Nun ist es wieder einmal passiert, in den USA wurde ein unbescholtener Bürger das Opfer einer zielgerichteten Attacke eines vermeintlichen Rechtsstaates. Auf einem Inlandsflug wollte ein streng jüdischgläubiger amerikanischer Staatsbürger eigentlich nichts anderes tun als zu beten, ein unverzichtbares Utensil hierbei ist für ihn eine lederne Schlaufe - der sogenannte Tefillin, dieser wird normalerweise bei jedem Morgengebet getragen. Der Lederriemen ließ einen mitreisenden etwas töffeligen Passagier allerdings schlimmeres vermuten und so kam es wie es kommen musste: Der betende wurde verpetzt und eine teure außerplanmäßige Zwischenlandung später konnte eben dieser Passagier seinem Flieger im FBI-Gewahrsam nur noch hinterher blicken.
Wie weit sind wir eigentlich inzwischen gekommen, dass mit solchen einfachsten Stasi-Methoden jemand jemand anderen nur durch einen simplen Verdacht begründet einer Straftat bezichtigen kann – mit zum Teil sehr üblen Konsequenzen. Wenn wir mal ein wenig genauer hinter die Kulissen dieser organisierten Angst schauen, wird eine Sache jedem mündigen Bürger klar und es stellt sich die Frage warum in einer ebensolchen Situation nicht die beteiligten Personen einfach mal ihr Hirn einschalten können.
Der liebe Gott hat uns Menschen eine wichtige Eigenschaft verliehen, die uns wesentlich von den einfachen Tieren – besonders den Primaten – unterscheidet: Die Fähigkeit zum analytischen Denken.
Und so sollte selbst einer blonden durchschnittlich begabten amerikanischen Flugbegleiterin im ersten Lehrjahr einfallen, das man mit einem Lederriemen am Bein kein Loch in den Rumpf sprengen, geschweige denn den Piloten auspeitschen kann und Missverständnisse von argwöhnischen hypergestressten Wenigfliegern könnten somit quasi bereits im Keim erstickt und entkräftet werden.

Sie: "Schatzi, freust Du Dich wirklich auf unseren ersten gemeinsamen Urlaub?"
Er: "Sicher doch! Warte erst mal auf die Sicherheitskontrolle!"
Mal ehrlich: Was soll die ganze Diskussion über die Nacktscanner? Haben die Lobbyisten, die vor nicht allzu langer Zeit den Weltuntergang wegen der Schweinegrippe heraufbeschworen haben alle auf einmal den Arbeitgeber gewechselt? Das Beispiel Schweinegrippe hat uns allen doch bestens gezeigt, das angebliche „Experten“ sich auch mal gewaltig irren können, die Regierung aber immer öfter auf solche Spinnereien reinfällt. Jetzt sitzen wir auf Tonnen von Impfstoff und wer zahlt am Ende für diesen Dummfug? Richtig, der gemeine Steuerzahler.
Man kommt sich ja schon fast als Last vor, wenn man sich erdreistet in diesen „Terror-Tagen“ mit dem Flieger zu verreisen. Passiert man die Sicherheitskontrollen an irgendeinem X-beliebigen Airport ohne Nacktscanner meint man die vermeintliche Panik in den Augen der unterbezahlten Hilfs-Sheriffs zu erkennen, nach dem Motto: „Wir wollen jetzt bloß keinen Fehler machen!“
Das zeigt doch, dass selbst solche Profis der Branche mittlerweile durch diese Terroristen (und damit meine ich in diesem Falle nun explizit die Lobbyisten der Nacktscanner-Hersteller) eingeschüchtert worden sind. Wild diskutiert wird jetzt der Einsatz zweier möglicher Technologien von Nacktscannern. Zum ersten den vergleichsweise billigen Röntgen-Ganzkörperscannern, die wegen der möglichen Strahlenbelastung von Vielfliegern aber gewiss nicht medizinisch unbedenklich sind und die neuere Generation die mit ein wenig gesünderen aber dennoch von der Langzeitwirkung her unerforschten Millimeterwellen arbeitet. Kommt irgendwann ersterer kann ich als Vielflieger bestimmt bald nachts lesen, ohne Nachttischlampe. Das Beste: Die hypermodernen Scanner kosten pro Stück mindestens 700.000 EUR! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, fast eine dreiviertel Million Schleifen für eine quasi nichtexistente Gefahr mal mindestens 6, denn so viel bräuchte sogar ein Provinzflughafen wie Bremen.
Aber sein wir mal ein wenig ehrlich zu uns selbst: Wäre die Terrorgefahr wirklich so unheimlich groß und akut wie die ganzen achso plötzlich von überall her in den Medien auftauchenden „Flugsicherheitsexperten“ immer beschwören, hätte es doch schon weitaus mehr Zwischenfälle wie die des Unterhosenbombers an Weihnachten gegeben, oder? In Anbetracht der weltweiten Passagierzahlen im Flugverkehr und den vielen Flughäfen ist dieser eine Vorfall in 4 Wochen nun doch wirklich ein Tropfen auf das in diesem Falle sehr passende noch heiße Bein, oder?
Vielleicht wissen wir alle aber auch nur die halbe Wahrheit und sind allesamt Opfer einer globalen Verschwörung. In der Zwischenzeit wurden nämlich klammheimlich an amerikanischen Flughäfen Tausende und Abertausende von terrorverdächtigen Reisenden schwupp-di-wupp schnell nach mittelalterlicher Manier mit einem Knüppel betäubt und ein schwarzer Stoffbeutel über deren Kopf gestülpt - als die Opfer schließlich wieder zu sich kamen erkannten diese Personen das sie nun ohne Anwalt und Rechte in Guantanamo leben.
Und so schließt sich der Kreis: Ja! Seht es endlich ein, wir befinden uns wieder einmal in tiefsten finsteren Mittelalter! Nur ist es diesmal ausnahmsweise mal nicht die Kirche, die die unbescholtenen Bürger vor großem heraufziehendem Unheil warnt und mit dem Verkauf von Ablassscheinen eine schnelle Mark macht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser ganze Sicherheitswahn einzig und allein wirtschaftliche Ziele verfolgt um entweder höhere Flughafensteuern oder die Anschaffung von lauter nutzlosen Gerätschaften zu rechtfertigen.
Und nun? Lücken gibt es bekanntlich in jedem noch so guten (Überwachungs-)System und wenn dann in ein paar Jahren alle Flughäfen so sicher wie das Gold in Fort Knox sind, suchen sich die Terroristen dann logischerweise eben andere Ziele aus. So wie es zum Beispiel die ETA in Spanien vor ein paar Jahren allen vorgemacht hat explodieren dann halt die morgendlichen vollbesetzten Pendlerzüge. Hat damals etwa jemand geschrien und Ganzkörperscanner auf allen Bahnhöfen gefordert? Nein, natürlich nicht! Müssen wir denn irgendwann tatsächlich alle auf dem täglichen Weg zur Arbeit in der U-Bahn oder im Bus um unser aller Leben bangen? Wann kommen die ersten Hardliner, die Ultraschalluntersuchungen von Flugpassagieren fordern – nach dem Motto: "Alle Flugpassagiere des Fluges LH344 nach New York zur Darmspiegelung mit vorheriger Stuhlentleerung bitte hinten rechts anstellen!"
Wie toll die Sicherheitskontrollen nun durch den aktuellen Wahn(-sinn) geworden sind kann ich als Vielflieger sehr gut selbst beurteilen: Liebe Terroristen, wenn ihr also mal was größeres vor habt fliegt ihr am besten von Paris CDG Terminal 2G. (Okay, München geht zur Not auch, wo dort gerade erst jemand per Zufall „übersehen“ wurde.) In Paris werde ich in rund einem Viertel aller Fälle bei denen die Sicherheitsschleuse piept lässig ohne weitere Leibesvisitation durchgewunken, besonders wenn vor einem jemand mit einer nicht versiegelten Flasche Jack Daniels die Sicherheitsleute in Schach hält und in gebrochenem Englisch stammelt das sei aber trotzdem "Duty Free". Und genau diese Erfahrung zeigt auch, das in puncto Sicherheit einfach alle Länder an einem gemeinsamen Strang ziehen müssen – Forderungen können nicht immer nur einzig und allein aus den USA kommen – und wozu brauchen die bitteschön obendrein meine Kreditkartendaten?
Es geht vielmehr darum endlich einheitliche Standards einzuführen mit denen wirklich alle Leute – insbesondere die unbescholtenen Reisenden leben können. Ansonsten kommt es in Zukunft vermehrt zu „Zwischenfällen“, wenn ein dunkelhäutiger Nigerianer wegen Brechdurchfall mitten im Flug erst nach einer halben Stunde von der Bordtoilette zurück an seinen Platz kommt und wieder so ein eingeschüchterter hypergenauer Fluggast die flotte Stewardess herbei klingelt weil er sich vor ihr profilieren will. Und noch was, liebe Medien: Macht Euch nicht zu Handlangern dieser „Terroristen in Nadelstreifen“ (den Lobbyisten), die lediglich imaginäre Sicherheit teuer verkaufen wollen.
Wer kennt z.B. die genauen zur Zeit eigentlich immer noch gültigen EU-Richtlinien für das Handgepäck, nach denen man z.B. durchaus ein kleines Messer, eine Nagelfeile oder Schraubenzieher im Handgepäck transportieren darf, wenn dessen Länge unterhalb gewisser Grenzen (< 6cm) bleibt.
Aber die Sicherheits-Aushilfen an den Schleusen sind auch hier wieder so geblendet vom Terrorwahn einzelner lauter Kriegstreiber, das sie ganz schnell geltendes EU-Recht mit Füßen treten und ziehen es lieber vor der armen alten Oma die 50 Jahre alte Erb-Nagelfeile mit dem edlen Schildpattgriff aus der Handtasche zu ziehen, nur um diese anschliessend fachgerecht zu vernichten - Omma ist ja schliesslich ein "erhebliches potentielles Sicherheitsrisiko".
Ich freue mich schon mal pauschal auf meinen nächsten Urlaubsflug wenn ich mit schwefelgelbem Milchpulver auf meinem dunkeln Pullover aus der Bordtoilette heraustrete, weil beim Wickeln unserer Tochter und der Flaschenvorbereitung mal wieder was wegen einem Luftloch danebengegangen ist.