10.07.2011 13:23    |    italeri1947 italeri1947    |    Kommentare (16)    |   Stichworte:


lexus-ls400
Lexus ls400

Japanische Autos waren anno 1989 praktische Kleinwagen à la Toyota Starlet, sportliche Kompakte wie der damals neue Mitsubishi Colt oder gut ausgestattete Mittelklässler wie der Mazda 626, darüber gab es noch erfolglose, aber gut gemachte 5er-BMW-Konkurrenten wie den Toyota Camry oder den Honda Legend. Aber eine japanische S-Klasse hatten wir in Deutschland nicht.

 

Da aber die Hersteller für ihre Heimatmärkte mit Fahrzeugen wie Toyota Century oder Mitsubishi Dignity schon seit den 60er-Jahren Luxuslimousinen von höchster Qualität für feinste Ansprüche herstellte, dachte man sich ab 1985 bei Toyota wohl: "Was Mercedes kann, können wir ebenfalls!" - und entwickelten eine zeitgemäße Limousine der Luxusklasse, die ab 1989 zumindest in Preis, Ausstattung und High-Tech-Stellung alle Konkurrenten regelrecht degradierte.

 

Ich fuhr damals den BMW 750i E32 aus 1987/1988, der auch erstklassig war - anno 1990 kamen die ersten Lexus in unsere Gegend, und ich habe zwar nie einen gefahren, bin aber drin gesessen. Wo mein BMW perfekt verarbeitet, aber relativ nüchtern, eher sportlich und sachlich war, da herrschte im Lexus Prunk, Plüsch und Plastik - aber alles nur vom absolut Besten, was damals möglich war.

 

1989 wurde mit dem Lexus LS400, der in den USA, wo die Marke Lexus schon immer ein Hit ist, als Toyota Celsior verkauft wurde, der neue Markenname Lexus etabliert. Was er genau bedeutet, weiß niemand so recht, aber eine Verbindung zu "Luxus" liegt nah - die Lexus-Modelle sind immer luxuriös und elegant. Der fast genau fünf Meter lange LS400 leistete zu Beginn seiner Karriere 250 PS und war grundsätzlich immer mit einem damals hochmodernen Automatikgetriebe ausgestattet. Eine Liste für Extras gab es nicht; es konnten lediglich ein Telefonsystem, eine Luftfederung und spezielle Lackierungen zusätzlich geordert werden, ansonsten war alles in den Grundpreis einbezogen - der Einstandspreis für den LS400 lag niedriger als bei den deutschen Konkurrenten Audi V8, BMW 7er E32 und Mercedes W126. Auch ein Jaguar kostete damals schon deutlich mehr.

 

Qualitativ fuhr Lexus schon 1989 auf der Sonnenseite; zwar kam es damals auch zu einem Rückruf wegen Bremsenproblemen, doch das wurde schnell hinter sich gelassen. Der Lexus-Service erwarb sich schon damals einen guten Ruf.

 

In den USA und anderen Exportmärkten verkaufte sich die klassisch-kantig gestaltete Limousine von Beginn an daher sehr gut, weil auch ein guter Kundendienst bestand, und überrundete zeitweise sogar Mercedes-Modelle, was Zulassungszahlen anging. Auch die deutsche Fachpresse - anfangs eher skeptisch - attestierte dem Lexus gute Qualitäten und Tugenden, allerdings ist die Marke in Deutschland damals wie heute allenfalls ein Signet für Aussteiger, die nicht BMW, Mercedes oder Audi fahren mögen. Lexus findet kaum statt, und es gibt auch nur wenige Händler. Die Händler waren ja auch besonders: Toyota Deutschland in Köln richtete ab 1990 für Lexus extra besondere Händler ein oder rüstete große Toyota-Vertragsbetriebe auf zum Lexus-Stützpunkt. Das ist exklusiv, aber leider sorgt es auch dafür, dass viele Kunden, die einen Lexus kaufen würden, davon abgeschreckt werden, dass kaum jemand solche Wagen fachkundig reparieren und warten kann, falls eine (bei Lexus sehr seltene) Störung eintritt. Der LS400 der ersten Generation erwarb sich ebenfalls den Ruf legendärer Zuverlässigkeit und steht für perfekte Produktqualität.

 

Die LS-400-Baureihe unterlief während ihrer elfjährigen Laufzeit einigen Facelifts; das erste kam im Jahre 1993, wo ein Beifahrerairbag verbaut wurde. 1994 kam ein weiteres Facelift. Lexus und Toyota sprachen hier von einer Neuauflage der Baureihe, wobei sich viele einig sind, dass die UCF 20 genannte Generation (1994-2000) im Grunde nur eine weitere Überarbeitung des UCF 10 (1989-1993) darstellte. Das Styling der Karosserie wurde dem 90er-Jahre-Geschmack angepasst und geriet weniger kantig als das 80er-Jahre-Design des ersten LS400, zudem leistete diese Serie 260 statt 250 PS und bot einen der ersten CD-Wechsler als Grundausstattung. 1997 kam es zu einer weiteren Überarbeitung; nun leistete die Modellreihe satte 290 PS. Seitenairbags und ESP hielten ebenfalls Einzug in den Luxus-Japaner, ebenso wurde die Front leicht verändert.

 

2000 schließlich, nach elf Jahren Grundbauzeit, was für japanische Verhältnisse sehr lang ist, wurde dieses Modell vom UCF 30 abgelöst, der mit seinem Design sehr an den Mercedes W140 erinnert.

 

http://de.wikipedia.org/w/index.php?...

 

Der erste Lexus LS ist ein Meilenstein der Automobilgeschichte, speziell für die japanischen Hersteller, die durch ihn sicherlich Imagegewinne erzielten, da Toyota erstmals zeigte, was denn technisch alles möglich war und dass man High-Tech auch sehr zuverlässig "erziehen" konnte.

 

Was bleibt, ist eine besondere Limousine. Die heutigen LS-Modelle haben leider nichts mehr von dem Charme der ersten Generationen - aber insbesondere der von 2000 an gefertigte UCF 30 mit seinem W140-Design wird ein Klassiker werden. Der LS400 von 1989 (UCF 10) mit seinem an einen Toyota Camry erinnernden Design hat diesen Status schon heute erreicht!


Kommentare: 16

10.07.2011 14:27    |    CWeinert CWeinert

Ein Bekannter hatte lange den UCF 30 und jetzt das aktuelle Modell.

 

Ist schon etwas besonderes. Kann mich noch erinnern als ich zum ersten Mal in diesem Raumschiff gesessen habe. Wie in einer anderen Welt ;-)


10.07.2011 14:39    |    Goify Goify

Ich finde, die Lexusmodelle waren eigentlich immer eine Kopie der großen schwäbischen Limousien. Der erste erinnerte an W126 und die moderneren W124 innen wie außen und die späteren Modelle, wie schon geschrieben, an den W140.

Natürlich waren die Fahrzeuge dadurch ein wenig besser, als die Originale. Ist ja recht einfach, ein bestehendes Fahrzeug zu kopieren und auf den neuesten Stand zu bringen.

Die jetzigen Hybridmodelle sind auch nicht das Wahre, da der Diesel in solch riesigen Autos unbestreitbare Vorteile hat, was ja auch Mercedes mit dem S400 Hybrid merkt.

 

Der alte LS 400 gefällt mir, aber ich glaube kaum, dass diese Fahrzeuge je einen besonderen Status erhalten, da sie eben immer wie eine Kopie wirken werden, die Eigenständigkeit fehlt.


10.07.2011 15:42    |    scion scion

Nur das sich in USA und Asien keine Sau für alte Stinkediesel interessiert und man da lieber auf moderne Antriebskonzepte, sprich Hybrid, setzt. Wie Hans schreibt, sind nun mal USA der Hauptabsatzmarkt... also wozu einen Diesel anbieten?

 

http://www.youtube.com/watch?v=hl3tSKFLVmg

 

http://www.youtube.com/watch?v=W6_KwSnEC_Y

 

http://www.youtube.com/watch?v=oQO5Nl0tsgY

 

 

und ein hier nahezu unbekannter Mitbewerber:

http://www.youtube.com/watch?v=ClU6WQIgEnQ


10.07.2011 15:49    |    UHU1979 UHU1979

genau in der Hauptausrichtung auf dem amerikanischen Markt (Technik, Design) sehe ich aber auch den Grund für den eher missglückten Versuch, sich hier in über 20 Jahren ein entsprechendes Image aufzubauen.

Zudem, als ich mich 2005 für einen IS interessierte, gab es den nur mit Euro3, das war für mich indiskutabel.


10.07.2011 16:10    |    7406 7406

Zitat:

Nur das sich in USA und Asien keine Sau für alte Stinkediesel interessiert und man da lieber auf moderne Antriebskonzepte, sprich Hybrid, setzt.

Richtig, es ist wesentlich umweltfreundlicher $30.000,-- in Form eines 400 lb Lithium Blockes bei sich zu tragen und diesen nach 30.000 Ladezyklen mit 1MWh Energie recyceln zu lassen. Ich vergas, Amerikanische Kraftwerke laufen mit Patriotismus und Stolz, nicht mit Öl, Kohle oder Uran 235.

 

Hauptsache lokal 100g NOx/100km gespart und gegen wirklich moderne Antriebskonzepte Geschumpfen.


10.07.2011 16:15    |    Goify Goify

7406, genau so ist es.


10.07.2011 16:54    |    Adam2112 Adam2112

Noch mehr Kommentare von Traktorfahrern?


10.07.2011 18:21    |    tobistenzel tobistenzel

Zitat:

Richtig, es ist wesentlich umweltfreundlicher $30.000,-- in Form eines 400 lb Lithium Blockes bei sich zu tragen und diesen nach 30.000 Ladezyklen mit 1MWh Energie recyceln zu lassen. Ich vergas, Amerikanische Kraftwerke laufen mit Patriotismus und Stolz, nicht mit Öl, Kohle oder Uran 235.

Ahja, und was genau hat das mit Lexus-Hybridautos zu tun?

Deren Akkus kosten statt $30000 eher $3000 und wiegen nicht mal die Hälfte.

Lithium ist da auch keins drin, weil das NiMH-Akkus sind.

Keine Ahnung, wie man auf 1MWh kommt, aber das sind gerade mal 120 Liter Benzin, soll das jemanden beeindrucken?

Und mit Kraftwerken haben die Autos auch nichts zu tun, da es keine Plugins sind.

 

Mehr Blödsinn in zwei Sätzen habe ich zu dem Thema auch noch nicht gelesen, Respekt ;)

 

Gut, es sind auch "nur" 10g NOx / 100km, der Fairness halber erwähne ich das auch mal ;)


10.07.2011 19:52    |    smithe smithe

Ich habe ja selbst einen Fetisch für den Lexus LS. Hatte ja selbst bis vor kurzem einen LS430 (UFC30). Ein absolutes Gedicht von einem Auto. Den Phaeton fahre ich momentan eigentlich nur, weil es noch nicht für einen LS600h gereicht hat. Und den hybriden will ich nicht, wegen des Umweltschutzes oder irgend so einem Quatsch, sondern wegen der Power (300Nm ab 1u/min) und der sagenhaften CVT-Automatik. Ich sag nur auf der Autobahn 200 km/h bei 1000u/min - so lässt es sich lässig cruisen. :cool:


11.07.2011 14:57    |    CWeinert CWeinert

Zitat:

10.07.2011 16:10 | 7406

 

Richtig, es ist wesentlich umweltfreundlicher $30.000,-- in Form eines 400 lb Lithium Blockes bei sich zu tragen und diesen nach 30.000 Ladezyklen mit 1MWh Energie recyceln zu lassen. Ich vergas, Amerikanische Kraftwerke laufen mit Patriotismus und Stolz, nicht mit Öl, Kohle oder Uran 235.

 

Hauptsache lokal 100g NOx/100km gespart und gegen wirklich moderne Antriebskonzepte Geschumpfen.

Ja wenn wir nur ein wenig von deren Patriotismus hätten.

 

Aber das Thema ist hier der LS. Es gibt so Dinge die man mit Automarken in Verbindung bringt.

 

Z.B. Saab und Mercedes -> Sicherheit

 

Aber Lexus. Mit Lexus verbinde ich Ruhe, Ruhe in allen Belangen. Das kann kein Diesel.

Das kann nur ein Lexus ;-)


11.07.2011 16:23    |    Andi2011 Andi2011

Ich hatte Anfang der 90er das Vergnügen einige Male im LS400 mitfahren zu dürfen.Er gehörte dem Vater einer damaligen Freundin und er fuhr uns damit regelmäßig zu diversen Eishockeyspielen.

Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, dass der Wagen extrem leise und komfortabel war und der besagte Fahrer (ein gut verdienender Selbständiger) ihn als Nachfolger seines Mercedes gekauft hatte und völlig begeistert von dem Wagen war.

 

Ich selbst stand Ende der 90er dann mal vor der Frage, einen gebrauchten LexusLS400 zu kaufen,weil er sehr attraktiv und bombastisch ausgestattet war und der BMW Händler, wo er stand ihn günstig anbot.

Hab mich dann aber wegen der für mich damals nicht überschaubaren Unterhaltskosten für einen gebrauchten 5er BMW entschieden.

 

Aber:Tolles Auto - ohne Frage und er ist es wert, von dir hier einen Artikel zu bekommen.

 

Grüße

Andi


13.07.2011 12:00    |    Pingback Pingback

05.08.2011 10:02    |    Bumer645 Bumer645

mal was zu Goify

 

der S400 Hybrid ist kein Hybrid im Sinne eines LS600h

Der Benz ist ein Mildhybrid, der nicht rein elektrisch fahren kann, ausserdem sind die Systeme nicht so verzweigt wie beim Lexus.

 

Der Lexus hat ein komplett leistungsverzweigtes System, kann rein elektrisch fahren und in Verbindung mit dem CVT ist es ein Gedicht... Das Hybridsystem von Lexus ist nicht Vergleichbar mit dem Pseudohybrid in der S Klasse... Schau dir alleine nur den Aufbau der Systeme an und deren Leistungsfähigkeit.

 

Aus eigener Erfahrung kann es der Lexus Hybrid mit einem Diesel aufnehmen, was Verbrauch angeht und beim Punkt Fahrspaß sogar überbieten.

 

Zum Thema

 

Der LS400 ist ein toller Wagen, vielleicht kommt er irgendwann mal auch in meine Garage als Liebhaberstück, wobei der Nachfolger mir in einigen Punkten besser gefällt.


12.08.2011 23:05    |    bayerleverkusen bayerleverkusen

Der,oder der LS 430 wird mein (unser) nächster


01.10.2011 05:41    |    checkyChan checkyChan

Zitat:

Ich finde, die Lexusmodelle waren eigentlich immer eine Kopie der großen schwäbischen Limousien. Der erste erinnerte an W126 und die moderneren W124 innen wie außen und die späteren Modelle, wie schon geschrieben, an den W140.

Natürlich waren die Fahrzeuge dadurch ein wenig besser, als die Originale. Ist ja recht einfach, ein bestehendes Fahrzeug zu kopieren und auf den neuesten Stand zu bringen.  

Noch weitaus einfacher ist es, in jedem Detail eines Fahrzeuges, eine Designkopie erkennenen zu wollen. Erst recht, wenn es sich um einen japanischen Hersteller handelt. Ein entsprechender Dünkel vorrausgesetzt. ;)

 

Man "bräuchte" entsprechende Ingieneure und Designer, die fähig genug wären, solche Verbesserungen zu bewirken. Einfach funktioniert anders. ;)

 

Zitat:

genau in der Hauptausrichtung auf dem amerikanischen Markt (Technik, Design) sehe ich aber auch den Grund für den eher missglückten Versuch, sich hier in über 20 Jahren ein entsprechendes Image aufzubauen.

An der Hybridtechnologie wird es wohl kaum gelegen haben. Auch nicht an den leistungsstarken Benzinern. In seiner schlichten Eleganz unterscheidet sich der LS kaum von Fabrikaten deutscher Hersteller. Es ist eher dem Statussymbolcharakter so genannter deutscher Premiumfabrikaten und der daraus resultierenden dünkelhaften Geringschätzigkeit ausländischer Fabrikate zu verdanken. Amerikaner sind da aufgeschlossener. ;)


01.10.2011 08:49    |    Goify Goify

Nicht aufgeschlossener, denen sind die deutschen Fahrzeuge zu teuer. Da ist ein vollausgestatteter Japaner einfach preiswerter.


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