18.08.2012 12:00
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italeri1947
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Autohaus
Eine neue Serie hier hat nun das Motto "Renault und ich im Laufe der Jahre". Wie ihr wisst, ist die Marke mir besonders wichtig, und es gibt in meinem Leben zu fast jedem Moment einen Renault, den ich damit in Verbindung bringe. Auf die Idee eines Freundes habe ich mich nun dazu entschlossen, diese Serie anzufangen und alle Jahrzehnte nach und nach mit einem Renault, der für mich sehr wichtig war und heute noch aufgrund der Erinnerung ist, in Verbindung zu bringen. Den Anfang machten die 60er-Jahre, in denen ich auch meine Auto-Karriere begonnen habe. Nun ist die fünfte und auch letzte Folge angekommen - die 2000er-Jahre!
In das Millennium, mit Spannung erwartet, starteten wir am 31.12.1999 mit Kollegen und deren Familien in den Räumlichkeiten des Betriebs: In der aufgeräumten Werkstatt mit Festbänken, Getränke-Bar und Partyservice-Essen zu Stimmungsmusik feierten wir und hatten Freude. Das Computerchaos blieb aus, dafür blieb die Zeit nicht stehen: 52 Jahre alt war ich, als das Jahr 2000 seinen Einzug hielt.
Mein BMW 750i E32 wurde immer noch bewegt. Die 300.000-Kilometer-Grenze hat er am 24.05.2000 geknackt – ich habe es notiert. Mit diesem Auto war ich bis dato am längsten überhaupt ununterbrochen unterwegs, denn ausgeliefert hat man mir den Wagen 1988. Größere Probleme hatte ich bis 2000 nie gehabt, und dabei blieb es auch, denn außer den üblichen Verschleißreparaturen musste ich nie größere Summen investieren. Pannen waren Fehlanzeige bei diesem Auto, auch echte Ausfälle sonstiger Art gab es kaum. Leider fuhr mir 2001 beim Urlaub ein Omega A ins Heck, aber das wurde selbstverständlich repariert. Drei Jahre später, 2004, musste ich in Juli und August ohne den lieb gewonnen BMW auskommen, denn es wurde ein fünfstelliger Betrag in eine Revision investiert, bei der ich so gut wie alles ersetzen und überprüfen ließ, was im technischen Bereich lag. Zu den 400.000 Kilometern, laut Ordner (und meiner Erinnerung) am 16.06.2004 erreicht, schenkte ich dies meinem Auto aufgrund seiner Zuverlässigkeit und der Tatsache, dass mein 750i mittlerweile ein treuer Kumpel für mich war. Das Auto selbst hatte damals einen Wert von vielleicht 2000 Euro im vorliegenden Zustand, also war es im Grunde sinnlos, da überhaupt noch zu investieren, aber es war eine Sache des Herzens und ich habe es nie bereut. 2007 habe ich den BMW dann nach 500.000 Kilometern, erreicht am 03.04.2007 laut Ordner, noch drei Wochen bewegt und dann abgemeldet. Er hatte seinen Dienst getan und wanderte zunächst im Originalzustand, genau so wie der bei der letzten Fahrt also aussah, und ungewaschen in den Ausstellungsraum. Sogar die „Melodien für Millionen“-Kassette steckte im Bavaria-Radio!
Ich stieg um und wählte wieder einen BMW, allerdings ein kleineres Modell, einen diamantschwarzen 318i E36 der oft gefürchteten Anfangsserie (Sommer 1992). Er kam aus Rentnerhand (geboren 1920) und mit 64.000 Original-Kilometern sowie bestem Zustand inklusive originalen Alufelgen, Schiebedach und einer ungewöhnlich guten Ausstattung für einen schwach motorisierten, frühen E36 übernahm ich ein Auto für 2500 Euro. Den bin ich dann drei Jahre lang gefahren und war immer zufrieden. Mit 108.000 Kilometern ging er dann an einen BMW-Fan, der mir den Einkaufpreis fast komplett zurückzahlte und den Wagen heute noch hat.
Mittlerweile fuhr ich deutlich weniger, auch weil ich älter geworden war: Die „Fünfziger“ waren Geschichte, ich feierte 2007 meinen 60. Geburtstag und das mit einer zufriedenstellenden Gesundheit.
Im selben Jahr meldete ich mich hier an, nachdem mir ein Kunde das Forum empfohlen hatte. Das habe ich nicht bereut, denn hier gibt es nicht nur gute Informationen, sondern ich lernte auch Menschen kennen, mit denen die Chemie stimmt und die ich heute als Freunde bezeichnen kann.
2010 kaufte ich einen neuen Wagen, wenn auch eher durch Zufall. Ein Renault Safrane, den ich 1997 selbst dem Erstbesitzer ausgeliefert habe und dann über die gesamte Haltedauer des 1925 geborenen Herrn, einem treuen Kunden, der immer Renault gefahren war, warten und reparieren hatte dürfen, kam zurück. Mehr aus Kulanz, weil es ein guter Kunde war, habe ich den 54.000 km gelaufenen, sehr sauberen und gepflegten Safrane (Champagner-Metallic, 136 PS) entgegen genommen und wusste nicht, was ich damit tun sollte. Ein lohnender und schneller Verkauf war aussichtslos, da das Modell kaum gefragt und vielen gar nicht mehr richtig bekannt war. Auf der anderen Seite war der Safrane einfach zu gut, damit ich schnell einen Aufkäufer anrufe und den Wagen in den Export schicke. Ich kannte dieses Auto auswendig, habe es damals sogar verkauft und ausgeliefert, und da mein BMW schon 18 Jahre alt war und ich im höheren Alter wieder eine bequeme Limousine der oberen Mittelklasse wollte, habe ich den Safrane kurzerhand selbst übernommen. Bisher standen außer typischen Verschleißteilen, penibel eingehaltenen Inspektionen und kleinen TÜV-Arbeiten keine Ausgaben an, und ich bin mit dem Auto sehr zufrieden. Auch nach 15 Jahren ist der Safrane noch nicht am Ende und wird noch jahrelang dienen. Ich habe nicht vor, den 100.000-Kilometer-Safrane (seitdem ich im Ruhestand bin, fahre ich wieder mehr) herzugeben: Ein lohnender Verkauf ist ein Wunschdenken, und außerdem bin ich zufrieden. Ich weiß, wo ich dran bin mit diesem Renault und habe mich an ihn gewöhnt.
Über die Jahre kamen noch ein Opel Omega A, ein Ford Scorpio sowie ein Laguna I hinzu, wobei der Laguna I nun mit knapp 380.000 Kilometern frischen TÜV erhielt und verkauft wird. Ich bin ihn zu selten gefahren und der Meinung, dass ein technisch gesundes Auto es nicht verdient hat, nur herumzustehen. Ein Freund kann ihn viel besser gebrauchen als ich, und da war der Verkauf beschlossene Sache. Es würde mich freuen, wenn der Laguna noch die 400.000 voll macht; technisch ist es drin, da immer alles erledigt wurde, und mein Freund ist sicher kein schlechter Autofahrer.
Beruflich ging es gut voran. Nachdem 2000 der Laguna II herausgekommen war und dank einem verdienstreichen Crashtest-Ergebnis sogar Mercedes-Fahrer zu mir brachte, stand Renault mit einem Schlag attraktiver und besser da. Der Safrane hielt satte zehn Jahre durch, ehe er durch den VelSatis abgelöst wurde, und das zweite Renault-Projekt der Oberklasse war das Van-Coupé Avantime, das bald ein gesuchter Klassiker mit Zukunft sein wird und bei Matra gebaut wurde. Eher pragmatisch denkende Renault-Fahrer wurden 2002 mit einem neuen Mégane konfrontiert und teils verschreckt: Die Form war zu auffällig und zu modisch für viele potenzielle Kunden. Anfängliche Elektrikprobleme und stellenweise unausgereifte Verarbeitungsqualität waren nicht dienlich für guten Verkauf, aber ab 2004 war diese Modellreihe ausgereift. Ähnliche Qualitätsprobleme hatte damals auch der Laguna II, ebenso der Espace der 2003 gestarteten Modellreihe. Dafür hatte der Modus 2004 einen guten Start. 2005 kam der neue Clio auf den Markt, somit war die letzte 90er-Jahre-Konstruktion aus dem Rennen – nun ja, nicht ganz: Der 1993 gestartete Evergreen namens Twingo hielt es bis 2007 durch und wurde immer gut verkauft, ehe der von vielen als zu emotionslos gescholtene Nachfolger herauskam. Sachlich ein ordentliches Auto mit guter Produktqualität, konnte er nie die Erfolge des Vorgängers wiederholen und macht sicher keine 14 Jahre durch. In den Folgejahren wurde die gesamte Modellpalette erneuert und steht 2012 recht gut da: Renault vertreibt recht preiswerte, aber heutzutage solide Fahrzeuge. Wer einen Renault kauft, braucht keine Bedenken zu haben, ein wenig haltbares und unzuverlässiges Auto zu erhalten. Um 2002 hatte die Marke nach der soliden 90er-Jahre-Fertigung ernsthafte Schwierigkeiten mit schwankender Qualität, das leugne ich nicht, aber dann wurde es ab 2003 spürbar besser. Die heutige Modellpalette von Renault betrachte ich als ordentlich: Vom kleinen Twingo über Mégane, Laguna, Fluence, Latitude, Kangoo, Master, Trafic, Scénic, Espace und Koleos bis zu den den Coupé-Modellen und dem schnittigen Wind findet man hier alles.
Ein zweites Standbein von Renault tat sich in den 2000er-Jahren ebenfalls auf – Dacia! Oftmals belächelt, aber dennoch sehr erfolgreich sind Logan-Modelle, der Sandero, der Stepway und auch der Duster in Deutschland sehr beliebt geworden: Praktische Autos mit sinnvoller Ausstattung und hoher Alltagstauglichkeit zu geringen Preisen, dazu solide Renault-Technik haben den Geschmack der Kunden getroffen und unter anderem 2009 zur Entsorgungsprämie Rekord-Verkaufszahlen eingefahren. Was wir in dieser Zeit verschrottet haben, ist sowieso fern der Vorstellungskraft. Ich erinnere mich an einen Kunden, der mit einem Porsche 928 kam und diesen verschrotten lassen wollte: Ein Auto bestellt hat der Mann dann auch, aber ich habe ihm die 2500 Euro lieber ausgezahlt und den Porsche somit am Leben bleiben lassen. Das war ein krasses Erlebnis, ich muss schon sagen. Es gibt noch mehr aus dieser Zeit.
Im Autohaus ließ ich es nach stürmischen Jahren mit unter anderem von der Renault-Qualität um 2002 herum böse verschreckten Kunden ab dem 60. Geburtstag ruhiger angehen und wagte schließlich 2011 den Schritt in den Ruhestand. Größere Modernisierungen gab es außer in der Werkstatt im Grunde nicht mehr, doch dafür stimmte die Arbeitsqualität, und das Vertrauen der Kundschaft war auch da. Als ich ging, endete auch die Ära Renault in meinem Sinne, und es sind zwar weiterhin fast nur Renault-Modelle, die betreut werden, aber die offizielle Renault-Zeit wurde beendet. Jemand anders hat das übernommen. Wie er das macht, ist seine Sache, ich mische mich nicht ein und interessiere mich dafür auch nicht. Wir haben unsere Kunden, er hat seine Kunden, jeder hat seine Daseinsberechtigung, und wenn er meint, dass... – ...sein Wort in Gottes Ohr!
Heute bin ich 65 Jahre alt und zufrieden mit meinem bisherigen Leben. Gesundheitlich gibt es mitunter auch kleinere Schwierigkeiten, aber die kann ich in den Griff bekommen und blicke in meine Zukunft durchaus optimistisch. Ich lebe mein Leben, ich habe meine Autos und meine Freunde, und manchmal helfe ich aus betrieblichen Gründen noch im Autohaus aus.
Das war nun diese Reihe, und ich danke euch allen für das Lesen. Hoffe, ihr konntet euch durch diese Zeitreise ein wenig in vergangene Zeiten zurück-träumen und euch vielleicht an eigene Auto-Erlebnisse erinnern, die ihr in den vergangenen fünf Jahrzehnten - den 60ern, 70ern, 80ern, 90ern und 2000ern - hattet. Es war mir eine Freude, diese Reihe zu schreiben und aus meinen Erinnerungen zu berichten. euer Hans |





Kommentare: 14
18.08.2012 12:19 |
Dr Seltsam
Das war wirklich ein sehr schöner Blog Italeri
Man weiß garnicht wo man ansetzen soll. Bei deiner heldenhaften Rettung des Porsche, bei deiner Ehrlichkeit der Renaultprobleme um 2002 herrum oder im Bezug auf den Twingonachfolger. Bei deiner Ruhestandsbeharlichkeit andre den Job jetzt machen zu lassen und andren nicht in das Handwerk zu greifen oder deinen zwei unglaublichen BMWs, die beide schöne Geschichten mit Happy End aufweisen.
Du hast aufjedenfall, und damit beziehe ich mich nicht nur auf diesen Blogteil, ein bewegtes und interessantes Leben gehabt, bist immer vorwärtsgewandt gewesen und bist nicht wie einige andre irgendwann einfach stehen geblieben und hast alles Neue als "neumodischen Kram" verteufelt.
Hut ab vor so einem Lebenslauf
18.08.2012 12:22 |
Fordlover1975
Neuer Twingo angeblich 2013...........
18.08.2012 12:39 |
andis hp
Hallo Hans,
vielen, vielen Dank für deine Zeitreise. Ich lese deine Berichte und auch die Antworten darauf von Anfang an!
Sie spiegelt teilweise, was die Automobilität betrifft, auch meine Erinnerungen an meine Kindheit mit diversen Modellen über diese langen Jahre wider. Gerade bei uns im Nachbardorf (ca. 2000 EW) gabs auch einen kleinen Renault-Händler (neben Fiat und Opel).
Dadurch sind mir auch noch Modelle aus den 60er geläufig, wenn auch nur als Gebrauchtwagen. Z.B. der Renault Dauphine wurde bei uns von den Bauern gerne als Wald-, Wiesen- und Hofauto genutzt, wenn seine Zeit als Gebrauchtwagen vorbei war. Das waren praktisch die frühen Offroad-Autos. Wenn sie dann irgendwo im Wald stehenblieben an irgendwelchen Gebrechen, wurde sie an Ort und Stelle entsorgt (meistens war es private Wälder) wo sie nach 20 Jahren praktisch nicht mehr zu finden waren, da die Natur stärker war.
Und so gibt es über die Jahre hinweg immer wieder Erinnerungen an Autos die in deinen Berichten genannt wurden. Es war für mich auch eine Reise in meine Kind-/Jugendzeit.
Auch spiele ich immer wieder mit dem Gedanken mir ein Auto aus den 70er oder frühen 80er anzulegen. Aber leider habe ich keinen Platz an meinem jetzigen Wohnort, und auch die Preise der Modelle die mir zusagen würden, steigen in den letzten Jahren in Regionen die ich mir nicht leisten kann (als Drittwagen oder Hobbyauto). Selbst ein Knudsen-Taunus oder Capri III sind in Regionen entfleucht, die man vor 5 oder 10 Jahren nicht erwartet hätte. Selbst früher nachgeworfene C und D-Kadetten werden heute teilweise mit Gold aufgewogen. Das gleiche ist auch mit diversen Renaultmodellen passiert, noch schlimmer mit Citroen. Wenn ich sehe, das eine 2CV in Zustand 2 heute praktisch doppelt so teuer ist, als damals ein Neuwagen... ..da wird mir ganz anders.
Wenn ich mir mal irgendwann so einen Spass leisten würde, dann müsste der Wagen schon durchrestauriert sein. Und das kostet eben.
Auf weitere Berichte (über was auch immer
) freue ich mich schon jetzt.
Mfg
Andi
18.08.2012 15:43 |
Daemonarch
Jawoll, fast schon schade, das diese Blogreihe nun "zuende" ist...
Mal unter uns Betschwestern, an der dummheit des Porschefahrers hast du doch sicher nochmal dasselbe wie die "verschrottungsprämie" verdient?
18.08.2012 16:11 |
italeri1947
Kann man so stehen lassen.
Ansonsten danke ich den bisherigen Schreibern für ihre netten Kommentare und freue mich darüber sehr. Ich habe diese Reihe sehr gern geschrieben, weil es schöne Erinnerungen an schöne Zeiten sind. Jedoch ist die alte Zeit nicht immer automatisch "besser"; ich bin keiner von denen, die immer sagen, dass früher alles viel besser war. Ich sage lieber: "Früher war alles viel früher".
18.08.2012 16:25 |
Daemonarch
Irgendwie war's früher doch angenehmer... Nicht so hektisch, nicht so rücksichtslos, nicht so aggressiv, gefühlt nicht so viele dumme Menschen um einen rum...
Leider kann man die Zeit nicht zurückdrehen.
18.08.2012 17:20 |
Andi2011
Hans, du kannst stolz sein auf diese wunderbare Blogreihe,die mir beim lesen natürlich auch die ein oder andere Erinnerung zurück gebracht hat.
Ich möchte dir danken, dass du mich durch diesen klasse Blog ein gutes und wichtiges Stück an deinem Leben hast teilhaben lassen und ich freue mich umso mehr, wenn ich lese wie positiv du auf dein bisherigen Leben zurück blickst und auf deine nächsten Jahre schaust.
Im Hinblick auf hoffentlich noch sehr viele wunderbare Texte und Erzählungen von dir ist es zwar nicht ganz uneigennützig, wenn ich dir auch für die nächsten Jahre alles Gute und ausdauernde Gesundheit wünsche, aber bei dir tue ich es auch wirklich aus ganzem Herzen!
Zu Renault:
Renault hat eine sehr tradistionsreiche Geschichte und besonders die frühen Fahrzeuge bis Ende der 70er Jahre gehören für mich bis heute zu den schönsten und inovativsten Autos dieser Zeit.
Und ich sehe das wie du, Renault ist aktuell für die Zukunft ganz gut aufgestellt,so das die Geschichte von Renault wohl noch lange weitergehen wird - gut so!
Mit den besten Grüßen
Andi
18.08.2012 17:22 |
Daimler201
Ab den 90ern kann ich auch etwas zum Thema "unsere Familie und Renault" beisteuern, oder vielleicht eher "Meine Familie und die Mobilität". Im Jahre 1995 (da war ich gerade mal 13 Jahre alt) ersetzte ein gebracht gekaufter einjähriger Renault Twingo den bisher als Zweitwagen für meine Mutter vorhandenen Fiat Panda 750. Auf beiden Autos bin ich dank meines verständnisvollen Vaters für einen Autobegeisterten Sohn des öftern mal schwarz auf einem Feldweg oder auch mal auf dem Verkehrsübungsplatz gefahren. Sogar ans Steuer unseres 1993 neu gekauften Chrysler Voyagers ließ mich mein Vater mal Sonntags auf einem Aldi-Parkplatz.
.
Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis und er konnte sich auch darauf verlassen, daß ich niemals einen Autoschlüssel stibizen würde.
Nachdem der Chrysler uns einen Campingurlaub im Jahre 1996 aufgrund eines defekten Lenkgetriebes und Hauptbremszylinders versaut hatte (der Wagen wurde fast nur im Sommer gefahren und hatte zu dem Zeitpunkt nur 42.000km gelaufen) verkaufte mein Vater den Wagen, auch, weil er einen Dienstwagen bekommen hatte. Ab diesem Zeitpunkt war der kleine Twingo für fast 2 Jahre unser einziges Familienauto, was nicht so schlimm ist wenn man sowieso mit dem Wohnmobil in den Urlaub fährt.
1997 war dann das Jahr der Zweiräder, ich bekam einen gedrosselten Piaggio-Roller als Mofa-Ersatz und mein Vater eine Harley-Davidson Sportster, ein lang geträumter Traum. Ein Jahr später wurde ich 16 und besorgte mir eine gebrauchte Honda MTX 80, so konnten wir zusammen kleine Motorradtouren fahren. War eine tolle Zeit.
Automässig tat sich erst 1998 wieder etwas, anstatt Wohnmobile zu mieten schafften meine Eltern selbst einen Weinsberg Meteor auf Fiat Ducato an. Der Twingo wurde doch irgendwie zu klein, und ein Renault Megane Scenic Century (der mit den 2 Schiebedächern) bereicherte unseren kleinen Fuhrpark. Das Auto wurde gerade rechtzeitig geliefert, um es am 1. Mai 1998 auf einem Ausflug nach Heidelberg einzufahren. Pfingsten ging es dann auf Rügen, und ich war zum ersten mal in Berlin.
Ich fing 1999 meine Lehre in einem BMW - Autohaus an und schockte die Welt mit meinem ersten Auto: Den Mercedes 190e von 1987, den ich bis heute, auch ein bisschen als Erinnerungsstück, behalten habe.
Der Scenic blieb aus traurigem Grund lange bei uns: 2003 verstarb mein Vater recht plötzlich, meine Mutter hing dann irgendwie an dem Auto und fuhr es noch bis 2008. Der Wagen hatte dann über 140.000km zurückgelegt und es war einiges dran zu machen. Gerade rechtzeitig kam der nächste Renault auf den Markt, der meiner Mutter gefallen hat: Sie schaffte sich einen Clio Grandtour an, da sie ein kleineres Auto mit Platz für den Hund suchte.
Den Clio habe ich dann im Jahre 2011, ein Jahr nachdem leider auch meine Mutter recht plötzlich verstorben ist, verkauft, da ich selber keine Verwendung für den Wagen hatte und ich es schade fand, so ein neues Auto ohne Garage herumstehen zu lassen.
Puh, jezt hab ich ziemlich persölich aus dem Nähkästchen geplaudert, ich hoffe das ist Dir, Hans, recht so. Irgendwie hat Deine Renault-Geschichte meine Erinnerung an diese Zeit aufgefrischt.
MFG Sven
18.08.2012 20:57 |
HyundaiGetz
Auch wenn ich selbst erst von 1989 bin, kann ich mir gut vorstellen das es vor ein paar Jahre nicht so hektisch war. Für mich persönlich ist allerdings ein Leben ohne Handy etc. unvorstellbar (macht es aber natürlich auch hektischer). Mein Arbeitskollege - 60 Jahre alt - sagte vor kurzem noch: (Technische) Entwicklungen bzw. Wandlungen, die früher 20 Jahre gedauert haben, werden heute in 10 Jahren vollzogen und in Zukunft sicherlich immer schneller. Er ist auch immer noch Fan seiner geliebten Schreibmaschine...

Zum Blog: Schöner Bericht über die aktuellen Renault, an die ich mich auch noch erinnern kann (meine eigene Autoleidenschaft hat ungefähr mit 10 Jahren angefangen, also 1999). Seit 2005 begleitet uns immer ein Renault: Erst ein Twingo Authentique - der nach gut 1,5 Jahren den Unfalltod gestorben ist. Und seit Dezember 2006 ein Renault Twingo Solei, der aber in kürze durch einen Skoda Citigo ersetzt wird.
Wie bei Dr Seltsam's Blog schon geschrieben: 2007 hätte ich selbst gern einen Twingo gekauft, aber das Angebot war leider eher schlecht. Aber den aktuellen Facelift-Twingo finde ich auch schick und wer weiß, was mich in ein paar Jahren mal bewegt.
18.08.2012 21:44 |
bronx.1965
Lieber Hans,
schade das diese Blog-Reihe nun endet. Ein Genuss, hier mit zu lesen.
Der Doc hat's schon beschrieben, Deine ganze Art ist etwas besonderes. Bereichere uns hier bitte
auch in Zukunft mit weiteren Geschichten.
Herzlichen Dank dafür,
Bronx
19.08.2012 14:03 |
Drivethelife
Hallo Hans!
Vielen herzlichen Dank für diese wunderbare "Blog-Serie" von deinen Jahren bei Renault. Wirklich toll zu lesen mit den vielen persönlichen Anekdoten. Ich freue mich schon auf die weiteren Beiträge in deinem Blog.
Gruss drivethelife
19.08.2012 14:50 |
notting
Ich bin die meiste Zeit meines Lebens mit Renaults kutschiert worden oder habe diese Familienkutschen selbst gefahren (erst R14, ab 1988 R11 und kurz nachdem ich meinen FS gemacht hatte, haben meinen meine Eltern einen Scenic I Phase II (2002) gekauft - unser erstes Fahrzeug mit Klimaanlage).
Erbstück-bedingt war ich einige Jahre Opelfahrer. Als ich dann nach dem Studium endlich mal eine richtige Job-Perspektive hatte (wg. Wirtschaftskrise), war AWP-Zeit. Aufgrund meiner Erlebnisse mit Renault (u.a. Anfang 2000er Zündspulen Schrott ab Werk und der R11 hatte immer Motor-Probleme und einmal ist mir am selben Tag wie ich ihn aus der Wartung durch die Vertragswerkstatt abgeholt habe die LiMa durch den Zahnriemen zerstört worden) und wg. der schlechten Testberichte (verhältnismäßig hoher Verbrauch usw.) wollte ich keinen Renault. Glücklicherweise bin ich durch dieses Forum vor den mind. genauso schlimmen VW-Macken gewarnt worden. Hab mal auch einen i30 Edition+ probegefahren, machte aber nicht im geringsten Spaß. Hab dann doch mal eine Probefahrt mit einem Megane III gemacht und bin heute bis auf Kleinigkeiten sehr glücklich mit einem extra bestellten neuen Megane III.
notting
21.08.2012 14:19 |
harrry
Hallo,
schön geschrieben!!! Wie alle Berichte von Dir.
Steht der "Fuffi" seit 2007? Hoffe trocken und warm :-)
22.08.2012 16:42 |
italeri1947
Meist steht er, trocken und gut belüftet - aber er wird hin und wieder, wenn mir danach ist, auch noch gefahren. Leider passierte mir neulich ein kleines Missgeschick, doch das konnte wieder behoben werden!