MOTOR-TALK News - Aktuelle News rund ums Auto & Motorrad aus der Redaktion

Motorrad-Exoten

Blog über Motorräder, Prototypen, Einzelstücke und Designstudien, die es in Deutschland nicht oder zumindest noch nicht gibt.

21.06.2010 22:49    |    Lewellyn Lewellyn    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: , , ,


Motocysz racebikeMotocysz racebike

Nachdem im letzten Jahr das erste "Zero Carbon" Rennen auf der TT überhaupt für Furore gesorgt hatte und der leider verstorbene Thoma Schönfelder dort einen vielbeachteten 2. Platz belegt hatte (siehe auch hier im Blog), ist dieses Jahr alles anders.

 

Die Elektrobikes nehmen als ganz gewöhnliche, neue Klasse an der TT teil. Die Teams sind deutlich professioneller geworden und das Leistungsvermögen wesentlich gestiegen. Vor allem das Siegerbike von Motocysz beeindruckte mit professioneller Performance.

 

Die TT-Veranstalter haben einen Preis von 10.000 Pfund ausgelobt für das erste E-Mopped, welches die TT-Runde mit einem Schnitt von 100mph (161 km/h) bewältigt. Dieses Jahr reichte es für die Motocysz noch nicht, aber mit immerhin 96,82 mph (156km/h) fast 10mph schneller als die Siegermaschine vom letzten Jahr und mit einer gemessenen Topspeed auf der Strecke von über 225km/h.

 

Das zeigt deutlich den Fortschritt in der Technik in nur einem Jahr. Der offizielle Rundenrekord liegt übrigens bei 131mph Schnitt auf einer CBR1000RR.

 

Von den 5 gewerteten Startern waren 4 schneller als die letztjährige Siegermaschine. Und bisher hat noch kein Stromkonzern die Möglichkeit ergriffen, ein "Werksteam" mit richtig Geld und Manpower auf die Beine zu stellen. Obwohl Motocysz natürlich einiges investiert hat, um ihr eigenes Elektro-Strassen-Sportbike zu promoten.

 

Mark Miller auf der Motocysz war somit der 2. US-Amerikaner überhaupt, der ein TT-Rennen gewonnen hat. Der Letzte tat das 1911 auf einer Indian.

 

Auf Platz 2 Robert Barber auf einer AGNI, der Sieger von 2009 mit 2 Minuten Rückstand.

Platz 3 James McBride auf einer MAN TTX mit einem Rückstand von 2.10.

 

Hier noch ein Link zur Webseite für dieses Strassenbike: http://www.motoczysz.com/main.php?area=philosophy

 

Das könnte sogar was werden. :)


21.04.2010 11:48    |    Lewellyn Lewellyn    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: , , ,

Nicht nur der 50. Blogartikel, nein, MT "adelt" meinen kleinen Exotenblog auch noch mit dem "Blog der Woche"-Award. Ob verdient oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Das liegt bei euch und eurem Interesse an meinem Grundthema. Dafür versuche ich auch, weiterhin den Verlockungen des "OT" zu widerstehen und hier weiterhin nur über außergewöhnliche, motorisierte Zweiräder zu bloggen.

 

Zum 50. habe ich mir mal wieder ein Elektromotorrad zum Thema genommen, dass aus mehreren Gründen hochinteressant ist.

 

a) wird es schon erfolgreich in den USA gebaut und verkauft.

b) beruht dieser Erfolg auch zu einem Gutteil auf dem sensationell niedrigen Preis von 7.995 Dollar, der auch noch steuerlich dort begünstigt wird, so dass die Brammo effektiv nur 7.195 Dollar kostet, was aktuell gerade mal etwa 4.850 Euro sind.

 

Kalifornien bezuschusst den Kauf einer Enertia sogar mit 2000 $, so dass sie dort nur umgerechnet 4000 Euro kostet. Das sind Preise, bei denen auch hier in Deutschland ein Erfolg sicher wäre.

 

Die Enertia ist speziell auf urbane Mobilität hin entwickelt. In einem Aluminiumrahmen hängt der bürstenlose Wechselstrommotor mit einer Leistung von etwa 13 kW/18 PS und 41 Nm Drehmoment. Damit erreicht die Brammo eine regulierte Höchstgeschwindigkeit von 60 Meilen/Stunde, was etwa 97km/h entspricht. Maximale Geschwindigkeit sind 108km/h (65mph), was aber die Reichweite drastisch reduziert.

 

Die Brammo wiegt fahrfertig nur 147kg und ist als Einsitzer mit einer Zuladung von 125kg konzipiert. Ein LiFePo-Akku (Lithium-Eisen-Phosphat) mit 76,8 Volt und einer Kapazität von 3,1kwh soll Reichweiten zwischen 60 und 70 Kilometern ermöglichen. Ein eingebautes Ladegerät erlaubt die Ladung an jeder Steckdose in (USA, 110 Volt) vier Stunden, in Europa sollte es mit 240 Volt deutlich schneller gehen. Ladegerät und Ladekabel stecken unter dem "Tank" des Bikes. Brammo verspricht 2000 Ladezyklen für den Akku. Die Kraftübertragung erfolg ohne Getriebestufen und Kupplung mit einer festen Übersetzung.

 

Der umweltfreundliche Ansatz der Brammo findet sich auch in der Produktion der Elektromotorrads wieder. So sind z.B. die Kotflügel aus recyceltem PET hergestellt. Verkauft wird die Brammo über eine "Media-Markt" ähnliche Kette und über Katalog.

 

Nach Tests in Amerika erreicht die Enertia ihre Höchstgeschwindigkeit von 97km/h in 16,1 Sekunden.

Dort wurde ihr auch eine ausgeprägte Handlichkeit und einfach Fahrbarkeit bescheinigt.

 

Stammleser hier im Blog werden die Enertia auch vom TTXGP 2009 kennen, wo Brammo mit der Leistungsmäßig unterlegenen Enertia immerhin den 3. Platz noch vor Mission Motors gemacht haben.

 

Die Brammo ist ungefähr das, was ich persönlich im täglichen, beruflichen Einsatz im Ruhrgebiet gut gebrauchen könnte. Handlich und ausreichend schnell, um auch mal kurz die Autobahn benutzen zu können und schnell wieder geladen, so dass mein tägliches Pensum zwischen 30 und 100km über den Tag verteilt kein Problem wäre.

 

Brammo plant, Ende 2010 die Enertia nach Europa zu exportieren. Bei den bisher üblichen Preisen können wir ungefähr mit DollarVP=EuroVP rechnen, so dass die Enertia wahrscheinlich zwischen 7 und 8000 Euro kosten wird. Eine Förderung, etwa durch E-Werke oder gar den Staat würde natürlich helfen beim Absatz.

 

Von allen bisher vorgestellten Elektrozweirädern für mich das bisher attraktivste. Bin gespannt, wie sich das entwickelt.

 

Hier noch ein sehr gutes Video zur Enertia: http://www.youtube.com/watch?v=3IcwiDHTADE

 

Der Link zum Hersteller: http://www.brammo.com/home/


13.06.2009 12:20    |    Lewellyn Lewellyn    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: , , , , ,

Thomas Schönfelders XXLThomas Schönfelders XXL

Das Rennen ist gelaufen, wie im Bericht zum Training es sich abzeichnete, ist die AGNI mit Rob Barber nicht zu schlagen gewesen.

Mit einer Zeit von 25m 53,5s und einem Durchschnitt von 87,43 mph ist die Siegerzeit schneller als der 50ccm-Rekord auf der TT-Strecke.

 

Thomas Schönfelder auf seiner XXL hat hoch gepockert und gewonnen. Als einziger ist er im Rennen mit 106,5mph über 100mph gefahren. Allerdings ist der Rückstand auf Barber mit 3m 11,43s schon sehr deutlich.

 

Platz 3 ging an die Brammo, Platz 6 im Training mit 4m 09,14s hinter dem Sieger.

 

Der undankbare 4. ging an Mission Motors, die damit wahrscheinlich nicht glücklich sind, angesichts des betriebenen Aufwands und der erhofften Werbewirkung für die Mission One (siehe im Blog weiter unten).

 

Von 13 gestarteten Maschinen erreichten lediglich 8 das Ziel.

 

Nochmal: Glückwunsch an Thomas für sein äußerst ambitioniertes und erfolgreiches Projekt XXL!


Blogempfehlung

Mein Blog hat am 16.04.2010 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor(en)

Lewellyn Lewellyn

Vorfahrer

BMW

 

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