MOTOR-TALK News - Aktuelle News rund ums Auto & Motorrad aus der Redaktion

02.08.2012 12:47    |    HyundaiGetz HyundaiGetz    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: , , , , , , , ,

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Irgendwann kommt die Zeit, da muss etwas Neues her... so ist es auch bei meiner Schwester. Ihr aktuelles Auto ist bereits etwas in die Jahre gekommen und passt nicht mehr unbedingt für den derzeitigen Arbeitsweg. Aktuell fährt sie einen 2003er Twingo Solei 1.2 mit 58 PS. Keine Ausstattung bis auf Radio mit Kasette und das beliebte Faltdach. Kilometerstand knappe 140.000, nächster TÜV im Dezember diesen Jahres (würd' er aber wohl mit einem kleinen Aufwand schaffen), ein reparierter Unfallschaden am Heck und nicht Scheckheft gepflegt. Das Auto hat sie ohne Probleme die letzten 7 Jahre durch ihren Studienzeit und die ersten Berufsjahre begleitet. Aber langsam wünscht sie sich etwas neues...

 

Was soll es werden?

 

Ein praktischer, wendiger Klein(st)wagen mit sparsamen Motor, da sie derzeit 50 km zur Arbeit fährt (einfache Strecke). Die Auswahl in diesen Fahrzeugkategorien ist ja mittlerweile recht groß, dennoch vielen einige Fahrzeuge bereits schnell raus, da

 

... sie optisch nicht gefielen (Ford Ka, Chevi Spark)

... beim Probesitzen rausgefallen sind (Nissan Micra, Fiat Panda)

... keine Werkstatt in der Nähe ist (Kia Picanto)

... zu teuer und zu groß sind (VW Polo)

 

etc. etc. Wir sind die komplette Liste der möglichen Autos durchgegangen und haben schlussendlich mit einem Opel Corsa, einem Mitsubishi Colt, einem Skoda Citigo und einem Suzuki Splash eine Probefahrt gemacht.

 

Der Corsa gefiel uns (ist uns ja auch bereits bekannt), aber ist ansich doch eine Nummer zu Groß, als Benziner zu durstig und als Diesel zu teuer. Die Probefahrt im Colt gefiel uns leider garnicht - es ist sicherlich kein schlechtes Auto, aber wir haben uns nicht wohl gefühlt. Negativ auch das es ESP nicht für den 75 PS gibt - Thema Colt erledigt.

 

Der Splash war nach der Probefahrt und dem ersten Angebot unser Favorit. Praktisches Auto, angenehmes Fahrgefühl. Gestern haben wir den Twingo noch einmal bewertet lassen und das Angebot nochmal durchrechnen lassen. Beim ersten Angebot hatte sich der Verkäufer verrechnet und der Splash wurde ansich teurer und das Angebot für den Twingo geringer. Da uns der Suzuki Verkäufer auch nach Rücksrache mit der Geschäftsleitung kein besseres Angebot unterbreiten konnte, haben wir das Autohaus verlassen...

 

Vor dem Splash sind wir bereits den Citigo gefahren, der uns auch gut gefallen hat. Er ist zwar kleiner als der Splash, dennoch fühlt sich meine Schwester sehr wohl im Auto. Da sie meistens alleine oder zu zweit unterwegs ist, reicht ihr das Auto auch völlig aus. Nachdem uns das Angebot vom Splash nicht mehr so recht zusagte, sind wir gestern nochmal zu Skoda und haben noch einmal eine Probefahrt mit dem Citigo gemacht. Nach der Probefahrt und dem Angebot des Skoda Verkäufers stand die Entscheidung fast fest: Der Citigo soll es werden! Das Autohaus bietet immerhin 800,- für den Twingo! Meine Schwester hat nochmal Rücksprache mit unserer Versicherungsfrau bezüglich des Versicherungsbeitrags gehalten und heute wurde bestellt:

 

Skoda Citigo 3-Türer

1.0 Benziner 60 PS (Wegen der Getriebeübersetzung besser für Langstrecke als der 75 PS Motor)

Ambition-Variante

Metallic Lackierung in Silver Leaf Metallic

Ambition-Komfort Paket (Radio, Klima, el. Außenspiegel mit Heizung, Sitzheizung)

zusätzliche Lautsprecher fürs Radio

 

Das wars. Alles was sie braucht und für sie nach dem Twingo teilweise auch schon Luxus.

 

Nun heißt es ca. 8 Wochen warten... wir hoffen es geht schnell vorbei. ;)


26.05.2011 18:36    |    HyundaiGetz HyundaiGetz    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Nach langem Warten war es am letzten Sonntag soweit: Der Flieger in den Mallorca Urlaub hob ab! Da wir nicht zum Ballermann, sondern lieber die Insel erkunden wollten, brauchten wir auch einen Mietwagen.

 

Da ich bisher noch nicht so große Erfahrung mit der Anmietung von Fahrzeugen habe, griff ich auf den Vermieter "Sixt" zurück. Wirklich teurer als die Konkurrenz war er auch nicht - außerdem konnte man auch als 21-jähriger bereits ein Auto anmieten. Gebucht wurde die günstigste Fahrzeugklasse - Beispielfahrzeug Peugeot 107.

 

Nachdem wir am Sonntag morgen unseren Koffer eingesammelt haben, ging es zum Sixt Schalter in der Einkaufshalle des Flughafens. Die Dame am Schalter schaute im System nach, welche Fahrzeuge verfügbar waren und wir konnten zwischen Hyundai i20, Ford Fiesta und Renault Clio auswählen - also eine Fahrzeugklasse höher als eigentlich gebucht. Da ich ja selbst einen i20 fahre und mich der Clio schon länger interessiert hat, entschied ich mich spontan dafür. Dann konnten wir uns noch zwischen Diesel- und Benzinmotor entscheiden: Ich entschied mich spontan für den Diesel, ohne die aktuellen Spritpreise in Spanien zu kennen. Im Endeffekt die richtige Entscheidung!

 

Im Parkhaus angekommen holten wir den Schlüssel für unser Auto auf Zeit ab. Da es bei uns ja so üblich ist, dass unsere Autos Namen bekommen, bekam natürlich auch der Clio einen: Clemens! Wir hatten also für 4 Tage einen Clemens.

 

Auf Knopfdruck begrüßte uns Clemens mit einfachem Blinken... vor uns stand ein silberner Clio als 5-Türer mit dem 1.5 dCi Motor mit 86 PS. Die Ausstattung ist ungefähr mit der deutschen "Dynamique" vergleichbar: Zentralverrieglung mit Funk, el. Fenster, Airbags, Servolenkung, Klimaautomatik etc. ist vorhanden - nur die elektrischen Außenspiegel und ich glaube auch ESP fehlen.

 

Unsere erste Fahrt ging quer über die Insel vom Flughafen zum Hotel nach Can Picafort. Bereits nach den ersten Metern merkte man: Clemens wird ein angenehmer Begleiter für die Zeit. Die Federung ist wie die Sitze französisch weich, aber auf den teilweise schlechten Straßen doch recht angenehm.

 

Der Motor zieht ordentlich von unten rauf, ohne merkbares Turboloch. Die 86 PS reichen im Alltag vollkommen aus - selbst die teilweise recht steilen Berge stellen für den Clio absolut kein Problem dar. Auf der Schnellstraße fehlt auf Dauer aber leidr der 6. Gang - wobei ich sowieso dafür bin, jedes Auto mit einem 6. Gang auszustatten.

 

Platzmäßig reicht der Clio für zwei Personen wirklich aus. Auf der Rückbank ist Klassenüblich etwas weniger Platz, hinter mir hätte niemand mehr sitzen können. Der Kofferraum hat unsere großen Koffer (frei nach dem Motto "Packen wir mal für mehrere Wochen ein...") gut aufgenommen. Der alltägliche Wocheneinkauf passt also sicherlich auch rein.

 

Leider ist die Schaltung etwas hakelig und irgendwie knochig. Die Gänge gehen teilweise etwas wiederwillig rein... muss man sich wirklich sehr dran gewöhnen. Die Schaltwege sind aber angenehm kurz.

 

Insgesamt gesehen ist der Clio für Mallorca ein ideales Auto: Nicht zu groß, nicht zu klein - auf den engen Kurvenstrecken habe ich oft gesagt, wie glücklich ich bin, kein größeres Auto genommen zu haben. Die Federung ist angenehm komfortabel - am Anfang wirklich etwas schaukelig. Platzangebot wirklich ausreichend, Motor super! Den hätte ich in meinem i20 auch manchmal gerne.... Verbrauchsmäßig lagen wir übrigens bei exakt 5,0 Liter. Insgesamt sind wir in 4 Tagen etwas über 800 km gefahren.

 

Der Abschied tat schon etwas weh. Hoffen wir mal, dass die Nachmieter auch gut mit Clemens umgehen. ;)


03.06.2009 21:51    |    HyundaiGetz HyundaiGetz    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: , , , , ,

Da unser Corsa wegen Bremsproblemen in der Werkstatt stand, hatte ich gestern die Möglichkeit einen Renault Koleos Probe zu fahren.

 

Vor mir stand ein 150 PS starker SUV, in der Dynamic-Ausstattungsvariante im dezenten Silber-Metallic. Die Alufelgen und die dezente Absetzung des unteren Teils finde ich sehr gut gelungen. Meiner Meinung nach ist der Koleos eh ein ganz sympathischer, schicker SUV, und mal etwas anderes als die kantige Konkurrenz. Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich.

 

Die bequemen Sitze laden zum verweifeln und längeren Reisen ein, leider hat das Leder trotz knapper 15.000 km an den Sitzwangen schon deutlich gelitten - vielleicht ein Tribut an die harte Vorführwagennutzung oder doch Schwächen in der Qualität? Das Cockpit ist schick gestylt, und fasst sich dank weicher Oberflächen auch angenehm an.

 

Was mich etwas stört ist die wirre Bedienung: An die interessante Lenkradfernbedienung (Ein Rädchen zum Senderwechsel? :confused: ) hatte ich mich schnell gewöhnt. Aber wer sucht bitte den Einschalter des Tempomats in der Mittelkonsule ganz unten? Ich eigentlich nicht! Einmal eingeschaltet, lässt sich der Tempomant aber praktisch über die Lenkradfernbedienung bedienen. Auch die kleinen Radioknöpfe sind auf den ersten Blick erst etwas verwirrend, und leider ist das Radio etwas tief angebracht. Ein Austausch mit der Klimaanlage wäre angebracht. Ansonsten bin ich auch nicht so recht mit der Schlüsselkarte zurecht gekommen. Offen & Zu ist logisch, aber was der "Kofferraumknopf" dort zu suchen hat, frage ich mich immer noch. Wenn man darauf drückt, passiert irgendwie nichts. Oder hätte ich erst drei mal um's Auto laufen müssen oder eine interessante Knöpfchenkombination eingeben müssen?

 

Der Motor ist natürlich klasse... Gut ich bin dank 68PS-C1 auch schnell zu begeistern. Aber der 150 PS Diesel zieht ohne Anfahrschwäche ordentlich durch, und lässt sich auch gut sparsam schalten. Dabei hätte dem Getriebe eine bessere Führung gut gestanden...

 

Das Fahrwerk ist sehr angenehm Weich. Für sportliche Fahrer ist ein SUV ja sowieso nichts - mein Bruder war natürlich nicht begeistert. Wenn man einen Corsa mit Sportfahrwerk & 17" gewöhnt ist, kommt einem der Koleos natürlich etwas schwammig vor... Auch die Lenkung passt gut hierzu: Etwas französisch indirekt und weich, aber man gewöhnt sich schnell dran...

 

Für die sauerländischen Kurvenstrecken ist der Koleos aber nicht so gemacht... das weiche Fahrwerk macht dort keine Freude, da man keine hohen Kurvengeschwindigkeiten erreicht. Außerdem ist der "Kleine" für die manchmal sehr schmalen Straßen fast schon zu groß... Ab und an wurd es doch etwas eng.

 

Was mir fehlte, sind so angenehme Annehmlichkeiten, wie ein Tippblinker. Gut habe ich in meinem C1 natürlich auch nicht, aber in der Fahrzeugklasse sollte es schon üblich sein.

 

Dank Parkpiepser vorne und hinten ist auch das Rückwärts einparken für mich kein Problem ;).

 

Ansonsten nichts aufregendes zu berichten: Viel Platz auch im Kofferraum, angenehmer Einstieg, gute Übersichtlichkeit.

 

Insgesamt also eine interessante, und preiswertere Alternative zu einem VW Tiguan etc. Aber leider fehlt ein wenig das Image...


02.01.2009 18:05    |    HyundaiGetz HyundaiGetz    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Heute hatte ich die Möglichkeit einen Dacia Sandero kurz Probezufahren. Der Vorführwagen war ein 1.6 MPI in der Lauréate-Ausstattung. Also der große Benziner (87PS) mit der besten Ausstattung (Seitenairbags, Bordcomputer, ZV mit Funk, el. Fenster vorne, el. Außenspiegel etc.), dazu noch mit Metalliclack und Klima&Soundpaket.

 

Optisch ist jedes Auto natürlich Geschmackssache - so auch der Dacia. Ich finde ihn nicht hässlich, aber auch nicht umbedingt hübsch. Eben ein relativ unauffälliges Auto, nachdem man sich nicht großartig umdreht, aber auch nicht denkt "Scheiße, wie sieht der denn aus!". Allerdings finde ich das der Sandero etwas zu hochbeinigt wird - also die Bodenfreiheit etwas zu groß geraten ist, man merkt das der Dacia eher für schlechte Rumänische Straßen geplant wurde. Durch eine gute kleine Tieferlegung, wäre das Problem allerdings auch behoben. Auch die Farbe ist eher schlecht gewählt: Das Beige-Metallic trägt zum langweiligen Auftreten noch dazu. In Rot- oder Blaumetallic sieht der Sandero sicherlich schicker aus.

 

Im Innenraum geht es relativ großzügig zu - bei einem Auto mit einer Länge von über 4 Meter habe ich aber auch nichts anderes erwartet. Der Platz ist für große Fahrer und Beifahrer (je über 190 cm) sehr gut. Auf der Rückbank geht es natürlich etwas enger zu, aber man findet auch dort auch durchaus Platz. Überraschend ist der Kofferraum, ich finde ihn deutlich Größer als beim Opel Corsa D oder VW Polo - leider ist die Ladeschutzkante nicht verkleidet, Kratzer sind also vorprogrammiert.

 

Die Anmutung und Verarbeitung im Innenraum würde ich als in Ordnung einstufen, allerdings bin ich ja auch nur einen Citroen C1 gewohnt, der ja auch kein König im Bereich Vearbeitung ist. Alles wirkt gut zusammengebaut, nichts klappert. Natürlich sind die Materalien nicht perfekt, es ist Hartplastik verarbeitet, aber bei dem Preis wirklich zu verschmerzen. An einigen Dingen merkt man natürlich schon, das nicht alles perfekt ist, so z.B. die Haltegriffe im Innenraum sehr wackelig, einige Schrauben in Ablagen sind sichtbar, und der Teppich im Kofferraum ist nicht sonderlich dick. Man muss natürlich den Preis bedenken...

 

Bei den Türen, der Kofferraumklappe und der Motorhaube habe ich eine kleine Überraschung erlebt. Die Türen wirken eher zierlich, und weniger dick. Machen keinen sonderlich sicheren Eindruck, dagegen sind Kofferraumklappe und Motorhaube sehr schwer und machen einen guten Eindruck beim schließen. Interessante Mischung... Leider musste ich Rost an der Motorhaube feststellen: Der Metallbügel, der die Motorhaube im Schloss hält, hatte leichte Rostspuren - versteht man was ich meine?

 

Die Sitze waren okay. Sie hätten eine Spur härter sein können, wie der Langstreckenkomfort ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Leider wackelte der Fahrersitz schon nach knappen 3.000 km. Für sportliche Fahrer sind die Sitze wohl eher nicht geeignet, da kein großer Seitenhalt vorhanden ist.

 

Sehr positiv ist mir die gute Übersichtlichkeit aufgefallen: Man sieht wo der Wagen anfängt, und auch wo er endet. Eine Einparkhilfe ist nicht nötig. Auch der Seitenblick ist durch die großen Seitenscheiben kein Problem.

 

Schaltung und Kupplung sind für mich etwas weich ausgefallen. Nach kurzer Zeit hat man sich aber an das Zusammenspiel gewöhnt. Die Schaltung hätte etwas mehr Gefühl beim Einlegen der Gänge nötig, auch die Schaltwege sind etwas lang ausgefallen. Der lange Schalthebel wackelt beim Fahren - auch über normale Straßen.

 

Die Lenkung ist auch keine Offenbarung. Sie ist zwar etwas Gefühllos, aber man gewöhnt sich ganz gut dran. Es gibt sicherlich direktere Lenkungen, aber eben auch sportlichere Fahrzeuge. Zum Gesamteindruck des Autos passt die Lenkung.

 

Das Fahrwerk ist eher auf Weich gestimmt, also relativ komfortabel. Man hat aber ein sicheres Gefühl - ESP habe ich nicht vermisst.

 

Natürlich noch ein kurzer Satz zum Motor. Hätte ich nicht gewusst das 87 PS unter der Haube sind - oder sein sollen - hätte ich es nicht gedacht. Die Kraftentfaltung ist eher zäh, bei einem Entspannten Fahrstil ist der Motor aber passend. Die Geräuschentwicklung ist in Ordnung, schneller als 100 km/h konnte ich aber leider nicht fahren.

 

Mein kurzes Fazit: Ein interessantes Auto, ausreichend Groß, Sicherheitsmäßig auch in Ordnung. Der Motor könnte etwas mehr Kraft vertragen, die Details etwas besser ausgearbeitet. Aber für den Preis ist der Sandero wirklich sehr gut. Kein Auto für sportliche Fahrer, sondern für Leute die das Auto für den Hauptzweck sehen: Von A nach B bringen.

 

Was mich noch Überrascht hat: Der Sandero ist Erstzulassung August 2008, und hatte gerade einmal 2.950 km gelaufen. Ich hätte gedacht, das der Sandero mehr getestet wird.... vermutlich spielt der Logan aber im Bereich Dacia die größere Rolle...


11.10.2008 14:03    |    HyundaiGetz HyundaiGetz    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: , , , , , ,

Ich bin schon Jahrelanger Renault Twingo Fan. Der kleine Franzose mit dem gewissen Charme, dem man seine Fehler einfach verzeiht. Meine Schwester fährt aktuell ihren zweiten Twingo, den ich gestern zufällig noch gefahren bin. Seitdem der neue Twingo auf dem Markt ist, will ich dieses Fahrzeug mal austesten: Heute hatte ich die Möglichkeit dazu. Ich werde den neuen Twingo mit dem Alten Twingo und meinem Citroen C1 vergleichen.

 

Mein Probe-Twingo war ein 2008er Authentique in Funkenorange-Metallic. Authentique heißt die Basisausstattung, aber immerhin schon mit elektrischen Fensterhebern, Zentralverrieglung mit Funkfernbedienung, Servolenkung, Airbags, ABS - also genau die Ausstattung die auch mein C1 hat. Unser Twingo muss ohne ZV und Servolenkung auskommen, was ich sehr nervig finde. Also Extras waren noch das "Klang&Klima" Paket verbaut.

 

Optisch ist der Twingo - wie jedes Auto - Geschmackssache. Er ist mit dem alten Twingo überhaupt nicht mehr vergleichbar. Der alte Twingo hatte Charme und Charakter, was dem neuen Twingo fehlt: Es ist ein verwechselbares Auto geworden, er sticht nicht mehr aus der Masse hervor, und es könnte genauso gut ein Citroen, Nissan oder sonstiges Auto sein. Die Dynamic oder GT-Ausstattung finde ich persönlich mit den silbernen Blenden in der Frontschürze etwas hübscher. Die Außenfarbe macht natürlich auch viel aus: In Silber oder Dunkelgrau sieht das Fahrzeug ganz anders aus als in diesem "billig" wirkenden Orange.

 

Der Innenraum: Natürlich erwartet einen Hartplastik, aber war das in dieser Preisklasse anders zu erwarten? Weder mein C1 noch der alte Twingo bietet da etwas anders - selbst einen VW Polo gibt es anscheinend nur noch mit Hartplastik Innenraum. Alles scheint aber ordentlich verarbeitet zu sein, natürlich muss man mal schauen, wie stabil das alles noch nach ein paar Tausend Kilometer ist. Überraschend finde ich immer, wie (relativ) Klapperfrei unser 2003er Twingo ist, da hört man bei meinem 2007er C1 öfter schonmal was, allerdings hat dieser im Verhältnis auch schon mehr gelaufen (Probe-Twingo 6.000 km, Unser Twingo 75.000 km, mein C1 39.000 km). Übersichtlich ist der Innenraum allemal, es gibt ja auch wenig Schalter, und die die da sind, erklären sich von Selbst. Den Knopf für die Zentralverrieglung innen finde ich besonders im Großstadtbetrieb sehr praktisch, und fehlt mir bei meinem Auto. Der Tacho in der Mitte ist natürlich Geschmackssache, mich stört es nicht, das dieser dort sitzt, natürlich sehen das andere Nutzer anders. Ingesamt ein für den Preis solide wirkendes Auto, ohne großen Schnick-Schnack. Ein Drehzahlmesser fehlt in dieser Ausstattung, fehlt mir aber auch nicht wirklich.

 

Vorteil der kurzen Karosserie und der großen Scheiben ist die gute Übersichtlichkeit, die ich schon vom alten Twingo kenne. Mein C1 hat eine relativ breite C-Säule und ist daher etwas unübersichtlicher.

 

Das Kupplungs- / Schaltungsspiel finde ich sehr gut, kurze Schaltwege, gut dosierbare Kupplung: Direktes Anfahren ohne Abwürgen oder unnötig Hochtourigem Fahren direkt möglich. Auch die Lenkung mit Servounterstützung ist präzise und nicht zu leichtgängig. Die Bremsen sind gut zu dosieren, und die Bremswirkung ist schon bei leichtem Antippen vorhanden - bei meinem C1 muss man schon etwas fester treten - was aber eine Gewohnheitssache ist. Die Federung ist relativ weich, allerdings bin ich von meinem C1 auch ein relativ hartes Fahrwerk gewöhnt. Für mein Empfinden ist das Fahrwerk wohl auch Langstreckentauglich.

 

Da ich nicht der Kleinste bin (ca. 192 cm) ist für mich die Sitzposition immer sehr wichtig: Im neuen Twingo in dieser Ausstattung ist sie okay, könnte besser sein, höhere Varianten haben einen Höhenverstellbaren Sitz, womit die Sitzposition perfekt ist. Im alten Twingo sitzt man eher wie ein Affe auf dem Schleifstein (so heißt doch dieser Spruch?), aber das ist ein Negativzug, den ich dem alten Twingo gern verzeihe. In meinem C1 sitze ich ganz gut, der Abstand zwischen Bein und Lenkrad könnte besser sein (mit manchen Schuhen ist Fahren nicht möglich).

 

Zu den Sitzen: Im alten Twingo eher unbequem für große Leute, zu weich, zu klein, irgendeine Metallstange habe ich immer im Rücken: Schon nach kurzer Strecke habe ich Rückenschmerzen. Die Sitze in meinem C1 sind relativ hart, nicht sonderlich ausgeformt, aber dennoch ganz bequem. Nicht umbedingt Sitze für Täglich 150 km, aber dafür kauft man sich den C1 ja meistens nicht. Die Sitze im neuen Twingo sind für meinen Geschmack ganz gut, nicht zu weich, nicht zu hart, nicht zu Sportlich ausgeformt (Bin kein Fan von Sportsitzen) - in höheren Varianten sind die Sitzpolster von etwas höherer Qualität, was ich noch eher bevorzugen würde.

 

Der Motor im neuen Twingo ist der gleiche wie in unserem 2003er: 1.2 Liter Hubraum mit 58 PS. Für mich Ausreichend, wobei ich wohl auch Dauer den größeren Motor bevorzügen wurde, hinsichtlich der Berge hier im Sauerland. Für reinen Stadtverkehr braucht man aber nicht mehr PS. Dank 4 Zylinder läuft der Motor ungewohnt ruhig, mein Dreizylinder läuft da deutlich unrunder, ist aber etwas flotter im Anzug.

 

Im Großen und Ganze hat mir der Twingo sehr gut gefallen. Man darf ihn nicht mit dem alten Twingo vergleichen, aber er ist ein gutes Auto. Wenn ich in 2-3 Jahren ein neues Auto suche, könnte ein Twingo sicherlich in Betracht kommen. Wirkliche Schwachstellen habe ich bei der Probefahrt nicht gefunden. Alternativ: Sammelt für mich Geld, dann kauf ich mir direkt den Twingo! :)


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