06.01.2010 20:50
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murxer666
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Kommentare (4)
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"Netzfundstücke"
Hallo!
Da quält man sich allabendlich durch den ÖPNV und guckt zur Aufheiterung ein paar Podcasts. Heute gabs von N24 Kronzuckers Kosmos die Folge "Spurensuche".
Unter dem Titel hätte ich eigentlich eine Reportage über die Spurensicherung der KriPo erwartet, doch was stattdessen kam war mehr als beeindruckend:
zu Zeiten des Kalten Krieges gab es in Westdeutschland ein umfassendes Netz an atombombensicheren Bunkern, Sprengfallen an möglichen Invasionspunkten der Sowjets und Autobahnteilstücke, die zu Militärflugplätzen umfunktioniert werden konnten. Das alles getarnt unter Autobahnen, in S-Bahnstationen oder Tiefgaragen.
Den Clip kann ich euch natürlich nicht vorenthalten. Itunes Nutzer finden ihn im N24 Kronzuckers Kosmos Podcast, ich hab ihn aber auch in diesem Blog als .mp4 Clip (Achtung 72,5MB gross) gefunden.
Während jahrelang alles unter riesigem finanziellen Aufwand betriebsbereit gehalten wurde, ist der kalte Krieg ja nun eine ganze Weile vorüber und man macht sich an den Rückbau der Anlagen.
Doch wer hat das entwickelt? Die finanziellen Mittel bereitgestellt? Die Anlagen hab ja die verschiedensten Legislaturperioden aller Couleur überstanden! Bei der aktuell verbreiteten Terror Angst, gibt es etwa neue Anlagen für die "Führungsriegen"? Auch wenn ich mir nur schwer vorstellen kann, dass bei dem aktuellen Hickhack irgendjemand solche langfristigen Konzepte zustandebringt. Oder gibt es eine "höhere Instanz"?
Was passiert mit den alten Stollen? Wohnen da bald James Bond Bösewichte?
Welche (Verschwörungs-)Theorien könnt ihr euch vorstellen?
Murxer |

Kommentare: 4
06.01.2010 21:41 |
UHU1979
Natürlich wird es für die Führungsspitze nach wie vor anschlag- und atomsichere Schutzräume geben. Die Planung und Unterhaltung obliegt staatlichen Organen, deren Aufgabe das mit ist, ist also unabhängig vom tagespolitischen Überlegungen.
Natürlich hat sich die "akute" Bedrohung mit dem Russen unmittelbar vor der Tür geändert, aber so ganz ist die Problematik nicht gelöst, die Bedrohung kann jederzeit wieder kommen.
Ich denke aber, das größte Risiko dürfte bei der Bedrohung durch Anschläge sein: die RAF hat gezeigt, dass der Staat einzelne Personen nicht wirklich schützen kann (Schutz des staatl. Ordnung: Jeder Einzelne ist ersetzbar), bei massiver assynchroner Konfliktführung würde Deutschland aber ein Problem haben. Wie würde die Bevölkerung, Politik und Sicherheitskräfte bei einer Terrorwelle reagieren?
07.01.2010 10:43 |
murxer666
Wie es weitergeht ist eine gute Frage:
Zu RAF Zeiten soll es ja acuh zeitweise Städte gegeben haben, an denen an jeder Ecke ein Schutzmann stand. Wenn man jetzt die modernen Methoden wie Vorratsdatenspeicherung oder gar (offiziell nicht existierende) Bewegungsprofile (natürlich nur im Ausnahmezustand und Notfall) aus der eventuell kommenden PKW Maut hinzunimmt, gibts einen wunderschönen Polizeistaat.
Dennoch dein Hinweis Uhu:
Irgendwann wird das Volk genug haben.
Ich denke, es wird in so einem Fall zwei grosse Gruppen geben:
die, die sich einigeln
und die, die ein Bürgerwehr gründen.
Hm. Klingt irgendwie Mittelalterlich.
"Der Russe" hatte immerhin den Vorteil, dass man wusste wer und wo der "Feind" ist.
Murxer
07.01.2010 18:27 |
UHU1979
Was ich mit diesem Satz meinte: Der Vorteil der Demokratie besteht darin, dass systembedingt ein schneller Austausch bei Verlusten in der Führung möglich ist: Tötet man den Kanzler, übernimmt sofort der Vizekanzler und das System ist nicht beschädigt. Bei Diktaturen hingegen kann bei Anschlägen ein Machtvakuum entstehen, im schlimmsten Fall Bürgerkrieg (Ruanda). Und dieser Effekt macht Anschläge zwar immer noch schrecklich, aber auch unwahrscheinlicher, da weniger sinnvoll. Schweden hat das Attentat auf Olof Palme ja auch überstanden ...
07.01.2010 18:35 |
murxer666
Ich muss zugeben, ich bin dermassen egoistisch veranlagt, dass wenn Terroristen meinen Alltag bedrohen, mir das Wohlergehen der Kanzlerin egal ist. Es sei denn, die für sie bestimmte Autobombe explodiert, während sie an mir vorbeifährt.
Mit Ausnahme des Anschlages aufs Pentagon in 2001 führten die neuzeitlichen Terrorattacken darüberhinaus auch eher zu zivilien Opfern als zu politischen.
Murxer