09.02.2012 17:25
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italeri1947
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Kommentare (24)
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Autos
Was der Alhambra in der Van-Klasse war und ist, das war und ist in der Kleinstwagen-Klasse der Arosa für Seat: Ein gutes, preiswertes, anständig gemachtes Auto, das aber einen Nachteil hat: Es gibt eine entsprechende, nur marginal geänderte Version von Konzernmutter VW, die dem spanischen Bruder das Rampenlicht und die Kundschaft stiehlt - weil man in Deutschland allein schon aus Prestigegründen lieber einen VW kauft, der zwar mehr kostet, aber nicht mehr kann als der entsprechende Seat und eigentlich exakt das gleiche Fahrzeug mit ein paar Änderungen in der Optik ist. Verstehen wird es keiner, das muss auch niemand, aber ich möchte euch nun die Geschichte des Seat Arosa erzählen, der Gefahr läuft, bald völlig vergessen zu werden: Er wird immer seltener.
Ab 1993 wurde er entwickelt, ehe die Baureihe im Jahre 1997 eingeführt wurde. Der Seat Arosa war als dreitüriger Steilheck-Kleinstwagen für Einsteiger oder als Zweitwagen-Lösung konzipiert und zunächst mit zwei Motoren offeriert: Es gab einen 1.0-Liter-Motor als Basis mit 50 PS und einen 60 PS starken 1.4-Liter. Beides waren Vierzylinder-Benziner, brave Triebwerke für den Alltag ohne Höhen und Tiefen, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Während der Einliter ausschließlich mit Fünfgang-Schaltung lieferbar war, rüstete Seat die größere Maschine zunächst nur mit Automatikgetriebe aus. Das wurde allerdings später geändert, sodass dem Kunden die Wahl gelassen wurde - beim 1.4-Liter konnte man zwischen Schalt- und Automatikgetriebe wählen; der kleine Einliter hingegen wurde grundsätzlich nur mit Schaltgetriebe ausgeliefert.
Interessant war, dass die ersten 24.000 Seat Arosa bis Mai 1998 nicht in Spanien, sondern bei VW in Wolfsburg gebaut wurden. Das ist dadurch zu erklären, dass VW das Konzept zunächst aus Furcht vor Anlaufschwierigkeiten und Kinderkrankheiten vorerst "lieber nicht" auf die eigene Kappe nehmen, sondern besser als Seat einführen wollte. Dennoch bewährte sich der preiswerte Arosa, der nach einem mondänen Schweizer Kurort benannt wurde, und somit wurde 1998 der baugleiche, nur geringfügig geänderte VW Lupo eingeführt - der "echte VW" wurde ungleich erfolgreicher als der Seat, obwohl deutlich teurer.
Der Arosa geriet innen wie außen nüchterner und sachlicher als der verspielt wirkende Volkswagen: Das kantige Armaturenbrett mit Designelementen aus Polo III, dem damaligen Ibiza und dem Golf III gehörte in diese Optikschiene, ebenso die schlichten Frontscheinwerfer und die farbigen Rückleuchten (beim Lupo wurden zwar grafisch die selben Leuchten hinten verbaut, nur mit einfarbig rotem Deckglas mit kleinem weißen Ausschnitt für die Rückfahrleuchten).
1998 kam ein kleiner 1.7-Liter-SDI-Motor hinzu; er leistete 60 PS und galt seit Einführung als erste Wahl für Vielfahrer. Diese schätzten auch das gemessen an der Fahrzeuggröße durchaus ordentliche Platzangebot und den passablen Komfort. Der Arosa wurde als Einstiegsmodell der Marke Seat akzeptiert und konnte sich recht gut verkaufen, erreichte jedoch nie die Werte des Lupo. Das lag vielleicht auch an der etwas braven Designsprache.
Zum Facelift im Jahr 2000 wurde dann optisch so ziemlich alles geändert; Seat wollte sich frischer und mutiger präsentieren, nachdem die Marke durch VW in den späten 90er-Jahren ähnlich wie Skoda deutlich an Fahrt gewonnen hatte und man nun eine recht feste Stammkundschaft in den Seat-Betrieben begrüßen konnte. Diese Modellpflege sah auch eine Erweiterung der Motorenpalette vor; nun konnte Seat auch einen 1.4-Liter aus der TDI-Familie mit 75 PS anbieten. Dieser Dreizylinder-Diesel erwies sich als besonders sparsam. Eher sportlich zeigte sich hingegen der 1.4-Liter-16-Ventiler mit agilen 101 PS. Überarbeitet wurde bei gleicher Leistung auch der 50-PS-Basismotor.
Die Fahrzeuge erhielten dann keine echte Modellpflege mehr, jedoch gab es immer wieder ein paar Sondermodelle mit besserer Ausstattung, mit der die Kundschaft bei der Stange gehalten wurde. Doch der Verkauf stockte immer mehr. Ein Grund hierfür war sicher auch der, dass der Arosa als klassischer Kleinwagen für Einsteiger als zweites Auto eines jungen Menschen nicht mehr erste Wahl war - man wollte sich inzwischen verbessern und etwa einen Kompakt- statt Kleinwagen kaufen. Erstaunlich war jedoch, dass einige Kunden sich mehrere Arosa in Folge kauften, weil sie so zufrieden waren und kurz vor Modelleinstellung 2004 die Verkäufe nochmals etwas anstiegen. 2004 wurde die Modellreihe nach sieben Jahren eingestellt; ein echter Nachfolger konnte vorerst nicht offeriert werden, doch mit dem neuen Seat Mii scheint das etwas anders zu werden.
Was bleibt, ist ein akzeptabler Kleinstwagen, der immer noch einen absolut zeitgemäßen Eindruck hinterlässt und vor allem ab dem 2000er Facelift recht hochwertig wirkt. Leider ist der Arosa als Gebrauchtwagen recht selten, vor allem gemessen an dem häufig angebotenen (und immer noch nicht billigen) VW-Bruder namens Lupo - eigentlich doch ein guter Wagen. Der Arosa kann was: Er ist geräumig für seine Klasse, recht zuverlässig und bietet eine große Vielfalt an Varianten; da findet jeder sein passendes Angebot. Leider hapert es nur mit jenen Angeboten. Wirklich viele Arosa gibt es nicht, obwohl es doch eigentlich so ein junges Auto ist. |





Kommentare: 24
09.02.2012 17:48 |
7406
Die wenigsten Arosa Besitzer wollen ihren hergeben. Meine Frau führ bis 2010 ihren TDI, der ebenso wie mein Lupo TDI mit über 300.000Tkm in die dritten Hände kam. Eigentlich auch nur, wegen der Umweltzone Stuttgart.
(162 mal aufgerufen)
09.02.2012 18:09 |
Navigrande
Mir hat der Ur-Arosa immer besser gefallen als sein VW-Pendant; besonders die Heckansicht kam sehr viel knackiger rüber!!
Da ich aber 199 cm lang bin, stand er als Transportmittel für mich nie wirklich zur Diskussion.
09.02.2012 18:51 |
Harhir
Alles besser als die Seat Kleinwagen von Fiat wie der Marabella.
http://en.wikipedia.org/wiki/SEAT_Marbella
09.02.2012 19:02 |
fehlzündung
Schönes Auto, aber wie du schon schreibst, viel zu selten. Unverständlicherweise. Den Lupo habe ich nie gemocht (sah mir immer zu weibisch aus). Der Seat wirkt deutlich erwachsener und auch der Innenraum sprach mich mehr an. Auch die Modelle vor dem Facelift sahen von innen ganz annehmbar aus.
In Verbindung mit dem Dieselmotor war es ein gutes Auto für Berufspendler, die weit fahren mußten, aber trotzdem wenig Geld ins Auto investieren wollten. Trotzdem wollte ihn keiner haben und wenn dann eben nur als Zweitwagen um die Kinder zur Schule zu fahrne oder mal zum Einkaufen zu düsen.
Wenn man sich jetzt einen gut erhaltenen Arosa kauft, wird man sicher wenig falsch machen und noch lange Freude an dem Wagen haben.
09.02.2012 20:20 |
VentusGL
Der Arosa sieht ja besser aus als der Lupo, da sieht man mal wie sich die Leute vom Emblem leiten lassen.
09.02.2012 21:21 |
Soeren2008
Uns hat der Arosa uns besser gefallen als der Lupo. Und er war 2002 preiswerter als der Lupo mit schlechterer Ausstattung.
Nach über 109T km haben wir uns von ihm getrennt. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge - die Ansprüche an einen Zweitwagen ändern sich wie das Leben.
09.02.2012 21:47 |
CossiMk2
Das ist wohl nur die halbe Wahrheit: Darüber hinaus war wohl die Produktion im "ach so teueren Hochlohnland" Deutschland (Wolfsburg) günstiger als bei Seat und solange man Kapazitäten frei hatte und der Lupo noch nicht in Stückzahlen lief hat man das ausgenutzt.
09.02.2012 22:07 |
M0tti
Ich mag den Seat. Er ist ein schöner kleiner Stadtflitzer.
Interessant, dass VW die ersten 24.000 herstellte. Natürlich ist dieser Schritt verständlich, aber sehr interessant
Danke für den Artikel^^
09.02.2012 22:40 |
Andi2011
Lieber Hans,
du hast mit deinem fundierten Wissen und dem Artikel zum Seat mal wieder den Nagel auf den sprichwörtlichen Kopf getroffen!
In meiner Verwandschaft fährt eine Dame ihren Lupo seit mittlerweile 12 Jahren völlig problemlos, das 75 PS Motörchen zieht wacker und ausser Inspektionen und laufenden Kosten und mal ein Verschleissteil ist nie was gewesen - und optisch (auch da hast du recht), passt er immer noch locker in unsere Zeit.
Der Seat fristet natürlich im Vergleich zum Lupo ein -unbegründetes- Schattendasein, aber das - lieber Hans - haben wir wohl eher der einheimischen "VW-Presse-Hochburg" zu verdanken, die hier seit Jahren den Leuten erzählt das VW das non-plus-ultra für Jedermann sei (und das sagt jemand der grad einen Golf gekauft hat
)
Grüße
Andi
09.02.2012 23:40 |
JeanLuc69
Ironischerweise wiederholt sich jetzt mit dem Hype um den VW up! die Geschichte:
Bei VW gibt es das "Original" und bei SEAT bzw. Skoda gibt es den Mii bzw. den Citigo.
Komischerweise rührt man nur bei VW die große Werbetrommel mit "Klein ist heute Groß" und unzähligen Events ... SEAT und Skoda geben sich da deutlich bescheidener und werden aller Voraussicht nach nicht die Verkaufszahlen des up! erreichen - trotz besserer Preise.
Des weiteren ist es interessant, daß die Konfiguratoren bei SEAT und Skoda erst freigeschaltet werden, wenn der up! vollumfänglich erhältlich ist (also auch als 5-Türer) - der Wahnsinn hat Methode.
10.02.2012 00:12 |
harrry
Na ja, das Dingen hat auch seine Nachteile. Die Arosas der 1. Generation rosten ganz ordentlich und die Alu-Motoren haben Probleme mit Kondenswasser (Frost und dadurch mangelnde Schmierung)...
Das mit den Motoren trifft aber auch auf Fahrzeuge von VW zu.
10.02.2012 07:37 |
7406
Wenn du da mal nicht Arosa in einen Topf mit Ibiza 6K steckst. Arosa/Lupo waren die letzte Generation Fahrzeuge, beio denen chromstähle eingesetzt, zusätzlich feuerverzinkt und jede Falz versiegelt wurde - undzwar an der ganzen Karosserie.
Rostpunktchen gibts mal an Scheuerstellen an der Dachreling, das wars.
Polo 6N2, Lupo, Arosa sowie Ibiza 6K GP01 teilen sich die Motorenpalette und damit auch das frostige Schicksal.
10.02.2012 08:15 |
salva.g
Also, ich fand und finde das Cockpit vom Arosa echt schön. Wirkte damals schon sehr Modern und heute noch kann man sich damit sehen lassen. Finde ich sogar besser als viele "Moderne" Cockpits von heutigen Autos.
10.02.2012 09:22 |
BenutznameSchonVergeben
Die ersten Arosas hatten das Armaturenbrett vom Polo 6N drin und das war ja mal echt potthässlich! Dagegen hatte der Lupo von Anfang das neue.
10.02.2012 09:58 |
harrry
Nie und nimmer feuerverzinkt!!!
Ist viel zu schwer. Ist nur Zinkfarbe. Bei ALLEN Herstellern.
Ich hatte einen '97er Altrosta. Der rostete wie Sau an der Karrosse. Und er hatte auch das Problem mit dem Motor. Wie peinlich für VW! Und leider recht teuer für mich - trotz Eigenleistung. :-(
Aber das Schlimmste war, daß der Service bei Seat ne Katastrophe war...
10.02.2012 10:41 |
Audifahrer-NRW
... bei mir unter dem Fenster (Büro) parkt regelmäßig ein Arosa aus der ersten Serie in einem auffälligem Neon-Gelb, gehört einer jungen Frau die wohl auch hier im Gebäude arbeitet. Der Wagen passt definitiv noch heute in unsere Zeit, sei es mit Seat oder VW Emblem. Das zeigt sich bei den wie ich meine absolut überzogenen GW-Preisen vor allem beim Lupo; wir sind nachdem meine kleine Schwester ihren Lupo zu Schrott gefahren hat auch aktuell auf der Suche nach einem Ersatz, egal mit welchem Emblem vorne drauf. Selbst der total zerschossene Lupo von ihr hat noch knapp 1.000 EURO gebracht...
10.02.2012 11:42 |
Rockport1911
der neue Seat arosa (ich kann mich nicht an die neuen kurzen Namen gewöhnen) bekommt nun sogar noch Konkurrenz von einem Skoda-Modell. Die Marke Seat ist und bleibt im VW-Konzern immer noch so ein Mauerblümchen. Und wie oben geschrieben kümmert das VW auch gar nicht.
@ Audifahrer-NRW:
Was selbst heute noch für uralte Lupos verlangt wird ist Wahnsinn. Da sind manche Polos/Golfs schon günstiger zu haben.
10.02.2012 12:08 |
sampleman
VW ist ein global agierender Hersteller, und der Heimatmarkt für Seat ist nun mal nicht Deutschland, sondern eher Südeuropa. Genauso wie Skoda in Osteuropa ein deutlich besseres Standing hat als VW. Da muss es dann nicht wundern, dass Seat und Skoda in Deutschland nicht ihr ganzes Werbegeld raushauen, um gegen VW zu konkurrieren - die unter anderem in Deutschland ein wesentlich dichteres Händlernetz haben.
Ich habe mir den Arosa mal angesehen, als er damals auf den Markt kam. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde der niedrigere Verkaufpreis unter anderem mit einer einfacheren Innenausstattung und einfacheren Bremsen (hinten Trommeln) erkauft.
Übrigens sagte mir damals der Seat-Händler, den Arosa könne man nicht mit einem Sonnendach nachrüsten, weil die Karosserie dafür strukturell nicht geeignet sei.
10.02.2012 17:44 |
DER POLO_NEGER
In der Autobildzeitung vom november 2011 wurde der alte Lupo mit dem Vw UP! verglichen und hatten auch nur 30 punkte unterschied
Die haben sogar geschrieben dass der ne echte alternative ist--zumal der auch sparsamer ist weil es gab doch den 3L lupo...und den wirds beim UP! wohl nicht geben....
mfg chris
10.02.2012 21:52 |
checkyChan
So gewinnt man also Marktanteile, in dem man nicht in Marketing investiert.
Der Arosa ist ein rassiger kleiner Wagen, aber eben nur ein Wagen mit beschränktem Nutzwert.
11.02.2012 11:51 |
meehster
Gerade dafür ist der Arosa mangels hinterer Türen eher nicht zu gebrauchen.
Das beste Auto, das jemals bei Seat unter VW-Regie gebaut wurde, war eh der Marbella. Zwar auch keine hinteren Türen, dafür aber ein halbwegs ernstzunehmender Kofferraum, geringere Abmessungen und die Übersichtlichkeit ist kaum zu toppen. Aber auch hier schlug der Teufel namens Rost unbarmherzig zu.
11.02.2012 18:20 |
fehlzündung
Also bei allem Respekt, aber der Marbella war ja wohl das grottigste Auto, dass jemals von Seat gebaut wurde. Ausser dem Preis hatte der Wagen keine Vorzüge. Er war unzuverlässig, reparaturanfällig, unbequem und sicherheitstechnisch auch für die damalige Zeit schon eine Katastrophe.
Man kann aber auch mit einem Zweitürer durchaus Personen auf der Rücksitzbank mitnehmen. Vor allem Kinder.
11.02.2012 18:27 |
meehster
Wenn die Kinder größer sind, geht das. Aber wenn sie noch in den Kindersitz müssen, geht das tierisch auf den Rücken. Auf Dauer eher einem Kraftsportler zuzumuten als "normalen" Menschen.
Und der Marbella war vielleicht nicht gerade bequem und nicht gerade sicher wenn es zum Unfall kam, aber er war nicht wirklich unzuverlässig und reparaturanfällig. Und er bot fahrwerksseitig relativ viel Sicherheit.
11.02.2012 18:43 |
italeri1947
Dem kann ich zustimmen. Der Seat Marbella war ein dank seiner Schlichtheit recht zuverlässiges Auto - was er nicht hat, das kann nicht kaputtgehen. Er ist vielleicht nicht gerade rostresistent und solide verarbeitet, aber zuverlässig, das ist er schon. Auf Komfort und Sicherheit achtet die klassische Kundschaft eines solchen absoluten Billigautos sowieso kaum; da wollen die Menschen nur sparen und mobil sein für wenig Geld. Der Marbella war einige Zeit lang in Deutschland recht erfolgreich.