Lancia Musa - unser erster Neuwagen

09.02.2010 00:08    |    palmaille palmaille    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , ,

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Gut vier Monate sind nun seit dem Kauf vergangen, Zeit für einen ersten Erfahrungsbericht.

Wir sind mit dem Wagen rundum sehr zufrieden! Wir bekommen immer all unser Gepäck verstaut, auch wenn der Kinderwagen einen guten Teil des Kofferraumes ausfüllt. Das Panoramadach sorgt für eine luftige Atmosphäre. Die Sitze sind okay, wenn auch nicht herausragend. Sehr praktisch finde ich die Armlehnen.

 

Das Bluetooth funktioniert mit meinem Mobiltelefon ganz prima, eine feine Sache. An den Instrumentenblock in der Mitte haben wir uns ruckzuck gewöhnt. Das ist sogar praktisch, weil das Lenkrad nie die Sicht auf eine Anzeige versperrt.

 

Ich hab mir noch im Oktober bei Ebay.it einen Satz Originalfelgen geholt (unter 400 Euro inkl.) - gleiches Design wie die von der Auslieferung (s.Foto), wegen der Schneekettenoption jedoch nicht 16 Zoll, sondern 15 Zoll. Hab dann gleich Winterreifen aufziehen lassen, was sich mittlerweile rundum bezahlt gemacht hat.

 

Bei diesen zeitweise eisigen Temperaturen hat sich im Kurzstreckenverkehr (2 km zur Tagesmutter und zurück und nix anderes) nach 1-2 Wochen der Partikelfilter zugesetzt (Anzeige im Display). Die Betriebsanleitung war da nicht sehr informativ. Dank des Hinweises eines anderen Lancisto habe ich dann nochmal auf der Betriebsanleitungsseite nachgesehen, und dort fand sich auch die neueste Version der Anleitung: einfach 15 km am Stück fahren. Das hat dann auch funktioniert - die Anzeige war weg. Auf den Fahrbetrieb hat die Angelegenheit keinen Einfluss gehabt.

 

Dank des Filters ist der Wagen als Euro 5 eingestuft. So etwas gibt es bei A von Benz gar nicht erst.

 

Der Verbrauch liegt für meinen Geschmack trotz gemäßigter Fahrweise recht hoch, verglichen mit den Angaben im Prospekt (s. Spritmonitor.de). Dort steht 4,7 im Schnitt, wir kommen bisher auf 6,5. In der Stadt kommt das relativ gut hin mit 6,0, aber auf der Autobahn geht es doch ab 120 km/h deutlich nach oben, lt. Momentanverbrauch über 6. Unter 120 km/h bei gleichmäßigem "Gleiten" ist er auf 5 zu kriegen.

 

Etwas Negatives kann ich eigentlich nicht berichten, außer dass uns schon einer hinten drauf gebrummt ist. Viel hat man nicht gesehen, dennoch ein Schaden von 3000 Euro! Der Gutachter war ganz begeistert, wie gut die Stauchkörper den Aufprall geschluckt haben.

Zum Glück alles Teile zum Abschrauben und wieder dran Bauen. Heute haben wir ihn aus der Werkstatt wieder abgeholt. Ist schon gediegener als der Leihwagen (A-Benz).

 

++++++

Am Wochenende hatte ich einen Platten - auf der A7 (ganz toll...), den ersten in meinem Leben (jedenfalls am Auto). Gut, dass ich das Notrad und nicht das Reparaturkit geordert hatte. Dieser "Werkzeugkasten" mitsamt Wagenheber und Abschleppösen ist echt eine Zumutung. Das Ensemble bekommt man vielleicht noch auseinandergenommen, aber fürs Zusammensetzen reicht das Abitur allein nicht aus. Die Kurbel ist ein absoluter Witz - gut, dass es nur saukalt war und nicht noch geregnet hat... Gut, dass die Konstrukteure bei anderen Sachen besser nachdenken.

 

Die eine oder andere negative Sache fällt mir dann doch noch ein. So bin ich es einfach nicht gewohnt, dass ein Auto nur 1 (in Worten: ein) Schloss hat, und zwar vorn links. Vielleicht ist das aber heute gang und gäbe.

Als Uhr hätte ich lieber etwas Analoges, oder wenn's schon digital sein muss, dann wenigstens eine korrekt anzeigende Funkuhr. Die Technik dürfte mittlerweile ein Pfennigartikel sein. Ist mir unverständlich, warum so etwas nicht längst Standard ist.

Ich hab mir die Original-Gummimatten bestellt - 60 Euro, und dann so ein Billigkram! Von einer Originalmatte erwarte ich etwas höhere Ränder, so dass das Tauwasser nicht gleich in den Teppich abläuft. Das war ein echter Flop.

Die Mittelkonsole trägt so weit auf, dass sie in hochgeklapptem Zustand in den Kofferraum ragt und dort die ansonsten durchgehende "Ebene" unterbricht. Ist nicht eben hilfreich, wenn man den Stauraum gut ausnutzen will.

Die zweiteilige Kofferraumabdeckung ist einfach nur unpraktisch - was habt ihr euch dabei bloß gedacht??

Die Schalter für die Nebelleuchten sind denkbar ungünstig angebracht. Ist vielleicht ganz gut so, dann kommt man wenigstens nicht in Versuchung, die Dinger auch zu benutzen (zumindest die Schlussleuchte wird nach meiner Erfahrung in 95% der Fälle unnötig eingeschaltet - das aber nur am Rande...).

Der Fußraum ist mir ein bisschen eng - der ist wohl eher für spitz zulaufende Nappaslipper der Mailänder Gigoloszene konzipiert. Ich bin da aus dem Uno andere Platzverhältnisse gewohnt, aber mittlerweile hab ich mich daran gewöhnt und fahre einfach nicht mehr in Wanderstiefeln...

Neulich sind uns mal die Waschdüsen eingefroren. Das finde ich ziemlich ärgerlich. Eine Heizung sollte keine technisch unlösbare Aufgabe sein.

Die Sitzheitzung ist ein Witz. Ich habe bei ihr noch keinerlei Effekt wahrgenommen. Von dem, was da an Wärme zu finden war, halte ich mich selbst für den Urheber.

 

So - genug kritisiert. Es sind eigentlich alles Kleinigkeiten, mit denen ich leben kann (nur die Sache mit den Spritzdüsen ist echt ärgerlich - und im Zweifelsfall gefährlich!), und eher erwähnt, um nicht gar zu sehr ins Schwärmen zu kommen.

 

Das gute Musa führt am Markt selbst für Lancia-Verhältnisse noch ein Schattendasein. Das Konzept "Minivan" verkauft sich doch durchaus (s. Meriva oder Benz-A oder andere). Ich weiß nicht, ob diese Autos hauptsächlich über den Preis verkauft werden. Doch selbst da fällt ja der Musa nicht unbedingt aus der Reihe. Und der "Ahn" Fiat Idea war ja nun noch ein Eckchen billiger und ist dennoch eine Rarität auf unseren Straßen geblieben.

 

Die hier im Forum beschriebenen Probleme mit der Schaltung haben wir zum Glück nicht - trotz nun wirklich hinreichend niedriger Temperaturen.


28.10.2009 20:57    |    palmaille palmaille    |    Kommentare (3)

Hellblau Fontanesi - ungewaschenHellblau Fontanesi - ungewaschen

Der Musa erfüllte also unsere wesentlichen Anforderungen - alles recht praktisch gedacht, eigentlich seltsam, dass wir da bei einem Wagen landen, der doch eher mit Emotionen beworben wird.

 

Wegen der niedrigeren Verbrauchswerte haben wir einen Diesel favorisiert, und da es die beste Schadstoffklasse (Euro 5) nur beim 1,6 Multijet gab, musste es der sein.

(Schöne Ausrede - so hab ich den fettesten Motor rechtfertigt...)

 

Den gibt's aber nur in der Ausstattungsvariante "Platino" - da zahlt man also noch richtig drauf z.B. fürs Panoramadach oder die Klimaautomatik. Naja, wahrscheinlich werde ich es noch zu schätzen wissen.

 

Die Farbwahl: er sollte entweder rot oder möglichst hell sein. Rot gibt es ihn nur als Poltrona Frau, und da nur mit grauem Leder, das wollte ich nicht, ist mir viel zu empfindlich. Das Alabasterweiß wollte mir auch nicht recht zusagen, und da ich keinesfalls silber wollte, blieb das hellblau fontanesi. Natürlich keine Chance, so einen in freier Wildbahn zu sehen. Also auf gut Glück bestellen. Aber wo?

 

Die Fiat-Niederlassung glänzte durch Inkompetenz und durch eine unattraktive Preisgestaltung - fiel also von vornherein aus. Dann hatte ich einen kleinen Händler ausfindig gemacht, der wirkte gleich in jeder Hinsicht sympathisch, und der Inhaber scheint auch zu wissen, wo das Kühlwasser nachgefüllt wird und wo das Wischwasser. Er bot mir einen Rabatt auf den Listenpreis an, der noch anständig über dem offiziellen "Lancia per te"-Nachlass lag.

Im Internet hatte ich dann einen Vermittler gefunden, der mit noch mehr % warb, und zwar über einen deutschen Vertragshändler.

Die Bindung an einen lokalen Händler finde ich nicht unwichtig, aber eine vierstellige Differenz war dann doch ein stärkeres Argument. Der Lokale sagte mir, bei dem Nachlass würde er Geld drauflegen, aber natürlich könnte ich auch mit dem woanders erwobenen Wagen gern zu ihm in die Werkstatt kommen. Das fand ich dann ziemlich okay.

 

Die Kommunikation mit dem Vermittler und dann mit dem Autohaus ging so einigermaßen, aber damit kann ich leben. Zumal sich dann die Auslieferung und Übergabe beim Vertragshändler völlig unkompliziert und korrekt gestaltete.

Auf mögliche Kulanzantrags-Vorteile wollte ich mich nicht verlassen - ich bin einfach mal Optimist.

Ich bin also vor fünf Wochen ins Ruhrgebiet gefahren (und dort in eine Gegend, in der ich noch nie in meinem Leben war...) und hab unseren Musa abgeholt. Das hellblau sieht sehr gut aus, da war ich gleich erst einmal beruhigt. Und dann hatte ich das gute Stück erst einmal 450 km nur für mich. Die Strecke habe ich ganz gediegen abgespult, mich dabei mit dem Tempomaten angefreundet, und bin dann recht entspannt ausgestiegen.

Meine nächsten Eindrücke und Einschätzungen dann in Kürze.


24.10.2009 20:34    |    palmaille palmaille    |    Kommentare (8)    |   Stichworte:

Senior und JuniorSenior und Junior

Moin,

 

unser heißgeliebter Uno, von Beginn an (3/86) in Familienhand, bekommt nun sein Gnadenbrot, wenn man so will. Ich kann hier nicht über den Musa schreiben, ohne ihn wenigstens mit ein paar Worten zu würdigen. Schließlich muss der Musa sich an ihm messen lassen (ich werde sicher immer wieder darauf zurück kommen).

Die Entscheidung gegen den Uno fiel letztlich, weil er doch zunehmend unzuverlässig ansprang, weil sich doch mehr und mehr Alterserscheinungen einstellen und insbesondere weil wir - ausgelöst durch unser kleines Töchterchen - eine höhere passive Sicherheit haben wollten.

Der Uno ist ein grandioser Wurf gewesen, unglaublich übersichtlich, er bietet für die Länge eine Menge Platz (wir haben immer, auch jetzt mit dem Kinderwagen, alles Gepäck verstaut bekommen), er ist sehr spritzig (75 i.e. mit grüner Plakette!) und dabei recht sparsam (6-8 l/100km). Wie man sieht, mussten wir vor ein paar Jahren rostbedingt die Türen ersetzen. Ansonsten ist die Karosse in vergleichsweise gutem Zustand, es gibt genau eine geschweißte Stelle, am Unterboden.

Ihr merkt schon, da steckt Herzblut drin. Die Messlatte für den Musa liegt hoch.

 

Nun sollte also ein neuer Wagen her, aufgrund der verlockenden Abwrackprämie (die ich ökonomisch für vollkommen schwachsinnig halte) durfte es ein Neuwagen sein. Inspiriert hatte mich die Werbekampagne von Fiat – den Panda für nur 5000 € !?! Wie das dann so ist – der Panda war dann doch zu klein. Aber eine italienische Herkunft mochte es dann möglichst doch sein.

Dann haben wir alle ausprobiert: alle Alfas sind unübersichtlich und bieten insbesondere hinten zu wenig Platz. Punto – hinten zu eng. Bravo – unübersichtlich (viel zu fette B-Säule), und wenn ich den Fahrersitz auf mich einstelle, kann hinter mir keiner mehr sitzen. 500 – schick, aber nur 2 Türen und dann doch zu wenig Platz mit Kind. Croma – feines Auto, aber vielleicht doch etwas zu groß in der Stadt. Linea (den hab ich in D gar nicht zu Gesicht bekommen!) - macht einen guten Eindruck, war mir aber etwas zu schwach motorisiert. Qubo – auch zu schwacher Motor und optisch dann doch zu „progressiv“.

Dann der Delta: einfach nur TOLL! Leider ist die Sicht nach hinten ziemlich bescheiden, aber da hatten mir andere Forumsteilnehmer versichert, darauf stellt man sich ein. Dann eine Probefahrt übers Wochenende – nach der halben Strecke hin (70 km) Kreuzschmerzen, zurück dasselbe, sämtliche Einstellungsversuche am Sitz fruchteten nichts.

Tja, dann blieb noch der Musa. Uns ging es so wie wohl so vielen – wir haben das Modell quasi übersehen und uns dann erst bei genauerem Hinsehen so richtig erwärmt. Nur vier Meter lang, und dennoch können da vier Personen vernünftig drin sitzen, selbst mit mir als Fahrer? Und immer noch über 300 Liter Kofferraum? Is’ ja doll, dachten wir.

 

Nebenbei bemerkt, haben wir uns auch in Modelle der deutschen, französischen und japanischen Konkurrenz gesetzt. Die bauen auch bestimmt alle ganz gute Autos, und vielleicht haben wir auch irgend ein ganz tolles Modell übersehen, aber zwischenzeitlich hatte der Musa emotional gewonnen. Außerdem gab er mir die Möglichkeit, von der Ursprungsliebe Delta wenigstens noch den Motor zu retten. Maßlos enttäuscht war ich übrigens vom Platzangebot und der Übersichtlichkeit (ihr merkt schon, das ist mir wichtig…) beim Audi A3 – meine Güte, ihr Konstrukteure: ich bin doch mit 1,85 m noch keine Ausnahmeerscheinung!!


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