20.09.2009 21:09
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Nanoteilchen
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Kommentare (27)
| Stichworte:
Bedingungsloses Grundeinkommen,
BGE,
Politik
Hallo werte Blogleser.
Politisch wird es jetzt bei mir im Blog so langsam auch, nachdem ich mich auch seit einigen Monaten in einer Partei eingefunden habe, bei der ich denke, das sie meine Ansichten am ehesten Vertritt. Ich möchte ab jetzt auch mal einige Interessante Themen, die wir in unseren Tagungen diskutieren auch mal in mein Blog hierhin verlagern. (Ich bin bei den Linken aber das ist jetzt erstmal nur so am Rande
Bevor es hier zu einer hitzigen Diskussion ausartet, möchte ich euch ernsthaft darum bitten erstmal sich diesen Film anzuschauen, das 1 Stunde und 38 Minuten dauert aber wirklich jede Frage, Skepsis etc. sehr ausführlich, anschaulich und für jeden leicht verständlich beantwortet/behandelt, ohne sich vorher mühsam durch den Informations-dschungel durchkauen zu müssen. Das ist es wirklich wert, finde ich. Gerade für diejenigen von euch, die über diesen Begriff noch nie etwas gehört haben bzw. was man sich darunter vorstellen kann
Eigentlich werden in dem Video alle Vorteile von dieser Idee aufgezeigt und veranschaulicht. Die wenigen Probleme und Nachteile werden ebenfalls ausführlich beantwortet. Auch auf die Finazierbarkeit und vorallem auf die Behauptungen, das dann z.B. niemand mehr Arbeiten gehen würde, wird sehr deutlich eingegangen. Das Video vertritt meine Ansichten auch ziemlich genau sodass ich hier erstmal auf meinen eigenen Standpunkt zum Thema verzichte und es dann später mit in die Diskussion verlagere.
In den aktuellen Programmen der Parteien in Deutschland, wird diese Idee nur von der Partei ''die Violetten'' als Hauptthema ernsthaft vertreten. Obwohl es jetzt schon im Bundestag sehr viel engagement von einzelnen Personen dazu gibt, die sich für dieses System einsetzen, wird auch verdeutlicht, warum sich bislang niemand dazu ''getraut'' hat sowas einzuführen. Weitere Links die interessant sind habe ich hier auch nochmal aufgelistet, die es ebenfalls wert sind nach dem Video mal in aller ruhe durchgelesen zu werden:
Bürgerinitiative Grundeinkommen
Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft.
Die Piratenpartei zum bedingungslosen Grundeinkommen
Die Linke zum bedingungslosen Grundeinkommen
Du kannst Grundeinkommen wählen .de
Freiheit statt Vollbeschäftigung
Als weitere Diskussionsplattform eigent sich das Forum zum BGE sehr gut.
Weitere interessante Links findet man unter dem Archiv BGE.
Auf eine friedliche Diskussion sage ich dann mal.
Elias |




) Über ein Bedingungsloses Grundeinkommen hat bestimmt schonmal der eine oder andere was gehört. Wie ich finde ist das aus der Sicht von Heute überhaupt nicht mehr Abwägig und durchaus realisierbar. Seit mehrereren Wochen zumindest ''bei uns'' eines der Hauptthemen.
Kommentare: 27
20.09.2009 21:22 |
patti106
Ohne etwas zu lesen (wozu auch, das Grundeinkommen soll ja bedingungslos sein):
Find ich gut. Dann kann ich mich endlich entspannt zurück lehnen und all die Idioten malochen lassen. Ich habe keine Streß, da reichen mir die paar Pimperlinge. Bind doch nicht blöd und mache mir da noch die Finger krum.
Naja, ich guck mal, was noch nach den 30 Sekunden Goldwand kommt.
Edit:
Nach 8:30 erklärt immernoch keiner, woher die Monedas kommen.
20.09.2009 21:29 |
Nanoteilchen
Na, dann hast du das Thema verfehlt. Es soll einen eben nicht zum Faullenzen Animieren.
Guck dir den Streifen erstmal in ruhe an. 
Elias
20.09.2009 21:32 |
meehster
Ich bin dafür.
In einer Ortschaft in Namibia hat man es ausprobiert mit einem Grundeinkommen oberhalb dessen, was man wirklich ausgeben muß. Ergebnis: Keiner hatte mehr zu hungern und die Leute haben in ihre Zukunft inverstiert, ein Gewerbe gegründet oder neue Gerätschaften für ihr Gewerbe angeschafft. Was patti meinte mit dem Zurücklehnen, das ist dort eher die Ausnahme. Klar, in der ersten Zeit viel in die richtung, aber das halten die meisten Menschen nicht lange durch.
20.09.2009 21:34 |
Nanoteilchen
In vielen Ländern hat man es schon probiert, bisher mit Erfolg. Irgendwo im Film gegen Ende kam auch der Vorschlag, es erstmal in einem Bundesland als Projekt laufen zu lassen und es dann bei Erfolg (wovon ich ausgehe) auf weitere Bundesländer auszuweiten.
Elias
20.09.2009 21:43 |
patti106
Ich unterbreche. Ausschweifungen noch und nöcher. Da wird ausgeholt ohne Ende. Welche Sekte steckt dahinter?
Bedingungslos...
Einer der Schweizer sagte, Erwerbsarbeit macht krank.
Ja. Wenn andere Gedl bekommen, ohne etwas dafür zu tun, man selber sich aber den Arsch aufreißt.
Na klar, wird da nicht für Faulheit geworben. Es wqerden aber auch nur Menschen interviewt, die für ihr Gewissen arbeiten gehen.
Ich hätte keinen Bock, arbeiten zu gehen, wenn ich auch klagen kann.
20.09.2009 21:48 |
patti106
Film ist zuende.
ABER
woher kommt denn nun das Geld für das Grundeinkommen?
Fällt es vom Himmel? Kommt es wie der Strom aus der Steckdose?
Klar, weil sie irgendwann Gewissensbisse bekamen. Aber warum sollte ich arbeiten gehen, wenn ich doch Geld habe? Bei einem BEDINGUNGSLOSEM, EINKLAGBAREM Grundeinkommen wäre der Aufwand/Nutzen vergleich wesentlich besser, als wenn ich arbeiten gehe und nur unwesentlich mehr als das Grundeinkommen habe.
20.09.2009 21:52 |
Nanoteilchen
So schnell?
Das Geld dafür ist schon bereits vorhanden. Im 3/3 des Filmes wurde auch anschaulich erklärt warum. Komplexer erklärt es diese Quelle ganz gut: http://www.unternimm-die-zukunft.de/index.php?id=54
Elias
20.09.2009 22:36 |
UHU1979
Hallo Patty,
willkommen in der BRD. Nur 50% der Haushalte zahlen Einkommenssteuer. Manche Leute bekommen 2.300 EUR netto ohne Arbeiten zu gehen vom Amt, während andere für 40h Arbeit die Woche Zuschüsse für ihren Lebensunterhalt brauchen.
Deine Argumentation läuft ins Leere. So gesehen ist auch Kindergeld und der Großteil des BaFöGs "Geld, ohne was dafür zu tun".
21.09.2009 00:24 |
BenutznameSchonVergeben
Is doch wurscht woher das Geld kommt, unsere Staatsverschuldung können wir eh nie wieder zurückzahlen. Warum also nicht jedem mehr Geld geben, der Staat hats ja....
21.09.2009 07:38 |
WHornung
Das Problem an solchen Denkmodellen ist, dass die meistens von Leuten gemacht werden, die wenig oder gar keinen Bezug zu der Arbeitswelt in der Massenproduktion haben - die aber für eine grössere Gesellschaft überlebenswichtig ist. Dass jemand der zig Jahre studiert hat mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Arbeit weitermacht ist klar - aber dass es noch genug Leute gibt die einfache - und sicher nicht so erfüllende aber ja dennoch wichtige Tätigkeit am Fliessband machen - das glaube ich nicht - könnte man beliebige Arbeiten durch eine VOLLSTÄNDIGE Automatisierung ersetzen erst dann wäre so eine Utopie überhaupt umsetzbar in einer grösseren Gesellschaft.
21.09.2009 07:56 |
NeoNeo28
Das Ganze in nur einem Bundesland zum Testen einführen zu wollen ist Schwachsinn. Gesellschaftlichen Unfrieden haben wir schon genug. Es muss deutschlandweit Mindestlöhne geben und keinesfalls sollte jemand der 40 Stunden die Woche arbeitete, mit Hartz IV aufstocken müssen. Da wird ein Schuh draus. "Bedingungsloses" Grundeinkommen finde ich aber gefährlich. Eine Handhabe gegen Sozialschmarotzer muss man sich schon lassen...
21.09.2009 08:13 |
pingu861
Hm,
ich hab mir nun weder die ganzen Links noch den Film angeschaut, glaube aber aufgrund "Der Zeit", Arte und Wikipedia gut genug informiert zu sein um mir einen Kommentar zu erlauben.
Ein Großteil des benötigten Geldes ist schon da, steckt nur in diversen Leistungen z.B. Kindergeld, Hartz4, Grundrente, Bafög, Elterngeld, Erziehungsgeld, Wohnzuschüße, Riesterförderungen etc. pp.
Die Frage die sich nun dazu stellt bezieht sich auf die Effektivität des BGE.
Viele der Umverteilungen dienen ja der gezielten Förderung bestimmter Strukturen oder Entwickelung sozialer Teilnahme. Man nehme die Eigenheimzulage, Kindergeld, Ausbildungsbeihilfe, Bafög usw.
Wenn man nun die ganzen Gelder zum BGE zusammenfasst und jedem zur Verfügung stellt hat das natürlich den Vorteil, sehr viele Verwaltungskosten einzusparen und die Kaufkraft etwas zu nivelieren und gleichzeitig zu erhöhen.
Gut, kein schlechter Gedanke, aber ich glaube, dass das ein Rückfall zum allgegenwärtigen und fürsorgenden Sozialstaat ist und da beginnt meine Kritik, weil genau das ermutigt zur Faulheit.
Meine Schwester war auf der Hauptschule, eine ganz normale auf dem Dorf und weitestgehend ohne Probleme.
So, sie hat ihr Fachabitur mittlerweile, aber ein recht großer Teil ihrer Klassenkameraden hat seinen Traumjob schon gefunden, welcher seit Jahren von ihnen gewünscht wurde, nämlich Hartz4-Empfänger zu werden. Deren Motto:"Das Geld reicht ja ganz gut für einen allein, warum noch lernen oder arbeiten?"
Mag sein, das es Einzelfälle sind, nur dann sind es in meinem weiter gefassten Bekanntenkreis schon sehr viele Einzelfälle.
Ich selbst bin am studieren und muss dafür ne verdammte Menge an Geld aufwenden, allein für die Gebühren, und noch mehr Zeit und Mühe, was ich aber auch gern mache.
Und mit Verlaub, ich habe in meinem späteren Berufsleben absolut keine Lust, Geld für die Faulheit anderer abzudrücken, wenn ich mir jetzt schon das Geld für mein Studium erarbeiten muss.
Es kommt nichts von nichts und man kann auch aus einfachsten Verhältnissen nach oben kommen, nur muss man dafür lernen und arbeiten und nicht rumsitzen.
Die Umverteilungen, wie es sie jetzt schon gibt, sind meiner Meinung nach schon teilweise zu viel, zumindest ich habe das Gefühl, dass man schon Hilfsleistungen bekommt, wenn einem das furzen weh tut.
Der Großteil der Sozialleistungen sind nicht schlecht und auch absolut in Ordnung, aber es soll auch bei "Sozial"-Leistungen bleiben und bitteschön nicht zu einem Freifahrtschein für ein absolut sorgenfreies Leben in Genügsamkeit auf Kosten anderer mutieren. Und diesen Freifahrtschein stellt das BGE dar und dabei sträuben sich mir die Nackenhaare.
gruß
21.09.2009 08:32 |
NeoNeo28
Zum Teil wirklich richtig. Über Kindergeld, Kindergeldzuschlag, Elterngeld würd ich aber schon im Grundsatz nicht diskutieren. Eher sollten diese Leistungen noch erhöht werden, denn unsere Kinder zahlen später mal die Rente von denen die heute kinderlos Karriere machen. Oder aber man kündigt den Generationenvertrag ein für allemal auf...
Auch bei Hartz IV gibt es gerade einmal 2 bis 3 % Sozialschmarotzer. Wenn man jetzt mal von circa 5 Mio Beziehern ausgeht, macht das zwar immerhin 50.000, aber alle kann man eben auch nicht über einen Kamm scheren.
Vierlleicht sollte man besser schauen, dass man unsere Schulbildung mal auf Vordermann bringt und dafür sorgt, dass jeder Jugendliche - der will - auch wirklich einen Ausbildungsplatz bekommt. Schon würden 5% der Hartz IV Bezieher wegfallen. Andererseits kam gestern ein bericht über eine Brennpunktschule in Frankfurt. Eine 5. Klasse - davon 3 deutsche Schüler, der Rest Ausländer und Imigranten von denen einige nicht mal im Ansatz der deutschen Sprache mächtig sind. Sorry, aber die 3 deutschen Kinder werden auf Grund der Situation sang- und klanglos untergehen. Sowas darf nicht sein...
21.09.2009 09:13 |
Rumpelgnom
Zitat:"Auch bei Hartz IV gibt es gerade einmal 2 bis 3 % Sozialschmarotzer."
Der Rest lebt nach dem Motto: "Wozu arbeiten? Es gibt doch Geld vom Amt."
Diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich mit vielen Arbeitslosen unterhält.
21.09.2009 09:55 |
meehster
Vielfach ist es eher "Wozu arbeiten, wenn ich dann immer noch nicht von dem Amt weg bin?"
Diese Unterdrückungsmaschinerie muß weg. Allein dadurch würde man so viel einsparen, daß man die Hartz-IV-Bezüge verdoppeln könnte - wobei ich eher dafür wäre, die Erhöhung moderater ausfallen zu lassen und das überschüssige Geld in anständige Weiterbildungsmaßnahmen zu stecken.
Übrigens haben wir ca. 8 Millionen ALG-II-Empfänger, viele davon nur, weil zu viele Leute glauben, die Arbeitsplätze für Friseure, Postdienstler, Tankwarte, Wachdienste, Seniorenheime, Supermarktkassierer, Reinigungspersonal usw. würden ins Ausland abwandern, wenn wir einen gesetzlichen Mindestlohn hätten.
OK, mit dem bedingungslosen Grundeinkommen in ausreichender Höhe brächten wir auch den Mindestlohn nicht mehr.
21.09.2009 10:08 |
pingu861
Grade Bildungs- und Familienausgaben sollten drastisch vor allen anderem erhöht werden!
Wenn man sich die teils mehr als maroden Gebäude vom Kindergarten bis zur Uni anschaut, oder auch die hoffnungslos unterbesetzten Lehrerkollegien grade an Brennpunktschulen...oder auch die teilweise große finanzielle Belastung der Familien wenn die Kinder in der Berufsausbildung sind.
Klassen mit 100% Migrantenanteil kommen auch nicht von ungefähr ebenso wie die damit einhergehenden Probleme, aber um das zu ändern müsste man populäre Projekte abbrechen und viel Geld in die Hand nehmen, was wenig Stimmen im Wahlkampf bringt...
Ich frage mich immer, warum kinderlose Ehepaare schon in den Genuß von Steuererleichterungen kommen, obwohl sie die gleichen Kosten haben wie ein kinderloses, nichtverheiratetes Päärchen
Ich denke, dass genau das ein Punkt ist, an dem angesetzt werden sollte. Ebenso wie man eher mal wieder große Vermögen und große Kapital/Spekulationserträge besteuern sollte anstatt Steuern nur vom Einkommen abzuziehen, das wäre dann wohl eher vernünftige linke Politik und nicht nur reine Wahldemagogie um Stimmen zu erhaschen.
Aber halt, wichtige und viele Wähler, zig Millionen arme Hartz4-Empfänger und Geringverdiener und/oder mächtige Vermögende inkl. Lobby und eventuelle Parteispenden oder Jobs für die entsprechenden Politiker
Mit Bildung macht sich schlechter Wahlkampf, Kinder/Jungendliche wählen nicht, zahlen nichts und ihr Protest kann als jugendlicher Überschwang beiseite gewischt werden.
Da bringt ein BGE doch wesentlich mehr Stimmen, ebenso wie zig andere Programme quer durch die Parteinlandschaft.
Bildung kostet ja nur, bringt wenig für die Partei und am wichtigsten: Es lässt sich keine Stimmung damit machen!
Nur ist Bildung der letzte Vorteil der westl. Welt gegenüber dem Rest des Planeten.
21.09.2009 11:04 |
AR147
Bedingungsloses Grundeinkommen ist das dümmste, das sich jemals irgendjemand ausgedacht hat. Direkt nach dem Mindestlohn.
Ich bin dafür, den Sozialstaat radikal zu kürzen, Arbeit muss sich wieder lohnen. Hab keinen Bock mehr so viele Abgaben zu zahlen, vorwiegend für Leute die nicht mal Deutsch können oder ihre ganze Familie über eine einzige Krankenkarte durch die Krankenhäuser schleifen weil sie alle gleich aussehen oder sich in schwarze Gardinen einkleiden.
21.09.2009 12:09 |
Nanoteilchen
Dann ist das aber ein Widerspruch in sich. Ein BGE sorgt ja gerade dafür, das man in ruhe und ohne finanzielle Nöte sich schulisch oder sonstwie (weiter)bilden kann und anschließend zum bereits vorhandenen BGE weiter Geld draufverdienen kann.
Durch ein BGE würde sich Arbeit eben weiterhin lohnen. Insbesondere bei den sogenannten ''Drecksjobs'', die dann letztendlich besser bezahlt werden müssten etc. um weiterhin anreize zu haben.
Elias
21.09.2009 13:18 |
pingu861
[Zynimus]
Wahnsinns Erfindung, das BGE
[/Zynismus]
Das BGE soll so hoch angesetzt sein, das man ohne große Einschränkungen wie bei Hartz4 leben kann, mein Kenntnissstand liegt bei ~800-850€.
Gut, wenn ich das Geld so oder so bekomme, wofür noch arbeiten?, bei der jetztigen Preislage lässt sich davon sehr anständig leben.
Machen ja eh andere, also warum soll ich dann?
Ich denke, dass mit dem BGE gewisse Begehrlichkeiten geweckt werden. Alle bekommen Geld und für einen großen Teil der Bevölkerung wird sich das Leben stark erleichtern, da finanzielle Engpässe beseitigt werden.
Damit schafft man allerdings für zukünftige Wahlen ein nicht zu unterschätzendes Stimmenpotenzial, dessen sich keine Partei entziehen kann.
Wird das Geld knapp, wird eben die Partei gewählt die noch mehr vespricht und setzt man diese Entwickelung stringent bis zum Ende fort, so kommt man bis zum endgültigen Staatsbankrott nicht mehr aus der Nummer raus, da die Leute, welche das Geld erwirtschaften sollen/müssen aller wahrscheinlichkeit nach entweder auswandern oder sich ebenfalls bequem auf das BGE niederlassen. Wozu soll ich schließlich arbeiten gehen z.B. 2500€ brutto verdienen, wenn mir dann abzüglich aller Steuern, Lohnnebenkosten und BGE-Abschlag davon vielleicht 400€+BGE überbleiben?
Sozialleistungen sind Hilfen und müssen als solche auch bleiben, sie dürfen keinesfalls zu Selbstverständlichkeiten werden.
21.09.2009 13:39 |
Nanoteilchen
Andererseits könnte ein BGE es endlich schaffen, die Armut in Deutschland weitesgehend abzuschaffen. Dafür gab es auch im Video ein anschauliches Rechenbeispiel. Aber das Stimmt wohl, das das BGE für den Stimmfang in der Politik missbraucht werden kann. Es müsste eine gesonderte Regelung des BGE vorhanden sein, der die Höhe jedem Individuum gesondert anrechnet. Und dafür liefert ja oben die Seite Bundesagentur für Einkommen ein gutes Exempel ab, wie man es z.B. handhaben kann. Ganz ohne Bürokratie wird ein BGE wohl nicht gut funktionieren können.
Elias
21.09.2009 17:19 |
pingu861
Nunja, Armut in Deutschland ist sehr relativ wie ich finde.
Vergleich einmal die Sitution eines typischen Langzeitarbeitslosen in Dtl., den USA, Japan und England.
Vergleiche zur zweiten und dritten Welt erübrigen sich.
Wenn man allerdings anfängt, die Höhe des BGE nach Individualeinkommen zu differenzieren ist das ganze aber schon nicht mehr bedingungslos, sondern wird dann zum Hund, der sich in den eigenen Schwanz beißt.
Wenn 82mio Menschen und ihr Einkommen ausdifferenziert werden sollen, das würde die ultimative Behörde erfordern, dürfte dann zu ähnlichen innerbehördlichen Strukturproblemen führen, wie in der Konsumgüter und Produktions-Planungsbehörde der ehemaligen DDR.
Ausserdem beseitigt das noch nicht den Grundfehler, dass man fürs Arbeiten dann quasi bestraft wird, da man Zeit zum Arbeiten aufwendet und einen Großteil des Gehaltes verlieren wird. Jeder Mensch ist ein einfacher Kosten-Nutzenrechner und bei der überwiegenden Mehrheit dürfte die Rechnung gegen Arbeit ausfallen.
21.09.2009 17:36 |
Nanoteilchen
Okay, das mit der Individual-Regelung war nur so eine Idee, die ich auch selbst nur aufgescnappt habe. Da gab es mal so einen Vorschlag, das z.B. der Alleinlebende 850€ bekommt, mit einer Partnerin 800€ (sodass für den Haushalt am Ende 1600€ zur Verfügung ständen minimum), mit einem Kind und einer Ehefrau/Partnerin 750€ (also 2x 750€ Plus z.B. 500€ für das Kind) usw.
Das BGE wird von vielen Befürworten auch nicht so betrachtet, das Arbeit nicht mehr = Existenzsicherung heißt sondern verbesserung der Lebensqualität. Das BGE ist ja schon die Sicherung der Existenz. Deshalb wäre Arbeit weiterhin eine Belohnung. Auch der aus heutiger Sicht vermeindliche ''Drecksjob''.
Elias
21.09.2009 19:55 |
pingu861
Das BGE ist insoweit auch keine schlechte Idee, nur in der Realität dürfte da vieles gegensprechen.
Die Sache ist ja nun die, ich greife jetzt die Rechnung von oben auf, ein Paar hat 1600€ zur Verfügung und investiert diese entsprechend seiner Interessen und Bedürfnisse. Ähnliches ist den 82mio anderen dt. Staatsbürgern möglich.
Nun werden wesentlich mehr Produkte gekauft, zuerst mal ist das gut, aber innerhalb eines recht kleinen Zeitraumes dürfte entweder das Angebot schrumpfen und damit die Preise steigen oder die Preise steigen einfach deshalb, da die Händler durch gestiegene Kaufkraft auf höheren Profit abzielen.
Somit wird relativ gesehen das "Mehreinkommen" des BGE relativiert und entbehrt seiner Grundlage, da man wiederrum nicht davon vernünftig leben kann oder noch schlimmer, die Begehrlichkeiten sind geweckt und das Volk verlangt nach einer erhöhung. Beide Szenarien lassen sich für eine gewisse Zeit aufrecht erhalten, aber dann kommt es unweigerlich zum Totalabsturz. Entweder durch verlorene Legitimation des BGE oder durch Staatsbankrott, da das notwendige Kapital nicht aufgebracht werden kann.
Eventuelle Inflationsmechanismen durch die breite Erhöhung der Kaufkraft laß ich mal außen vor, da meine VWL-Kenntnisse dafür nicht ausreichen.
Zur Existenzsicherung ist Hartz4 m.M.n. ausreichend, es lässt nun natürlich vortrefflich darüber streiten, ob das Geld für Zigaretten nötig ist, oder doch anders zugeteilt werden sollte.
Was allerdings klar nachgebessert werden muss, ist der Regelsatz für Kleinkinder und Jugendliche.
Wenn sich das nicht in letzter Zeit nicht geändert hat, so ist der Regelsatz für Bildungsausgaben =0
und das ist ein Unding, ebenso wie der Satz für die Ernährung so angepasst werden sollte, das man sich halbwegs gesund ernähren kann, zwar nicht ausschließlich Bioqualität, aber doch öfters mal frisches Obst oder Gemüse. Das ist für Erwachsene nicht ganz so wichtig, für Kinder im Wachstum allerdings sehr wichtig.
Wie gesagt, als vernünftige linke Politik wäre wünschenswert die Steuern und Abgaben auf Einkommen merklich zu senken und das verloren Kapitalvolumen z.B. durch Steuern auf Vermögen ab 5mio.€ von 1% und dann stufenweise bis 5% sowie Steuern auf sämtliche Börsengewinne ab einer Höhe von 250000€ p.A. von 0.025% zu ersetzen.
Ersteres bringt mehr, da die Leute sofort ein volleres Portemonnaie merken und letzteres sorgt für Abschwächung des Schereneffektes zwischen den Extremeinkommen und hilft den sozialen Frieden zu erhalten.
21.09.2009 20:25 |
NeoNeo28
Problem daran ist nur, dass sich Hartz IV solche Leute ausgedacht haben, die noch nie in dieser Situation waren und auch nie in eine solche Situation kommen werden. Das ist das Hauptproblem. Vor allen Dingen dann, wenn sich die gleichen Leute Diätenerhöhungen gönnen, die so hoch sind wie der doppelte Hartz IV Regelsatz eines Bürgers.
21.09.2009 23:38 |
pingu861
Das ist leider ein allgemeines Problem in Deutschland, das meiste was aus der Politik kommt wird die Politiker nur am Rande treffen.
Ist irgendwie recht vertrackt das System so aufzubrechen, dass die Entscheider konkret mit ihren Entscheidungen konfrontiert werden.
Nur das kann nicht der Grund für ein Revival des allsorgenden Staates sein und ich glaube, dass die wirklichen Probleme die schon seit den 70er Jahren systemimannent sind, kaum durch ein BGE oder ein erhöhtes Hartz4 beseitigt werden.
Man nehme als krasseste Beispiele nur die Integrationspolitik und die Bildungspolitik und die daraus resultierenden Probleme, besonders das Abdriften in Armut.
29.09.2009 16:04 |
Nanoteilchen
Hallo. Obwohl die Bundestagswahl schon vorbei ist, habe ich hier noch zwei aktuelle Kurzfilme zum Thema BGE, die es gut auf den Punkt bringen:
http://vimeo.com/6184109
http://www.youtube.com/watch?v=TIhMrWUpCRo&NR=1
17.08.2010 16:56 |
hudy99
Es sind immer die gleichen Vorbehalte, die man gegen das BGE vorbringt. Nach meinen Erfahrungen liegt das daran, das die Menschen nicht bereit sind sich das Thema bis zu Ende anzusehen.
Gerade die Finanzierung des BGE ist das einfachste von allem das sagen alle, die sich damit auseinader gesetzt haben. Selbst Frau Merkel hat eine Studie in Auftrag gegeben, ob ein BGE fianzierbar wäre. Wirklich alle sind auf das gleiche Ergebnis gekommen. ES IST FINANZIERBAR - ohne Frage.
Bleibt da nur noch die Hängematte-Theorie, die sagt, das dann keiner mehr arbeiten würde. Da gibt es eine sehr schöne Umfrage. In der Umfrage sagen ca. 80% - ja ich würde noch arbeiten, denn die Summe ist mir viel zu klein. Wenn man die selben Leute allerdings fragt ob sie meinen, das andere dann noch arbeiten bekommt man die Antwort "Nö, die anderen sind ja faul - die werden nix mehr tun".
Scheinbar gibt es in jedem Menschen zwei Menschenbilder - das von sich und das von anderen.
Wenn man in der BGE Diskussion wirklich ernsthaft mitreden möchte, dann muss man sich auch die Mühe machen sich alle Aspekte durch den Kopf gehen zu lassen. Wenn nicht läuft man Gefahr etwas kaput zu reden, was einem selbst seh rgut tun würde wenn man es hätte.
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