10.04.2012 17:19    |    italeri1947    |    Kommentare (17)    |   Stichworte:

geminigemini

Die Marke Isuzu wird in Deutschland am ehesten mit dem Trooper in Verbindung gebracht, manchmal auch noch mit Fahrzeugen wie dem Kleinbus Isuzu Midi, der in den frühen 90er-Jahren über das Opel-Händlernetz angeboten und von Kleingewerbebetreibenden gelegentlich gekauft wurde. Doch da gab es noch einen Isuzu, den niemand mehr kennt, denn er wurde nur ein Jahr lang angeboten. Die Rede ist von einem einzigen Ärgernis; alle Käufer haben ihn gehasst und diejenigen, die ihn verkaufen sollten, ebenfalls: Als Neuwagen mit viel Pomp 1988 eingeführt, stand er wie Blei auf den Händlerhöfen, und wenn mal irgendwann ein solches Auto als Gebrauchtwagen zurückging, dann waren die Chancen, einen solchen Wagen wieder an jemanden zu verkaufen, gleich null.

 

Die Rede ist vom Isuzu Gemini. Die Vorgeschichte dazu liest sich ähnlich der vieler japanischer Importeure auf dem deutschen Markt in den 70er- und 80er-Jahren: Isuzu wollte auch die deutschen Kunden begeistern; die über GM mit Opel verwandte Marke ließ damals ab Sommer 1987 schnell eine in Bremen ansässige Importzentrale errichten sowie 120 ausgewählte Opel-Autohäuser Westdeutschlands zu Isuzu-Pkw-Vertragshändlern ausbilden und schulen sowie Kundendienststellen aus dem Boden wachsen, welche ebenfalls diesen Opel-Häusern angegliedert wurden. Der älteste Pkw-Hersteller Japans, 1916 gegründet worden, hatte mit dem Trooper bereits einen Achtungserfolg auf dem Gebiet der Geländewagen gefeiert und man hoffte, dass man diesen auch in der Kompaktwagen-Klasse wiederholen konnte.

 

Doch in einer der schon damals anspruchsvollsten Fahrzeugklassen überhaupt, wo selbst Golf, Escort und Kadett 1988 zu kämpfen hatten, da der Markt mehr als gesättigt war und trotzdem ständig neue Konstruktionen in die Ausstellungsräume der Vertragshändler jedweder Marken rollten, brachte Isuzu genau das falsche Modell auf den Markt. Nicht nur, dass der Gemini im Grunde schon überholt war, als er im Juni 1988 erstmals in Deutschland angeboten wurde (Modellstart in anderen Ländern 1985): Der Fronttriebler erfüllte zwar gängige Standards der damaligen Kompaktwagen, aber er war für das, was er konnte, einfach zu teuer. Mindestens 18.490 D-Mark musste der Erstbesitzer für den dreitürigen Isuzu Gemini CLD mit nur 50 PS auf den Tresen des Händlers legen. Dafür gab es zwar eine akzeptable Grundausstattung mit Radiovorbereitung, Fünfgang-Handschaltung, geteilt klappbarer Rücksitzbank, Drehzahlmesser, Colorverglasung und digitaler Quarzuhr im Armaturenbrett, aber ansonsten nicht sehr vieles, was die Kunden wirklich verzückte: Der Gemini geriet sehr altbacken geformt; da waren auch die Konkurrenten aus dem eigenen Land wie der 1988 vorgestellte Mitsubishi Colt oder der Toyota Corolla aus dem Modelljahr 1988 einfach moderner und eleganter. Zudem sparte Isuzu - unverständlich bei so selbstbewussten Preisen, die beim teuersten Gemini Super GL TD Stufenheck mit 67 PS und marginal aufgewerteter Ausstattung gegenüber dem Basismodell (nur den 67-PS-Motor sowie Zentralverriegelung und Servolenkung hatte der Super GL TD Stufenheck dem 18.490 Mark teuren Dreitürer-Diesel voraus) mit 25.780 Märkern einen unangenehmen Höhepunkt erreichten - bei den Dämmungsmaterialien und der Verarbeitungsqualität an sich. Man konnte zwar nicht meckern, es war alles sauber eingepasst, aber Klappern, Krachen und Knarzen gehörte beim Isuzu Gemini stets zum üblichen Ton. Das ist sicher nicht die Qualität, die man bei einem Auto, das neu teurer war als ein mehr Prestige bringender, größerer, mehr Nutzwert bietender VW Passat III Stufenheck, Audi 80 B3 1.6-Liter, Opel Vectra A oder Ford Sierra gewesen ist, erwarten konnte.

 

Isuzu bot immerhin zwei Karosserievarianten an; man konnte einen dreitürigen Fließheck-Kompakten im Stil des damaligen Nissan Sunny kaufen, und wer noch mehr Geld über hatte, der bekam den Gemini selbstverständlich auch mit klassischem Stufenheck. Interessant: Auch der Stufenheck-Isuzu verfügte schon 1988 serienmäßig über die geteilt klappbare Rücksitzlehne mit zusätzlicher Durchlade in der Mittelarmlehne! Technisch gab es anfangs nur Dieselmotoren, beides Vierzylinder mit 1.5 Litern Hubraum; die Basis ging mit 50 PS an den Start und erreichte kaum 140 km/h, der Turbodiesel kam mit 67 PS angefahren. Beide rissen keine Bäume aus. Alle Gemini hatten grundsätzlich manuelle Getriebe; Automatikfahrer mussten woanders die Neuwagenausstellungen ansehen gehen: Sie wurden sicher bei Opel fündig, wo im selben Verkaufsraum wie der Gemini in nächster Nähe und oft vom selben Verkaufspersonal betreut ein doch etwas preiswerter angebotener und vor allem "deutscher" Kadett E mit Automatikgetriebe angeboten wurde.

 

Der Isuzu Gemini hatte es denkbar schwer auf dem deutschen Markt. Er stand wie Blei bei den 120 Opel-Händlern, die auch Isuzu verkaufen und reparieren durften - bei den gesalzenen Preisen und dem vorhandenen, nicht überragenden Gegenwert aber war das absehbar, zudem woanders attraktivere Modelle für weniger Geld angeboten wurden - selbst ein Golf kostete weniger, und der galt noch nie als billiges Auto. Zudem war Isuzu recht unbekannt als Pkw-Hersteller - und so etwas ließ sich im Grunde nur über den (günstigen) Preis verkaufen, den Isuzu nicht realisieren konnte. Um die 20.000 Mark für einen schwach motorisierten Kompakten waren einfach zu viel - der typische Opel-, Ford- oder VW-Kunde akzeptierte das noch, weil er ja ein "Qualitätsprodukt aus deutschen Landen" bekam (ob das immer so hochwertig war, sei dahingestellt) und dafür gern mehr bezahlte, aber ein Interessent japanischer Kompaktwagen kaufte in der Regel so einen Importwagen, weil er auf die Mark schaute und sparen wollte, oder zumindest ein Plus an Ausstattungsmerkmalen, wenn schon der Preisvorteil gegenüber deutschen Fahrzeugen nicht so enorm war.

 

Isuzu versuchte, nachdem 1988 das Verkaufsziel von 9.000 Gemini in Deutschland natürlich nicht erreicht worden war, durch die sportliche, nur dreitürig angebotene und wild bespoilerte GTi-Variante mit 120 PS und Katalysator auf weiteren Kundenfang zu gehen und zumindest die Dynamiker, wenn schon nicht die Dieselfans, zu beeindrucken. Auch das gelang nicht - wie vorprogrammiert. Der Gemini GTi, an dem Irmscher in Remshalden die Spoiler mitentwickelt hatte, wurde ebenfalls eine Standuhr und es gab tatsächlich kaum 200 Kunden in Deutschland, die für fette, nicht nachvollziehbare 28.000 Mark dieses "Auto wie aus einer anderen Welt" (Werbeslogan) sich kaufen wollten.

 

1989 wurde der Isuzu Gemini dann auch nach seinem sehr kurzen Gastspiel wieder vom deutschen Markt genommen - er war die ganze Bauzeit über zumindest in der Bundesrepublik ein Auto, das keiner wollte, und deswegen passt er auch hervorragend in meinen Blog. Die letzten Gemini übrigens wurden erst 1992 zugelassen und am Ende für kaum mehr als 10.000 Mark regelrecht verscheuert - nicht wenige gingen in die neuen Bundesländer, wo man nach der Wendezeit gern westliche Neuwagen kaufte. Der Gemini erreichte aber auch hier eine mangelnde Popularität - um den Service war es nach dem Ende der Pkw-Importzeit Isuzus denkbar schlecht bestellt, denn viele Händler wollten von dem Auto nichts mehr wissen. Später dann das nächste Fiasko - wurden die insgesamt 700 in Deutschland verkauften Gemini ihren Erstbesitzern irgendwann nicht mehr gut genug und sollten durch neue Fahrzeuge anderer Marken (Isuzu gab es ja nun nicht mehr) ersetzt werden, wurden die Gemini-Modelle nur zu Dumpingpreisen in Zahlung genommen und konnten nur sehr schwer wieder an den Mann oder an die Frau gebracht werden. So ein Null-Image-Auto, um dessen Zukunft es schon 1994 schlecht stand, weil es ja den Hersteller in Deutschland offiziell gar nicht mehr gab und auch der Trooper zum Opel Monterey mutiert war, kaufte sich im Prinzip nur, wer sich sonst nichts leisten konnte. Die meisten Gemini, es waren ja nicht viele, wurden mit einem Alter von kaum zehn Jahren entsorgt: Nicht, weil sie am Ende waren, sondern weil sie so wie damals niemand wollte; der geringe Restwert und die geringe Verbreitung taten dann ihr Übriges.

 

Was bleibt, ist ein Auto, das schon zu den Zeiten, wo man es neu kaufen konnte, kaum gefragt war und das es heute auch nicht mehr gibt. Ein einziges Mal saß ich in einem solchen Isuzu Gemini; es handelte sich um einen dunkelblauen Dreitürer in der Basismaschine, den ich 2003/2004 irgendwann von einem Soldaten zum Verschrotten bekam und zur Entsorgung brachte. Wer solch ein Auto heute will, der wird kein Exemplar mehr finden. Es ist auch ehrlich gesagt nicht ratsam, sich einen Gemini zu kaufen, angesichts der Ersatzteilprobleme, die schon in den 90er-Jahren, als der Wagen eigentlich noch ein junger Gebrauchtwagen gewesen ist, problematisch war.


10.04.2012 17:54    |    DER POLO_NEGER

Schien wohl ein schon damals schlechtes Auto zu sein, mir persönlich gefällt er sogar ein wenig vom Design her, er sieht ein bisschen nach Nissan Micra ,aus wie ich finde.

 

Schöner und interessanter Bericht, Hans!:)


10.04.2012 18:09    |    FranzR

Hi,

 

also wenn ich richtig verstanden habe, war nicht das Auto wirklich schlecht, sondern "nur" Preis und Service?

 

Btw. ich kannte den Namen noch :)


10.04.2012 18:14    |    italeri1947

Zitat:

also wenn ich richtig verstanden habe, war nicht das Auto wirklich schlecht, sondern "nur" Preis und Service?

Ziemlich richtig! Der Gemini war qualitativ locker mit einem damaligen Nissan Sunny oder Mazda 323 vergleichbar, aber er war schlicht und einfach zu teuer für das, was er konnte. Marketingfehler wie die für den deutschen Geschmack unbrauchbare Motorenpalette (mit einem kleinen Benziner von 60-80 PS und zu einem geringeren Preis wäre der Gemini damals sicherlich einen Seitenblick wert gewesen), der für Pkws unbekannte Markenname und zudem das dünne Servicenetz ließen den Isuzu zum Misserfolg werden. Man hätte ihn damals für günstige 13-14000 Mark Neupreis und mit einem solchen kleinen Benziner anbieten sollen, dann wäre auch der unbekannte Markenname kein Problem gewesen!


10.04.2012 18:20    |    DER POLO_NEGER

Also ist er ja fast so ähnlich wie die Automarke Lada, nur dass diese sich durch ihre Billigen Neuwagenpreise überwasser halten kann.


10.04.2012 18:31    |    italeri1947

Zitat:

Also ist er ja fast so ähnlich wie die Automarke Lada, nur dass diese sich durch ihre Billigen Neuwagenpreise überwasser halten kann.

Von dem, was er kann und eigentlich darstellt, schon - qualitativ klar besser als ein Lada, aber vom Anspruch und Image her in etwa mit dem damaligen Samara vergleichbar, auch von der Größe und der Tatsache, dass er beim Debüt in Deutschland streng genommen ein veraltetes Modell war (der Gemini wurde auf anderen Märkten schon 1985 eingeführt und dort erfolgreich verkauft, weil er auch günstig verkauft wurde - was dachte man sich nur bei den Preisen für die deutschen Kunden?; der Lada Samara wurde eigentlich schon für die späten 70er-Jahre entwickelt und wurde nur lange Jahre noch zurückgehalten).

Lada ging den guten Weg, dass rückständige (aber brauchbare) Technik immerhin durch sehr niedrige Neuwagenpreise "erträglich" gemacht wurde und man zudem ein Motorenprogramm anbot, das auch anderso in der Kompaktklasse gebräuchlich war (mittelstarke Vierzylinder-Benziner um die 75 PS, die damals den Löwenanteil bei den Kompakten und viele Verkäufe in der Mittelklasse ausmachten) und somit die potenziellen Käufer mehr ansprach als der Mix bei Isuzu (zwei Diesel und ein Sportbenziner mit unnötig viel Leistung).


10.04.2012 18:33    |    VolkerIZ

Mit dem Unterschied, daß Lada sich bedeutend länger auf dem deutschen Markt gehalten hat. Und daß sich die Händler auch nach ein paar Jahren erinnern konnten, daß sie solche Autos mal verkauft haben und auch noch Teile liefern konnten.

Das kann man mit Isuzu nicht so ganz vergleichen. Bei uns wurde der Isuzu übrigens nicht über den Opel-Händler, sondern von einer Tankstelle verkauft. Und es ist immerhin gelungen, eine 2stellige Zahl davon abzusetzen. Als ich vor 14 Jahren hier in die Gegend gezogen bin, fuhren noch recht viele davon rum. Heute gibt es keinen mehr davon. Das letzte, was ich von diesem Fahrzeugtyp gehört habe, daß es in Europa keine Stoßdämpfer mehr geben soll. Und das ist auch schon ein paar Jahre her.


10.04.2012 18:52    |    FranzR

Zitat:

Und es ist immerhin gelungen, eine 2stellige Zahl davon abzusetzen

Hört sich nach einem engagierten Verkäufer an.

Waren es 11 Stück? :D


10.04.2012 19:01    |    VolkerIZ

Viel mehr wohl nicht. Ich habe sie auch nicht gezählt. Aber so um 1998 waren es auf jeden Fall noch knapp 10 Stück, die standen an jeder Ecke. Bestimmt nicht seltener als andere 10 Jahre alte Japaner. Isuzu hatte natürlich für die kurze Zeit den Vorteil, daß der Händler hier am Ort war. Wenn der durchschnittliche norddeutsche Kleinstadt-Bewohner erst in die Kreisstadt fahren muß, um ein Auto zu kaufen, dann muß das schon mindestens ein Mercedes sein. Alles andere kauft man vor Ort.

Aber das ist echt witzig hier. Was hier in der Provinz an Autos gekauft wird, hängt mehr vom Händler als vom Hersteller ab. Es gibt hier sogar Dörfer, wo selbst die Bauern Renault oder Fiat fahren, weil das der einzige Händler im Dorf ist.


10.04.2012 20:01    |    FranzR

die haben doch recht, wenn sie mit dem örtlichen gut bedient sind.


10.04.2012 23:12    |    Rocketarena

einen gibts grad bei Mobile... hier!

 

dank Deines Berichtes könnt man mal was dummes tun... ;)


11.04.2012 01:13    |    sommer57

... ich kenne Isuzu eher aus dem Motorenbau. Mein Renault Espace 3,0 DCI hat ein Isuzu "Herz".

 

Grüße

 

Sommer57


11.04.2012 14:19    |    V70_D5

Und wie ist er der V6 Isuzudiesel, ich habe von diesem Motor nicht viel Gutes gehört.


11.04.2012 17:37    |    emil2267

nen kumpel hatte nen GTI 16V,der fetzte schon & wenn was war,lief das über fast jede hinterhofwerkstatt problemlos & selbst,wenns an teilen klemmte,gabs das alles über opel :)

 

er fuhr seinerzeit noch nen trabant 601,der gemi wurde hauptsächlich von der freundin bewegt & irgendwann gegen nen golf III ersetzt

 

ich hab seither schon einige geminis gesehen,allerdings nur GTI 16V & gefühlt alle nur in blassrot :D


09.06.2013 10:55    |    XF Nr 1

Ich gehörte 1989 zu den sog. "DDR-Kunden". Gekauft wurde ein neuer GTD 3-Türer mit 67 PS für etwa 16.000 DM. Als "Auslaufmodell" war er gemessen an der sehr guten Ausstattung auch im Vergleich mit ebenso großen PKW recht günstig. UND viel besser als das was wir zuvor geboten bekamen. Incl. Gebraucht - und Rostmöhren von 200 km westlich.

Zur Ausstattung: met. Lack, Colorglas, ausstellbare hintere Seitenfenster, Veloursitze, Radio/Cass., Nebelscheinwerfer, Heckspoiler (der sogar die Heckscheibe sauber hielt!), Heckwischer, Sitze geteilt umlegbar. Die Bereifung mit 175er mehr als z.B. Suzuki Swift.

Ich empfand das Fahrgefühl als recht sicher und spritzig (kannte ja nichts was mehr hatte).

Der Verbrauch war gering.

ergo: ich war sehr zufrieden mit dem Kleinen, für dieses Geld bekam man kein vergleichbares Auto

Vater und Bruder hatten sich auch gleich einen zugelegt (3 + 5 Türer GTD)

er stand nicht an jeder Ecke, Kollegen und Nachbarn interessierten sich für diesen Exoten

Ersatzteile gab es über Opel. Der Kraftstofffilter mit el. Wasserkennung kostete aber schon 100 DM

Beim Verkauf musste ich allerdings Federn lassen ...

Im Opel Corsa wurde der Motor ebenfalls verbaut. Öttinger tunte diesen Motor. Die PS hab ich nicht abrufbar. Ich kann mich aber daran erinnern, dass das Drehmoment sehr hoch gelegen hat.


09.06.2013 13:15    |    italeri1947

Zitat:

Ich gehörte 1989 zu den sog. "DDR-Kunden". Gekauft wurde ein neuer GTD 3-Türer mit 67 PS für etwa 16.000 DM. Als "Auslaufmodell" war er gemessen an der sehr guten Ausstattung auch im Vergleich mit ebenso großen PKW recht günstig. UND viel besser als das was wir zuvor geboten bekamen. Incl. Gebraucht - und Rostmöhren von 200 km westlich. Zur Ausstattung: met. Lack, Colorglas, ausstellbare hintere Seitenfenster, Veloursitze, Radio/Cass., Nebelscheinwerfer, Heckspoiler (der sogar die Heckscheibe sauber hielt!), Heckwischer, Sitze geteilt umlegbar. Die Bereifung mit 175er mehr als z.B. Suzuki Swift. Ich empfand das Fahrgefühl als recht sicher und spritzig (kannte ja nichts was mehr hatte). Der Verbrauch war gering. ergo: ich war sehr zufrieden mit dem Kleinen, für dieses Geld bekam man kein vergleichbares Auto Vater und Bruder hatten sich auch gleich einen zugelegt (3 + 5 Türer GTD) er stand nicht an jeder Ecke, Kollegen und Nachbarn interessierten sich für diesen Exoten Ersatzteile gab es über Opel. Der Kraftstofffilter mit el. Wasserkennung kostete aber schon 100 DM Beim Verkauf musste ich allerdings Federn lassen ... Im Opel Corsa wurde der Motor ebenfalls verbaut. Öttinger tunte diesen Motor. Die PS hab ich nicht abrufbar. Ich kann mich aber daran erinnern, dass das Drehmoment sehr hoch gelegen hat.

Einen herzlichen Dank für diese Anekdote zum Isuzu Gemini. Das ist es, was mich immer besonders erfreut. Schön, dass wir hier einen zufriedenen Ex-Gemini-Besitzer haben. Ich habe noch irgendwo Prospekte zu diesem seltenen Japaner. Wenn es euch interessiert...


11.06.2013 15:25    |    XF Nr 1

Eben mal geschaut. Auch ich habe noch den Prospekt. Dazu die Rechnung vom Juni 1990 (auch bei Zulassung vom "Volkspolizei Kreisamt" abgestempelt) Mein GTD kostete dann doch 17.060,50 DM. - Immer noch preiswert.

Interessant auch das Lesen der Ausstattungsliste.

Hier noch einige Daten:

L/B/H: 3995/1615/1380mm

Leergewicht: 945 - 985 kg

Kofferraum: 320/680 l

0-100km/h: 14,6 s

Vmax: 155 km/h


17.08.2013 15:41    |    Bad Brad

Hallo,

 

ich hatte mal einen Gemini GTi. Den hab ich im Jahr 2000 in Altenholz bei Kiel gekauft. Hatte die Anzeige in der Zeitung gesehen und bin mal hingefahren, weil ich den noch nicht kannte. Von der 10 auf dem Drehzahlmesser war ich dann gleich beeindruckt, die Probefahrt lief gut. Er war auch in "blassrot" mit nem kleinen Adler auf der Haube, etc. Das übliche an Aufklebern aus dem Supermarkt von damals eben... Das Design gefiel mir aber insgesamt. Der Motor war auch ein optischer Leckerbissen. Mit 8 Saugrohren vom Luftsammler zum Zylinderkopf. In Champagner Metallic lackiert, ebenso wie der Ventildeckel. Der mit schwarzer Abdeckung der Zündkerzenrinne und schwarzem Schriftzug DOHC 16 V. Das stand auch ab Werk in weiß auf den hinteren, nachträglich schwarz folierten, Seitenscheiben. Das Armaturenbrett mit den Tasten für Licht und Scheibenwischer am Rahmen der Armatureneinheit fand ich auch sehr schön und mal was anderes. Das originale Sportlenkrad hatte einen dicken Lederkranz und die Servolenkung blieb auch bei schneller Fahrt (zu) leichtgängig. Die Velourssitze sahen sportlich aus, aber waren etwas klein. Für die Kopfstützen hatte einer der Vorbesitzer auf schwarze Samtbezüge das Gemini-Logo und den Schriftzug sticken lassen.

Kaufen wollte ich ihn aber eigentlich nicht. So sagte ich nach der Probefahrt, dass ich die gewünschten 1900 DM (beim Händler!) nicht dafür ausgeben würde, sondern maximal 600-700 DM. Zack, hatte ich die Hand des Verkäufers drauf und der GTi gehörte mir für 700,- DM. Mit 1,5 Jahren TÜV auch nicht schlecht! :-)

Hab ihn gerne gefahren. Die Bremsbeläge vorne und den Ölfilter gabs noch über den Zubehörhandel, ich glaube von nem Subaru. Den Endschalldämpfer habe ich mir gegen einen angepassten vom Hyundai Coupe tauschen lassen. (Übrigens müsste der Hyundai Pony ein Lizenzbau des Gemini sein! Sieht fast genauso aus. So wie der Daewoo Nexia ein Lizenzbau des E-Kadetts war.) Als der Anlasser nur noch bei jedem 5. -10. Versuch zog, hab ich ihn mit Silberlot reparieren lassen.

10000 U/min hat er übrigens nicht gedreht, aber zumindest bis 8500 U/min, dann kam der Drehzahlbegrenzer! Der Kat saß recht weit hinten, etwa in der Mitte unterm Auto.

Die Kraft ließ bei meinem aber über 6500 U/min schon merklich nach und er machte nur ca. 200 km/h.

Die Getriebeübersetzung war auch recht kurz, so dass er bei 100 km/h mit ca. 3200 U/min schon recht brummig und dröhnig war.

Das Fahrwerk war zwar hart aber nicht wirklich sportlich. Die Federn waren zu weich und er lag zu hoch. So neigte er sich im Laufe der Kurve immer weiter. Kürzere, härtere Federn und evtl weichere Dämpfer wären besser gewesen. Gab es aber nicht (mehr?).

Aber insgesamt hab ich ihn wie gesagt gern gefahren und er war er sehr zuverlässig. Schließlich hab ich ihn für symbolische 100 DM an eine Bekannte verkauft, die ein Auto braucht und den gern haben wollte. Da hat er dann aber nicht mehr lange gehalten und ging dann wohl nach Polen oder so.

 

Beste Grüße.Bad Brad


Deine Antwort auf "Isuzu Gemini (1988-1989)."

zum erweiterten Editor

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 13.05.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor(en)

italeri1947 italeri1947

Autohändler i.R.


Low-Budget-Gebrauchtwagen sind meine Heimat.

Freundliche Hinweise

Wenn ihr Interesse an preiswerten Autos

("Low-Budget-Gebrauchtwagen") habt, dann seid ihr hier genau richtig und

erfahrt allerlei Nützliches und auch Unterhaltsames über die bunte Welt

der Autos, die (oft zu Unrecht) im Schatten stehen.

 

Nur eines sei angemerkt: Ihr seid alle willkommen, aber solltet euch um ein kollegiales und sachliches Miteinander bemühen. Das Service-Personal besteht aus mir (Hans; italeri1947) sowie meinen Moderatoren Christian8P,

MB Dieselmaster und bronx.1965.

 

Wir freuen uns auf euch!

 

Mit einem herzlichen Servus!

euer Hans mit Team!

Freundliche Zaungäste

Freundliche Dauergäste

Der Omega kommt wieder...

Es ist soweit...