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31.03.2009 20:03    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: ,

Wir sind am morgen des 14.3. gegen 4.30h in Richtung Flughafen TLS aufgebrochen, um wie bereits beschrieben um 6.10h via CDG und FRA nach MRU zu fliegen. MRU - genauer gesagt der Flughafen von Plaisance liegt auf Mauritius, ca. 800 km oestlich von Madagaskar.

 

 

Die Hin- und Rueckflugtickets von Frankfurt aus mit dem Ferienflieger Condor lagen bei 470 EUR pro Person und da wir es vorziehen, lieber unseren Urlaub selber zu planen und auf eigene Faust anstatt abgeschottet in einer Hotelanlage zu verbringen kam uns dieser Preis gerade gelegen. Die erste Unterkunft in Grand Baie ganz im hohen Norden der Insel fanden wir durch gute Kritiken in diversen Internetforen und auch in unserem Reisefuehrer. Die relativ lange Transferzeit verging sprichwoertlich wie im Fluge, die Boeing 767-300 ER von Thomas Cook war voll bis auf den letzten der 270 Sitzplaetze und laut Flugkapitaen unterschritten wir so gerade eben um 200kg das zulaessige Startgewicht von knapp 187 Tonnen. Zum Glueck wird das Handgepaeck ja auch nicht gewogen, denn dann waere die Rechnung sicherlich nicht aufgegangen.

 

 

Wir landeten etwas vor der kalkulierten Zeit um 6h in Mauritius. Einreiseformalitaeten und Passkontrollen, sowie das Gepaeck wurden mit kreolischer Gelassenheit behandelt so das wir endlich gegen 7.30h im eigenen Sixt-Mietwagen in Richtung Norden aufbrechen konnten.

 

Die Englaender sind schuld: In Mauritius wird links gefahren und es muss rechts-vor-links beachtet werden - wie anderwo auch. Ansonsten keine weiteren verkehrstechnischen Besonderheiten. Ich muss sagen das die Verkehrsteilnahme deutlich entspannter ist als in einigen suedeuropaeischen Laendern, die Motorraeder verhalten sich kalkulierbarer als in Frankreich und Autofahrer verhalten sich stets ruecksichts- und respektvoll. Lediglich in den engen Strassen der Hauptstadt Port Louis muss man manchmal beherzt sein Wegerecht ein wenig erzwingen, indem man sich einfach zwischen die anderen Autos im zaehen Verkehr setzt. Aber im grossen und ganzen gibt man einander acht und im Vergleich mit Athen ist Autofahren dort ein Kinderspiel.

 

Abseits der Staedte kommen einem manchmal die Busse und Lastwagen zu sehr im eigenen Fahrstreifen entgegen, das nervt schon ein wenig und erfordert manchmal Nervern wie Stahlseile und vor allem ein wenig Kreativitaet beim Ausweichen nach links in den Fahrbahnrand. Ich empfehle deswegen allen Touristen die Monate von September bis Dezember im eigenen Auto zu meiden, wegen des erhoehten Schwerlastverkehrs durch die dann anstehende Zuckerrohrernte.

 

Wir fuhren also auf der einzigen Autobahn von Plaisance und Curepipe ueber Port Louis weiter in den Norden nach Grand Baie zu unserem Appartment. Dort wurden wir in mehrfacher Hinsicht positiv ueberrascht: Direkt am Ufer mit Meerblick, 200 qm Wohnflaeche, Kueche mit Kuehlschrank, Gaskochfeld, Mikrowelle, Stube mit Fernseher (SAT und DVB-T), grosser Balkon, Dusche/WC und 2 grosse Schlafzimmer fuer nicht einmal 1.300 Rupien (~28,75 EUR) pro Tag fuer alle 4 Personen zusammen. Dazu ein sehr treusorgendes einheimisches pensioniertes Vermieterehepaar, die einem fast jeden Wunsch erfuellen und hilfreiche Tipps geben. Den Tag verbrachten wir erstmal mit Ausruhen und akklimatisieren, zum einen trugen die gut 24h Transfer bis dahin bei, zum anderen die 4h Zeitverschiebung. Das Wetter war sehr gut: Luft 32 Grad, Wasser bei 28 Grad - was will man mehr.

 

Am Abend gingen wir zum lokalen indischen Restaurant. Da gab es allerlei Koestlichkeiten und aber auch ein paar Kakerlaken an den Waenden, das ist auf der Suedhalbkugel der Erde ja was ganz normales.

 

Auf jeden Fall war das Essen erste Sahne und sehr "original indisch" und das kommt nicht von ungefaehr: Die knapp 1,3 Mio Einwohner auf Mauritius setzen sich zu ueber 60% aus Leuten indischer Abstammung zusammen, danach folgen ca. 25% Nachkommen schwarzafrikanischer Sklaven und rund 10% Chinesen. Lediglich 5% der heutigen Bevoelkerung sind europaeischer Abstammung. Das war eigentlich schon immer so, denn Mauritius blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurueck. Portugiesen, Niederlaender, Franzosen und zuletzt die Englaender hielten das Eiland lange Zeit als Kolonie besetzt, fuehrten eifrig Sklaven ein und im Gegenzug Rohstoffe wie Zucker, Tropenholz oder Tee aus. Erst 1968 hat Mauritius seine Unabhaengigkeit erworben und ist auf dem Weg das reichste afrikanische Land zu werden.

 

 

Der naechste Morgen begann mit einem Fruehstueck und der weiteren Reiseplanung auf unserem Balkon, einheimische Voegel sind bunt und zutraulich und wenn man nicht aufpasst stehlen einem die "Spatzen mit Sonnenbrand" was der Teller so hergibt.

 

Den Tag verbrachten wir mit Sonnen und Baden an den einladenden Straenden von Choisy im Nordwesten, ganz faule machen beides auf einmal und nennen das dann Sonnenbaden.

 

 

Wir fuhren an unserem dritten Tag in den Nordosten der Insel, ueber Goodlands die Kueste runter bis nach Centre de Flacq. Hier am felsigen - weil an der Ostkueste so ueblich - Strand von Pointe des Puits gibt es eine Besonderheit: Am Passe du Puits, direkt zwischen den kleinen Inseln tummeln sich besonders viele Leopard-Rochen in sehr seichtem Wasser. Der richtige Platz fuer einige Diveman-Tauchgaenge und ich muss sagen es hat sich gelohnt. So viele Rochen habe ich noch nie zuvor auf einem Haufen gesehen, ich bereute ab diesem Moment wirklich das ich meine Unterwasserkamera nicht mitgenommen hatte. Auch der Rest der Meerestiere ist sehenswert. ueberall intakte Korallenriffe, Doktorfische, Clownfische, Feuerfische.

 

Auf dem Rueckweg besuchten wir noch einen Hindu-Tempel und fanden fuer den Abend ein nettes Non-Tourist-Lokal in der Kleinstadt Poudre d'Or, wo man fuer 125 Rupien (~ 2,80 EUR) eines der typischen Gerichte essen konnte. Einen Bol Renverse.

 

 

Dieses recht minimalistische und einfache Gericht besteht aus gebratenen Nudeln (Mine frittes) oder wahlweise Reis, mit Shrimps und vielen Gemuesen, die zusammen mit einem Ei in einer Schuessel gekocht wurden. Serviert wird das ganze dann ueber Kopf - also: "renversee".

 

Das und die indischen "Dholl Purri", eine Art gerollter Crepe mit veraenderlichen vegetarischen Zubereitungen im Innern fuer 20 Rupien (~ 0,44 EUR), sollten fuer den Rest des Urlaubs von da ab meine bevorzugten Gerichte werden.

 

Tags darauf wechselten wir an die Nordwestkueste, die deutlich weniger steinig ist als der Osten und wo lange weisse Straende aus Korallensand zum verbleiben einladen. Sicherlich einer der schoensten Straende im Nord-Westen liegt westlich von Pamplemousse direkt neben dem Maritim Hotel. Dieses Hotel kostet zwischen 500 und 800 EUR die Nacht und weil es per Gesetz auf Mauritius keine Privatstraende gibt, kann man von den schoenen Anlagen profitieren. Ferner sorgen hoteleigene Wachmaenner fuer Ruhe und Ordnung.

 

 

Am 18.3. fuhren wir abermals von Grand Baie nach Pamplemousse. Dort gibt es im wesentlichen zwei Dinge zu sehen: Zum einen der sehr weitlaeufige weltbekannte botanische Garten, zum anderen eine alte in ein Museum konvertierte Zuckerfabrik. Eigentlich wollten wir den botanischen Garten zuerst besichtigen, aber wie es der Zufall wollte lustwandelte gerade irgendein pseudowichtiger australischer Minister unter Polizeischutz darin umher und der Garten war leider fuer die Oeffentlichkeit geschlossen. Also zuerst die Zuckerfabrik, fuer deren Besuch man gute 4h einplanen sollte.

 

 

Hier wird alles von der Pressung des Zuckerrohres, bis hin zur Gewinnung verschiedenster Zuckerarten vermittelt. Das Museum ist gut gemacht und empfehlenswert. Im anschliessenden Shop kann man 8 verschiedene ehemals dort produzierte Zuckerarten verkosten, die von "super-suess" bis zu "pfui-baeh" variieren. Ebenfalls im Angebot - weil didaktisch arg themenverwandt - Rum aus einheimischer Zuckerrohrproduktion. Und wenn man sich da denn durch alle mit Gewuerzen und Fruechten angesetzte Rum-Sorten verkostet hat, ist der restliche Tag auf einmal ganz schoen anstrengend wegen der heissen Temperaturen - aber auch irgendwie ganz schoen lustig.

 

 

Danach besuchten wir - jedenfalls soweit ich mich noch erinnern kann - den botanischen Garten, wo ich jedem empfehle eine Fuehrung zu buchen - nicht etwa weil man wegen dem Rum von vorhin die doppelt vorhandenen Schilder nicht mehr lesen kann - sondern weil der Guide einem viele interessante Dinge zu den Pfanzen zeigt und auch hier wieder riechen und verkosten angesagt sind. Es lohnt sich wirklich.

 

 

Am 19.3. dann eine Tour duch die Hauptstadt Port Louis, allein schon auf dem Weg von Grand Baie ueber Trou aux Biches erkennt man das sich hier das Leben der Insel abspielt. Morgens gibt es nicht selten Mega-Staus in Richtung Hauptstadt, weil fast 50% der Einwohner zur dortigen Arbeitsstelle pilgern. Wieder etwas gelernt: Morgens alle Strassen bis 10h in Richtung Hauptstadt kategorisch meiden! Ansonsten findet man sich sehr leicht im dichten Stop-and-Go-Verkehr wieder.

 

 

In der Hauptstadt locken am 19.3. vor allem die doppelstoeckigen Markthallen und das Gebiet rund um den Hafen die Touristen an. Port Louis selbst ist eine elegante Mischung aus topmodernen Wolkenkratzern, alten Holzvillen im Kolonialstil und verschiedenen Ethnologien. Man fuehlt sich fast wie in Bombay.

 

 

In den Markhallen herrscht buntes treiben und es darf nach Herzenslust gefeilscht werden. Nervig sind hier besonders die Haescher der Gewuerzmafia, die nicht locker lassen und einen unbedingt quer ueber den Markt zu einem der vielen Gewuerzhaendler schicken moechten.

 

Gewuerze sind hier sehr guenstig, fuer weiche - nicht getrocknete - Vanilleschoten z.B., die hier im Bund von 10, 20 oder 50 Stueck feil geboten werden zahlt man in der Regel stets weniger als 0,15 EUR pro Schote. Man sollte aber peinlichst darauf achten, das der Haendler einem wirklich die zuvor gezeigte Ware nach dem Ende der Preisverhandlung in die Tuete packt und das alles fest versiegelt ist. Man sollte auch genau wissen, was man einkauft. Lokal produzierter Tee aus Bois Cheri, z.B. wird auf dem Markt fuer 1 Rupie pro Gramm verkauft, das sind gerade einmal 0,02 EUR. In den auch hier in jeder groesseren Stadt verfuegbaren Supermaerkten erhaelt man z.T. das gleiche Paket fuer die Haelfte des Preises. Ueberhaupt empfehle ich jedem besonders die aktuellen Gewuerzpreise in einem Supermarkt zuvor zu vergleichen.

 

 

Tags darauf haben wir unseren Urlaubswohnsitz weiter in den Sued-Osten der Insel nach Blue Bay verlegt. Dort fanden wir mithilfe der lokalen Vermieter beim zweiten Anlauf eine tolle Villa direkt am Strand mit eigenem Pool, Kueche, zwei Schlafzimmern mit individuellen Badezimmern, Garage und grosser Terrasse im Garten. Normalerweise ist der Tagespreis fuer dieses Haus 4.500 Rupien, was in etwa 100 EUR sind, wir konnten aber den Preis erfolgreich bis auf 3.200 Rupien mit dem Besitzer verhandeln, was ca. 70 EUR entspricht.

 

Der Blick auf das Meer entschaedigte uns fuer die lange Autofahrt in den Sueden. Die fast vollstaendig von Korallenriffen verschlossene Bucht von Blue Bay ist ein Meeres-Nationalpark, in dem fast alle sportlichen Aktivitaeten und Motorboote reglementiert sind. Das Wasser ist durch die geschuetzte Lage sehr klar und auch sehr warm. Ich holte mir im Nationalparkzentrum unter Vorlage meiner Tauchlizenz und einer Einweisung in die Stroemungsverhaeltnisse sowie einigen Worten zum Verhalten beim schnorcheln am Korallenriff einen kostenlosen "Darfschein" damit ich zusammen mit 3 anderen Leuten ausserhalb des Badebereiches auf Schnorchel, bzw. Diveman-Tour gehen konnte.

 

Wow! Was hier alles an Meerestieren rumschwimmt, findet man sonst nur im Duesseldorfer Aquazoo: Vom Raubfischen wie dem Weissspitzen-Riffhai sowie Barracudas, ueber den Doktorfisch bis hin zum Rotfeuerfisch war alles interessante des Indischen Ozeans dort vertreten.

 

Am anderen Morgen beim Fruehstuecken hatten wir unseren eigenen Zoo im Garten vor der Terasse, die im 17. Jahrhundert zur Heuschreckenbekaempfung aus Indien eingefuehrten amselaehnlichen Voegel mit den gelben Augenmasken versammelten sich zusammen mit Leguanen auf dem Rasen und in den umgebenden Baeumen.

 

 

Wir brachen an diesem Tag frueh auf zur Ile aux Cerfs, die in jedem Reisefuehrer und auf fast jeder Postkarte von Mauritius als besonders idyllisches Eiland an der Ostkueste abgebildet wird und nur per Boot erreichbar ist. Doch die Namensgeber im 17. Jahrhundert hatten bei der Wahl der Bezeichung "Wildschweininsel" wohl schon an den boomenden Tourismus gedacht, denn die Mehrheit der Touristen benehmen sich in der Tat dort wie die Wildschweine. Kaum ein Fleckchen bleibt unberuehrt und wird zugemuellt, derart enttaeuscht und mit dem Wissen das es gottseidank noch schoenere und vor allem unbesuchte Buchten auf der Insel gibt fuhren wir wieder zurueck zum Festland.

 

Auf dem Rueckweg hielten wir kurz im kleinen Ort Bois des Amourettes, der eine Besonderheit verbirgt: Im Zweiten Weltkrieg bauten die Englaender hier das groesste Treibstoffdepot des Indischen Ozeans. Noch heute kann man die sieben Tanks und diverse Nebengebaeude im dichten Urwald erkunden.

 

 

Nach diesem Spaziergang durch die Historie fuhren wir weiter Richtung Blue Bay im Sueden. Als wir in Grand Port ankamen hatte die Gemeinde gerade ein Dorffest abgehalten und auf dem Platz vor der Kirche wurden eifrig lokale Spezialitaeten Hand- und vor allem hausgemacht. Die Mauriciennes sind wirklich sehr freundlich und offen gegenueber Fremden, wir wurden empfangen und bewirtet wie die Koenige. 

 

 

Eine der wohlschmeckensten Spezialitaeten waren Crepe Salees, die mit varriierenden Anteilen von scharfen oder milden Pasten gefuellt waren - alles nach Hausfrauenart direkt im Zelt nebenan zubereitet. Gefuehlte 10 Crepes pro Nase spaeter kamen die Einheimischen immer noch zu uns aus dem Kuechenzelt herueber, um uns weitere gefuellte Crepes mit allerlei Koestlichkeiten anzubieten. Bei einem Preis von 20 Rupien pro Stueck (~ 0,45 EUR), war dies ein sehr gutes schwer auszuschlagendes und vor allem sehr authentisches Essen. Irgendwann konnten wir beim besten Willen nicht mehr verdruecken und man verabschiedete sich.

 

Im kleinen Ort von Grand Vieux Port befindet sich ferner ein Museum und eine archaeologische Staette, die die alten Ruinen des ehemaligen Haupthafens aus niederlaendischer Zeit praesentiert. Hier landeten also die ersten Zuckerrohr-Setzlinge im Jahre 1632 auf Mauritius an.

 

 

In den folgenden Tagen unternahmen wir zwei kurze Touren in den Suedwesten, zum einen zu den Tamarin Falls und seinem Nationalpark und zum anderen zu den Straenden der Morne-Halbinsel. Auf halben Weg zu den Tamarin Falls kommt man unweigerlich auf einem Hochplateau am Oertchen Bois Cheri vorbei, wo sich das Herzstueck der Teeproduktion mit der gleichnamigen Fabrik befindet.

 

 

Diese aktive Fabrik beherbergt ein Museum und bietet ferner Gelegenheit, sich durch alle dort produzierten Teesorten zu trinken. Alles in allem recht sehenswert.

 

 

Weiter ging es zu einem fuer die hinduistische Bevoelkerung heiligsten Ort der Insel, dem Tempel von Grand Bassin. Einmal im Leben kommt jeder Hindu von Mauritius hierher, um wie zuhause im Ganges seine Klamotten zu waschen. Hier gibt es u.a. einen Tempel der von heiligen Affen bevoelkert wird und eine ueberlebengrosse bronzefarbene Shiva-Statue zu sehen - sehr imposant.

 

 

Weiter durch den Nationalpark vorbei an dichten Guaven-Hecken, wo man sich unbedingt mal waehrend eines Stopps mit roten und gelben Guaven eindecken sollte - der Geschmack dieser Fruechte ist echt super.

 

 

Der Fuss der Tamarin Falls ist nur sehr schwer und am besten nur mit einem Guide zu erreichen, also nix fuer schwangere. Wir fuhren weiter nach Chamarel, das mit einem einmaligen Weltwunder aufwartet: Die Erde der sieben Farben.

 

Dieses Naturwunder ist das Resultat vulkanologischer Aktivitaet, Metallsalzen und folgender Bodenerosion. Jedenfalls leuchtete die Erde wirklich in den buntesten Farben - trotz des einsetzenden Nieselregens. In Park von Chamarel liegen auch die gleichnamigen Wasserfaelle und es gibt dort Riesenschildkroeten zu sehen.

 

 

Ueber Souillac fuhren wir dann wieder heim Richtung Blue Bay.

 

Nach ein paar Tagen des ausspannens am Meer und schnorcheln fuhren wir abermals in den Suedwesten der Insel, diesmal zur Halbinsel mit der Morne Brabant. Die Morne ist ein ueber 550m hoher Magmakern eines mittlerweile wegerodierten Vulkans und sie praegt das Landschaftsbild wie der Zuckerhut von Rio de Janeiro.

 

 

Die Straende dort sind fast menschenleer und nicht von den nervigen Halsketten-Verkaeufern ueberflutet, die einem zu Preisen von 750 Rupien in China produzierte aber trotzdem "echt einheimische" Perlenketten unterjubeln wollen, die sogar in den Boutiquen der Kuestenstaedte selten mehr als ein Zehntel des Preises kosten.

 

 

Besonders dreist sind diese Verkaeufer in der Kuestenstadt Mahebourg, dort gibt es jeden Montag neben dem normalen Markt einen gesonderten und sehenswerten Textil-Markt, wo fliegende Haendler bunte Stoffe fuer die indischen Saris anbieten.

 

 

Wir hatten das Glueck dort auch auf einen solchen Halsketten-Haendler zu treffen, der - zaeh wie Leder - einen auf Schritt und Tritt behelligte. Ein wenig handeln und auf seine Mondpreise hinweisen duerfte ja noch erlaubt sein. Als wir ihn jedenfalls nach einer Weile des Handeln auf zu hohe 250 Rupien vollkommen ignorierten, zog er alle Register frei nach dem Motto: "Ich reichen Touristen aus Europa kommt hierher, um uns unsere Schaetze zu rauben!"

 

Naja, auch solche Erfahrungen muss man mal machen. Das schlimmste ist jedoch das diese Haendler meistens selbst eingewandert und somit "Touristen" sind.

 

Auf dem Rueckweg von der Morne besuchten wir noch schnell zwei Geocaches, der erste namens South Rock lag auf einer malerischen felsigen Landzunge, von der man die komplette Insel in einem Panorama aufnehmen konnte. Ein wirklich schoener Ort in der Naehe von Baie du Cap. Von der Felsspitze konnte man wieder die im Wasser zahlreich umherschwimmenden Weisspitzen-Riffhaie sehen.

 

 

Weiter ging es auf dem Heimweg zu einem weiteren Cache bei den Rochester Falls. Diese Wasserfaelle befinden sich am Ende einer unbefestigten Strasse inmitten von Zuckerrohrfeldern. Als wir dort hinkamen, setzte bereits die Abenddaemmerung ein.

 

 

Drei Einheimische verfolgten unseren Hyundai Getz mit Moped und Fahrrad und draengten sich nach unserem Geschmack ein wenig zu sehr als Guides auf. Schnelle Handzeichen und zackige Kommandos nach dem Motto, hier parken da Foto und dort pinkeln gehen.

 

Das war alles zu sehr aufgesetzt und spaetestens als einer der Muggels mein GPS entdeckte war alles vorbei. Er in gebrochenem Franzoesisch zu mir: "Wolle schaz finde'?" Und ehe man sich versah, preschte der gute Mann mit Kondensstreifen an den Sandalen voraus, kramte hastig die Geocache-Dose 100m weiter aus der Felsspalte raus und erwartete auch noch Trinkgeld dafuer.

 

In den Logeintraegen auf der Geocaching-Seite wird auch mehrfach auf diese dreisten Kerle hingewiesen und das die fuer alles Geld haben wollen. Einmal haben die sage und schreibe sogar 25 EUR fuer ein Foto eines Klippenspringers von einem Cacher verlangt. Ich versuchte jedenfalls dem selbsternannten Guide zu erklaeren das dies nicht der Sinn des Geocachens ist. Der andere Teil unserer Gruppe stieg derweil ueber die glitschigen Steine des Flussbetts runter zum Fuss des Wasserfalls.

 

Ich war wieder beim Auto angekommen und verstand in den wenigen Worten kreolisch, die die beiden Einheimischen miteinander wechselten sinngemaess nur die Worte "Staudamm" und "nicht zahlen wollen". Zum Glueck ist kreolisch ein wenig mit dem franzoesischen verwandt. Mir schwante boeses, der lange Kerl mit den rasierten Augenbrauen verschwand auf einmal im Dickicht und das Rauschen des Flusses wurde ploetzlich lauter. Meine Mitreisenden kamen jedenfalls noch gerade so durch das mittlerweile stark angeschwollene Flussbett und mussten eine Kette bilden um nicht davon- und die Wasserfaelle heruntergespuelt zu werden, wir setzten uns in das Auto und fuhren davon. Im Rueckspiegel sah ich nur noch wie der selbsternannte Guide mit seinem Handy telefonierte und ich vermutete schon einen Hinterhalt auf dem Weg durch die Zuckerrohrfelder weil wir ihre Dienst nicht zahlten. Zum Glueck passierte nichts dergleichen und wir erreichten unser Appartment in Blue Bay.

 

Nach dieser aufregenden Geschichte verbrachten wir den letzten Tag zur Entspannung am Strand, denn den naechsten Morgen ging es wieder um 5h in Richtung Flughafen von Plaisance. Der Flieger ging puenktlich und wir landeten planmaessig um 17h in Frankfurt. Danach gab es wieder Aerger mit AirFrance, aber davon in einem meiner naechsten Blogartikel mehr.

 

 

Fazit: Mauritius ist schoen, land(wirt)schaftlich sehr interessant und noch dazu ein relativ guenstiges Reiseziel von den Lebenshaltungskosten. Wer allerdings eine unberuehrte Tropeninsel wie aus dem Reisekatalog erwartet wird enttaeuscht sein, denn jahrhundertelanger Raubbau und ekzessive Landwirtschaft haben fast 95% des urspruenglichen Baumbestandes verschwinden lassen. Verpflegung und Infrastruktur sind auf europaeischem Niveau: Abendessen im Lokal erreichen vom Preisniveau eher selten unsere Verhaeltnisse und sind vor allem reichlicher. Wir haben durch eigene Planung die 11 Tage guenstiger als eine vergleichbare Pauschalreise verbringen koennen, nicht zuletzt durch den guenstigen Flug mit Condor. Wer fliessend Franzoesisch spricht ist klar im Vorteil, denn jeder spricht hier diese Sprache. Englisch ist vor allem "nur" die Amtssprache und Sprache der Oberschicht. Fuer Wassersportler ein ideales Revier durch stetige Winde. Wer Mauritius einmal besucht hat, wird - so denke ich - sich mit einem zweiten Besuch schwertun, nicht etwa aus Enttaeuschung, sondern weil man schnell den Eindruck gewinnt alles bereits gesehen zu haben - kein Wunder bei einer Inselflaeche, die nur etwas groesser ist als das doppelte Berlin.


31.03.2009 10:55    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: , , , , ,

AbholungAbholung

 

Der Hyundai Getz wurde erstmals im Jahre 2002 in Genf der Oeffentlichkeit vorgestellt. Klar, das bei einem vom Konzept her nun fast 7 Jahre alten Kleinwagen ein paar Details im Vergleich zu heutigen Autos in dieser Klasse hinken, aber eines muss man dem kleinen jedoch eingestehen: Er ist sehr sparsam, ausreichend motorisiert und relativ flott unterwegs (Naja, relativ weil im Urlaub ist man ja zum Glueck eher gemuetlich unterwegs). Leider ist der knuffige Getz als Neuwagen in Deutschland mittlerweile offiziell nicht mehr zu bekommen, in der neuen Hyundai-Modellpalette wird er vom i20 und dem i30 abgeloest, die bei Preisen um die 11.250 bzw. 15.200 EUR liegen.

 

Die beiden kleinsten KlassenDie beiden kleinsten KlassenGroessenvergleich Getz vs. AtosGroessenvergleich Getz vs. Atos

 

Bislang wurden knapp 550.000 Einheiten vom Getz verkauft und der Getz ist somit das erfolgreichste Modell im Hause Hyundai, denn produziert wird er immer noch fuer Afrika und Australien. Inzwischen hat der Kleinwagen auch ein leichtes Facelift erfahren mit neuem Aussenstyling und zusaetzlichen Innenfarben, sowie einer breiteren Motorenpalette und dem seit laengerem faelligen ESP.

 

Vorstellung / Fahrbericht (++OOO)

 

Rechts lenken, links schaltenRechts lenken, links schalten

 

Die kleine 1.3-Liter Maschine mit ihren 60.3 kW ist fuer einen Ferien-Mietwagen gerade noch akzeptabel, wenn man nicht durch seinen Urlaub rasen moechte. Klar kann man selbst bei dieser mittleren Motorisierung riskante Ueberholmanoever vergessen, aber wenn der kleine einmal in voller Fahrt ist macht das fahren mit ihm sogar manchmal Spass. Und mit dem Wissen, das dies noch nicht einmal der kleinste Motor ist und alles noch viel schlimmer haette kommen koennen bei "nur" 1.1 Liter Hubraum und sagenhaften 46 kW, ist der Gram auch sehr schnell verflogen. Ferner gibt es noch die Top-Motorisierung mit 1.6 Litern und 76.5 kW, aber soviel Getz braucht wohl niemand im Urlaub. Der 1.5 Liter-Diesel mit 60.3 kW wird uebrigens ausschliesslich in Australien verwendet.

 

Das Fahrwerk ist okay, was aber noch viel wichtiger ist ist die verfuegbare Bodenfreiheit. Nicht selten trifft man auf Mauritius oder in anderen Urlaubslaendern auf unbefestigte Strassen. Und auch diese meistert der Getz recht gut. Richtigen "Federungskomfort" jedoch sollten die Insassen nicht erwarten. Die gleiche Erwartungshaltung gilt auch fuer die Servolenkung, sie ist "da" - aber nicht wirklich spuerbar.

 

Bedienbarkeit / Intuitivität (+++OO)

 

Da haben die das Lenkrad und Schaltung doch glatt auf der falschen Seite eingebaut! Und was mir noch auf Mauritius auffiel: Die Leute da sind besonders "entgegenkommend" und betaetigen gerne die Lichthupe weil sie sich so doll ueber jeden Touristen freuen. :D

 

Nee, aber mal im Ernst: Alles in diesem Wagen ist da wo man es vermutet. Leichte und eingaengige Bedienung - von den Rechtslenker-Unterschieden mal abgesehen. Ich finde uebrigens den Blinkerhebel rechts ganz gut - koennte mir auch hier in Frankreich bei den Kreisverkehren gefallen.

 

Die Lueftungs- und Klimaanlagenkontrollen sind alle im Zentralelement untergebracht.

 

Verarbeitung / Qualität (++OOO)

 

Was nerven koennte - gerade in feuchteren Urlaubslaendern - ist die Tatsache, das das Regenwasser wegen einem fehlenden Abweiser sehr gerne durch die geoeffneten Seitenfenster in das Auto eindringt. Zum Glueck wird der dadurch entstehende Wasserschaden durch die massive Verwendung von Plastikteilen im Innenraum minimiert. Bei einem Alltagsauto wuerde mich das viele Plastik etwas stoeren, aber in den Ferien kommt es in erster Linie auf "Pflegbarkeit" an und wer schonmal mit einem muffigen Innenraum eines Ferienautos zu tun hatte, weil der letzte Strandbesuch oder der letzte tropische Regenguss auf Textilverkleidungen und Polstern Schimmelbildung verursacht hat, weiss was ich damit meine. Die elektrischen Fensterheber vorne und hinten besitzen keinen Einklemmschutz.

 

Verbrauch / Nutzen (++++O)

 

GepaeckstauGepaeckstau

Klappe klappt sogar noch zu!Klappe klappt sogar noch zu!

 

Trotz voller Besetzung mit 4 Erwachsenen und flott gefahrenen (Autobahn-)Teilstrecken mit 80 kg Gepaeck begnuegte sich unser Getz mit gerade einmal 5,8 Litern im Durchschnitt. Der 45-Liter-Tank ermoeglicht so sehr lange Touren ohne staendige Tankstopps. Zum Thema Gepaeck: Es hat uns wirklich sehr erstaunt, was alles so in den kleinen Getz reingeht. Neben 4 Erwachsenen fanden unsere 4 grossen Sporttaschen von je 20 kg, sowie unsere kleineren Rucksaecke immer irgendwo ihren Platz. Gut, etwas Origami-Technik und die neigungsverstellbare Rueckenlehne der hinteren Bank trugen nicht unwesentlich zu diesem Ergebnis bei.

 

Kosten / Anmietung (+++OO)

 

Weltkonzern Sixt: Schalter 7B bitte!Weltkonzern Sixt: Schalter 7B bitte!

 

Ich habe den Getz fuer 11 Tage bei Sixt auf Mauritius fuer gerade einmal knapp 260 EUR bekommen. Die Reservierung taetigte ich im Voraus auf der deutschen Sixt-Internetseite. Dieser unschlagbar guenstige Mietpreis ist fuer die kleinere Klasse A (Hyundai Atos), ich erhielt ein kostenfreies Upgrade auf die Klasse B und darueberhinaus die Vollkasko. Im Vergleich zu lokalen Anbietern ist der Tagespreis von gut 24 EUR unschlagbar guenstig, die meisten Atos lagen so um die 30 - 40 EUR/Tag, was immer noch etwas unter den knapp 50 EUR/Tag fuer die Tagesmiete eines Taxis auf Mauritius liegt.

 

Sicherheit und Urlaubsmietwagen

 

Die vielen Kontrollaufkleber und Plaketten auf der Frontscheibe koennen taeuschen!

 

Statt Plaketten: ScheibenaufkleberStatt Plaketten: Scheibenaufkleber

 

Was mir in Mauritius auffiel ist jedoch, das fast alle Mietwagen deutlich zu wenig Luft in den Reifen hatten! Anscheinend wird das Thema Sicherheit auch von den grossen Vermietern dort ein wenig vernachlaessigt. Unser Getz rollte mit gerade einmal der Haelfte des normalen Luftdrucks von 20 psi durch die Lande, was an einem der Reifen bereits deutliche Spuren hinterlassen hatte.

Ich empehle daher dringend direkt nach der Ankunft unbedingt eine Tankstelle aufzusuchen und selber Kuehlfluessigkeit und Reifendruck zu pruefen!

 

Reifenschaeden wegen UnterdruckReifenschaeden wegen Unterdruck

 

Ansonsten befanden sich die Wagen in einem guten technischen und sauberen Zustand und waren sogar mit Feuerloeschern und Notmaterialien ausgeruestet. Waere die Sache mit den Reifen nicht gewesen, haette es die volle Punktzahl im Bereich "Kosten / Anmietung" von mir gegeben.


13.03.2009 10:05    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: , , , ,

 

Nachdem sich die Wogen bezueglich der sehr negativen Erfahrungen in Zusammenhang mit der Buchung bei KLM/AirFrance ergebnislos gelegt haben und der Rest der Reiseplanung nun abgeschlossen ist, geht es morgen frueh nun endlich von Toulouse via Frankfurt nach Mauritius. Dabei standen alle Zeichen im Vorfeld gegen diese Reise, mein Schwager in Spe z.B. kaempfte die letzten 12 Tage ausgerechnet noch mit einer Pneumopathie und probierte auf anraten seine Arztes drei verschiedene Antibiotika, um gegen die Infektion anzukaempfen. Nach 4 Tagen Fieber hat er seit gestern Abend endlich keine weiteren Beschwerden. Punktlandung sozusagen und weiter Daumen druecken, denn er wird heute Mittag noch bei seinem Lungenfacharzt durchleuchtet, um zu sehen ob die Entzuendungen zurueckgegangen sind und er verreisen darf oder nicht. Sollte er "gruenes Licht erhalten", wird er deshalb auf jeden Fall schonmal nicht Tauchen duerfen. Aus diesem Grunde werde ich auch mein schweres Tauchequipment nicht mitschleppen - alleine macht das ja keinen Spass und ist auch nicht ratsam. Auch bleiben die Kites und das Board in der heimischen Garage, haette ich gerne mitgenommen - aber letztendlich haben wir "nur" 11 Tage vor Ort und die Gewichtsgrenzen setzen einem manchmal Limits.

 

Um aber trotzdem zumindest fast wie beim Geraetetauchen in den Genuss der farbigen Unterwasserwelt des Indischen Ozeans rund um die Insel zu kommen, packe ich gerade mein "Unterwasserfahrrad" als Alternative ein, meinen DIVEMAN 620. Wer den DIVEMAN noch nicht kennt: Er besteht aus einem Kunststoff-Luftreservoir, welches man umgekehrt wie einen Rucksack vor dem Bauch traegt. Ueber Ventile und eine ca. 6 Meter lange Schlauchleitung ist man mit einer Boje verbunden die auf der Wasseroberflaeche treibt. Zum atmen muss man nur von Zeit zu Zeit etwas die Beine bewegen, damit man mit der am Luftreservoir angebrachten Membrane Atemluft ansaugt. Manche bezeichen dieses Geraet gerne als "Selbstmoerderschnorchel", aber bei richtiger Anwendung ist es schon sicher. Das System ist deshalb ideal, weil sich das Leben im Meer sowieso in den ersten 10m Wassertiefe konzentriert. Da ich die fuer den Betrieb benoetigten 12 kg Blei auf Mauritius kaufen oder leihen werde, belastet der Diveman das Reisegepaeck auch nur mit 6 kg inklusive Flossen und Maske.

 

 

Und weil die Pressluftflaschen zuhause bleiben, bleiben Katze und Hund diesmal auch zuhause bei Pflegefamilien. :)

 

 

Heute frueh denn noch schnell im Voraus eingecheckt, natuerlich hatte die KLM/AirFrance-Website wieder derbe Probleme als ich alle 4 Teilnehmer auf einmal einchecken wollte. Ich dachte mir schon "nicht schon wieder", beim zweiten Anlauf jedenfalls waren dann meine Schwaegerin und Schwager eingecheckt, aber ich und meine Partnerin auf "Standby". Scheiss Praemientickets - nichts als Aerger damit! Ich hoffe wir bekommen morgen keine Stehplaetze! :)

 

Zur weiteren Planung: Ankommen, Auto bei Sixt holen und in den Norden nach Grand Baie fahren. Das ist so ein bisschen das Palma von Mauritius. Dort mit Proviant versorgen und ein bis zwei Tage bleiben. Danach runter in den Suedwesten, wo die Nationalparks sind und sich in einem Bungalow am Meer haeuslich einrichten. Fuer die Zeit dazwischen habe ich 15 sehr interessante und vielversprechende Geocaches - darunter auch 2 "Schnorchel-Caches" in den Riffen - ausfindig gemacht, die an abgelegenen und schoenen Orten darauf warten gehoben zu werden.

 

Mehr demnaechst an gewohnter Stelle...hier.


26.02.2009 16:50    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , ,

 

Am 14. Maerz wollen wir 11 Tage lang guenstig Sonne tanken und in Urlaub fliegen. Es ist aber schon erstaunlich, was einem bei solchen Reisevorbereitungen alles passieren kann - sogar als erfahrener Vielflieger - und wie vor allem grosse Fluggesellschaften wie AirFrance/KLM mit ihren "guten Kunden" umgehen. Okay, mittlerweile habe ich bei denen den Platinumstatus wegen meiner regelmaessigen Deutschlandreisen erreicht, aber mal ehrlich was bekommt man dafuer fuer Vorteile geboten? Genau: Nichts! Jedenfalls nichts als Aerger, denn Ich musste mich heute sogar von einem kleinen Napoleon bei der Franzoesischen AirFrance Reservierung am Telefon auch noch bloed anmachen lassen. Dabei bin ich wirklich der letzte, der Wert auf diesen Status-Quatsch legt.

 

Da wir insgesamt mit 4 Erwachsenen reisen werden, ist der Flugpreis unter anderem eines der wichtigsten Kriterien fuer die Zusammenstellung des Urlaubs gewesen. Guadeloupe und Reunion scheiden ja ersteinmal wegen der Streiks und Unruhen gegen Frankreich aus. Was bleibt also als warmes Urlaubsziel im Maerz? Entweder die Domenikanische Republik oder eben Mauritius! Es passte gerade wie die Faust aufs Auge, das ab heute Vormittag die deutsche Condor wieder einmal 100.000 Tickets fuer Nah- und Fernziele guenstig verscherbelt, somit konnten wir den Flug ab Frankfurt schon fuer EUR 469 pro Nase erstehen.

 

Was braucht man noch um mobil zu sein? Genau, einen Mietwagen! Wieder einmal bei Sixt vorbeigeschaut und siehe da: Die haben sogar einen Suzuki Alto fuer den naechsten Mietwagentest auf Mauritius stehen. Das Auto soll EUR 258 fuer 11 Tage kosten, geht noch so fuer ein Urlaubsziel. Gerade eben kam dann noch unvermittelt eine eMail bei mir rein - direkt von deren Niederlassung auf Mauritius:

 

Dear Sir,

 

we are pleased to inform you that you will be upgraded.

 

Freundliche Grüße / Best Regards,

 

Shirley Naiken Jankoo

Head of Operations

Sixt Rent a Car

 

 

Liebe Leute von AirFrance/KLM: DAS nennt man SERVICE, davon koennt ihr euch ruhig eine Scheibe von abschneiden! Nun bekommen wir einen Suzuki Swift oder etwas vergleichbares zum selben Preis. Danke Sixt, sehr loeblich von Euch.

 

 

So, jetzt war nur noch das Problem der Anreise von Toulouse nach Frankfurt zu loesen. Gar nicht so einfach, denn die grossen Airlines nehmen allein schon fuer diesen Zubringerflug mehr Geld als zwei Leute von uns mit Condor fuer den 12h langen Flug nach Mauritius zahlen. Im Mittel lagen die Flugpreise heute frueh so bei 850 bis 1200 EUR, purer Wucher wie ich finde. Auf der Website von AirFrance wurde ich allerdings noch fuendig: Der Hin- und Rueckflug von TLS via CDG weiter nach FRA sollte fuer zwei Personen "nur" EUR 549,06 kosten, also schnell gebucht. Ich hatte ja noch genug Meilen, also buchte ich fuer mich und meine Partnerin einen FlyingBlue-Praemienflug, der immerhin noch wegen der zu entrichtenden Airport-Taxes fuer zwei Personen 40.000 Meilen plus EUR 367 hin- und zurueck kostet.

 

Die KLM und die AirFrance-Websites benahmen sich auch reichlich komisch heute Vormittag und zeigten immer mehr Abbrueche an, als meine Buchungsversuche alle am Ende erfolglos im Nirvana landeten. Ich rief also die AirFrance ReservierungsHotline fuer Platinumkunden an (+33 148 59 2000). Man sagte mir dort, das es zur Zeit Probleme mit dem Web und der START/AMADEUS-Anbindung geben wuerde und im Moment alle Buchungen nicht gingen, auch nicht telefonisch. Komisch, aber andere serioese Airlines leiten bei solchen Problemen auf eine Fehlerseite um und zwingen Ihre Kunden nicht dort anzurufen.

 

Ich sollte mich noch ein wenig gedulden und mein Glueck spaeter nochmal auf deren Website versuchen. Nagut, koennen die ja nichts dafuer dachte ich mir. Nach gut zwei Stunden konnte ich beide Buchungen endlich online in Angriff nehmen. So, ich hatte also zwei Buchungscodes fuer Buchungen (eine Praemienflugbuchung und eine "normale") fuer je zwei Personen, gezahlt mit unterschiedlichen Kreditkarten. Und denn wartete ich auf den Eingang der Buchungsbestaetigung per eMail.

 

Und wartete.

 

Und wartete.

 

Es kam natuerlich nix! Ueber die Funktion "meine Buchung" konnte ich nur sehen, das beide Reservierungen noch unbestaetigt waren und im System irgendwo "hingen", obwohl zuvor die Website sagte das alles OK sei. Nochmal die AirFrance Reservierungshotline angerufen und anscheinend waren die schon ein wenig durch den Ansturm der Kunden genervt: Man koenne mir nur mit der Vollpreis-Buchung helfen, FlyingBlue-Praemientickets werden wiederrum ueber eine andere Rufnummer behandelt. Betreffend bereits zuvor getaetigten Vollpreisbuchung sagte die Dame mir das die Bezahlung nicht erfolgt sei aufgrund der technischen Probleme und das ich die Bezahlung selber ueber die "meine Buchung" Funktion auf der Website einleiten koennte, ansonten koenne sie mir nur eine neue Buchung am Telefon machen - zu erhoehten "Service-Charges" versteht sich. Ich fragte nett ob dies so usus sei, zumal der technische Defekt und die Ursache ja bei denen liegt, und ich bereits eine ueberteuerte "Servicenummer" anrufe. "Wenn ich damit nicht zufrieden sei, sollte ich die besagte Funktion im WWW nutzen!", entgegnete mir die Dame am anderen Ende auf franzoesisch und legte einfach auf. Jetzt war ich ehrlich etwas baff und dazu leicht angesaeuert.

 

Also rauf auf die AirFrance-Website und "meine Buchungen" aufgerufen. Aber es gab weit und breit nicht die besagte Funktion zum natraeglichen zahlen, man kann nur ein paar unwichtige Daten modifizieren. Ratlosigkeit breitete sich bei mir aus.

 

Super ist auch, das selbst die lokale Rufnummer und auch die angeblich von AirFrance im Festnetz eingerichtete Kurzwahl "3273" hier in Frankreich von meinem Anschluss (Internet-Telefonprovider "free.fr") nicht erreichbar ist, somit ist man gezwungen mit dem Handy zu telefonieren. Waehle ich mit dem Festnetz +33 149 49 60 70 80, so landet man nur auf einer Daueransage die einem mitteilt das diese Nummer nur fuer Anrufe von Mobiltelefonen eingerichtet ist. AirFrance gibt sich sehr karg, was Kontaktrufnummern auf deren Website anbelangt.

 

Also nochmal die gleiche Hotline mit dem Handy angerufen, diesmal ein Herr am Apparat: Ich schilderte mein Problem ruhig und sachlich und fragte wo denn bitteschoen diese Funktion des bezahlens unter "meine Buchungen" zu finden sei. Das heisst ganz bis zum Ende meiner Erklaerungen kam ich erst gar nicht, denn der gute Mann unterbrach mich ruede und sagte: "Wollen sie HIER eine neue Buchung telefonisch oder im Internet machen?" Ich entgegnete das ich lediglich eine bereits bestehende Buchung mit einem Buchungscode in den Status "Confirmed" gesetzt haben moechte und jetzt bezahlen will. Er wieder: "Hier oder im WWW?" Ich: "Sie haben mich nicht verstanden, ich moechte wissen wo das geht so wie Ihre Kollegin gerade eben...". Er: "...Ich frage ganz einfach und die Antwort lautet Ja oder Nein! Ich habe ansonsten den ganzen Tag Zeit fuer dieses bloede Spiel!" Ich: "Wenn ich nun eine telefonische Buchung mache..." Er: "...denn kostet das eine erhoehte Service-Charge!" Ich:"Sehen Sie, und die bin ich nicht bereit zu zahlen!" Er: "Da kann ich ja nichts fuer." Ich: "Gut, denn also eine neue Buchung!" Er: "tippel...tippel...kostet dann 815 EUR (statt vormals EUR 550)!" Ich: "Moment! Ich hatte vormals eine Buchung fuer 550!" Er: "Ja, aber die billigen Plaetze sind inzwischen alle weg!" Ich: "Ja, weil evtl. meine haengende Buchung genau diese Plaetze 24h lang blockiert?" Er: "Wollen Sie mir jetzt sagen, wie ich meine Arbeit machen soll?" Ich: "Nein! Denn stornieren Sie unseren neuen Buchungsversuch bitte." Er: "[Genervt] Sonst noch was?" Ich: "Nein! Das wars."

Ich legte denn auf und ich dachte mir im stillen: "Was fuer ein Riesen-Ar...loch!"

 

 

Um etwas wieder runterzukommen rief ich FlyingBlue an, dort entschuldigte man sich hoeflich fuer den Abbruch bei der Bezahlung und die entstandenen Probleme, nach der Angabe meiner Kreditkartennummer war zumindest diese Buchung glattgezogen im System. Die entsprechende Bestaetigungs-eMail erreichte mich nur Sekunden spaeter. Mit der Dame in Holland schaute ich auch noch ob die andere Buchung zum Vollpreis noch immer im System steckte, oder ob der uebereifrige franzoesische Kollege daran bereits rumgeworschtelt oder geloescht hatte. "Nein, die ist noch da. Aber FlyingBlue darf daran nichts modifizieren. Tut uns leid." Naja, zumindest ein kleiner Trost wenn sie das so auch ehrlich gemeint haben. Das Gespraech war beendet.

 

Da ich mir nicht wieder mit dem kleinen Napoleon vom dem franzoesischen "Kundendienst" von AirFrance zu tun haben wollte, rief ich kurzerhand die Reservierungszentrale in Deutschland an (+49 1805 830 830). Ich brauchte zwei Anlaeufe dort: Beim ersten und zweiten Mal wurde das Gespraech einfach mittendrin getrennt, als ich gerade dabei war mein Anliegen mit der haengenden Buchung zu schildern.

 

Geht es den Airlines etwa mittlerweile so schlecht, das demnaechst neben dem Kerosinzuschlag auch bald ein Telekommunikationszuschlag fuer das einwandfreie Funktionieren der Hotline-Telefone erhoben werden muss?

 

Naja, beim dritten Anlauf hatte ich dann einen Herren dran, der zog die Buchung nach nur 15 Minuten auf den Status "Confirmed" nachdem ich dort wieder einmal die Kreditkartendetails durchgab. Nebenbei musste ich auch noch in die Warteschleife, weil es nur noch einen einzigen guenstigen Sitzplatz gab und er fuer die Ermaessigung des zweiten eine Freigabe vom seinem Boss brauchte.

 

Fazit: Wenn mann schon 40.000 muehsam erflogene Praemienmeilen (Wert: ~200 EUR) plus 916 EUR und gefuehlte 50 EUR Telefonkosten (!) an diesen halbstaatlichen Moloch namens AirFrance zahlt, moechte man doch auch nur wie ein normaler Kunde behandelt und nicht doof angemacht werden, oder sehe ich das falsch? Nach ueber einer Stunde teure "Servicenummern" anrufen, war ich an der Stelle an der man bei einem funktionierenden und optimierten Service, sowie zuhoerenden "Telefonvorsatzgeraeten" bereits waehrend der ersten 5 Minuten des ersten Telefonats haette ankommen koennen. Eine wahre Meisterleistung und ein Musterbeispiel fuer Unorganisation. Ich habe eine Anfrage gestartet, mit der bitte um Erklaerung (Statusupdates findet Ihr in den Ergaenzungen weiter unten).

 

Jetzt buchen wir nur noch ein grosses Appartment und sind nach alledem wirklich "reif fuer die Insel".

 

Gehoeren diese Erfahrungen etwa zum normalen Standardprogramm bei AirFrance/KLM? Das wuerde mich mal interessieren, habt Ihr schonmal aehnliches erlebt?


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