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Cabrio fahren und Lifestyle

04.03.2012 18:42    |    Stan73 Stan73    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Pico RuivoPico RuivoMein liebstes Reiseziel habe ich dir bisher vorenthalten. Doch das soll sich heute ändern. Lehne dich zurück und lass dich zu einem exotischen Reiseziel entführen, das doch so nah und gleichzeitig landschaftlich und klimatisch so schön ist ...

 

 

Madeira ist eine 57x22 km große portugiesische Insel auf der "Afrikanischen Platte". Sie liegt mitten im Atlantik ca. 1.000 km südöstlich von der Hauptstadt Lissabon (Festland) entfernt. Wer einmal den Alltag weit hinter sich lassen will, ohne eine Weltreise unternehmen zu müssen, und wer ein ganzjährig frühlingshaftes bis sommerliches Klima mag, der wird Madeira lieben. Die besten Reisemonate sind Juni und September, denn zu dieser Zeit gibt es im Gebirge weniger Nebel und an den Küsten die meisten Sonnentage.

 

Deutsche und britische (oft wohlhabende) Rentner haben Madeira schon lange für sich entdeckt, aber seit Anfang des Jahrtausends auf dem erweiterten Flughafen auch große Flieger landen können, sind zunehmend auch jüngere Leute mit schmalerem Geldbeutel auf der Insel anzutreffen. Zwar werden neue Hotels nur noch mit mindestens vier Sternen zum Bau zugelassen, aber insgesamt ist ein Urlaub auf Madeira inzwischen sehr bezahlbar.

 

 

Topografie

Zum Madeiraarchipel gehören noch die traumhafte Badeinsel Porto Santo und ein paar kleine unbewohnte Felseninseln, die sogenannten Ilhas Desertas. Ilhas DesertasIlhas Desertas Letztere dürfen nicht betreten werden, da sie das Rückzugsgebiet der Mittelmeer-Mönchsrobben sind (25 von weltweit nur noch 350 leben hier) und deshalb als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurden. 500 km weiter südlich befinden sich die Kanaren.

 

Ansonsten gibt es rundherum nur Wasser. Östlich kommt man irgendwann nach Marokko, westlich in den Südosten der USA. Wer also das Gefühl haben möchte, weit weg zu sein, aber keine 20 Stunden im Flieger sitzen will, der ist hier genau richtig.

 

Madeira entstand vor einigen Millionen Jahren aus Vulkanen, die seit ein paar Tausend Jahren allesamt erloschen sind. Im bis zu 1860 Meter hohen Gebirge findet man überall entsprechende Spuren dieser Entstehungsgeschichte. Die Berge gehören übrigens zu den höchsten Portugals, und da die Täler nicht wie in den Alpen schon sehr hoch liegen, wirken die Berge noch imposanter. Der Atlantik fällt nahe der stark zerklüfteten Küste schnell auf mehrere Tausend Meter Tiefe ab.

 

Ponta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoPonta de Sao LourencoBis auf eine karge Landzunge (Ponta de Sao Lourenco) ist die Insel vollständig grün.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anreise

Der Anflug ist recht abenteuerlich, denn das Ziel ist einer der angeblich gefährlichsten Flughäfen der Welt. Die einzige Start- / Landebahn reicht in der Länge gerade so aus und steht teilweise auf Stelzen im Meer. Im Prinzip wird der Flughafen auf einer Seite vom Meer und auf der anderen Seite von einem Berghang begrenzt - ideale Bedingungen also für schwer kalkulierbare Seitenwinde. Da die Piloten für Madeira eine spezielle Lizenz benötigen gab es nach dem Ausbau des Flughafens noch nie einen ernsteren Zwischenfall, wenngleich es in Ausnahmefällen schon mal passieren kann, dass eine Maschine durchstarten muss.

 

Es gibt aus Deutschland einige Direktflüge nach Madeira (Flughafen Funchal). Man kann die Anreise aber auch mit einem Aufenthalt in Lissabon unterbrechen und von dort aus direkt nach Madeira fliegen. Wer zwischendurch mal Langeweile haben sollte (was eigentlich auszuschließen ist), der kann auch mal für ein paar Tage per Direktflug auf die Azoren fliegen, da diese ebenfalls zu Portugal gehören und deshalb eine sehr gute Anbindung haben.

 

Aida im Hafen von FunchalAida im Hafen von FunchalWer auf Nummer sicher gehen will, der kann auch mit einem der vielen Kreuzfahrtschiffe anreisen, welche bei Transatlantiküberquerungen einen Stopp auf Madeira einlegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeines

Blick auf den Osten von FunchalBlick auf den Osten von FunchalUferpromenade in FunchalUferpromenade in FunchalHafen Funchal - Was ist hier falsch?Hafen Funchal - Was ist hier falsch?Uferpromenade in FunchalUferpromenade in FunchalFußgängerzone FunchalFußgängerzone FunchalMarkthalle FunchalMarkthalle FunchalPark in FunchalPark in FunchalFunchal bei NachtFunchal bei NachtTrüffelbude Reids - bis 2300 EUR/NachtTrüffelbude Reids - bis 2300 EUR/NachtMadeira gehört zu Portugal und bietet somit alles, was man von einem EU-Land erwartet: Den Euro als Zahlungsmittel, eine gute ärztliche Versorgung, hohen Lebensstandard, und viele Menschen sprechen Englisch, einige sogar Deutsch.

 

Die Hauptstadt Funchal (mit gut 100.000 Einwohnern) an der Südküste ist mehrere Ausflüge Wert: Kathedrale, botanischer Garten, Parks, Hafen und die Seilbahn nach Monte laden zum Verweilen ein. Auch die Markthalle ist einen Besuch wert, aber kaufen sollte man dort nicht, denn die Preise sind deutlich überteuert. Empfehlenswert ist es, Obst bei am Straßenrand stehenden Bauern zu kaufen. Die haben meist nicht mal eine Waage und nutzen alternativ ihren Arm und ihr Gefühl, aber die Preise sind sehr fair und die Qualität keinen Deut schlechter als im Supermarkt.

 

Wer in Funchal übernachten will, der wohnt in der Regel im Hotelviertel im Osten der Stadt. Wer es etwas ruhiger mag aber keine langen Wege in die Stadt haben möchte, den zieht es meist nach Canico de Baixo, einem Küstenort der in den letzten Jahren immer mehr in deutsche Hände übergegangen ist. Die Hotels an der Nordküste sollte man für längere Aufenthalte wegen des regnerischen Klimas meiden.

 

Die meisten der 230.000 Einwohner der Insel wohnen in den Küstenregionen. Das ist bei dem ständigen Hochnebel im Gebirge aber auch nicht verwunderlich.

 

Die erheblichen Schäden durch das schwere Unwetter Anfang 2010 sind übrigens in den meisten Regionen kaum noch sichtbar. Das verwundert nicht, denn schließlich will man keine negativen Auswirkungen auf den wichtigsten Wirtschaftsfaktor - den Tourismus - riskieren.

 

 

Flora und Fauna

Landschaft nahe der SüdküsteLandschaft nahe der SüdküsteEukalyptuswaldEukalyptuswaldLandschaft nahe der SüdküsteLandschaft nahe der SüdküsteÜberall wachsen (wilde) Blumen und außerhalb der Hauptstadt Funchal hat man öfter sehr angenehme Düfte mit einer Mischung aus Obst und Blumen in der Nase.

 

Madeira hat mehrere Klimazonen. Zum einen regnet es an der Nordküste sehr viel, während es an der Südküste subtropisch warm ist. Der Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter sowie zwischen Tag und Nacht ist vergleichsweise gering, so dass man ganzjährig frühlingshaftes bis sommerliches Wetter hat. Zudem gibt es auch im Gebirge je nach Höhe sehr unterschiedliche Klimazonen, jede mit einer eigenen Pflanzenwelt und somit völlig unterschiedlichem landschaftlichen Charakter. Genau diese Abwechslung hebt Madeira gegenüber den meisten anderen Atlantikinseln positiv hervor.

 

 

Hochebene Paul da SerraHochebene Paul da SerraHochebene Paul da SerraHochebene Paul da SerraWährend es auf der schottisch anmutenden Hochebene Paul da Serra sehr karg ist und im Hochgebirge nur noch wenige Pflanzen aus den Felsen wachsen, gibt es nahe der südlichen Küstenregion Eukalyptuswälder und auch viele Lorbeer- und Heidewälder. Einige Pflanzen wachsen auch nur auf Madeira. (sog. Endemiten)

 

Wer gerne etwas exotischere Ziele im Urlaub ansteuert aber Angst vor Schlangen oder anderem unliebsamem Getier hat, ist ebenfalls genau richtig auf Madeira. Abgesehen von der sehr scheuen Madeiratarantel und Millionen von sehr zutraulichen Mauereidechsen gibt es selbst im dichtesten Dschungel nichts, was einen Stadtmenschen erschrecken könnte.

 

 

Von A nach B

Straße am Rande der Paul da SerraStraße am Rande der Paul da SerraTypische DorfstraßeTypische DorfstraßeTypische GebirgsstraßeTypische GebirgsstraßeAuf Madeira kann man sich auf dem sehr gut ausgebauten Busnetz bis ins Gebirge bringen lassen. Ansonsten ist man auf Taxi und Mietwagen angewiesen. Die Insel verfügt über ein sehr dichtes von der EU mit einigen Milliarden bezuschusstes Autobahnnetz, wobei diese Straßen eher an Achterbahnen erinnern: Ständig fährt man starke Kurven, es geht bergauf und bergab, durch kilometerlange Tunnel, über atemberaubend hohe Brücken und vorbei an tiefen und steilen Abgründen. Der Zustand der Straßen ist - bis auf einige Ausnahmen bei Seitenstraßen sowie im Gebirge und an der Küstenstraße am östlichen Ende von Madeira - sehr gut, aber die oft spektakulären Strecken machen eine Fahrt zum echten Abenteuer.

 

 

 

 

Menschen

Wer zum ersten Mal auf die Insel kommt, der wird sehr angenehm von den Menschen überrascht sein. Im europäischen Vergleich gehören die Madeirer auf jeden Fall zu den nettesten Mitmenschen, wenn ihr mir diese Pauschalisierung erlaubt. Die Insel ist sehr britisch geprägt und auch bei den mehr als 1 Million Touristen pro Jahr schlägt sich das nieder, wenngleich man in den letzten Jahren den Eindruck bekommen hat, dass inzwischen mehr deutsche Touristen ihren Urlaub dort verbringen.

 

Wer tagsüber mit eingeschaltetem Licht durch die Gegend fährt, der wird sich aber über die Reaktion der Einheimischen wundern. Diese machen uns Touristen teilweise fast schon panisch darauf aufmerksam, wenn die Scheinwerfer in Betrieb sind. Besonders lustig waren zwei "Vorfälle": Einmal kam uns auf der Straße ein Hip-Hopper entgegengelaufen und in dem Moment als er unsere eingeschalteten Scheinwerfer sah legte er seine coole Fassade ab und zeigte wild gestikulierend auf die Lampen. Ein anderes Mal wollten wir gerade auf einem Parkplatz parken. Wie von der Tarantel gestochen kam der Parkplatzwächter an und parlierte in astreinem Oxfordenglisch: "Please turn the light off!" Vielleicht ist es einfach eine Form der Hilfbereitschaft, und man möchte verhindern, dass die Touris beim Abstellen der Autos vergessen, das Licht auszuschalten. Bisher bleibt dies aber nur eine Vermutung.

 

 

Essen & Trinken

Insgesamt ist die Küche Madeiras sehr bürgerlich. Typisch für Madeira sind die Madeirabananen, die kleiner als "normale" Bananen sind und auch etwas anders schmecken. Der schwarze Degenfisch gilt als Delikatesse, besonders wegen seiner spektakulären Fangweise: Nachts schwimmt dieser eigentlich bunte Fisch von 1000 Meter auf "nur" noch wenige Hundert Meter Tiefe hoch. Dort wird er dann mit Langleinen nach oben gezogen. Bei seinem - vermutlich recht qualvollen - Tod verfärbt sich der Fisch pechschwarz.

 

Als Aperitif oder Nachtisch wird Madeira getrunken, ein weinähnliches Getränk, welches dem Portwein noch am ehesten nahe kommt. Madeirawein ist mehrere Jahrzehnte haltbar und gewinnt im Laufe der Zeit an Geschmack. Der ist übrigens ausgezeichnet, besonders wenn zweistellige Jahreszahlen auf dem Etikett stehen. Mit dem Geschmack von Rotwein hat er aber fast nichts gemeinsam.

 

Wer sich mal richtig in den Orbit schiessen will, dem sei das Nationalgetränk Poncha empfohlen. Dieser Schnaps zieht selbst dem stärksten Hünen die Socken aus, schmeckt aber irre lecker.

 

 

Freizeitbeschäftigungen

NordküsteNordküsteNaturschwimmbecken in Porto MonizNaturschwimmbecken in Porto MonizBaden ist auf Madeira zwar möglich, aber an der sehr zerklüfteten Steilküste gibt es nur wenig Strände, und diese sind zudem noch steinig. Viele Hotels an der Küste haben sogar ins Wasser führende Leitern oder nutzen natürliche Pools, welche von überschwappendem Meerwasser gespeist werden. Für einen reinen Badeurlaub ist Madeira also nicht so gut geeignet.

 

Gabo GiraoGabo GiraoGabo GiraoGabo GiraoApropos Steilküste: Die zweithöchste Steilküste Europas ist übrigens auch auf Madeira. An der Gabo Girao geht es fast senkrecht 580 Meter runter zum Meer. Wo die höchste Steilküste Europas ist, das wollen die Madeirer aber nicht verraten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Cristo Rei (Garajau)Cristo Rei (Garajau)Wer den romantischsten Ort auf Madeira sucht, der ist am Christo Rei (große Christusstatue auf einem Felsvorsprung am Meer) genau richtig. Zwei Minuten zu Fuß entfernt befindet sich ein Parkplatz, auf dem sich am Abend viele Liebespärchen tummeln. Von der Statue hat man einen sensationellen Blick auf die im Meer untergehende Sonne (natürlich im Westen), das Abends hell erleuchtete Funchal und einen tollen Panoramablick in Richtung Süden auf den Atlantik.

 

 

 

 

 

Santo da Serra GolfplatzSanto da Serra GolfplatzPalheiro GolfplatzPalheiro GolfplatzPalheiro GolfplatzPalheiro GolfplatzBesonders toll sind die Golfplätze. Wer sich für diesen Sport begeistern kann, der bekommt bei Buchung über das Hotel meist erhebliche Preisnachlässe und wird dann beim Spiel oft noch durch teilweise spektakuläre Aussichten belohnt. Bei meinen bisherigen Runden habe ich mich mehr auf das Spielen als aufs Fotografieren konzentriert, so dass ich keine wirklich überzeugenden "Beweisfotos" beisteuern kann, aber glaubt mir: Gänsehaut bei der Aussicht und viel Schweiß bei den sehr hügeligen Plätzen ist garantiert. Ich habe bisher nur Palheiro (18 Loch) und Santo da Serra (3x9 Loch) gespielt. Es soll (bald?) auch noch einen neuen Platz geben (Ponta do Pargo), aber ob dieser genauso schön ist / sein wird, kann ich nicht sagen.

 

Der eigentliche Grund aber, um nach Madeira zu kommen ist das

 

 

Wandern

LevadawanderwegLevadawanderwegLevadawanderwegLevadawanderwegLevadawanderwegLevadawanderwegForellenseeForellenseeWer gerne wandert, der findet auf Madeira sein persönliches Paradies. Zum einen sind die Möglichkeiten unglaublich vielseitig, und zum anderen gibt es viele Wanderungen, die selbst dem alten Wanderhasen regelmäßig den Atem stocken lassen. Besonders beliebt sind die schmalen Wege neben den Levadas, diesen sehr schmalen Wasserkanälen, welche das Wasser aus dem feuchten Norden in den Süden der Insel transportieren und welche bei nur 2% Steigung auch ohne Mühe stundenlang gelaufen werden können. Im Hochgebirgen hingegen ist auf (sehr gut gesicherten) Steigen viel Kondition und oft auch Schwindelfreiheit nötig, und auf der Hochebene Paul da Serra findet man eine gute Kombination beider Extreme.Blick vom Parkplatz in RabacalBlick vom Parkplatz in RabacalRabacalRabacalRabacalRabacalWanderweg nahe RabacalWanderweg nahe RabacalForellensee nahe RabacalForellensee nahe Rabacalbei Rabacalbei RabacalHaus in Hanglage zu verkaufenHaus in Hanglage zu verkaufen

 

Hochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraIns Gebirge sollte man sich schon am frühen Morgen wagen, denn gegen Mittag ziehen in der Mitte der Insel meist dicke Wolken auf. Wenn man Glück hat, dann liegen die Wolken aber unterhalb der Gipfel, so dass man dann immer noch einen wunderbaren entspannten Blick über den Wolkenteppich hat.

 

HochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeWandern auf einem GratWandern auf einem GratWandern auf einem GratWandern auf einem GratHochgebirgeHochgebirgeWandern am AbgrundWandern am AbgrundHochgebirgeHochgebirgeWandern am AbgrundWandern am AbgrundHochgebirgeHochgebirgeSelten: beschädigte WanderwegeSelten: beschädigte WanderwegeNebel im HochgebirgeNebel im HochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeAchada do TeixeiraAchada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirge, nahe der Achada do TeixeiraHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeHochgebirgeDie wohl spektakulärste Wanderung führt vom dritthöchsten Berg (Pico do Arieiro, 1818 m) auf den höchsten Berg (Pico Ruivo, 1862 m) ... und natürlich zurück. Diese Tour habe ich mir schon mehrmals zugemutet, aber der Lohn ist stets eine Wanderung, die in bleibender Erinnerung bleibt. Teilweise geht es hier auch durch ein paar Tunnel, welche aber auch ohne Taschenlampe durchquert werden können, da sie immer nur geradeaus gehen. Auf dem Weg muss man sich zwischendurch auch für eine von zwei Varianten entscheiden. Der Weg über die Felsscharte des Pico das Torres (1851 m) ist übrigens deutlich länger und kostet viel Kraft und Ausdauer. Insgesamt geht es aber unzählige Stufen auf- und abwärts. Meine Knie erzählen mir jetzt noch davon ... aber dies ist gleichzeitig auch eine wunderschöne Geschichte. Wem die Route vom Pico do Arieiro zu beschwerlich ist, der kann auch mit dem Auto nach Santana und von dort hoch zum Parkplatz an der Achada do Teixeira fahren. Von dort aus führt ein sehr schöner und leichter Wanderweg in einer knappen Stunde bis hoch auf den Gipfel des Pico Ruivo.

 

Ein sehr beliebtes Wanderziel (insbesondere für die weniger fitten Wanderer) ist Rabacal, am Rande der Hochebene Paul da Serra. Dort gibt es einen größeren Parkplatz, der Ausgangpunkt für eine Vielzahl von völlig unterschiedlichen Wanderungen ist. Sei es der Weg zu einem riesigen Wasserfall, der zu einem Kessel mit den 25 Quellen, der zu einem natürlichen Forellensee, der zu einer Christusstatue, usw. - für jeden Geschmack wird sich hier etwas Passendes finden.

 

Die Forellenzucht in Ribeiro Frio sollte auch auf dem Programm stehen. Hier beginnen ebenfalls ein paar Wanderungen. Die kürzeste - ein 30 minütiger Spaziergang zu einem Aussichtspunkt - erfreut mit einem sensationellen Blick in einen der für Madeira typischen tiefen, steilen und grünen Talkessel sowie auf das Hochgebirge. Im Restaurant am Ausgangspunkt kann man dann anschließend eine frisch gefangene Forelle essen.

 

Ein wieder völlig anderes Wandererlebnis bietet die langezogene Halbinsel Ponta de Sao Lourenco ganz im Osten der Insel. Diese völlig karge Landschaft ähnelt einer Steinwüste und versprüht - umgeben vom tiefblauen Wasser des Atlantischen Ozeans ihren ganz eigenen Charm. Die Wanderung durch dieses Naturreservat sollte unbedingt auf dem Plan jedes Madeirareisenden stehen. Besonders wichtig hier: genug Trinkwasser einpacken.

 

Es gibt einige Wanderbücher, aber eins davon ist besonders zu empfehlen: "Wandern - Madeira" von Dumont. Die meisten der Routen bin ich bereits gelaufen, einige sogar mehrmals. Die Beschreibung der Wanderwege ist sehr gut, die Klassifikation der Schwierigkeit auch für einen Anfänger nachvollziehbar und die Auswahl exzellent. Wer gerne im Rudel unterwegs ist, der kann auch an einer der vielen geführten Wanderungen teilnehmen. Für einen echten Wanderfreund ist dies m.E. aber Geldverschwendung, denn ein Verlaufen ist i.d.R. nicht möglich und das Naturerlebnis wird durch die Dialoge von 20 Menschen sicher nicht intensiver. Auf der anderen Seite erfährt man sicher auch Details, die nicht in jedem Reiseführer stehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abflug

Flughafen auf StelzenFlughafen auf StelzenWer die Schönheit der Insel, die Freundlichkeit der Menschen und das angenehme Klima zu schätzen gelernt hat, der wird mit viel Wehmut wieder nach Hause fliegen. Ich persönlich musste mir seit der ersten Reise dorthin beim Abflug innerlich immer versprechen, dass ich zurückkomme. Und das werde ich auch beim nächsten Mal ... :)

 

Wart ihr schon mal auf Madeira? Was könnt ihr dort besonders empfehlen und was ist euch dort besonders in Erinnerung geblieben?


Kommentare: 26

04.03.2012 19:00    |    silverdreammachine silverdreammachine

Mann, was ein genialer Artikel...:eek:

 

Jetzt kann ich morgen (nach meiner Woche Urlaub) erzählen: "Ich war auf Madeira":D- du hast ja nix ausgelassen...:)

 

Nun ja, im wirklichen Leben werde ich wohl nicht hinkommen, da meine Frau extreme Höhen- und Flugangst hat und die Anreise auf dem Kreuzfahrer dürfte wohl sowohl preislich als auch zeitlich unseren Rahmen sprengen...;)

 

Aber dank dir konnte ich mir ja schönes Kopfkino gönnen...:)


04.03.2012 19:16    |    Stan73 Stan73

Herzlichen Dank! Freut mich, wenn ich dir ein paar schöne Minuten bescheren konnte. :)


04.03.2012 19:24    |    silverdreammachine silverdreammachine

Jep, das ist dir gelungen!:)


04.03.2012 21:08    |    Bert Benz Bert Benz

Hallo,

 

danke für den umfangreichen Bericht, du liebst wirklich diese Insel und ihre Bewohner. Ist Madeira nicht auch als Blumeninsel bekannt? Madeirawein kommt der von dort?

 

Wo siehst du die Unterschiede zu den in der Nähe gelegenen viel besser erreichbaren und touristisch voll erschlossenen Kanarischen Inseln? Kaum Badeurlaub hast du ja schon geschrieben, ein wichtiger Unterschied.

 

Wie ist das Preisniveau?


04.03.2012 21:22    |    Stan73 Stan73

Ja, Madeira ist die Blumeninsel. Der Madeirawein kommt ausschließlich von Madeira.

 

Na die Kanaren sind halt mehr auf Massentourismus eingestellt. Preislich würde ich Madeira etwas über den Kanaren einordnen. Aber wie gesagt: Je nach Ansprüchen an Hotel, Verpflegung usw. lässt sich auf Madeira wirklich preiswerter Urlaub machen.

 

Zum Baden: Wir waren das letzte Mal im Oktober da (da stammen auch die meisten der Bilder im Beitrag her), und da waren wir dann eine Woche zum Wandern auf Madeira und anschließend eine gute Woche zum Baden auf der Nachbarinsel Porto Santo, denn diese ist mit dem 9 km langen leeren Sandstrand das exakte Gegenteil zu Madeira. (zu Porto Santo hatte ich auch schon einen Reisebericht) Wenn dir das Baden wichtig ist, dann solltest du beide Inseln verbinden. Eine solche Individualreise ist dann aber i.d.R. auch eine Ecke teurer, aber dafür wirklich der Knaller. Es gibt übrigens auch eine Fähre, mit der man Tagesausflüge nach Porto Santo unternehmen kann. Diese ist sogar recht preisgünstig und benötigt "one-way" nur ca. 2,5 Stunden. Das Preisniveau auf Porto Santo ist aber höher als auf Madeira.


04.03.2012 21:28    |    schipplock schipplock

El Hierro ist touristisch sicher nicht gut erschlossen :).

 

Solch kleine Inseln sind aber doch fuer uns Autofahrer ein Graus!


04.03.2012 21:31    |    Bermudagrün Bermudagrün

Hi,

ich war mit meiner Frau auf Madeira als es die Flughafenverlängerung auf Stelzen ins Meer noch nicht gab. Das war wie eine Landung auf einem Flugzeugträger nur eben mit einem Verkehrsflugzeug. Da hat es dich durch die Schubumkehr richtig in die Sitze gedrückt.

Unser Hotel lag etwas außerhalb von Funchal. Wir mieteten uns ein Auto für eine komplette Woche. Das ist auch nötig um die ganze Insel in aller Ruhe zu erkunden. Die Details müßte ich mir natürlich erst über die Bilder und sonstiges Reisematerial in Erinnerung rufen. Einen Tag vor der Abreise mieteten sich in den Nachbarhotels internationale Rallyeteams ein. Diese kamen für die Madeirarallye zusammen. Überall wurde auf den Parkplätzen vor den Hotels geschraubt und man konnte gut den Sound dieser Kisten hören.

Dieses Event hätte ich gerne noch live erlebt.

Ein zweites Mal setzte ich meine Füße auf die Insel als ich eine Kreuzfahrt über den Atlantik gebucht hatte. Das war im Dezember 2000. Da gab es dann bereits die Landebahnverlängerung und ich war richtig entäuscht, als ich sah wo die landenden Flugzeuge ausrollten. Das war ja bereits weit vor der eigentlichen alten Landebahn. Was besonders zu empfehlen ist, ist Madeira um die Weihnachtszeit!

Überall leuchtete es. Selbst auf dieser hohen Brücke (die es bei meinem ersten Urlaub noch gar nicht gab) hingen Leuchtkörper. Was für ein Bild. Ab Meereshöhe bis weit in die Berge eine einzige Weihnachtsbeleuchtung. Ich gehe da auf alle Fälle noch mal hin!!!

Außerdem war ich auch auf den Azoren. Das ist Urlaub ohne Menschen und Erhohlung pur. Also diese Inselgruppen haben touristisch einiges zu bieten. Madeira mehr als die Azoren.


04.03.2012 21:32    |    Stan73 Stan73

@schipplock: Du hast sicher Recht: Ich habe da zuviel verallgemeinert. El Hierro ist aber sicher nicht die erste Insel, an die man bei den Kanaren denkt.

 

Madeira ist aber nicht klein. Da kann man prima Auto fahren. Die meisten Leute fahren dort Kleinwagen, aber ab und zu sieht man auf der Autobahn auch mal ein paar sportliche Flitzer. Ein Gast in einem "unserer" Hotels war auch mal mit 'nem Ferrari da. Lohnt sich also auf der Insel ;)


04.03.2012 21:35    |    Stan73 Stan73

@Bermudagrün: Vielen Dank für deinen schönen Beitrag. Das mit der Weihnachtszeit ist für mich neu, aber danke für den Tipp! Die Azoren stehen schon lange auf meiner Liste. Kannst du eine Insel besonders empfehlen?


04.03.2012 21:36    |    schipplock schipplock

waere sicher interessant dort mit einem Mark IV zu fahren :).


04.03.2012 21:39    |    Stan73 Stan73

Also wenn du diesen meinst, dann ist das aber nicht besonders sportlich. :D


04.03.2012 21:39    |    letzterlude letzterlude

Genialer Reisebericht und extrem ansprechende Bilder!:)

 

Macht Lust auf Urlaub!:cool:


04.03.2012 21:42    |    Bermudagrün Bermudagrün

Das Problem ist das im Wetterbericht bekannte Azorenhoch. Du hast immer Wolkenmassen. Auch wenn es durchschnittlich warm ist aber Wolken waren eigentlich die ganzen 10 Tage da (oder waren es 14 Tage?). Na egal. Wir waren in einem doch recht großen Hotel aber da waren wochentags keine Gäste. Beim Abendessen waren meine Frau und ich häufig alleine im Restaurant. Und um uns 4-5 Bedienungen. Als damals jüngere Reisende ein komisches Gefühl. Die meisten des Personals waren 10 bis 20 Jahre älter. Na auch egal. Am Wochenende kamen dann vermehrt Festlandsportugiesen. Dann war ein bisschen mehr los. Ansonsten natürlich eine atemberaubende Schönheit. Mit dem Auto herrlich zu "erfahren".  

Die Insel hieß Sao Miguel.

Das Hotel Bahia Palace


04.03.2012 21:43    |    schipplock schipplock

@Stan73, Lincoln Mark IV natuerlich :).


04.03.2012 21:49    |    Stan73 Stan73

@letzterlude: Herzlichen Dank! :)

 

@Bermudagrün: Das ist sicher je nach Jahreszeit unterschiedlich. Von den Azoren haben uns bisher nur die Hotels ferngehalten, denn im Internet findet man fast nur Betonklötze. Und da wir noch nicht mal wissen, für welche Insel wir uns entscheiden sollen, ist die Suche nach einem passenden Hotel noch schwieriger. Also falls du einen Tipp bzgl. Insel und Hotel hast, dann sehr gerne her damit. :)

 

@schipplock: Na klar, war nur Spaß. :p Der Lincoln würde übrigens perfekt zu der Insel passen, da sehr stilvoll.


04.03.2012 21:57    |    Andi2011 Andi2011

Starker Blog Stan, meinen Glückwunsch und Dank!

Schön beschrieben mit tollen Bildern!

Das lesen hat mir Freude gemacht und Madeira ist ab sofort auf meiner "will ich mal hin" Liste.Die Hochgebirgs- und Küstenbilder find ich besonders gut und beeindruckend!

 

Grüße

Andi


04.03.2012 21:58    |    Bermudagrün Bermudagrün

Stan,

schau mal meinen letzten Beitrag. Da sind zwei links. 


04.03.2012 22:03    |    Stan73 Stan73

@Andi2011: Vielen Dank! Freut mich, wenn er dir gefällt. :)

 

@Bermudagrün: Vielen Dank, dass du die Links noch eingefügt hast. :cool:


04.03.2012 22:04    |    124er-Power 124er-Power

Toller Blog und sehr sehr tolle und gelungene Bilder.


04.03.2012 23:48    |    Psychobiken Psychobiken

:D na toll..jetzt hast du es geschafft!......ich will da auch hin:eek:

 

sehr schicke Fotos...sehr sehr nice!


05.03.2012 08:30    |    Stan73 Stan73

@124er-Power: Vielen Dank!

 

@Psychobiken: Na also, jetzt hast du dann was zu tun ;) Freut mich, wenn dir die Bilder gefallen. :)


06.03.2012 10:09    |    DeinMadeira DeinMadeira

Hi,

 

das ist wirklich ein sehr schöner und ausführlicher Beitrag über Madeira!

Man merkt, dass dir die Insel wirklich am Herzen liegt :).

 

Wir versuchen uns auch neuerdings, immer Tipps zu Madeira und Porto Santo zu geben auf www.DeinMadeira.de

Falls du lust hast, kannst du ja mal bei uns auf Facebook "Dein Madeira" vorbei schauen - wir freuen uns immer über Leser, die sich so gut auskennen und so tolle Tipps geben können, wie du.


06.03.2012 19:35    |    Stan73 Stan73

Vielen Dank. Das schaue ich mir gleich mal genauer an. Erster Eindruck ist super. Ich war zwar schon einige Male auf der Insel, aber für die nächsten Besuche bin ich für weitere Tipps immer sehr dankbar. Und wenn ich anderen Anregungen geben kann, dann freut mich das natürlich ebenso. :)


09.03.2012 22:21    |    UHU1979 UHU1979

Meine Hochachtung für diesen perfekten Artikel, der direkt Lust auf Urlaub macht. Sowohl Text als auch Bilder erreichen ein fast professionelles Niveau. Chapeau!


09.03.2012 23:19    |    Stan73 Stan73

Wow, lieber Uhu, das ist ja nett von dir. Freut mich, wenn dir der Artikel gefällt. :)


01.06.2012 08:41    |    Pingback Pingback

Kommentiert auf: Andi palheiro | Fotogrint


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