02.09.2011 11:55    |    italeri1947 italeri1947    |    Kommentare (26)    |   Stichworte:


prospekte
Prospekte

Dieser Artikel ist ein besonderer Beitrag, den ich Dr.Seltsam und seinem Fiesta schenken und widmen möchte; wieso, das weiß er bereits. Er behandelt folgerichtig den Ford Fiesta der von ihm gefahrenen Baureihe, aber nicht nur das Facelift-Modell der Jahre 1996 bis 1999, sondern die Fiesta-Baureihe, die mit verschiedensten Facelifts zwischen 1989 und 2001 gebaut wurde und somit sich über mehr als ein Jahrzehnt erfolgreich am Markt halten konnte.

 

Zumal ich, ganz nebenbei gesagt, auch finde, dass gerade diese Baureihe des Kölner Kleinwagen-Primus in meinen Blog passt, da genau die von 1989 bis 2001 gefertigte Generation quer durch die Bank eher verschlissen und zerstört und irgendwann entsorgt wird, als dass sich Sammler Gedanken machen. Zum Glück gibt es aber auch Leute wie Dr.Seltsam, die auf ihren betagten Fiesta gut aufpassen.

 

Am 31.10.1988 veröffentlichte die Autobild bereits erste Fotos, die das spätere Aussehen des im Jahr 1989 debütierenden Fiesta schon sehr genau vorwegnahmen. Damals wurde schon klar, dass die elegante, an den Peugeot 205 erinnernde Karosserie viel Platz und Komfort für ihre Zeit, modernes Design im typischen Ford-Stil sowie ein neues, in dieser Klasse bis dahin noch nicht gekanntes Höchstmaß an Sicherheit bieten würde. Daniel Goeudevert, seinerzeit noch Ford-Chef in Deutschland, wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass er nun als erster Hersteller mit Ford die Verfügbarkeit von ABS in jeder Fahrzeugklasse realisieren konnte.

 

Als die Modelle im März 1989 in die Ausstellungsräume rollten, fiel neben der Tatsache, dass erstmals ein fünftüriger Fiesta lieferbar war, zudem noch positiv auf, dass Ford die Preise des 13 Jahre alten Vorgängers gehalten hatte. Für 14.760 D-Mark konnte nun der günstigste Fiesta 1.1i C gekauft werden. Selbst das Basismodell verfügte ab Modellstart über Handschuhfach mit Deckel und weitere Annehmlichkeiten. Darüber rangierten diverse weitere Vierzylinder-Modelle wie der 1.4i mit 71 PS und der 103 PS starke XR2i sowie der neue 1.8-Liter-Diesel mit 60 PS, der auch im Escort verwendet wurde. Für den 1.1-Liter war auf Wunsch ein stufenloses CTX-Automatikgetriebe zu haben, das es schon im Vorgänger gegeben hatte.

 

Zwei Studien, die hier in diesem Blog bereits erwähnt wurden, möchte ich der Vollständigkeit halber nochmals anschneiden: Der Fiesta Urba, der als moderne Interpretation eines sicheren Stadtautos konzipiert war und auf dem Genfer Automobilsalon des Jahres 1989 vorgestellt wurde. Der Urba besaß auf der Beifahrerseite zwei Türen, auf der Fahrerseite aber nur eine. Jene einmalige Besonderheit sollte verhindern, dass auf der Rückbank sitzende Kinder beim Parken am Straßenrand zur Straße hin aussteigen. Die signalgelbe Lackierung sollte den Wagen auffällig wirken lassen; zahlreiche Komfortextras sorgten für Behaglichkeit und größtmögliche Entlastung der Insassen. Zudem sei der Fiesta Bebop erwähnt, der ein Freizeitauto darstellen sollte; ein Pickup-Modell für junge Menschen mit vielen Hobbys. Die Modelle gingen leider niemals in Serie, insbesondere der Urba jedoch war serienreif.

 

Der Fiesta durchlief die ersten Modelljahre ohne nennenswerte Änderungen oder Vervollständigungen. Sondermodelle wie „Calypso“ mit großem Faltdach, „Sound“ mit Radioanlage oder „Holiday“ (Metallic-Lackierung, Glasdach) waren zeitweise erhältlich und kurbelten das Geschäft noch weiter an. Der Fiesta hatte sich in der Zwischenzeit einen besonders soliden Status erarbeitet; er galt als modernster deutscher Kleinwagen, der gegenwärtig auf dem Markt erhältlich war, ohne aber unnatürlich teuer zu sein. Tester lobten den Komfort, die sehr gute Verarbeitungsqualität und das unkomplizierte Verhältnis zwischen Mensch und Maschine beim Fiesta. Er galt lange Jahre als echter Tipp für junge Leute, Rentner oder Frauen. Zu Recht!

 

1991 wurde die Modellpalette erstmals erweitert; nach Vorbild des Renault Rapid, der seit 1986 als Marktführer auf diesem Gebiet agierte, wurde der Fiesta Courier angeboten. Diesen gab es aber auch in gleich zwei Varianten – einerseits ein plüschig ausgestatteter Kombi mit fünf Sitzen und hinterer Verglasung, andererseits ein nackter Lieferwagen mit zwei Sitzen und Blechkiste. Zur selben Zeit trat bei Ford eine Rücknahmegarantie in Kraft, die umfangreich beworben wurde und alle ab September 1991 zugelassenen Ford-Neufahrzeuge nach Ende ihres Gebrauchs kostenlos entsorgen ließ. So stand es damals in der Broschüre, die jedem Neuwagen mitgegeben wurde.

 

1991 debütierte schließlich ebenfalls der 105 PS starke Fiesta S mit sportlich angehauchter Ausstattung. Er sollte das Bindeglied zwischen dem 71 PS starken 1.4-Liter und dem XR2i darstellen. Der XR2i war zwischenzeitlich auf 130 PS erstarkt, da er nun 16 statt 8 Ventilen besaß. Der „kleine“ XR2i mit 103 PS wurde dennoch bis 1993 weitergebaut. Zur selben Zeit vervollständigte ein 1.3-Liter-Einspritzer mit 60 PS das Programm. Dieser harmonische Motor galt seinerzeit als einer der besten für den Fiesta und konnte auch mit der schönen CTX-Automatik gekauft werden.

 

Eine größere Modellpflege stand 1994 im Haus, die neben geringen optischen Verbesserungen (Seitenblinker; weiße Blinkergläser vorn; neue Spiegel; neue Lackierungen) vor allem Pflege im Bereich der Sicherheit offerierte. Der Erfolgreiche aus Köln erhielt nun mit zwei Airbags, Seitenaufprallschutz und Gurtstraffern ein zeitgemäßes Sicherheitspaket. ABS gab es ja seit 1989 schon, wenn auch gegen Mehrpreis.

 

Ein Jahr später, Ende 1995, kam das neue Modell, das aber im Grunde ein weiteres, dieses Mal aber im Gegensatz zu 1994 radikales Facelift war, heraus. Es nannte sich Fiesta Mk4. Die meisten Motoren entstammten dem seit 1989 gefertigten Vorgänger, bis auf den neuen 1.25-Liter-16V-Motor mit 75 PS aus der neuen Zetec-Familie und den 1.4-Liter, der 90 PS leistete. Beide Motoren bestanden aus Aluminium und Magnesium und galten seinerzeit als hochmodern. Als Diesel wurde weiterhin der 1.8-Liter mit 60 PS verwendet, machte aber kaum einen Anteil am Verkauf aus. Vom Vorgänger wurde bis zur Einführung des Ka, der auf diesem Fiesta basierte, noch das schlichte, in Spanien gefertigte Modell „Classic“ verkauft, das als besonders preiswertes Einsteigermodell gedacht war.

 

Diese 1996er Fiesta-Generation wurde teilweise auch als Mazda 121 verkauft. Der kleine Mazda kam, was nicht viele wissen, auch aus Köln und wurde von Ford lediglich mit ein paar Chromleisten und Mazda-Zeichen zum Japaner aus deutschen Landen aufgemotzt. Auf der Basis des Fiesta Mk4 wurde ab 1996 auch der sehr langlebige Ford Ka gebaut, ehe 1997 der sportliche Ford Puma präsentiert wurde. Auch dieses Coupé baute auf dem Fiesta auf.

 

Oberklasse-Look mit Edelholzdekor hielt in der Ghia-Version erstmals Einzug in einen Kleinwagen, genauso wurde die Verarbeitungsqualität nochmals verbessert. Auch der Mk4 etablierte sich sehr schnell in der Kleinwagenklasse und wurde für Ford ein echter Hit. Er konnte alles genauso gut wie der Vorgänger, manche Dinge aber eben noch ein wenig besser. Zahlreiche Sondermodelle rundeten das positive Bild ab. Der Fiesta „Style“, der Fiesta „Focus“, der Fiesta „Flair“, der Fiesta „Fun“ und viele andere boten Extras in Serie und zum Teil auch exklusive Details wie besondere Lackierungen oder Sitzbezüge. Die Vielfältigkeit des Fiesta war sicher auch ein Grund dafür, dass er so beliebt war.

 

1999 war die Zeit wieder reif für eine weitere Überarbeitung, die folgerichtig Fiesta Mk5 genannt wurde. Dieser Fiesta stellte für Fans der Modellreihe das Optimum dar. Das Interieur wurde gegenüber dem Mk4 kaum verändert, jedoch gab es in dieser Baureihe erstmals Seitenairbags. Serienmäßig lieferten die Kölner nun ebenfalls eine dritte Bremsleuchte und innenbelüftete Schreibenbremsen vorn. Der Diesel wurde ebenfalls verändert; müde 60 PS als einzelner angebotener Diesel waren einfach nicht mehr konkurrenzfähig gewesen, sodass mittels Turbolader die Motorisierung nunmehr 75 PS auf die Vorderräder stemmte (der Motor mit 60 PS war dennoch immer noch erhältlich). Das konnte sich sehen lassen, war aber auch kein Erfolg. Fiesta wurden meist mit Benzinmotoren gekauft, lediglich der immer noch angebotene Courier, der selbstverständlich alle Facelifts mitgemacht hatte, fand zumeist als Diesel statt. Ansonsten entsprachen die Motorisierungen hier dem Mk4.

 

Das Millennium durchlebte der Fiesta gewohnt erfolgreich, ehe er 2001 sein 25. Bestehen feierte. Ford sah dies als Grund für ein neues sportliches Sondermodell mit 103 PS, das ausschließlich in der Exklusiv-Farbe „Racingblau“ ausgeliefert wurde. 15 Zoll-Leichtmetallfelgen, Schwellerpaket, Gittergrill, runde Nebelscheinwerfer und Sportsitze standen hier zusätzlich in der Serienausstattung, ebenfalls das Audiosystem 5000 RDS mit Kassettendeck.

 

Ende 2001 war dieses langlebige Kapitel jedoch beendet, nach 12 Jahren kam ein völlig neu entwickelter Nachfolger auf den Markt. Dieser schaffte es, die Vormachtstellung des Fiesta und den in 25 Jahren gewonnenen Kundenkreis – es mag Leute geben, die seit 1976 immer nur Fiesta fahren – zu behalten.


Kommentare: 26

02.09.2011 12:26    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Sehr schöner Artikel Italeri, wirklich ein Meisterwerk. Da ist man Stolz Fiestafahrer zu sein und besondren Dank für die Widmung :)

 

Zu Ergänzen hab ich nichts, nur durch Zufall hab ich eine Werbung für ein Auto von heute entdeckt wo ich sofort an den Urba denken musste:

 

http://www.youtube.com/watch?v=xKOmEuKFaJs


02.09.2011 12:31    |    go_modem_go go_modem_go

Das der Fiesta auch als Mazda 121 verkauft wurde, war eine SCHANDE.

 

Und zwar eine Schande für Mazda, die in dieser Zeit sonst fast nur gelungene Qualitätswagen im Angebot hatten (626, 323, MX5)! :D

 

Für mich gilt immer noch: Fiesta = Möhre und Loserauto - und zwar noch viel mehr als die bereits besprochenen "Importexoten"...

 

Der Fiesta 89 war zwar optisch sehr gelungen, und versuchte erfolgreich den sympathisch-eleganten Look des Peugeot 205 zu kopieren.

 

Der Wagen gefiel mir damals auf Anhieb. Bis ich einen Fuhr...

 

Die Dieselmotoren waren eine Katastrophe - im Vergleich zum genialen Peugeot-Citroen 1.8-1.9l 64PS XUD kam einem das Fiesta / Escort 1.8D Dagenham Triebwerk wie ein Rückschritt in die 50er Jahre vor. Erbärmlich! :rolleyes:

 

Immerhin war es ein Fortschritt im Vergleich zum Vorgänger, der 1989 so alt aussah und fuhr wie ein französischer Kleinwagen aus den frühen 1970ern, aber ohne deren gute & komfortable Fahrwerke. Die letzten Baujahre des ersten Fiestas waren daher noch viel schlimmer, jeweils an der Konkurrenz gemessen...

 

Drei Kumpels von mir hatten diese Ford Fiesta 89-2001 Möhren, auch die Freundin meines Bruders - meist recht neu oder neu gekauft. Das die Kiste im Jahre 2001 immer noch gebaut wurde, und vor Allem auch noch verkauft wurde, ist mir ein Rätsel. Rational nicht zu erklären - die Angebote in der gleichen Preisklasse waren allesamt besser, speziell Peugeot 206 und sogar die Koreaner... Und dann noch dieses UNSÄGLICH hässliche Facelift 1996-99, vom Schlage mies gelaunter "Beitmaulfrosch" - ÄTZEND! :eek:

 

Übrigens, von den ehemaligen Ford Fiesta Besitzern in meinem Bekanntenkreis fährt KEIN EINZIGER mehr Ford (sondern jeweils Honda, Volvo/Opel, Citroen und Fiat). Kann ich irgendwie verstehen! :)

 

Autobild hat manchmal wirklich recht... ;)

 

PS: Ich bin nunmal wirklich kein Ford-Freund - ich find bisher alle Wagen interessant, die im Blog auftauchten. Aber dieser Wagen ist mir eher unsympathisch - wobei ich mir sicher bin, das es viele zufriedene Besitzer geben wird, wie z.B. Dr. Seltsam oder die Freundin meines Bruders (Sie hat Ihren Breitmaul-Fiesta gegen einen Fiat Panda "abgewrackt")...


02.09.2011 13:45    |    go_modem_go go_modem_go

Zitat:

Zudem sei der Fiesta Bebop erwähnt, der ein Freizeitauto darstellen sollte; ein Pickup-Modell für junge Menschen mit vielen Hobbys. Die Modelle gingen leider niemals in Serie,

Übrigens, den Fiesta 89 Pickup gibt es - als Ford Courier in Brasilien (und Bantam in Südafrika). Sogar heute noch!

 

Ich war 2003 auf Urlaub in Brasilien, und dort sah ich viele Fiesta Pickups - analog zu den VW Gol (Saveiro) und Chevrolet Nova (Corsa) bzw. Fiat Strada (Palio) Pickups.

 

Der wird sogar heute noch niegelnagelneu gebaut! -> LINK

 

Auch in Südafrika, wo meine Tante und Cousinen wohnen, wird der Ford Fiesta Pickup immer noch gebaut - als Ford Bantam -> LINK

 

In Südafrika ist der Ford Bantam nach der Einstellung des Nissan Datsun B140 Bakkie vor 3 Jahren, und der Einstellung VW Golf I Pickup (Caddy) vor Kurzem sehr beliebt - nebem dem Chevy Corsa und neurdings des Nissan NP200 (= als Nissan gebadgter Dacia Logan Pickup).

 

Ich habe sogar das große Ford Werk mitten in der Stadt in Salvador do Bahia in Nord-Ost Brasilien gesehen, wo der Courier Pickup für Südamerika bebaut wird.

 

Ford hat dort einen SEHR hohen Stellenwert, da es die einzige Automarke ist, die auch im ärmeren Nord Osten Brasiliens viele Arbeitsplätze geschaffen hat (alle anderen Brasilianischen "Heimatmarken", d.H. VW - Fiat - GM - Peugeot - Mercedes sind im "reichem" Süden um Sao Paulo herum angesiedelt... ;)). Ist also sowas wie die lokale Hausmarke in Bahia, ähnlich Ford im Nord-Kölner Raum bzw. in Teilen des Saarlandes.

 

Das nur so am Rande... Der Fiesta 89 LEBT also immer noch, gibt es weiterhin als Neuwagen zu kaufen (wenn auch nur als Pickup mit langem Radstand)! :D


02.09.2011 14:10    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Wobei modem, die von dir gezeigten Fiesta-Pickups sind von der Optik her klar MK-5 Fiesta was man deutlich an den dreieckigen Scheinwerfern sieht :)


02.09.2011 15:32    |    go_modem_go go_modem_go

Was ist MK5?

 

Der Courier / Bantam Pickups ist doch immer noch der prinzipiell gleiche Wagen wie der MKIV, Baugleiche Front wie ein Deutscher 2000-2001er Fiesta, mit der Uralt-Plattform und Grundkarosse vom 1989er Fiesta - weil Ford es in den 80ern und 90ern nicht geschafft hat, Up-to Date zu bleiben (sowohl bei Motoren als auch bei Plattformen...)...


02.09.2011 15:42    |    rpalmer rpalmer

Ach Schade, da kommt mal ein Artikel über den Fiesta... und dann ist er über den '89er.

Machst du irgenwann einen über den '76er? Die sieht man im Gegensatz zu den '89ern überhaupt nicht mehr.

War mein zweites Autos, ein 81er XR2. Ging richtig gut das Teil, nur leider warständig irgendwas kaputt und als ich mir die Teileliste für eine Überholung zusammenstellte fiel mir auf wie marode die Karosse schon nach 4 Jahren war... naja er wurde weiterverkauft und ein Kadett angeschafft.


02.09.2011 15:59    |    mirabeau mirabeau

Ich hab letztens noch einen Ur-Fiasko in einer Tiefgarage entdeckt, Zustand ordentlich wenn auch schwer verstaubt, wahrscheinlich verkäuflich. Daneben ein Audi 100 C1, der seit 1973 (!) dort an Ort und Stelle steht. Angeblich unverkäuflich, der alte Herr sei stur.

 

Zum 89er fällt mir nur ein, dass praktisch alle, die man noch auf den Straßen sieht, mehr oder weniger vergammelt sind. Rost, ausgeblichener Lack, verschlissene Innenräume. Liebhaber scheint es so gut wie gar nicht zu geben.


02.09.2011 16:05    |    go_modem_go go_modem_go

In Spanien bzw. im Mittelmeerraum generell sieht man diese Fiaskos noch häufiger in etwas besseren, gepflegten Zuständen.

 

Allerdings sind die Lacke dort erst recht ausgeblichen...


02.09.2011 16:08    |    rpalmer rpalmer

Das war doch der Fiesta mit dem unsäglichen Nähmaschinen-Geräusch?


02.09.2011 16:23    |    CaptainSlow CaptainSlow

Zitat:

Das war doch der Fiesta mit dem unsäglichen Nähmaschienen-Geräusch?

Korrekt. Aber gleich kommt DrSeltsam und wird dir von dieser "Musik" so vorschwärmen, wie Mehesterin von ihren 3 Zylinder Daihatsu Sounds. ;)


02.09.2011 16:47    |    go_modem_go go_modem_go

Fiesta-Rasseln & Daihatschi 3-Zylinder Rappeln MUSIK? :eek:

 

So kann man sich Automobile Armut & miese uralt-Technik bzw. Billigmotoren auch schön reden... ;)


02.09.2011 16:51    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Unnnnnnd SORTIEREN!!! :D

 

@ go modem go: Wir sprechen vom selben Fiesta, wir Fordler verwenden nur gern wie bei Jaguar das "MK" Kürzel für Baureihen. Unausrottbare Krankheit :D Meiner ist ein MK-4, wir sprachen beide vom MK-5 ohne es zu wissen etc....

 

Einen Artikel über den 76er Fiesta gibts hier bei mir im Blog, genauso wie über die andren Fiestabaureihen:

 

http://www.motor-talk.de/.../ford-fiesta-mk1-und-mk2-t2950128.html

 

Wie Italeri schon richtig geschrieben hat, der Fiesta war irgendwie immer nur der Arsch ( einer ist immer der Dumme ) der immer nur nach dem Motto "buy it, use it, throw it" genutzt wurde. Entsprechend nicht zu verwundern das viele Fiesta nach kurzer Zeit gerne auseinander fallen, besonders im "Noch rostigen" Jahrzehnt der 80er.

 

Richtig auch, der Rasselmotor:

 

http://www.youtube.com/watch?v=bS6dg8zmvJA&feature=channel_video_title

 

http://www.youtube.com/watch?v=PY1-uH1jc08&feature=relmfu

 

Kommt daher das Ford den Fiesta erst 2001 (!) wirklich grundlegend neu gemacht hat. Bis dahin wurde quasi immer nur die Karosserie "aerodynamischer" und der Grundmotor soweit umgestrickt das der neue Zeitgeist ( sprich Airbags, Bremskraftverstärker, Klimaanlage, etc ) eingebaut werden konnte.

In meinem 99er steckt noch der Motor von 1976 drin. Hierbei auch dieses Bild was ich eben mal gebaut hat. Links 1976, rechts 1999.

Wie das Auge schnell sieht, die Flüssigkeitsbehälter sind alle an selber Stelle, eben so die Batterie. Der Zylinderkopfdeckel ist immer noch mittig und genauso geformt. Ich hab leider keine Fotos aus einem andren Winkel, sonst würde es wohl noch mehr auffallen das der Motor vom 1976 definitiv der etwas unterentwickelte Vorfahre meines Motors von 1999 ist.

 

Und JA, ich mag dieses Rasseln. Grad weils so schön usselig ist :D

Oder sagen wir es so: Gäbe es niemanden der sich für alte Automobiltechnik erwärmen könnte, wer würde dann die ganzen Oldies auf Paraden pflegen?! "Oh Gott, wie kann man nur an einem Auto mit Schmiernippeln hängen". Etc etc u.s.w u.s.w :D



02.09.2011 16:56    |    CaptainSlow CaptainSlow

Zitat:

In meinem 99er steckt noch der Motor von 1976 drin.

Nichts, worauf man stolz sein müsste...


02.09.2011 17:09    |    go_modem_go go_modem_go

Ist aber auch bei der Konkurrenz Usus.

 

Renault hat z.B. EWIG und 3 Tage die uralten Renault Cléon Motoren verbaut!

 

Dieser Stösselstangen-Motor ist von 1962 (Renault 8), und stammt quasi direkt vom kleinerem Block des Renault 4CV ab (1947! :eek:).

 

Zuletzt sogar noch Ende der 90er im Twingo, Clio (und evtl Kangoo?) erhältlich!

 

Und die Maschinen waren echt gut, zwanzig Millionen mal verbaut und ein echter Langläufer - die haben fast IMMER die Karosserie überlebt! Hat ja auch keinen modernen Schrott wie Zahnriemen....

 

Inklusive des Charakteristischen röhrenden alt-Renault Sounds (à la R4). :)

 

Italeri dürfte die Dinger zur Genüge kennen (und auch deren Nasse Zylinderlaufbuchsen mit Papierdichtung unten...)


02.09.2011 17:11    |    italeri1947 italeri1947

Zitat:

Italeri dürfte die Dinger zur Genüge kennen (und auch deren Nasse Zylinderlaufbuchsen mit Papierdichtung unten...)

Natürlich! Das waren wirklich problemlose, robuste Motoren.


03.09.2011 08:54    |    VolkerIZ VolkerIZ

Warum hätte man den Motor auch ändern sollen? Ich kenne ja nun eine Menge Horrorgeschichten von Ex-Fiesta-Fahrern, aber keiner hatte Probleme mit dem Motor oder auch mit dem Getriebe. Das sind definitiv die besten Teile am Fiesta. Die Motoren sind sogar bedeutend streßfreier als die größeren 4 Zyl.-Benziner im Taunus, Sierra usw.

Der Fiesta war nun mal ein Auto, von dem sich die Leute gerne getrennt haben, meistens wegen Verarbeitungs- und Fahrwerksproblemen oder wegen Rost und weil es einfach kein erfreuliches Auto war, ständig irgendwelche ärgerlichen Kleinigkeiten wie z.B. die Verkleidung, die alle paar Tage abfiel und sich unter den Pedalen verkeilte.

Was dabei etwas untergegangen ist: Wirklich unzuverlässig war er nicht. Die Technik war eigentlich unkaputtbar. Wenn Ford sich etwas mehr Mühe gegeben hätte, hätte das ein richtig guter Kleinwagen werden können. Mit der Form, die schon fast etwas zu auffällig vom Peugeot 205 abgekuckt war, war man ja schon auf dem richtigen Weg.

Na ja, und die Modellpflege mit der komischen Frontgestaltung hätte auch nicht sein müssen. Genau wie beim allerersten Fiesta hat Ford es geschafft, einen ursprünglich ziemlich gelungenen Entwurf nachträglich zu verunstalten.


03.09.2011 09:33    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Denkmal das Hauptproblem beim Fiesta war eben die mangelnde Pflege vieler Besitzer. Ich kannte jemanden der hatte einen MK-3, dass Ding war ne fahrende Müllhalde. Absolut nicht gepflegt, jede Menge Ramsch drin. Am Ende hat ein Geländewagen sein Schicksal besiegelt.

 

Fahrer gings gut, aber der Fiesta war hin. Kleinwagen sind eben Nutzwagen und Nutzwagen sind keine Liebaberwagen. Entsprechend sehen sie aus ;)


03.09.2011 12:09    |    italeri1947 italeri1947

Zitat:

Denkmal das Hauptproblem beim Fiesta war eben die mangelnde Pflege vieler Besitzer.

Das kann man so stehen lassen. Bei den Modellen ab 2001 scheint das etwas anders zu werden; es bleibt jedenfalls abzuwarten.


03.09.2011 12:34    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Vielleicht auch weil die Kisten von Natur aus stabiler gebaut werden als früher. Blech ist Blech und Blech rostet. Nur wird rostendes Blech bei ner S-Klasse oder einem Mondeo eher ersetzt als bei einem Kleinwagen. Mal von der Geldfrage abgesehen, viele Kleinwagenbesitzer sind Studenten und die haben nicht die Kohle um den Wagen in Schuss zu halten.

 

Somit Aufbau eines Reperaturstaus, dass Ding wird noch 1 - 2 mal übern TÜV geschauckelt und dann is das Studium auch zu Ende, man hat einen Job und kann sich was größres leisten. Der alte Wagen ist derweil völlig am Ende und so greift logisch eins ins andre.

 

War zumindest früher so, bei den Gehältern heute und wenn ich mir das Straßenbild anschaue wirds wohl immer mehr "Flickschusterkarren" geben ;)


04.09.2011 01:46    |    go_modem_go go_modem_go

Komischerweise sind aber manch andere Fahrzeuge in dieser Klasse weit Langlebiger als der Fiesta 1989-2001... ;)

 

Ich denke da nur mal an den Golf II bis vor ein paar Jahren, ich denke kaum das die typischer Golf II Besitzer mehr Geld für Wartung hatten als Fiestafahrer! #

 

Alles in Allem war der hier besprochene Fiesta 89 ein gelungener Wurf. Wenn denn nur die Verarbeitung und der Rostschutz etwas besser gewesen wäre...

 

Das mit den Flickschusterkarrten kann ich nicht nachvollziehen. Da Gegenteil ist der Fall - zumindest in meiner Gegend.

 

Wir fuhren in den 80ern und Anfang 90er vollkommen zerrittenene und geschundene DM150.- Autos, die heute nicht einmal Ansatzweise Verkehrssicher waren (nach heutigen Maßstäben).

 

Die heutigen Schüler und Studenten sind im Vergleich dazu in echten "Neuwagen" unterwegs! Selbst an Berufsschulen sieht man kaum einen Wagen unter €2000.-, Rost sieht man hier nur noch ganz selten an Autos. Ist aber im relativ reichem Südwesten mit Vollbeschäftigung...


04.09.2011 12:15    |    mr. mountain mr. mountain

Ich fuhr Anfang der 90er häufiger einen Fiesta als Firmenwagen.

Meine damalige Firma hatte 2 rote, einen 1.3i als "c" und einen 1.8D als "CLX".

Ich war zu der Zeit ziemlich begeistert von den Wagen, sie waren geräumiger als POLO und Corsa jener Zeit und die Verarbeitung stimmte im Neuzustand auf alle Fälle.

Die Rostprobleme bei Ford sind eben auf mangelnde Konservierung zurückzuführen.

Die gammelnden Innenräume auf deren Besitzer, die Motoren laufen nach meiner Kenntnis bei

geringer Pflege locker 250.000 km. Ab und an Ölwechsel und Service vorausgesetzt.


05.09.2011 10:59    |    meehster meehster

Zitat:

Original geschreibt von go_modem_go

Das der Fiesta auch als Mazda 121 verkauft wurde, war eine SCHANDE.

 

Und zwar eine Schande für Mazda, die in dieser Zeit sonst fast nur gelungene Qualitätswagen im Angebot hatten (626, 323, MX5)!

Und dieser 121 war der einzige mir bekannte Wagen, wo der Vorgänger (Mazda 121 DB) das Auto mit der moderneren Technik war.

 

Ja, es war eine Schande und ein entscheidender Teil des Abstiegs der Marke Mazda ins automobile Lassenwirdieschrottmühlelieberstehen.

 

Zitat:

Zitat:

Das war doch der Fiesta mit dem unsäglichen Nähmaschienen-Geräusch?

Korrekt. Aber gleich kommt DrSeltsam und wird dir von dieser "Musik" so vorschwärmen, wie Mehesterin von ihren 3 Zylinder Daihatsu Sounds. ;)

Der Dreizylinder-Daihatsusound ist weniger Musik, sondern eher perverses Nachmehrverlangen. Es ist vielleicht nicht die akustische Erfüllung, aber es macht tierisch Spaß, mit so einem Ding zu heizen. So viel, daß solche Autos die Fahrerlaubnis gefährden :D

 

Klar, irgendwelche Leute, die von so etwas keinen Plan haben und nicht einmal den Namen richtig sagen/schreiben können und den Hersteller z.B.

Zitat:

Original geschreibt von go_modem_go

Daihatschi

nennen, können da nicht mitreden ;)


05.09.2011 12:08    |    go_modem_go go_modem_go

@Meehster: Schon mal was von Ironie gehört? ;)

 

Ich weiß schon haargenau wie man Mitsuhatsu, Hondayota und Nissubaru schreibt! :D

 

Und ich besitze selbst einen Subaru Libero E12 4WD mit dem 1.2i 55PS Dreizylinder quer im Heck eingebaut - und ob ich da mitreden kann! :p

 

Einziger Vorteil dieses Konzeptes (neben der geringen Baubreite): Mehr Drehmoment von unten raus als gleich große 4-Zyl (für so einen kleinen Benziner). Im Gelände von Vorteil. Ansonsten: Rappelig, rasselig, Vibrationen im untertourigen Bereich (egal wie viel Ausgleichswellen mitdrehen müssen), nicht besonders Drehfeudig, und dabei noch nicht einmal so sparsam - jeder Kleinstdiesel ist 10x besser.

 

Ich bleibe dabei: 3-Zylinder Sauger ist was für Arme Leute! Die sollten sich lieber einen gescheiten Gebrauchtwagen kaufen. z.B. einen 2.5l Fünfzylinder Turbo wie in meinem Volvo C70, der war gebraucht auch nicht teurer als eine neue 3-Zyl. Rappelkiste - und kernig klingt der auch, ganz ohne so rumzurappeln...

 

Zum Glück hat es selbst Ford im Fiesta noch nicht so weit getrieben... Ich kann mich eher für Fiat's Zweizylinder Multiair / Turbokonzept erwärmen, als für 3-Zyl Spar-Sauger aus Japan und von Opel / VW. Der 2 Zyl Fiat läuft mit Garantie ruhiger, selbst meine 2-Zyl Boxer aus dem 2CV legen einen WEIT angenehmeres Laufverhalten als 3 Zyl. an den Tag, obwohl die Entenmotoren prinzipiell BMW Motorradmotoren aus den Spät-1930ern sind! :D


05.09.2011 13:19    |    meehster meehster

Ja nee, ist klar.

 

Von dem einen Dreizylinder kann man keineswegs auf alle schließen - genau wie man von einem Vierzylinder nicht auf alle schließen kann.

 

Wir haben seit Kurzem u.A. einen Daihatsu Cuore mit dem 56-PS-Dreizylinder. Im unteren Drehzahlbereich ist der wirklich rappelig, fast so schlimm wie ein Vierzylinder-TDI. Ab guten 2000/min ist das aber kaum noch vorhanden. Das Anfahren macht ein sehr agiles Gaspedal in Verbindung mit dem schnell hochdrehenden Motor etwas schwierig, aber da gewöhnt man sich dran.

 

Ansonsten: Drehfreude pur, nur bei über 6000/min wird es etwas zäh - was bei einer Nenndrehzahl von 5200/min aber auch berechtigt ist.

 

Ich habe auch den direkten Vergleich: Die Vorgänger sind deutlich schlapper und die Nachfolger im Vergleich wirkliche Rappelkisten - während die auch lange nicht so rappelig sind wie die 1200er von VW oder die Zweizylinder von Fiat. Was ich sagen wollte: Selbst bei Daihatsu kann man nicht von einem Dreizylinder auf einen anderen schließen.


05.09.2011 13:53    |    go_modem_go go_modem_go

Es gibt immer gute und schlechtere Ausführungen eines Motorengrundkonzeptes.

 

Der Subaru Libero z.B. hat halt noch einen "Traktormotor" für Kei AllradVans auf Leiterrahmen, die in Japan vor allem in der Landwirtschaft genutzt werden... ;)

 

An den inherenten Vor- und Nachteilen einer Motorauslegung ändert das aber nichts.

 

Was Laufruhe, Dröhnneigung und Vibrationen anbelangt, ist ein 3-Zyl. 4-Takt Reihenmotor nunmal von Haus aus einer der schlechtesten Auslegungen von Allen! Egal wieviel Ausgleichwellen man hat, die Dinger wollen nunmal um die Längsachse wackeln...:rolleyes:

 

Die Besten sind Boxermotoren (auch 2- und 4-Zylinder), und natürlich die sahnig laufenden 6-Zylinder Reihenmotor bzw. V12 60° ohne irgendwelche freien Massenmomente.

 

Als Vorteil gibt es bei einem 3-Zyl 4-Takt Reihe gegenüber vergleichbaren 4-Zylindern einen Tick mehr Drehmoment untenrum, etwas geringeren spezifischen Verbrauch und - BILLIGERE Produktionskosten.

 

Und schon haben wirs. 3-Zyl Reihe Sauger sind Motoren für Arme, bzw. sorgt bei den Herstellern für mehr Gewinn ;)

 

Jetzt aber zurück zum altem Ford Fiesta, der trotz extrem laut rasselndem und klackerndem Ventiltrieb in den Kent / Endura-E Motoren wenigstens noch halbwegs Vibrationsarm läuft... ;)


19.09.2011 19:26    |    uuhjeeeh uuhjeeeh

mann, ich liebe den Fiesta! Das erste Auto vergisst man nie:)


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Mein Blog hat am 13.05.2011 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

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Der herzhafte Grantler


[i][b]- mein Profilfoto ist und bleibt das einzige Foto von mir im Internet - [/b][/i] [b]- fahre mehrere schöne Autos; siehe Profil - [/b] [b]- spiele Hammond-Orgel und Trompete - [/b] [b]- bin freundlich, es sei denn, ich hab' mal einen schlechten Tag -[/b] [b]- bin über 60 und stehe dazu - [/b] [b]- grundehrlich, auch wenn man sich damit nicht nur Freunde macht -[/b] [b]- ich sammle Italeri-Bausätze, daher auch der "Nickname" - [/b]

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