12.08.2009 22:48
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murxer666
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Kommentare (9)
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ADAC,
Mietwagen
Hallo!
Vor Kurzem stand mal wieder ein Besuch in Deutschland an. Die Gelegenheit wollte ich nutzen mal ein neues Auto zu fahren und doch mal etwas emotionale Distanz zu meinem nun doch 9 Jahre alten Peugeot 206 aufbauen. Gebucht wurde bei Hertz mit ordentlich ADAC Rabatt die Klasse Q für 98€. Beworben wird Q als Luxuskompaktklasse, also 1er BMW, Audi A3 oder eben ein Golf mit Navgationssystem.
Letzteren habe ich dann am Flughafen erhalten. Genaugenommen war es ein Golf VI 2,0TDI mit der 110PS Maschine. Der Wagen machte einen sympatischen Eindruck, war angesichts des Kilometerstands von rund 2830km bei Übergabe noch jungfräulich und roch wunderbar nach Neuwagen. Das leichte Gepäck war schnell in dem doch recht großen Kofferaum verstaut.
Also einsteigen Platznehmen und, ok, passt. Meinen Führerschein hab ich auf einem Golf V erworben, daher war schnell eine angenehme Sitzposition gefunden. Das vertikal wie horizontal verstellbare Lenkrad trug seinen Teil dazu bei. Die Sitze machten sofort einen sehr bequemen Eindruck, versprachen aber auch ausreichend Seitenhalt. Die Schenkelauflage hätte für meinen geschmack noch einen Tick länger sein können, dennoch waren die Sitze um Welten besser, als das "Sport"gestühl in meinem 206. Nachdem die riesigen Außenspiegel vernünftig eingestellt waren ergab sich auch eine ordentliche Rundumsicht.
Nun hieß es Motor starten, Licht an und raus aus dem Mietwagenparkhaus. Licht an? Hm. Den Schalter auf Abblendlicht gedreht, nur die erwartete grüne Kontrollleuchte erschien nicht. Naja. Vorne funzelt was, ok , Licht is an. (auch wenn das nicht wirklich hell ist, aber vielleicht bin ich auch nur Osram Nightbreaker verwöhnt) Auf den ersten Metern fahrt fühlte ich mich irgendwie in die Fahrschulzeit zurückversetzt und hatte permanent die O-Töne meines Fahrlehrers im Ohr. Einen Diesel kannst du ohne Gas anfahren, bei 2000 Umdrehungen wird geschaltet, SCHULTERBLICK!!!!! Nun ja, die war seit der Fahrschule meine erste Fahrt in einem handgeschalteten Diesel. Nur gehört hat man davon nix. Die Geräuschkulisse war sehr angenehm.
Es ging also gemütlich über die verregnete Autobahn zum Ziel. Gemütlich, da das früher "freie" Stück der A17 auf Grund schwacher Mittellinien auf 100 beschränkt wurde. Nun den, Golf fahren entspannt, man ist im Urlaub, macht also nix. Darüberhinaus wurde der Bordcomputer immer freundlicher. Bei Start wurde mir bei vollem Tank eine Reichweite von 500km prophezeit. Schockierend, selbst mein 206 Benziner schafft locker 600 - 650 km Reichweite. Nach 25km Autobahn hat sich dieser Wert aber auf 750 km erhöht. Der Gute wurde wohl ziemlich derb gescheucht vom letzten Mieter.
Die Autobahn wurde verlassen und es galt in der Stadtverkehrskolonne mitzuschwimmen. Zirka 40kmh, 4. Gang, 20m vor der Ampel, ebene Strecke, Ampel wird Gelb --> Gas. Doch es tut sich nix. Gar nix. Der Drehzahlmesser fällt auf 0, der Golf wird langsamer. Abgesoffen. Hm. Soviel zu Dieselbums von unten raus. Kurz darauf die zweite Enttäuschung. In einer nassen 30iger Zonen Haarnadel untersteuert der Wagen stark bevor das ESP eingreift. An dieser Stelle überrascht mich das, da mein 206 selbst bei 40 problemlos um die Ecke fährt und bei Nässe eher hinten auskeilt. Im Lenkrads war vom Untersteuern nichts zu spüren. Man sah nur, dass Richtung und Lenkwinkel nicht zueinander passten.
Trotz dieser Rückschläge war das Fahren im Golf VI eigentlich sehr angenehm, vor allem auf Landstraßen. Der fiese ostdeutsche Landstraßenbelag wurde sehr gut und vor allem klapperfrei gedämft. Der Golf ist definitiv ein sehr leises Auto.
Neugierieg geworden machte ich mich auf zum nächsten VW Händler. Ich wollte genauer wissen, was ich da eigentlich bewege. Ein sehr freundlicher Kundenberater vom Autohaus Pirna (vielen Dank nochmal an dieser Stelle) schaute anhand der Fahrgestellnummer nach, was der Wagen für eine Ausstattung hatte: Es war ein Trendline auf Stahlfelgen mit Ganzjahresreifen, 5 Türen, Einparkhile, Klimaautomatik und dem Navigationssystem RNS310. Darüberhinaus gab es noch ein Lederlenkrad im Innenraum. Eine "unmögliche" Konfiguration, da ein Comfortline die gleiche Ausstattung zu einem geringeren Kurs geboten hätte. A propos Kurs: Der 110PS TDI ist aktuell nicht mehr im Programm. Der Wagen, als 140PS TDI mit identischer Ausstattung hätte rund 25.000€ gekostet. Mit weiteren Extras wie einer "Farbe" (für bis zu 2000€), Lenkradfernbedienung, Regensensor, Winterpaket kommt man sehr schnell Richtung 30.000€ ohne auch nur an Xenon oder Ledersitze gedacht zu haben. Da müsste ich mal die Preislisten wälzen, ob rein vom Anschaffungspreis ein GTI oder GTD nicht sogar günstiger wäre.
Natürlich hab ich auch mein "Absauf"-Problem angesprochen. War ich nun einfach zu blöd zum Autofahren oder war der Wagen noch nicht eingefahren? Die Antwort war schlicht: Ich fahr falsch. Das 5-gang Getriebe ist sehr lang übersetzt um bei hohen Reisegeschwindigkeiten niedrige Verbräuche zu ermöglichen. Richtig Bums komme erst ab 2500 Umdrehungen. Man muss also viel schalten.
Dies musste natürlich getestet werden. Während es bisher eher gemütlich aber souverän voranging, spürte ich nun den berühmten TDI Tritt im Kreuz und der Golf ging sehr zügig voran. 110 TSI PS im Golf sind also eigentlich völlig ausreichend im Alltag. (Erst recht für jemanden, der wie ich sonst einen 75PS Benziner fährt) Dieser Spaß hatte jedoch auch seine Kehrseite. Mit dem Turbo tritt auch der Motor zumindest akustisch in Erscheinung. Schön klingt anders.
Die größere Überraschung liefert jedoch die Verbrauchsanzeige: Bisher war laut Anzeige mit zwischen 4,2l/100km und 4,8l/100km unterwegs. Zwei Ampelrotphasen am Hang später (und auch hier wurde nichtmal in die Nähe von 3000 Umdrehungen gedreht) und oben am berg standen 10l/100 km auf der Uhr. Und ja, es war die Durschnittsanzeige, nicht der Momentanverbrauch. 5 Autobahnkilometer später standen wieder 5,0l/100km im Display. Die Durchschnittsberechnugn scheint also sehr empfindlich.
Was machte diesen Golf besonders? Genau, das Navi. Eigentlich ein RCD-310 Radio wurde es mittels 500€ extra zum RNS-310. Zum Klang: einfach top. Sicher nichts um Preise zu gewinnen, aber für den Alltag ein rundes Klangerlebnis mit astreinem rauschfreien Radioempfang. Der CD Slot war jedoch von der Navi Disc belegt. (Eine Disk nur für Deutschland, ich denke also keine DVD). Doch hier hat VW sich was schlaues Gedacht und einen SD Karten Slot eingebaut, der bis zu 32GB große SD Karten schluckt. Die Navi Discs könne also auf die Speicherkarte kopiert werden und der CD Slot ist frei. Eine MP3 SD Karte könnte ebenfalls abgespielt werden. Ein weiteres nettes Feature war die Integration des Naviis ins Auto: Das Display wurde nach bedarf zur Anzeige der Parkpiepse, zum Menü der Klimaanlage, zum Radio oder eben zur Navi-Kartendarstellung. Das Navi selbst fand ich nicht so berauschend. Trotz Touchscreens empfand ich die Menüführung als fummelig und unübersichtlich. Die Zielführung selbst war in ordnung, doch die Kartenanzeige nichts besonders. Da machen portable Navis mehr her. Auch wenn sie vom Sound und der Optik her ben nicht so sauber integriert sind.
Das Wochende verging schnell und bei Rückgabe standen 4,2l/100km auf der Uhr. Beim Volltanken ergab sich jedoch ein rechnerischer Verbrauch von 6,3l/100 km. Vielleicht war der Tank am Anfang nicht zu 100% voll, jedoch liegt man deutlich über der Displayangabe. Schade. Ein Spritspargetriebe, das nach Drehzahlen schreit oder sonst ein unendlich tiefes Turboloch bietet trübt den Gesamteindruck, erst recht, wenn dann kein günstiger Verbrauch bei rauskommt. Alles in Allem ist der Golf ein sehr angenehm zu fahrendes Auto, bei dem man eigentlich nichts falschmachen kann. Eigentlich. Wenn ich soviel Geld für ein Fahrzeug ausgebe, erwarte ich etwas mehr, als nur ein Alltagsfahrzeug. Aber vielleicht lässt sich dieser Makel bereits mit einer Farbe anstatt Blankblechsilber und einem Satz Alu-felgen beheben.
Trozt der eigentlich guten Erfahrung mit dem Golf steig ich immernoch gerne in meinen 206. Er macht einfach einen agileren Eindruck und gibt mehr Feedback an den Fahrer und macht mir somit trotz des erheblichen Leistungsdefizits mehr Spaß.
Murxer, (der froh ist, noch ne Weile sparen zu können und es dann vielleihct noch mal mit einem GTD versucht)
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Kommentare: 9
12.08.2009 23:29 |
Llama
110PS 2l Diesel? Na wolln mal hoffen das der Wirkungsgrad gut ist, denn 110PS Diesel mit 1,9l gabs schon im Golf 6/2
13.08.2009 09:23 |
VenoX
Ja der wirkungsgrad ist gut.
Zu deinen Kritikpunkten:
a) Ausbrechen
Würde ich auf die Ganzjahresreifen zurückführen
b) Verbrauch und Getriebe:
Ich habe jetzt 10.000km auf meinem 119g TDI und einen errechneten (!) verbrauch von 4,8l / 100. ich finde das ist sensationell.
Zum Vergleich, mein PD TDI GOlf IV (vorgänger) hatte ~ 5,8l
Weiters ist das das kleine RNS 310, nciht das RNS 510, es gibt noch ein andres navi.
EDIT von Murxer: Stimmt, da hab ich mich vertippt, wird verbessert. Danke
13.08.2009 10:20 |
gimmy1972
Einen errechneten Verbrauch von 4,8 Litern schaffe ich auch (mit 1.9 TDI DPF, 105 PS). Ohne Spritspargetriebe und somit wesentlich agiler.
Gruß
gimmy
13.08.2009 11:05 |
murxer666
Ich denke mit "normalen" Reifen, einer Farbe und einem Sechsgang-Getriebe hätte ich ein Fan des Wagens werden können.
13.08.2009 11:27 |
VenoX
@gimmy1972
Wir haben ein unterschiedliches Streckenprofil.
Meine Freundin hat einen Golf V 1,9TDI 105PS ohne DPF und bei meinem Streckenprofil habe ich mit dem Auto 5,6l verbraucht, mit dem Golf IV 115PS PD TDI ohne DPF 5,8l.
Es ist also schon ein unterschied.
Weiters ist der 5. Gang beim Golf V 1,9TDI recht kurz und das Auto daher viel lauter.
Ich mag es wenn man locker dahingleiten kann. Wenn ich auf die 4. schalte kann ich doch bis 190 ordentlich hochziehen.
13.08.2009 22:06 |
Vilent
Zitate: "....Das Wochende verging schnell und bei Rückgabe standen 4,2l/100km auf der Uhr. Beim Volltanken ergab sich jedoch ein rechnerischer Verbrauch von 6,3l/100 km. Vielleicht war der Tank am Anfang nicht zu 100% voll, jedoch liegt man deutlich über der Displayangabe. Schade....."
Wie man aud dem Foto sieht, zeigt die MFA 4,2 L in Modus 1.
In diesem Modus wird die Verbrauchsanzeige aber nach 2 Stunden Betriebsunterbrechung zurück gestellt.
Und dann fängt wieder von vorne an.
Um MFA Anzeige mit dem tatsächlichem Verbrauch zu vergleichen muß man in Modus 2 wechseln.
D.h. voll tanken, MFA in Modus 2 nullen, und bei erneuten Tanken vergleichen.
Gruß Vilent
13.08.2009 22:22 |
murxer666
Ok. Beim nächsten Mietwagen lad ich mir vorher das Handbuch runter :-)
Blöde Frage, aber wofür soll Modus 1 dann gut sein?
Und wie hätt ich den 2ten bekommen?
Gab ja nur den kleinen Taster am Scheibenwischer zum Durchklicken.
Murxer
13.08.2009 23:00 |
Vilent
Modus 1 ist gut geeignet, wenn man Fahrwerte (siehe unten) bei Einzelfahrten oder bei mehreren Fahrten mit kleineren Unterbrechungen (unter 2 Stunden) erfahren möchte.
Modus 2 sammelt Fahrwerte einer beliebigen Anzahl von Einzelfahrten (unabhängig von Unterbrechungen) bis 99 Std 59 Min Fahrzeit, 9999 km Fahrstrecke. Wird einer der beiden Werte überschritten, wird der Speicher automatisch gelöscht.
Modus 1 und Modus 2 arbeiten gleichzeitig. Mit Taste "Ok" an Unterseite des Scheibenwischerhebels, oder am Multifunksionslenkrad wird zwischen den Modi gewechselt.
Gesammelt werden folgende Fahrwerte:
Fahrzeit
Durchschnittsverbrauch
Fahrstrecke
Durchschnittsgeschwindigkeit
P.S. Das Handbuch vom Golf VI kann man bei VW leider nicht runterladen.
Gruß Vilent
14.03.2010 21:09 |
Trackback
Kommentiert auf: C'est ça, la vie!:
Mietwagen (erschienen am 14.03.2010)
[...] hab ich statt dessen nen Golf 6 mit Navi. (ebenfalls Klasse Q)
Über die Erfahrung hab ich so gar nen Artikel geschrieben.
Das nächste mal werd ich vielleicht mal Sixt testen.
Aber bei Europcar werd ich gern [...]
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