MOTORBASAR.de - Der MOTOR-TALK Fahrzeugmarkt mit über 400.000 Anzeigen

24.07.2009 15:02    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Endlich mal wieder ein Auto-Thema hier im Blog! Ich hatte ja schonmal bei Gelegenheit hier im Blog erwaehnt, dass ich zur Zeit ein kleines Forschungs- und Bastelprojekt am laufen habe: Im wesentlichen geht es darum das ich meinen PASSAT CC fernlenken will.

 

Fragt nicht warum oder nach einem tieferen Sinn, die Idee kam mir einfach mal so in den Kopf.

 

Die technischen Vorraussetzungen bringt das Fahrzeug ja schliesslich bereits mit: Spurassistent der in der Lage ist das Lenkrad zu drehen, ACC zur digitalen Regelung des Gaspedals und der Bremse...und einen ganzen Haufen an Elektronik.

 

Mein Fernlenk-RennerMein Fernlenk-Renner

 

Und nach vielen schlaflosen Naechten dann der zuendende Einfall: Ein ausgedienter A/D-Wandler aus einem seit laengerem abgestuerzten Modellhubschrauber nebst passender 6-Kanal-Fernsteuerung genommen und schnell ran ans Tuefteln.

 

Da ich bei einem Bremer Softwarehaus arbeite und die Programmiersprache Java fuer mich nicht unbekannt ist war ein softwarebasierter Weg zur Umformung von Fernsteuersignalen, die von einem an den Computer angeschlossenen Empfaenger kommen in Richtung serieller Schnittstelle oder in Richtung USB schnell konzipiert und geschrieben.

 

Die Grundidee war nun die folgende: Eine Art Software-Proxy zu schreiben, der die analogen Fernsteuerungssignale ueber den alten Modellhubschrauber-A/D-Wandler empfaengt, entsprechend transformiert und ueber das RossTech HEX+CAN USB-Kabel weiter an das Fahrzeug gibt. Da der Hersteller RossTech leider keine weiteren Angaben fuer Entwickler oder Schnittstellendokumentationen veroeffentlicht, wie genau die Daten von VCDS ueber deren USB-Treiber in Richtung Auto geschickt werden war erstmal ein genaues Studium der verwendeten Protokolle und Methoden angesagt und siehe da: Es war in der Tat einfacher als gedacht!

 

Jedenfalls kann man nahezu 1:1 und ohne grossen Aufwand die Steuersignale mit meiner Software in Bytes umformen und ueber das Interface an die entsprechenden Baugruppen im Fahrzeug als realen Messwert weitergeben.

 

Ein wichtiger Punkt ist das ich das System sehr offen gestalten wollte, ohne Aenderungen am Fahrzeug selbst vorzunehmen (Leasingwagen). Die Stromversorgung aller hinzugefuegten Baugruppen - im besonderen des Empfaengers - sollte aus Sicherheitsgruenden ueber den an den Zigarettenanzuender angeschlossenen Laptop erfolgen so das immer ausreichen Saft da ist.

Ferner sollten auch die Kosten fuer alles sollten moeglichst gering sein, fuer meine derzeitige Loesung legt man ca. 150 EUR auf den Tisch (dafuer kauft man dann den benoetigten Modellhubschrauber zum ausschlachten und andere Kleinteile/Bausteine). Dazu kommt dann noch das RossTech HEX+CAN-Kabel als Verbindung zum Auto, welches allerdings inklusive VCDS so um die 350 US$ EUR kostet. Und: Es muss leider das HEX-Kabel sein, weil man nur mit diesem direkt Hexwerte im quasi laufenden Betrieb ein- und auslesen kann.

 

Einfach ausgedrueckt funktioniert das nun so: Meine Software versetzt mit einer Art Reboot das Auto in einen vorher genau definierten Status - meiner Grundeinstellung, die aktuelle Geschwindigkeit wird auf >65 km/h gesetzt - wobei die echte Geschwindigkeit die vom Auto ausgegeben wird nur der Software vorliegt um entsprechende Beschleunigungseingaben unzuformen und zu uebersetzen, ACC und FrontAssist werden aktiviert und der Spurassistent eingeschaltet. Beschleunigt man mit dem Stick auf der Fernsteuerung, wird das Signal im Empfaenger in ein digitales Signal umgesetzt und meine Software leitet das ganze dann als Bytewert direkt in die Fahrzeugelektronik an das richtige Steuergeraet (in diesem Fall das ACC) mit der korrekten Adressierung weiter. Das gleiche gilt fuer die Bremse und eine Reihe anderer wichtiger Funktionen. Somit kann man schon mal vorwaerts und rueckwaerts fahren - zumindest theoretisch!

 

Wobei: Die Funktion rueckwaerts fahren geht im Moment jedenfalls noch nicht, weil ich leider (noch) nicht das Getriebe oder den Ganghebel fernbedienen kann, jedenfalls habe ich keine Moeglichkeit dazu gefunden, aber vielleicht findet sich ein Workaround ueber das vorherige einlegen der manuellen Fahrstufe und virtuelle Schaltpaddels die durch die Software bedient werden (wobei die Schaltpaddles ja nur innerhalb der Fahrstufe "vorwaerts" die Gaenge durchschalten - mal sehen). Aber wie der gemeine Entwickler so zu sagen pflegt: "Das kommt irgendwann ... spaetestens in der uebernaechsten Version!"

 

Die Lenkung hingegen war etwas schwieriger zu realisieren, hier ueberliste ich die Fahrzeugelektronik und gaukele quasi die gueltigen Messwerte der Kamera des Spurhalteassistenten vor. Das Problem allerdings war hier das dieser normalerweise erst ab 65 km/h aktiviert wird. Und alle sechs bis acht Sekunden schreibt die Software zusaetzlich einen manuellen minimalen Lenkeinschlag in den Speicher des Lenkwinkelgebers, damit nicht der Spurassistent  automatisch abschaltet.

 

Aus diesem Grund musste ich der Elektronik vorgaukeln, das sich das Fahrzeug stets mit mindestens 65 km/h bewegt - auch im Stillstand - und der Spurhalte-Assistent stets aktiviert bleibt, auch wenn keine Steuerungseingaben von der Fernbedienung kommen. Dies loeste ich mit stetig etwas taenzelnden Bytewerten, auch wenn man den Stick nicht bewegt. Einfach ausgedrueckt bewegt man nun mit dem Fernsteuerungs-Stick sozusagen virtuelle weisse Linien, die normalerweise das Kameramodul des Spurassistenten in der Frontscheibe sieht und als Messwerte an die Blackbox fuer den Spurassistenten weitermelden wuerde. Dieses hin- und herschieben der virtuellen Fahrbahn-Linien veranlasst nun das Fahrzeug entsprechend nach links oder rechts zu fahren. Vermutlich werden durch diesen Loesungsansatz aber noch keine engen Wendemanoever moeglich sein - mal sehen und lassen wir uns ueberraschen.

 

Die restlichen Kanaele habe ich ebenfalls nicht ungenutzt gelassen: Ein Kanal schaltet das Licht an oder aus (in Wahrheit denkt der Lichtsensor es ist Tag oder es ist Nacht), ein weiterer aktiviert fuer den aeussersten Notfall die Parkbremse, einer weiterer die Lichthupe und der letzte freie Kanal die Warnblinker.

 

VersuchsaufbauVersuchsaufbau

 

Gestern Abend habe ich meinen Aufbau zum ersten Mal trocken getestet: Zwei Laptops, also der Fahrzeugrechner und der zweite zur Visualisierung und zum debuggen der Steuerungsimpulse, der Empfaenger nebst Magnetfuss-Antenne, A/D-Wandler und meiner Software nebst angeschlossenem RossTech-Kabel.

 

Die Analyse der Stuerinformationen auf dem zweiten Laptop erfolgte ausnahmsweise einmal ueber ein Laplink-Kabel, da ich keine CAN-Buchse habe.

 

Mir kam noch eine Idee zu einem weiteren Sicherheitsfeature, denn der Empfaenger des Hubschraubers hat einen eingebauten Kreisel, ich moechte gerne noch eine Art "Not-Aus" integrieren, die bei zu hoher Beschleunigung die Signale der Software abkoppelt und das Fahrzeug somit zum Stillstand kommt.

 

Dieses werde ich in den naechsten Tagen noch umsetzen und eventuell ist ein realer Test mit dem Auto auf einem extra abgesperrten grossraeumigen Gelaende noch vor Ende August absehbar - mal schauen. Ein befreundeter Gendarm hier in meinem Ort will an einem Sonntag extra den Parkplatz vom hiesigen Leclerq-Supermarkt dafuer sperren.

 

Jedenfalls hat die Trockensimulation keine Ungereimtheiten in der Loesung an den Tag gebracht, was mich stark hoffen laesst.

 

Weiteres - dann auch mit Video - also demnaechst an dieser Stelle. Der naechste Teil dieser kleinen Serie beschaeftigt sich mit der Integration in das Auto und erste Funktionstests.


27.05.2009 11:14    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: , , , , , , , ,

Teil XVII meines Kundendiensttestes hier in Frankreich: Da bezahlt man genau 106,44 EUR, um sich vier Pneus auf die 18’er-Borbets aufziehen zu lassen, und dann hat man nichts als Ärger danach.

 

Letzte Woche – genauer gesagt am 18. Mai - ist meine Freundin mit den vier via Internet aus Deutschland bestellten und von meinem Postboten gelieferten Reifen (der arme Kerl schleppte die Dinger 2x vergebens während unserer Abwesenheit zu uns nach Hause) zu einem ortsansässigen Reifenhändler gefahren, um sich die Dinger an Ihrem Mégane Coupé Cabriolet montieren und auswuchten zu lassen. Bis dahin eigentlich nichts Ungewöhnliches.

 

Sie hatte Glück, denn der Händler erklärte sich bereit die Aktion „noch mal eben“ kurz vor Feierabend durchzuführen und befahl einem Angestellten ein paar Überstunden zu machen. Eigentlich hätte ich ein wenig stutzig werden müssen, als sie mir danach erzählte das der Monteur relativ kräftig mit dem Montiereisen an den Felgen rumhantierte, anstatt wie sonst üblich die Reifenmontagemaschine mit den Teflonrollen und diesem „Klingendingsbums“ beidseitig beim entfernen der Altreifen und der Montage der neuen Reifen einzusetzen. Ich will ja nicht kleinlich sein, aber ich glaube zumindest eine kleine Schramme an der Felge stammt von eben diesem Montiereisen.

 

Wie sie mir erzählte verwechselte der Monteur sogar gleich beim ersten Reifen die Laufrichtung des Profils und war somit gezwungen ihn im Prinzip zwei Mal zu montieren. Wie der Zufall es will: Genau eben dieser Reifen bei der die Sache mit der falschen Laufrichtung auftrat, hat nun offenbar ein Leck.

 

Nach 2-3 Tagen fehlen – ohne das sich das Auto in der Zwischenzeit bewegt hat – um die 1,5 bar an Druck. Ich habe heute früh mit dem Notkompressor entsprechend nachgefüllt und bin zum Händler hin. Jetzt steht der Wagen dort bis heute Abend um 18h und hoffentlich wird das Problem gelöst.

 

Euro Tyre Martignon, BlagnacEuro Tyre Martignon, Blagnac

 

Beim Besuch heute ist mir ferner aufgefallen das ungewöhnlich viele herrenlose „Kleinteile“, wie Ventil-Innenleben, Metallkappen, Späne und Schrauben auf dem Parkplatz im Hof herumliegen und geradezu darauf warten von tiefen Profilen nagelneuer Reifen davonrollender Kunden aufgenommen zu werden. Vielleicht ist es ja so gewollt und dient der Gewinnmaximierung? Naja, ein Fremdkörper ist ja nicht Schuld an unserem Dilemma, das hatte ich schon überprüft.

 

Aber warum drückt der Werkstattmeister oder der Inhaber nicht mal eben dem Azubi einen Besen in die Hand und lässt ihn den Hof fegen? Hätte ich den Wagen am 18.5. dorthin gefahren, so wäre ich alleine beim Anblick des Hofes glaube ich auf der Stelle wieder umgedreht und hätte woanders mein Glück versucht. Aber da haben wir wieder den (service-)verwöhnten Deutschen auf der einen und die eher pragmatisch denkende Französin auf der anderen Seite.

 

Abhängig vom Ausgang der Geschichte heute Abend bekommt der Betrieb Martignon Pneus der Kette Euro Tyre deswegen erst einmal die Note „mangelhaft“ von mir.


05.10.2008 19:16    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: , , , ,

Ich gebe ja zu, nachdem sich Halbgott diese Woche - wie in seinem Blog berichtet - schon blamiert hatte, war ich heute auch mal kurz dran und zwar mit einem Ausflug ins Kiesbett zur Belustigung aller Zuschauer mit meiner metallicblauen "GENDARMERDIE" DL-1000. Aber applaudiert haben sie wenigstens!

 

Warum und wie es dazu gekommen ist? Wir haben uns mit insgesamt fuenf anderen Bikern heute Nachmittag auf der kostenfreien Rennstrecke in der Naehe von Toulouse rumgetrieben, ein echt empfehlenswerter Nervenkitzel - noch dazu 100% gratis.

 

Die Rennstrecke Candie gehoert der Stadtverwaltung von Toulouse, und die haben nach der kompletten ueber eine Million Euro teuren Renovierung im Jahre 2004, welche ueberwiegend aus Strukturmitteln der EU und Fonds des Departements Haute-Garonnne finanziert wurde, entschieden das die Nutzung fuer jeden einzelnen Interessierten ab sofort kostenlos ist. Eine echt faire Geste, wie ich finde und es gibt sogar auch positive Nebeneffekte, denn "wilde" Strassenrennen mit Moppeds sind so zumindest hier in Toulouse dadurch fast vollstaendig unbekannt. Jeder der mag darf sich hier austoben. Da sollten sich mal die deutschen Kommunen eine Scheibe von abschneiden.

 

Der Rennkurs ist zwar relativ kurz und besteht ueberwiegend aus Linkskurven, ist aber sehr interessant. Vor allem die Groesse macht alles schoen ueberschaubar und fuer Anfaenger ideal. Im Streckeninneren gibt es auch eine Moto-Cross-Bahn mit diversen Spruengen und Kehren, sowie einen Verkehrsuebungsplatz fuer die kleinen. In der vorletzten Kurve koennen die Rennfahrer auch nach links in eine Kurvenkombination abbiegen, die speziell fuer Super-Motos angelegt wurde, dieses machte mir auf der schweren DL am meisten Spass.

 

Fuer das leibliche Wohl sorgt eine Imbissbude mit durchaus noch akzeptablen Preisen und man hat den Eindruck das sich hier viele Biker zum gemuetlichen Plausch in der Nachmittagssonne treffen. Gleich nebenan befindet sich auch eine komerzielle Kartbahn, deren Streckenfuehrung durch eine Bruecke recht anspruchsvoll ist. Alles in allem ein nettes Plaetzchen fuer Motorsport-Interessierte.

 

Nachdem die Kumpels alle auf Ihren Supersportlern einige Runden gedreht hatten, wollte ich meine DL-1000 auch mal um die Strecke jagen. Klar ist eine Rennstrecke nicht das klassische Revier einer solchen Maschine, aber was soll's - ist ja mal den Versuch Wert und zudem kostenlos. Die Moppeds muessen zumindest Haftpflichtversichert sein, denn bei einem Unfall zaehlt die Rennstrecke zum oeffentlichen Verkehrsraum weil die Stadt die Finger drauf hat, Ansprueche gegen andere Teilnehmer hingegen sind ausgeschlossen und werden beim einfahren von jedem akzeptiert. Kein Papierkram, keine Unterschrift - Frankreich halt. Somit sind Personenschaeden, die durch andere verursacht werden im weitesten Sinne gedeckelt, aber wenn das Mopped hin ist ersetzt niemand einem etwas. Damit kann man doch leben.

 

Die Formalitaeten sind erfreulich laessig: Kurze Sichtkontrolle des Versicherungsaufklebers und gleich darauf einige Meter weiter in das Renngeschehen einfaedeln. Leider fuhren heute auch ein paar Leute in Jeans, aber jeder ist eben selbst fuer sich verantwortlich. Spiegel und Glasabdeckungen brauchen nicht extra abgeklebt oder entfernt zu werden.

 

Auf der Rennstrecke ist das Verhalten wirklich partnerschaftlich, gerade wenn schnellere Profis auf Newcomer treffen. Es war heute ein sehr gemixtes Publikum unterwegs: GSX-R's, YZF's, Super-Motos, Naked-Bikes und sogar einige hochgezuechtete Roller - von allem etwas, hauptsache es hat zwei Raeder.

 

Hut ab und mein voller Respekt vor den Roller-Fahrern, die haben ihre "fahrenden Toiletten" wirklich gut im Griff! Jedenfalls hatt ich mit meinem schweren Mopped schon manchmal einige Probleme in den Kurven an denen vorbeizukommen, zumal meine DL sich jedes Mal mit schabenden Geraeuschen beim einbremsen in die Kurven verursacht durch das Aufsetzen der Fussrasten bedankte. Die Schraube auf der Unterseite meiner linken Fussraste ist nun reif ausgewechselt zu werden.

 

 

Ich bin so insgesamt ein wenig mehr als zehn Runden in recht zuegigem Tempo mitgefahren, als sich langsam meine Muedigkeit und die meiner Bremsanlage bemerkbar machte.

 

Oder sagen wir lieber, dadurch bemerkbar machte das letztere immer unbemerkbarer wurde. Am Ende der - ich glaube 15. Querung der Start-/Ziel-Geraden, wollte ich fuer die kommende Kurve einbremsen und siehe da: Der Handbremshebel hatte ploetzlich gut 50% Spiel und bei der Fussbremse war auch entsprechend "Leerlauf", ein klarer und eindeutiger Fall von "Fading". Das war mir sogar auf laengeren Serpentinenstrecken in den Bergen noch nie passiert - ich war ehrlich gesagt etwas baff.

 

Ich bin dann gleich vom Gas und an den aeussersten rechten Rand der Linkskurve gegangen, um etwas mehr Spielraum beim durchfahren derselben zu haben, falls das mit den Bremsen noch kritischer werden sollte. Ich habe die Maschine nach links gedrueckt was das Zeug haelt, aber ich war immer noch viel zu schnell fuer die kommende Kurve. Durch fehlende Dosier-Moeglichkeit der Bremse blockierte denn noch kurz das Hinterrad, was mich etwas zu sehr an den Rand der Kurve trug.

 

Okay, klarer Fall von Anfaengerfehler - bin halt Bueromensch und nicht professionell bei Ferrari angestellt. Jedenfalls habe ich mich zu einem kontrolliertem Ausflug ins viel zu tiefe Kiesbett entschlossen, welches meine Geschwindigkeit auch sofort und abrupt abbremste. Das war echt verdammt tief das Kiesbett, jedenfalls hatte ich meine liebe Muehe die Maschine mit dem Fuss vor dem umfallen nach links zu bewahren. Mit Ach und Krach langsam wieder aufgerichtet, und mit dosiertem Gasspiel raus aus den Kieseln und zurueck auf die Strecke.

 

Vorsorglich hatte die Aufsicht wegen der vielen von mir auf den Asphalt geschleuderten Steine gleich einen Abbruch fuer alle mittels roter Flagge signalisiert und der nette Stadtangestellte lief gleich mit dem Besen in der Hand zum Ort des Geschehens. Ich bin dann reumuetig nach Beendigung der Runde ran an die Box und habe es fuer den Tag erstmal sein lassen. Beim naechsten Mal werde ich mal die GSX-R 1000 meiner Freundin testen, da liegen die Fussrasten hoeher. Meine Maschine jedenfalls hat nicht einen Kratzer - nochmal gut gegangen.

 

Wer aber mal auf einer Moppedtour in Toulouse ist, sollte sich diese Strecke ruhig mal live ansehen und ausprobieren. Ist echt ein Geheimtipp. Der Ort ist leicht in Google-Maps zu finden und liegt in der Naehe der Autobahn und der Innenstadt. Etwas weiter ist auch ein IKEA, am besten die Frau dort zum einkaufen hinschicken und selber waehrenddessen einige Runden drehen. Es gibt sogar durch eine effektive Flutlichtanlage die Moeglichkeit Nachtrennen zu fahren.

 

Von Zeit zu Zeit werden auch besondere Veranstaltungen wie Super-Moto und Stuntshows geboten.

 

Mehr Infos gibt es hier: Website


01.09.2008 11:19    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , ,

Haben Sie den Leoparden gesehen?Haben Sie den Leoparden gesehen?

So, nachdem nun doch alles nach dem zweiten Anlauf geklappt hat, hier nun das Ergebnis des Langstreckentests im neuen PASSAT CC.

 

Nach der Übergabe am Freitag sind wir direkt am Samstag die 1.550km an einem Stück von Norddeutschland nach Hause gefahren. Unterm Strich hat mich der PASSAT CC sehr positiv überzeugt, Komfort erster Klasse bei einem durchaus respektablen Verbrauch von nur 6,0l Diesel auf 100km im Durchschnitt. Somit war der erste Tankstopp erst nach 1.280km fällig, und dabei waren so gut wie alle Gimmicks aktiviert und wurden während der Fahrt ausgiebig getestet.

 

ALLGEMEINEINDRUCK

 

Der CC gibt sich real doch etwas biederer als er einem in der Werbung vorkommt, klar gab es einige Leute die sich die Köpfe verrenkt haben, aber der Hype war nun doch nicht so gross wie erwartet - understatement eben. Das Design ist durchaus gelungen, Spaltmasse und Verarbeitung stimmen und die Innenausstattung wirkt durchweg hochwertig und edel.

 

INNENRAUM

 

Egal ob gross (ich) oder klein (meine Partnerin) - alle fühlen sich an Bord wohl. Die Bedienung erfolgt intuitiv und ist auch für 'markenfremde' Leute eingängig und schnell erlernt. Auf langen Strecken gibt es lediglich drei kleinere Punkte anzumerken: Die Schenkelauflagefläche der getesteten Klimasitze könnte etwas länger sein,  somit könnten m.E. grössere Personen Ihre Probleme auf langen Strecken haben. Ein weiterer Punkt: Kleinere Leute könnten sich während der Fahrt übermässig stark von Reflektionen gestört fühlen, denn zum einen entsteht bei starker Sonneneinstrahlung von vorne auf das Armaturenbrett eine deutlich sichtbare Reflektion des Instrumententrägers auf der Frontscheibe genau in Augenhöhe und zum anderen haben Leute mit kürzeren Beinen und entsprechend kurzer Distanz zum Lenkrad bei Nachtfahrten in der Seitenscheibe genau vor dem linken Aussenspiegel sehr deutliche Reflektionen der Licht-Kontrollen links vom Lenkrad, was auf Dauer recht störend wirken kann.

 

A propos Lenkrad: Ich würde mir z.B. auch wünschen, das das Multifunktions-Lederlenkrad im unteren Teil mit perforiertem Leder bespannt ist (wie bei meinem Mégane Dynamique Luxe). Gerade auf langen Strecken schwitzen die Hände sehr und man neigt zu rutschen.

 

Auch würde ich mir z.B. wünschen, das das RNS automatisch den Bildschirm nach einigen Minuten abstellt - es sei denn es befindet sich gerade im NAV oder MAP Modus, somit würde zumindest auf bekannten Strecken die Blendung deutlich reduziert.

 

Der Platz auf den hinteren Sitzen ist ausreichend gross, gerade die Beinfreiheit im Fond ist im direkten Vergleich zum 'normalen' PASSAT grösser. Durch die Karosserieform ist gebücktes einsteigen vonnöten. Die Geräuschisolierung selbst beim Diesel ist sehr effektiv, nach einigen Momenten des schnellfahrens hat man den Eindruck als steht man, sobald man die Geschwindikeit reduziert.

 

FAHRWERK

 

Das Fahrwerk ist im Modus COMFORT der aktiven Fahrwerksregelung (DCC) eine Wucht, man hat ein Gefühl als ob man auf einem Teppich dahingleitet. Bodenrillen und Fugen vor Brücken werden bei dieser Einstellung fast zu 100% ausgebügelt. Das das DCC merklich reguliert, erfährt man sehr drastisch sobald man auf NORMAL oder SPORT wechselt. Der Wagen liegt regelrecht wie ein Brett auf der Strasse und neigt sich in engen Kurven kaum zur Seite. Gerade im letzten Setting wird die Lenkung denn auch deutlich direkter, aber dafür schwergängiger was den Sportcharakter zusätzlich unterstreicht. Einziges Manko hier ist das die Empfindlichkeit der automatischen Abstandskontrolle (ACC) nicht gleich mitgeregelt wird, sobald man auf SPORT wechselt. Das getestete Fahrzeug verfügt über die Standard 17" Felgen, die eine angenehme Geräuschkulisse entwickeln und m.E. weniger unkomfortabel sind als die 18'er.

 

MOTOR UND (AUTOMATIK-)GETRIEBE

 

Der kleinste Diesel überzeugt durch seine enorme Laufruhe, die 160km/h Komfort-Reisegeschwindigkeit liegt schon bei 3.000 U/min an. In der normalen Einstellung 'D' des Getriebes werden die Gänge präzise gewechselt und man hat den Eindruck das der Wagen zu jeder Zeit - trotz der nur 140 PS - genügend Leistungsreserven hat.

 

Wenn man den Kick-Down nutzt hat das Fahrzeug ausreichend Elan. In der Einstellung 'S' reisst der kleine Diesel-Motor den Wagen recht eindrucksvoll nach vorn, besonders an der Ampel kommt man sehr gut mit dieser Einstellung voran. Die Räder verlieren Dank ASR und ESP zu keiner Zeit den Kontakt zur Fahrbahn.

 

Sehr erfreulich die Verbrauchswerte: Der CC genehmigte sich während der 1.550km langen Tour lediglich 6 liter im Durchschnitt, so dass der erste Tankstopp erst nach 1.280km anstand - eine Glanzleistung! Die Durchschnittsgeschwindigkeit der gesamten Strecke war 122 km/h.

 

SONDERAUSSTATTUNG

 

Besonders auf der langen Strecke hat sich die automatische Abstandskontrolle mit Tempomat (ACC) in Verbindung mit dem Spurassistenten (Lane Assist) als sehr nützlich erwiesen. Der Tempomat kann auf die gerade erlaubte Geschwindigkeit 'plus 10 km/h' gesetzt werden, ohne das man teure Fotos riskiert. Der 'Lane Assist' greift zwar merklich in die Lenkung ein, so das man das Gefühl hat wie auf Schienen zu fahren, lässt dem Fahrer aber trotzdem seine Freiheit diese Funktion zu übersteuern. Die Warnperiode bei fehlender Reaktion des Fahrers (Sekundenschlaf) könnte m.E. ruhig lauter und vor allem länger sein!

 

Der Härtetest für das in meinem Wagen verbaute ACC war die Passage durch die Stadtautobahnen von Paris am Samstag gegen 18.30h, also quasi zur 'Rush-Hour'. Motorräder, werden vom Radarsensor zuverlässig erkannt und zumindest in der Einstellung COMFORT bei Abstandsregelung SEHR DICHT schwimmt man im Stadtverkehr bei 90 bis 110 km/h mit wie alle die anderen. Bei Spurwechsel greift ACC nicht mit Bremsaktivitäten ein, solange sich der Abstand zum Vordermann vergrössert. Bei roten Ampeln an Ausfahrten bremst ACC das Fahrzeug notfalls automatisch bis zum Stand runter. 

 

Das Navigationssystem RNS 510 leistet ganze Arbeit, ich bin noch nie bei so dichtem Verkehr wie am Samstag auf eigener Achse so zügig und vor allem stressfrei durch Frankreichs Hauptstadt 'geschwebt' wie im PASSAT CC. Die eingehenden Verkehrsinfos werden sehr schnell verarbeitet und das System glänzt in der Einstellung ÖKONOMISCHE ROUTE mit einer durchweg akzeptablen Routenauswahl - ganz anders als die bereits von mir getesteten Zusatznavis wie Mobile Navigator 6 auf dem PDA.

 

Das Licht ist im wahrsten Sinne der 'helle Wahnsinn'. Noch nie zuvor habe ich bei einem Serienfahrzeug ein dermassen gutes Abblend- und Fernlicht und derart gut ausgeleuchtete Kurven gesehen. Die direktionalen Xenonscheinwerfer sind absolut ihr Geld wert, denn auch das darin integrierte Abbiegelicht ist wirklich gelungen.

 

Die Klimasitze kühlen merklich, doch leider für meinen Geschmack ist der Kühleffekt zu sehr auf das Gesäss konzentriert, ich hätte ein wenig mehr Kühlleistung im Rücken erwartet. Ein Negativpunkt bei den Klimasitzen ist neben dem hohen Preis von fast 2.500 EUR und der manuellen Abstandsverstellung auf der Sitzschiene unter anderem auch, das der Beifahrersitz nur manuell zu regeln ist. Ein wenig mehr Komfort hätte ich - neben dem fehlenden Memory - schon für das Geld erwartet. Auch könnte VW drüber nachdenken, die Lordoseneinstellung alle 30 min. etwas alternieren zu lassen, was einem Massageeffekt gleichkommen würde.

 

Der Klang des serienmässigen VW Audiosystems ist für meinen Geschmack ausreichend, doch zu sehr Bassbetont. Wer hier etwas höherwertiges sucht, wird bei DYNAUDIO Option sicherlich fündig.

 

FAZIT

 

Warum sollte man 20 bis 30.000 EUR mehr für einen vergleichbar ausgestatteten CLS ausgeben, wenn man alle Optionen in einem VOLKSWAGEN bekommen kann. Vom Platzangebot und den technischen Gimmicks her sind beide Fahrzeuge absolut gleichwertig. Ein paar kleinere Abstriche in puncto Haptik beim PASSAT CC mal aussen vor gelassen.

 

Ich bereue meine Wahl nicht, und freue mich auf die nächsten 3 Jahre mit meinem CC.

 

+ Günstiger Einstiegspreis

+ Grosszügiges Raumangebot und grosser Kofferraum

+ Sehr gute Verarbeitung

+ Sehr niedriger Verbrauch (Diesel)

+ Sehr gutes Fahrwerk (DCC)

+ Wirksame automatische Distanzkontrolle mit Bremsassistent

+ Superhelles Licht

 

= Ausreichende Motorisierung

= Klang des Radiosystems ist gut aber zu 'bassig'

 

- Störende Reflektionen an Front- und Seitenscheibe

- Zu kleine Schenkelauflage auf den Vordersitzen für grosse Personen

- Schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis der Klimasitze


30.05.2008 13:12    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: , , , , , ,

Hallo liebe Blog-Besucher!

 

So, fangen wir einmal an. Ich bin 1975 geboren und lebe mittlerweile in Südfrankreich und arbeite für eine IT-Firma in Deutschland. Nach nunmehr fast 10 glücklichen Jahren bei Renault und gegen Ende meines derzeitigen Leasings für mein Mégane Coupé Cabriolet wurde es Zeit, das ich mich nach familientauglichen Alternativen in puncto fahrbarer Untersatz umsah. 

Ich bin von Natur aus stets jemand der gerne neue Technologien und Gimmicks testet, schon in meinem automobilen Leben zuvor habe ich gerne Fahrzeuge bestellt, die zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht bei den Händlern standen.

 

Mein persönlicher Vergleich: PASSAT CC vs. Mercedes CLS

 

Der PASSAT CC hat mich von Anfang an irgendwie angezogen. Ich mag diesen Cross-Over aus Coupé und Familien-Limousine irgendwie. Schon als der CLS von Mercedes herauskam, mochte ich das Design und das Konzept an sich. Ich bin bereits mehrfach den Mercedes CLS als Mietwagen in verschiedenen Konfigurationen gefahren, aber immer hatte ich den Eindruck das das von Aussen ein tolles Teil ist, aber innen eher etwas für alte Leute sei. Das Innendesign hebt sich nicht wirklich von einer ganz normalen E- oder S-Klasse ab und bietet nur wenige pfiffige Details. Dies hat sich seit dem Facelift der CLS-Klasse zwar zum besseren geändert, aber wer den Vorgänger kennt kann auch leicht erkennen das hier nur die Oberflächenformen weicher verlaufen und unter dem Plastik das Innenleben im wesentlichen gleich geblieben ist.

 

Jetzt werden vermutlich viele Leute aufschreien, gut erstes Argument derjenigen ist stets die bessere Verarbeitungsqualität bei Mercedes. Ich kann ehrlich gesagt keinen grossen Unterschied feststellen, ein PASSAT ist vom Qualitätsniveau meiner Ansicht nach gleichwertig im Innenraum wie ein CLS. Gut, das Wurzelholz im neuen CLS ist haptisch schöner und es gibt viel mehr davon als die Mini-Applikationen von Wurzelholz im PASSAT, aber: Ich möchte keine Zigarrenkiste, sondern etwas sportliches mit Alu was zumindest bei Mercedes deutlich mehr Geld kostet.

 

Zweitens, ein ständig zu hörendes Argument: Die Motorenpalette und die Technik beim CLS ist vielfältiger. Okay, in Sachen Motorpalette geht zur Zeit noch der Pokal nach Stuttgart, aber die Frage ist für wie lange noch? Ich bin z.B. froh das VW das DSG sogar mittlerweile für den kleinen Diesel mit 140PS anbietet - bei anderen Automarken hat man es nicht leicht unter 150 PS Leistung ein Automatikgetriebe zu bekommen. Zur Technik: Die anderen optionalen Assistenzsysteme im neuen PASSAT sind zwar vom Konzept her nichts wesentlich neues, aber suchen in diesem Preissegment ihresgleichen.

 

Fazit

 

Womit wir beim Hauptargument sind: Warum sollte ich für einen Sternenkreuzer etwas mehr als EUR 55.000 allein für das Grundmodell hinlegen, wenn ich einen - zugegebenermassen kleineren Diesel plus aller Assistenzsysteme und Gimmicks wie ACC, Bi-Xenon-Licht, Aktivem Spurhalte-Assistenten, vollautomatischer Einpark- und Lenkhilfe, DCC Fahrwerk sowie der belüfteten Sitze bereits für ganze EUR 10.000 weniger bekomme.Gut, es gibt immer noch nach meiner Ansicht unbelehrbare Leute die brauchen einfach mehr als 300 PS unter ihrem Hintern und einen Stern auf der Motorhaube, die sind dann auch in der Regel besser betucht und ganz klar bei AMG besser aufgehoben als bei VOLKSWAGEN.

 

Ich habe in der beigefügten Datei einmal die wesentlichen Eigenschaften zwischen den jeweils kleinsten Dieselmodellen des CC und CLS verglichen, ich finde das der PASSAT im direkten Vergleich nicht schlecht abschneidet. Interessanterweise hat der VW einen etwas grösseren Kofferraum und ein wenig mehr Platz in der Breite auf den Fondsitzen.  

 

Aber ehrlich, ich selber lebe in Frankreich und darf dort seit langem mit maximal 130 km/h über die Bezahl-Autobahnen fahren, mann muss sich einfach die Frage stellen wie lange dies noch in Deutschland möglich sein wird und die Tage für hubraumstarke Autos dann automatisch gezählt sind.

 

Nicht das ihr mich falsch versteht, ich möchte hier keine generelle Kritik an Mercedes üben, ich stelle hier meine grundeigenen Beweggründe hervor, die zu meiner Wahl des PASSAT CC geführt haben und werde Erfahrungen und Erkenntnisse, sowie natürlich auch Ärger an dieser Stelle - möglichst objektiv - publizieren. 

 

In dem Sinne viel Spass bei der Lektüre dieses Blogs.

Vergleichsdaten-CC-CLS.pdf (815 mal heruntergeladen)

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 01.10.2012 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Electric Lounge

Wer sagt denn das eMobilität teuer ist?

Frankreich macht schonmal den Anfang www.ecarus.fr

 

FOTOS DER WAVE2012

 

Hier geht's zur Electric Lounge

(Dem Stammplatz für alle, die an eMobilität interessiert sind oder diejenigen die bislang dazu Fragen hatten...)

Twitter Beiträge

Neueste Tweets

Die schönsten Ausreden...

Meine treuesten Leser