeitpunkt, eine bemerkenswerte Sache...

Leitungswasser und Regenwasser ergeben zwei völlig unterschiedliche Bilder, ausgefranste Tropfenränder auf der einen, runde Tropfenränder auf der anderen Seite. Völlig wirr wird es zusätzlich, wenn man das Shampoo wechselt. Ein einziges Mal nahm ich das Prima Mystique, weil ich wissen wollte, ob ich dem Hydro Seal mit den Polymerzusätzen des Mystique etwas Gutes tue. Als Resultat, zog sich das Wasser, nach dem Abspülen, als riesige, rundherum sauber abgegrenzte Pfützen vom Lack - beim nächsten Regen, hatte ich wieder ordentliche Tropfen...

 

Bei derart mimosenhaftem Verhalten, sollte man kaum glauben, dass das Hydro Seal wintertauglich wäre. Genau diesen hat es aber völlig problemlos gemeistert. Täglich Autobahn, Streusalz, aufgewirbelte Gicht – alles kein Problem. Als die Temperaturen eine Wäsche wieder zuließen, stand zwar ein eingeschmuddelter, teils gestreifter Passat vor mir, aber das Hydro Seal war immer noch das alte. Hartnäckige Rückstände, die mit einer Handwäsche nicht verschwinden würden- nicht die Spur!

 

Generell hatte ich den Eindruck, dass ich etwas mehr Zeit zwischen zwei Wäschen verstreichen lassen konnte, aber das ist ja so was von subjektiv...da komme ich mir schon beim Schreiben blöd vor!:cool:

 

Mein Fazit nach einem Testlauf

 

Mit angenehm geringen Aufwand und erstaunlichem Durchhaltevermögen, macht das Prima Hydro Seal genau was es soll. Es besitzt dabei nur nicht die Eitelkeit, bis zur letzten Stunde schön auszusehen... :D

 

Wer eine durchgängig schöne Optik braucht, muss dranbleiben oder Abstand von diesem Produkt nehmen- die Funktion ist aber auch bei bescheidenem Beading noch lange gewährleistet.

 

Mir gefällt das Prima Hydro Seal für unseren Passat ausgesprochen gut und es wurde bereits wieder erneuert. Für einen gewissen Wohlfühlfaktor, werde ich aber an Hydro oder diesem Hydro+Hydro Seal-Mix zukünftig nicht sparen.

 

 

Grüße

Peppar


16.06.2012 14:53    |    peppar peppar    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: , , , ,

„Nano“ ist kein Gütesiegel...

 

...das durfte ich des Öfteren schon feststellen. Dennoch wollte ich dem folgenden Produkt eine Chance geben, weil die Recherchen im Netz doch sehr vielversprechend klangen.

 

C.Quartz ist eine „Keramikversiegelung“, bestehend aus ~20nm großen Siliziumdioxid- und Titandioxid-Partikeln, die, neben dem Lack, auf verschiedenen Fahrzeugflächen angewendet werden kann. Hersteller ist die Firma CarPro, die so mancher von euch vielleicht durch „Iron X“ kennt.

 

Geliefert wird das Produkt in einem verschweißten Alubeutel, zusammen mit einem Applikator, einigen kleinen Velourtüchern und etwas Silicatgel zur Trockenhaltung.

Die C.Quartz-Flasche ist zusätzlich folienversiegelt, wobei innerhalb dieser Folie ein Aufkleber, mit Label und Chargennummer, beiliegt. Anwendungshinweise findet man, in knapper Form, auf der Außenseite der Verpackung.

 

Auf dem Foto sieht man einen leicht veränderten Packungsinhalt gegenüber der vorherigen Version. Zuvor war der Applikator ein ganzes Stück breiter und der Verpackung zusätzlich ein paar Wattepads beigelegt.

 

Wäre alles reibungslos abgelaufen, wüsste ich bis heute nicht, dass der Verpackungsinhalt ein wenig umgestellt wurde, aber mir war doppelter Spaß vergönnt! :rolleyes:

 

Bei der 1. Versiegelung hatte ich das Auto zuvor gewaschen, geknetet, poliert, nachgereinigt, entfettet, abgeklebt und direkt vor der Applikation noch einmal entfettet (IPA).

Die Temperaturen lagen bei 27°C, ganz im Rahmen des C.Quartz, welches bis 30°C appliziert werden kann.

 

Der Ablauf unterschied sich von anderen Beschreibungen lediglich dadurch, dass der übliche Schleier, der sich nach dem Auftrag zeigt, bei mir in den Farben des Regenbogens schimmerte.

 

Dieser Schleier kam auch nicht zeitverzögert, sondern sozusagen direkt hinter dem Applikator zum Vorschein, und selbst das spätere Abnehmen dieses Schleiers, erschien mir viel zu leicht, im Vergleich zu dem, was andere vor mir, schilderten.

 

Ich kontaktierte den Shop, dieser zusätzlich den Hersteller und so begab man sich auf Fehlersuche.

 

 

Neben akribischer Beschreibung meiner Vorgehensweise, startete ich einen Gegentest, an einem alten Motorradtank - unter identischen Witterungsbedingungen. Das gleiche Bild - ein Regenbogeneffekt. Hatte ich doch die Hoffnung, dass es nur an meiner Lackfarbe lag... :rolleyes:

Ein Anwendungsfehler war nicht auszumachen, allerdings blieb eine Unbekannte in der Geschichte stets erhalten: die Luftfeuchtigkeit.

 

Meine Wetterstation ist hier äußerst kreativ und die Wetterdienste sind sich auch selten einig - also bleibt da nur mein Gefühl. Unter dem Einfluß von 27°C und stundenlangem Werkeln am Auto, blieb mir dann aber auch nur noch eine wage Einschätzung, dass es eher „drückend“ war.

 

Da sich mein Polo, im trockenen Zustand, völlig unauffällig zeigte, wollte ich die 1. Wäsche abwarten, die nicht vor Ablauf von 7 Tagen stattfinden soll. Selten mit so viel Hochspannung mein Auto gewaschen, war das Ergebnis durchwachsen...

An manchen Stellen ein beeidruckender Abperleffekt, an anderen, wie ich ein C.Quartz nach einigen Monaten einschätzen würde. An der vorderen Dachkante sogar eine Stelle, die beim Abtrocknen wirkte, als wenn sich zum falschen Zeitpunkt Tau darauf abgelegt hätte. Alles nicht wirklich dramatisch, aber eben mit dem Restrisiko, dass sich das C.Quartz vielleicht vorzeitig verabschieden würde und der Winter war nicht mehr so weit entfernt.

 

Lange Rede – kurzer Sinn: ich entschied mich, das ganze Procedere zu wiederholen.

 

Das heißt bei C.Quartz allerdings auch: polieren...

C.Quartz ist nur abrasiv entfernbar (klar, habe ich einen erfolglosen Test mit 99,9% Isopropanol durchgeführt ;)).

 

Neues Spiel, neues Glück... neue Applikation - aus Zeitgründen aber nur eine Schicht und neben einem geleckten Wagen ganz wichtig: perfektes Wetter! Es herrschten nun gnädige 20-21°C und nicht der Hauch einer überhöhten Luftfeuchtigkeit war spürbar- herrlich!

 

Wie beim ersten Mal auch...

 

...beträufeln...beträufeln...im Kreuzgang auftragen...im Kreuzgang auftragen...Uhrzeit im Blick...Uhrzeit im Blick

 

Restschleier auspolierenRestschleier auspolieren

Im Gegensatz zum ersten Mal, bildete sich der Schleier nun zeitverzögert und war hellgrau, wie des Öfteren auf Bildmaterial gesehen. Bei Bedarf, hätte ich jetzt auch, mit ausreichend Zeit, nachkorrigieren können. Das Abnehmen des Produktschleiers war dieses Mal auch so, wie von anderen beschrieben - gewöhnungsbedürftig und relativ anstrengend. Hier empfand ich Velourtücher am besten. Je kürzer die Faserstruktur, umso so leichtgängiger das Nachpolieren, denn das C.Quartz fühlt sich zu diesem Zeitpunkt an, wie eine gummierte Oberfläche.

 

 

 

 

 

Der Applikator hat die Anwendung nicht so tapfer gemeistert. Man kommt damit zweifellos an Ziel, aber die 1.Generation war doch um einiges komfortabler. Bei dieser schmalen Variante, neigt das Tuch andauernd zum Verrutschen, und irgendwann wird’s auch in den Fingern krampfig. Ich hoffe, man hat mittlerweile wieder auf die 1. Variante umgestellt.

 

 

 

 

 

 

Nach der Aushärtungszeit von 48h wollte ich Vorher-Nachher-Bilder schießen, aber ein Haufen Wolken kam aus dem Nichts herbeigeeilt und drängelte sich mal wieder ins Bild...:mad:

Bei einem knapp einjährigen Wagen, der nur Handwäsche kennt, war die Ausgangsbasis natürlich keine Herausforderung. Von meinem Empfinden her, würde ich es so beschreiben, dass C.Quartz genau das fixiert, was gegeben ist. Es nimmt keinen Glanz heraus, es legt aber auch keinen obendrauf...so eine Art „Snapshot“. Peppergrey-Metallic mag aber auch nicht gerade die auskunftsfreudigste Farbe sein...

 

 

 

Die erste Wäsche bestätigte mir, dass der 2. Anlauf eine gute Entscheidung war. Ich hatte nun überall gleichmäßig einen tollen Abperleffekt, keine Flecken oder sonst was... einfach wie es sein sollte. Hier habe ich natürlich ein bisschen mit den Einstellungen meiner Gartenbrause gespielt...:)

 

 

Die folgenden Fotos sind nicht alle direkt nach einer Wäsche entstanden. Regen zog ich immer vor, weil ich mir doch einen Unterschied zwischen unserem Leitungswasser und Regenwasser einbilde. Das Foto mit Fensterdichtungen liegt darin begründet, daß diese ungeplant zum C.Quartz kamen (ich hatte nach Beendigung der Arbeiten und Abziehen des Klebebandes ganz offensichtlich C.Quartz an den Fingern *räusper*). Ich verwendete über den ganzen Zeitraum ein Shampoo, frei von rückpflegenden Stoffen oder Glanzverstärkern - für einen unverfälschten Eindruck. Nach Lust und Laune kam das, für eine Auffrischung vorgesehene, „Reload“, zum Einsatz. Den Einfluss des Reload zeigen immer die darauf folgenden Bilder. Direkt nach der Applikation, habe ich den eben frisch gewaschenen, mit Reload behandelten und abgetrockneten Wagen nicht mehr nass gemacht... ich habe Nachbarn....:D

 

nach 6 Wochen: Wäsche

 

nach 9 Wochen: Wäsche + Reload

 

nach 11 Wochen: Wäsche

 

nach 15 Wochen: Wäsche + Reload

 

nach 15 Wochen: Regen

 

(nach 21 Wochen: Wäsche + Reload - ohne Fotos)

 

nach 25 Wochen: Väterchen Frost und ein verstellter Weißabgleich... ;)

 

nach 25 Wochen: Regen

 

nach 28 Wochen: Wäsche + Reload

 

nach 32 Wochen: Regen

 

nach 32 Wochen: Wäsche

 

nach 35 Wochen: Regen

 

nach 37 Wochen: Wäsche + Testende

 

Neben der Tatsache, dass sich an Motorhaube und Dach nun Pfützen bilden, sind hier und da auch Ablagerungen auf dem Lack (liegende Flächen). Dieser zeigt sich rein nur bei feuchtem Zustand und wurde durch die normale Wäsche nicht entfernt. Mit "Reload" lies er sich, unter leichtem Druck und ohne große Mühe, entfernen. Seiten und Heckpartie, also die weniger belasteten Flächen, sind noch völlig intakt. Die Haptik ist allgemein aber nun eher stumpf... alles nicht mehr so schön und deswegen Ende der Testphase...nach 258 Tagen und 7200 km.

 

 

 

 

 

Fazit:

 

Trotz anfänglicher „Nano-Skepsis“, hat mich C.Quartz nicht enttäuscht. Gerade als Winterversiegelung finde ich dieses Produkt äußerst interessant. Ich hatte nie den Anspruch, dass die Versiegelung ein Jahr (laut Produktbeschreibung) hält, mein Wunschziel von 6 Monaten hat es ja aber sogar übertroffen. Es ist äußerst robust und kann bei evtl. Umwelteinflüssen, die das Shampoo nicht beseitigt, mit Isopropanol abgewischt und damit wieder "frei geschaufelt" werden.

 

Einen kleinen Wehrmutstropfen sehe ich in der Haptik des Lackes. Wer auf atemberaubende Glätte steht, wird enttäuscht werden. Nach der vollständigen Aushärtung, ist der Lack in einem Zustand, wie man ihn in vielen Showrooms ertasten kann...ohne Bonusglätte.

 

Jemandem, der mit C.Quartz in die Fahrzeugpflege einsteigen will, würde ich davon abraten.

Zwar ist es für den Endverbraucher gedacht und nicht gerade hochkomplex, aber dafür verzeiht es Fehler und unstimmige Faktoren zu wenig. Ein frisch ausgehärtetes C.Quartz, durch eine Handpolitur zu beseitigen, kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

 

Wer diese Keramikversiegelung in Erwägung zieht, dem lege ich nahe, zumindest den User Guide auf der Herstellerseite zu lesen, denn die Anwendungshinweise auf der Verpackung sind meines Erachtens zu dürftig.

 

Empfindliche Nasen seinen gewarnt! Die Trägerstoffe, die sich beim Auftrag verflüchtigen, haben es in sich!

 

Was den Verbrauch betrifft, kann ich jetzt nur von meinem kleinen Polo ausgehen. Die Flasche war für 2 Schichten C.Quartz ausreichend...die Anwendung auf reine Lackflächen bezogen.

 

Am Rande sei noch erwähnt, dass auf der Herstellerseite (unter „Testimonials“) ein unabhängiger Labortest nach ISO-Norm zu finden ist. Ich kann zwar wenig damit anfangen, halte es aber für eine lobenswerte Sache.

 

Grüße

Peppar


08.12.2011 00:27    |    peppar peppar    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: ,

Die Felgen waren jetzt also gereinigt und ich hatte mehr erreicht, als ich für möglich gehalten hätte. Zufrieden war ich beim dem Anblick auf alle Fälle, aber das letzte Quäntchen fehlte noch.

 

So bevorzugte ich anstatt...

 

...diesem Anblick...diesem Anblick...diesen!...diesen!

 

Außerdem....

 

...nicht das...nicht dassondern das!sondern das!

 

...und selbstverständlich auch ...

 

...keine Kratzer......keine Kratzer.....weg damit!..weg damit!

 

Zuerst waren die Rückseiten an der Reihe.

 

Die Aufkleber der Wuchtgewichte waren ja, trotz aller Chemie und harter Bürste, unangetastet geblieben. Das es sich ja nicht nur um Kleber handelte, sondern auch um so eine Art schwarzes Moosgummi, pfriemelte ich dieses einfach mit den Fingern ab. Öl war hierbei hilfreich, damit die abgeknibbelten Reste nicht wieder direkt woanders klebten...denn alles hatte ein bisschen den Charme von altem Kaugummi. Ein einziges Klebeband hatte sich erbarmt und lies sich komplett in einem Stück abziehen...wie nett!

War alles halb so wild, ich malte mir bei dieser Sache nur bildlich aus, wie sie in solch einem Felgenbett, zur der Befestigung von Wuchtgewichten, wohl die passende Stellen bisher freischaufelten....

 

Anschließend schnappte ich mir meine Rotex, ein Rotweiss-Pad in orange und das Swizöl Cleaner Fluid Professional. Damit verschwanden ein paar „eingravierte“ Felgenbeschriftungen und das Gesamtbild wurde noch einmal gleichmäßiger und ruhiger, auch wenn ein paar tiefere Kratzer zurück blieben. Was ich in Ruhe lies, war der Felgenrand, der sah mir lacktechnisch einfach schon zu abgeliebt aus...da hätte ich wohl nur verschlimmert.

 

 

Die Speichenrückseiten hatten mir schon bei der Reinigung keine Ruhe gelassen.. Diese kleinen, schwarzen Flecken, hatten sich dem roten Aluteufel, Tar X , Iron X und der harten Nylonbürste bisher erfolgreich zur Wehr gesetzt, waren jedoch, mit der Bürste, auch schlecht zugänglich. So wollte ich das aber einfach nicht stehen lassen... Ich erinnerte mich an meinen Proxxon und ein Discounter-Zubehör-Set. Darin flattern ja ständig Aufsätze herum, bei denen man sich fragt, für was sie eigentlich gut sein sollen. Genau so einer sprang mich jetzt an, eine Art Mini-Topfbürste, mit Nylon bestückt und sie sollte sich bei höherer Drehzahl nicht einmal auffächern...auch wenn ich das, ehrlich gesagt, erwartet hätte.

 

Ich testete und stellte fest, dass ich mit der Menzerna Power Finish (Bild unten) gute Erfolge erzielte. Ich probierte auch mal ohne Menzerna, musste aber feststellen, dass diese kleine „Topfbürste“ dann viel mehr Biss zeigte, als mit Politur, die offensichtlich ein wenig pufferte. Es war sehr schnell zu merken, ob noch etwas zu entfernen war oder nicht. Zum Dokumentieren dieses Schrittes, wählte ich eine mittelstark verschmutzte Speichenrückseite aus, um natürlich - dank Vorführeffekt - einen nur mäßigen Erfolg zeigen zu können. :mad:

 

 

 

Generell war das gesamte Ergebnis recht durchwachsen. Es gab Speichen, bei denen recht viel passierte, welche, bei denen halbwegs was passierte, aber auch Speichen, denen so gut wie nichts mehr zu entlocken war. Überrascht hat mich diese kleine Topfbürste, die den kompletten Felgensatz, als 28 Speichen, schadlos überstanden hat... die würde glatt noch einen Felgensatz packen...ich –mental- vorerst nicht!

 

 

 

 

Nun waren die Vorderseiten dran...

 

Da hatte, in der Vergangenheit, mehr als ein Randstein sein „ich war hier“ eingraviert. Die meisten optischen „Design-Kerben“, zum Rand hin, waren links und rechts geschliffen, viele Speichenkanten sahen regelrecht abgeknabbert aus und Kratzer waren natürlich auch mit von der Partie, teilweise in fragwürdigen Positionen. Der Klassiker durfte natürlich auch nicht fehlen: eine Felge, die wohl irgendwann mit dem Gesicht den Boden geküsst hatte.

Also neu würden diese Felgen nicht mehr werden...keine Frage! Was mich davon abgesehen jedoch ein wenig Grübeln lies, war der Lack...denn dieser war seidenmatt. Der rote Aluteufel oder andere Säuren, waren an den Speichen selbst nie dran und dieses seidenmatt war auch völlig gleichmäßig . Ich kann mich nicht so recht an VW-Werksfelgen erinnern, die seidenmatt wären, es würde sich bei dem Versuch der Kratzerentfernung ja aber auch klären...:rolleyes:

 

Ich klebte eine Felge ab, testete mich ein bisschen durch die Kombinationen Pad & Politur und war mit folgenden am glücklichsten: Menzerna & Rotweiss Pad orange zur Defektbeseitigung, Swizöl Cleaner Fluid Professional & Rotweiss Pad blau für den Glanz und das Amigo & schwarzes Pad von Festool...ja...das Amigo war eigentlich Quatsch! Es gab dem Ganzen einfach noch einen Hauch Extraglätte und war damit sozusagen das Bonbon für mich - sonst aber auch nichts.

 

 

 

Und siehe da....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...selbstverständlich waren das einmal glänzende Felgen! Hab ich's doch gewusst! :cool: Ich konnte sogar die Konturen meiner Lichtquelle, in der Spiegelung, erkennen! Außerdem gewann der Lack wieder ein wenig an Tiefe und erschien damit etwas satter/dunkler...soweit bei silber halt möglich... Licht wurde wieder reflektiert, anstatt geschluckt (der gelbe Streifen auf der Speiche, ist eine alte Neonröhre im Hintergrund, die quer über die ganze Speichenbreite verlief).

 

 

 

 

 

 

So holte ich dann eben heraus, was noch herauszuholen war...

 

 

 

 

 

Leider waren die Tage nur noch von einer dauerhaften Dämmerung und Nebel begleitet und so hinkt der Vergleich, zwischen dem Vorherbild links und dem Nachherbild rechts, gewaltig...sorry!

 

 

 

Eigentlich hätte ich die Versiegelung der Felgen auf das nächste Frühjahr verlegt, denn es war mittlerweile wirklich nicht mehr gemütlich bei ~ 6° C. Ich war aber an einem Punkt, an dem ich diesen Felgensatz einfach nicht mehr sehen konnte, ein Ende sehen wollte und beschloss eine Versiegelung, der man eine grandiose Standzeit nachsagt, damit ich auch bloß lange Ruhe hätte! So kamen die Passatfelgen in den Genuss des Gtechniq C5 Wheel Armour. Klar...ein bisschen Reifenpflege kam auch noch, da nehme ich am liebsten das Swizöl Pneu (seidenmatt).

 

Nun ruhen die Felgen im Winterschlaf und ich freue mich schon auf ihren Einsatz...frisch geputzt, poliert und versiegelt. Wenn der Passat da mal nicht abhebt... bei dieser neu gewonnenen Leichtfüßigkeit...! :D

 

Hach...es hat doch richtig Spaß gemacht!

 

Auch wenn ich nie sein größter Freund war, ist mir dieser 3BG, in letzter Zeit doch ein bisschen ans Herz gewachsen.

 

Ich vermute, sein Dreck hat uns zusammengeschweisst! ;)


06.12.2011 22:51    |    peppar peppar    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: , , , ,

Da hatte ich mir ernsthaft eingebildet, mit der großen Anti-Aging-Kur unseres Passats, das Schlimmste überstanden zu haben, sollte die Krönung des Ganzen, noch versteckt in weißen Tüten, in der Ecke auf mich lauern....... die Felgen!

 

Die Vorderseiten waren hierbei nicht das Problem. Die wurden, bei oben genannten Programm, noch am Wagen, vom Schmutz der Jahre befreit und waren von daher, mit ein bisschen Shampoo, auch gleich wieder in sauberem Zustand. Der Aufwand war nicht der Rede wert und deswegen, konzentriert sich der Artikel auf die Rückseiten der Felgen.

 

 

 

 

 

 

Diese entwickelten dich ganz schnell zu "Felgen des Grauens"!

Aus gesunder Entfernung betrachtet, waren die Rückseiten der Felgen erst einmal schmuddelig schwarz. Das sind natürlich viele Felgen, am Ende einer Saison, insbesondere, wenn man bei der regelmäßigen Reinigung, nicht richtig ans Felgenbett kommen sollte...soweit nichts Neues. Da ich sogar Fingerabdrücke des Räderwechsels, auf den Rückseiten der Speichen, sehen konnte, bin ich auch erst einmal von keiner besonderen Herausforderung ausgegangen.

Wäre da nicht eine nette Kleinigkeit gewesen, von der ich nichts wußte...!

Diese Felgen wurden vom ersten Tag an, immer unmittelbar nach dem Räderwechsel, in irgendwelchen Tüten eingelagert und zum entsprechenden Zeitpunkt dann wieder, direkt aus der Tüte heraus, am Wagen montiert... Reinigung – null! :eek:

 

Was 10 Jahre Schmutzansammlung, bei einer Gesamtlaufleistung des Passats von ~170000 km bedeuten, würde ich aber schnell merken...

 

Die „saftigsten Brocken“ will ich euch natürlich nicht vorenthalten, denn ich durfte, bei meiner Reise durch den Dreck der Jahre, ein paar sehr interessante Entdeckungen machen - gerade in Bezug auf den roten Aluteufel, Tar X und Iron X.

 

Der Felgenausschnitt links zeigt einer der oben abgebildeten Kandidaten aus der Nähe. Diese Felge war insofern eine Ausnahme, dass sie nicht nur eine gleichmäßig schwarze Schmutzbeschichtung hatte, sondern zusätzlich noch einen dicken Kranz aus einem klebrigen Etwas. Es kann eigentlich nur das Andenken einer längst vergangenen und vergessenen Achsmanschette gewesen sein...also eine Art mumifiziertes (?) Fett.

 

Ich musste ja selbst schmunzeln, als mich ein säurefreier Felgenreiniger aus dem Regal anlachte und ich ihm an dieser Felge einen Test-Sprühstoß gönnte. Nach 5 Minuten Einwirkzeit konnte ich suchen, wie ich wollte... der Testspot war beim besten Willen nicht mehr zu finden. Er muss eingezogen oder weggerannt sein... ich weiß es nicht, aber es war schon klar, dass es nur der rote Aluteufel richten könnte.

 

Diesen hatte ich bei der Felgenfront, beim Zwischenraum der Speichen, kennengelernt und zwar als einziges Mittel, das noch half, nachdem alles andere versagt hatte. Durch diese erste Begegnung wusste ich auch, dass man bei diesen Felgenexemplaren bis auf maximal 5 Minuten Einwirkzeit gehen könnte, weil dann der Lack schon verdächtig stumpf werden würde. Aus der hohen Effizienz, schloss ich bei dieser Erfahrung auch, dass alles, was der rote Aluteufel zurücklassen würde, mehr oder weniger, als „nicht zu retten“ hinzunehmen wäre (abrasive oder professionelle Methoden mal außen vor).

 

 

 

Also... Aluteufel drauf, 3 Minuten einwirken lassen, und dann noch 2 Minuten mit der fiesesten Nylonbürste geschrubbt, die ich zu Verfügung hatte (alle angetesteten Felgenpinsel und Bürstchen versagten kläglich).

 

Das Ergebnis war ernüchternd. Es sah aus, als hätte der Aluteufel viel mehr Zeit gebraucht, um die dicken Fett- und Dreckschichten zu durchdringen, was ich aber, bei der bekannten Reaktion des Lackes ab 5 Minuten, auf keinen Fall riskieren wollte.

 

 

 

Ich entschied mich für eine 2. Runde auf gleiche Weise:

einsprühen, 3 Minuten Einwirkzeit, 2 Minuten schrubben, weg damit. Viel besser...! Nun war alles gleichmäßig - kein fühlbarer Schmutz, gleichmäßige Glätte der Oberfläche, nichts stumpf...fein! Was jetzt noch, als Rückstände, sichtbar war, hatte ich irgendwo als „verewigt“ angesehen - wäre ja auch kein Wunder, nach 10 Jahren Einwirkzeit. 2-3 Teerflecken blitzten mich noch an und ich wunderte mich ein bisschen, dass der Aluteufel diese zurückließ, aber wie sollte man „mumifizierten Teer“ auch einschätzen ?!

 

 

 

Teerflecken...da war doch was?!

Ich wollte doch immer mal dieses neue Tar X ausprobieren und fand kein Opfer... der Passat war ja schon gemacht! Wenn das mal nicht die Gelegenheit wäre...! Und... wenn man gerade dabei ist, Iron X noch ins Warenkörbchen, für später hinaus bei einer Flugrostjagd...halali! Guuut..ich brach mene eiserne Regel, nichts extra für den Passat zu kaufen....! Eiserne Regel? Iron X? :D

 

Hätte ich vorher gewusst, was jetzt auf mich zukommen würde, wäre ich lieber dumm gestorben und hätte nicht bestellt...könnt ihr mir glauben!

 

Die eben gelieferten Kandidaten im Anschlag, ging ich zu den Felgen. Vom Tar X erhoffte ich mir eine elegante Teerbeseitigung, das Iron X sollte eigentlich gar nicht zum Einsatz kommen, es hatte nur den selben Weg. Einen kurzen Testsprüher wollte ich aber dennoch wagen... wollte ich mir doch meine Belohnung abholen, dass hier, nach 2 Durchgängen rotem Aluteufel + Bürste nichts mehr zu holen sei und maximal mit ein paar violetten Anstandspünktchen zu rechnen wäre.

 

Mit dem Iron X startete ich auch, verließ aber, umgehend nach dem Aufsprühen, den Ort des Geschehens, um dem Geruch zu entfliehen.

Nach 5 Minute dann neugierig um die Ecke gespitzelt, dachte ich, mich trifft der Schlag!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besten Dank auch...! :mad:

 

An diesem Tag hatte ich irgendwie keine rechte Lust mehr, Tar X zu testen - ich war bedient!

 

Die Wunden geleckt, hatte ich dann aber alle Felgen, wenig später, für eine violette Runde Iron X und eine neongelbe Runde Tar X, gerichtet und laut seufzend mit Iron X durchgestartet.

 

Die gleiche Felge, an anderer Stelle, in besserer Übersicht... Tar X ohne Bild, weil ohne Effekt.

 

1. Runde Aluteufel rot 5 Min.1. Runde Aluteufel rot 5 Min.2. Runde Aluteufel rot 5 Min.2. Runde Aluteufel rot 5 Min.

 

Iron XIron XErgebnisErgebnis

 

Ich würde stark übertreiben, wenn ich hier ein Bild, von vier komplett violett blutenden Felgen vermitteln würde. Wenn das Felgenbett zuvor schon völlig sauber erschien, gab es weitaus harmlosere Reaktionen.

 

Das Tar X hat Spaß gemacht!

Nicht nur, dass es mit seinem frischen Orangenduft, für seinen Bruder Iron X und dessen Gestank, entschädigte...es zeigte auch schön, wie sich der Teer löst und in braunen Bahnen abläuft. Ganz ohne Nachhilfe hätte es ewig gedauert, also habe ich mit meiner Nylonbürste den Vorgang ein bisschen beschleunigt, nachdem ich eine weiche Zahnbürste bei diesem Versuch direkt köpfte...

 

Bei dem folgenden Beispiel ist die unterschiedliche Wirkung der beiden „X“-Produkte zu sehen...

 

Iron X ohne Einfluss auf TeerIron X ohne Einfluss auf TeerTar XTar X

 

Mein Lebensretter im EinsatzMein Lebensretter im EinsatzResultatResultat

 

Bei solch phantastischen Ergebnissen, war der Iron X-Schreck natürlich schnell vergessen und ich war noch gar nicht mit allen Felgen durch, sollte das Tar X auch noch eine Überraschung für mich bereithalten...aber eine sehr schöne!

 

vorhervorher Diese Felge war, wie alle, mit 2 Durchgängen Aluteufel rot à 5 Minuten vorbehandelt.

Hinter den Felgengewichten ein grau-beiger Fleck (evtl. doch Eisenoxidanteile?), die hinteren größeren Flecken waren korrodierte Stellen und die restlichen, tief im Lack sitzenden Pünktchen, das wohl typische Iron X-Futter. Die Flecken auf den Speichenrückseiten *abwink*... da ging gar nichts!

 

 

 

 

 

 

Iron XIron X nach Iron Xnach Iron X

 

Tar XTar X nach Tar Xnach Tar X

 

Ein anderes Beispiel ...

 

vorhervorher Iron XIron X nach Iron Xnach Iron X

 

Tar XTar X nach Tar Xnach Tar X

 

Bei diesen dunkelgrauen, teils bräunlichen Arealen, hätte ich niemals eine Beseitigung erwartet. Bei genauer Betrachtung sahen sie, wie Verfärbungen im Lack selbst aus, eben über die Jahre entstanden, ohne die Lackoberfläche optisch zu verändern. Am ehesten hätte ich, bei den bräunlichen Verfärbungen, noch auf das Iron X spekuliert, dies sprach aber überhaupt nicht darauf an. Alles was dunkelgrau war, hatte ich sowieso abgehakt. Da das Tar X auf Teer ausgelegt ist und während der Einwirkzeit auch keinerlei Reaktion zeigte, war ich natürlich um so verblüffter, als mit Hilfe der Bürste, auch diese Flecken verschwanden!

 

Hier noch einmal ein abschließendes Beispiel, bei dem man gut sehen kann, dass Tar X scheinbar nichts anlöst, was nicht Teer heißt und doch Einfluss nimmt, wenn auch eine 100%ige Entfernung nicht mehr möglich war.

 

 

Auch wenn ich mich nun, rückblickend auf die ganze Schrubberei, nicht mehr fühlte, als hätte ich gerade mal einen einzigen Felgensatz gemacht, war ich doch sehr erstaunt, wie schön die Felgenrückseiten, bei ihrer Vorgeschichte, wieder wurden und das... letztlich... mit einer Bürste und etwas Chemie.

 

Und die Moral von der Geschicht'? Setze auf einen einzigen Felgenreiniger nicht! :D

 

Neee... so pauschal möchte ich das nicht stehen lassen!

 

Ich denke unter normalen Umständen reicht ein säurefreier Felgenreiniger ja aus. Hat man die Felgen versiegelt, braucht man nicht einmal den. Bei hartnäckigen Fällen, halte ich den roten Aluteufel nach wie vor, für einen ausgezeichneten Felgenreiniger, der da noch greift, wo anders schon längst aufgeben.

 

Das hier war einfach ein sehr spezieller Fall, bei dem alles an Verschmutzungen vertreten war, was an einer Felge überhaupt vorkommen kann und obendrein mit einer abartigen Einwirkzeit garniert.

Hier war es dann schon berechtigt, die Schwerpunkte des einen, mit den Schwerpunkten des anderen Reinigers zu kombinieren und so erreichten der Rote Aluteufel, Iron X, TarX und ich, als Bürstenbedienung, ein einwandfreies Ergebnis.

 

Mir hat diese Gemeinschaftsarbeit auf jeden Fall gefallen und ich war sehr zufrieden mit dem Resultat!

 

 

Grüße

Peppar


03.12.2011 02:07    |    peppar peppar    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: , ,

Da sich einige, zukünftige Artikel meines Blogs um unseren Passat drehen werden, starte ich mit diesem Beitrag - sozusagen als Überblick, was bisher geschah...

 

Der 3BG Variant (2,5L V6 TDI) läuft als Firmenwagen, ist 10 Jahre alt und wie so einige Firmenwagen, wurde er pflegetechnisch doch sehr kurz gehalten. Sporadisch Waschanlage, Staubsauger, Scheibenreinigung und wenn man gut drauf war, noch ne Runde Cockpitpflege... das war’s. Der Wagen liegt nicht wirklich in meiner Verantwortung, also war das Wenige an Pflege, eher ein Geschenk meinerseits, was aber nicht zur Gewohnheit werden sollte! Er lief dreckig, wie sauber einwandfrei und war ein durchaus bescheidenes Auto, das, abgesehen von modelltypischen Wehwehchen, brav seine Dienste verrichtete.

 

Ich bin letztes Jahr erst in die Fahrzeugpflege eingestiegen. Erst theoretisch, in der Wartezeit auf meine Neuen, dann praktisch (nach dem Winter). Eine Nanoversiegelung des Händlers überbrückte den ersten Zeitraum.

 

Als ich durchstartete, hat es auch gar nicht lange gedauert, bis unser Passat seinen dicken Hintern in mein Handwäscheprogramm schummelte. Ehe ich mich versah, stand ich draußen und wusch zwei Autos. Als wäre das nicht genug gewesen, ein Auto nach 10 Jahren auf Handwäsche umzustellen ( Radhäuser können nach diesem Zeitraum wirklich eklig sein :eek:), konnte er mich auch irgendwie noch davon überzeugen, seine erblindeten Scheinwerfer zu polieren.

 

 

Damit sollte es aber auch nun gut sein, man muss es ja wirklich nicht übertreiben und ganz nebenbei, war da ja auch noch mein Neuer, der schließlich ausgiebig verhätschelt und optisch ein bisschen verfeinert werden wollte!

 

Ich kam auf den Geschmack, den 3BG als Testobjekt zu sehen, wenn ich den blumigen Versprechen eines Pflegeproduktes nicht so recht trauen wollte, also hatte er hier und da mal irgendwas aufgedrückt bekommen, aber ansonsten war das Thema Passatpflege, für mich, dann auch soweit erledigt. Bei der Handwäsche bezog ich ihn weiterhin ein, aber an den Wochenenden immer gleich zwei Wagen zu hätscheln, erschien mir auf Dauer einfach zu unangenehm.

 

Nun hatte dieser 3BG, nach 10 Jahren ohne nennenswerte Pflege (aber treuer Ergebenheit!), gerade mal einen Hauch an Zuwendung erlebt, fing er jetzt damit an, ein paar schöne Defekte aufzufahren.

Wassereinbrüche, natürlich unregelmäßig und nicht lokalisierbar, ein jahrelang in der Frontscheibe unveränderter Steinschlag, der nun Eigenleben entwickelte, ein verrückt spielendes Türschloß, garniert mit Fehlern der Alarmanlage...eine ganz nette Mischung!

 

Da die Wasserproblematik zunächst unentdeckt blieb und zu leichtem Schimmel unter den Fußmatten führte, wir den Fehler scheinbar aber gefunden hatten, war eins klar: sobald eine passende zeitliche Lücke vorhanden wäre, sofortige Nassreinigung des Innenraums und anständige Trocknung!

 

"Kein Problem..." dachte der Passat "...da schieb ich doch einfach eine defekte Achsmanschette hinterher!" Die Rechnung ging prima auf! In der Werkstatt auf die Schnelle keine Termin frei und wenig Lust durch Weiterfahren eine neue Antriebswelle notwendig zu machen, hatte er also seine Zwangspause und damit auch meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

 

So ging es auch direkt los...

 

Die Innenreinigung war, bei 28°C Grad und akrobatischem Klettern mit dem Waschsauger, nicht gerade das größte Vergnügen, aber keinesfalls spektakulär. Nicht einmal hartnäckige Flecken auf den Polstern forderten mich heraus! Auf der Fahrerseite befand sich ein gewisses „Pilling“, was mir zwar noch nie bei einem Auto begegnet ist, welches jedoch mit einem Fusselrasierer auch direkt wieder vergessen war....also alles nicht der Rede wert.

 

 

Jetzt war natürlich auch beste Gelegenheit, sich der "Außenhaut" mal anzunehmen, denn: wenn nicht jetzt, wann dann?

 

Ich wußte erst gar nicht so recht, ob ich mir das antun wollte...

Es war sehr heiß und sah nach verdammt viel Arbeit unter freiem Himmel aus, mit sicherlich vielen frustrierenden Momenten... und... wo hätte ich da überhaupt den Anfang finden sollen?

Bei den milchigen Aluleisten an den Fenstern, dem Chrom der Dachreling, welche unterseitig Stalaktiten hatte oder dem Lack vielleicht, der in seinen 10 Jahren noch nie poliert, geschweige denn jemals versiegelt wurde? Die Dichtungen sahen auch ziemlich übel aus, voller hartnäckiger brauner Verkrustungen... schwierig! Außerdem gab es noch ein- zwei Dinge, die man nicht vergessen sollte:

 

1. ich war von meine Pflegemitteln mehr oder weniger auf Neuwagen eingestellt und würde nicht extra etwas für den Passat kaufen, kostet schon genug an Nerven, Zeit und Werkstatt.

2. ich habe nur eine klitzekleine Poliermaschine, weil große Flächen nie eingeplant waren, am allerwenigsten ein ausgewachsener Passat Variant ?!

 

Ein Politurversuch von Hand, an einer hinteren Aluleiste, war völlig niederschmetternd und „leider“ mit der Maschine wiederum völlig erfolgreich...verflixt!

 

 

Jetzt war natürlich mein Sportsgeist geweckt! Die Maschinenpads wuchsen deswegen aber auch nicht auf eine passable Größe an und eine neue Maschine käme gar nicht in Frage! Handpolitur war keine Alternative...

 

Bedenkzeit...! Erst einmal zog ich den Kühlergrill vor, den ich, einer kleinen Regenfront ausweichend, im stillen Kämmerlein bearbeiten wollte. Beim Ausbau eine Schraube abgedreht... hurra! Lektion gelernt: an keine Schrauben mehr gehen - sind zu marode, auch wenn sie noch so intakt aussehen mögen.

 

Viel zu reißen war beim Kühlergrill nicht, der Ausbau also völlig überflüssig. Hier spitzelte beim Chrom messingfarbener Untergrund durch, wenn auch ein milchiger Schleier verschwand. Der Kunststoff ging halbwegs, auf dem Nachher-Foto war ich etwas zu voreilig, deswegen am Rand noch glänzende Stellen.

 

 

 

Regenfront verzogen, strahlender Sonnenschein... und nun?

Genügend Zeit und ein Passat im Lockruf. Eine Vernunft die verneint, eine Neugier die bejaht und dazwischen ich, die versuchte, den Verstand einzuklinken.

 

Unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass das Aufmöbeln eines Wagens, nach 10 Jahren, für dessen letzten verbleibenden Jahre, eigentlich schon völlig sinnfrei wäre, würde eine Mini-Poliermaschine dieses Vorhaben ja eigentlich nur krönen. Es wäre also irgendwo ein unverhältnismäßiger Zeitaufwand - für ein noch unverhältnismäßigeres Gesamtvorhaben. :rolleyes:

 

Das Kribbeln in den Fingern war aber doch seeehr ausgeprägt, sah ich doch am Heckbereich, wie schön die Aluleisten wieder wurden und eigentlich wäre doch alles nur eine Frage der Auslegung:

 

„Der Weg ist das Ziel!“

 

Es gab ja nichts zu verlieren und schlimmer machen konnte ich auch nichts...es könnte eigentlich nur passieren, dass sich vielleicht ein Passant, der Ahnung hätte, vorm Passat auf den Boden wirft und kringelt, wenn er mich sieht... das kann man riskieren!

 

Es waren einige Passanten unterwegs, aber offensichtlich keiner mit Ahnung. Männer nickten, lächelten und grüßten sehr freundlich, auffallend freundlich. Frauen zogen, bei Erfassung der Situation, sofort die Augenbrauen hoch und warfen den Kopf zur anderen Seite. Spätestens nach dem 10. Mal, war auch der Spruch: „Kann ich meinen dazu stellen?“ nicht mehr witzig... egal wie lächelnd er untermalt wurde.

 

Langsam, aber stetig, verjüngte sich der Passat unter meinen Händen und mit den Erfolgserlebnissen war es mir dann auch völlig egal, wie klein meine Maschine war. Kam ich doch nahezu in jedes Eckchen und Winkelchen und besser könnte diese kleine Rotex auch gar nicht in meiner Hand liegen... wie für mich gemacht! Davon abgesehen, kannte ich es ja auch gar nicht besser?!

 

Der größte Spaß bereiteten natürlich die Alu- und Chromteile... der größte AHA-Effekt.

 

 

 

 

 

Beim Lack war ich positiv überrascht, da er nach Einsatz von Knete schon erheblicher besser und heller (?) wirkte und ich mit der Poliermaschine bis auf 3-4 Schäden alles wegzaubern konnte. Die Orangenhaut erstrahlte also nun wieder in ihrer vollen Pracht! :(

 

 

 

 

 

Die Rückleuchten wurden wie neu, weil die wilden Kratzerchen aller nur harmloser Natur waren. Allerdings meinte eine Rückleuchte, nach der Politur innen komplett beschlagen zu müssen. Jemand meinte zu mir, es wären Freudentränen des Passats, weil sich endlich mal jemand um ihn kümmere. Lassen wir es mal so im Raum stehen... es verschwand von alleine wieder nach 1-2 Wochen unter strafenden Blicken. :mad:

 

 

 

Bei den Felgen machte ich ein einziges Mal eine Ausnahme und investierte in den „Aluteufel rot“. Alle Versuche mit säurefreien Reinigern, Never Dull, fiese Nylonbürsten und... ich weiß nicht was, scheiterten. Im Forum wurde mir dann dieser wertvolle Tipp gegeben wurde und so bekam ich die harmlos wirkenden Pickelchen, die vorher nicht einmal mehr mit dem Fingernagel zu entfernen waren, endlich in den Griff. So richtig ausgiebig, wollte ich mich um die Felgen erst nach dem Räderwechsel, jetzt im Herbst kümmern (Artikel ).

 

 

 

Die Gummileisten brauchen bis heute ein wenig Aufmerksamkeit - waren bei ersten Pflegedurchgängen, nach kurzer Zeit, immer wieder fleckig, weil sie ganz unterschiedlich annahmen. Hier war und ist das Gum Feed von Swizöl das Mittel meiner Wahl. Wie sehr es seinem Namen Ehre bereitet, fällt mir immer wieder auf, wenn ich versuche, nach einer Einwirkzeit von 30 Minuten, die Überschüsse wegzunehmen und definitiv keine mehr vorhanden sind... alles weggeschlürft.

 

 

 

 

Bei den unteren seitlichen Stoßleisten hatte ich völlig vergessen, dass es gar kein Kunststoff ist, hatten sie sich doch genauso angefühlt! So brachte ich, aus Versehen, Kunststoffpflege auf, die sich dort aber recht schnell verabschiedete. Auch hier hat mittlerweile Gum Feed hervorragende Dienste geleistet.

 

 

Im Sinne einer Versiegelung, entschied ich mich für diverse Kerona–Produkte, die ich greifbar hatte, aber nie testete (diese Marke hatte mich bei ihren Glasprodukten bisher begeistert). „Gefühlt“ gerade 10 Jahre Fahrzeugpflege auf einen Schlag nachgeholt, war ich reichlich bedient, und wollte den Passat wieder in Richtung Waschanlagenbenutzung führen. Auf einer Hälfte der Motorhaube zog ich, zu Vergleichszwecken, mein Swizöl Shield heran, ansonsten hielt ich das jedoch, bei diesem Kandidaten, für „Perle vor die Säue“.

 

So schön so ein Auto nach Beendigung der Arbeit auch aussehen mag, war die erste Wäsche danach doch der allerschönste Moment!

Während ich glucksend mit dem Gartenschlauch und dem Wasser spielte, kommentierte das ein Nachbar nur mit: „Irgendwann wird’s ein Tick!“

 

Jaaa... und auch so ein Tick will gepflegt werden! :D

 

 

Das erste ausgesprochene Lob, von einer fremden und daher neutralen Person, stammte von einem ADAC-Mann, nur wenige Tage später. Während er gerade den Passat zum Abschleppen auf seinen Anhänger hievte, lobte er den ausgesprochen guten Zustand des Wagens! :(

 

Bis heute sind unserem 3BG, schön aneinandergereiht, immer wieder neue Defekte eingefallen und ich vermute fast, dass er nun eine Verjüngungskur von innen, durch Teiletausch, anstrebt...

 

Natürlich drückt er, nach wie vor, seinen breiten Hintern in mein Pflegeprogramm... ich bin ja auch nicht bescheuert und fahre ihn, nach all den Mühen, durch die Waschanlage! ;)

 

Mein Testobjekt für Pflegemittelchen ist er geblieben!:cool:


06.04.2011 22:11    |    peppar peppar    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: , , ,

Stjärnagloss Glaspärla Hyper Beader – ein kleiner Test

 

 

Bei meiner letzten Bestellung war die Neugier zu groß, um widerstehen zu können und so landete Stjärnagloss Glaspärla in meinem Warenkorb. Über die Firma konnte ich nichts Genaueres herausfinden, aber bei Titel und diversen Produktbezeichnung schließe ich mal daraus, dass es sich um ein schwedisches Produkt handelt.

 

Der Glaspärla Hyper Beader wird in der deutschen Fassung wie folgt beschrieben:

 

„Stjärnagloss Glaspärla ist für die abschließende Note auf dem Lack entwickelt.

Verdünnen Sie es 1:10 und sprühen es direkt auf Ihren Lack, Plastik und Glas.

Wischen Sie sofort mit einem sauberen Mikrofasertuch nach.

Verdünnen Sie Glaspärla 1:2 für den Einsatz in einer Foam Gun, aufsprühen und direkt wieder abspülen.

Glaspärla Hyper Beader hinterlässt einen angenehmen Glanz, aber das beste ist, wenn es regnet!

„Schwimmende“ Perlen aus Wasser strömen auf Ihrer Fahrzeugoberfläche.

Reduziert den Aufwand für den nächsten Waschgang!

Wax sicher und konzentriert! Schnelle Anwendung, geringer Aufwand!

Ideal als Trocknungshilfe. Nach dem waschen und VOR dem Trocknen einfach auf den Lack aufsprühen und beim Trocknen Zeit und Mühe sparen.“

 

 

 

Den Geruch würde ich in Richtung Glasreiniger einordnen, was die Optik betrifft, sieht man kleinste Partikel in der orangenen wässrig-dünnen Flüssigkeit schweben...ich tippe auf Wachs.

 

Für den ersten Test habe ich das Glaspärla mit normalem Leitungswasser in der Verdünnung 1:10, in einer 500 ml-Sprühflasche, angesetzt.

 

Mein Wagen ist ein halbes Jahr alt und wurde mit einer „Nanoversiegelung“ unbekannten Labels ausgeliefert, von der allerdings nach spätestens 3 Monaten nichts mehr zu sehen war. Zum Zeitpunkt dieses Tests und aus Mangel an Zeit, war mein Lack also lediglich „wetterbehandelt“.

 

 

Ablauf:

 

Gewaschen wurde der Wagen mit dem Stjärnagloss Körsbär Wash & Wax und ganz zum Schluß mit einem weichen Wasserstrahl abgespült.

 

4-5 Minuten nach dem letzten weichen Wasserstrahl, unbehandelt

 

 

Ich habe den Wagen dann mit dem Glaspärla, nach den Anwendungshinweisenbehandelt, auf den Einsatz an Glasflächen und Kunststoffen allerdings, so gut wie möglich, verzichtet.

 

Mein aller erster Eindruck war alles andere als die große Begeisterung! Überall waren leichte Schlieren zu sehen, auf dem Lack, den Scheiben und den Kunststoffen, die wohl doch etwas Sprühnebel abbekamen. Abgetrocknet hatte ich in gewohnter Weise, mit dem Orange Drying Towel, mit welchem ich noch nie irgendwelche Schlieren hatte. Der Wagen stand schattig und angetrocknet war auch nichts, da ich unmittelbar nach dem zügigen Aufsprühen mit dem MFT abtrocknete. Ein zweites gründliches Nachwischen, mit einem Poliertuch, entfernte jedoch alle Rückstände. Bei den Scheiben, zog ich vorsorglich die Wasser-Spüli-Methode vor, zumal meine Scheibenversiegelung sicherlich nicht der größte Freund irgendwelcher wachsartigen Rückstände ist.

 

Um einen Vorher-Nachher-Vergleich zu haben, ging ich nun erneut mit einem weichen Wasserstrahl, stellvertretend für den gesamten Lack, über die Motorhaube und wartete erneut 4-5 Minuten, für ein Vergleichsfoto.

 

Abgesehen von ein paar wenigen Wassertropfen an der vorderen Kante, war allerdings, nach diesem Zeitraum, die Motorhaube längst trocken. So habe ich das ganze noch einmal wiederholt und ab und an den Auslöser der Kamera gedrückt, um die Arbeit des „Hyper Beaders“ festzuhalten. So sah es dann aus, ungefähr innerhalb einer Minute:

 

 

 

Der Vollständigkeit halber, habe ich am Folgetag noch einmal Wasser auf die Motorhaube gesprüht und mit der Kamera festgehalten. Auch wenn ich hierzu kein Vergleichsfoto bieten kann, könnt ihr mir glauben, dass solch ein Abperlverhalten länger nicht mehr auf meinem Wagen gesichtet wurde ;)

 

 

 

 

Von der angesetzten Mischung habe ich bei meinem Kleinwagen um die 200-250 ml gebraucht, mit grober Aussparung von Kunststoffen und Glasflächen.

 

Mein Fazit:

 

Trotz dem anfänglichen Ärgernis über die Schlieren, die ein etwas aufwendigeres Abtrocknen oder kurzes Nachpolieren erfordern, war ich von dem Effekt des Stjärnagloss-Produktes äußerst positiv überrascht und schenke den „schwedischen Glasperlen“ ein Plätzchen in meinem Sortiment.

Die Perlen, die ich beim Einsprühen zu sehen bekam, sind sicherlich keine perfekten kugelrunden Wasserperlen, wie man sie bei einer gründlichen Wachsversiegelung sieht. Dennoch hat mich das Ergebnis, bei dieser Ausgangsbasis, ziemlich überzeugt. Einen großen Pluspunkt sehe ich darin, dass man sich recht spontan entscheiden kann, ob man diesen Schritt bei der Fahrzeugpflege integriert oder lieber auslässt, weil der Zeitaufwand, für die Anwendung, doch ziemlich gering ist.

Im Hinblick auf eine Standzeitverlängerung eines Wachses, werde ich das Stjärnagloss Glaspärla sicherlich hin und wieder einsetzen. Was den Glanz betrifft, kann ich nicht wirklich viel dazu sagen, da mein Lack ja noch ziemlich jungfräulich ist und zudem noch in einer Farbe, die wirklich viel verzeiht, es dafür aber auch umso schwieriger macht, solche Dinge zu beurteilen.

 

Bei der Anwendung auf Glas- und Kunststoffflächen hatte ich weder ein gutes Gefühl, noch ein schönes Ergebnis, davon werde ich auch weiterhin Abstand nehmen.

 

 

 

Ich bitte zu berücksichtigen, dass ich zu den Einsteigern, im Bereich der Fahrzeugpflege, zähle und dieses Produkt zu ersten Mal angewendet habe. Ich kann daher nicht ausschließen, dass die Schlierenbildung ein Fehler meinerseits war und durchaus vermeidbar gewesen wäre! Trotzdem hoffe ich, dass ich einigen Interessierten, ein kleinen Einblick in den Stjärnagloss Glaspärla Hyper Beader geben konnte.

 

In diesem Sinne...ein schwedisches...

 

Ha det så bra!


27.11.2010 23:17    |    peppar peppar    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: , ,

Eigentlich...

 

...wollte ich ja einen Langzeittest starten...für die Antibeschlagversiegelung „Anti-Fog“ von „Kerona“...oder den Versuch die Physik auszutricken. Der Blick aufs Außenthermometer in der letzten Zeit, hat mich dann aber doch zum Einbau einer Standheizung getrieben und so verändern sich wohl nun die zukünftigen Testergebnisse. Mein Erfahrungswert bezieht sich deshalb auf einen Zeitraum von 1,5 Monaten und der Erstanwendung als absoluter Laie. Vielleicht helfen dem ein oder anderen Interessierten, trotz allem, meine ersten Gehversuche mit diesem Produkt, denn bisher sind Erfahrungsberichte darüber, meines Erachtens, recht rar...soviel schon mal vorab.

 

Auslöser dieses Produkt auszutesten, war die Tatsache, dass mir beschlagene Scheiben doch ziemlich auf den Zeiger gehen! Es ist ja nicht so, dass man dem Beschlag nicht Herr werden könnte, u.a. durch den Einsatz der Lüftung, Klimaanlage, Trockenmittelchen, Vermeidung von Feuchtigkeit im Innenraum oder einfach durch „zuhause bleiben“, aber den Beschlag erst gar nicht entstehen zu lassen, hielt ich doch für die beste Idee!

 

Zufällig auf der Homepage des Herstellers auf dieses Produkt aufmerksam geworden, las ich vor meiner Kaufentscheidung dort folgende Beschreibung:

 

„Kerona Anti-Fog ist ein hochwirksames Antibeschlagmittel für Kunststoff- und Glasoberflächen. Die neuartige Reinigungsformel entfernt Schmutzpartikel und hinterlässt einen ultradünnen, lang anhaltenden und transparenten Antibeschlagfilm. Für eine streifenfreie, glasklare Sicht.

 

Kerona Anti-Fog eignet sich für:

·Fahrzeuginnenscheiben

·Motorrad- und Helmvisiere

·Brillen und Maske

·Badezimmerspiegel

 

Kerona Anti-Fog Vorteile:

·Verhindert zuverlässig Beschlagbildung

·Lang anhaltender Schutz

·Entfernt Verschmutzungen

·Universell einsetzbar

 

Einsatzbereich: Autopflege, Motorradpflege, Camping, Bootspflege, Haushalt, Brillenpflege

Inhalt: 50 ml

 

·Oberfläche von grobem Schmutz reinigen.

·Kerona Anti-Fog sparsam auf ein fusselfreies, weiches Tuch geben.

·Oberfläche abschnittsweise sorgfältig polieren. Fertig.“

 

„Fertig? Ist das alles? Klingt ja einfach...“ dachte ich und so war es auch schon im Warenkorb.

 

Nach der Lieferung hielt ich dann eine kleine weiße Flasche in der Hand, die mir aufgrund ihrer Größe, bereits ein Gefühl für das Wort „sparsam“ vermittelte und rückseitig folgenden Hinweis enthielt: „Verbrauch: ausreichend für ca. 3-5 m²“. Die Flüssigkeit war wässrig in der Konsistenz, glasklar und mit einem leichten Geruch von Lösungsmitteln versehen, die Anwendungshinweise blieben, wie die oben aufgeführten, unverändert „knapp“.

 

Da ich nicht so recht wusste, welche Rückschlüsse ich bei: „Oberfläche von grobem Schmutz reinigen“ auf die Reinigungswirkung des Produktes- bei gleichzeitiger Versiegelung, ziehen konnte, habe ich mich entschieden, die Scheiben vorzureinigen- mit Wasser und etwas Pril. Eine saubere Schiebe hielt ich einfach für die beste Basis und so konnte es auch schon losgehen!

 

Die benötigten WerkzeugeDie benötigten Werkzeuge

Bewaffnet mit ein paar fusselfreien Baumwolltüchern und dieser putzigen Flasche, machte ich mich dann an die Arbeit. Mit einem gewissen Maß an Misstrauen, beschränkte ich mich vorerst auf die Innenseite der Heckscheibe, denn der Anwendungshinweis „Oberfläche abschnittsweise sorgfältig polieren. Fertig.“ verriet mir ja nicht wirklich, wie hoch der Polieraufwand tatsächlich ausfallen würde. Die Heckscheibe hielt ich zudem, mit ihrer Beschlagsneigung und Zugänglichkeit beim Arbeiten, für einen hervorragenden Testkandidaten!

 

Ärmel hochgekrempelt, zwei Finger in das saubere Baumwolltuch gesteckt, durch kurzes Kippen der Flasche, jeden Finger mit einem Tropfen Flüssigkeit betupft und los ging’s: in kleinen, kreisenden Bewegungen, in einer oberen Ecke beginnend, zügig aufgetragen, bis das Tuch keine Flüssigkeit mehr abgab. Ich war überrascht, dass diese geringe Menge Flüssigkeit, eine Fläche von ca. DIN A 5 bedeckte. Schleier, Trübungen, Film o.ä. konnte ich gar nicht feststellen und so arbeitete ich mich nach und nach auf der Scheibe vor. Anschließend polierte ich, der Anweisung folgend, mit einem neuen, sauberen und fusselfreien Baumwolltuch, die behandelte Scheibe nach, aber nur ein wenig und noch ein wenig mehr den Sinn dieses Polierens hinterfragend, zumal keinerlei Schleier oder derartiges zu sehen war...!? Und weil ich gerade so herrlich drin war (die Nachbarschaft nickte mir mittlerweile im Vorbeigehen mitleidig lächelnd zu) :D, machte ich dann noch gleich die beiden hinteren Seitenscheiben. Das sollte für den ersten Eindruck in nächster Zeit erst einmal reichen.

 

Nach der Behandlung mit diesem Anti-Fog waren die Scheiben glatt, wie ein Baby-Popo! Wenn man eine Stelle versehentlich ausgelassen hatte, war dieses durch das „Nachpolieren“, es war wohl mehr ein gründliches Nachwischen, direkt spürbar und fühlte sich fast an, als wenn die Scheibe gar nicht ebenmäßig wäre. Diese Stellen konnte ich aber problemlos ergänzen, so dass sich letztlich die ganze Scheibe plan und glatt anfühlte. Ob das der Sinn des Nachpolierens war? Ich wurde nicht ganz schlau, aus diesem Verarbeitungshinweis...

 

In den folgenden 3-4 Wochen hatte ich die Behandlung fast vergessen, denn ich hatte ja im hinteren Bereich keine beschlagenen Scheiben mehr und der Schalter für meine Heckscheibenheizung fing Staub, wenn mich nicht bei Nässe, vor allem die Frontscheibe, des öfteren daran erinnert hätte, dass da ja etwas war. Einmal dachte ich: „Ha! Jetzt hab ich Dich, Heckscheibe...beschlaaagen!“ Aber das Einschalten der Heckscheibenheizung zeigte mir, dass der vermeintliche Beschlag, das Spritzwasser auf der Außenseite der Scheibe war. :rolleyes:

 

Nach Ablauf von 4 Wochen kontrollierte ich noch einmal vorsichtshalber, ob sich bei genauerem Hinsehen, irgendwelche unerwünschte Nebeneffekte zeigen, bevor ich nach einer erneuten Reinigung aller Innenscheiben, mein Projekt vervollständigen würde. Ein genaues Begutachten der behandelten Scheiben, zeigte mir allerdings keinerlei unliebsamen Begleiterscheinungen, wie Trübungen, Schlieren o.ä., das Reinigen selbst (erneut mit Wasser-Pril), erschien mir an den bisher behandelten Scheiben, etwas „quietschiger“ als sonst, vielleicht durch die Wasseraufnahme des Produktes, war aber ansonsten problemlos.

 

Nach gleicher Vorgehensweise, wie beim ersten Durchgang, habe ich dann die Antibeschlagversiegelung, um die vorderen Seitenscheiben und die Frontscheibe, ergänzt. Bei der Frontscheibe, hatte ich den gewünschten Effekt nicht in gleicher Qualität hinbekommen, das möchte ich natürlich keinem vorenthalten! Während alle behandelten Scheiben, auch die eben behandelten vorderen Seitenscheiben, ganze Arbeit leisteten, kam bei der Frontscheibe nach dem „Polieren“ doch ein Beschlag durch. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, habe allerdings ein Mikrofasertuch im Hauptverdacht. Im Gegensatz zu allen anderen Scheiben, habe ich die Frontscheibe, nach dem Auftragen des Anti-Fog, mit einem solchen nachpoliert und dieses Mal ganz besonders gründlich gearbeitet, sozusagen im Endspurt noch mal richtig Gas gegeben! Bei einer angegebenen „Reichweite“ des Anti-Fog von 3-5 m² und bei Betrachten des Restinhaltes in der Flasche, war ich vielleicht auch einfach zu sparsam beim Auftrag, wenn man eine anschließende intensive Politur berücksichtigt. Ich gehe davon aus, dass ich die Hälfte des Anti-Fog schlichtweg wieder herunterpoliert habe! Dieses Jahr werde ich wohl nicht mehr dazu kommen, den Anwendungsfehler herauszufinden, dafür spielt das Wetter einfach nicht mehr mit...

 

Frontscheibe vor dem PolierenFrontscheibe vor dem Polieren Frontscheibe nach dem PolierenFrontscheibe nach dem Polieren

 

 

Mein vorläufiges Fazit:

 

Ich bin mit der Leistung des Kerona Anti-Fog wirklich zufrieden und konnte in dem recht kurzen Zeitraum, von derzeit knapp 6 Wochen, keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen feststellen. Allerdings muss man das richtige Tuch und das rechte Maß für dieses „Nachpolieren“ finden, was mir, allem Anschein nach, nicht gänzlich gelungen ist oder man sollte beim Auftrag des Mittels doch nicht zu sehr geizen, denn der Inhalt der Flasche ist nicht so sparsam bemessen, wie ich zunächst befürchtete (geschätzt, ist in meiner Anti-Fog-Flasche, nach Behandlung eines Polos, etwas mehr als die Hälfte übrig). Wie vielen Innenreinigungen dieser Anti-Beschlag-Effekt standhält, kann ich nicht sagen, weil bisher nur zwei Innenreinigungen mit einer Wasser-Pril-Mischung (dezent dosiert) stattfanden und der Hersteller außer „langanhaltenden Schutz“ keine Angaben macht. Wenn ich Bedarf sehe, werde ich das Kerona Anti-Fog auf jeden Fall wieder verwenden! Auch wenn die Behandlung etwas aufwendiger ist, als reines Scheibenputzen, ist mir das bisherige Ergebnis den Aufwand wert!

 

Allen, die wie ich, zum ersten Mal das Produkt anwenden möchten, empfehle ich, vor der Behandlung der Autoscheiben, zunächst an einem Badezimmerspiegel o.ä. zu testen, um ein Gefühl für das Produkt zu entwickeln, damit eventuelle Anwendungsfehler, wie bei mir geschehen, ausbleiben.

 

Ich würde mich freuen, wenn sich einige finden, die ebenfalls Antibeschlag-Erfahrungen gemacht haben und hoffe allen „Kerona-Anti-Fog“-Interessierten, einen kleinen Einblick gegeben zu haben... auch was mögliche Pannen betrifft! ;)

 

P.S.: Für die Fotoqualität möchte ich mich entschuldigen, die Lichtbedingungen waren sehr bescheiden und Blitzlicht keine Hilfe.


26.10.2010 21:55    |    peppar peppar    |    Kommentare (28)

Hallo liebe Motor-Talker!

 

 

Aus optischen Gründen und für eine Erleichterung bei der zukünftigen Fahrzeugpflege, habe ich mich gestern an meinen neuen Polo gemacht, um ihm die Modell-/ Typenbezeichnung vom Heck zu entfernen.

 

Für alle, die ebenfalls, ohne spezielles Werkzeug, die Chrombuchstaben entfernen möchten, beschreibe Euch nun meine Vorgehensweise.

 

Ausgangssituation:

VW Polo 6R, Bauzeit (Klebezeit der Buchstaben) Ende August, Buchstaben definitiv nur geklebt (Vorsicht bei Herstellern, die die Schriftzüge noch stecken!), Außentemperatur ca. 6-7 ° C mit fiesen kalten Windböen :mad:

 

Als Tipps im Forum aufgeschnappt:

Angelschnur, Wasser-Spüli-Mischung als Gleitmittel, Heißluftfön, Zahnseide, Werkzeuge zum Anheben und Abziehen der Buchstaben. Mittel zum Entfernen von Kleberückständen, evtl. Isopropanol, Politur (mit Dank an Celsi und BK3D für die bisherigen Tipps).

 

Meine Vorgehensweise:

Da ich weder Angelschnur besitze, noch lacktaugliche Werkzeuge zum Anheben der Buchstaben, startete ich einen Versuch mit gewachster Zahnseide. Als Gleitmittel verwendete ich Swizöl GumFeed, da ich sowieso damit am Auto zugange war.

(Wer Swizöl GumFeed nicht kennen sollte: es ist ein Mittel zur Pflege und Erhaltung der Gummidichtungen, dickflüssig, ölig und sehr wohlriechend!)

Auf den Einsatz des Heißtluftföns verzichtete ich zunächst, weil es bei der Außentemperatur, Wind und ohne helfende Hand einfach schwierig umzusetzen war.

 

Die gewachste Zahnseide war ein reiner Flop!

 

Durch die Wachsbeschichtung war diese zwar sehr lackschonend, bewegte sich aber in Kombination mit dem Öl nur an Ort und Stelle, ohne ein Fortkommen. Aber der Dentalbereich hat ja einiges zu bieten und so testete ich im nächsten Schritt, nach wie vor auf dem kalten Lack, Superfloss, in vorgeschnittener Form von Oral-B, benetzt mit einem Tropfen GumFeed.

 

Das funktionierte tadellos!

 

Das Öl blieb an Ort und Stelle, das Superfloss ging bei dünnen Buchstaben , wie z.B. dem „I“, zusehends durch die Klebeschicht, bei größerer Klebefläche wie z.B. dem „O“ brauchte es eine kurze Zeit, vermutlich bis die eigene Reibungswärme erzeugt war, um dann auch dort, problemlos zu agieren. Großer Vorteil für den Lack: Das Superfloss arbeitete sich genau in der dünnen gepolsterten Schicht des Klebebandes durch, so dass anschließend, die eine Hälfte auf dem Buchstaben verblieb, die andere am Wagen.

 

 

Die Klebereste am Wagen pfriemelte ich dann von Hand ab (mit Heißluftfön, nicht zuletzt zum Aufwärmen der Hände), die letzten Öl und Kleberückstände entfernte ich mit einem Isopropanol-getränkten Wattepad.

 

 

Vom Superfloss konnte ich keinerlei Spuren oder Kratzer feststellen, nur von meiner anschließenden Pfriemelei oder dem Wattepad, waren kleine haarfeine x-förmige und nicht fühlbare Kratzer an einer einzigen Stelle im Lack vorhanden...genau an dem nun vergangenen, zweiten „O“, dass sich am meisten gewehrt hatte. ;)

 

 

Eine olle, zugestaubte Flasche Sonax ColorWax leistete hier sofort und ohne großartiges Einarbeiten Abhilfe, so dass ich hier nicht wirklich von Kratzern reden möchte.

 

 

Das Entfernen von „Polo TSI“ dauerte in gemütlicher Gangart gefühlte 15 Minuten, das Klebereste-Entfernen etwas länger...nicht zuletzt durch die Kältestarre meiner Finger. ;) Benötigt habe ich 3 vorgeschnittene Superfloss-Streifen, insgesamt 3-4 Tropfen GumFeed und ein Wattepad. Hätte ich nicht Swizöl GumFeed sowieso gerade im Einsatz gehabt, hätte ich bei meinem neuen Lack auf ein harmloses Speiseöl zurückgegriffen.

 

 

Vielleicht hatte ich leichtes Spiel, weil die Verklebung noch „frisch“ war und bei alten verwitterten Lacken, wäre ich mit Öl wohl auch etwas vorsichtiger...aber für alle, die ebenfalls die Schriftzüge entfernen möchten und keine besondere Ausrüstung haben, sei Superfloss und Öl ein kleiner Tipp!

 

 

 

Grüße

Peppar

 

P.S.: Ist mein 1. Artikel...am Aussehen muß ich noch feilen...kämpfe noch ein bisschen mit der Technik :rolleyes:


Schreiberlein


 

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