25.08.2011 11:11
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italeri1947
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Autos
Der Mazda Xedos 6, Ende 1991 präsentiert und in nur einer Generation zwischen 1992 und 1999 gebaut worden, ist eines dieser Fahrzeuge, das heute, obwohl die Kritiken in den 90er-Jahren fast durchweg sehr positiv ausfielen, kaum mehr verbreitet ist. Der Exoten-Status, den luxuriöse Importfahrzeuge in Deutschland fast traditionell mitbringen, sowie der Hinweis eines netten Menschen auf dieses seltene, zu Unrecht völlig verkannte Auto, rechtfertigen einen Artikel für mich sofort.
In der sportlich-eleganten Mittelklasse gab es 1991 eigentlich nur den BMW 3er der E36-Baureihe oder stärkere Versionen von Audi 80 und 190er-Mercedes. Lifestyle war damals eigentlich ein Fremdwort - und dann kam 1991/92 Mazda und wirbelte den Markt gehörig auf. Der auf Basis des 626 stehende, aber etwas oberhalb dem Erfolgs-Familienwagen angesiedelte Xedos 6 sollte mit Sportlichkeit, Exklusivität und kompletter Ausstattung die Klasse aufmischen. Ein kleiner Zweiliter-V6-Motor mit 144 PS sollte das von den Japanern angedachte Image untermauern, ebenso die besonders exklusive Ausstattung inklusive elektrischen Fensterhebern, Alufelgen, Audiosystem und Metallic-Lackierung. Alles Extras, die woanders Extra kosteten. Im Juni 1992 gelangten die ersten Xedos-Modelle in den deutschen Verkauf. ABS und Fahrerairbag waren natürlich selbstverständlich, ebenso eine vom ersten Tag an Mazda-typisch hervorragende Verarbeitungsqualität. Lediglich das Armaturenbrett entsprach nicht ganz dem Klassenziel, wenn es auch gut verarbeitet war.
Mazda wollte nach dem Auslaufen des letzten 929, der hier in diesem Blog auch schon angerissen wurde, eine neue Marke etablieren - wie es Toyota drei Jahre zuvor mit Lexus und Nissan mit Infiniti gelungen war. Das Rezept war denkbar simpel - auf Großserienbasis sollten besonders elegante Limousinen entstehen, mit denen Mazda Furore machen wollte. Auf selbigem Impuls entstand so 1993 der größere Xedos 9, der einen Aufguss der 929-Baureihe darstellte und als Nachfolger des 929 gedacht war. Dieser wird hier zu einem späteren Zeitpunkt noch beleuchtet - ihr könnt euch darauf freuen.
Zwei Ausstattungslinien konnten die Japaner offerieren - den Xedos 6 "Business", der die Grundausstattung (die schon sehr komplett war) und den Xedos 6 "Exklusiv", der mit Lederausstattung und Schiebedach die Topversion darstellte. Beide Versionen waren extrem gut ausgestattet, wobei Mazda sich in den frühen 90er-Jahren mit den Fahrzeugpreisen etwas verzettelt hat: Der bauchige neue 626 geriet unnatürlich teuer, ohne dabei automatisch besser als der Vorgänger (1987-1992) zu sein. Der Xedos 6 geriet ebenfalls recht teuer, zehrte aber das durch die sehr gute Ausstattung wieder auf. So herrschte wieder Gleichstand - für den Preis bekam der Kunde ein sehr gutes Auto, aber leider ohne Image, sodass die meisten Interessenten am Ende doch wieder bei BMW landeten. Mazda erklärte mit einer Markteinfuhrbegrenzung damals die höheren Preise: "Wenn wir schon nur eine begrenzte Anzahl Autos verkaufen dürfen, dann auch solche, die einen höheren Gewinn erzielen..." (Pressesprecher-Zitat Februar 1992).
Daraus wurde aber im Fall des Xedos nichts. Im August 1994 versuchte Mazda, die die Situation richtig erkannt hatten, das Ganze zu entschärfen und führte einen neuen Basismotor, einen Vierzylinder, der aus 1.6 Litern Hubraum erst 113 und dann 107 PS leistete, ein. So war der Xedos 6 fast 6.000 D-Mark günstiger als mit V6-Maschine. Zudem kam es zu einem kleinen Facelift. Ein Beifahrerairbag fand den Weg in die Grundausstattung, ebenfalls wurden die zuvor weiß-roten Rückleuchten durch rot-gelbe Rückleuchten ersetzt. Diese wurden der in Japan offerierten Eunos-Variante entnommen, um Geld zu sparen. So lässt sich auch erklären, dass die Handschuhfachbeleuchtung 1994 aufgegeben wurde. Dafür folgte Anfang 1995 eine elektronische Wegfahrsperre als Serienausstattung.
Peinlich war, als Mazda im November 1997 die Fahrzeuge wegen möglichem Rost an den vorderen Fahrwerksfedern zu einem Rückruf in die Werkstätten holte. Ansonsten aber erarbeitete sich der Xedos 6 den für Mazda typischen Ruf von Solidität und Zuverlässigkeit. Im September 1999 wird die Modellreihe nach nur enttäuschenden 20.000 in Deutschland verkauften Fahrzeugen beendet. Insgesamt wurden genau 72.101 Autos dieser Baureihe gefertigt. Der Xedos 9 hielt bis 2002 noch durch, wurde dann aber auch ersatzlos eingestellt.
Was bleibt, ist ein interessantes Ziel, mit dem Mazda 1992 die oberen Fahrzeugklassen aufmischen wollte: Viel sinnvoller Luxus, ein besonderer Stil mit hohem Wiedererkennungswert, gelungenes Design mit einem Hauch Sportlichkeit und eine Prise Avantgarde. Und das in Komplettausstattung, somit relativ betrachtet preiswerter wie die zwar ebenso teuren, aber schlechter ausgestatteten Konkurrenzmodelle aus Deutschland. Leider war, wie das bei Importmodellen mit Luxus-Anspruch so typisch war und ist, weswegen sich auch die meisten Importeure leider aus diesem Segment zurückzogen, der Untergang vorprogrammiert und das Projekt von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das ist schade, denn der Xedos 6 ist ein heute seltener, aber immer preiswerter und meist gut gepflegter Wagen, der Freude macht und ein wenig anders ist als die Mitbewerber von damals. Nach einem 1992er BMW 320i E36 oder einem Audi 80 2.6E von damals dreht sich kaum einer um, nach einem Xedos 6 dieses Baujahres hingegen schon eher. |





Kommentare: 13
25.08.2011 11:37 |
duct4402
Der Wagen war was den Fahrkomfort betrifft in dieser Klasse wirklich mit das Beste!
Der Motor war wie eine Turbine und hatte einen angenehmen Klang. Zudem liess sich der Mazda auch sparsam fahren.
Negativ dagegen sind die hohen Ersatzteilpreise, die Lieferzeit der selbigen sowie die häufig anfällige Automatik. Ebenso lag das Platzangebot auf der Rückbank unter dem Klassendurchschnitt.
PS: Den Mazda gab es nicht nur mit dem 2.0 V6 mit 144 PS, sondern auch mit 141 PS. Diese Version ist jedoch seltener und Ersatzteile noch schwerer zu bekommen!
LG vom Chris
25.08.2011 11:40 |
Turbotobi28
Hi,
auch einen Xedos 6 konnte ich mal mein eigenen nennen
Ein wirklich feines Fahrzeug das vom Design und von der Verarbeitung her wirklich fast mit der damaligen deutschen Konkurent aufnehmen konnte.
Nur der 1,6l Motor aus dem MX5 den ich hatte war in dem Wagen völlig deplatziert.
Jedenfalls bin ich bisher noch nie so oft gefragt was für ein Wagen das ist und die habe oft sehr positive reaktionen auf meine antwort ein Mazda bekommen. Viele konnten gar nich glauben das diese ansprechende Fahrzeug ein schnöder und noch dazu alter Japaner ist, denn ich hatte den Wagen als 8 Jahre alten Gebrauchtwagen gekauft,das wahr 2004 und das Design damit zwar schon sehr alt aber wie ich immer wieder feststellen konnte immer noch Top aktuell. Und wenn man mal genau hinsieht das Heck des damaligen Audi A6 als Limo ist eindeutig beim Xedos 6 abgekupfert. Wenn nicht der lahme Motor gewesen wäre hätte ich ihn sicher länger behalten als nur ein knappes Jahr (wie so viele meiner Fahrzeuge
)
Das die Verkaufzahlen nicht wirklich überzeugend waren verwundert mich aber nicht,schließlich stand der Xedos zusammen mit dem 626 im Showroom. Der zwar optisch bei weitem nich mithalten kann von Preis/Nutzen Verhältnis her aber natürlich deutlich besser da stand. Der typische Mazda Käufer aus der Zeit legte halt mehr wert auf funktion als auf Optik.
Die Designlinie des Xedos wurde meiner meinung nach jedoch im Mazda 6 weitergeführt. Der gegenüber dem direkten Vorgänger 626 ein echter Meilenstein war.
Gruß tobias
25.08.2011 14:51 |
MarioE200
Vielen Dank für diesen herrlichen Artikel!
Den Xedos 6 nenne ich selber seit kurzem mein eigen.
Ich war auf der Suche nach einer günstigen Limosine mit Klima als Ersatz für meinen W123, für den leider kein Platz mehr in der Garage war.
Nachdem ich mir diverse Fahrzeuge aus dem Hause VW, Opel usw. angeschaut habe, stellte ich eins immer fest:
-erheblichen Rost!
Gut, in der untersten Preisliga (-1000,- €), also am Ende der Gebrauchtwagenkette ist es extrem schwierig, ein vernünftiges Fahrzeug zu finden.
Dort gibt es halt bei den gefragteren Modellen nur "Letzhandgurken mit Rest-TÜV".
Klar gibt es auch hin und wieder gepflegte Rentnermodelle, aber der Verkauf findet dann meistens durch den Sohn oder Enkel statt. Die wissen, was sie da verkaufen und verlangen dafür auch den dementsprechenden Preis.
Oder man ruft an um zu hören, dass das Fahrzeug bereits verkauft ist.
Ich wollte mich aber nicht entmutigen lassen und suchte weiter.
Bei den beiden bekannten Internet-Verkaufsplattformen grenzte ich dieses mal keine Marke ein, sondern meine Wunschausstattung.
Das Ergebnis war erneüchternd. Ford Escort + Mondeo MK1 (ganz viele), Citroen ZX oder XM, Fahrzeuge der Marke Proton (kennt die noch Jemand?), Daewoo Espero usw.
Meine Laune war im Keller.
Also erhöhte ich aus Frust die Entfernungsbegrenzung auf 200km, setzte den Maximalpreis auf 1500,- € und ließ mir alle Fahrzeuge (nicht nur die, die erst 1 Tag oder weniger online waren) anzeigen.
Über 1000 Ergebnisse!
Schön wäre es, wenn man bestimmte Fahrzeuge ausschließen könnte (ich denke dabei speziell an den Escort!
)
Ich habe mich mit meinem Netbook auf den Balkon verzogen und fing an zu stöbern.
Ganz hinten (also nach 2 Stunden, der Akku meldete sich bereits) fiel mir die Anzeige eines Mazda Xedos6 V6 auf.
Dieser stand bei einem Fähnchenhändler ca. 150 km weit entfernt.
Die Fotos waren schlecht und der Wagen schmutzig.
Ich legte es auf den Versuch an und schrieb dem Händler, dass ich den Mazda für 1000,- nehmen würde.
Nach 5 Tagen erhielt ich folgende Antwort: is ok.
Mit etwas mulmigen Gefühl, Überführungskennzeichen und 1000,- € in der Tasche fuhren wir los.
Dort angekommen schüttete es wie aus Eimern.
Zahlreiche Aufkleber zierten den Wagen, dazu war der Vorbesitzer wohl häufiger in Österreich unterwegs.
Die Innenausstattung zeigte sich im neuwertigen Zusstand. Der Regen hat den ganzen Dreck runtergespült und zeigte eine Beulen- und Kratzerlose Karosserie (die mal poliert werden muss!)
Der Probefahrt verlief problemlos.
Der Unterschied zu unserem Familiennissan mit 99 PS trieb mir beim Beschleunigen ein fieses Grinsen ins Gesicht.
Er läuft wirklich so leise, dass man an der Ampel häufiger zum Drehzahlmesser schaut, ob der Wagen noch an ist.
Alle Extras funktionieren, Scheckheft, Bordbuch und sämtliche Schlüssel sind vorhanden. Verschleißteile gut.
Nach einem Bedenkzigarillo packte ich das Geld auf den Tisch und nahm den Wagen mit.
Vollgetankt ging es Richtung Autobahn. Tempomat 120 und ab gehts.
Ohne Probleme.
Nicht klappert, einzig die nachgerüsteten Flat-Scheibenwischer hatten auf der Fahrerseite zu wenig Anpressdruck.
Wie sich später herausstellte, musste nur der Spoiler demontiert werden und das Problem war erledigt.
Zuhause angekommen wieder vollgetankt: bei 153,6 gefahrenen Kilometern mussten 11,37 L nachgetankt werden.
Ich war zufrieden.
Am nächsten Tag begann die Knibbelorgie mit den ganzen Aufklebern.
Fahrzeug noch schnell gewaschen und fachmännisch poliert.
Der Lackzustand ist wirklich gigantisch.
Nachbarn stellten fest:
Oh, endlich mal ein Neuwagen! Ist das ein Japaner?
Antwort: Ja, ist ein 16 Jahre alter Mazda mit 190 tkm auf der Uhr!
Vielleicht habe ich ja nur Glück gehabt, bisher auch noch keinen weiteren in unserer Stadt gesehen, aber dieses Fahrzeug hat mich wirklich überzeugt.
Die Ersatzteilpreise liegen natürlich nicht auf Golf2 Niveau, jedoch im erträglichen Rahmen. (Wozu gibt es Internet?)
Lieber Hans,
ich fürchte, ich hätte einen eigenen Blog aufmachen sollen
Klasse Bericht, gute Recherche!
Immer weiter so!
Gruß
Mario
25.08.2011 15:03 |
mehrzehdes
es war nicht der erste premium-versuch aus japan. und er ist wie alle anderen grandios gescheitert. lexus, acura, infinity oder xedos, demnächst möglicherweise genesis. das klappt nicht. der käufer kauft nicht. lexus kauft immerhin die gebrauchtwagen zurück und exportiert sie größtenteils wieder. damit verramscht man die marke wenigstens nicht. aber teuer kommt das allemal. gerade versucht infinity die schwülstigen karren mit promi-untgerstützung massiv über die pr-schiene auf den markt zu bringen. auch das wird ein desaster.
25.08.2011 15:13 |
Turbotobi28
Da sprichst du aber für für Deutschland bzw. Europa.
In den USA sind die Luxusableger ein riesen Erfolg,net alle aber die meisten. Gerade Lexus läuft da so gut das Toyota sogar net ne 3. Marke auf gemacht hat-> Scion für die junge Kundschaft und auch das funktioniert.
Gruß tobias
25.08.2011 15:43 |
sscdiscovery
mein Nachbar fährt den V6 und ist nach vielen Jahren immer noch zufrieden.
Hat zwar schon leichten Rost an den hinteren Radläufen, aber ansonsten top.
Gruss
Steffen
25.08.2011 17:49 |
mehrzehdes
ja, ist richtig. ich meine europa, speziell deutschland. in den usa laufen die japanischen nobelmarken.
25.08.2011 19:32 |
silverdreammachine
...6.) Gegen die Proteste meiner Frau holte ich mir den Mazda; sie wollte bei Nissan bleiben, doch die neueren gefielen mir von der Form nicht mehr so gut; Der Mazda war ein Xedos6 Business, Bj`95, mit einer schönen Form, er wurde ja auch "Japan-Jaguar" genannt; er blieb von 12/03-9/10 bei uns, verabschiedete sich nach 147045km mit einem km-Stand von 300295km von uns; wir nannten ihn "Ayla", meine Frau sagte, da er etwas zickig war, es müsse ein Mädchen sein; und sie war etwas zickig, viel Zündungsklingeln, Ölverbrauch von 1l/1000km, trotz 102 PS aus dem (seltenen) 1,6l-Vierzylinder relativ schwach- aber sie war auch zuverlässig, und ließ uns nie im Stich- nur mit festgehenden Bremskolben und siffender Ventildeckeldichtung kämpfte sie immer wieder; am Ende entschieden wir uns für die Trennung, da die Kupplung durchrutschte, andere Sachen wie Heizung und Klima defekt waren, und sich das Ganze nicht mehr rentierte, zumal die hinteren Radläufe schwer am Wegrosten waren ...
Den obigen Abschnitt habe ich mal aus meinem Blogartikel "Meine bisherigen Fahrzeuge" kopiert...
darin ist eigentlich alles gesagt- Der Mazda war eigentlich ein sehr zuverlässiges Auto, in der freien Werkstatt hielten sich auch die Reparatur- und Wartungskosten im Rahmen- ich vermisse den Xedos schon noch manchmal, zumal die Trennung recht überraschend kam und am 3.9. erst 1 Jahr her ist...
25.08.2011 23:11 |
mr. mountain
Den Xedos 6 hatte ein lieber Verwandter von mir.
Ich mochte den 6-Zylinder Sound und die tolle Ausstattung verbunden mit der schönen Form.
Schade, dass der Wagen kommerziell gescheitert ist.
26.08.2011 00:03 |
andyrx
Moin
schönes Auto und toller V6 Motor,den gleichen Motor fährt meine Tochter im Mazda 323F V6 GT und das ist schon ein echtes Schmuckstück....turbinenhafter Lauf und große Drehfreude machen richtig Freude
mfg Andy
26.08.2011 00:50 |
bennicool888
Ein zeitlos schönes Auto.
29.08.2011 13:00 |
chris230379
und ohne die Rostprobleme der Neuzeit
08.03.2012 15:14 |
Brucklyn
Beim Xedos 6 bin ich gespaltener Meinung. Einerseits ist er zweifellos eine elegante Erscheinung, andererseits doch zu rund für meinen Geschmack. Ich freue mich aber immer, wenn ich noch einen sehe.
Auf den Artikel zum Xedos 9 bin ich schonmal gespannt, der ist noch eine Nummer exotischer, vor allem mit dem Miller Cycle Motor