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20.02.2011 14:02    |    KUESmagazin KUESmagazin    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,


Hat Porsche den Cayenne bei Sbarro abgekupfert?

sbarro-front
Sbarro front

Franco Sbarro gilt als skurriler Designer, Entwickler und Querdenker. Als Sohn eines Landwirtes faszinierte ihn schon früh die Mechanik von Maschinen. Bereits im Alter von 17 Jahren verließ er sein Heimatland Italien um im November 1957 nach Neuchatel (Schweiz) zu ziehen, wo er eine Anstellung als Mechaniker fand. Sein Treffen mit Georges Filipinetti, Eigner eines Rennstalles, führte dazu, dass er dessen Chef-Mechaniker wurde.

 

Er war dort mit der Entwicklung und der Wartung von Rennsportwagen betraut und hatte ebenfalls die Aufsicht über die Restauration eines AC Cobra, Ferrari P3 und Ford GT 40. Zu dieser Zeit baute er auch sein erstes Fahrzeug: ein Filipinetti Coupé. 1968 verließ Sbarro den Rennstall Filipinetti, um in Grandson (Schweiz) am Ufer des Neuenburgersees die ACA (Ateliers de Construction Automobile / Konstruktionsbüro für Automobile) zu gründen. Sein erstes Projekt war ein zweisitziger Rennwagen für Nachwuchsfahrer auf der Basis eines NSU TT 1000.

 

Mangels Bestellungen blieb es beim Prototyp. Dann hat Franco Sbarro hauptsächlich zwei Arten von Fahrzeugen hergestellt: Nachbauten von klassischen Automobilen, meistens als Auftragsarbeit, und Eigenentwürfe, die immer überraschend originell und innovativ waren. Die Replikas beinhalteten: Ein BMW 328 aus den 30er Jahren mit moderner Technik, ein Mercedes 540 K Roadster, ebenfalls aus den 30ern, mit einem modernen V8-Motor, sowie einen Lola T70, einen Ferrari P4, einen Bugatti Royale und viele weitere.

 

Im Jahr 1978 präsentiert Sbarro den Oberhammer: seinen Super SUV Windhound. Als Antrieb dient der super durstige Siebenliter-V8 aus dem Mercedes SEL 6,9. Der Benzinverbrauch darf durchaus als utopisch bezeichnet werden. Der Achtzylinder säuft schon im Mercedes SEL 16-20 Liter, im unförmigen Windhound kommen noch einmal 10-15 Liter SUV-Aufschlag dazu. Aber das zahlt man ja gerne, bei so einem schicken, extravaganten Offroader. Zumindest war das früher so. Unglaubliche 550 Newtonmeter bei 3000/min und 286 PS (ein Range Rover V8 hatte damals bloß 173 PS) beschleunigten den Windhound trotz behäbiger 4-Gang-Automatik in nur neun Sekunden auf Tempo 100. Erst bei über 200 km/h stoppte die kantige Karosserieform den Vortrieb. Mit 2000 Kilo Leergewicht war der Sbarro Windhound gar nicht so schwer wie er aussah. Vier Bremsscheiben rundum sorgten für halbwegs ordentliche Verzögerung. Ohne ABS und ESP endete allerdings jede Vollbremsung in einer Blau qualmenden Asphaltblockade mit quer zur Fahrbahn stehendem Sbarro. Keine schöne Vorstellung.

 

Der eckige Kühlergrill mit den Doppelscheinwerfern kommt uns dabei irgendwie bekannt vor. Richtig: Die Frontnase stammt vom piefigen Passat B1 Facelift (1977-80). Schon damals verfügte der Windhound wie sein 6(!) rädriger Bruder Sbarro Windhawk (Tankinhalt 350 Liter) über ein hydraulisches Fahrwerk, mit dem die Karosserie bei Bedarf 42 Millimeter angehoben werden konnte. Trotz permanentem Allrad ist der Sbarro fürs Gelände fast zu schade. Im Innenraum verwöhnen Luxusleder aus dem Kirschner-Regal, Holz vom Nussbaum und die Instrumente eines 450er Benz. Für damalige Verhältnisse eine Sensation: Der Fernsehempfänger auf der Mittelkonsole.

 

Wie in den 80er Jahren auch bei Range Rover und beim Nissan Patrol üblich, verfügt der Sbarro bloß über zwei Türen. Die verschwenderische Alternative zum Panzer für Männer mit Schiebermütze, Jäger mit Flinte oder waschechte Scheichs. Die Familie war in der SUV-Welt noch nicht angekommen, das Thema reich sein schon eher. Gerade Mal 9 Exemplare des Sbarro-SUV wurden weltweit gebaut. Bei einem Preis von damals über 500.000 Mark (255.645 Euro) allerdings auch kein Wunder.


Kommentare: 5

20.02.2011 14:35    |    Dieselwiesel5 Dieselwiesel5

Sbarro hatte nie ein besonders glückliches Händchen.

Der "Stash" war ja noch ganz gut, aber die anderen sehen teilweise aus wie ein "Homermobil"


20.02.2011 14:48    |    der_Derk der_Derk

... Wobei mir der Windhawk mit dritter Achse noch besser gefällt - dürfte auch die noch geringere Stückzahl gehabt haben... ;)

 

Wenn die ähnliche Optik alleine ausreicht, tut es aber auch schon ein Monteverdi Safari.

 

Gruß,

 

Derk


20.02.2011 20:08    |    andyrx andyrx

Sbarro hat schon ein paar tolle Kreationen gehabt und war ein echter Paradiesvogel in einer immer uniformer werdenden Autowelt.....aber den Cayenne abgekupfert??

 

never ever....den Sbarro hatte sicherlich niemand mehr auf dem Schirm:cool:

 

mfg Andy


28.02.2011 20:34    |    doenermann doenermann

Ist das ne Passat oder Scirocco Front?


28.02.2011 20:34    |    doenermann doenermann

Ist das ne Passat oder Scirocco Front?


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