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31.07.2009 23:26    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: ,

Bei der Typenbezeichnung dieses Motorrades denkt man irgenwie unweigerlich an einen Hubraumboliden mit vielen Ventilen, aber das täuscht: Die neue Quantaya Strada ist ein absolut umweltfreundliches Elektro-Motorrad, das in immer mehr europäischen Ländern homologiert ist. Dabei ist die gebotene Leistung von umgerechnet 11,5 PS für das kleine nur rund 85kg schwere Motorrad im Super-Moto-Style schon als mehr als ausreichend zu bezeichnen.

 

 

Im flachen Land läuft das Bike bis zu 80 km/h, wobei die Reichweite mit bis zu 200km angegeben ist. In der Praxis zeigt sich aber sehr schnell, das man nicht die Reichweite, sondern eher die Betriebsdauer als Berechnungsgrundlage nehmen sollte, diese liegt irgendwo zwischen 90 und 180 Minuten - je nach Fahrweise. Und das klingt leider nach recht wenig. Die notwendigen 90 Minuten, die für eine vollständige Ladung nötig sind lassen den Gram über diese relativ kurze Reichweite leider auch nur bedingt verblassen.

 

Für Elektrofahrzeuge typisch jedoch ist das sehr hohe Drehmoment, das bei sage und schreibe 31,5 Nm liegt. Somit steckt das kleine Elektroluder ihre großen stinkenden Schwestern vom schlage Kawasaki KLX250 (20,5 Nm bei 7.000U/min) und Yamaha WR250 (23,7 Nm bei 8.000U/min) locker in die Tasche. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir auf Motocross-Wettbewerben auf Elektromotorräder treffen werden, bei diesen technischen Daten wo es weniger auf innere Werte wie die Reichweite ankommt durchaus vorstellbar.

 

 

Leider ist die Quantaya Strade relativ teuer: Satte 9.185 EUR muss man auf den Tisch legen, dafür bekommt man aber dann auch 2 Jahre Garantie auf alles außer auf die Batterien, denn die sind nach 1.000 Ladezyklen platt.


31.07.2009 03:29    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: , , ,

Toulouse oder "la ville rose" (die rosafarbene Stadt) wie sie aufgrund der Farbe der Dächer und Bachsteine der alten Häuser in der Innenstadt von den Einwohnern liebevoll genannt wird hat in den vergangenen Jahren viele Verkehrskonzepte durchlebt.

 

In den späten siebziger Jahren galt das Auto und die sehr fortschrittliche französische Autoindustrie als sehr zukunftsweisend, folglich wurde die Innenstadt regelrecht Autogerecht gestaltet. Große Parkplätze, mehrspurige Kreisverkehre, die Périphèrique und andere Großprojekte wurden gestartet und an fast allen Ecken und Enden wurde kräftig gebaut und betoniert. Als in den achtziger Jahren die Ölkrise da war, gab es den ersten Sinneswandel: Großparkplätze wurden zurückgebaut und in Parks und modern anmutende Grünanlagen verwandelt, öffentliche Gelder flossen in den ÖPNV und der Startschuss zum Bau der Metro fiel.

 

In den letzten 10 Jahren wurde das Auto zunehmenderweise aus der Innenstadt verbannt. Parkplätze wurden ein Luxusartikel und immer teurer, die kleinen Gassen der Innenstadt verwandelten sich in ein nahezu unüberschaubares Einbahnstraßen-Labyrinth bei dem selbst die neueste Softwareversion im GPS manchmal verzweifeln kann. Vor 5 Jahren baute die Stadt die ersten fest installierten Blitzer auf und versenkte Millionen in die Verkehrsberuhigung durch Pfähle, Bodenschwellen und Anlieger-Straßen mit elektronischen Schranken- oder Pollersystemen. Immer mehr Tempo-30-Zonen wurden eingerichtet, manchmal zu Recht aber vielerorts einfach nur blind und in vollkommen inkonsequenter Weise.

 

Im Jahre 2004 gab es dann eine Sommer-Hitzewelle und der Verkehrsdezernent von Toulouse hatte einen hitzigen Einfall: Warum nicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit aud der Périphèrique von den damals 110km/h überall auf maximal Tempo 90 für Autos und Tempo 80 für LkW absenken und den Umweltschutzgedanken (Stickoxyd-Emmissionen) dabei vorschieben? Die Bevölkerung wurde derweil vertröstet, denn es hieß das dieser Versuch zunächst einmal "Testweise" vom 1.4. bis 1.10.2004 gelten sollte. Klammheimlich änderte man dann aber mittendrin kurzerhand den Gesetzestext und seitdem hat sich an dem Test-Tempolimit von damals nichts geändert. Zum Glück gab es damals keine größeren Revolten auf den Straßen.

 

Was aber nun kommen soll, erregt die Gemüter sehr kräftig: Unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit soll wohl bald Tempo 30 und im Zentrum der Innenstadt von Toulouse gar maximal Tempo 20 gelten! Heutzutage ist bereits auf den Strassen der historischen Altstadt Tempo 30 angesagt, wobei das eigentliche Hauptproblem im Bezug auf die Verkehrssicherheit wohl die vielen Radfahrer darstellen. Nicht falsch verstehen, ich fahre selber mit dem Rad, aber viele von den Fahrradfahrern verhalten sich sehr anarchistisch und dürfen sogar mit dem Segen des Gesetzes offiziell auf Tempo-30-Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung fahren. Und die Zahl eben dieser anarchistischen Radfahrer hat sich explosionsartig vergrößert, seitdem die Stadtverwaltung vor 5 Jahren die sogenannten "Velib" eingeführt hat. Ein Leihfahrrad-System mit Kreditkartenterminal und mit Stationen überall im Großraum Toulouse. Seitdem nehmen viele Leute besonders an den Wochenenden nach dem Kneipenbesuch lieber das Rad als zu Fuß zu sich nach Hause zu gehen.  

 

Velib-MieträderVelib-Mieträder

 

Das der Innenstadt langsam der Verkehrsinfarkt droht und immer mehr Autofahrer die Hauptachsen der Stadt zugunsten kleinerer Wege verlassen wurmt die Verkehrsplaner. Wobei die moderne Technik einen großen Anteil an dieser Misere hat, denn seitdem immer mehr Autos mit intelligenten GPS ausgerüstet sind und die Fahrer bei einem Stau auf einer Hauptverkehrsstraße lieber diesen umfahren, beschweren sich die Anwohner der ehemals ruhigen und unbekannten Nebenstraßen. Wie lautet also die Lösung allen Übels? Anstatt ein gewisses Niveau an autarker Intelligenz eines jeden einzelnen Autofahrers bei der Wahl seiner Route zu unterstützen und zu fördern - gerade so wie bei den Waldameisen - fällt den Planern nichts anderes ein als genau dieses intelligente und unabhängige Eigenleben dem Autofahrer madig zu machen.

 

Rue du TaurRue du Taur

 

So ist eine weitere Neuerung hinzugekommen: Die "Zones des rencontre", Straßenabschnitte auf denen sowohl Fußgänger, Radfahrer, Motorräder und auch Autos (mit maximal Tempo 20) unterwegs sein dürfen. Die Vorfahrtsregelung "rechts-vor-links" gilt dabei von jeweils schwächsten zum stärksten. Und soetwas soll nun sicherer und übersichtlicher sein und zur Senkung der Unfallzahlen beitragen?

 

Ich habe heute als ich im Stadtzentrum zur Anmeldung unserer Tochter auf dem Amt war mal bewußt auf einer in dieser Form im Rahmen einer Erprobung ausgewiesenen Strassen - der Rue Robespierre - einen Live-Test gemacht: Tempo 20 und kein bißchen mehr! Radfahrer überholten und schnitten mich rechts und links und nach spätestens 20 Sekunden hupt und gestikuliert der Hintermann wild und schließt dicht auf, Stoßstange an Stoßstange bewegt man sich so durch das nahezu unvorhersehbare Getümmel auf dieser "Straße der Begegnung" und ich meine diesem Namen macht diese Erfindung aus diesem Grund jedenfalls alle Ehre, denn Sogar die Jogger überholen einen ohne größere Probleme!

 

Ich hoffe das dieses Beispiel nicht so schnell Schule macht, denn m.E. werden hier durch übereifrige Aktionen unter dem Deckmantel der Verkehrssicherheit neue Gefahrenquellen geschaffen.


30.07.2009 01:26    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: , , ,

 

Unsere Tochter ist gestern am 29.7.2009 um 15.55h in der Uniklinik von Toulouse-Purpan zur Welt gekommen! Trotzdem sie - entgegen der französischen Gepflogenheiten - knapp 5 Tage zu früh dran ist, trägt sie eine dichte dunkle Haarpracht und ein Kampfgewicht von 3.535g bei einer Länge von 51,5 cm. Für französische Verhältnisse sind das schon recht überdurchschnittliche Maße. Trotz der Tatsache, das dies meine zweite Geburt war hinterläßt diese bei mir deutlichere Spuren - im positiven Sinne - als die Geburt meines Sohnes in Deutschland.

 

Allen Beteiligten geht es auf jeden Fall super und ich muß sagen das das Kinder kriegen hier in Frankreich wirklich ein von vorne bis hinten durchgestylter Prozess ist, der kaum noch Wünsche offen läßt. Empfang, Durchführung, Planung und vor allem Freundlichkeit aller Beteiligten Personen war heute den ganzen Tag über wirklich kein Vergleich zu dem was ich vor einiger Zeit in Deutschland erlebt habe.

 

Ich muß morgen früh dann zur Verwaltung und die Geburt selber anzeigen, sowie das Familienbuch beantragen. Mit der Bestätigung vom Amt gehts dann zurück zur Vorlage in die Klinik. Am Samstag kommt die Kleine dann endlich zusammen mit der Mutter zu uns nach Hause.

 

Als Vornamen haben wir es übrigens bei Laura belassen, als zweiten Vornamen haben wir Elisa gewählt. Bleibt jetzt nur noch die Klippe der multiplen Pässe mit den verschiedenen Familiennamen in beiden Ländern zu umschiffen und dann ist die Sache geritzt.


26.07.2009 20:49    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: ,

Ausnahmsweise anstelle eines Mietwagentests, der sonst in gewohnter Manier wie alle 14 Tage hier publiziert worden waere als Ersatz passend zur Urlaubssaison ein kleiner Reisetipp, denn Kindesmuetter in Deutschland koennen einem schon irgendwie den Spass an geplanten Besuchswochenenden nehmen. Dieses Wochenende haette ich eigentlich in Deutschland bei meinem Sohn sein sollen, aber erstens kommt meistens immer alles anders und zweitens als man denkt.

 

Da wir also an diesem Samstag aus diesem Grunde also noch nichts vorgenommen hatten, entschlossen wir uns kurzerhand zu einem Picknick an den Ufern des Lac de Saint-Ferréol in der Naehe der Stadt Revel.

 

Lac de Saint-FerréolLac de Saint-Ferréol

 

Dieser See liegt circa 50km Luftlinie und etwas mehr als eine Stunde Fahrt ueber schoene Allee-Strassen von Toulouse entfernt im Departement Languedoc-Roussillion.

 

An sich - so koennte man meinen ein ganz normaler Stausee - allerdings mit einer besonderen Geschichte: Denn seit seiner Fertigstellung im Jahre 1672 durch den hier im Sueden recht bekannten Baumeister Herrn Pierre-Paul Riquet und ungefaehr einhundert Bauarbeitern nach nur 5 Jahren Bauzeit speist dieser Stausee den weltbekannten Canal du Midi und verhindert das dieser vor allem bei Touristen beliebte Kanal, der ueber fast 190km eine Verbindung vom Fluss Garonne ins Mittelmeer herstellt im Sommer trocken faellt. Dadurch das es nur wenige Zufluesse in den Lac gibt, steigt die Wassertemperatur im Sommer sehr leicht auf angenehme 28 Grad an und hier und da gibt es sogar ein paar richtige Sandstraende, die zum relaxen einladen. Tagsueber - besonders an Wochenenden - spielt sich das Leben in der Naehe der Staumauer ab. Feria-Musikgruppen spielen den ganzen Tag ueber hippe Lieder im Blasmusik-Style und viele Leute sitzen im Schatten der alten ehrhabenen Baeume und lassen es sich einfach gut gehen.

 

Die FontaeneDie Fontaene

 

Geht man den See entlang in Richtung Staumauer und ueberquert die dahinterliegende Strasse, so gelangt man in Richtung "La Gerbe". Hier legten die Arbeiter seinerzeit einen Steinbruch fuer die Steine der Staumauer an und heute laden an dieser Stelle mehrere kleine Wasserfaelle und eine Fontaene zu ausgedehnten Spaziergaengen ein. Ganz nach suedfranzoesischer Mentalitaet wird hier allerdings ueberhaupt nicht auf das Thema "Verkehrssicherung" geachtet und man sollte entsprechend vorsichtig an manchen Stellen sein, da Steine glitschig und der unbefestigte Boden relativ rutschig sein kann.

 

 

Die Staumauer ist uebrigens zum Zeitpunkt ihrer Erbauung die erste dieser Art und Groessenordnung in ganz Europa gewesen! Was von aussen wie eine einzige massive Mauer aussieht besteht in Wirklichkeit aus drei Teilen: Die erste Mauer ist knapp 30m hoch und 3,9m dick, die dahinterliegende eigentliche Hauptmauer ist 835m lang, 35m hoch und gut 10m stark. Die letzte Mauer ist wiederum 30m hoch aber mit nur 2,8m ein wenig duenner wie die erste. Zwischen den einzelnen aus Granitbloecken bestehenden Mauern liegt ein Abstand von jeweils 60m, der seinerzeit mit Geroell und tonhaltiger Erde verfuellt wurde. Fuer damalige Verhaeltnisse eine technische Meisterleistung, sowohl von der Konzeption als auch von der Durchfuehrung her.

 

La Gerbe mit der FontaeneLa Gerbe mit der Fontaene

 

Wer von dort aus genuegend Energie hat, kann dem Wasserlauf gut 30km aus den schwarzen Bergen heraus durch schattige Waelder hindurch folgen, bis man endlich an den Canal du Midi gelangt. Den Canal werde ich demnaechst nochmal gesondert behandeln, denn er eignet sich prima fuer Entdeckungstouren mit dem Rad.


24.07.2009 15:02    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (36)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Endlich mal wieder ein Auto-Thema hier im Blog! Ich hatte ja schonmal bei Gelegenheit hier im Blog erwaehnt, dass ich zur Zeit ein kleines Forschungs- und Bastelprojekt am laufen habe: Im wesentlichen geht es darum das ich meinen PASSAT CC fernlenken will.

 

Fragt nicht warum oder nach einem tieferen Sinn, die Idee kam mir einfach mal so in den Kopf.

 

Die technischen Vorraussetzungen bringt das Fahrzeug ja schliesslich bereits mit: Spurassistent der in der Lage ist das Lenkrad zu drehen, ACC zur digitalen Regelung des Gaspedals und der Bremse...und einen ganzen Haufen an Elektronik.

 

Mein Fernlenk-RennerMein Fernlenk-Renner

 

Und nach vielen schlaflosen Naechten dann der zuendende Einfall: Ein ausgedienter A/D-Wandler aus einem seit laengerem abgestuerzten Modellhubschrauber nebst passender 6-Kanal-Fernsteuerung genommen und schnell ran ans Tuefteln.

 

Da ich bei einem Bremer Softwarehaus arbeite und die Programmiersprache Java fuer mich nicht unbekannt ist war ein softwarebasierter Weg zur Umformung von Fernsteuersignalen, die von einem an den Computer angeschlossenen Empfaenger kommen in Richtung serieller Schnittstelle oder in Richtung USB schnell konzipiert und geschrieben.

 

Die Grundidee war nun die folgende: Eine Art Software-Proxy zu schreiben, der die analogen Fernsteuerungssignale ueber den alten Modellhubschrauber-A/D-Wandler empfaengt, entsprechend transformiert und ueber das RossTech HEX+CAN USB-Kabel weiter an das Fahrzeug gibt. Da der Hersteller RossTech leider keine weiteren Angaben fuer Entwickler oder Schnittstellendokumentationen veroeffentlicht, wie genau die Daten von VCDS ueber deren USB-Treiber in Richtung Auto geschickt werden war erstmal ein genaues Studium der verwendeten Protokolle und Methoden angesagt und siehe da: Es war in der Tat einfacher als gedacht!

 

Jedenfalls kann man nahezu 1:1 und ohne grossen Aufwand die Steuersignale mit meiner Software in Bytes umformen und ueber das Interface an die entsprechenden Baugruppen im Fahrzeug als realen Messwert weitergeben.

 

Ein wichtiger Punkt ist das ich das System sehr offen gestalten wollte, ohne Aenderungen am Fahrzeug selbst vorzunehmen (Leasingwagen). Die Stromversorgung aller hinzugefuegten Baugruppen - im besonderen des Empfaengers - sollte aus Sicherheitsgruenden ueber den an den Zigarettenanzuender angeschlossenen Laptop erfolgen so das immer ausreichen Saft da ist.

Ferner sollten auch die Kosten fuer alles sollten moeglichst gering sein, fuer meine derzeitige Loesung legt man ca. 150 EUR auf den Tisch (dafuer kauft man dann den benoetigten Modellhubschrauber zum ausschlachten und andere Kleinteile/Bausteine). Dazu kommt dann noch das RossTech HEX+CAN-Kabel als Verbindung zum Auto, welches allerdings inklusive VCDS so um die 350 US$ EUR kostet. Und: Es muss leider das HEX-Kabel sein, weil man nur mit diesem direkt Hexwerte im quasi laufenden Betrieb ein- und auslesen kann.

 

Einfach ausgedrueckt funktioniert das nun so: Meine Software versetzt mit einer Art Reboot das Auto in einen vorher genau definierten Status - meiner Grundeinstellung, die aktuelle Geschwindigkeit wird auf >65 km/h gesetzt - wobei die echte Geschwindigkeit die vom Auto ausgegeben wird nur der Software vorliegt um entsprechende Beschleunigungseingaben unzuformen und zu uebersetzen, ACC und FrontAssist werden aktiviert und der Spurassistent eingeschaltet. Beschleunigt man mit dem Stick auf der Fernsteuerung, wird das Signal im Empfaenger in ein digitales Signal umgesetzt und meine Software leitet das ganze dann als Bytewert direkt in die Fahrzeugelektronik an das richtige Steuergeraet (in diesem Fall das ACC) mit der korrekten Adressierung weiter. Das gleiche gilt fuer die Bremse und eine Reihe anderer wichtiger Funktionen. Somit kann man schon mal vorwaerts und rueckwaerts fahren - zumindest theoretisch!

 

Wobei: Die Funktion rueckwaerts fahren geht im Moment jedenfalls noch nicht, weil ich leider (noch) nicht das Getriebe oder den Ganghebel fernbedienen kann, jedenfalls habe ich keine Moeglichkeit dazu gefunden, aber vielleicht findet sich ein Workaround ueber das vorherige einlegen der manuellen Fahrstufe und virtuelle Schaltpaddels die durch die Software bedient werden (wobei die Schaltpaddles ja nur innerhalb der Fahrstufe "vorwaerts" die Gaenge durchschalten - mal sehen). Aber wie der gemeine Entwickler so zu sagen pflegt: "Das kommt irgendwann ... spaetestens in der uebernaechsten Version!"

 

Die Lenkung hingegen war etwas schwieriger zu realisieren, hier ueberliste ich die Fahrzeugelektronik und gaukele quasi die gueltigen Messwerte der Kamera des Spurhalteassistenten vor. Das Problem allerdings war hier das dieser normalerweise erst ab 65 km/h aktiviert wird. Und alle sechs bis acht Sekunden schreibt die Software zusaetzlich einen manuellen minimalen Lenkeinschlag in den Speicher des Lenkwinkelgebers, damit nicht der Spurassistent  automatisch abschaltet.

 

Aus diesem Grund musste ich der Elektronik vorgaukeln, das sich das Fahrzeug stets mit mindestens 65 km/h bewegt - auch im Stillstand - und der Spurhalte-Assistent stets aktiviert bleibt, auch wenn keine Steuerungseingaben von der Fernbedienung kommen. Dies loeste ich mit stetig etwas taenzelnden Bytewerten, auch wenn man den Stick nicht bewegt. Einfach ausgedrueckt bewegt man nun mit dem Fernsteuerungs-Stick sozusagen virtuelle weisse Linien, die normalerweise das Kameramodul des Spurassistenten in der Frontscheibe sieht und als Messwerte an die Blackbox fuer den Spurassistenten weitermelden wuerde. Dieses hin- und herschieben der virtuellen Fahrbahn-Linien veranlasst nun das Fahrzeug entsprechend nach links oder rechts zu fahren. Vermutlich werden durch diesen Loesungsansatz aber noch keine engen Wendemanoever moeglich sein - mal sehen und lassen wir uns ueberraschen.

 

Die restlichen Kanaele habe ich ebenfalls nicht ungenutzt gelassen: Ein Kanal schaltet das Licht an oder aus (in Wahrheit denkt der Lichtsensor es ist Tag oder es ist Nacht), ein weiterer aktiviert fuer den aeussersten Notfall die Parkbremse, einer weiterer die Lichthupe und der letzte freie Kanal die Warnblinker.

 

VersuchsaufbauVersuchsaufbau

 

Gestern Abend habe ich meinen Aufbau zum ersten Mal trocken getestet: Zwei Laptops, also der Fahrzeugrechner und der zweite zur Visualisierung und zum debuggen der Steuerungsimpulse, der Empfaenger nebst Magnetfuss-Antenne, A/D-Wandler und meiner Software nebst angeschlossenem RossTech-Kabel.

 

Die Analyse der Stuerinformationen auf dem zweiten Laptop erfolgte ausnahmsweise einmal ueber ein Laplink-Kabel, da ich keine CAN-Buchse habe.

 

Mir kam noch eine Idee zu einem weiteren Sicherheitsfeature, denn der Empfaenger des Hubschraubers hat einen eingebauten Kreisel, ich moechte gerne noch eine Art "Not-Aus" integrieren, die bei zu hoher Beschleunigung die Signale der Software abkoppelt und das Fahrzeug somit zum Stillstand kommt.

 

Dieses werde ich in den naechsten Tagen noch umsetzen und eventuell ist ein realer Test mit dem Auto auf einem extra abgesperrten grossraeumigen Gelaende noch vor Ende August absehbar - mal schauen. Ein befreundeter Gendarm hier in meinem Ort will an einem Sonntag extra den Parkplatz vom hiesigen Leclerq-Supermarkt dafuer sperren.

 

Jedenfalls hat die Trockensimulation keine Ungereimtheiten in der Loesung an den Tag gebracht, was mich stark hoffen laesst.

 

Weiteres - dann auch mit Video - also demnaechst an dieser Stelle. Der naechste Teil dieser kleinen Serie beschaeftigt sich mit der Integration in das Auto und erste Funktionstests.


20.07.2009 14:29    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: , , ,

Endspurt. Nur noch wenige Tage bis zum Entbindungstermin, alles läuft bestens und bislang erfreulicherweise immer noch sehr komplikationslos - aber vor allem nach Plan. Wir haben nun mittlerweile das in meinem letzten Blogartikel zum Thema Geburt angekündigte „Nounou-Casting“ abgeschlossen und was soll man sagen, es tun sich Abgründe auf denn wieder einmal prallen zwei Welten, beziehungsweise Ansichtsweisen aufeinander. Obwohl man meinen sollte das Deutsche und Franzosen doch eigentlich recht kompatibel zueinander sein sollten?

 

Gut, dass es hier in Frankreich ganz andere ansichtsweisen bei einigen Aspekten gibt zum Thema Kinder kriegen und der beruflichen Karriere der Mutter, davon habe ich ja bereits zu genüge berichtet. Es ist nun mal hier so und der französische Staat hat sein möglichstes getan, um diesen Planungen nicht im Wege zu stehen. Was würde man auch anderes erwarten, von einer Nation die durch starke Frauen wie Jeanne d’Arc oder Marie Curie geprägt wurde?

 

 

 

Wir führten in den letzten Tagen Interviews mit insgesamt 15 Frauen, die offiziell als Nounou registriert sind und somit auch strengen Kontrollen der Ämter unterworfen sind. In erster Linie spielte die Entfernung zu uns eine wichtige Rolle, denn ich möchte wo es nur geht lange Touren mit dem Kind vermeiden. Der - übrigens vom französischen Staat teilweise vorformulierte - Fragenkatalog zielte unter anderem ab auf die Organisation des Alltags, Integration unseres Kindes, Betreuungszeiten und in meinen Augen einigen wichtigen zusätzlichen Rahmenbedingungen, wie etwa die familiäre Situation, eigene Kinder und nicht zuletzt die zugrundeliegende Berufserfahrung. So unterschiedlich die Menschen sein können, so gab es auch deutliche Unterschiede in der Qualität.

 

Eines muss man sich vor Augen führen: Bei diesem Casting tritt man in gewisser Weise als Arbeitgeber auf, denn nachdem ein Arbeitsvertrag angefertigt wurde ist rechtlich die Nounou eine abhängig Beschäftigte Person und muss am Jahresende auch entsprechend steuerlich von den Familien mit dem gezahlen Lohn deklariert werden. Obwohl diese Arbeitsverträge rechtlich schon etwas gedeckelt sind um wildwuchs zu vermeiden, erlebt man zum Teil haarsträubende Unterschiede: Da verlangt eine beispielsweise einen initialen Unkostenbeitrag von 50 EUR zu Beginn Ihrer Mission, während eine andere sogar im Falle einer ordentlichen Kündigung nach 3 Jahren ein Fünfundzwanzigstel des Jahresverdienstes als Übergangsgeld zur Entschädigung für sich reklamiert. Auch die Stundensätze schwanken selbstverständlich, besonders die Überstunden unterliegen Preisschwankungen wie Kabeljau auf dem Hamburger Fischmarkt. Dann sollte man genauestens prüfen, wie viel bezahlten Urlaub sich eine Nounou vorbehält und wie das mit dessen Absprache und Vorplanung läuft. Erklärt sich die Dame überhaupt bereit das Kind lediglich an 4 Tagen pro Woche zu betreuen oder zahlt man stumpf und in jedem Fall stets alle 5 Tage, während die Mutter eine gewisse Zeit lang ihre Arbeitsstunden übergangsweise reduziert? Wie arrangiert man sich bei den Überstunden, falls man mal eben unvorhergesehen noch ein wichtiges Meeting reingewürgt bekommt?

 

Nounous bei denen es während unseres Besuchs überhaupt nicht nach einer Zone mit spielenden Kindern aussah, sondern eher steril wie in einer Uniklinik ohne Spielsachen, fielen bei meiner Punktevergabe fast sofort automatisch unten durch. Ebenso Haushalte in denen merklicherweise stark geraucht wird. Sorry, ich weiß ich bin da als Nichtraucher vielleicht ein wenig zu streng – aber in Gegenwart eines Säuglings gehört sich sowas eben nicht. Dann folgten bei mir Äußerlichkeiten – ich trete ja schließlich als Arbeitgeber auf - wenn z.B. eine Person seine Fingernägel bis auf das Blut oder Nagelbett abkaut sollte derjenige erst mal m.E. bei einem Psychiater auf die Couch und gewiss keine Kinder - geschweige denn Säuglinge - betreuen, ja auch da bin ich vielleicht ein wenig zu streng – wer weiß?

 

Leicht wird einem eine solche Entscheidung schließlich nie gemacht.

 

Wo es ging wollte ich auch vermeiden, das unser Kind von einer Single-Mutti-Nounou erzogen wird, eine Familie mit Kindern wäre ideal gewesen.

Klar, wenn man sich so anstellt ist die (Aus-)Wahl am Ende recht übersichtlich und beschaulich, sollte man meinen. Und so kam es das – nachdem jeder von uns positives und negatives in einer Excel Liste zu jedem Nounou-Casting vermerkt hatte, die engere Wahl auf zwei von uns favorisierte Damen fiel. Um mal kurz zu skizzieren, wie die finale Entscheidung von uns gefällt wurde zunächst einmal eine Kurzvorstellung der beiden Kandidatinnen:

 

Nounou I:

 

- Ende 30, Single

- Nounou seit 12 Jahren mit aktuell 3 bewilligten Plätzen (sie nimmt aber maximal nur 2)

- Eigenes Haus im grünen mit vielen Farmtieren (Hühner, Ziegen, Schildkröten, Hund, …)

- Eine Tochter, 8 Jahre alt

 

Nounou II:

 

- Mitte 40, Verheiratet

- Nounou seit 15 Jahren mit ebenfalls 3 Plätzen (davon nur ein Säuglingsplatz)

- Haus in der Ortsmitte das Dorfes (ein Hund)

- 3 Kinder zwischen 8 und 18 Jahren, Mann arbeitet im Schichtdienst

 

Die genauen Fragen von unserer Seite waren nicht unwichtig, viele Nounous weigern sich z.B. komischerweise beim Thema mitgebrachtes, egal ob nun Brustmilch, Ökowaschwindeln oder Brei. Ist wiederum logisch, denn neben den Betreuungskosten pro Stunde gesellen sich Nebenkosten für das Essen, und Pauschalbeträge für anteiligen Strom-/Gas- und Wasserverbrauch. Ja, auch sowas muss am Ende miteinander verglichen werden.

 

Und so kommt es dann, das man für eine Kinderbetreuung an 4 Tagen die Woche für jeweils 8 Stunden inklusive aller Unkosten und dem Essen leicht die 600 EUR-Grenze am Monatsende knackt. Bei den beiden in der engeren Auswahl verbliebenen Nounous war das Thema Kosten allerdings noch viel extremer, denn durch die versteckten Gebühren und Entschädigungen am Ende des Arbeitsvertrages hätte uns die Nounou Nummer II satte 6.000 EUR mehr in den drei Jahren gekostet. Gut das man mal darüber geredet hat! Und so wird es also kommen, das unser Mädel nun bei der ersten Dame unterkommt! Der Arbeitsvertrag ist inzwischen unterschrieben und die Dame über uns bei der französischen Sozialversicherung angemeldet. Und ganz nebenbei haben wir erfahren das das Kind unserer Nachbarn seit 2 Jahren bei derselben Dame untergekommen ist und die Familie total zufrieden mit ihr ist, also war das ganze Casting nicht umsonst.

 

In drei Jahren wird das Kind dann ganz normal auf eine ganztägige „Ecole primaire“ gehen, eine Art Grundschule aber auch wie vieles andere hier in Frankreich: Ganztägig. Un dann spätestens wir eine neue Entscheidung fällig werden.


20.07.2009 13:00    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: , ,

Einer der schönsten Plätze hier im Süden ist und bleibt sicherlich die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne. Ein jeder kennt wohl das gleichnamige Gesellschaftspiel, entweder als altmodisches Brett- oder modernes Computerspiel. Zwangsläufig erhascht man im vorbeifahren auf der Autoroute du Soleil zur linken in Richtung Spanien einen kurzen Blick auf die Befestigungsanlagen (GoogleMaps), die genau wie in diesem Brettspiel - wo man Punkte für möglichst große Festungsanlagen erhält - mächtig und imposant wirken.

 

Stimmungsvoll: Die Mauern am AbendStimmungsvoll: Die Mauern am Abend

 

Beim Anblick der etwas außerhalb vom heutigen modernen Ortszentrum gelegenen Altstadt, der Cité – wie der Franzose sagt – kommt man alleine schon wegen der Größe kaum aus dem Staunen raus und stellt sich die Frage wie man damals solche baulichen Leistungen erbringen konnte. Für einen Besuch sollte man sich deshalb viel Zeit nehmen, denn neben den vielen kleinen Gassen gibt es auch viele Museen im Inneren der Stadtmauern.

 

Unbedingt vermeiden sollte man jedoch zur Urlaubszeit im Hochsommer während der Schulferien oder um den 14. Juli herum zum Nationalfeiertag dort vorbeizukommen, denn dann laufen dort mehr Touristen rum als die Stadtmauer Zinnen hat. Es sind vor allem Engländer, die sich dort herumtreiben wegen des kostengünstigen Flug-Anschlusses mit Ryanair non-stop nach London-Stansted.

 

Eine großangelegte und zu gut gemeinte Renovierungsaktion zu Beginn des 19. Jahrhunderts zerstörte leider einige authentische Bereiche aus der langen und wechselvollen Geschichte der Stadt. Ein Besuch des städtischen Museums zur Geschichte Carcassonnes lohnt sich aber dennoch, die Ausstellungsbereiche des Museums wurden mit viel Aufwand in den Originalzustand versetzt.

 

Im Winter wohnen nicht einmal 85 Leute in der Altstadt und alles wirkt einsam und verlassen, der beste Zeitpunkt Carcassonne also einen Besuch abzustatten ist m.E. eindeutig der Spätsommer. Wenn man nicht allzu spät kommt kann man sich noch die Showkämpfe und Ritterturniere anschauen, die meistens erst gegen Ende September in Abhängigkeit von der Witterung eingestellt werden. Hier splittern noch echte Lanzen (aus Balsaholz) und Ritter in handgefertigten Rüstungen stürzen in den Staub der Turnieranlage.

 

Groß und mächtig: CarcassonneGroß und mächtig: Carcassonne

 

In der Altstadt findet sich ferner auch ein Museum für Wehrtechnik, der Inhaber ist ein – zumindest in Frankreich - bekannter Experte für mittelalterliche Waffen, der schon in vielen Filmen illustren Persönlichkeiten wie Jean Reno tatkräftig Schwertkämpfe oder Kevin Costner für seine Rolle in Robin Hood das historisch korrekte Bogenschießen beigebracht hat. Die anderen Attraktionen – besonders das Spukhaus "Maison haunté" sind der reinste Touristen-Nepp. Man sollte lieber das Eintrittsgeld dafür sparen und sich in einem Restaurant in einer nahen ruhigen Seitenstraße einen richtig guten Wein gönnen, schließlich liegt Carcassonne in der bekannten Weinregion Languedoc.


17.07.2009 19:31    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: , , , ,

Schon gut wenn man Leute in der eigenen Familie hat, die ihr Geld nicht so wie ich nur mit dem Kopf verdienen, sondern mit ehrlicher und sinnvoller Handarbeit: Mein Bruder ist z.B. gelernter Raumausstatter und hat in seinem Berufsleben bestimmt mehrere Quadrathektar Teppich verlegt, Gardinen gehäkelt und auf jeden Fall bereits mehrere verschlissene Polster und Bezüge wieder aufgearbeitet.

 

VorherVorher

 

Das passt doch dachte ich und fragte ihn, ob er denn nicht mal in seiner Freizeit sich meiner löcherigen Motorrad-Sitzbank widmen könnte wo gerade jetzt mein Motorrad in Deutschland sinnlos herumsteht. Er willigte sofort ein und ich schoss am Wochenende sehr günstig Kunstleder in einem Sonderposten-Markt bei mir um die Ecke. Die 1m-Länge bei 140cm breite für unschlagbare 8 EUR. Bei dem Preis dachte ich mir das man ruhig etwas Mut zur Farbe beweisen könnte und kaufte sogleich blau und grau in den jeweils passenden Längen für zusammen nicht einmal 7 EUR ein. Ein ganz anderer Schnack als die typspezifischen Sitzbankpolster von der Stange in originalpassform, die alle erst bei jenseits der 100 EUR anfangen.

 

Der Plan ist nun den vorderen Bereich - also die geriffelte Fahrer-Sitzfläche - in pflegeleichtem tiefblau (passend zur Moppedfarbe blaumetallic) zu polstern, während der hintere Sozius-Teil grau wird.

 

Also runter mit der Sitzbank und runter mit der alten löcherig gewordenen originalen Plastikhaut. Dazu einfach mit einem Schraubendreher die ganzen Metallkrampen raushebeln. Mann-o-mann! Da muss sich ein Japaner bei der Herstellung der Sitzbank damals ganz gut ausgetobt haben.

 

Alter Sitzbankbezug runterAlter Sitzbankbezug runter

 

Jetzt wird der originale Bezug an den Nähten in seine Einzelteile zerschnippelt. Diese Teile werden dann auf das neue Kunstleder gelegt und es wird überall an jeder Naht gut ein Zentimeter hinzugegeben. Die einzelnen Teile werden dann provisorisch fixiert und anstäendig miteinander auf einer professionellen Sattler-Nähmaschine vernäht. Damit kein Wasser durch die Nähte gelangen kann, werden diese zusätzlich von innen verklebt.

 

So, die Sitzbank ist nun fertig und ich finde die Farbkombination passt.

 

Neu bezogenNeu bezogen

 

NachherNachher


17.07.2009 18:56    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: , , , , ,

Wegen meiner kürzlichen Reisevorbereitungen nach Deutschland mit dem Motorrad, wollte ich einmal meine persönlichen Erfahrungen mit Navigationssystemen und -Lösungen teilen, die besonders für uns Moppedfahrer interessant sind. Da ich sehr viel Wert auf Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten lege, fallen deshalb die Festeinbaugeräte der Motorradhersteller oder Lösungen wie Tomtom Rider unter den Tisch.

 

Viele Leute haben ein Handy und da ist es doch naheliegend, dieses auch für die Navigation zu nutzen. Ich nutze ein NOKIA N95 8GB, das wegen dem recht großzügigen Speicher von - wie der Gerätename schon sagt - 8 Gigabyte und dem eingebauten A-GPS geradezu prädestiniert für die mobile Navigation ist. Genau dies hat auch NOKIA erkannt und hat seine Anwendung NOKIA Maps rausgebracht. Die etwas betagtere Version 2.0 ist ja fester Bestandteil der Mobiltelefon-Grundinstallation.

 

Nun ist aber nach einer etwas längeren Betatestphase nun endlich die deutsche Version von NOKIA Maps 3.0 erschienen, die es durchaus mit professionellen Systemen von schlage Tomtom Rider aufnehmen kann. Neben der obligatorischen 3D-Routenanzeige, den Fahrspurassistenten und dynamischen TMC via (kostenpflichtiger) GPRS-Verbindung zur Stauumfahrung bietet es ferner einen Warner vor festen Blitzanlagen (automatisch in den Ländern aktiv, wo der Einsatz erlaubt ist) und einen akustischen Reminder wenn man sich auf dem Mopped jenseits der Geschwindigkeitsbeschränkungen bewegt.

 

Gut, das Programm selbst ist kostenlos und kann bei NOKIA direkt heruntergeladen werden, dort gibt es auch eine kostenfreie Zeitlich begrenzte Lizenz zum ausgiebigen ausprobieren. Praktischerweise ist in die neue Version 3.0 auch gleich eine Anbindung an den OVI-Service von NOKIA integriert. Dies erlaubt die komfortable Planung einer längeren Route am heimischen PC auf http://maps.ovi.com und die anschliessende Übertragung auf das Mobiltelefon. Netterweise hat NOKIA auch einen Client herausgebracht, mit dem sich Kartendaten und Stimmen direkt auf das Mobiltelefon herunterladen lassen. Dies spart Zeit und natürlich Geld bei denjenigen, die keine GPRS-Flat für ihren Telefonvertrag abgeschlossen haben. Die Abdeckung der Karten ist gut, sogar für relativ ungewöhnliche Länder wie Costa Rica oder Mauritius lassen sich - ein entsprechendes Abo vorausgesetzt - schnell auf das eigene Telefon laden. 

 

Wobei die Genauigkeit der Karten gerade bei diesen exotischen Destinationen wie z.B. Mauritius doch manchmal sehr zu wünschen übrig läßt. Bei unserem letzten Urlaub bot das Handy nur eine sehr vage Ortsbestimmung und lediglich die Hauptstrassen. Für einen groben Überblick, um nicht verloren zu gehen reicht dies aber alle Male. Wo wir gerade beim Thema Abo waren: Wer motorisiert NOKIA Maps 3.0 nutzen möchte schliesst ein Jahresabo ab, dessen Preis für alle Regionen mit ca. 130 EUR pro Jahr zu buche schlägt. Kauft man hingegen nur ein Land oder eine begrenzte Region, kostet dies um die 70 EUR. Zusätzliche Optionen, wie dynamisches TMC via GPRS und die Synchronisierung der Blitzerstandorte kostet dann nochmal zusätzlich: Knapp 20 EUR pro Jahr.

 

NOKIA Maps 3.0NOKIA Maps 3.0

 

Dafür hat man dann aber in der Regel stets aktuellstes Kartenmaterial zur Hand, das merke ich besonders hier in Frankreich bei den ständig wechselnden Tempolimits und den vielen neuen Strassen die jeden Monat hinzukommen. Super für Motorradfahrer geeignet ist die Topographische Darstellung der Höhenzüge, da weiss man dann schon im vornherein wann die richtig schönen Strecken mit den Serpentinen kommen. Sehenswürdigkeiten werden sogar als 3D-Objekte auf der Karte angezeigt!

 

Auf dem Motorrad habe ich eine Schwanenhalshalterung für mein Telefon, dieses kommt dann in einen sogenannten wasserdichten Beachbag und ist somit sicher im Blickfeld des Fahrers untergebracht. Die Stromversorgung beziehe ich über eine 12V-Steckdose im Cockpit nebst passendem Telefon-Netzteil. Ja, grosse Reiseenduros haben einen Zigarettenanzünder!

 

Gerade auf längeren Touren möchte man ja als Fahrer auf dem Mopped ja auch etwas Unterhaltung, da Windgeräusche auf Dauer recht nervig werden können und manche Moppedfahrer deswegen sogar zu Schaumstoff-Gehörschutz greifen, habe ich mich ein wenig anders entschieden:

 

NOKIA Bluetooth Stereo-Headset BH-103NOKIA Bluetooth Stereo-Headset BH-103

 

Ich habe ein NOKIA Bluetooth Stereo-Headset Typ BH-103 gekauft, nicht nur der Preis von damals knapp 30 EUR war wie ich fand mehr als in Ordnung. Die Ohrstöpsel schotten prima nervenden Fahrtwind ab (drei verschieden große Gummipolster-Paare liegen dem Gerät bei) und eignen sich ideal für die Navigations- und Warnansagen des Telefons. Gleichzeitig bekommt man aber immer noch genug vom Verkehrsgeschehen um einen herum mit. Wer sich auf langen monotonen Strecken nun richtig langweilt, kann den MP3-Player des Telefons im Hintergrund aktivieren und Musik in glasklarem Sound geniessen (bitte hierbei stets die Lautstärke im Sinne der STVO anpassen und sich nicht allzusehr ablenken lassen). Das gute an diesem Headset ist, das es den gleichen Ladestecker wie das Telefon verwendet, so spart man das rumschleppen mehrerer Ladegeräte.

 

Auch die Einsatzzeit des Headsets ist mehr als ausreichend: Auf meiner gut 18h dauernden Tour brauchte ich es nicht einmal aufladen und das trotz permanenter Hinweise wie: "Achtung! Bitte beachten Sie die Geschwindigkeitsbeschränkung!".


17.07.2009 13:26    |    taue2512 taue2512    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: , , , , , ,

Kommen wir in unserer kleinen Reisetipp-Serie zu einer weiteren Kuriosität Europas: Schon als kleines Kind während eines Schulbesuches einer Höhle irgendwo im Harz fragte ich mich ob man da wegen der immensen Größe und meiner schmerzenden Füße auch mit einem Auto durchfahren könnte.

 

Ja, man kann! Zwar nicht im Harz, aber dafür an genau zwei Orten in Europa. Eine Höhle die allerdings etwas kleiner ist als diese hier von mir vorgestellte existiert auf Sardinien, dort kommt man aber in der Regel recht selten mit seinem eigenen Auto vorbei.

Fahren wir also lieber in den Süden Frankreichs nach Mas-d’Azil (GoogleMaps).

 

AusgangAusgang

 

Als ich das erste Mal nach Mas d’Azil fuhr um ein paar Geocaches zu suchen, kam ich auf der „richtigen“ Seite an, eine ordinäre Einfahrt in einen kleinen Bergtunnel sollte man meinen. Aber nach einigen Metern Fahrt wird aus dem engen von Menschenhand vorangetriebenen Schlauch plötzlich eine gut 50m hohe natürliche Kaverne mit spärlichem Pflanzenbewuchs wo immer das Tageslicht der Öffnung der anderen Seite hinkommt, Vögeln und Fledermäusen, die im Inneren der großen Höhle in den Felsnischen herumfliegen oder nisten. Eine überwältigende Mischung aus Jurassic Park und der Partnachklamm.

 

Die Straße ist in einem wirklich sehr guten Zustand und das Ganze hat schon eine etwas abstrakte Anmutung wenn man mit seinem Auto durch die Höhle fährt, man kommt sich schon fast vor wie in einem Fantasy-Level bei irgendeinem Autorennspiel.

Auf der Mitte des Weges ist in einer kleinen Seitenhöhle ein Museum mit Funden aus Zeit der menschlichen Besiedlung in der Jungsteinzeit eingerichtet. Da das Parken oder Anhalten in der Höhle aus Sicherheitsgründen untersagt sind, sollte man ruhig bis zum anderen Ende durchfahren. Dort befindet sich ein kleines beschauliches Rasthaus und man kann über einen gut ausgebauten Fußweg zurück in die Höhle laufen.

 

Mas-d'AzilMas-d'Azil

 

In den Sommermonaten werden u.a. Bungeesprünge vom Südportal der Höhle angeboten, wer gut zu Fuss ist kann auf relativ sicheren aber sehr steilen Wegen rauf bis über die Höhlenöffnung klettern – dort sind u.a. auch nette Geocaches zu finden.


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 01.10.2012 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Electric Lounge

Wer sagt denn das eMobilität teuer ist?

Frankreich macht schonmal den Anfang www.ecarus.fr

 

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(Dem Stammplatz für alle, die an eMobilität interessiert sind oder diejenigen die bislang dazu Fragen hatten...)

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