27.03.2012 19:06    |    KUESmagazin    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: 6 Zylinder, Dino, Fahrspass, Ferrari, Gebrauchtwagen, Gebrauchtwagen Check, Geländewagen, Hauptuntersuchung, KÜS, KÜS Plus, Motor, Sachverständige, Sportwagen, V6

Wir das Fiat Dino Coupé zur Wertanlage?

Bissiger Wabengrill, giftiger Anzug: Kein Fiat fasziniert so wie das Dino Coupé mit Ferrari-Motor: Der Fiat Dino ist eine Legende für sich. Viele Enthusiasten sehen in ihm sogar eher einen Ferrari als einen Fiat. Tatsache ist, dass der große Enzo Ferrari 1966 die Hilfe von Fiat benötigte, um das Reglement für die Formel 2 erfüllen zu können - ein Motorblock mit maximal zwei Litern Hubraum, der innerhalb von 12 Monaten mindestens 500 mal gefertigt werden musste. Agnelli sprang ein. Schon 1967 wurden die ersten Fiat Dino ausgeliefert: Ferrari selbst brachte später das Modell Ferrari Dino heraus. Der Motor wurde schon 10 Jahre zuvor konzipiert. Der Sohn des Commendatore soll daran bis kurz vor seinem frühen Tod entscheidend mitgewirkt haben. Deshalb auch der Name 'Dino'.

 

Die Fiat-Karosserie wurde je nach Ausführung von Bertone oder Pininfarina gestaltet. Die Form des Dino Spider entwarf Pininfarina, die des Coupés stammt aus Bertones Hand. Zunächst kam 1967 der Spider auf den Markt, ihm folgte ein halbes Jahr später das Dino Coupé. Man wird das Gefühl nicht los, an diesem Projekt ist beinahe die gesamte italienische Automobilindustrie beteiligt.

 

Neben Fiat und Ferrari gibt es noch die Firma Weber, die für die üppige Gemischaufbereitung zeichnet. Deren Chef soll auch bei dem Deal zwischen den beiden unterschiedlichen Produzenten stark beteiligt gewesen sein. Man kann sich die weitere Aufzählung sparen, vielleicht noch die Felgen von Cromodora mit dem hübschen Dino-Emblem erwähnen. Nicht ungewöhnlich bei Fiat ist es, dass der Radstand im Coupé deutlich größer ist als im Spider. Auch die Innenausstattung weist ihn als bequemes Reise-Coupé aus.

 

 

Es geht weniger um das letzte Quäntchen Leistung als um die souveräne Fortbewegung in einem echten Grand Turismo. Obwohl Cabrios in der Regel das höhere Gewicht aufweisen, ist es im Falle des Dino genau umgekehrt.

 

Der legendäre Fiat Dino ist übrigens der Anfang eines langsamen Übernahmeprozesses, an dessen Ende Ferrari gänzlich zu Fiat gehört. Und was wurde 1969 während der längeren Pause an den beiden Dinos verändert? Eine ganze Menge, ob ausschließlich zum Vorteil, da ist sich die Fachwelt nicht einig. Fangen wir mit der Hinterachse an. Obwohl blattgefederte Achsen - allerdings etwas früher - auch bei Ferrari vorkommen, nehmen manche Tester dies dem preiswerten Fiat Dino übel. Natürlich muss man hier bei der Entwicklung und Produktion Zeit und Geld sparen und bedient sich aus dem Baukasten der Mittelklasse-Limousine Fiat 124. Was allerdings zählt, ist das Ergebnis. Und da attestiert man dem Dino, er sei mit doppelten Dämpfern und zusätzlichen Streben ein durchaus gut beherrschbares Fahrzeug mit weitem Sicherheitsbereich.

 

Der Vorteil dieser Konstruktion zeigt sich beim Wechsel auf die Schräglenkerachse. Die bringt zwar weniger ungefederte Massenanteile, aber das Fahrzeug insgesamt wird deutlich schwerer. Coupé und Spider verfügten anfangs über den Zweiliter-V6 (Aluminiumblock, 1987 cm³ Hubraum, drei Weber-Vergaser, 118 kW / 160 PS). Mit vier oben liegenden Nockenwellen und drei Weber-Doppelvergasern erreichte das Aggregat 165 PS. Ferrari selbst setzte den Motor im 206 GT ein. Mit dem Facelift 1969 wurde der Motor auf 2,4 Liter Hubraum (Graugussblock, 2418 cm³ Hubraum, drei Weber-Vergaser, 132 kW / 180 PS) vergrößert und war ebenfalls sowohl beim Fiat Dino als auch im Ferrari 246 GT zu haben. Danach kam dieser Motor im Lancia Stratos noch mal zu hohen Ehren.

 

 

Nachteil des 2,4-Liters: Durch seinen Zylinderblock aus Grauguss setzte der Motor Speck an. Gut 30 Kilo wog das Triebwerk mehr. Noch schlimmer: Die Zweitauflage des Dino ist durch diverse Modifikationen sogar insgesamt um 180 kg schwerer, was die Mehrleistung des größeren Motors beim Beschleunigen mehr als auffrisst. Der alte Biss ist weg. Dafür ist der Wagen allerdings im unteren Drehzahlbereich deutlich elastischer geworden. Doch gleich, ob Zweiliter oder 2,4-Liter: Jeder Fiat Dino ist ein einmaliges Kulturgut. Ein Ferrari-Insider erzählt uns: „Das wird es nie wieder geben, dass Ferrari den Motor für einen Fiat spendiert.“ Die Dinos sind ausgestorben.

 


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