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Hallo, liebe Zielgruppe!
Ich bin schon länger der Auffassung, daß sich die Löhne und Gehälter lange nicht daran orientieren, wie wichtig es ist, daß die Arbeit gemacht wird. Inzwischen haben mich auch Ökonomen in dieser Auffassung bestätigt und ihr Ergebnis veröffentlicht. Bei Spiegel-Online gibt es jetzt einen netten Artikel dazu, den ich zur Diskussion stellen möchte.
Zitat:
Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten jetzt britische Ökonomen - und brechen mit dem alten Lehrsatz: Wer viel verdient, hat auch viel geleistet. Die schlimmsten Wertvernichter sind der Studie zufolge Steuerberater.
Hamburg - Die Boni-Banker in der Londoner City haben einen schweren Stand: Erst haben sie mit ihren Spekulationen das Land in eine Krise gestürzt und den Zorn der Briten auf sich gezogen. Zur Strafe will die Regierung jetzt die Hälfte ihrer Bonuszahlungen kassieren - was in der Branche als unfair und vollkommen überzogen empfunden wird. Und nun zeigt eine neue Studie auch noch, dass die Arbeit der Banker verzichtbar wäre. Eine Reinigungskraft in einem Krankenhaus leistet demnach mehr für die Gesellschaft als ein Spitzenbanker im Finanzdistrikt.
Den ganzen Artikel findet Ihr hier: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,666917,00.html
Wie gesagt, ich sehe das ähnlich. Die wahren Leistungträger der Gesellschaft sind im Niedriglohnsektor zu finden. Man stelle sich nur mal vor, alle Leute in diesem Land mit einem Bruttolohn von unter 10 € pro Stunde würden streiken. Man könnte fast nichts mehr kaufen, denn fast alle Läden, wo man Lebensmittel kaufen kann, müßten schließen. Der Müll würde liegenbleiben. Wir bekämen keine Briefe mehr sowie kaum noch Pakete. Tanken könnten wir auch nicht mehr, da die Tankstellen zumachen müßten. Viele Krankenhäuser könnten dichtmachen, weil sie nicht mehr gereinigt werden, das selbe gilt für Pflegeheime, wo auch die Pflege und die Nahrungsversorgung zusammenbrechen würde. Das ließe sich noch lange weiterführen.
Folgeschäden gäbe es freilich auch. Weil Pflegeheime und Kindergärten geschlossen werden müßten, kommen viele Doppelverdiener und Alleinerziehende sowie Leute, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, nicht mehr zu ihrer Arbeitsstelle, wer auf Sprit (Benzin, Diesel, LPG) angewiesen ist, bald auch nicht mehr. Kurz: Das Land würde völlig zusammenbrechen. Denkt mal drüber nach!
So komme ich auch zu der Frage im Titel. Ich denke, eigentlich können wir es uns nicht leisten, die Leistungsträger der Gesellschaft weiterhin mit Hungerlöhnen abzuspeisen. Daß die Arbeit von den Leuten mit aktuell sehr niedrigen Löhnen sehr wichtig ist, da sollten wir uns nichts vormachen. Wir wollen einkaufen, tanken, frisiert werden, im Alter versorgt werden usw. In einem dreckigen Hotel quartiert sich niemand ein zweites Mal ein, wenn sich jemand bei einer Operation wegen schlechter Hygiene den Tod oder einen dauerhaften Schaden holt oder ein Kind tot im Eisfach gefunden wird oder gewalttätig wird , ist das Geschrei dann groß. Aber es ist ja kein Geld da...