Liebe Leser,
rund ist er, wenn man ihn im Profil betrachtet und den Blick von der Front zum Heck gleiten lässt.
Manche Frauen würden vielleicht sagen, er sei süß oder knuffig, doch das wird niemand wirklich über die Lippen bringen, denn irgendetwas stört diese runde und über mehr als zehn Jahre bekannte Seitenlinie des Audi TT.
Was das ist?
Dafür muss man eigentlich nicht zweimal hinschauen, denn es ist dieser Heckspoiler, böse Zungen würden von einer Frittentheke sprechen, der sich ins Bild drängt und einen unmissverständlichen Hinweis gibt.
Doch worauf?
Wer sich aufmacht und die tief ausgeschnittene und gierig aufgerissene Frontschürze betrachtet, dem stockt bereits jetzt der Atem. Doch im selben Moment wir der AHA-Effekt von 12 in einer Reihe angerichteten LEDs auf jeder Seite nochmals intensiviert, die böse den leicht verunsicherten Blick des Betrachters erwidern und unter Garantie für eine freie linke Spur auf der Autobahn sorgen - die Folge dieser Reizüberflutung wird einem schnell klar:
Vor mir steht kein gewöhnlicher TT, mit einem braven Vierzylinder unter der Haube. Die könnten nicht mal so böse schauen, wenn sie unbedingt wollten.
Selbst der TTS, bis jetzt mit 200 kW/272 PS stärkster Abkömmling des TT-Clans, sieht auffällig unauffällig aus gegen diesen bösen Abkömmling der TT-Familie.
So langsam dämmert es dem Betrachter.
Dieser Wagen hat mehr zu bieten, viel mehr.
Er wirkt trainiert und muskulös wie ein Athlet, jeder Quadratzentimeter seiner Blechhaut scheint zu flehen, zu betteln, dass der Betrachter einsteigt, den rechten Fuß fallen lässt und den Wagen hinaustreibt auf eine leere Straße, wo es nur den Wagen und das Asphaltband gibt, sonst nichts.
Der bedrohliche Verführer nennt sich Audi TT RS, wurde Anfang 2009 vorgestellt und wird seit Sommer 2009 ausgeliefert.
Den Reiz dieses Wagens macht, neben der bulligen Optik, zu einem nicht unerheblichen Teil der Inhalt des Motorraums aus, genauer gesagt liegt er in der Zylinderzahl.
Nicht vier, nicht sechs, sondern fünf Zylinder werkeln in dem turbobefeuerten Triebwerk mit 2,5 Litern Hubraum.
Der Motor, der in seinen Grundzügen dem US-Jetta von VW entstammt und dort unauffällig seinen Dienst tut, wurde von der Quattro GmbH mittels eines Turboladers und Modifikationen an Pleuel und der TFSI-Einspritztechnik aufgerüstet und zu einem modernen Sporttriebwerk verwandelt.
Das Biest unter der Haube mit der ungewöhnlichen und daher charakteristischen Zündreihenfolge 1-2-4-5-3 und dem genialen Sound (Soundfile zum TT RS ) wuchtet den dank seines Allradantriebes nicht gerade leichten (knapp 1450 kg Leergewicht)TT RS in 4,6 Sekunden ohne Schlupf oder Gripverlust von 0 auf 100 km/h und beschleunigt auf Wunsch auf bis zu 280 km/h Spitze (Werksangabe).
Doch will man die Zeit in diesem Auto auf der Autobahn verbringen? Nein, eigentlich sollte das Ziel ein anderes sein.
Die Nürburgring Nordschleife wartet. Sie ruft zum Spielen und der RS folgte diesem Ruf unter anderem im sport auto-Supertest. Horst von Saurma scheuchte den TT RS für den sport auto-Supertest aus Heft 02/2010 in 8.09 Minuten durch die Hölle und lobt das neutrale Fahrverhalten, das immerhin dazu beiträgt, einem BMW M3 bis auf vier Sekunden auf die Pelle zu rücken und einen Porsche Cayman S um acht Sekunden zu verblasen.
Preislich beginnt der TT RS bei 55.800 €, durch die große Auswahl an Individualisierungsmöglichkeiten (alleine fünf Felgentypen bis 20“ und der Möglichkeit, auf Schalensitze umzurüsten und viel Geld in netten Gimmicks zu versenken) wird es aber kaum dabei bleiben.
Ihr kennt den Audi TT RS, seit ihn schon zur Probe gefahren (etwas, was der Autor bisher noch nicht getan hat, die Faszination TT RS entstand daher lediglich aus verschiedenen Berichten, Artikeln und Videos)oder besitzt gar selbst einen?
Ihr findet, der Wagen ist lediglich für spätpubertäre Kinder gemacht, wird zu Unrecht gelobt und wirkt mit seiner optischen Aufmachung selbst vor einer Dorfdisco zu prollig?
Schreibt eure Meinung zu diesem Geschoss!
Quelle: sport auto 02/2010, worldcarfans.com, desktopmachine.com