24.01.2013 16:38    |    italeri1947    |    Kommentare (72)    |   Stichworte:

laurel-taxilaurel-taxi

Den eigentlich geplanten Bericht über den VW Golf III habe ich aufgrund einiger Hektik im privaten Leben noch nicht fertig gestellt, deswegen müssen nun einige ältere Artikel, die ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe, "ranhalten" und euch die Zeit bis zum Rendezvous mit dem Wolfsburger Low-Budget-König verkürzen.

 

Heute geht es um ein seltenes Auto. Der Nissan Laurel war schon im Original ein besonderes Auto; dieser Japaner gilt seit Mitte der 90er-Jahre als ziemlich ausgestorben. Viele, die sich mit Nissan und 80er-Jahre-Japanern noch nicht intensiv befasst haben, wissen nichts von der Existenz dieses Autos oder kennen vielleicht den traditionsreichen Namen "Laurel", der 34 Jahre lang gebraucht wurde, aber können sich darunter nichts vorstellen. Gut, eine große Limousine mit komfortabler Auslegung, aber das war es auch schon wieder.

 

Erst recht in Vergessenheit geriet die Tatsache, dass der Nissan Laurel im Deutschland der 80er-Jahre durchaus nennenswert als Taxi vertreten war. Mit dem 2.8-Liter-Dieselmotor mit 90 PS war dieser Wagen als Taxi lieferbar. Nissan hatte dafür eigens Prospekte gedruckt, von denen eines gerade vor mir liegt. Ein Taxipaket mit Taxameter, Zusatzbeleuchtung des Innenraums, Mikrophon, Taxifunk-Vorbereitung und Alarmanlage war zu haben. Doch interessant war allein schon die Grundausstattung dieses Japaners; es gab ein elektrisches Stahlschiebedach, elektrische Fensterheber, elektrische Außenspiegel, die formal denen von BMW in den 80er-Jahren nicht unähnlich sahen, eine Wisch-/Wasch-Anlage für die Scheinwerfer sowie Servolenkung, Zentralverriegelung und ein Kassettenradio mit Autoreverse und Senderspeichern. Aufpreis kostete beim Taxi allenfalls das Viergang-Automatikgetriebe; Grundausstattung waren fünf Gänge als Handschaltung.

 

Der Laurel war recht beliebt als Taxi aufgrund seiner guten Komforteigenschaften, der niedrigen Preise bei sehr guter Ausstattung und seiner routinierten Verarbeitungsqualität. Er galt als sehr zuverlässig und haltbar. Auch zündete damals, 1987, noch das Argument eines flächendeckenden Servicenetzes von Nissan. Laut Prospekt gab es 700 Händler allein in Westdeutschland; man fand damals in nahezu jedem Landkreis einen oder zwei Nissan-Betriebe.


Kommentare: 72

24.01.2013 17:39    |    Dr Seltsam

Weder als Taxi noch als Normalo sagt mir der Wagen etwas :confused:

 

Auf mobile gibts auch nur noch 6 Stück, es ist eigentlich unglaublich das ein Wagen der einmal so verbreitet war so einfach aussterben kann.


24.01.2013 17:51    |    italeri1947

Zitat:

Auf mobile gibts auch nur noch 6 Stück, es ist eigentlich unglaublich das ein Wagen der einmal so verbreitet war so einfach aussterben kann.

Diese Autos waren in den ersten Händen meist bei älteren Leuten oder rechnenden Familienvätern, die herausfanden, dass so ein Laurel zum selben Preis mehr kann als ein Rekord oder Audi 100 - wurden relativ lang behalten und Anfang der 90er-Jahre zu Spottpreisen weitergegeben. Diese Preise resultierten aufgrund geringer Nachfrage und der Tatsache, dass es sich um "irgendeinen Japaner" handelte, der zudem optisch älter wirkte, als er war. Dadurch gerieten manche Laurel in Hände, die diese Autos nicht mehr erhielten und irgendwann einfach entsorgten; das waren klassische Endverbrauchs-Autos. Außerdem war der Rost noch ein größeres Thema, der meist den Rest übernommen hatte.

 

Im Ruhrgebiet oder im restlichen NRW-Bereich findet man manchmal noch schöne Rentnerautos. Dort werden gern solche japanischen Luxus-Boliden gekauft, weil da auch die Importeure saßen; auch sonst sieht man Japaner der 80er-Jahre wie etwa auch alte Nissan Sunny durchschnittlich öfter als irgendwo anders in Deutschland fahren.


24.01.2013 17:59    |    Bibo1

Oh mann, ein Nissan Laurel. Ich glaub in Osnabrück fuhr auch mal einer als Taxi rum, dürfte allerdings auch schon 20 Jahre her sein. Anfang der 90'er 2000'er natürlich hab ich auch mal einen 300C Kombi gesehen, AFAIR war das der Nachfolger des Laurel. Grundsätzlich solide (Obere) Mittelklasseautos, wie die pendants von Toyota und Mazda. Charakterlich ähnlich robust und unprätentiös wie Volvo 240/740'er, allerdings ohne Volvo's Rostschutz ;)


24.01.2013 18:02    |    Dr Seltsam

Also in Sachsen hast du auch noch einige. Oft nicht so gut gepflegt, aber ich bin immer wieder erstaunt was in Sachsen so noch an alten Japaner herrum fährt. Apropo seltene und alte Japaner respektive Asiaten. Guck mal was ich gefunden habe. In dieser Form sicher selten:



24.01.2013 18:04    |    mr. mountain

An den Laurel kann ich mich erinnern...an ein Taxi dieses Modells nicht.

Ich habe eher einen Mazda 929 vor Augen, der als Droschke seinem Fahrer den Unterhalt verdiente. Dieser Wagen war in meiner Heimatstadt ein paar Jahre unterwegs.

Momentan habe ich den Eindruck, dass sich die japanischen Hersteller aus diesem Markt zurückgezogen haben.

 

Neben den typischen E-Klassen fallen mir Passat, Touran, Opel Vectra C und Ford Mondeo ein, die als Taxen laufen. Einige Sparer fahren auch den Dacia Logan MCV. Bei den Vans ist VW Caravelle und Mercedes Vito am Start.


24.01.2013 18:46    |    V70_D5

Geiles Auto. Als Student arbeitete ich bei der Firma Tarbuk, dem damaligen Nissan Importeur. Ein paar Mal fuhr ich diesen Wagen und war fasziniert. Hätte ich das Geld gehabt, kaufte ich den Laurel Diesel sofort. Alleine der Schiffsdieselsound, herrlich. Damals gab es ja noch keine europäischen Sechszylinderdiesel mit Ausnahme des VW Diesels im Volvo 240, der mangels Hubraum bei weitem nicht so souverän listig und klang wie der Nissan.

Schade, dass die heute nichts adequates mehr bauen.


24.01.2013 18:53    |    MR RATTE

feiner wagen,der bluebird sollte seine nachfolge antreten was aber nicht gelang.der war sowas von autobahn geil,ein totaler reise wagen mit ausreichend platz und einer ausstattung die seines gleichen suchte....seufz,lange her.....:):(


24.01.2013 18:54    |    Suomi-Simba

Den Laurel kenne ich nur vom Hörensagen. Kann mich nicht erinnern, dass ich je einen gesehen hätte. Japanische Taxis gibt es aber noch! In Berlin fahren immer mehr Prius(se?) herum. Da habe ich auch mal einen Corolla der letzten Generation vor dem Auris als Taxi gesehen.

Bei mir in der schwäbischen Provinz fährt ein Dacia Lodgy als Taxi herum.

 

Interessant finde ich, dass in anderen Ländern Mercedes viel weniger Verbreitung auf dem Taxi-Markt genießt. In Paris fuhren unzählige B-Zafiras rum, in England fährt neben den klassichen London-Cabs alles Mögliche vom Vectra B bis zum Sharan, ebenso in Polen. Und in Finnland hab ich sehr viele VW T5, Mercedes Vitos, Saab 9-3 und Ford Mondeo Mk4 gesehen. Zum Flughafen bin ich dann aber auch in einer E-Klasse gefahren.


24.01.2013 19:10    |    V70_D5

Der Bluebird war eine Klasse darunter und parallel am Markt. Eigentlich auch ein feiner Wagen, der immer unter Wert von den Deutschen Testern beurteilt wurde.


24.01.2013 19:11    |    invisible_ghost

Zitat:

2.8-Liter-Dieselmotor mit 90 PS

:eek:

 

Der Motor muss unzerstörbar sein.


24.01.2013 19:43    |    rpalmer

Wie sah es eigentlich mit den Ersatzteilen für dieses Auto aus?

Ich musste mal einiges für einen Mitsubishi Galant E10 beschaffen; das war die bisher schwierigste Ersatzteilsuche die ich bisher hatte. :eek:


24.01.2013 19:58    |    kaegg

An den NISSAN Laurel habe ich auch noch einige schöne Erinnerungen.

 

Mein Vater besuchte im Jahre 1991 einige Berliner Autohändler, weil er eigentlich einen Toyota Corolla oder ähnliches suchte.

Bis einer der Händler ihn auf einen hellgrün metallicfarbenen Nissan Laurel 2,4 Automatik aufmerksam machte, den er auf dem Hof hatte. Die umfangreiche Ausstattung des Autos war schon beeindruckend.

Als Vaddern dann noch eine Probefahrt mit dem Reihensechser machen durfte, war es um ihn geschehen.

Ich glaub 14.000 DM wechselten damals für den 3 oder 4 Jahre jungen und gerade mal 80.000km gelaufenen Wagen den Besitzer und 12 schöne Jahre behielten meine Eltern den Laurel, mit dem sie in dieser Zeit 180.000 km abspulten.

Auch ich durfte ihn fahren. Ein schönes Fahrgefühl.

Durch den langen Bug (irgendwie musste ja der Reihensechser da rein passen), dessen Ende man vom Fahrersitz aus nicht sah, hatte man immer das Gefühl, in einem Ami zu sitzen.

Die Automatk schaltete für damalige Verhältnisse unauffällig, aber der Schaltvorgang vom ersten in den zweiten Gang erfolgte meines Erachtens etwas zu früh, bevor der Sechszylinder seine knapp 130 PS richtig entfalten konnte. Dennoch war die Beschleunigung beachtlich und laut Tacho lief er auf der Bahn etwas über 200.

Aber aufgrund des Spritverbrauches (13 Liter in der Stadt) hat man eh versucht, ihn schonend zu bewegen. Und im Winter hatte Vaddern immer den Winterknopf gedrückt (fuhr dann im zweiten Gang an) und zwei Gehwegplatten im Kofferraum, damit der Hecktriebler beim Beschleunigen von der Ampelkreuzung keinen Eiertanz macht.

Im Jahre 2002 wurde der Wagen mit einigen altersbedingten Zipperlein für (ich glaub) 1.500 Euro an einen Afrikaner verkauft, der ihn dann nach Afrika verschiffte.

 

Grüße von Kaegg


24.01.2013 20:40    |    chrissA4

Hmm...wurde der Laurel nicht sogar noch unter Datsun gebaut? wie auch der 180B?


24.01.2013 20:43    |    chrissA4

24.01.2013 20:48    |    meehster

"Mein" Taxiunternehmen hatte früher fast nur E-Klassen bis hin zum W210 bzw. S210, heute wird da auf US-Autos gesetzt.


24.01.2013 20:51    |    bronx.1965

"Interessant finde ich, dass in anderen Ländern Mercedes viel weniger Verbreitung auf dem Taxi-Markt genießt."

 

 

Sehr viele alte Japaner sieht man im nahen Osten noch als Taxi im täglichen Einsatz. Darunter viele alte Toyota,Datsun und spätere Nissan-Modelle. Auch als Kleinbus oder Minivan, dort als Bongo-Trucks bekannt.

Allerdings gibt es dort auch noch enorm viele alte Benze in allen Erhaltungs- oder Verfallsgraden:D

In Afrika hingegen kommt fast alles was ein Pick-Up ist aus dem Land der aufgehenden Sonne.


24.01.2013 20:56    |    Andi2011

Moin,

 

als Taxi hab ich nie einen zu Gesicht bekommen, geschweige denn selbst mal einen gefahren. Ich kannte aber mal einen leidenschaftlichen Nissan-Fahrer, der den Laurel besaß (sogar recht lang) und dann zu dessen Nachfolger Nissan Maxima wechselte, ich erinnere mich an den sehr schönen V6 Motor und die hervorragende Ausstattung, den fuhr er auch bis zu seinem Tode im Jahr 2000 gute 11 Jahre lang problemlos.

 

Sehr schöner Bericht über einen seltenen Gast Hans ,würde mir auch als "Straßenfund" gefallen!:)

 

Grüße

Andi


24.01.2013 21:04    |    chrissA4

vor ein paar Jahren bin ich in Marokko mit nem Taxi gefahren...war natürlich ein Benz. ein W123! Der hatte sogar noch die Deutsche Taxinummer in der Scheibe kleben. Tacho war bei ca 980000km stehen geblieben.... wir saßen mit sieben Mann inkl Fahrer drin. 4Mann hinten, 2 vorne auf dem Beifahrersitz. der Fahrer konnte kaum schalten. ,, no problem'' waren seine Worte ,,only first and second gear''!


24.01.2013 21:09    |    Fordlover1975

Man nannte ihn den japanischen Granada.........


24.01.2013 21:17    |    bronx.1965

Zitat:

vor ein paar Jahren bin ich in Marokko mit nem Taxi gefahren..

Bestimmt in Tanger, in der Medina:D

In Beirut hatten wir mal einen "langen /8" vor uns. In dem saßen gefühlte 12 Personen, auf dem dach ca 20 Jutesäcke mit Datteln und anderem Zeugs. Irre, was die Karren (dort) wegstecken (müssen)!


24.01.2013 21:24    |    chrissA4

Moin mein Lieber!

jo das war in Tanger! Muss ich nicht nochmal haben ;-)

War auch nur so am rande zum Taxi Thema :)


24.01.2013 21:30    |    bronx.1965

Zitat:

jo das war in Tanger! Muss ich nicht nochmal haben ;-)

 

War auch nur so am rande zum Taxi Thema

Dachte ich mir;) OT out!

 

Greetz


24.01.2013 21:43    |    Daimler201

Super Auto, bei mir im Dorf gab es 2 Stück, beide von besagten typischen Rentnerkäufern gefahren. Meine Eltern hatten damals einen Bluebird 2,0SLX, war auch ein sehr angenehmes Fahrzeug.

 

Schade um Nissan, wenn man sich anschaut was danach für Modelle auf den Markt kamen.

 

MFG Sven


24.01.2013 22:22    |    CaptainSlow

Um den "großen Bruder" des Laurels im Taxieinsatz zu sehen, muss man nur nach Asien bzw. Japan fliegen. Dort wird der 1987 eingeführte (!) Gloria/Cedric immernoch für den Taxidienst verkauft:

 

Klick

 

Links am Rand kann man durch die einzelnen Menüs navigieren.


25.01.2013 01:07    |    a_priori

Den Laurel als Taxi kenne ich nicht, aber in dem Bluebird Diesel-Taxi bin ich in den späten 80ern in Berlin ein paar Mal mitgefahren. Kann mich noch recht gut dran erinnern; ein angenehmes, kommodes Fahren war das damals...


25.01.2013 08:44    |    hari 3

Moin,

ich hatte einen 2,4 Liter Benziner 6 Zylinder mit allem Pupsigramm den es damals gab. Scheinwerferreinigungsanlage Türgriffbeleuchtung, damit man das Schloss findet. Der wieder Verkauf ist bei solch einem Model sehr schwer da es viele Abschreckt so etwas zu kaufen. Aber sehr robust.

Gruß

hari

:)


25.01.2013 09:42    |    Käfer1500

Ich kenne den auch noch, bin mal in einem 2.4l Benziner mitgefahren. Durchaus komfortabel und groß, aber eben ohne das Image eines damaligen Benz. Daher in D ein Flop, obwohl technisch gut und durch die niedrige Literleistung eigentlich auf lange Haltbarkeit getrimmt.

 

Und richtig, die Nachfolger laufen als Cedric Taxis heute noch in Japan und dem übrigen Asien, selbst schon mit gefahren, neben den allgegenwärtigen Toyota Crowns ...


25.01.2013 09:47    |    Dynamix

Den habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Nissan ist bei uns ja sowieso eher eine Nischenmarke.

 

Ein ehemaliger Nachbar hatte immer einen Bluebird. Passend zum Namen in Dunkelblau. Der hatte auch ordentlich gelitten. Der wurde Knallhart als Arbeitstier missbraucht.


25.01.2013 10:14    |    hari 3

Das würde ich nicht sagen da es ja immer mehr Qaschkai gibt soll eines der meistverkauften Modelle sein laut Auto-Bild.

Es gibt aber immer weniger Werkstätten bei uns haben in der nähe zwei stück zugemacht.

Gruß

hari


25.01.2013 10:18    |    Dynamix

Der Qasqhai (wie auch immer der jetzt geschrieben wird) verkauft sich für Nissan Verhältnisse zwar gut, aber im Vergleich zur deutschen Konkurrenz immer noch wenig :)

 

Der Micra war auch so eine Ausnahme aber sonst sieht man die Dinger recht selten. Hans hatte ja schon einige in seiner Reihe der Autos die keiner wollte.

 

Das Händlerproblem hast du ja schon angesprochen. Die Händler die ich in meinem Leben gesehen habe kann ich an einer Hand abzählen.


25.01.2013 11:19    |    kruemel-corsa

Mein Vater für den Vorgänger (2.4 Benziner) und den Vorvorgänger (noch Datsun) als 2 Liter 4-Zylinder meine ich.

Ich habe die als Kind immer als sehr zuverlässige, angenehme Wagen erlebt.

Der Datsun ist allerdings ziemlich schnell dem Rostfrass zum Opfer gefallen. :(


25.01.2013 11:30    |    hari 3

Rost war beim Laurel kein Problem, soweit ich noch weiß. Hatte danach einen Primera und zwischen durch dann noch einen Nissan Maxima QX 2,4 Liter das war der Nachfolger des Laurel. Das war es dann aber auch, da auch bei diesen Modellen der Wiederverkauf sehr mager war. Aber man hat dort gesessen wie auf Omas Sofa.

Gruß

hari

:)


25.01.2013 14:15    |    der_Derk

Das interessanteste an dem Fahrzeug war sicherlich der Motor... Dieser hat eine wesentlich höhere Verbreitung durch die Verwendung im Nissan Patrol (GR) erfahren, wobei er dann aber leider die nachgesagte Unzerstörbarkeit aufgeben musste - der Haufen Blech war wohl doch etwas zuviel für ihn ;).


25.01.2013 16:47    |    sc100

Ich habe meine Lehre in einer Datsun-Vertragswerkstatt (um 1980 herum) absolviert. Da gehörte der Laurel zum alltäglichen Programm, er wurde recht oft gekauft. Der Benziner (2,0 Vierzyl. und 2,4 Sechzyl.) hatte ordentlich Drehmoment aber die Fahrleistungen ließen zu Wünschen übrig, die Motoren waren einfach nicht "spritzig" sondern sehr träge. Und ganz besonders hat die kontaktgesteuerte Zündanlage genervt. Eigentlich musste mann alle 2500 Km die Einstellung überprüfen, bzw. korrigieren. Der Diesel war so wie man ihn sich denkt. Einem Schiffsmotor gleich, konnte ihn nichts erschüttern.

 

Der große Feind des Wagens (neben dem nichtvorhandenen Image) war aber der Rost. Nicht wenige mussten schon bei der 2. TÜV-Vorführung (damals auch die erste schon nach 2 Jahren) also nach 4 Jahren Lebensdauer, Bleche eingeschweisst bekommen (Längsträger im Motorraum!!)

So schnell wie der Laurel aufgetaucht ist, ist er somit wieder aus dem Straßenbild verschwunden.

 

Mein Mitleid hält sich allerdings in Grenzen, die waren einfach zu "seniorengerecht", ein Bluebird, 160J, 280 ZX, oder auch die ersten Silvia (Anfang/Mitte der 80er, kennt den jemand?) hatten einfach Flair!


25.01.2013 17:34    |    chrissA4

@sc100

Der 180B, vorallem als coupe, als Vorläufer vom Bluebird, war ein schönes Auto! Allerdings war der auch ziemlich Rostanfällig! Wie wohl alle Japaner zu der Zeit!


25.01.2013 18:33    |    newt3

ja alte japaner haben was.

bin auch klar der meinung, dass das oldtimertum hier in deutschland in naher zukunft zugunsten der importmodelle etwas verändern wird. ca 40 jahre nach den ersten importen werden halt doch ein paar 30 jährige als oldtimer überleben.

 

diesen hier zB gerade bei bucht kleinanzeigen gesehen:

honda prelude erste serie '78-'83

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/oldtimer-honda-prelude-coupe%60-bj-%6081-,-1-hand-mit-klima-anlage-!/93193375-216-3343

 

denke mit etwas suche bekommt man sowas durchaus noch sehr sehr günstig.

klar der preis in der kleinanzeige ist nicht unbedingt unfair aber beim durchlesen merkt man halt schon, dass nicht die alte dame den preis diktiert hat....

 

so einen hatte mein nachbar kurz nach der wende. erstes westauto bei uns in der straße. der hat ihn so 3 oder 4 jahre gefahren bis er dann entgültig dem rosttod gestorben ist.

der verkäufer damals war sicherlich froh 'nen dummen ossi zu finden der ihm für die karre überhaupt noch 'nen vierstelligen DM betrag gibt.

 

die drei nachfolgemodelle waren ja dann sehr sehr beliebt.

der von '97-2002 dann nicht mehr so, obwohl sicherlich immernoch 'nen gutes auto war. war halt der zeitraum wo coupe's langsam ausgestorben sind. opel hat ja für den calibra auch keinen würdigen nachfolger gebracht, beim corrado folge '95 halt auch nichts.

lediglich das 3er coupe verkaufte sich noch.


25.01.2013 18:45    |    HeinzHeM

Jetzt, wo Sie es sagen, da fällt es mir wieder ein: Herbst 1987, da musste ich mehrere Monate meinen rechten Arm samt Schulter im Gips tragen... Selber Auto fahren ging nicht, aber einkaufen gehen (fahren) wollte ich trotzdem. Also war ausgiebiges Taxi fahren angesagt. Mein bevorzugter Unternehmer fuhr einen älteren Mazda 929 mit dem 2.0 Liter Benziner, aber sein ganzer Stolz war ein nagelneuer Nissan Laurel 2.8 Diesel. Ich habe diese beiden Wagen bevorzugt, weil ich in diese mit aufrechtem Kreuz einsteigen konnte. In die zeitgenössische Mercedes E-Klasse oder ein anderes deutsches Fabrikat kam ich gar nicht erst hinein - jedenfalls vermutlich nicht ohne mich zuerst auf den Bürgersteig hinzuknien :(

Also habe ich den Laurel und den 929 des öfteren benutzt. Aber um ehrlich zu sein: gegenüber einem deutschen Fabrikat war der gebotene Fahrkomfort doch nicht auf dem selben Niveau. Und auch das Fahrgefühl war deutlich schwammiger, was man selbst als Beifahrer noch deutlich (be)merkte. Insgesamt war ich von dem Wagen nicht sehr angetan.


25.01.2013 18:57    |    Dortmunder 65

Ich kannte nur den Bluebird und fand den auch nicht schlecht!


25.01.2013 20:48    |    Christian8P

Immer wieder interessant, wie manche Autos einfach so aussterben und das es gerade diese Autos sind, nach denen ich mich heute umdrehe. - Wenn man denn überhaupt noch mal einen zu Gesicht bekommt.

Da gab es doch mehr (eigentlich fiese) Autos von Datsun/Nissan in den 1980er Jahren. Ich denke da an den Prairie Pro oder den Stanza, die ich beide bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr auf der Straße gesehen habe.

Wie gesagt: Nicht hübsch, nichts für mich, aber ich freue mich, wenn es Leute gibt, die sich solchen "Mauerblümchen" der Automobilgeschichte annehmen!


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