27.08.2011 12:01
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italeri1947
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Autos
Mit den 440- und 460-Modellen sowie dem hier schon besprochenen Coupé 480, das von den braven Stufen-/Stummelheck-Brüdern die Technik übernahm, mischte Volvo zwischen 1988 und 1996 in der kompakten Mittelklasse mit - gar nicht erfolglos. Die kleinen Volvo litten zwar unter echten Enthusiasten der Marke meist unter fehlendem Image und begeisterten wohl eher Leute, die sich ihren ersten Volvo kauften oder Senioren, die vom 740er auf den kleineren Volvo umstiegen, sowie echte Fans dieser Baureihe.
Lange Zeit, das muss ich selber zugeben, war die 440/460-Baureihe für mich auch nur ein Vertreter der langweiligen Kompaktwagen-Generation der frühen 90er-Jahre, ehe die Baureihe eben immer mehr ausstirbt und meist für ganz wenig Geld verkauft wird, weil kaum jemand so ein Auto kauft. In meinem Umkreis wurde erst ein 1995er Volvo 460 Automatik mit Ledersitzen, Klimaanlage und aus erster Hand mit Scheckheft und frischem TÜV, blaugrün-metallic, sehr sauber, für 600 Euro verkauft - das riecht nach Schnäppchen und ist bei dieser Baureihe eher die Realität als ein Ausnahmefall. Einen 400er-Volvo hat niemand groß auf der Rechnung, sodass er eher unbekannt ist und daher besonders günstig verkauft wird, damit man so ein Auto überhaupt wieder loswird.
1988 brachte Volvo die 440er mit modisch-kantigem Stummelheck auf den Markt. Eigentlich war das Modell als Nachfolger des seit 1976 verkauften und nicht mehr zeitgemäßen 340/360er vorgesehen, doch ein ganzes Stück teurer und größer, sodass die Preise natürlich höher lagen als bei den 300er-Volvo, die noch auf DAF zurückgingen. Im ehemaligen DAF-Werk in Born/Holland (Nedcar; hier werden heute Mitsubishi-Modelle für den europäischen Markt montiert) wurde die Produktion aufgenommen. Für die neuen kleinen Volvo sprachen ihre hohe Fertigungsqualität, die gute Serienausstattung, die sogar eine Zentralverriegelung umfasste sowie die breite Palette der Motoren. Zwischen 77 und 122 PS war alles lieferbar. Jene Triebwerke, die auf Renault-Motoren basierten und daher ebenfalls bei Renault produziert wurden, wurden im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach für Volvo überarbeitet, um dem hohen Standard und dem schon 1988 guten Image der Schweden gerecht zu werden.
Natürlich war ABS von Anfang an lieferbar. Serienmäßig (aber dann zusammen mit ASR) hatte es aber lediglich der 440 GLT, der am teuersten war.
1989 debütierte die Stufenheck-Limousine namens 460, die aussah wie ein geschrumpfter 850 und dieses Design bereits zwei Jahre vor Markteinführung der neuen oberen Mittelklasse vorweg nahm. Der 460er wurde mit dem Slogan "Im Auftritt klassisch, im Kern modern - Volvo ist Volvo" beworben und rollte ab 1990 in die Ausstellungsräume - vom Anspruch her deutlich exklusiver als die 440er-Basis. Motoren mit 80, 90, 106 und 120 PS waren lieferbar. Als beliebtestes und auch ausgewogenstes Modell galt der 460er mit 90 PS (1.8-Liter-Benziner mit G-Kat und der typischen Volvo-Blende im Kühlergrill, auf welcher "Lambda Sond" stand). Diese Motorisierung machte auch das Gros der 460er-Produktion aus. Von der Ausstattung her entsprach der 460 bis auf Kleinigkeiten wie höherwertige Sitzbezüge in etwa dem Fließheck-440, wurde aber von Volvo als luxuriöseres Modell für Aufsteiger beworben.
Größere Änderungen gab es erstmals Ende 1993, als ein Facelift der optisch im neuen Volvo-Programm mittlerweile als veraltet geltenden 400er-Baureihe das neue Gesicht des Volvo 850, der 1991 auf den Markt gekommen war, bescherte. Das bestand aus weißen Blinkern, neuen, nahezu senkrecht stehenden Scheinwerfern, einem neuen, in die neue Motorhaube integrierten Kühlergrill, neuen Rückleuchten im Stil des Stufenheck-850ers und neuen Stoßfängern, die in den teureren Versionen in Wagenfarbe lackiert wurden. Zudem fand ein 90-PS-Dieselmotor aus dem Renault 19 nun Verwendung. ABS war nun in jeder Version Grundausstattung, ein Fahrerairbag gehörte ebenfalls dazu.
Neben den beiden Limousinen gab es auch einen Kombi. ATC aus Belgien präsentierte hierzu 1994 einen Umbausatz für den Volvo 440, welcher auf Basis der Original-Heckklappe aus GfK aufgesetzt wurde. ATC stellte 200 Stück davon her; 150 Exemplare davon gelangten auf den deutschen Markt, während der Rest vor allem im Herstellungsland der kleinen Volvo, den Niederlanden, verbreitet war. Generalimporteur für Deutschland war die Firma Bieber in Oberhausen, welche auch für Umbauten von Ford Fiesta I zum Vollcabriolet zu Gehör kam (Stichwort "Bieber-Cabriolet"). Diese Kombiklappe wurde im Jahre 1994 auf den Markt gebracht und erfasste somit lediglich Facelift-Modelle als solches. Zeitweise wurde sie auch von Volvo-Händlern als Zubehör offeriert. Letztendlich wurde auch wegen solchen Problemen und der Tatsache, dass Volvo keinerlei Garantie für die ATC-Klappe übernehmen konnte und wollte, der Bau des ATC Kombis 1995 eingestellt, da Volvo dies untersagte. Ein Foto dieser Version (Baujahr 1994) habe ich euch beigefügt - mir gefällt die Limousine weitaus besser!
Im letzten vollen Baujahr 1996 wurde ab September '95 die Sonderserie "Collection" angeboten. Wie beim 480er, der nun ausgelaufen war, bestand diese aber nicht aus besonders exklusiven Exemplaren: Hier wurden alle Reste zusammengebaut, die man noch irgendwo im Lager auftreiben konnte. Dennoch waren die Fahrzeuge qualitativ nicht schlechter als die anderen 400er-Volvo und wurden gern gekauft.
1996 nahm Volvo den 460er aus dem Programm, ehe 1997 der 440 folgte. Der Nachfolger, der sich die Basis mit dem hier bereits besprochenen Mitsubishi Carisma teilte, hörte auf den Namen S40/V40.
Was bleibt, sind interessante Autos, die aber erst im Laufe der Jahre interessant wurden. Volvo 440 und Volvo 460 fallen noch heute kaum auf, wohl auch, weil alte Volvo mit Ausnahme echter Kult-Modelle wie 240 oder Amazon kaum jemanden interessieren. Selbst der 740er ist nicht völlig anerkannt außer von echten Fans, die kleine 300er-Baureihe gilt noch als echter Geheimtipp und wird noch günstiger verkauft als ein 440/460. Und jetzt kommen die zum Zug, die gediegenes Fahren lieben und wenig zahlen wollen - denn im Prinzip kann der kleine Volvo speziell ab dem Facelift 1993 alles genauso gut wie ein zeitgenössischer Mercedes, kostet aber nur einen lächerlichen Preis. Zum Tarif eines sehr gut erhaltenen, TÜV-abgenommenen 400ers gibt's noch nicht mal einen Teileträger der damaligen C-Klasse - also, was hält uns noch davon ab, endlich zuzuschlagen? |








Kommentare: 16
27.08.2011 12:48 |
go_modem_go
So ein Auto nehmen nur noch Hartz IV / Studenten Letztbesitzer- und Winterautoverheizer, selbst für den Export nach Osten / Afrika sind diese Autos nicht mehr tauglich, seit viele potentielle Exportländer Jahrgangsbeschränkungen für Gebrauchtimporte haben.
Leider.
Ist aber das Schicksal jedes kompakten Massenautos aus dieser Zeit, das gilt erst recht für die Stufenheckversionen - sei es nun Renault 19/21, Peugeot 309/405, Fiat Ritmo/Regata, Lancia Delta, Citroen ZX / BX, Opel Kadett E / Vectra I, VW Jetta II / III, Ford Orion oder Seat Malaga.
Das gilt erst recht für die Japsen in der Butter und Brot Klasse à la Corolla (diese sind fast ausnahmslos alle nach Afrika verschwunden, oder hat jemand neuerdings noch einen Mitsubishi Tredia, Lancer III oder Galant V im Alltagsbetrieb gesehen????
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Ich würde mir eher gleich einen 740er oder 960er Old-School Heckantriebs-Volvo kaufen, als so einen Niederländischen DAF-Renault Frontantriebsvolvo mit Renault Motörchen, deren Euro0- bis Euro1 Steuer hoch und Versicherung z.T. sogar teurer ist.
Abgesehen vom Volvo 480 Shooting Brake, der ist KULT, und jetzt schon Sammelnswert - aber auch HÖCHST Anfällig was die Elektrik und Elektronik anbelangt - der 480 hatte eine der ganz frühen CAN-Bus Zentralelektrikversuche, mit höchst anfälligem CEM (Central Electronic Module). Sowas können nur noch echte Freaks auf der Strasse halten - es wird kaum einen frühen Volvo 480 mehr geben, der als Erstwagen genutzt werden kann!
27.08.2011 14:06 |
_RGTech
Die 440/460 hab ich (neben Audi 80 B4) immer dann empfohlen, wenn es um Autos in der Preisregion Golf 3/Astra F ging (wobei ich immer ABS und Fahrerairbag voraussetzte); letztendlich haben sich die Leute dann doch einen biederen Polo 2F oder 6N, besagte Golf/Astra, oder Peugeot 106/306 zugelegt...
Es liegt wohl doch am Design, das die klassische Kompaktwagenklientel einfach nicht versteht.
Wobei speziell die gelifteten 400er immer noch recht modern aussehen und schon ein wenig die Linie der V40/S40-Modelle vorwegnahmen, ohne jedoch das dortige schwülstige, irgendwie billig wirkende Armaturenbrett (das ist in den 400er immer noch nach Ritter-Sport-Methode gebaut, quadratisch praktisch etc.).
Und hübscher als die wirklich hässlichen 300er waren die allemal.
Der Kombi sieht krank aus.
27.08.2011 15:09 |
mehrzehdes
ich weiß nicht, ob das autos sind, die keiner wollte. traditionell taten sich die dafs, die sich volvo nannten, schwer auf dem deutschen markt. der 460 sah als erster ableger aus wie ein volvo. und so schlecht verkaufte er sich nicht. man wollte ihn schon. es war also kein auto, das keiner wollte.
heute teilt er das schicksal aller beliebigen großserienautos im unteren und mittleren preissegment. durch die schadstoffthemen, abwrackprämien und die allgegenwärtigen exporteure von gebrauchtwagen werden sie gnadenlos eliminiert. grundsätzlich gibt es kaum noch sichtbar alte autos im straßenbild. gut für die verkehrssicherheit.
27.08.2011 16:46 |
italeri1947
Zum Thema Abwrackprämie kann ich sagen, dass der Volvo 400 bereits im Jahr 2009 kaum mehr existierte. Autos, die es damals noch gab, gibt es zu, würde ich sagen 90% auch heute noch. Wer so einen alten 440/460 im Endstadium fährt, hat entweder wirklich kein Geld für ein neues Auto und konnte so auch die Abwrackprämie mangels finanzieller Mittel nicht nutzen, fährt den Volvo wirklich so lange, bis der TÜV dem Treiben ein Ende setzt und kauft dann das nächste Auto dieser niedrigsten Preisklasse - oder er ist Rentner und das Alter ist einfach zu hoch, als dass man sich noch mal einen neuen Wagen kaufen und sich daran gewöhnen kann.
Das spiegelt, denke ich auch, die klassische Fahrergruppe eines Volvo 440 oder 460 heutzutage wieder. So ein Auto wird gekauft von Leuten, die kein Geld haben oder von Rentnern gefahren, die sich diesen kleinen Volvo vor 15-20 Jahren neu gekauft haben und jetzt aus Altersgründen kein neues Auto mehr wollen.
Zum Thema "Autos, die keiner wollte" - auch Fahrzeuge wie Citroen BX, Opel Senator B, Ford Mondeo I oder Peugeot 306 habe ich hier besprochen. Das sind Autos, die sich zu Lebzeiten als Neuwagen gut bis sehr gut verkauft haben, die aber heute keiner mehr will. So ist das zu verstehen; dieser Blog soll für Autos, für die sich heute kaum noch jemand interessiert, eine Heimat sein.
27.08.2011 17:01 |
go_modem_go
Dann wäre der Blogtitel "Autos die keiner mehr will" angebrachter!
Vielen Dank für die Mühe - ich finde deinen Blog den Lesenswertesten auf MT - hier werden Autos vorgestellt & besprochen, nach denen sonst kein Hahn mehr krähen würde.
Sehr viele der bereits besprochenen meist ausländischen Wagen sind genau diejenigen, die ich damals zur Ihrer Bauzeit viel interessannter fand als den "Deutschen Einerlei" wie er auch heute noch an fast jeder Ecke zu finden ist.
Gerade der Honda Accord von 85-94 war ein sehr gelungenes Auto, speziell den ersten Aerodeck Shooting Brake fand ich damals DER HAMMER - konnte mir aber als damals 18-23 Jähriger Schüler / Student einfach nicht Leisten - ich fuhr in dieser Zeit 3x Citroen 2CV und 4x Renault 4, danach sogar Datsun Cherry Bullaugencoupé, einen Volvo-DAF 66DL und sogar zwei Leyland Mini Clubman Estates (Kombis).
Ich war damals genau die Klientel, die heute solche Youngtimer wie den Volvo 440 / 460 aus Kostengründen in Grund und Boden fährt, bis keiner mehr übrig ist.
Vieles was ich in den Spät-80ern bis End-90er verheizt und weggeschmissen habe, hat heute Sammlerwert, und z.T. sogar extremen Seltenheitswert (z.B. meine Mini Kombis, Citroen GSA, Citroen CX, Renault 4 F6, Alfa Romeo 33 1.7i.e. 16V P4 / Allrad Limo, das Datsun Cherry Coupé, und mein DAF 66DL Gummiband-Variomatik).
27.08.2011 18:43 |
mirabeau
Bin kein Kenner der Volvo-Szene, aber nach dem Vorgänger kräht doch kein Hahn, oder? Da ist also schon ein Unterschied zu einem Citroen BX, Opel Senator oder Peugeot 505, die NOCH nicht besonders wertgeschätzt werden.
Was aber den Volvo 440 nicht abwerten soll, ich mag heute die etwas pummeligen Stummelhecks ganz gerne, was Anderes halt.
27.08.2011 20:09 |
Andi2011
also im Fall dieses Volvo seh ich durchaus gutes Youngtimer Potenzial - nicht so toll wie Vovlo 140 oder 142 aber...
Grüße
Andi
28.08.2011 00:42 |
PureVernunft
Ein Klischee, das sich in meinem Leben komplett bestätigt:
Der Lebensgefährte meiner Oma hat als Taxifahrer Zeit seines Lebens auf Volvo geschworen. Damals fuhr er einen 740 Kombi. Ich war fasziniert von den in die Rückbank eingelassenen Kindersitzen! Endlich tat mir nicht ständig der Hintern von dieser bescheuerten Sitzschale weh.
Nach seiner Pensionierung kaufte er sich einen weißen 440 mit Automatik, elektrischen Fenstern vorn und Sitzheizung. Damals fand ich das Auto potthässlich, aber je älter der Kleine wird, desto mehr Charme gewinnt er.
Der Kombi erinnert mich an dieses polnische Schätzchen: http://images02.olx.pl/ui/1/08/89/15849989_1.jpg
Als ich mich vor wenigen Monaten mit 1500€ in der Tasche auf Autosuche begab, fand ich hier in Konstanz einen roten Volvo 440 aus zweiter Hand mit überschaubarer Kilometerzahl und Scheckheft, der sogar eine Klimaanlage hatte! Wäre er ein Schalter gewesen, dann hätte ich ihn gekauft. So ist es aber doch der BMW 316i Compact mit Lackschäden geworden.
Geht es nicht um beides? Citroen Visa, Seat Malaga oder Mitsubishi Tredia wollte damals schon niemand.
Bei meinem Autokauf in der Billig-Klasse fiel mir auf, dass der Corsa B bald ein Thema für deinen Blog sein könnte. Es ist sehr schwer einen brauchbaren Corsa mit glaubhafter Historie, Airbags und Schiebedach in meiner Preisklasse zu finden. 2000€ für einen 15 Jahre alten Opel Corsa sind etwas zu viel des Guten!
Erst der schöne Artikel zum Honda Accord Aerodeck und nun der Volvo 440. Daumen hoch für deinen Blog, Hans!
28.08.2011 09:59 |
VolkerIZ
Das war mal wieder so ein Auto, mit dem keiner so recht was anfangen konnte. Er hatte nicht die fließende Form, die zu der Zeit modern war, z.B. neben einem E-Kadett oder R 19 sieht er einfach nur plump aus. Aber um die typische Volvo-Kundschaft zu erreichen, war er auch nicht kantig genug und vor allem fehlte ein Kombi. Von daher wurde er auch nicht wirklich als Volvo wahrgenommen. Ich denke mal, wenn man Leute fragt, wie sie sich einen Volvo vorstellen, dann denken die meisten doch an die großen eckigen Kombis der 200er, 700er und 900er Baureihe. Nur das 480er Coupe haben die Volvo-Fahrer akzeptiert, natürlich nur als Zweitwagen.
Die einzigen, die den kleinen Volvo gerne gekauft haben, waren die russischen Einwanderer. Ich hatte öfter mal in Gegenden zu tun, wo viele von denen wohnen und da standen meistens auffallend viele 400er Volvos rum, fast alle sehr gepflegt. Die Jungs haben da eben nicht so die klaren Vorstellungen (oder Vorurteile?), da gilt noch "Volvo ist, wo Volvo draufsteht" und ein Auto von einer Nobelmarke für billiges Geld ist für die Kundschaft auf jeden Fall interessant.
10.12.2011 03:33 |
460er
Prima Blog, danke schön.
Ich muß als erstes aber mal was loswerden in Bezug auf das Klischee, daß sich nur Leute mit wenig/ohne Geld oder die älteren Semester einen 440/460 kaufen. Das ist nämlich ABSOLUTER Unsinn !! Die Leute, die ich in diesen Autos sehe, sind weder scheintot noch unterbemittelt (allerdings läßt die Pflege meist etwas zu wünschen übrig,muß ich zugeben:das tut dann schonmal in der Seele weh)
Ich selbst bin mitte 40,verdiene gutes Geld und habe meinen 95er 460 nur deshalb günstig bekommen, weil sein Vorbesitzer ihn nicht mehr fahren konnte. Meinen Volvo hat er damals neu gekauft,ich bin also der 2te Besitzer.
Und was soll ich sagen? Ich sah den Wagen auf dem Weg zur Arbeit und wußte, daß es meiner wird. Er hatte wohl ein bissel gelitten,dementsprechend war etwas zu tun. Aber mit sehr wenig finanziellem Aufwand habe ich daraus ein Schmuckstück gemacht.
Wie auch immer - ich bin glücklich mit dem Kleinen-er hat Platz wie ein Großer,man sieht alles, was um einen herum passiert,er ist sparsam((5,5 L/100km) und im Unterhalt dank Euro 2 günstig. Was braucht man denn mehr?
Ja, ich habe auch noch eine 850er-Limo,aber eigentlich tut es der 460er genauso gut. Ich habe jedenfalls immer den direkten Vergleich vor Augen - es gibt fast keinen.
Apropos: Wenn es die älteren Menschen nicht gäbe, die diese Autos hegen und pflegen, so hätten wir ganz bestimmt noch viel weniger davon-stattdessen würden wir sie beim nächsten Afrikaurlaub als verrostetes Wrack am Strassenrand sehen.
Ach ja...meine beste Freundin ist hellauf begeistert von ihrem 440 GLT,den wir zusammen für sie (aus erster Hand) gefunden haben: Null Rost, tolle Ausstattung und tolles Fahren.Klar,günstig war er,aber wenn man net weiß, was man da hergibt...
Noch Fragen?
Viele Grüße...
10.12.2011 04:50 |
go_modem_go
In Afrika will keine Sau irgendeinen Volvo - die wirst du dort auf dem ganzem Kontinent kaum zu Gesicht beklommen. Kennt kein Mensch, es ist unmöglich Teile zu bekommen.
ich bin oft dort - Mali, Marokko, Südafrika, Ägypten. Voll und ganz in der Hand von uralten Peugeot, Mercedes und Toyota (überall). VW nur im Maghreb (eher selten), und natürlich als Massenware in den Ländern miot VW Werken wie Nigeria & Südafrika / Namibia / Botswhana. Alte 90er Jahre Opel selten, aber seltsamerweise gehäuft en masse z.B. in Äthiopien, Eritrea und Ghana unterwegs. Und natürlich im Iraq, aber das ist nicht Afrika...
In manchen Ländern wie Ghana fährt ein ganz bunter Mix (da kann sich auch mal ein Volvo hin-verirren). Aber die meisten Afrikanischen Regionen haben Ihre Präferenz, wo dann eine Marke bzw. ein Modell quasi als Monopol herumfährt (wegen Gleichteile). D.h. in manchen Atlas-gebirgstälern in Marokko fahren nur alte 70er Jahre Ford Transit, im nächsten nur W123 2.4D und 307D Busse, in anderen Gegenden wiederum zu 70% Peugeot 504/505 und 25% W123-124.-.- Was der örtliche Dorfschmied und Tyre-Fitter eben so als Experte reparieren kann. Die Rechtslenker-Ostafrikanern (Kenia, Tansania, etc) fahren inzwischen NUR Japaner und Koreaner - Gebrauchte aus Japan resp. Korea.
Neue, lokal produzierte Chinesische Autos statt gebrauchte Wracks aus Europa sind z.T. auch auf dem Vormarsch (z.B. Ägypten), bzw. Dacia Logan als Massenauto in Nordwestafrika.
Aber Volvo? Ne, keine einzigen Gebraucht-Volvos - die Marke ist auf dem ganzen Kontinent nirgends präsent (mit Ausnahmen, vielleicht von Südafrika?), erst recht keine 440! Auf jeden Fall sind mir die 440 auf meinen vielen Reisen außerhalb Europas noch nie untergekommen, und ich habe schon so manchen Exot in den hintersten Urwaldzonen wiederentdeckt!
Die verbrauchten 440/460 gehen alle Richtung Polen, Baltikum, Russland und noch weiter - eine reine Osteuropakutsche eben. Die waren dort auch nur eine Zeitlang sehr beliebt. Diese Zeiten sind aber rum, seit z.B. durch Strafzölle auf über 5-Jährige nur noch neuere Autos in viele nicht-EU Länder importiert werden dürfen! Was bleibt ist die EU, und da gibt es inzwischen überall TÜV, sogar in Riga, Tallinn oder in den Karpaten...
Deswegen landen eben auch viele gute 440 auf dem Schrott, weil sich die Ost- und erst recht Afrika Exporteure nicht wirklich um die Kisten kloppen.
Ganz Anders z.B. bei den verbliebenen Mercedes W124 od. 190 Schaltern, Toyota Corolla (der wird dir von Westafrikanern aus den Händen gerissen!
), alle Japsebusse und Pickups (da gibt es Schlägereien unter konkurrierenden Autoschiebern auf deinem Hof - nach jeder Annonce!), z.T auch Golf II / Passat Kombi, Peugeot 505/405, Allrad à la Toyota LandCruiser / Nissan Patrol, Japaner generell.
Bei einem zu verkaufenden Volvo 440 wird allerhöchstens mal ein müder, hier niedergelassener Exil-Balte an der Tür klingeln, mit max €250.- in der Tasche, und auch nur weil es dafür keinen Ford Mondeo oder 3er BMW in der Nähe gab......
10.12.2011 10:17 |
VolkerIZ
Interessant. Wieder was gelernt.
Mir ist auch schon aufgefallen, daß auch die großen Volvos teilweise für lächerliche Preise angeboten werden und das auch von Händlern, die vorwiegend an Exporteure verkaufen. Hat mich eigentlich immer gewundert, denn so ein Volvo ist ja in keiner Hinsicht schlechter als ein vergleichbarer Peugeot oder Mercedes. Aber wenn die in Afrika keiner haben will, wird es natürlich schwierig. Spätestens dann, wenn so viele kleine Mängel zusammenkommen, daß das für den deutschen Tüv schon ein wirtschaftlicher Totalschaden wäre.
Auf der anderen Seite: Es ist schon extrem, welcher Aufwand getrieben wird, um möglichst jeden, aber auch wirklich jeden (!) Toyota in Europa einzusammeln. Ich sehe in Hamburg öfter mal dänische Abschleppwagen mit Anhänger, mit 2 Toyota Transportern drauf. Und letztes Jahr stand hier ein österreichischer Autotransporter mit 8 Corollas, alle das gleiche Modell, z.T. sogar Unfallwagen. Die hat der in ganz Deutschland und Dänemark eingesammelt. Vor ein paar Jahren gab es in Hamburg ganze Straßenzüge, die mit Toyotas aus Finnland zugeparkt waren. Die blieben dann einfach so lange angemeldet, bis genug da waren, daß das Schiff voll wurde. Wenn sie nicht vorher dem Vandalismus zum Opfer gefallen waren.
10.12.2011 12:54 |
italeri1947
Habe ich sogar einmal miterlebt; das war Ende 2008 ein roter 460 GL Automatik von 1991, der eigentlich so schlecht nicht aussah und bis auf die Tatsache, dass er wegen fälligem TÜV vom Halter für einen gebrauchten Scénic abgegeben wurde, auch noch Zukunft gehabt hätte. Das Fahrzeug stand ganze sechs Wochen und ich wollte ihn fast schon verschrotten, als dann doch noch einer kam - ein Rumäne, glaube ich - dem ich den Volvo dann für 300 Euro gab. Er kostete zwar eigentlich noch 500 Euro, aber ich war froh, das Auto los zu sein, zumal es zu schade für den Schrott war. Und dieser Käufer hatte auch nur 300 Euro dabei. Ohne Diskussionen habe ich ihm den Volvo nach zehn Minuten für das Geld verkauft. Gewinn: keiner, ich hatte dem Vorbesitzer auch 300 Euro für das Auto gegeben.
10.12.2011 13:25 |
go_modem_go
Es liegt wohl an der fehlenden Teileverfügbarkeit, und an der fehlenden Präsenz vor Ort.
Peugeot und Mercedes sind sowohl mit offiziellen, als auch Aftermarket Teileversorgung schon ewige Zeiten in ganz Afrika präsent. Die haben den Markt schon ganz früh immer mit Neuwagen bedient, und unterhalten dort so einige lokale CKD Montagewerke , u.A Werke in Ägypten, Nigeria, Tansania, Südafrika, Kenya, Tunesien usw. Die Importeure bedienen dabei den Gebrauchtwagenmarkt.
In manchen franz. ex-Kolonien in Westafrika ist z.B. das Wort "Pijot" (abgeleitet von Peugeot) synonym von Auto generell
Volvo?
Hat sich nie dort blicken lassen - selbst mit LKW's nicht. Die bedienen ausschließlich den USA- und EU Markt, mit Ausnahme Südostasien / Malaysia und inzw. natürlich Indien und China (Volvo gehört denen ja inzwischen - Geely aus Hangzhou, China ist seit 2010 der Haupteigner der Volvo Car Coorporation!
)
Ausnahme: Gaborone /Botswana, dort wohnt meine Tante.
Da gab es ganz kurz mal eine kleine Montagelinie für Volvo S/V40 - aber nicht sonderlich erfolgreich. Das Volvo Werk wurde von einem bekanntem korruptem Wirtschaftsschwererbrecher und Steuerflüchtling bzw. Allierten von Mugabe aus Zimbabwe geleitet - keine besonders gute Wahl von Volvo ...
13.04.2012 13:45 |
bender1
Ich habe knapp drei Jahre einen 96er 460 2.0i Automatik gefahren und war immer sehr zufrieden mit dem Auto.
Hatte ihn billig bekommen als einen Italienimport aus erster Rentnerhand mit 75.000 gelaufen.
Irgendwann kam die Frage reparieren lassen für den nächsten TÜV oder was anderes.
Ich habe den Fehler gemacht mir einen Golf 3 zu kaufen und habe den Volvo verkauft, zum Glück an jemand der ihn zu wertschätzen wusste und ihn wieder hergertichtet hat.
Der Golf war dann nach über 15 Jahren das erste Auto das ich selber zum Schrotti gebracht habe und nicht mehr verkaufen konnte.
Hatte jetzt selber vor kurzem beim geplanten Autokauf einem V40 auf der Liste, aber da ich mich im Auto auch wohlfühlen möchte schied er leider wieder aus, finde den Nachfolger von innen einfach nur misslungen.
13.04.2012 18:28 |
bronx.1965
Hans,
wieder einmal ein interessanter Kandidat. Ich fuhr ja selbst einmal einen 740, als Kombi. 84er Baujahr,
Diesel, der glaub ich von VW / AUDI stammte. Als Turbo. Äusserst bequem, viel Platz und sehr robust.
Dieser...nennen wir es mal Kombi-aufsatz ist formal absolut grenzwertig durch die, prinzipbedingt, diagonal geteilten Seitenscheiben. Sowas hab ich noch nie gesehen. Man lernt nie aus, Danke.
MfG, Bronx