15.09.2008 20:39
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Dennie
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Kommentare (8)
Geht es Euch mittlerweile auch immer öfter so, dass Ihr in die Zeitung schaut und Euch Angst und Bange wird?
Nein, nicht wegen der Streitereien zwischen Georgien und Russland. Das ist Säbelrasseln, eine Art internationaler Schwanzvergleich.
Nein, es geht um die politische Entwicklung in den für uns relevanten "westlichen" Ländern. Also das, was in unserer Jugend und Sozialisationsphase, in meinem Fall in den Achzigern, der "sichere Hafen" war. Die Russen waren böse, die Amerikaner nicht. Die Franzosen waren berechenbar, die Italiener nicht. Und jenseits der Mauer gab es böse Kommunisten die innerhalb von 40 Jahren ein ganzes Land in die Pleite geführt haben.
Eben jene Menschen sind heute wieder salonfähig. Und da kommen wir schon wieder zum Titel meines heutigen Blogs: Angst.
Der Saarländer hat heute wieder einmal klar gemacht wes Geistes Kind er ist. Siehe im Spiegel (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,578372,00.html).
Zitat:
"KRITIK AN FAMILIENUNTERNEHMEN Lafontaine fordert Enteignung von Schaeffler Neue Provokation von Oskar Lafontaine: Der Chef der Linkspartei fordert eine radikale Änderung der Eigentumsverhältnisse in Deutschland. Große Vermögen vieler Familienunternehmen seien "grundgesetzwidrig", der fränkische Automobilzulieferer Schaeffler müsse enteignet werden.
Hamburg - Oskar Lafontaine sagt den reichen Familienbetrieben den Kampf an. In einem Gespräch mit dem Magazin "Capital" stellt er die Eigentumsverhältnisse in Deutschland infrage. Die großen Vermögen vieler Familienunternehmen seien "grundgesetzwidrig", kritisiert der Chef der Linkspartei.
Als Beispiel führt Lafontaine den fränkische Automobilzulieferer Schaeffler an, der Ende August nach monatelangen Verhandlungen den Dax-Konzern Continental übernahm. "Kein Mensch" könne "in seinem Leben zehn Milliarden Euro auf verfassungsgemäße Weise anhäufen", sagt Lafontaine in dem Interview. Auf diesen Betrag bezifferte der Chef der Linkspartei das Vermögen der Schaeffler-Eigentümer.
Der Schaeffler-Reichtum sei vielmehr "das Ergebnis einer fortdauernden Enteignung der Belegschaft und deren großen Beitrag zur Produktivität und Wertschöpfung". Insofern fordere er bei Lichte betrachtet nur "die Rückübereignung an die rechtmäßigen Eigentümer, nämlich an die Belegschaft.
Lafontaine warnte am Montag zudem vor den Folgen der internationalen Finanzkrise, die auch Deutschland gefährlich werden könne. "Die internationalen Finanzmärkte sind in einem Ausmaß destabilisiert, dass die ökonomischen Folgen für niemanden abschätzbar sind", sagte er in Berlin.
Die Neuordnung der internationalen Finanzen müsse zentrales Thema auch für die deutsche Politik werden. Laut Bundesfinanzministerium hat die US-Bankenkrise zwar wenig Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft, könnte aber das Wachstum und damit den Bundesetat dennoch belasten.
als/dpa"
Die Tatsache dass es Menschen gibt die das sagen ist es nicht die mir Angst macht. Aber dass in manchen Gegenden dieser Republik ein Drittel der Wahldeppen diesem Rattenfänger hinterherlaufen, DAS macht Angst. Kann sich jemand erklären warum gerade in dem Teil der Republik, der mit Billionen von (West-)deutschen Steuereuros aufgepäppelt worden ist soviele Menschen vergessen haben was diese Nicht-Demokratie bedeutet hat? 18 Jahre Wartezeit auf nen Trabbi? Missstände und Umweltzustände wie am Baikal-See? Unterdrückung und Stasi? Bespitzelung in der eigenen Familie?
Und die gleiche Partei wollen die Leute wieder wählen?
Unglaublich. Das ist ja fast so heftig wie in den USA, wo die Leute jetzt wieder auf McCain springen weil er eine gänzlich unqualifizierte rechtsradikale und fundamentalistisch christilich orientierte bigotte Waffenfetischistin als Vize auserkoren hat. Aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema... |

Kommentare: 8
15.09.2008 20:56 |
eminem7905
continental ist nicht von schaeffler übernommen worden. derzeit wird ein öffentliches angebot an die aktionäre verschickt, indem ein kauf von 75 euro je aktie angeboten wird.
16.09.2008 14:55 |
XC70D5
Ist Adelheid Streidel eiegntlich schon wieder frei, das Küchenmesser spende ich...
Gruß
Martin
(Der dachte, dass es den Dennie-Blog gar nicht mehr gibt!?)
16.09.2008 15:03 |
Dennie
Jaja, die Totgesagten...
Ich hab im Moment aus verschiedenen Gründen wenig Zeit, wenig Nerven und wenig Interesse an überbordenden Debatten über Sinn und Unsinn von SUV's etc. Daher gibt es nur noch hin und wieder was wenn mir etwas wichtig ist. Also zum Beispiel wenn Herr Lafontaine Privateigentum enteignen will, ein Freund etwas für einen guten Zweck versteigert oder wenn Audi einen Fünfzylinder rausbringt...
Was Frau Streidel betrifft: Viele meiner im Anwaltsberuf tätigen Freunde würden kostenfrei die Verteidigung übernehmen...
Aloha
Dennie
16.09.2008 15:17 |
PowerMike
Als ich den Artikel heute Morgen gelesen habe, konnte ich nur den Kopf schütteln. Auch wenn ich nicht zu den Spitzenverdienern zähle, sagt mir der klare Verstand das sowas absolut unrealistisch ist.
Für Herrn Lafontaine würde ich mir ein Exil wünschen. Hauptsache er bekommt keine Aufmerksamkeit mehr um solchen Mist vorzutragen.
Gruß
PowerMike
16.09.2008 15:23 |
ap11
Hat doch alles richtig gemacht der Herr Lafontaine!
1. ich bin in den Medien
2. ich bin der einzig wahre Nachfahre von Robin Hood
3. wählt mich- ich geb allen alles und umsonst
4. den Bösen zeigen wirs dann aber richtig
5.Herr Schmidt hatte völlig recht mit seinem Vergleich
Alex.
16.09.2008 16:36 |
knolfi
Tja, leider gehört es irgendwie in die deutsche Geschichte, dass die meisten Deutschen wie die Lemminge hinter Leuten herlaufen, wenn sie ihnen ein Deutschland, in dem Milch und Honig für alle fliesst, versprechen. Beispiele gibt's/gab's in den letzen 100 Jahren genügend. Selbst in zwei Kriege haben Sie sich "reinbegeistern" lassen...und Schuld an der eigenen Misere sind/waren immer die anderen. Im dritten Reich die Juden, in der DDR die Kapitalisten nun sind's die grossen Familienunternehmen.
Erschreckend ist, dass nach Honnecker kommt schon wieder so einer von der Saar kommt, der meint, man könne nach 100 Jahren kommunisitscher Fehlschläge ein deutsches kommunistisch-sozialistisches Land hochziehen. Ja, Ja, Brot und Spiele, dass haben die Römer auch schon versucht und sind damit irgendwann auf die Nase gefallen...
99% der Deutschen sind eben dumm und vergessen schnell, daher verwundert mich der Zulauf nicht.
gruss
knolfi (der, wenn's so weiter geht, darüber nachdenkt, in die neutrale Schweiz zu ziehen, wenn's da nicht so viele Schweizer gäbe
....+duckwechundrenn+)
16.09.2008 16:40 |
ap11
Ein Mensch mag schlau sein-viele Menschen sind immer dumm
Alex.
25.09.2008 21:24 |
potasche
Hallo,
habe eine ähnliche Meinung, wenn es um des "geistes Kind" geht.
Der Mann (wie groß ist er?) hat Probleme (die hatte Napoleon auch).
Ich kann es nicht einschätzen,
ob das Geltungssucht ist,
ob es Rache an der guten, alten Tante SPD ist
ob er mit der zweiten angestrebten Karriere, die Entscheidung alles hinzuwerfen geschichtsklitternd korrigieren möchte
- oder ob er nur mit aller Macht einfach nur wieder in die Politik will (glaube ich selbst nicht).
Ich habe die Hoffnung, die Protestwähler werden es hoffentlich bald sein lassen radikal (links-rechts=egal) zu wählen, allerdings müssen die Probleme angefasst werden.
Ich vertraue auf unsere Demokratie - auch wenn es Fehler gibt!
Nachtrag:
Ich habe keine Angst.
Die hatte ich auch im "kalten Krieg" nicht. Aber wir waren bereit.
Und wir sollten bereit sein, gegen die Rattenfänger aufzubegehren, wenn sie zu groß werden, noch gehören sie zur pluralistischen Gesellschaft, die auch Fehlgeleitete aushalten kann und auszuhalten hat.
Leid tut es mir um die Gelder der Wahlkampfkostenerstattungen... 5,- € pro Stimme? ...vielleicht geht es einigen Parteien ja nur darum?