MOTOR-TALK News - Aktuelle News rund ums Auto & Motorrad aus der Redaktion

06.09.2010 23:02    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (29)    |   Stichworte: , , ,

Aus Schei… Geld machen! Da haben die USA schon seit geraumer Zeit die Einreiseformalitäten verschärft und sogar allen Einreisenden aus den Ländern die bislang klaglos wegen des sogenannten „Visa Waiver Programms“ ohne große Formalitäten in die Vereinigten Staaten einreisen konnten die zeitraubende ESTA-Prozedur vor dem Abflug zur Pflicht gemacht und nun dies: Nun soll für diesen automatisierten Datensammlungskraken nun auch noch der Reisende in die eigene Tasche greifen! Stolze 14 US$ verlangt das Departement of Homeland Security ab dem 8. September 2010 von jedem, der in die USA einreisen möchte.

 

 

Gezahlt werden kann diese neue Gebühr natürlich nur per Kreditkarte auf der Website der ESTA (https://esta.cbp.dhs.gov) und die einmal erteilte Einreisebewilligung ist maximal 2 Jahre gültig! Wer nun also noch schnell ein Schnäppchen machen möchte, um in die USA einzureisen sollte sich beeilen.

 

Doch sollte man sich fragen, ob dieses ganze Bremborium etwas gebracht hat? Gut, seit dem 11. September 2001 gab es keine erneuten Anschläge auf dem Boden der USA, aber heute Wissen wir z.B. das weder die Namen der Haupt-Attentäter vom 9/11 auf einer „No-Flight-Liste“ zu finden waren, noch das sogar das heutige ESTA-Prozedere einen vorherigen Alarm bei den zuständigen Behörden ausgelöst hätte.

 

Warum wehrt sich nun nicht die EU geschlossen vor einer solchen Maßnahme der USA? Wo bleibt der kostenpflichtige Prüfprozess, der uns vor rechtsextremistischen Waffennarren oder unverbesserlichen Holocaust-Leugnern, die aus den USA zu uns nach Europa reisen möchten gegen ein kleines Entgelt schützt? Wieder einmal sind Flugreisende die Melkkühe, neben erhöhtem Kerosinzuschlag, CO²-Pflichtabgaben, erhöhten Sicherheitsgebühren und Flughafensteuern im Zeichen des allgemeinen Terrorwahns.


21.06.2010 19:48    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: , , ,

Ich wollte Euch diese Woche an einer im Automobilbereich bislang fast beispiellosen Firmengeschichte teilhaben lassen: Es geht um die fuer viele Leute unbekannte Vector Motors Corporation in Wilmington Kalifornien.

 

 

Seit dem diese Firma im Jahre 1978 von einem Deutschen gegruendet wurde, sorgte sie mit ihren futuristisch gestylten Autos fuer einiges an Aufsehen. Leider kam die Firma nie ueber eine Kleinserienproduktion heraus, alles in allem wurden insgesamt um die 40 Exemplare hergestellt, von denen heute nur noch 30 im Privatbesitz befindlich sind. Die traditionelle Bauweise auf einem Gitterrahmen anstelle einer selbsttragenden Karosserie galt zwar bereits am Erscheinungstag des ersten Prototyps als ueberholt wo doch alle anderen Supersportwagen bereits selbsttragende Karosserien boten. Der Konstrukteur - Gerald Wiegert - wollte etwas eigenes auf die Raeder stellen, lediglich die Fluegeltueren liessen beim Publikum Paralellitaeten mit einem Lamborghini Countach vermuten. Etwas eigensinnig war deshalb auch der Unterboden ausgestaltet, naemlich vollkommen glatt, was erhebliche aerodynamische Probleme mit sich zog und die angegebene Hoechstgeschwindigkeit von angeblich 389 km/h wegen der zu leicht werdenden Vorderache in unerreichbare Sphaeren rueckte.

 

 

Viele Elemente der Innenausstattung waren revolutionaer: Es gab z.B. ein Head-Up-System, das alle relevanten Daten in die Frontscheibe projizierte. Der Hersteller bediente sich reichlichst beim Militaer, so kam der moderne Bildschirm links vom Lenkrad vom M1A1-Abrams-Kampfpanzer und die Lueftungsduesen und einige Schalter vom Kampfflugzeug F/A-18 Hornet.

 

Das war alles wohlgemerkt Anfang der 80'er Jahre!

 

 

Das erste in groesseren Stueckzahlen verfuegbare Modell war 1990 der W8, der u.a. auch von Prominenten wie Andre Agassi bestellt wurde. Ende 1992 wurde endlich das nicht nur aerodynamisch ueberarbeitete Modell WX-3 praesentiert doch ein riesiger Eklat beendete vorzeitig die Existenz der Herstellerfirma, die mit einem neuen Hauptinvestor den Firmensitz nach Florida verlegte.

 

 

Unter dieser neuen Flagge entstanden dann sogleich weitere Derivate des WX-3, so gab es wenig spaeter z.B. einen recht erfolgreichen - aber optisch sehr unscheinbaren M12 - fuer amerikanische Rennserien. Erst 2007 praesentierte man einen voellig neuen Wagen: Den WX8.

 

 

Eine wirklich gute Quelle fuer Informationen inklusive aller Links zu guten Videos und weiteren Hintergrundinfos findet Ihr auf Facebook: http://bit.ly/VectorMotors


09.02.2010 15:47    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (77)    |   Stichworte: , ,

Und dabei hätte der Superbowl-Abend am letzten Sonntag eigentlich so schön friedlich über die amerikanischen Mattscheiben flimmern können. Traditionell wie in jedem Jahr wurde auch dieses Jahr wieder das wohl wichtigste Match des Jahres zwischen den Indianapolis Colts und den New Orleans Saints im Sun Life Stadium in Miami von unzähligen Werbeblöcken unterbrochen.

 

Diese Werbeblöcke gehören zu den wohl teuersten Werbeminuten im amerikanischen Konsumenten-TV-Programm, da das Publikum als sehr kaufkräftig von den Werbeagenturen identifiziert wird, klettern die Preise für die Werbeblöcke bis hinauf in ungeahnte Sphären der bis auf stolze 2 Mio Euro für 30 Sekunden liegt.

 

Und so sieht man zielgruppengerecht wegen der überwiegend männlichen Zuschauer zu einem Großteil des Werbeblocks verschiedenste Bierreklamen, gefolgt von den für die Männer zweitliebsten Ding: Den Reklamen für Autos. 

 

Hier einfach und schnöde nur ein Bild von einem Auto in voller Fahrt zu zeigen ist mittlerweile verpönt und so entschloß sich Audi, einen witzigen längeren Werbespot zum Thema "Ökologie" zu platzieren. Das die Amis nicht nur in Sachen Ökologie wegen ihrer großen Spritschleudern offenbar noch einigen Nachholbedarf haben, sondern auch in anderen Belangen wird nun wegen der Reaktionen überdeutlich: Denn wie es scheint, ist diese Message des Audi-Werbefilms nun gehörig nach hinten losgegangen.

 

Wie so oft fühlen sich nun gewisse Interessengruppen auf den Plan gerufen. Diesmal sind es wieder einmal die Juden, die sich vom deutschen Autobauer - der übrigens auch in den USA ungeniert mit dem deutschen Slogan "Vorsprung durch Technik" wirbt - indirekt angesprochen fühlen. Und das obwohl der von den jüdischen Vereinigungen Amerikas konstruierte Zusammenhang zwischen der nun aktuellen Beschwerde und dem Spot doch schon irgendwie an den Haaren herbei gezogen wirkt.

 

In diesem Spot wird auf wie ich finde witzige und unterhaltsame Weise eine ökoligische Gesellschaft in nicht allzunaher Zukunft aufs Korn genommen. An der Supermarktkasse wird ein Kunde hopps genommen, weil er mit "Plastikgeld" zahlen möchte, während wenig später ein Villenbesitzer in Polizei-Gewahrsam genommen wird, nur weil bei der Hausdurchsuchung eine verpönte traditionelle Glühbirne bei ihm gefunden wird.

 

Aber seht einfach mal selbst.

 

 

Ja, sowas soll wohl zum (um-)denken anregen und polarisiert die Massen! Überall in diesem Spot sieht man nun die sogenannte "green Police" (Grüne Polizei) gegen die ganzen vermeintlichen Umweltsünder vorgehen, bis schließlich am Ende des Spots bei einer Verkehrskontrolle der automobilen "Stinker" der ach so ökologische und saubere Audi aus der Schlange der Wartenden durchgewunken wird.

 

An sich wirklich mal ein nettes Werbekonzept mit einer Message dahinter.

 

Wäre alles so toll, wenn nicht eben gerade diese "green Police" darin mitspielen würde! Bei den amerikanischen Juden wurden nämlich als "green Police" auch die Polizeistaffeln der SS und der anderen Organisationen bezeichnet, die zu Zeiten des Nazi-Regimes in den Ghettos aufräumten und ähnlich wie im Spot dargestellt die vermeintlichen "Sünder" wahllos schikanierten.

 

 

Ich bin der Meinung das man unter diesen Umständen bei anderen Werbesendungen noch ganz andere Dinge reininterpretieren könnte und die Kirche im Dorf gelassen werden sollte. Wäre der Spot von Chrysler oder Buick, so hätte sich sicherlich niemand in den USA darüber groß beschwert.


09.02.2010 00:14    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , , ,

In meinem kleinen Reisetipp geht es diesmal um die Stadt der Städte schlechthin: New York, die Stadt von der man sagt das sie niemals schläft. Ich für meinen Teil kann dies bestätigen, da ich vor einiger Zeit zwei Mal unter anderem beruflich dort gewesen bin. Man kann wirklich sagen das diese Stadt eine magische Aura hat. Geht man - egal zu welcher Zeit - runter auf die Strasse so hat man beinahe das Gefühl wie in einer Aterie von den anderen Blutkörperchen regelrecht mitgerissen zu werden. Man spürt das Leben pulsieren. 

 

Das interessante an dieser Stadt sind neben den vielen auf engstem Raum konzentrierten Sehenswürdigkeiten selbstverständlich auch deren Einwohner. Man erlebt schon seltsames: Als Europäer ist man eigentlich überall ein gerne gesehener Gast aus der "alten Welt" und viele wildfremde Leute erzählen auf einmal einem ihr Leben in den vielen typisch amerikanischen Beer Bars in Lower Manhattan. Man schließt sehr schnell Freundschaften, glaubt diese Leute nach ein paar Stunden und etlichen Gallonen leichtem Bier in- und auswendig zu kennen, geht ein paar Stunden später zurück ins naheliegende Hotel und fängt spätestens am nächsten Abend mit den gleichen Gesichtern vom Vorabend wieder genau an dem Punkt an, wo auch der vorherige Abend bereits angefangen hatte - der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" läßt grüßen!

 

 

Man kann aber besonders viel sehen und erleben auf der kleinen Halbinsel namens Manhatten und Flüge von Europa gibt es derzeit wieder einmal besonders günstig bereits ab knapp 250 EUR für den Hin- und Rückflug. Und man kann sehr günstig über die Runden kommen, wenn man keine allzuhohen Ansprüche an das Hotelzimmer stellt. Die günstigste Alternative - und sicherlich auch die interessanteste sind die sogenannten "Dormrooms" - das sind Mehrbettzimmer, die man sich mit Leuten aller Couleur teilt. Da trifft man dann überwiegend auf sehr junge bunt zusammengewürfelte Typen. Beim meinem ersten Mal in so einem Hotelzimmer waren neben Schauspielstudentinnen und Straßen-Musikern auch einfache Reisende wie ich dabei und die Abende entsprechend lang, sowie kulturell interessant. Wer hat schon eine eigene "private" Opernsängerin in seinem Hotelzimmer, die um 6h am Morgen für Ihr bevorstehendes Casting am Broadway übt?

 

Besonders empfehlen kann ich das Chelsea Star Hotel. Es liegt inmitten von NYC, in direkter NAchbarschaft zum Madison Square Garden. Wer einen Dormroom scheut, kann hier auch für supergünstige 79 US$ auf ein "normales" Zimmer  upgraden. Bei meinem zweiten Aufenthalt hatten wir die Suite, die für mehrere Leute 2 Zimmer sowie ein eigenes Klo und Einbauküche bereithält. Weitere Infos: http://starhotelny.reachlocal.com

 

Eine interessante Sache ist eine Wohlfahrtsorganisation namens "Big Apple Greeter". Auf deren Website meldet man sich kostenfrei an, füllt ein Profil aus und die Agentur sucht einem einen passenden Einheimischen heraus, der dem Touristen "sein privates" New York zeigt. So erhält man interessante Blickwinkel auf diese Stadt, quasi aus der Sicht von Insidern. Dieser Service ist kostenlos und man erhält sogar von seinem Greeter normalerweise noch ein U-Bahn-Tagesticket. Der letzte Greeter, den der Zufall an meine Seite gestellt hatte war ein älterer Herr, der fließend Deutsch sprach und früher - vor seiner Rente - Sänger und Pianist auf Kreuzfahrtschiffen war. Er zeigte mir Little Italy, Greenwich Village, Chinatown und viele andere Locations. Das Tempo war sehr gemütlich und der Rahmen fast familiär. Sogar die Einladung zum Essen wollte der nette Herr zunächst ablehnen, nahm aber beim Anblick des Tellers Spaghetti in Little Italy jedoch schließlich dankend an. Zu finden unter: www.bigapplegreeter.org

 

Dann gab es noch einen pensionierten Polizisten, der immer noch als Berater und Guide arbeitet. Der Clou: Er holt seine Gäste silecht im alten ausgemusterten Streifenwagen punkt Mitternacht vom Hotel ab und chauffiert einen ganze 6h lang durch das nächtliche New York. Eine Tour die am Tage alleine von der Länge wegen der vielen Staus nicht zu schaffen wäre: Manhatten, Harlem, Lower Eastside, der Ort wo John Lennon starb, der Coney Island Vergnügungspark und fast alle Brücken. Gary spricht leider nur englisch, aber stimmt seine Touren bestens auf die Vorlieben und Wünsche seiner Kunden ab. Kontakt: http://hometown.aol.com/garyjgorman oder via eMail: nyccoptours@aol.com

 

Kurztipps:

 

• Im Empire State Building kann man einen sogenannten New York City Pass kaufen, der die Eintritte für 6 Sehenswürdigkeiten enthält. 79 US$ für Erwachsene / 59 US$ für Jugendliche bis 17 Jahre. Spart eine Menge Kohle und man darf an den zum Teil langen Schlangen vor den Kassen vorbeilaufen. Oder online kaufen (billiger): www.citypass.com/city/ny.html

• Vom Flughafen (am besten versuchen in JFK und nicht in Newark anzukommen, JFK liegt näher an der Stadt) fährt man am besten per U-Bahn direkt ins Hotel (kostete damals 1,50 US$), Multiride-Tickets sind natürlich preislich interessanter

• Die U-Bahnen sind eigentlich immer sehr sicher, besonders seit 2001 - in den frühen Morgenstunden sollte man sie aber trotzdem nach Möglchkeit wegen möglicher Konflikte mit Betrunkenen meiden

 

Was man unbedingt machen sollte:

 

• Intrepid Air & Space Museum (alter Flugzeugträger im Hafen)

• Statue of Liberty und Auswanderermuseum auf Ellis Island

• Chinatown besuchen

• Nach Little Italy zum Spaghettiessen

• Greewich-Village besuchen

• Empire State Buildung (Aussichtsplattform bei Nacht)

• Bei Eis: Schlittschuhlaufen im Central Park

• Ground Zero besuchen

• Metropolitan Museum of Modern Art

• Macy’s (Kaufhaus)

• Central Park (mit Zoo)

• Eichhörnchen in einem der Parks füttern

• Eine typisch amerikanische Bar besuchen (direkt gegenüber vom Hotel)

• Die ekeligste Coca-Cola trinken (McDonald’s, KFC, …), wegen dem Chlor-Geschmack vom Leitungswasser

• Times Square bei Nacht besuchen

• Cop-Tour bei Nacht

 

Die folgenden Videos sind bei meinem ersten Aufenthalt vor einigen Jahren entstanden.

 


13.01.2009 21:02    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , , , , , ,

Wie bereits angedeutet kommt heute nun mein vierter und letzter Teil, der sich mit der automobilen Zukunft befasst. Diesmal geht es um ein Projekt, welches bereits heute verfügbare Automodelle geringfügig modifiziert und mit Lithium-Ion-Batterien ausrüstet. Die Idee ist simpel: Ein Kind, das mit seinem neuen Fernlenkrenner spielt, möchte nicht warten bis der Akku zuende geladen ist. Er tauscht einfach das Batteriepack gegen einen bereits voll geladenes aus.

 

Die Tage der Mineralölbetriebenen Autos sind also gezählt. Der verantwortliche? Ein Israeli namens Shai Agassi, der im Alter von 40 Jahren den Autoabgasen den Kampf angesagt hat. Um sein Ziel zu erreichen, schrieb er sich auf die Fahne den Kohlendioxyd-Ausstoss in den nächsten 10 Jahren um 20% und bis zum Jahr 2030 sogar um bis zu 60% zu verringern. Bleibt dies ein Traum, oder kann es Wirklichkeit werden?

 

Shai Agassi ist einer der reichsten Männer Israels und wird - mittlerweile in die USA ausgewandert - dort in einem Atemzug mit Steve Jobs von Apple oder dem ehemaligen Boss von Microsoft, Bill Gates, genannt. Und doch ist er "nur" der Chef einer Firma, aber einer Firma mit guten Ideen und noch besseren Kontakten: Better Place.

 

Die Kernaufgabe dieses Unternehmens ist die sukzessive Abschaffung aller mineralölbetriebenen Vehikel und deren Austausch mit elektrisch getriebenen Versionen. Zugegeben, diese Idee an sich ist nicht neu denn bereits im Jahre 1897 kam man bei Ford in den USA auf den E-Motor als Lösung einiger Probleme. Die Umsetzung und Durchführung dieser Initiative von Better Place lässt hoffen!

 

 

Als General Motors im Jahre 1996 in den USA z.B. auf Leasingbasis den ersten in Grossserie produzierten Familienwagen für Privatkunden namens EV1 anbot, wurde GM sehr schnell von Lobbyisten der Mineralölkonzerne in einer dreckigen Anti-Kampagne sabotiert, der Wagen entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Deasaster. Der Filmemacher namens Chris Paine drehte dazu einen sehr interessanten Film namens "Who killed the electric car?".

 

GM EV1GM EV1

 

Ob Sabotageopfer oder nicht, ein elektrisch getriebenes Auto hatte bislang immer mit diversen Problemen zu kämpfen: Batterien, die den Aktionsradius beschränken, Gewichtsprobleme, Platzprobleme, mangelnde Alltagstauglichkeit, sehr hohe Kosten für Batterien und nicht zuletzt lange Ladezeiten. Einen EV1 zu laden dauerte z.B. 1996 noch über 4h, während ein modernes herkömmlich betriebenes Fahrzeug nach einem Tankstopp von gerade einmal 5 Minuten weitere hunderte Kilometer weit fahren kann. Lädt man heutzutage mit modernster Technik eine Batterie für 5 Minuten, kommen dabei am Ende gerade einmal maximal 15km Reichweitensteigerung heraus. Punktsieg für den Ottomotor!

 

 

Der Herr Agassi hat dieses Kernproblem nun ganz simpel bezwungen: Frei nach dem Motto "Ihr - werte Autokonstrukteure - liefert nur das Chassis und wir - Better Place - lediglich das Know-How und die Batterien". Better Place arbeitet in Sachen Li-Ion-Batterien eng mit der japanischen Firma NEC, welche übrigens zur NISSAN-Gruppe gehört zusammen. Die ersten Pilotfahrzeuge waren Laguna und Megane der Firma Renault, was bei dieser Konstellation auch kaum verwundert. Neben den Batterien kümmert sich Better Place aber auch um das E-Tankstellennetz, hier kurz ERGO für "Electronic Grid Operator" genannt. Ein solches Netz in einem Land zu betreiben ist eine enorme Herausforderung, es muss viel Geld in die Bereitstellung einer komplett neuen Infrastruktur fliessen - fast ähnlich wie bei dem Aufbau der ersten Mobiltelefonnetze.

 

Kernidee hier wieder einmal, die bestehenden Tankstellen sukzessive durch ERGO zu ersetzen, also keine Migration in Stile von "Big-Bang". Diese ERGO-Stationen stehen dann jedem Nutzer von Better Place Techniken für einen Batterietausch im vorbeifahren bereit, der über ein entsprechendes Abo verfügt. Es soll verschiedene Abo-Systeme in Zukunft geben. Denkbar wäre ein mehrstufiges Bezahlsystem für "Unbegrenzte Kilometer", "x km pro Monat" oder "pay-per-use" mit entsprechenden Preisvorteilen bei den beiden ersten Paketen.

 

Ein elektronisches Navigationssystem namens "autOS", welches in jedem mit Better Place Technik ausgerüstetem Auto vorhanden ist, zeigt dem Fahrer den Energiestatus, den Weg zur nächsten Station, regelt den Bezahlvorgang und den Austausch der Batterieeinheit.

 

Der Fahrer braucht während des Batterie-Austauschvorgangs noch nicht einmal den Wagen zu verlassen, alles passiert vollautomatisch und hydraulisch gesteuert. Auf öffentlichen Parkplätzen und in der Nähe von Bürokmplexen entstehen nun zusätzlich Ladeterminals, die einem bis zu 160km Autonomie verschaffen. Grosse Firmen haben bereits Risiko-Starthilfekapital in das junge Unternehmen des Herrn Agassi gepumpt: Morgan Stanley, VantagePoint und ManivEngery Capital beteiligten sich mit sage und schreibe 70 Mio EUR. Diese Finanzspritze zusammen mit dem Eigenkaptial der anderen Beteiligten erbringen rund 200 Mio EUR Stammkapital - ein dickes Polster für ein so junges Unternehmen mit einer ehrgeizigen Idee und avanciert Better Place in die Top 5 der wichtigsten Projekte aus dem Silicon Valley.

 

Sogar die Deutsche Bank möchte einsteigen, denn Analysten haben errechnet das ein Fahrer eines Better Place Autos nur 0,04 EUR pro Kilometer im Gegensatz zu 0,24 EUR/km bei einem herkömmlichen Wagen aufwenden muss. Man denkt derzeit ferner darüber nach, die Autos wie den Urahn EV1 seinerzeit in einem rabattierten Leasingsystem an die Fahrer zu bringen. Angepeilter Preis hierfür: 500 EUR pro Monat. Better Place macht derweil Gewinn mit dem Wiederverkauf alternativ gewonnener elektrischer Energie an den ERGO-Stationen.

 

Das erinnert alles ein wenig an Lizenzpreisen von Softwarepaketen, und das kommt nicht von ungefähr. Shai Agassi war vor ein paar Jahren noch als die Nummer zwei beim deutschen Softwareriesen SAP gehandelt worden. Dank finanzkräftigem Elternhaus besuchte er diverse Hochschulen und ist Mitglied der Vereinigung "Young Global Leaders". Die Idee zu Better Place kam ihm während eines Semiars dieser Vereinigung in der Schweiz im Jahr 2005 in den Kopf. Die Studenten sollten Konzepte vorstellen die Welt bis zum Jahre 2020 zu einem "better place" zu machen, der Name war also Programm.

 

Ganze 35% der amerikanischen CO2-Emissionen gehen auf das Automobil mit Verbrennungsmotor zurück. Die Lösung? Abschaffen! Bereits 2006 hielt Shai einen Vortrag in Washington beim "WorldForum" und erhielt eine Anerkennung für sein Engagement vom damaligen Präsidenten Bill Clinton. Darufhin erhielt er einen Anruf von Shimon Perez, der ihm allen erdenklichen Support seinen Heimatlandes zusagt. Zur selben Zeit erfährt er auch das jemand anderes die Führung von SAP übernimmt, er erschafft sein eigenes Start-Up: Better Place war geboren.

 

 

Ohne Wissen über die Automobilindustrie, aber mit dem Wissen wie man Software konzipiert. Im Jahre 2007 lernt er den Direktor von Renault - Carlos Ghosn - kennen. Ghosn möchte den Vorsprung zu seinen Konkurrenten ausbauen und da kommt ihm die Idee des Israelis gerade recht. Beide kommen ins Geschäft und man einigt sich das Renault die ersten Testwagen entwickelt und 50 Autos der Serien Laguna und Mégane kostenfrei liefert. In Israel werden nun derweil in der nächsten Zeit Dank der tatkräftigen Mithilfe von Shimon Perez 1000 ERGO-Stationen entstehen.

 

Israel wird somit zum Vorreiter! Moment, warum gerade Israel? Nicht etwa, weil es das Geburtsland Agassis ist. Es gibt dort bereits jetzt ein Regierungsprogramm das Israel bis zum Jahr 2020 von der Abhängigkeit des Mineralöls befreien möchte. Zudem hat das israelische Parlament gerade die KfZ-Steuern angepasst: Abgasfreie Autos werden nur noch ein zehntel der heutigen Steuer kosten, während "normale" Autos mit einer Anhebung der Steuer um über 70 Prozent bedacht werden sollen. Doch das ist nur der Anfang: Bis zum Jahre 2011 sollen insgesamt 100.000 andere Renault und NISSAN mit Better Place Technik folgen.

 

 

Bereits jetzt hat Better Place eine Absichtererklärung mit DONG Energy in Dänemark unterzeichnet, da auch dieses Land seine Abhängigkeit vom Erdöl im Bereich des öffentlichen Transports runterschrauben will. Gerade erst hat Ende 2008 Australien als nächster Kandidat Verhandlungen mit Better Place gestartet, wenn Better Place dort wie vorgesehen ab 2012 sein ERGO-Netz ausbaut, beweist der Einsatz im sechstgrösten Lande der Welt das die Technologie überall einsetzbar ist. 

 

Es ist an der Zeit damit aufzuhören, jährlich über 700 Mio EUR an Eröl zu verbrennen und der Chef Agassi fügt hinzu: "Unsere Mission ist nicht nur in allen Ländern vertreten zu sein, sondern das Ende des Öls einzuleiten, nicht weniger!"

 

Website: www.betterplace.com 

 

Bleibt's ein Start-Up? Denkbar in Deutschland? Was meint Ihr?


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