25.07.2012 12:38
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italeri1947
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Kommentare (13)
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Autos
Der Name "Buick LeSabre" bezeichnet eine ganze Reihe von Fahrzeugen, die zwischen 1959 und 2005 gebaut wurden. In den USA waren diese Modelle beliebt und zeitweise als Einstieg zur nobler positionierten, etwa als Konkurrenzprodukt zu Lexus, Acura und Infiniti gedachten Marke Buick im Programm. Einige Baureihen wurden auch in Deutschland verkauft (über das Opel-GM-Händlernetz und manchmal auch bei großen Opel-Vertragshändlern als Zusatzmarke), aber die Verkaufszahlen des LeSabre waren niemals nennenswert. Die Fahrzeuge sind heute kaum mehr anzutreffen.
Ich möchte hier in meinem Blog die zeitlich gut passende, von 1986 bis 1991 gefertigte Modellserie des Buick LeSabre erwähnen. Mit unter fünf Metern blieb die Gesamtlänge des Basismodells dieser Baureihe deutlich unter der des Vorgängers, zudem wurde der LeSabre 1986 auf Frontantrieb umgestellt. Der neue Buick war ein komplett neues Modell, wobei die Karosserieversionen beibehalten wurden: Neben der Stufenheck-Limousine gab es noch ein Coupé, und der große Kombi des Vorgängerserie wurde zunächst weitergebaut. Eine Sonderrolle nimmt das Coupé "LeSabre Grand National" ein: Etwa 120 Fahrzeuge wurden davon nur hergestellt; alle schwarz lackiert mit grauem Interieur. Dieses Fahrzeug nahm seinerzeit erfolgreich an Rennen der NASCAR-Serie teil. Heute gilt es als exklusives Sammlerstück.
In Deutschland ist der LeSabre weit vom Sammlerstatus entfernt - es wurde auch meist die viertürige Limousine verkauft, mit Motoren von anfangs 125 und 150 PS (beides V6-Triebwerke). Der 125 PS starke Motor aber wurde bereits 1987 wieder aus dem Programm genommen, ebenso kam Buick mit dem einfacher ausgestatteten Basismodell "LeSabre" ohne Zusatzbezeichnung an. Ebenfalls war nun auch der LeSabre als "T-Type" erhältlich, der immer eine schwarze Lackierung und in Mattschwarz gehaltene Zierteile mitbrachte. Diese Ausstattungslinie gab es auch für die anderen Karosserieversionen, aber der "T-Type" an sich wurde nur als Coupé verkauft. Das Modell aber wurde 1990 schon wieder eingestellt, weil sich zu wenige Käufer dafür erwärmten.
Der verbliebene V6-Motor erstarkte zum Jahreswechsel 1989/1990 auf 165 PS - ansonsten blieb alles beim Alten. Der LeSabre wurde kaum mehr verändert und erhielt mit Ausnahme neuer Breitband- statt davor Doppelscheinwerfern keine besonderen Beigaben mehr. Aus gutem Grund: Der LeSabre war ein großer Erfolg und hatte sehr feste Kundenkreise, die so treu waren, dass man sich dachte, man müsse den auf dem Heimatmarkt sehr erfolgreichen "Mittelklässler" gar nicht verbessern - die Kunden kommen ja sowieso in die Autohäuser der Marke.
Die Bilanz sah im Sommer 1991 eine stattliche Gesamtanzahl von 723.300 Fahrzeugen dieser Baureihe, die seit 1986 das Werk verlassen hatten, vor. 19.700 Exemplare entfielen noch auf den (alten) Kombi "Estate". Einen Nachfolger selben Namens gab es direkt im Anschluss.
Was bleibt, ist auf dem deutschen Markt ein absolut unterschätztes Auto, ein echter Außenseiter für meist sehr wenig Geld. Wenn es noch einen LeSabre dieser Modellreihe gibt, kann er nicht viel kosten. Hier habe ich einen 1987er für unter 700 Euro gefunden, der so schlecht gar nicht aussieht. Sicherlich ist dieses Auto Geschmackssache, und so ein alter Ami aus den 80er-Jahren ist nicht jedermanns Ding, aber der LeSabre ist faktisch nicht schlechter als entsprechende europäische Produkte seiner Zeit: In manchen Dingen, etwa was Platzangebot, Komfort und Ausstattung betrifft, rangiert er sogar vor entsprechenden Konkurrenten seiner Zeit. Technisch ist der LeSabre recht problemlos - im Grunde ist das ein gutes Auto! |



Kommentare: 13
25.07.2012 12:49 |
Fordlover1975
Schick, wieder einer der es nicht nach D geschafft hat........
25.07.2012 13:28 |
Tob30
Danke, danke, danke Hans...
Hier mal eine echter Exot auf deutschen Strassen. Ein gute erhaltenes Exemplar könnte mir als Fahrzeug für den Alltag durchaus gefallen.
Schöner Bericht. Bitte bringe doch öfters mal US-Fahrzeuge ins Spiel!
25.07.2012 13:40 |
italeri1947
Aber gern doch. Vielleicht interessiert dich meine Reihe "Deutsche in den Staaten" mit dem Merkur (Ford Scorpio), Asüna GT und SE sowie Passport Optima (Opel Kadett E) oder Cadillac Catera (Omega B), aber es wird noch Etliches kommen - ich wollte vor allem US-Fahrzeuge, die es um 1990 herum als Neuwagen in Deutschland zu kaufen gab, beleuchten.
25.07.2012 13:42 |
Wandlerautomatik
Ja klar hat der das nicht nach Deutschland geschafft, aus naheliegenden Gründen: 150PS aus 3.8L Hubraum bei 1,5t-1,9t Leergewicht. Hat jemand mal noch das Nenndrehmoment? Das wird schon ganz nett sein, aber der Spritverbrauch auch.
Dann sehen wir den weit vor der Vorderachse liegenden, quer eingebauten V6 Graugussblock! Untersteuern wird gar kein Ausdruck sein, für das Fahrverhalten: Querdynamik? Nö, gar keine... Geradeaus cruisen auf möglichst langer Strecke mit viel Zeit/Geduld: ja. Wem das reicht.
25.07.2012 14:00 |
Tob30
@Hans:
die habe ich alle gelesen! Dein Blog ist eine feste Größe für mich auf MT!!!
@Wandlerautomatik:
leider mal wieder voll der üblichen Vorurteilen über US-Fahrzeuge. Du könntest also als Redakteur bei der Autobild beginnen. Herzlichen Glückwunsch!
Mir ist das nur recht. So bleibt die entspannte Art der Fortbewegung (abseits von "knackigen Schaltungen", "sportlichen Fahrwerken", "hoher Querdynamik" uuuuuuunnnndddd jeder Menge "Haptik") einer kleinen Gruppe echter Genießer vorbehalten.
Übrigens: mit US-Cars hat alle 100 Meilen ein Panne...
25.07.2012 14:09 |
mbjadcnein
Eben nicht!
Hohe Drehzahlen braucht der ja kaum.
Soll auch Leute geben, welche mit dem nervösen Herumgewiesel weniger anfangen können.
25.07.2012 18:11 |
rpalmer
Naja gut aussehen, der im Link ist verdellt, beginnt schon an Schweller/Radlauf und den Türen mit dem Rosten und ich glaub für 700€ kann man auch nicht viel von der Technik erwarten (Stichwort: Reparaturstau). Da zahl ich lieber 1500€ und hol mir einen gepflegten, regelmäßig gewarteten
25.07.2012 18:40 |
HemiV8
Das ist das große Problem bei amerikanischen Fahrzeugen in Deutschland.
Die meisten Besitzer dieser Fahrzeuge investieren ihr Geld lieber in Edelbrock Luftfilter, Auspuffbirnen, indianische Traumfänger ... als ihrem Auto mal einen vernünftige Service zu gönnen.
Daher kommt auch zum Teil das Gerücht des Spritsäufers.
Mein Buick Regal war der erste Ami von dem ich sagen konnte: Der wurde gepflegt. Zwar auch nicht übermäßig wie es sich meiner Meinung nach gehört, aber immerhin etwas wurde hin und wieder getan.
Daher habe ich auch 300 € bezahlt als wie er ursprünglich inseriert war, da sich eine ganze Horde für den Wagen interressierten.
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Ich habe zwar "nur" den 3.1 V6 drin allerdings braucht der nicht mehr als die vielen W124 Benz mit gleicher bzw. sogar schwächerer Maschine die in meiner Bekanntschaft fahren.
Mir schon. Allerdings kann meiner wenn er will auch zügig durch die Kurven. Da damals (leider) die Zeiten der Dickschiffe mit Seegang vorbei waren. Mein Buick ist nämlich ziemlich straff abgestimmt.
25.07.2012 18:59 |
Romiman
Ich fuhr viele Jahre einen technischen Bruder (Cadillac). Klar, kein Auto zum Sparen. Teilweise mit liderlicher Detailqualität.
Aber sein entspanntes Grundwesen und der gemütliche Innenraum fehlen heute völlig am Markt.
26.07.2012 11:42 |
Tob30
"Hauptsache sportlich" wird dem Kunden heute eingeflüstert. Mir fällt spontan keine Marke ein, die einen anderen Weg gehen würde. Mercedes, die Franzosen und auch die modernen Amis. Und alle fahren drauf ab. Ging mir bis zu meiner ersten Fahrt in einem Lincoln auch so. Inzwischen kommt mir kein BMW, Vauweh, Audi mehr auf den Hof. Für die Zukunft wird die Luft aber dünn, da sich die Marken immer ähnlicher werden.
26.07.2012 12:55 |
italeri1947
Kann ich nur so bestätigen. Da große US-Fahrzeuge hierzulande einem hohen Wertverlust unterliegen und als gebrauchte Autos eher unbeliebt sind - eben wegen den Vorurteilen - sind die Preise teils aberwitzig niedrig und locken somit Zeitgenossen an, die wir als Vorbesitzer nicht sehr schätzen: Da kann zwar der niedrige Kaufpreis eines älteren Chrysler, Buick, Cadillac etc. wie auch irgendwelcher Nippes von optisch grenzwertigem Zubehör gerade noch gestemmt werden, aber es fehlt das Geld, geht es um Service und Wartung.
Unter solchen Umständen wird jedes Auto irgendwann ein unzuverlässiger "Problembär".
26.07.2012 16:45 |
HemiV8
Mache nehmen den Spruch: Never touch a running system !" zu wörtlich !
Wenn du mal einen Artikel über den Buick Regal verfassen solltest, würde es mich freuen wenn du mich zuvor anschreibst.
(73 mal aufgerufen)
11.08.2012 08:46 |
amgolfV
Den Buick LeSabre sieht man hier täglich zigfach und es ist ein echtes Allerweltsauto.
Besonders beliebt ist der bei Leuten die ein günstiges zuverlässiges Auto brauchen.
Und die Motorisierung ist spritziger als man glaubt und total ausreichend.