20.08.2011 13:23
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italeri1947
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Kommentare (11)
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Autos
Obwohl gemessen an vielen anderen Autos in diesem Blog noch recht jung - der Lancia Lybra wurde erst 2004 eingestellt und noch bis 2005 verkauft - ist dieser Wagen eher unbekannt. Kaum jemand kennt den Lybra, außer Leuten, die einen solchen fahren oder gefahren sind. Oder eben echten Fans der Marke Lancia und italienischer Autos allgemein. Das ist schade, denn er war durchaus ein gutes Auto, so wie sein langlebiger, von 1989 bis 2000 gebauter und in diesem Blog schon besprochener Vorgänger, der Lancia Dedra. Aber ein Grund dafür, den Lybra hier anzuschneiden.
Nachdem der Lancia Dedra zur Jahrtausendwende in Rente geschickt wurde, musste im Hause Lancia eine neue Mittelklasse-Limousine her. Als Teil des riesigen Fiat-Konzerns ist die Baukastenstrategie für Lancia sehr hilfreich gewesen bei der Entwicklung des Neulings, der schließlich als Lybra im Herbst 1999 in Serie ging: Die Bodengruppe entstammte dem Fiat Marea, der ähnlich erfolglos war und lediglich als Kombi gelegentlich gekauft wurde. Technische Komponenten entstammten weitgehend dem Fiat. Dafür aber gelang den Lancia-Technikern das Erreichen eines ungleich besseren Fahrkomforts gegenüber dem Fiat Marea, der durch eine geänderte, speziell für den Lybra entwickelte Hinterachse ermöglicht wurde.
Es gab eine klassische viertürige Stufenheck-Limousine, die Berlina genannt wurde, sowie den besonders seltenen Kombi namens SW. Beide Varianten wurden von Anfang an verkauft.
Der Lybra kam 1999 mit einem für Mittelklasse repräsentativen Motorenprogramm auf den Markt, das bei 103 PS im 1.6-Liter-Basisbenziner begann und schließlich bei 154 PS endete, hier im Fünfzylinder-Zweiliter-Benziner, der im Gegensatz zu den schwächeren Motoren auch mit Automatikgetriebe zu haben war. Zwei der 1998 im Kappa eingeführten JTD-Dieselmotoren mit 105 und 136 PS komplettierten die Palette. 2000 wurde der 154-PS-Benziner durch einen im Kern gleichen 150 PS starken Motor ersetzt, der nun die Abgasnorm Euro 3 erfüllte, ansonsten blieb bei den Benzinern bis zum Ende der Produktion 2004 alles beim Alten. Bei den Dieseln tat sich mehr. Versionen mit 110, 115, 136 und 140 PS kamen und gingen. Keiner der Selbstzünder wurde im Lybra über den ganzen Modellzyklus angeboten.
Wie bei den vornehmen Lancia-Modellen üblich, brachte der Lybra auch in der Grundausstattung eine bemerkenswert komplette Ausrüstung mit. Was woanders extra kostete, war hier im Preis inbegriffen: So Komfortables wie Kassettenradio, Klimaautomatik, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung gab es in Serie - aber auch so Nützliches wie ESP und Kopfairbags bekam der Lybra-Fahrer mit auf den Weg. Kostenlos, versteht sich. Gegen Aufpreis waren interessante Sonderzubehöre verfügbar, wie etwa ein Telematiksystem "Connect", das noch heute in diversen Fiat-Modellen angeboten wird. Das war sogar eine Pionierarbeit - der schlichte Italiener war der erste Mittelklässler, der ein solches System, wenn auch gegen Mehrpreis, realisierte. Die höherwertige LX-Version brachte gar ein von Bose entwickeltes Audiosystem mit.
Ein Facelift wurde zwar immer mal wieder angekündigt, aber nie durchgeführt. Zuletzt wurde im Dezember 2003 in der Autobild von einer Überarbeitung des Lybra geschrieben, doch stattdessen strich Lancia die Ausstattungspakete und Motorversionen etwas zusammen und verkaufte aufgrund geringem Kundeninteresse nur noch wenige Versionen. Am Ende gab es nur noch den 1.8-Liter-Benziner mit 130 PS sowie den famosen JTD-Diesel, der aus 1.9 Litern Hubraum 115 PS schöpfte. Im November 2004 wurde der Lybra nach einem nur fünfjährigen Gastspiel auf dem deutschen Markt aus dem Programm genommen; die letzten Exemplare wurden 2005 ausgeliefert.
Was bleibt, ist ein im Kern gutes bis sehr gutes Auto - Lancia-Modelle sind sowieso zumeist besser als ihr Ruf. Der Lybra gilt als recht zuverlässiges, hochwertig verarbeitetes und komfortables Auto, und er wird zwar nur selten angeboten, dann aber überraschend günstig. So ein Lybra kann wie der große, ähnlich preiswerte und fast häufiger angebotene Kappa, sehr empfohlen werden für Menschen, die das Besondere lieben, aber wenig ausgeben möchten. Ich persönlich finde es mehr als schade, dass die ehemals so stolze Marke Lancia sich mit amerikanisch grobem Styling, amerikanisch schlichter Technik und amerikanisch lässiger Qualität abspeisen lässt. Ich glaube nicht, dass die Kooperation mit Chrysler und die daraus resultierenden, in meinen Augen hässlichen Modelle dem Gründer der Marke Lancia, dem seligen Vincenzo Lancia (1881-1937) gefallen würden. |






Kommentare: 11
20.08.2011 16:10 |
rpalmer
Also in Rom sah ich die an jeder Ecke
20.08.2011 19:24 |
scion
Vielleicht sollte man die Ehe mit Chrysler nicht ganz so negativ sehen. Wenn dadurch beide Marken überleben, Lancia und Chrysler, wäre das doch besser, als wenn sie auf immer verschwinden.
20.08.2011 21:21 |
Gurkengraeber
Warum?
20.08.2011 21:25 |
Goify
Ich denke mal, aus nostalgischen Gründen wäre es schlimm, wenn eine oder beide Marken verschwinden würden. Aber rein rationell betrachtet, wäre es nur um die Mitarbeiter in den Werken schlimm, ansonsten kräht kein Hahn danach.
21.08.2011 11:14 |
mirabeau
Welchen Motor empfehlen denn die Lancisti hier im Forum für den Lybra? Diesel kommen nicht in Frage, da nur gelbe Plakette. Der 1.8 soll ja Probleme machen.
21.08.2011 17:07 |
kc24
Der 1.8er Benziner macht nicht mehr Probleme als der 2.0.
Und beim Diesel hat der werte Verfasser die letzte Version mit 150 PS glatt unterschlagen
... den fahr ich seit Jahren in der Intensa-Ausstattung. Übrigens als SW der nicht seltener als die Berlina ist!
Saluti
21.08.2011 21:03 |
Observer39
Ich liebe meinen LANCIA-SW 1.9 jtd, Bj. 01.01., real also 2000, in TOP-Austattung, grün-metallic, Leder, NAVI usw. usw. KM 145 000.
Bisher ersetzt: Bremsbeläge + Scheiben bei 110 000 km, Endtopf bei 140 000 KM.
Und natürlich die berühmten Fensterheber (4 St.), sowie letzen Winter ein neuer Satz W-+So.-Reifen. Bis auf einige unvermeidbare Steinschläge (beseitigt) ist der Lack und die Innenausstattung in fast neuwertigem, gepflegtem Zustand.
Ich freue mich immer, wenn ich einsteige, getreu dem beworbenen Motto: Wohlfühlen an Bord!
PS.: Morgen starten wir zu einer 1. 300 KM-Tour, ich freue mich.
09.12.2011 09:12 |
Franky1801
Der SW ist zumindest in Deutschland wesentlich häufiger zu sehen als der Berlina. Nach meinem Kenntisstand war das letzte in Deutschland angebotene Modelljahr ausschließlich als SW zu beziehen.
Allerdings kann ich aus eigener -leidvoller- Erfahrung berichten, dass die Technik im Lybra alles andere als zuverlässig war/ist. Ich bin ca. 2,5 Jahre einen 1,8er Benziner und 7 Jahre einen 2,4er Diesel (übrigens mit 150 PS!) gefahren. Beide Motoren waren top und zuverlässig, aber beim Benziner machte das Radio kurz nach der Garantiezeit schlapp (und der Tausch kostete mich trotz Kulanz von Lancia mehrere hundert DM, da das Ersatzteil so teuer war!) und beim Diesel ärgerten mich die ständig kaputtgehenden Sitzheizungen, der defekte CD-Wechsler (neu für schlappe 750 € zu haben!), mehrfach kaputte Stoßdämpfer undundund...
Trotzdem habe ich dieses Autos geliebt... Nur bringt alle Emotion nichts, wenn man sich nicht auf das Arbeitstier der Familie verlassen kann!
P.S.: Ich könnte mir allerdings vorstellen, das Lybras, die es bis heute geschafft haben, technisch zuverlässiger sind, als meine beiden waren!
20.02.2012 00:58 |
cybersteak
Wenn durch die Chrysler Allianz Lancia neues Leben eingehaucht wird, dann solls mir recht sein. Für Lancia wie für Alfa gelten besonders die italienischen Vorurteile. Ganz hervorragende Autos und eben auch das genaue Gegenteil.
Lancia muss irgendwie weiterleben, es darf nicht sein, dass die stolze Marke das Ende von Volvo oder Saab macht. Ein paar Übergangsmodelle jetzt sind ok, aber Lancia sollte wieder daurehaft in die mittlere und ober Klasse zurückkehren. Und im Doppelpack mit Alfa der deutschen Konkurrenz das Fürchten lehren :-)