17.11.2011 17:00    |    italeri1947 italeri1947    |    Kommentare (34)    |   Stichworte:

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In dieser Serie, die meinen Blog auszeichnen soll neben Berichten über verkannte oder seltene Autos, berichte ich über Erlebnisse aus meiner Zeit im Autohaus. Für die, die es noch nicht wissen: Ich habe fast 40 Jahre lang ein Renault-Autohaus geführt und das noch nicht einmal erfolglos. In vier Jahrzehnten kommt doch schon einiges zusammen an Besonderem, das ich erzählen könnte, und das möchte ich nun auch tun.

 

Daneben möchte ich es mir als ehemaliger Autohändler auch hin und wieder erlauben, mich mit der Branche, in der ich so lang tätig war und an der ich natürlich hänge, zu beschäftigen - manchmal auf die wohlwollende Art, aber manchmal auch auf die kritische Tour. Heute ist es das Thema "Glaspaläste / Mehrmarkenbetriebe", über das ich schreiben möchte.

 

Ich habe hier einen Artikel gefunden, bei dem ein großes Renault-Autohaus in Baden-Württemberg (ich kenne es nur vom Hörensagen, hatte damit nie groß etwas zu tun) 2009 Insolvenz anmeldete. Es handelte sich um einen Haupthändler, steht in dem Bericht, den ich eben zufällig gefunden habe, als ich nach insolvent gewordenen Autohäusern suchte.

 

http://www.badische-zeitung.de/.../...ldet-insolvenz-an--15244668.html

 

Offenbar konnte der Händler nicht gerettet werden, denn einige Zeit später wurde das hier veröffentlicht:

 

http://www.badische-zeitung.de/.../...wird-dichtgemacht--21055016.html

 

Vielleicht kannte einer hier dieses Autohaus und kann sich dazu äußern, war vielleicht sogar dort in Kundschaft. Ich finde es immer traurig, wenn ein traditionelles Autohaus schließen muss, vor allem, wenn es sich um Renault-Vertragshändler handelt. Im ersten Zeitungsbericht ist hiervon die Rede (ich zitiere):

 

Zitat:

Die Entscheidung, das Renault Autohaus zu einem Mehrmarkenbetrieb auszubauen, hat sich aufgrund der Automobilkrise und dem Absatzeinbruch der vergangenen zwei Jahre als falsch erwiesen. Besonders die Marken Chrysler und Nissan haben durch die enormen Absatzeinbußen zur angespannten Lage des Gundelfinger Unternehmens geführt, das 1960 in einer Scheune an der ehemaligen Bundesstraße von Walter Riekert gegründet wurde.

Und genau das ist der Punkt. Oft heißt es, dass nur große Mehrmarkenhäuser überleben werden und die kleinen, inhabergeführten Betriebe von denen geschluckt werden oder von allein untergehen. Das stimmt, wie ich finde, nicht so ganz!

Mehr Marken bedeuten nicht automatisch mehr Verkauf und mehr Profit, sondern: Es müssen neue Werkstattausrüstungen angeschafft werden, markenspezifisch, da hat jede Marke ihre eigenen Vorstellungen. Der Ausstellungsraum oder ein Teil davon müssen auf die neue Marke abgestimmt werden; wer die Vorschriften der Hersteller kennt, weiß, dass das mitunter sehr teuer sein kann! Zudem braucht man qualifiziertes Personal - speziell Renault und Chrysler sind sehr verschieden, wie in obigem Autohaus in Freiburg, und da ist es unmöglich, das gleiche Personal komplett für beide Marken zu verwenden, ohne dass es Probleme gibt. Also sucht man mindestens ein, zwei Werkstattmitarbeiter, die das neue Vertriebsfabrikat kennen und dort Erfahrung vorweisen können, dass auch die altgedienten Arbeiter "angelernt" werden können. Im schlimmsten Fall muss ein Neubau gewagt werden, weil das alte Gelände nicht ausreicht. Das bedenken oft nur wenige, weil der Glanz der neuen Marke und die Verdienstmöglichkeiten sowie die neuen Kunden, die man dadurch bekäme, oft vorherrschen und die Kontrapunkte krass verdrängen. Geld regiert die Welt und oft auch noch die Köpfe - hat man einmal, will man mehr und nutzt jede Chance, mehr zu verdienen. Dass man dafür auch geben muss, wissen leider nicht alle und bugsieren sich somit manchmal mit voller Wucht ins Abseits.

Was da in Freiburg gelaufen ist, weiß ich nicht, ich möchte dazu auch nichts sagen, aber ich kenne Fälle, bei denen es so lief, wie ich es hier geschildert habe: Man wollte nur eine Zweit- oder Drittmarke, ohne aber zu kalkulieren, was dafür alles nötig ist. In einem Fall wurde das Autohaus geschlossen, bevor die neue Marke, es wäre Citroen gewesen, gekommen war - man hatte sich verkalkuliert und dem Betrieb ging das Geld aus.

 

...und wenn man sich dann noch ansieht, wie wenig ein Händler mitunter am Auto verdient, das er verkauft, braucht sich keiner zu wundern, dass in einem Glaspalast die Kassen nicht klingeln. Aber das weiß man doch eigentlich als Händler oder Mitarbeiter im Autohaus - wobei man eben mit Erfolg alle Minuspunkte verdrängt; Hauptsache: Neue Marke wird eingeweiht.

 

Oftmals kommt dann auch noch das Dauerthema "Service" hinzu - große Autohäuser, wo man den Kunden als Nummer betrachtet und schnell abfertigt, tun sich zum Thema Kundenbindung kaum einen Gefallen. Ich sage es immer wieder gern, dass man sich den ersten Wagen einer Marke meist aufgrund bestimmten Argumenten wie Zuverlässigkeit oder Qualität kauft, die folgenden aber dann eher, weil man mit dem Autohaus und den Leistungen der Firma zufrieden ist. Ich kann hier von netten Erlebnissen berichten - so hatte ich vor einigen Jahren mal einen Kunden, dem ein Renault-Modell eigentlich weniger gut gefiel, der es aber dann trotzdem gekauft hat, weil er wusste, dass er bei uns gut bedient wird und schon vorher mehrere Renaults fuhr, die alle von uns gewesen sind. Wer aber mit dem Service unzufrieden ist, wechselt oft die Marke, auch wenn man mit dem Auto an sich zufrieden war.

 

Nun aber zurück zum eigentlichen Grundthema, dem Glaspalast und der Mehrmarkenstrategie. Wenn sich etwa für einen kleinen, für gute Arbeit bekannten Ford-Betrieb auf dem Land die Möglichkeit bietet, zum Beispiel einen Mazda-Service mit ins Programm aufzunehmen (wir reden nicht vom Verkauf, sondern nur vom "Servicehändlervertrag"), dann kann das dennoch durchaus lohnend sein. Wenn nämlich ein Autohaus bekannt ist für hohe Qualität und faire Beratung, ist das vor allem auf dem Land schnell publik, dass man da auch andere Marken wartet, sodass ein überzeugter Ford-Hasser nun dennoch zu diesem Haus etwa geht, weil ihm ein Mazda gefällt und er ihn nun dort reparieren/warten lassen möchte, wo auch die Ford-Modelle zu haben sind. So können geschickt neue Kunden gewonnen werden - allerdings muss man sich insbesondere als kleines Autohaus sehr genau mit den anfallenden Kosten befassen, sonst schließen sich die Pforten schneller, als man denkt.

 

Ich bezeichne mich als Skeptiker des Mehrmarkenkonzepts. Entweder, man vertreibt und betreut eine Marke konsequent und aus Überzeugung, oder man lässt es sein - wenn ein eigentlicher Renault-Verkäufer und großer Fan der Marke emotionslos irgendwelche Mitsubishi-Modelle nebenher verkaufen soll und da naturgemäß auf eine ganz andere Kundschaft trifft, dann bringt er das normalerweise auch so rüber, dass er mit der "neuen Marke" wenig anfangen kann. Die Kunden wünschen sich einen Verkaufsberater, der seine Marke lebt, der sie liebt und dafür überzeugend werben kann, und keinen nervösen Marken-Hüpfer, der um neun Uhr einen Laguna verkauft und um zehn Uhr einen Colt. Und so weiter...

 

Ich bin gespannt, was noch kommt.


Kommentare: 34

17.11.2011 17:59    |    meehster meehster

Ich teile Deine Meinungen und Ansichten zu dem Thema.


17.11.2011 18:10    |    sscdiscovery sscdiscovery

Deinem Bericht ist nichts mehr hinzuzusetzen, es ist definitiv so wie Du schreibst.

 

Gruss

Steffen


17.11.2011 18:25    |    Dynomyte Dynomyte

Ich sehe Mehrmarkenhäuser nicht ganz so kritisch. Bei Konzerninternen Marken ist es nicht schlimm (bsp renault - dacia), aber auch marken, die eigentlich garnichts miteinander zu tun haben (bsp alfa romeo - jeep) können durchaus im gleichen Autohaus vertrieben werden. wichtig ist es, die gleichen käuferschichten anzusprechen.

 

einen laden, der lada und maybach vertreibt, wird es nie geben (als krasses beispiel). aber wenn wir bei alfa und jeep bleben, beide marken haben ihre fans, für die es nur das eine gibt. es sind leute, die sich auch durch ihr auto profilieren, eben weil es was selteneres/ besonderes ist. einen jeep zu fahren bedeutet, das man das original haben will, den ur-geländewagen.

ein alfa zeugt von dem überaus guten geschmack des käufers, es sind autos für kenner, die ihre autos im (bestenfalls sportlichen) herzen tragen. man wird einen alfa oder jeep- fahrer nie in ein derivat von VW setzen können. und wenn man einen guten verkäufer hat, dann kann der einem vorschwärmen, das einem angst und bange wird, obwohl er privat an autos nicht so interessiert ist und lieber fahrrad fährt. verkäufer sind immer ein bisschen schauspieler, und das ist auch gut so, denn der kunde soll sich ja gut aufgehoben fühlen (man siehe sich nur die privatautos der verkäufer an, viele werden nicht die marke fahren, die sie vertreiben).

 

wichtig ist es, das der verkäufer weiß, wovon er redet. Und das ist auch bei mehrmarkenbetrieben oder "glaspalästen" oft der fall.


17.11.2011 20:22    |    Goify Goify

Ich weiß nicht so recht, ob das klappt. Bei uns in der Stadt gibt es einige Autohäuser, die französische Autos handeln. Der eine hat Renault, Dacia und Peugeot und der andere Citroen und Peugeot. Bei letzterem kann es ja ganz gut in der Werkstatt laufen, da PSA aber Renault und Peugeot hat nicht viel gemein.

Aber mal unabhängig von der verbauten Technik, weiß ich nicht, ob es Kunden gibt, die einen neuen Franzosen haben möchten, aber noch nicht wissen welchen und einfach mal ins Autohaus stolpern und nachdem der, sagen wir mal, Peugeot nicht gefällt, einen Renault kaufen. Ist das nicht auch ein wenig Kannibalismus innerhalb des Autohauses? Auch sowas wie VW, Seat und Skoda unter einem Dach kann da schwierig sein. Es sind unter dem Blech identische Autos in verschiedenen Geschmacksrichtungen zu nahezu gleichen Preisen. Ein Kunde kann nur ein Auto kaufen.

Bei Renault und Dacia klappt das wohl besser. Entweder nur preiswerte Mobilität oder chice, aber noch bezahlbare Wagen. Sprich verschiedene Kundenkreise. So nimmt keiner dem anderen was weg und man kann mehrere Kunden ansprechen. Zu weit darf es aber nicht auseinander gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einem Mercedes-Autohaus auch Opel verkauft werden. Einerseits käme man selbst als solventer Mercedes-Fahrer ins Grübeln, wenn ein gleichwertig ausgestatteter Opel die Hälfte kostet und beim Fahren auch nicht so dermaßen große Unterschiede feststellbar wären. Und ein "typischer Opel-Kunde" mag vielleicht nicht so gern in so einen Schicki-Micki-Protz-Palast laufen.

Renault-Fahrer hingegen belächeln nicht Dacia und Dacia-Käufer sind die Renault-Käufer von Morgen. Also am besten klappt das wohl innerhalb eines Konzerns, der mehrere Marken unter einem Dach hat. Beispiele wären da:

- Mercedes/Smart

- Audi/VW

- Renault/Dacia

- BMW/Mini

- Alfa/Fiat


17.11.2011 21:35    |    NoNameHR NoNameHR

Die von Golfy genannten Marken werden ja meist unter einem Dach vertrieben , ausser VW hat die absplittung von Audi seinen Händlern auferlegt und VW und Audi dürfen nicht mehr in einem Showroom angeboten werden wie in den 80er und 90er Jahren.

 

Ich selber halte nichts von der Mehrmarkenstrategie . Wie schon oben genannt, der Verkäufer sollte eine Marke leben und auch Ahnung davon haben grad bei Detailfragen. Dazu kommt noch das kein Mechaniker wirklich auf mehreren Marken fit sein kann.

 

Ich vermeide Autohäuser wie z.B in der Umgebung wo Renault und VW gemeinsam angeboten wird. Wobei Renault die Zweitmarke ist sollte mich als VW und Audi Fahrer nicht stören aber ich gerate dann an nen Renault Schrauber nein Danke.

 

In einem anderen Autohaus wird ausschliesslich VW verkauft und für Audi, Seat , Skoda besteht ein Wartungsvertrag so muss das sein denn alle Marken sind ja technisch verwand.


17.11.2011 22:04    |    Andi2011 Andi2011

Lieber Italierie,

 

sehr spannendes und auch kontroverses Thema. Inhaltlich bin ich eigentlich in allen Punkten auch aus wirtschaftlicher Sicht bei dir.

Mehrmarkenhäuser können durchaus Vorteile bieten,wenn die Marken auch irgendwie zueinander passen.

 

Was mich bei deinen Beispielartikeln über das Insolvente Autohaus nachdenklich machte, ist die offensichtlich mangelhafte Loyalität die in diesem Fall Renault einem ihrer Haupthändler entgegen bringt.

 

Man kennt zwar die Hintergründe nicht genau, aber ich versteh das so:

Da wird ein Haupthändler der über Jahrzehnte einer Marke treu und gut genug war faktisch über Nacht -ohne eine Ankündigung- die Grundlage entzogen...und im zweiten Artikel wird deutlich das auch Null Interesse seitens Renault daran besteht, mit diesem Haupthändler in irgend einer Form weiter eine Geschäftsbeziehung zu unterhalten - nachdem man warscheinlich wenige Jahre vorher seinen Vertrag unter der Premisse verlängerte, dass er Investitionen in entsprechender Höhe tätigt und einen "Palast" im Sinne des Herstellers baut und entsprechende Mengen abnimmt.

In guten Zeiten der Gewinn beim Hersteller - in einer Krise alles an Risiko beim Händler,?!!

 

Ein Schelm wer böses dabei denkt...

 

Wie immer fein und spannend geschrieben,ein Artikel der auch nachdenklich macht und deine Frage bestätigt

Zitat:

Ich bin gespannt, was noch kommt.

Grüße

Andi


17.11.2011 22:22    |    racemondi racemondi

Genau diese Glastempel meide ich aus Prinzip.

Da laufen die Verkäufer rum als hätten sie jede Menge zu tun und wenn man speziell eine Frage zu einem ausgewählten Modell hat dann kramen sie ein Prospekt raus und suchen nach Antworten.

Ich habe dann gesagt geben sie mir das Prospekt lesen kann ich selber.

Klar kann man nicht alles wissen was es an bestimmten Modellen gibt oder nicht gibt, aber einfache Dinge wie Austattungsunterschiede bei Varianten eines Modells gehören eigentlich zum Grundwissen des Verkäufers.

Ich habe meinen in einer kleinen Bude gekauft wo es sehr familiär hergeht.

Der hat sich Zeit genommen und mir das Auto erklärt was an technischen Neuheiten zum Vorgänger es gibt, so dass mir keine Frage unbeantwortet blieb.

Er hat mich mehere Motorvarianten fahren lassen und mir gesagt ich solle in aller Ruhe mir übers Wochenende eine Meinung bilden.

Das ganze ging letztenendes über 2 Wochen bis zur Entscheidung.

Der Verkäufer mußte mit mir schon etwas Geduld haben, aber ich habe dann sogar einen etwas teueren genommen, obwohl er meinete das bestimmte Austattungsdetails Spielerei wären.

So ein Kauf hat mir gefallen.


18.11.2011 00:26    |    Krizzlybaer Krizzlybaer

Bin auch der Meinung, dass ein Autohaus sich vollen Herzens nur einer Marke widmen kann, so wie die 90 jährige Geschäftsführerin Margot Müller, die seit 50 Jahren ein Renault-Autohaus in Würzburg leitet. Habe auch einen Artikel in der Zeitung gelesen, im Showroom steht auch ein 90 Jahre alter Renault, noch genauso fit wie die Geschäftsinhaberin...

Hier mal ein internetartikel:

http://...leporello-kulturmagazin.de/.../das-leben-bietet-so-viel

Italeri, ich hoffe, dass du auch in diesem Alter noch in deinem Autohaus mehr oder weniger tätig bist ;)


18.11.2011 02:59    |    auto-rolli_hx auto-rolli_hx

Ein weiterer Aspekt, der auf das genannte Haus laut Zeitungsartikel zutrifft - ich habe in letzter Zeit den Eindruck, zumindest hier in meiner Heimatstadt in Ostwestfalen (Höxter), dass Autohäuser die in Gewerbegebieten liegen riesige Probleme haben.

 

Es gibt jetzt einige Leerstände (seit noch nicht sehr langer Zeit) und neue Mieter sind anscheinend nicht in Sicht. Ein Ford-Händler im reinen Gewerbegebiet hat zum Jahresende 2010 geschlossen und wurde im Laufe diesen Jahres durch einen Neubau an der viel befahrenen Bundesstraße B64 ersetzt.

 

Ist der Markt so übersättigt, dass Händler, die nur ein bisschen abseits liegen, von den Kunden übersehen werden?


18.11.2011 08:54    |    sscdiscovery sscdiscovery

ja der Markt ist relativ voll. Wir sind hier ein relativ kleines Bundesland und mit Autohäusern ziemlich zugepflastert. Aber weniger mit Glaspalästen, da ist nur BMW, Mercedes, VW, Land Rover und Toyota. Der Rest sind kleine B und C Händler, die alle mehr oder weniger auf Service und Kundennähe setzen und damit überleben. Alle liegen nicht außerhalb, sondern innerhalb der Wohnzonen oder am Rand.

Z.B. Land Rover in Wolfurt, der Händler setzt auch auf Mehrmarkenstrategie. RR, LR, Jaguar, Hyundai, Lancia. Reparieren tut er sonst auch noch eigentlich alles. Die Werkstatt ist nicht zu groß und hat nicht nur "Laptopspezialisten" sondern auch Schrauber die Fehlerdiagnosen nach Gehör und Erfahrung durchführen können. Toyota in Hörbranz, kleiner feiner Händler mit Einmarkenstrategie. Man kennt sich und wird auch so behandelt. Klar gibt es auch bei den kleinen Leute die keine Ahnung haben und alles abwimmeln, das mußte ich auch dieses Jahr erfahren. Ok, Auto ist dann nach ein paar Monaten wieder verkauft worden. Dort hatte ich auch dann auch Kontakt mit VW, BMW und Mercedes Glaspalästen. Nein Danke das muss ich nicht haben. Keiner kann was selbst so richtig entscheiden,

Gebrauchtwagen in Zahlung nehmen- warum. Verkaufen sie doch selber, das ist günstiger für sie. UND das wo ich bereit war auf den Gebrauchtwagen ( halbes Jahr alt) nochmal ca.10000 draufzulegen um was anderes zu kaufen. Da muß man zwanglaufig das Gefühl bekommen, das sie es nicht mehr nötig haben.

Wie gesagt bei uns hier sind Kundennähe und Service alles. Dadurch habe auch die größeren Probleme, da sie das weniger bieten können. Noch sitzen sie auf dem hohen Ross und leben von Leasingverträgen, aber wielange noch.

 

Gruss

Steffen

 

war gerade in der Zeitung

 

http://www.vol.at/autohandel-auf-rekordkurs/3093239

 

Flucht in Sachwerte, auch eine Begründung.


18.11.2011 17:33    |    124er-Power 124er-Power

Einerseits sind diese rießen Glaspaläste toll, von jedem Auto gibts ein Modell, auch in mehreren Farben, auch die extrem teuren Modelle sind vertreten, dafür wirkt das ganze allerdings etwas unpersönlich.

 

Zum Service fahre ich lieber zu einem kleinen Vertragshändler, da hat man auch immer einen direkten Ansprechpartner und muss sich nicht zig mal verbinden lassen und gar um Rückruf bitten.


18.11.2011 20:19    |    Dr Seltsam Dr Seltsam

Wer aber mit dem Service unzufrieden ist, wechselt oft die Marke, auch wenn man mit dem Auto an sich zufrieden war.

 

Du verfolgst meinen Blog oder?! ;) Ich bin das lebende Beispiel dafür das deine Theorie stimmt. Wer meinen Blog kennt wird das bestättigen können.

 

Ich glaub auch nicht das diese Mehrmarkenhäuser groß Gewinn machen. Zum einen brauchen die wie du schon sagtest eine viel größren Personal, Gebäude und Gerätestamm für die ganzen Fahrzeuge. Das kostet Unsummen. Dann kommt man sich vielleicht noch mit der "Glaubensfrage" ins Gehege wenn Reiskocher und Amis z.B. auf einem Platz stehen ( ich kenn einen der verkauft Ford und Mazda ).

Auto is eben auch immer etwas Glaubensfrage und mit persönlichen Vorlieben und Klischees gewürzt. Das dann einer sagt "also zu dem Reiskocherschleuderer geh ich nicht, wer weiß ob die da überhaupt mein Auto richtig anfassen" kann mehr als gut sein.


18.11.2011 20:39    |    italeri1947 italeri1947

Zitat:

Du verfolgst meinen Blog oder?! ;) Ich bin das lebende Beispiel dafür das deine Theorie stimmt. Wer meinen Blog kennt wird das bestättigen können.

Natürlich, dein Blog ist einer der lesenswertesten, die es hier gibt; ich lese ihn immer gern und bin bemüht, auch immer alles zu kommentieren, weil es mich sehr anspricht, was du schreibst.

 

Zitat:

Wer aber mit dem Service unzufrieden ist, wechselt oft die Marke, auch wenn man mit dem Auto an sich zufrieden war.

Das kann ich so unterstreichen; das stimmt! Was bringt ein gutes Auto, wenn der Kundendienst ein problematisches Ärgernis ist?


18.11.2011 21:01    |    maschultz maschultz

Kundendienst, und zwar der praktizierte, ist mir viel mehr wert als irgendwelche Mobilitäts- oder Garantieversprechen, die an Kleinigkeiten scheitern.

Das sage ich nach 43 Jahren Autobesitz und über 50 Fahrzeugen, davon ca. 95 Prozent Neufahrzeuge, die meisten deutsche.

 

Leider haben mich die Franzosen (leider auch die früher von Dir vertretene Marke) immer dann, wenn es darauf ankam, im Stich gelassen, das lag zu 100 Prozent an der Verkauf-aber-nicht-Service-Einstellung des Mehrmarken-sämtliche-kleinen-Händler-Aufkauf-Mentalität des R......händlers vor Ort.

Leider, die Fahrzeuge als solche waren gut.

 

Mit den Italienern hatte ich keine Probleme, interessanterweise, auch ein Panda mit 1000er FIRE-Motor und Einspritzung lief weit über 100.000 km, bis auf das abgefallene Massekabel am Scheibenwischermotor im Dauerregen, hätte ihn nicht Omi mit Audi und Spitzstöckelschuhen auf dem Parkplatz des Supermarktes zerlegt!

Und die Ducatos waren auch alle langlebig!


19.11.2011 09:49    |    VolkerIZ VolkerIZ

Wenn ein Verkäufer nur das verkaufen könnte, was seinem persönlichen Geschmack entspricht, dann wäre er vermutlich nicht sehr erfolgreich. Ein guter Verkäufer muß dem Kunden ansehen, ob der lieber (mal leicht übertrieben) einen Alfa oder einen Jeep sucht. Ich mache zwar beruflich was ganz anderes, aber bei uns im Handwerk ist es nicht viel anders. Manchmal kommt während der Arbeit noch ein Auftrag dazu, der vorher nicht mit dem Chef abgesprochen ist ("Wo Sie schon mal hier sind, kommen Sie mal mit, ich hab da noch was...").

 

Da muß man dann auch ein Gefühl dafür haben, was man dem Kunden verkauft. Man darf ja auch nicht vergessen: Man hat in den meisten Fällen mit völligen Laien zu tun, die häufig nur sehr unklare Vorstellungen haben und das auch gar nicht eindeutig ausdrücken können. Hinterher, wenn es fertig ist, wissen sie aber ganz genau, ob es ihnen gefällt oder nicht. Da muß man sich schon ein bisschen in die Leute reinversetzen können und auch das Umfeld berücksichtigen, z.B. was paßt in die Wohnung? Wieviel würde der Kunde vermutlich ausgeben wollen? usw.

 

Und so ähnlich ist es auch bei Verkäufern aller Art. Ein wenig Menschenkenntnis ist da genau so wichtig wie Fachwissen. Und wichtig ist, daß der Kunde nicht nur 1x was kauft, sondern hinterher auch zufrieden ist und wiederkommt. Gerade auf dem platten Land, wo jeder jeden kennt, macht man es sonst nicht lange.

 

Aber zurück zu Autowerkstätten: Mein Schrauber und auch meine Stammtankstelle reparieren (fast) alle Fabrikate. Von daher sehe ich keinen Grund, die Werkstatt zu wechseln, wenn ich mal ein anderes Auto hätte. Werkstätten ohne Markenbindung haben auch den Vorteil, daß man sich da auch schon mal vorher schlau machen kann, bevor man ein Auto kauft. Wenn derjenige, der später die Wartung machen soll, vorher schon sagt "laß mal lieber die Finger davon", dann sollte man sich das überlegen.


19.11.2011 13:55    |    _RGTech _RGTech

Bei Mehrmarkenbetrieben kommt es drauf an, Marken zu finden, die sich einigermaßen vereinbaren lassen. Sei es früher VW und Audi (die sich in den 70ern kaum Marktanteile nehmen konnten, weil die Autos zwar sehr ähnlich waren, aber bis auf Audi 50/Polo immer in verschiedenen Segmenten oder im Falle 80/Passat zumindest mit unterschiedlichen Karosserieformen), die sich sehr gut ergänzten, oder in der Schwabengarage die ganzen mit Ford verbandelten Marken (Mazda, Jaguar, Land Rover etc. - aber immer mit getrenntem Personal und Verkaufsraum, nur die Verwaltung ist gemischt), auch Fiat und Alfa stehen sich kaum im Wege. Ein Luxustempel mit Maserati, Rolls-Royce, Maybach etc. funktioniert ebenfalls sehr gut, auch Exoten wie Morgan, Lotus, TVR, Wiesmann kann man gut unter ein Dach bringen. Oder mehrere bis fast alle Amis (Chrysler, Jeep, Pontiac), Franzosen, Italiener auf einem Haufen. GM-Betriebe haben ja ebenfalls eine große Auswahl. Wenn dann die Marken noch hinter den Kulissen eh schon zusammenarbeiten, umso besser. Ich schäme mich z.B. auch nicht, beim Audimann VW-Teile zu bestellen. Spart mir Rennerei und bringt ihm Umsatz.

Man kann aber auch schnell danebengreifen. Opel und Honda zusammenzubringen hat hier in der Gegend übrigens auch schon mal nicht funktioniert. Mit Chevrolet (oder Daewoo) als Ergänzung am unteren Ende hätte man sicher mehr Freude gehabt, auch wenn sie damals noch nicht ganz zusammengehörten.

 

Dass von den Autofirmen gerade die Händler, die die Marke im jeweiligen Umfeld groß gemacht haben, mit Füßen getreten werden und eine Mehrmarkenstrategie fast zum Überleben notwendig wurde (als Absicherung), hat schon oft zu völlig unpassenden Kombinationen geführt wie oben, einfach aus Unsicherheit und Verzweiflung. Wenn es erst mal so weit ist, kann man den Abstieg meist nicht mehr aufhalten. Andererseits kann es einem aber auch so gehen, wie dem VAG-Mann (einziges Autohaus im Ort), der zuerst keine Audis mehr verkaufen durfte und dann war er auch VW nicht mehr gut genug. Schlussendlich war die "Lösung", das Anbieten von Seat-Modellen, dann der Sargnagel (Seat verkaufte um 2000 einfach keinen Passat-Ersatz, und selbst der Leon konnte dem Golf 4 nicht in der Beliebtheit gefährlich werden). Endeffekt Exitus. Jetzt schwinden die VW-Marktanteile halt sichtlich, weil wenn man eh in den nächsten größeren Ort muss, kann man auch einen Hyundai nehmen.


19.11.2011 17:52    |    FranzR FranzR

Zitat:

18.11.2011 00:26 | Krizzlybaer

Bin auch der Meinung, dass ein Autohaus sich vollen Herzens nur einer Marke widmen kann, so wie die 90 jährige Geschäftsführerin Margot Müller, die seit 50 Jahren ein Renault-Autohaus in Würzburg leitet. Habe auch einen Artikel in der Zeitung gelesen, im Showroom steht auch ein 90 Jahre alter Renault, noch genauso fit wie die Geschäftsinhaberin...

 

Hier mal ein internetartikel:

 

http://...leporello-kulturmagazin.de/.../das-leben-bietet-so-viel

 

Italeri, ich hoffe, dass du auch in diesem Alter noch in deinem Autohaus mehr oder weniger tätig bist

Ach, du bist auch Würzburger?

 

ja, die Margot Müller scheint ihren Laden im Griff zu haben. Ich war da auch schon...


19.11.2011 18:03    |    italeri1947 italeri1947

Das mit dieser alten Dame ist ein schöner Artikel. Zwar kenne ich die Frau nicht, aber die Firma sagt mir namentlich etwas (ich weiß in etwa, wo das ist) und kann mich erinnern, irgendwann um 2003 herum einmal dort sogar gewesen zu sein.

 

Ich hoffe ebenfalls, dass ich zumindest dieses hohe Alter erreiche. Mein Vater wurde 85 Jahre alt, und das bei guter geistiger Gesundheit - er fuhr bis zum Tod im Jahre 1994 noch Auto, und ich hoffe, dass ich das ebenfalls tun kann.


19.11.2011 22:25    |    cislinger cislinger

Gerade was Renaultwerkstätten angeht hab ich die Erfahrung gemacht, dass die grossen mit Glaspalast einfach keinen Überblick mehr haben.

50tkm und 1,5 Jahre hatte ich die zweifelhafte Ehre einen Kangoo fahren zu dürfen. Zwei mal war was an der Einspritzanlage des 1.5dci.

 

Eine grosse Kette mit mehreren Palästen in der bayrischen Hauptstadt hat einen Termin komplett "vergessen" und war extrem unflexibel in Sachen Terminvergabe und Reifeneinlagerung.

 

Eine kleinere Kette mit Palast in ner Kleinstadt hat dann die Abrechnung mit der Leasingfirma (Full Service) versaut und wollte, dass ich als Mitarbeiter die Rechnung zahle :D

 

Glücklich geworden bin ich dann bei einer wirklich kleinen, Inhabergeführten Werkstatt mitten auf dem Land.

Hier standen nicht allzu viele Neuwagen und auch nur günstige Kleinwagen. Kein Glaspalast und kein Firlefanz. Nur wenige Mitarbeiter, aber dafür unheimlich flexibel.

Termine gingen auch mal Samstags und die Wartezeit war generell gering. Hat anstandslos die Garantiegeschichten mit Renault geklärt.

Ersatzwagen? Bei den grossen darfste dann erstmal 10 Seiten ausfüllen und natürlich auch was zahlen.

Hier: "solangst nur heimfahren willst, kriegst den Espace umsonst".

200tkm auf der Uhr und 10+ Jahre alt, aber egal.

 

Ich fand die einfach supersympatisch und würd ich noch Renault fahren (wollen), würde ich auch über 50km Weg in Kauf nehmen.


25.11.2011 08:43    |    där kapitän där kapitän

Ich habe 99 meinen gerade eingemotteten Vectra neu abgeholt bei einem Händler, der aus Inkompetenz beim Service 2004 dichtmachen musste. Diesen Opel-Betrieb gab es seit 1924 und dann ... irgendwann ... wurde durch Blödheit (anders kann man es nicht sagen) und Blindheit gegenüber Kundenanforderungen gepaart mit leidlig versierten "Teiletauschern" regelrecht an die Wand gestellt.

Noch heute laufen die gleichen Gestalten bei der jetzigen Groß-Mehrmarkenkette im gleichen Ort herum, ich musste da mal wegen Werkstattbindung nach Wildschaden hin und als ich die alten Namen las, dachte ich schon "oh Gott" und mir kam es wieder hoch...

.verkehrtes Öl und zuviel

.Kühlwasserverlust wurde einfach nachgefüllt und wieder hingestellt

.zu doof zur Reparatur eines Heckscheibenrelais

.komplette Erneuerung einer Schließung, weil die Werkstatt den Zündschlüssel verlegt hat

.Schläuche nach Reparaturen einfach vergessen

.dabei arrogant-zickiges Auftreten, man kam sich wie ein Aussätziger vor

 

Ganz schlimm sowas. Eine Kleinstadt weiter gibts nen Betrieb, der hatte mal nen goldenen Schraubenschlüssel, repariert 1A, hat Ahnung ohne Ende und die Gebrauchtwagen wie Neuwagen von dort sind super... da sind natürlich alle hin und heute gibts den immer noch, mit Erweiterung auf Chevrolet und einer Autogastankstelle auf dem Hof. Und der hat zwei Büro- sowie sechs Werkstattmitarbeiter, einen Lehrling. Also echt klein, aber dafür fein. Der alte Herr schmeißt den Laden noch selbst und nimmt sich eine Probefahrt mit dem Kunden zusammen Zeit, geht jedem Schleifgeräusch nach.

 

Nun gehe ich aufgrund der Freiwerkstattpreise zu einem Freien Schrauber, der ehem. Opel-Werkstattmeister war und jetzt selbständig aktiv ist, aber wenn ich nen neuen Opel hätte (was wohl nicht mehr so sein wird), würde ich da echt aufschlagen.

Muss ich aktuell nur mal wegen Scheinwerferkappen oder Krams, was nicht in der Bucht zu finden bzw. besser original zu erwerben ist.

 

cheerio


25.11.2011 13:53    |    acur1 acur1

Ich halte benfalls nicht viel von gorßen "Glaspalästen" und glaube, dass sie auch in den wenigsten Fällen den gewünschten Erfolg ( Umsatz-Gewinn) bringen.

 

Die Kompetenz der Verkäufer oder Servitemitarbeiter mal aussen vorgelassen, wenn diese eine markenübergreifende Zuständigkeit haben, aber auch aus Sicht des Kaufmanns ist es schlichtweg kein leichtes los was man in so einem Haus zieht.

Bei bunt gemischten Marken , vielleicht noch mit gleicher Wertigekit oder Kundenorientierung fehlen einem zum Teil die Argumente um das Produkt ordentlich an den Mann / Frau zu bringen.

 

Ich finde es nicht mal sonderlicht gut, Derivate im Haus anbieten zu müssen. Ausser einem geringen Anschaffungspreis , damit verbunden eine geringe Marge und Einnahmen durch den Service gibt es da meist wenige Folgeschäfte bei Kunden mit Sparfuchsqualitäten.

Es ist einfach schöner aus einem Sortiment einer Marke das passende Fahrzeug für den Kunden zu finden und es nich nicht noch gegen sein Billigableger aus eigenem Hause verargumentieren zu müssen.


25.11.2011 16:52    |    V70_D5 V70_D5

Gerade als Renaulthändler kann man durchaus auch Nissan führen, ist ja ein Konzern und inzwischen teilen sich beide Marken viele gemeinsame Komponenten. Gilt natürlich für Dacia noch mehr.

Was aber Riekert dazu bewogen hat eine Marke wie Chrysler zu nehmen, entzeiht sich auch meiner Kenntniss.

In dem Autohaus wo ich meinen Honda gekauft habe und servicen lasse, haben sie mit Nissan begonnen und später Honda dazugenommen. Das ging nciht gut, jetzt verkaufen sie nicht mehr Honda, sondern servicen sie nur mehr. Ausserdem haben sie Hyundai dazugenommen. Ergebnis: die Servicequalität bei Honda geht zurück und sie wollen mir ständig irgendwelche Hyundais oder Nissans andrehen, wenn die Rede auf Neuwägen kommt.


25.11.2011 20:20    |    Rockport1911 Rockport1911

Das Mehrmarkenkonzept kommt ganz auf seine Umsetzung an.

Ich weiß nicht mehr wo aber Ich hab mal ein privat geführtes VAG- Autohaus gesehen das mir ganz gut gefallen hat. VW, Audi, Seat und Skoda wurden zwar unter einem Gebäude verkauft, jeder hatte aber seinen eigenen Showroom. Die Werkstatt war aber für alle Marken. Auch hatte jede Marke ihre eigenen Verkäufer.


26.11.2011 12:44    |    JustinK JustinK

Hallo,

Interessanter Artikel. Schön auch dazu mal die Meinung eines Insiders zu hören.

Ich war immer mal wieder Kunde eines Autohauses in Böblingen (Hulb) das VW/Audi/Seat vertreibt. War zwar immer zufrieden mit deren Leistung aber die Preise was Arbeiten angeht waren schon sehr überzogen.

Deswegen (zum Glück) habe ich angefangen selbst zu schrauben.

Herausragend war, als ich einen Unfall mit meinem 14 Monaten alten Seat Toledo von Abt hatte und die Wiederbeschaffung sich hin zog, mir die Werkstatt kostenlos einen alten Opel Record 2,2l schenkte nur um mich einwenig zu hinzuhalten bis ein Ersatz gefunden werden konnte. Was soll ich sagen... ich blieb dann doch lieber bei Opel :D

 

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26.11.2011 13:43    |    _RGTech _RGTech

Zitat:

Ich war immer mal wieder Kunde eines Autohauses in Böblingen (Hulb) das VW/Audi/Seat vertreibt.

Das ist Geschichte. Es ist auch nicht mehr das "Autohaus auf der Hulb", das in den 90ern hauptsächlich wegen Seat Anzugspunkt war (EU-Neuwägen, Seat Marbella unter 10.000DM), sondern nach einem kurzen "AH Kögel" ist es jetzt die "Audi Zentrum Stuttgart GmbH Niederlassung Böblingen".

 

Immerhin hat das bis auf die Markentrennung an der Kompetenz zumindest der Teileabteilung nichts geändert.


26.11.2011 17:43    |    docfraggler docfraggler

glaspalaeste sind mir prinzipiell ein graus. unpersoenlich, unflexibel und im regelfall wenig bemueht.

 

da vertrau ich lieber dem schrauber ums eck, der nicht blass wird bei dem gedanken schmutzige haende zu haben, sofern ich es nicht lieber gleich selbst richte.

 

 

gruesse vom doc


26.11.2011 21:31    |    wschraub wschraub

Ich kaufe nie meinen PKW in einem Glaspalast , wer muß den denn bezahlen der Kunde . Lieber geh ich zu einem kleinen Händler in einer Kleinstadt an den Gebrauchtwagen kann ich schon Abschätzen was sich dort Ablauft. Dort bekomme ich meistens den besseren Preis egal in welcher Form ,ob für den Gebauchtwagen mehr oder für den Neuwagen weniger oder Finanzierung billiger umter den Strich halt billiger da dort weniger Kosten sind die ich als Kunde bezahlen muß . Ich habe noch nie Kundendinstprobleme gehabt da ich ja in jeder Werkstatt bezahlen muß und darauf achte Qualität zu kaufen.


27.11.2011 17:05    |    Ireton Ireton

Das Freiburger/Gundelfinger Renault-Autohaus, das im Zuge der Finanzkrise seine Pforten schließen musste, befindet sich nur einen Steinwurf von meiner Wohnung. Merkwürdig ist für mich vor allem die Tatsache, dass dieser Autohändler in der Region omnipräsent war - gefühlt jede zweite Renault trägt den Aufkleber 'Renault - natürlich von ...'. Schade, dass dieser Betrieb schließen musste. Wenige Monate nach der Insolvenz gab es für das sehr große Gelände mehrere neue Mieter, unter anderem das 'Dänische Bettenhaus'.

 

Glaspaläste haben ihre Vor- und Nachteile. Ich bin selbst bei so einem Glaspalast Kunde, und ich kann mich über das Verhalten der einzelnen Mitarbeiter eigentlich nicht ernsthaft beschweren. Richtig aber ist, dass das Ganze sehr unpersönlich ist. Bei kleineren Händlern ist der Umgang mit Kunden unkomplizierter.


27.11.2011 22:20    |    mehrzehdes mehrzehdes

was hat eigentlich ein mehrmarkenkonzept mit glaspalast zu tun?

die mehrzahl der mehrmarkenhändler waren früher kleine kradler, die mit einer exotischen marke nicht auskommen konnten. also mußte man doppeltes spezialwerkzeug vorhalten, doppelte diagnosesysteme mieten und doppelte schulungen für teuer geld absolvieren. wenig verkaufte autos, kurze modellzyklen. das bedeutet, man konnte kaum routine auf einem typ erwerben - ein garant für werkstattmurks. dabei war gerade bei franzosen sorgfältiges, routiniertes arbeiten voraussetzung für guten erfolg. die wenig solide und wartungsfreundliche konstruktion und ausführung bedurfte stets besonders geschickter hände und akkurater einhaltung zb der drehmomente und anzugsreihenfolgen sowie sorgfältiger einpassung von dichtungen und akkurate behandlung und befestigung von plastik- und gummiteilen. letzlich bedurfte es insgesamt eines blickes für sich anbahnende probleme.

insofern kann man froh sein, daß heute viele glaspaläste dem mehrmarkenkonzept frönen. da setze ich eine vernünftige finanzausstattung und vernünftige arbeitsorganisation im werkstattbetrieb über spezialisierung innerhalb des betriebes voraus. glas und lack wird outgesourced, alles andere machen mechatroniker mit unterschiedlicher ausrichtung nach marken und gebieten.

ich brauche keinen jovialen omnipräsenten chef einer klitsche, der mich mit bitterem wärmeplatten-kaffee abfüllt, wenn die arbeitsleistung der werkstatt teure folgeschäden im übernächsten jahr zeitigt, die man dann natürlich nicht mehr auf diese arbeiten zurückführen kann.


27.11.2011 22:29    |    nd61be nd61be

Vor über 30 Jahren habe ich meinen Lebenslauf als Automobilist begonnen. Damals habe ich mir immer kleine, inhabergeführte Werkstätten gesucht, wo man als Kunde nicht nur eine "Nummer" war. Erst Fiat, dann VW. Da gab es keine großartigen Showrooms, auch Verkäufer gab es keine. Es standen 2-3 Neuwagen im Laden (mehr hatten da, neben den Felgen, Reifen und den Ständern mit Scheibenwischern und Lackdosen, auch gar keinen Platz!) und auf dem Parkplatz davor standen unter freiem Himmel auch noch ein paar Gebrauchte in allen Farben des Regenbogens, die das Attribut "gebraucht" auch noch verdienten und die man sich leisten konnte. Stattdessen durfte ich als junger Mann mit in die Werkstatt, die Inhaber waren zugleich Verkäufer, Meister und Troubleshooter in einer Person. Sie haben mir mit Stolz so Einiges gezeigt, was man zum Verständnis eines Kraftfahrzeuges benötigte. Da durfte ich auch mal eine Probefahrt mit einem Vorführwagen machen, obwohl der Inhaber genau wusste, dass man sich in absehbarer Zeit dieses Auto ohnehin nicht werde leisten können. Er wollte mir einfach eine Freude machen. Diese Betriebe gibt es nun schon lange nicht mehr, beide ereilte dasselbe Schicksal: erst wurde ihnen die Markenzulassung entzogen und anschließend haben sie sich noch ein paar Jahre als freie Werkstatt ohne Markenbindung durchgewurschtelt. So was gibt es heute nicht mehr, weil die Hersteller solche Repräsentanten gar nicht mehr haben wollen. Heute gibt es nur noch diese großen Glaspaläste, in denen mindestens ein Dutzend Neuwagen im Licht von Natriumdampflampen in Szene gesetzt werden. Geschniegelte Verkäufer wieseln geschäftig herum, die natürlich von keiner Schraube einen blassen Schimmer haben, stattdessen aber die Konditionen der herstellereigenen Leasingbank im Schlaf herunterbeten können. Hauptsache, Umsatz machen, auch wenn man die Neuwagen als Vorführwagen, Tageszulassungen oder EU-Reimporte vermarkten muss. Auf dem Parkplatz davor stehen Dutzende "Gebrauchte" in silber-, schwarz- oder anthrazit-Einheitsmetallic, die aber, da meist Leasing-Rückläufer, auch noch fast Neuwagen sind. Ihre Preisschilder weisen keine Kaufpreise mehr aus, sondern nur noch die Monatsraten, die bei der hauseigenen Finanzierung anfallen. Die etwas älteren eingetauschten Fahrzeuge werden als Paket an irgendeine Gebrauchtwagenversteigerung verramscht, und die ganz alten gehen gleich ins Ausland. Hauptsache, man befleckt seinen feinen, ersten Vertriebsweg nicht mit bereits benutzten Fahrzeugen. Als Werkstattkunde gibt man seinen Wagen bei einer "Dialogannahme" ab. Vermutlich hat der Meister dort im blütenweißen Kittel mit aufgesticktem Markenlogo vor mehr als sieben Pfingsten das letzte Mal selbst eine Schraube gelöst... In die Werkstatt darf man als Kunde natürlich nicht mehr hinein, aber was nützte das auch, denn an den heutigen Autos kann man schon längst nichts mehr in Eigenregie erledigen! Dafür kann man für die Dauer des Werkstattaufenthaltes ein Ersatzfahrzeug buchen. Das entstammt aber nicht etwa dem Fundus des Autohauses, sondern die großen internationalen Autoverleiher haben schon längst ihre Dependancen in den Autohäusern aufgemacht. Eigentlich braucht man am Wochenende weder in's Kino noch in's Theater zu gehen, das Theater kann man Life und in Farbe jeden Tag in allen Lebenslagen in der Praxis erleben, auch im Autohaus. Wen wundert's dann, dass diese Glitzerwelt allmählich in sich zusammenfällt, diese überzüchteten Betriebe sich neue Standbeine (Mehrmarkenstrategie) suchen müssen, nur um schließlich doch zusammenzubrechen und Insolvenz anmelden müssen. Gebt uns die Menschen zurück, die noch Benzin im Blut haben und die um der Sache willen ein Autohaus führen. Dann klappt's auch mit der Automobilwirtschaft! 


28.11.2011 19:38    |    docfraggler docfraggler

gerade in einem mehrmarkenhaus wird es aus betriebswirtschaftlichen gruenden wohl regelmaessig dazu kommen, dass im falle von urlaub und krankheit eben nicht der jeweilige spezi schraubt, sondern mueller oder lehmann der im normalfall andere fabrikate betreut - insofern ist es wohl kompletter nonsens den vorteil dieses konzepts in hoher kompetenz auf werkstattebene zu sehen.

 

man kann entweder alles halb machen oder irgendwas richtig, dazwischen gibts erfahrungsgemaess wenig grauzone. ich lass mir lieber halbkalten kaffee servieren, als mich von irgendwelchen bornierten teiletauschern bequatschen zu lassen, die der meinung sind sie haetten die weisheit mit loeffeln gefressen weil sie wissen wo der diagnose-stecker sitzt.

 

 

gruesse vom doc


25.12.2011 11:46    |    Trackback Trackback

Kommentiert auf: italeri1947 - Hans’ Hitparade von Autos, die keiner wollte:

 

Erzählungen aus meinem Leben im Autohaus. Die Beste?

 

[...] noch einmal durchschauen und euch dann in aller Seelenruhe für eure Stimme entscheiden.

 

Der Behindertenparkplatz.

 

Glaspaläste.

 

Die Wendejahre.

 

Der Pfarrer.

 

Der Bahnlinien-Fund (Ford Fiesta).

 

Irmgard.

 

Thema [...]

 

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25.12.2011 14:45    |    notting notting

Ich war einmal in einem Renault-AH in FR. Das hieß IIRC "Beyer" oder so, ist wohl eine kleine regionale Kette im Bereich der Kreise OG/FR, die u.a. auch NL mit VW-Konzern-Marken haben. Mein Problem war nur, dass man bei meinem recht neuen Megane III den Wischwasserstand nicht checken konnte und ich wohl zuviel gebraucht habe, sprich leer. Da ich noch in der Garantie war, bin ich halt zur Sicherheit dort zu Renault (Winter, immer wieder viel Salz auf die Scheibe bekommen etc.). Das unglaubliche: Ich komme da zum ersten Mal hin und die wollten nicht einmal für das Wischwassermittelchen Geld, Wasser gab's auch noch gratis dazu :-)

Hab dem netten Herrn dann ein paar EUR für die Kaffeekasse gegeben.

 

Der örtliche Renault-Händler, bei dem meine Eltern jahrelang waren, hat irgendwann altersbedingt aufgehört. Dann hat ein anderes Renault-AH in der Gegend dort eine Filiale aufgemacht. Inzwischen gibt's hier in der Stadt an anderer Stelle eine Filiale von denen, die nichts anders macht als Gebrauchtwagen zu verkaufen. Da es dort keine Werkstatt gibt, soll man sich laut Webseite an das hiesige Renault-AH wenden (hab allerdings dort noch nie einen Gebrauchten gekauft). Mal sehen, ob es denen genauso geht wie Rieckert(?).

 

notting


31.12.2011 15:32    |    pibaer pibaer

Zitat:

glaspalaeste sind mir prinzipiell ein graus. unpersoenlich, unflexibel und im regelfall wenig bemueht.

 

da vertrau ich lieber dem schrauber ums eck, der nicht blass wird bei dem gedanken schmutzige haende zu haben, sofern ich es nicht lieber gleich selbst richte.

Ich war bis jetzt Kunde in drei Glaspalästen und einem "Schrauber". Fazit: In den Glaspalästen war der Service ok bis sehr gut, der Schrauber hat versucht, mich auszunehmen.

Ob Verkauf und Service gut oder schlecht sind, hat mit dem Gebäude rein gar nichts zu tun, sondern mit der Führung des Geschäfts.


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