MOTOR-TALK News - Aktuelle News rund ums Auto & Motorrad aus der Redaktion

25.06.2012 16:47    |    italeri1947 italeri1947    |    Kommentare (40)    |   Stichworte:

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Heute hatte ich es mit einem Mercedes zu tun, der ziemlich ungefragt ist und eigentlich alle Voraussetzungen mitbringt, um einerseits ein besonders ungeliebter Gebrauchtwagen im schlechtesten Alter zu sein, aber andererseits auch nach Schnäppchen aussieht.

 

Ich war am Nachmittag unterwegs und habe mir eine Fahrt in meinem Omega gegönnt. Das Schiebedach war ein Stück geöffnet, im originalen Opel-Kassettenradio SC303 erklang passende Musik, und der Sechszylinder erfreute mit seinem tollen Sound - den Omega A 2.6i muss man erlebt haben; den kann man nicht beschreiben - und wer ihn kennt, der weiß, was ich meine. Ich habe mich unterwegs entschlossen, einen Freund zu besuchen, der eine kleine Kfz-Meisterwerkstatt betreibt, denn die Gelegenheit war günstig: Nur fünf Kilometer, zeigte der Wegweiser, sollten es bis zu jenem Ort, wo dieser Meister wirkt, noch sein. Ich hatte in der Zwischenzeit vor lauter Freude über meinen Omega vergessen, dass ich schon fast 40 Kilometer zurückgelegt hatte, und entschloss mich also, den Freund zu besuchen. Ich hatte ihn auch schon einige Zeit nicht mehr gesehen - und Kontakte pflege ich stets gern zu netten Menschen und Gleichgesinnten.

 

Dort angekommen, parkte ich den Opel und ging in die Werkstatt. Im Büro saß mein Freund, und wir begrüßten uns herzlich; er rief "Hans, dass du noch lebst! Komm' rein!", und wir führten ein schönes Gespräch: Über das Leben, über das Wetter, über die Gesundheit und über die Autos. Ich zeigte ihm meinen Opel Omega und sagte ihm dann, dass ich mir in kurzer Zeit noch ein weiteres, ähnlich gelagertes Auto kaufen werde und diesen Kauf bereits gesichert habe (sobald dieses Fahrzeug bei mir ist, werde ich auch darüber schreiben - schätzt doch einmal, was ich mir gesichert habe - wer es errät, der bekommt einen kleinen Preis).

 

Dann führte er mich zu einem Mercedes E200 W210, den er für 1800 Euro an den Mann/an die Frau bringen mag. "Der könnte doch auch was für dich sein", sagte er zu mir, "schaust ihn dir halt mal an, so schlecht ist der gar nicht, wie er auf den ersten Blick wirkt!" Ich verneinte nicht, denn alte Autos interessieren mich immer, vor allem solche, die nicht unbedingt eine glänzende Youngtimerkarriere vor sich haben werden. Ich bekam die Schlüssel und schaute mir den Mercedes genauer an. Ein weißer E200 in Classic-Ausstattung, schlicht schwarz im Innenraum mit Basis-Stoffausstattung. Nennenswerte Extras hatte der Kandidat außer einem Kassettenradio eigentlich nicht, selbst das Schiebedach fehlte. Elektrische Fensterheber waren vorhanden, doch die hatten die Stuttgarter allen 210ern serienmäßig mitgegeben.

Ich durfte eine kleine Runde mit dem Mercedes drehen und für die 255.000 Kilometer, die er hinter sich hatte, wirkte er so schlecht nicht. Er fuhr sich recht straff und technisch machte die E-Klasse auf mich den Eindruck, als habe sich der Vorhalter immer um alles gekümmert. Mit der Historie beschäftigte ich mich erst später und holte aus dem Handschuhfach die dicke schwarze Stoffmappe mit allen Werksunterlagen. Auch das "Wartungsheft" lag sogar noch vor, geführt bis Ende 2007 immer bei einer Mercedes-Werkstatt. Danach hatte laut Serviceheft kein Kundendienst mehr stattgefunden, doch im Motorraum zeigten bunte Zettel, dass im Januar 2012 bei 251.000 Kilometern letztmalig Öl, Filter und Bremsflüssigkeit gewechselt wurden. Meine Vorahnung bestätigte sich; das war kein schlecht gepflegter und verbrauchter "Billigheimer", sondern durchaus ein reeller Gegenwert. Vom Rost her, generell einer Schwäche des W210, sah dieses Exemplar auch trotz weißem Lack, wo eigentlich Rost auffallen müsste, ebenfalls durchaus nicht schlecht aus.

Mein Freund teilte mir dann mit, dass der Wagen laut Brief bis 1997 von einem Werksangehörigen gefahren worden war und dann bis 2008 in der zweiten Hand bei einem Mann in meinem Alter, ehe dann der Drittbesitzer, auch schon über 50, den Mercedes bei einer Vertragswerkstatt gekauft hatte. "Der wurde damals komplett entrostet", sagte mein Freund, "ich hab' schon 210er gesehen, die viel schlimmer ausgesehen haben als der und teurer waren!"

TÜV hat dieses Fahrzeug bis Oktober 2013 und kann somit durchaus kein schlechter Kauf sein. Hätte ich mir nicht vor kurzem einen ... gesichert (ratet mal; wer den richtigen Wagen errät, der bekommt auch etwas dafür), wäre dieser Mercedes sicher keine so schlechte Wahl auch für mich gewesen.

 

Was aus ihm wird, weiß ich nicht - ich kann mir aber denken, dass er letzten Endes in den Export gehen würde, weil sich niemand mehr hierzulande einen frühen W210 ohne nennenswerte Sonderausstattungen, ohne Klimaanlage, mit kleinstem Benziner und Schaltgetriebe kaufen würde. Auch wenn der Zustand stimmt und 1800 Euro beim Preis bestimmt nicht das letzte Wort sind, was mein Freund mir auch sagte, denke ich nicht, dass dieses Auto bei uns in Deutschland noch viel vor sich haben wird, wohl aber im Ausland. Dabei bringt dieser W210 im Grunde alles mit, was ihn nicht komplett unzeitgemäß machen würde: ABS, zwei Airbags, grüne Plakette, moderater Benzinverbrauch, recht niedrige Haltungs- und Anschaffungskosten, problemlose Technik. Ich bin kein Fan der Marke Mercedes, aber dieses Auto hätte ich mir fast auch gekauft.


Kommentare: 40

25.06.2012 17:09    |    Goify Goify

Eine schöne Geschichte von einem Wagen, der zu Unrecht völlig unterschätzt wird. Lassen wir mal alle rostigen Exemplare außen vor, bleibt ein robuster Wagen mit sehr hohem Komfort und höchsten Sicherheitsstandards. An Extras konnte man damals alles haben, was auch noch heute beeindruckt (Navi, ESP, Telefon, Regensensor, Parkpiepser, elektronische 5-Gang-Automatik,...) und jetzt sind sie richtig preiswert zu bekommen.

Es bleibt nur ein Problem, und das ist nicht der Rost, denn den sieht man von außen, sondern die Vielzahl an elektronischen Helferlein. Sollte die Automatik rucken, das Schiebedach manchmal aussetzen oder im Tacho einzelne Pixel ausfallen, wird die Reparaturrechnung richtig hoch. Bei diesem Wagen wird alles über einen CAN-Bus gesteuert und Fehler sind meist nur sehr schwer zu orten.

 

Für mich kommen nur Mercedes in Frage, die entweder jung (bis 5 Jahre) oder alt (ab 15 Jahre) sind, dazwischen ist das Risiko einfach zu hoch, einen Wagen zu erhalten, der nur so vor sporadischen Fehlern strotzt.


25.06.2012 17:26    |    mirabeau mirabeau

Kaufst Dir noch einen Scorpio, Hans?

Wagen wurde "komplett entrostet" sagt ja alles. Ich kenne einen W210 Liebhaber, der mehrere Jahre damit zubrachte, ein substanziell guten Achtzylinder der Baureihe zu finden.

Was sich Mercedes dabei nur gedacht hat, sie können es ja besser und müssen doch wissen, dass ein ruinierter Ruf viel teurer als ein bisschen gesparter Rostschutz ist.


25.06.2012 17:29    |    italeri1947 italeri1947

Zitat:

Kaufst Dir noch einen Scorpio, Hans?

Das trifft zu! Hier ist dein Preis; gratuliere!

http://www.urlaub-in-thiessow.de/Fotos/Kaffee-kuchen.jpg


25.06.2012 17:37    |    Goify Goify

mirabeau, natürlich wussten sie es besser, aber den Einkäufern von Stahl wurde angedroht, den Job zu verlieren, würden sie den Schnellroststahl nicht kaufen. Zumindest kursiert diese Geschichte unter Benzfahrern.

Außerdem dachte man, dass stumpfe Werkzeuge besser seien, als frisch gewartete.


25.06.2012 17:56    |    Gammler89 Gammler89

Naja, der der W210 ist eher überschätzt. Rost wohin das Auge blickt und eher mittelmäßige Zuverlässigkeit. So einen kann man garnicht komplett entrosten .... wenn der hinten fertig ist kann man vorne wieder anfangen :D

 

Zumal ich nur den Kopf über Leute schütteln kann die sich so ein Auto damals gekauft haben und die Klima weggelassen haben. Klar, es gibt immer Leute die sowas nicht brauchen ... aber hinterher wundern die sich das sie die Kiste niemandem mehr verkaufen können :D

 

Zitat:

Was sich Mercedes dabei nur gedacht hat, sie können es ja besser und müssen doch wissen, dass ein ruinierter Ruf viel teurer als ein bisschen gesparter Rostschutz ist.

Die hatten Jahrzehnte lang Rostprobleme, noch viel länger wie Opel und Ford. Ich glaube langsam echt die haben das echt nicht auf die Reihe bekommen.


25.06.2012 18:09    |    amidufou amidufou

Sehr schöner Artikel!

 

Und hier mein Vorschlag, welches das nächste neue Auto nach Omega und Scorpio in der Sammlung sein könnte: Omega oder Senator 24V, wär' das nix?


25.06.2012 18:24    |    Abantgarde3 Abantgarde3

Es gibt auch komplett Rostfreie W210, aber dies sind immer nur ganz kleine Serien, denn: Immer nachdem der Lackierapperat aufgefüllt wurde, waren die Lacke astrein, aber nach ca. 1-2 Wochen bildeten sich im Lack Pilze, die für den Rost verantwortlich sind. Deshalb Rosten die E-Klassen, die in den 1-2 Wochen gebaut wurden auch nicht so stark.

 

Ob die Geschichte Humbuk ist weiß ich nicht, ich hab diese These selber vor einiger Zeit aus einem Internetforum erfahren.


25.06.2012 18:26    |    Andi2011 Andi2011

Moin,

 

ein schöner Bericht Hans mit einem interessanten W210,der wäre ja auch nicht nur wegen des guten Zustands tatsächlich was für dich gewesen und dann noch in deiner Lieblingsfarbe für so ein Auto:)

 

Ich warte gespannt auf den Bericht zum "Neuzugang"!

 

Beste Grüße

Andi


25.06.2012 18:27    |    Goify Goify

Es gibt wohl so mind. 3 verschiedene Thesen, warum die einen rosten und die anderen überhaupt nicht. Im schlimmsten Fall stimmen alle drei und nur unter 1 % aller Autos hatte Glück.


25.06.2012 18:47    |    Dynamix Dynamix

@Hans: Kannst du denn schon verraten welches Baujahr dein "Neuerwerb" haben wird? ;)

 

Würde gerne wissen ob es die erste oder zweite Generation geworden ist.


25.06.2012 18:50    |    DER POLO_NEGER DER POLO_NEGER

Ich Gratuliere zum neu erworbenem Ford Scorpio, Hans:) Ich bin schon auf Blogs über den "Neuling" gespannt!

 

Für mich wäre der 210er nichts, da er zu viele konstruktive Mängel aufweist; er wäre mir einfach zu kompliziert.

 

Aber er konnte ja seine haltbarkeit als DAS Taxiauto durchaus beweisen, seitdem 210er hat sich die E klasse in der Taxibranche fest verankert


25.06.2012 19:00    |    VolkerIZ VolkerIZ

Ich schließe mich dem Polo Neger an. Der W 210 wäre mir auch zu kompliziert. Keine Klima, weiß und kleiner Benziner mit grüner Plakette sowie die Vorgeschichte und der Zustand würden mir schon gefallen, aber der Rest wäre nicht so mein Ding.

Und von mir natürlich auch Glückwunsch zum Scorpio! Bin schon gespannt, was es damit auf sich hat. Wir erfahren hier sicher bald mehr.


25.06.2012 19:02    |    backbone23 backbone23

Ich hätte spontan auch auf Scorpio getippt und hoffe, dass es einer der ersten Generation ist. :)

 

Zitat:

Aber er konnte ja seine haltbarkeit als DAS Taxiauto durchaus beweisen, seitdem 210er hat sich die E klasse in der Taxibranche fest verankert

Der 210er hat die Haltbarkeit in der Taxibranche nicht bewiesen, sondern eher das Gegenteil. Die E-Klasse war schon mit dem 124er fester Bestandteil im Taxi-Gewerbe bzw. die obere Mittelklasse von Mercedes schon immer. ;)


25.06.2012 19:27    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Ich fänd und find solche Autos immer intressant. Da kriegt man guten Komfort für kleines Geld. Sollte ich mir irgendwann mal einen Gebrauchten kaufen müssen, so würde ich nach einem Wagen dieses Schlages gucken. Einfach weil der Händler ihn froh ist vom Hof zu haben, obwohl er eigentlich nicht zu schlecht ist. Quasi mit der "Arroganz" andrer Leute gut Kasse machen ;)


25.06.2012 19:29    |    bronx.1965 bronx.1965

Einer Marke die mit "das beste oder nichts" wirbt, darf "nichts" NICHT passieren. Es ist ja nicht nur der 210er, der diese Macken hat. A-Klasse und B-Klasse haben ja teilweise das gleiche Problem.

Zum "Gerücht" des Schnellrost-Stahls fällt mir nur ein, das derartige Probleme seit dem W-123er nicht mehr vorkamen (gleiche Ursache seinerzeit, gilt als gesicherte Erkenntnis bei der "Internen Produktbegleitung" von MB), dieses Argument also nicht die Ursache beschreibt.

Es ist eher das Grund-Übel aller Gewinn-orientiert handeln-müssenden: Profit um JEDEN Preis.

Die Aktionäre wollen Dividende, der Vorstand will gut da stehen. Das steht im Vordergrund.

Das Rost-Desaster badet von DENEN keiner aus. Die Köpfe rollen dann ein paar Etagen tiefer, nämlich dergestalt das die Verantwortlichen im Einkauf nicht im Sinne der Firmen-Philosophie handelten, Mechanismen nicht beachtet hätten, somit "nicht geeignet erscheinen, dort weiter zu verbleiben".

Dann rollt die Versetzungs-Welle durch das Haus. Den berühmten Satz "es ist mir sch***egal wie sie das machen", den gibt es immer noch.

Ein Mercedes hatte immer seinen Preis, die Leute waren bereit den zu bezahlen weil sie wussten dass sie etwas für ihr Geld bekamen! Da hatten allerdings die Ingenieure noch das Sagen und nicht die Controler.

 

Hans, schöner Beitrag und Gratulation zum Neu-Erwerb.

 

Bronx


25.06.2012 19:35    |    italeri1947 italeri1947

Zitat:

Würde gerne wissen ob es die erste oder zweite Generation geworden ist.

Es wird die zweite Generation sein, wobei auch die erste Serie im Rennen war. Leider fand sich davon kein Exemplar bzw. fand ich zufällig einen Scorpio der zweiten Serie, der so gut dasteht, dass er gekauft wird.


25.06.2012 19:41    |    VolkerIZ VolkerIZ

Wie wird das mit den Serien denn gerechnet beim Scorpio? Zählen da die Modellpflegen mit oder ist zweite Serie schon der mit dem Haifischmaul?


25.06.2012 19:52    |    lukasn lukasn

Hier in meiner Gegend treffe ich immer mehr 210er E-Klassen an, zumeist das T-Modell. Wohl weil die Preise absolut im Keller sind. Ein Mercedes für ca. 2000€, das ist schon sehr verlockend. Und so schlecht wie ihr Ruf ist die Baureihe 210 nicht. Sie brachte den Designumbruch bei Mercedes und hatte aufgrund ihres "alternativen" Designs von Beginn an einen schweren Stand. Ich persönlich finde sie sehr stimmig.

 

Woher der Rost kommt? Metallurgisch gibt es da doch hunderte Möglichkeiten, letztendlich liegt der Fehler im kaufmännischen Bereich.

 

Grüße!


25.06.2012 20:37    |    Andi2011 Andi2011

Zitat:

Wie wird das mit den Serien denn gerechnet beim Scorpio? Zählen da die Modellpflegen mit oder ist zweite Serie schon der mit dem Haifischmaul?

Der Scorpio MK1 wurde ab 1985 gebaut,1992 kam ein Facelift,es war aber weiterhin der MK1

Vom Scorpio MK2 spricht man ab 1994, sprich mit Haiffischmaul.

Der MK1 wird gemeinhin auch als erste Serie bezeichnet :)

 

Ich freu mich drauf, der Scorpio ist als MK2 eine verkannte Größe - klar das Design polarisiert auch heute noch, entweder man findet ihn "potthäßlich" oder eben elegant und schick (wie ich)

 

Grüße

Andi


25.06.2012 20:40    |    sukkubus sukkubus

Zitat:

Hätte ich mir nicht vor kurzem einen ... gesichert (ratet mal; wer den richtigen Wagen errät, der bekommt auch etwas dafür), wäre dieser Mercedes sicher keine so schlechte Wahl auch für mich gewesen.

ein alter größerer citroen (irgend so ein 'pallas'-ding o.ä :D) oder ein youngtimer-jag.

das würde in mein profiling von dir reinpassen ;)


25.06.2012 20:43    |    Tillamook Tillamook

W210 und C208 (CLK)... beide Autos WAREN in meiner Familie :D

 

Konnte man irgendwann zusammenfegen :) Das war der absolute Tiefpunkt der Mercedes Qualität. Gott sei dank hat sich das geändert!


25.06.2012 20:49    |    bronx.1965 bronx.1965

Also, ich finde ein Scorpio, egal welche Serie, passt bestens in Hans' Portfolio. Die Eigenschaft, gegen den Strom zu schwimmen, schätze ich.

Hans hat Erfahrung, liebt die Aussenseiter und kann das wunderbar beschreiben und begründen.

Wer fährt schon Omega? ;)

Mache einfach weiter so und erfreue uns hier mit weiteren, guten Geschichten über Autos, "die keiner wollte".

 

Bronx


25.06.2012 22:02    |    Russkiy Russkiy

Bezüglich W210 ich möchte sagen, dass vom Design gesehen ich finde diesen die schönste E-Klasse, die je gebaut wurde: innen, aber vor allem außen.

 

Und wenn einer ist gut gepflegt (JEDES Auto, auch ein Stern, muss sein gut gepflegt, sonst ist in solchem Alter unerfreulich!), dann er ist zum Fahren große Klasse. Das Fahrwerk ist einfach Mercedes at its best, und damit können andere Hersteller, auch neuerer Bauart, einfach nicht mithalten, ich bin der Überzeugung.

 

Wenn man aber Autofahren bereinigt von Schnickschnack der elektronischen Spielereien, dann drei Sachen sind wichtig für entspanntes Vorankommen: Gutes Fahrwerk, gute Sitze und gute Ventilation welche macht angenehmes Innenraumklima ohne Zugluft.

Und darin Mercedes ist unschlagbar, oder was ist Meinung von Euch sehr kompetenten Kollegen hier?


25.06.2012 22:11    |    124er-Power 124er-Power

Erst ab Mopf kamen die üblen Elektronik Fehler ;)

 

hab schon so ziemlich alles erlebt

 

Schiebedach ging nicht mehr zu :o

Keine Leistung mehr, nach Neustart gings dann wieder ne Zeit lang


25.06.2012 22:23    |    schipplock schipplock

W210 hatte ich auch mal im Auge, aber die Vernunft hat (nicht) gesiegt :). Die Front finde ich zum kotzen; das Heck geht in Ordnung; von Innen geht es auch in Ordnung, _wenn_ die richtige Ausstattung vorhanden ist (Leder e.g.); die komischen Stoffsitze lassen das Auto wiederum billig wirken.

 

Aber gut motorisiert mit guter Ausstattung bekommt man die hinterhergeschmissen (die Benziner).


25.06.2012 22:25    |    sommer57 sommer57

Ich hatte von 1996 bis 1999 zwei W210 als Geschäftsfahrzeuge hintereinander gehabt, und war damals sehr zufrieden. Ich hatte dabei, trotz hoher Fahrleistung mit oftmals hoher Geschwindigkeit, keinerlei technische Probleme. Und das diese Serie komfortabel war/ist, steht außer Frage.

 

Über Rost kann ich in diesem Fall nichts sagen, da nach zwei Jahren der Leasingvertrag zu ende war.

 

Privat habe ich immer noch einen 94'er Mercedes SL. Beim SL ist die Rostvorsorge von Mercedes wirklich sehr gut. Echte Rost Probleme? Keine Spur!

 

Beispielsweise ist selbst heute noch ist der erste Auspuff dran, und wird noch eine weile halten.

 

Wer weis, warum die W210er so rosten....

 

Ich glaube auf jedenfall nicht an die Legenden vom geizigen Finanzkontroller usw.

 

Sonst hätte diese Jungs auch an ganz andere Stellen am W210er gespart, was nicht der Fall war (siehe bei mobile.de --> zig hunderte mit über 250Tkm Fahrleistung).

 

Allzeit eine gute Fahrt

 

Sommer57


25.06.2012 22:37    |    schipplock schipplock

Zitat:

Wer weis, warum die W210er so rosten....

wegen des schlechten Lacks -> http://www.rostschutz-forum.de/forum46030/messages/12956.htm


25.06.2012 22:40    |    Eueln1981 Eueln1981

Na, aus dem Bericht kann man aber schon sehr Ihre Vorfreude auf den großen Kölner rauslesen!

 

Kann ich nachvollziehen, ist auch ein sehr schönes Auto! Egal ob Serie 1, die pur die 80er widerspiegelt, oder Serie 2 die einfach anders war!

 

Irgendwie war mir klar, daß noch ein Scorpio in Ihren automobilen Lebenslauf kommt! Den haben Sie ja schon immer verehrt.

 

Mein zweiter Tip wäre Renault VelSatis und auf Platz drei ein Latitude gewesen.


25.06.2012 23:23    |    Daemonarch Daemonarch

Zitat:

Für mich kommen nur Mercedes in Frage, die entweder jung (bis 5 Jahre) oder alt (ab 15 Jahre) sind, dazwischen ist das Risiko einfach zu hoch, einen Wagen zu erhalten, der nur so vor sporadischen Fehlern strotzt.

@Goify

 

Bei der E-Klasse hätteste bei nem 15Jährigen aber auch nen W210 aufm Hof stehen... ;)


26.06.2012 09:14    |    Goify Goify

Jo, aber VorMopf, also ohne CAN-Bus von allem Zeug, sondern nur Motor und Getriebe.


26.06.2012 12:36    |    Daemonarch Daemonarch

Und welche Versionen hatten die übleren Rostprobleme?


26.06.2012 12:43    |    Goify Goify

Vom W210 waren alle betroffen, egal ob Mopf oder VorMopf.


26.06.2012 16:19    |    knolfi knolfi

Ein schöner Bericht, der mich wieder an dem W210 meines Vaters erinnert. Dieser hatte sich Anno 1996 ebenfalls nach 5 S-Klassen in Folge einen W210 bestellt...mit einer ebenfalls sehr seltenen Motorisierung: als E50 AMG:cool:

 

Allerdings hat er den Wagen nicht lange behalten, denn er war ihm zu unkomfortabel. Daher tauschte er ihn nach nur zwei Jahren gegen eine S-Klasse ein.


28.06.2012 03:52    |    Harhir Harhir

E200, weiss, ohne Klimanalage.... Wer will so etwas heute noch?

Ich hatte 97 das "Vergnuegen" einen C180 einmal kurz zu fahren. Total untermotorisiert. Da kann der E200 auch nicht besser sein.

Nur ein Jahr spaeter (1998) hatte ich einen Mercedes als Firmenwagen geordert und war doch etwas erstaunt, dass man damals bei einem 65T DM Auto die Klimaanlage noch extra bestellen musste.


01.07.2012 17:06    |    cerberus522 cerberus522

Mein Onkel hatte den als Elegance in silber (innen blau) ..sehr schnieke und echtes wohnzimmergefühl, das ich bei aktuellen benzen vermisse, aber der kleine motor wollte nicht passen, klang immer angstrengt...nach seinem Tode wurde das gute stück (kein rost erkennbar) von seiner frau leider gegen ein c180-sportcoupé (würg) getauscht....die e-klasse war ihr zu unhandlich und hatte ja auch schon über 100tkm runter...


03.07.2012 22:13    |    Daimler201 Daimler201

Die fehlende Klimaanlage ist wohl das Todesurteil für das Auto.

Eine Kollegin von mir hatte einen E220 Diesel mit dem 95PS Saugdiesel und Automatik. Mit dem bin ich auch manchmal gefahren, ich hab das Auto gemocht.

 

Rost war leider ein großes W210-Problem, ansonsten war das ein mechanisch gesundes und bequemes Fahrzeug.

 

Der von meiner Kollegin wurde nach etwa 6 Jahren mit rund 380.000km weiterverkauft. Da sie 2x den Rost wegmachen hat lassen stand das Auto noch ganz gut da.

 

MFG Sven


04.07.2012 08:56    |    Goify Goify

Warum soll eine fehlende Klimaanlage das Todesurteil für den Wagen darstellen?

Ich habe mittlerweile auch ein Auto ohne Klimaanlage und vermisse sie nur selten, also ca. an 6 Tagen mit je 2 Stunden im Jahr. Schon eher muss eine fehlende Standheizung ein Todesurteil sein, da man diese wohl locker an 50 Tagen nutzen kann.


04.07.2012 11:06    |    Daimler201 Daimler201

Goify, ich finde auch daß man gerade in einem hellen Auto in Deutschland recht gut ohne Klima zurecht kommt. Aber das sehen viele Gebrauchtwagenkäufer anders, das meinte ich mit Todesurteil. Ein Auto ohne Klima ist einfach in jeder Preisklasse und in jedem Alter relativ schwer zu verkaufen.

 

Mein alter 190er z.B. hat auch keine Klima, aber die Belüftung ist so gut daß man sie bis ca. 25 Grad Aussentemperatur auch nicht vermisst.

 

Ich bin früher auch mit dem Auto öfters mal nach Italien gefahren, war auch kein Problem.

 

MFG Sven


04.07.2012 11:07    |    Daimler201 Daimler201

Wenn ich mir allerdings meinen schwarzen 211er, in dem ich berufsbedingt jeden Tag recht viele Stunden sitze, ohne Klima vorstellen müsste wäre das schon was anderes.

 

MFG Sven


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Ich freue mich auf euch!

 

Mit einem herzlichen Servus!

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