Mein Vectra im Bremerhaven Heute hieß es, auf nach Bremerhaven. Nach unserem Frühstück, einer kleinen Rundfahrt durch Cuxhaven und der hiermit verbundenen Feststellung, dass die Wartezeiten am hier kürzlich eröffneten SeaLife immens sind (insofern kann ich die Erfahrung von XC70D5 in seinem Blog nur bestätigen), machten wir uns auf Richtung Bremerhaven. Anfangs bewegten wir uns noch Richtung Überseehäfen, entschlossen uns aber, nachdem die Zeit uns davonlief (schon riesig die Hafenanlagen dort; größter Container- und Autoumschlaghafen Deutschlands), uns in die Stadt zu bewegen und dort am Neuen Hafen vor Anker zu gehen.
Hierbei fiel gleich auf, dass sich die Bremerhavener sehr weltmännisch geben. Mir war jedenfalls nicht bekannt, dass es hier einen Zwillingsbruder des "Burj al arab" gibt. In unmittelbarer Nachbarschaft sind die Bauarbeiten des Klimahaus' weit fortgeschritten. Das Stahlgerippe drumherum lässt Erinnerungen an das "Vogelnest"-Stadion in Peking bei den Olympischen Spiele 2008 wach werden.
Ein schönes Fleckchen mit vielen Sehenswürdigkeiten, für die allerdings die Zeit fehlt. Touristisch wurde das Ganze um den Neuen und Alten Hafen "Havenwelten" (was für eine Rechtschreibung) getauft.
Fütterung der Hier konnte ich das tags zuvor geschilderte Phänomen der Wildtierfütterung erleben und auch dabei zusehen, wie die Möwen im wahrsten Sinne des Wortes wild darauf waren, etwas zu futtern zu bekommen. Und wenn alles bereits vertilgt war, wie sie bis nahe an die Menschen herangehen und Nachschub verlangen. Da kann man die Sorgen der Stadt tatsächlich verstehen.
Möwe im Flug Im Rahmen dieser Fütterung gelang mir auch ein Schnappschuss einer Möwe im Anflug an die "Futterkrippe". Angesichts des starken Windes und der Fluggeschwindigkeit der Vögel war ich froh, dass mir überhaupt ein solches Bild gelang, bei dem nicht alles verwackelt (ich sag nur Bewegungsunschärfe) ist.
Zoo am Meer Als erstes stürmten wir den "Zoo am Meer". Meerestiere aus dieser Nähe und von allen möglichen Standpunkten aus sieht man nicht alle Tage. Außerdem regnete es immer wieder zwischendurch und dort konnten wir im Fall der Fälle Schutz suchen. Interessant war die moderierte Fütterung der Tiere, nach der die nette Pflegerin auch noch für Fragen offen stand.
Einblick in die Werftarbeit Danach gings auf zur Hafenrundfahrt. Bereits gegen 14 Uhr waren sämtliche Rundfahrten ausgebucht. Boah, hätt ich nicht gedacht. Nur noch die zusätzliche Fahrt um 17 Uhr hielt noch ein paar freie Plätze für uns parat. Ok, gebucht. Auch wenn nicht klar war, wie dann das Wetter sein wird und wir vielleicht durch die regennasse Panoramascheibe nur Umrisse erkennen können.
Nette Werftarbeiter Nette Leute die Werftarbeiter. Selbst im Schweiße des Angesichtes und trotz der Masse an Touristen, die hier täglich durch den Hafen geschleust werden, finden sie noch die Zeit ein Lächeln und einen freundlichen Wink für die Touris bereitzuhalten. Ist das die vielgerühmte nordisch-weltmännische Freundlichkeit?!
Auch war es interessant beim Löschen der Frachtschiffe (Container und Fahrzeuge) zuzusehen. Und eins haben wir gelernt: die gelben Autos, die dort rein- und rausfahren, gehören nicht zur Ladung, sondern sind quasi Taxiservice für die Fahrer, die die eigentliche Ladung von oder an Bord fahren.
Einfach riesig diese Schiffe. Die wahren Dimensionen werden einem erst gewahr, wenn man (wie bei der Hafenrundfahrt) recht nah an diesen vorbeigelotst wird.
Älterster Werftkran Links im Bild der älteste Kran im Alten Hafen, der "Blaue Klaus". Die genauen Zahlen konnte ich mir nicht merken, da man im Laufe der Fahrt doch um einige seemännische Fakten bereichert wird (und das im feinsten norddeutschen Dialekt). Aber es ist wohl der dienstälteste Kran, der trotz oder vielleicht wegen seines Alters eine vergleichen hohe Zahl an Nutzlast verarbeiten kann gegenüber seinen jüngeren Kollegen im Werftbereich.
Hebebrücke bei der Arbeit Zwei Mal passierten wir zwei Hebebrücken. Die kleinere, die man auf diesem Bild sieht, hing ziemlich dicht überm Wasser, so dass sie gehoben werden musste. Die größere von den beiden soll die dienstälteste und schwerste Hebebrücke Deutschlands (oder war es sogar Europas?) sein. Zahlen und Fakten? Schall und Rauch!
Ich konnte mir jedoch merken, dass sie 1930 erbaut worden sein soll. Hierbei stellte sich mir die Frage, wie diese Brücke den 2. Weltkrieg überlebt hat. Aber es sei ihr gegönnt.
Neben weiteren kleineren Programmpunkten blieb uns nur noch die Heimfahrt. Nach etwas Frischmachen suchten wir uns im Internet noch einen netten Italiener und schlossen den Tag gebührend ab. Übrigens ist (achtung (k)eine Werbung) Restaurant Kritik eine sehr nützliche Seite auf Reisen. Hierüber hatten wir bereits in Münster einen guten Griechen gefunden. Und bevor Kritik geübt werden sollte, warum wir nicht das lokale Essen bevorzugen (Fisch usw.): ich hatte ein leckeres Nudelgericht nach Nordseeart 
Und wie immer hat uns unser neuer Vectra bestens geführt und verlangt nichts weiter, außer ab und an ein nettes Wort und etwas fossilen Brennstoff. Achja, er erwartet auch abgelichtet zu werden, damit der Beweis erbracht ist, dass auch er dabei war...
Kommentare: 3
13.08.2008 11:58 |
XC70D5
Netter Bericht! Das Burj al Bremerhaven war mir auch nicht bekannt
Gruß
Martin
13.08.2008 18:08 |
taue2512
Und der "Burj-al-Bremerhaven" stand schon eher da!
Besten Dank für diesen schönen (Erlebnis-)Bericht aus meiner ehemaligen Heimat.
Fehlende Informationen über "Fischtown" findet man ja zum Glück sehr leicht im Netz.
18.08.2008 00:33 |
Trackback
Kommentiert auf: Mein Neuer Vecci C:
Urlaub 2008 - Tag 7
[...] ausführlicher als sonst den Hafen und die ganzen Docks gezeigt und erklärt.
Auch wenn wir bereits in Bremerhaven die Hafenrundfahrt absolviert hatten, ist das Erlebnis in Hamburg irgendwo ähnlich, jedoch wieder ganz [...]
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