10.06.2008 18:28
|
teddy3
|
Kommentare (6)
| Stichworte:
2.2,
direct,
Erfahrung,
Erfahrungsbericht,
Fazit,
Neufahrzeug,
Opel,
Vectra,
Vectra C,
Zufriedenheit
Nachdem ich nun meinen neuen Vectra seit etwa 1 1/2 Monaten mein Eigen nennen kann und gestern die 3.000 km überschritten habe, wird es Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen. Im Folgenden werde ich verschiedene Punkte aufzählen, die mir gut oder weniger gut gefallen.
Allgemeines Ich hatte zuvor einen Vectra B 1,8i 16V mit 5-Gang-Schaltgetriebe, Irmscher-Tieferlegung und Klimaautomatik. Da verschiedene teure Reparaturen absehbar waren, dachte ich mir, dass es nun Zeit wird, das Geld lieber in ein neues Auto zu investieren, anstatt das Alte reparieren zu lassen. Nachdem ich mir mein Auto zusammengestellt hatte und das Angebot des Händler mir zusagte, machte ich den Kauf perfekt. Eine Probefahrt mit einem vergleichbaren Auto (vergleichbar mit dem, den ich bestellt hatte) war mir nicht vergönnt, was scheinbar nicht an meinen Wünschen die Ausstattung betreffend lag, sondern einfach an der Tatsache, dass bei den Händlern lediglich Massenware (Caravan, silber, Diesel, ohne IDS+) steht. Aber wie heißt es so schön: Vorfreude ist die schönste Freude. Und so freute ich mich real kurze 6 Wochen (gefühlt viel länger Nun aber zu meinen Erfahrungen mit dem Neuen.
Allgemeine Zufriedenheit
Erste Eindrücke Mangels der zuvor erwähnten unmöglichen Probefahrt machte ich den Sprung ins sprichwörtlich kalte Wasser und stieg vom alten in den neuen Vectra um. Bereits bei der ersten Fahrt bemerkte ich große Unterschiede in der Handhabung und dem subjektiven Fahrgefühl. Das Auto lag - da schwerer im Gewicht und gänzlich anderem Aufbau und Ausstattung - sehr gut auf der Straße. Die Federung war stabil und stramm (ähnlich dem Vorgänger), jedoch war der Federkomfort wesentlich besser. Es war nach meinem Dafürhalten die ideale Symbiose aus sportlich straffer Federung und der Komfortfederung einer familientauglichen Limousine. Dem adaptiven Fahrwerk IDS+ sei Dank, knickte das Auto in Kurven und bei Lastwechsel nicht so sehr ein und Bodenwellen bzw. Schlaglöcher wurden wunderbar weggeschluckt und nur seicht ans Fahrzeug weitergegeben. Der Wendekreis scheint mir etwas größer als beim Vorgänger, was ich als Minuspunkt verbuchen muss. Bei Wende- und Einparkmanövern ist das nicht gerade eine Hilfe, selbst mit Parkpilot nicht. Man kommt sich wie ein Anfänger vor, weil man mehr rangieren muss. Auch die Rundumsicht ist nicht mehr so gut wie beim Vorgänger, besonders, was die Gegend ab der B-Säule nach hinten angeht. Ein weiterer Minuspunkt, der aber teilweise durch die größeren Außenspiegel und den Parkpilot ausgeglichen werden kann. Aber eben nur teilweise. Dann fehlt mir die Möglichkeit, das Handschuhfach abschließen zu können, was ich beim Vorgänger konnte. Klar, das Handschuhfach ist kein Tresor und mit Gewalt bekommt man alles auf. Aber trotzdem fehlt mir diese Funktion. Und dann kann ich nicht verstehen, dass man die Einstiegsbeleuchtung vollkommen abgeschafft hat! VW und BMW gehen z.B. dahin und integrieren dies in die Außenspiegel. Beim Vorgänger hatte ich in allen Türen unten/außen Lichter, die nicht nur den unmittelbaren Ein-/Ausstiegsbereich ausleuchteten, sondern auch beim Parken am Fahrbahnrand herannahenden Fahrzeugen im Dunkeln zeigte, hier sind Türen geöffnet. Für mich total unverständlich und ein absoluter Rückschritt.
Motor und Getriebe Die ersten 1.000 km fuhr ich - wie ich an anderer Stelle hier im Forum gelesen habe - im sog. 3/4-Takt; also nicht mehr als 3/4 Gas, nicht mehr als 3/4 der Höchstdrehzahl und nicht mehr als 3/4 der Höchstgeschwindigkeit. Vollgas habe ich gänzlich gemieden. Danach und bis zum heutigen Tag arbeite ich daran, den Motor an meine Bedürfnisse heranzufahren. Der Motor hört sich im Innenraum recht sportlich an, ist aber dezent im Hintergrund und auch bei höheren Drehzahlen nicht zu dominant. Das Abrollgeräusch der Reifen bleibt bis etwa 80-100 km/h ebenfalls im Hintergrund, wird aber darüber manchmal störend laut, inbesondere was die Hinterachse betrifft. Je nach Straßenbelag bin ich mit diesem Geräusch unzufrieden und hätte mir gewünscht, dass man die Hinterachse wenigstens genau so gut vom Fahrraum abgedämmt hätte, wie den Motor. Der Motor scheint mir optimal für dieses Fahrzeug. Er hat einen schönen Anzug, auch im unteren Bereich, den man mit Hilfe des Sportschalters noch direkter gestalten kann. Ebenso werden damit Lenkung und Federung auf sportlich getrimmt. Für mich hat sich auf Grund dieser Erfahrung die Frage, ob IDS+ nun teures Gimmick oder sinnvolle Investition gar nicht erst gestellt. Ich bin höchst zufrieden mit dem adaptiven Fahrwerk und nutze den Sportschalter derzeit noch nur gelegentlich. Denn das geänderte Verhalten verführt geradezu dazu, auch sportlicher zu fahren, was beim heutigen Verkehr nicht immer angebracht und bei den Spritpreisen auch ein teures Vergnügen werden kann. Vom ökologischen Gedanken ganz zu schweigen. An die 6-Gang-Schaltung habe ich mich schnell gewöhnt, jedoch kommen mir die Schaltwege etwas lang vor. Etwas weniger wäre in diesem Fall etwas mehr gewesen, insbesondere im Sportbetrieb. Ab etwas 90 kann man im 6. Gang fahren, genauso wie 160 im 4., wobei im letzteren Fall noch 1.000 Umdrehung Luft bis zum roten Bereich verbleiben. Dies zeigt, dass Motor und Getriebe gut zusammenarbeiten und bestens füreinander geschaffen sind. Derzeit verbraucht der Motor um die 9 Liter Sprit, wobei ich hauptsächlich Super und gelegentlich Super Plus tanke. Das ist noch etwa einen halben Liter vom Euromix entfernt und auch etwa die selbe Menge mehr, wie ich mit dem Vorgänger (selbst bei sportlicher Fahrweise) verbraucht habe. Aber das wird sich wohl noch einpendeln, wenn das Auto mal ein paar Tausend km mehr auf dem Tacho hat.
Äußeres Erscheinungsbild Die Farbe Pannacotta gefällt mir sehr gut, auch wenn ich anfangs noch Zweifel hatte. Es ist alles andere als Mainstream, nicht dunkel wie sein Vorgänger, nicht kalt wie z.B. silber und nicht allzu empfindlich, was Verschmutzung und Pflege angeht. Außerdem heizt sich der Innenraum nicht so sehr auf wie bei einem dunklen Lack, was ich bei den derzeitigen Temperaturen bereits dankbar registriert habe. So muss die Klima nicht so stark herunterkühlen, was Sprit spart und positiv (nicht nur fürs Innenraum-) Klima ist. Die Bauform als Fünftür-Fließheck entspricht meinen Ansprüchen und auch dem, was ich zuvor hatte. Für einen Caravan habe ich keine Verwendung, daher kam es für mich nicht in Betracht, einen größeren Radstand und Mehrgewicht durch die Gegend zu schleppen, nur für den Fall, vielleicht irgendwann mal etwas mehr Stauraum gebrauchen zu können. Außerdem hat die Limousine als Stufenheck noch etwas Opahaftes an sich, wobei mir hierbei auch der Heckscheibenwischer fehlen würde, den ich sehr schätze. Die Scheinwerfer dieser Faceliftversion sind mir eigentlich zu groß geraten und stellen nicht unbedingt die Sternstunde der Designkunst dar. Das soll die Gesamtzufriedenheit aber nicht trüben. Im Nachhinein hätte ich mir doch noch die Bi-Xenon AFL-Scheinwerfer gönnen sollen, aber der Preis dafür ist mir auch heute noch einfach zu stolz. Die verchromte Leiste mit integrierten Opel-Logo im Kühlergrill sieht sehr schön aus, ist aber sehr pflegebedürftig, weil sie nur frisch gereinigt gut aussieht. Mücken und sonstiger Dreck lassen diese Leiste schnell unschön aussehen, selbst - wie in meinem Fall - mit Behandlung durch LG.
Innenraum Der Innenraum erscheint mir sehr homogen und wie fast wie aus einem Guss geschaffen. Alles stimmt, nichts knarzt oder wirkt irgendwie fehl am Platz. Alle Bedienelemente sind gut zu erreichen und erklären sich fast von selbst. Die Sitze sind an den richtigen Stellen gut gepolstert und verschaffen guten Halt. Zahlreiche Einstellmöglichkeiten bieten jeder Körpergröße die Möglichkeit zur Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Lediglich das Lederimitat kommt mir etwas billig vor. Wenn es auch schön aussieht und zum Rest passt, fühlt es sich etwas minderwertiger an, als der Rest der Innenausstattung. Die Kopfstützen verdienen (im Gegensatz zum Vorgänger) endlich ihren Namen, da sie vernünftig einstellbar sind und den Kopf - nicht nur in Gefahrensituationen - zu stützen vermögen. Die Seitenwände (Türen) sind gegenüber dem Vorgänger dicker geworden, was wohl den passiven Sicherheitsmerkmalen geschuldet sein mag, aber auch die Wertigkeit und das Sicherheitsgefühl erhöht. Was mir nicht so recht gefällt, sind die recht tiefliegenden Türöffner im Inneren; soll heißen, nicht tief in der Tür liegend, sondern in der Vertikalen weit nach unten versetzt. Daran habe ich mich bis heute noch nicht so richtig gewöhnt und es würde mir besser gefallen, wenn sie dort wären, wo sie auch beim Vorgänger waren. Scheinbar wurde dieser Fakt beim Insignia wieder Rechnung getragen. Außerdem dürften mehr Ablagen vorhanden sein, zumindest in den Türen. Was dort geboten wird ist unpraktisch, zumal mir auf Grund der Ausstattung (Mobiltelefonvorbereitung) eine Ablage in der Mittelkonsole vollkommen fehlt. Die Instrumentenbeleuchtung ist unabhängig von der Helligkeit, Lichtschalterstand oder Lichtsensorwert immer eingeschaltet, woran ich mich auch erst gewöhnen musste, was ich aber gut finde.
Technische Einrichtung Hier werde ich mich anhand der Ausstattungliste punkteweise auslassen
Es gäbe sicher noch mehr Punkte, die ich anführen und zu denen ich mich auslassen könnte. Aber irgendwo muss ja mal Schluss sein. Wer noch fragen hat, kann die Kommentarfunktion benutzen.
Fazit Abgesehen von von einigen Minuspunkten (keine Einstiegsbeleuchtung, größerer Wendekreis, schlechtere Rundumsicht) bin ich mit dem Auto sehr zufrieden. Alles scheint seinen Platz zu haben, ist hochwertig verbaut, die Materialien sind nicht mehr so billig wie früher und der Komfort ist besser, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Klar, ein Auto ist nie perfekt, es soll schließlich noch Entwicklungsarbeit für den Nachfolger vorhanden sein und der Insignia steht kurz vor Markteinführung. Die Austattung ist sehr gut und mit den verschiedenen Sonderausstattung bekam ich ein Auto, mit dem ich wirklich zufrieden bin und welches meine Erwartungen bisher im Großen und Ganzen übertraf.
Auch so Kleinigkeit wie z.B. die Funktion, wenn über die Fernbedienung das Fahrzeug geöffnet wird und 3 Minuten lang keine Tür geöffnet wird, sich das Auto dann wieder selbst verschließt, zeigen, dass sich die Ingenieure Gedanken gemacht haben. Dies nur exemplarisch für noch weitere Details, die man teilweise erst beim zufälligen Ausprobieren oder durch Studium der Bedienungsanleitung herausfindet.
Also Daumen hoch für meinen neuen Vectra. Er macht Spaß und vielleicht kann dieser Erfahrungsbericht einem potentiellem Käufer als Hilfestellung dienen. Er bekommt ein durchentwickeltes Fahrzeug, ohne Kinderkrankheiten und kann jetzt, kurz vor Einstellung der Produktion und vor Markteinführung des Nachfolgers ganz bestimmt (so wie ich) ein gutes Schnäppchen machen. |

) auf meinen Neuen.
(soll kein Vorurteil sein, sondern zeigen, dass es sinnvoll ist!).
Besser als jedes Cabrio
Kommentare: 6
10.06.2008 22:19 |
DJS4000
01.07.2008 00:56 |
Tobi_kh
Respekt für den tollen und ausführlichen Bericht!!
Also die Sache mit der Klimaanlage und der Beifahrerin kann ich nur bestätigen
Selbst bei Außentemperaturen über 30 Grad gibt es ja noch die Sitzheizung die man anschalten kann 
Grüße Tobi
02.07.2008 03:03 |
Pingback
Kommentiert auf: Re: *Brille aufsetz* - Der westeuropäische Servermarkt schrumpf… at deine-brille
09.07.2008 05:02 |
Pingback
Kommentiert auf: Handy-Tipps » Re: Ohne Siemens kein Handy (Imageverlust???) - Neue Spekulationen um Handy-Sparte von S…
29.07.2008 18:03 |
Pingback
Kommentiert auf: Ihr seht das durch die falsche Brille - Dolderer zurück an Denic-Spitze at deine-brille
21.08.2008 08:03 |
Pingback
Kommentiert auf: Autobahn-leben » Blog Archive » Re: Ich kaufe kein DAB weil ich Radio als solches nicht mehr ertragen kann! - Zwischen Küche und Autobahn — noch eine…