28.02.2012 21:20
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Goify
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Heute ist der nächste Wagen in meiner Reihe der Fahrzeuge dran, die dieses Jahr erstmals ein H-Kennzeichen erhalten können. Nämlich der Audi Typ 44 oder auch 100 C3 genannt. Da ich euch nicht mit Wikipedia-Wissen langweilen möchte, habe ich ein wenig in diversen Büchern und Internetseiten geforscht und ein paar interessante Dinge zusammengetragen:
Manche fragen sich wohl, warum man keinen TDI einbaute, wo dieser doch damals in der Entwicklung war. Ja, das stimmt, jedoch wurde die Entwicklung seitens VW gestoppt und so war der später entwickelte Fünfzylinder-Diesel damals noch nicht fertig und konnte somit bei diesem Forschungsfahrzeug nicht zum Einsatz kommen. Das war auch nicht weiter schlimm, da der Turbo-Benziner einen sehr geringen Spritverbrauch aufwies: 5,9 l /100 km bei 120 km/h.
Er bekam dafür einen geräumigen Wagen, welcher sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken brauchte, denn mit 4792 mm Länge und 1814 mm Breite erhielt man eine sehr große Karosse mit sehr dünnen Säulen, sodass die Übersicht sehr gut war. Die flachen Scheiben sorgten zwar für ein größeres Aufheizen, als bei damaligen Mitbewerbern, aber auch nicht mehr, als heutzutage. Das Kofferraumvolumen betrug enorme 570 l. Eine Besonderheit stellten die komplett flächenbündig mit Gummiprofilen eingepasst Scheiben dar, sodass einerseits der Luftwiderstand verringert wurde, aber andererseits die Windgeräusche deutlich leiser wurden. Auch sehr modern war die versenkte Anordnung der Scheibenwischer, was nicht nur der Sicherheit zu Gute kam. Außerdem muss man erwähnen, dass die Bleche nicht nur bei Porsche, sondern auch bei Audi teilweise verzinkt wurden und ab der Modellpflege 1986 wurden durchgängig verzinkte Bleche verwendet. Dass komplette Karosserien in Zinkbäder getaucht wurden, ist ein Märchen, welches sich noch immer hartnäckig hält. Da die Rostvorsorge sehr gut war, kann man noch heute Exemplare mit wenig Korrosionsschäden finden, jedoch blüht der C3 eher im Verborgenen. Vielleicht ist auch die sprichwörtlich gute Rostvorsorge Schuld, dass doch nicht gerade wenige dem Rost zum Opfer vielen, denn der Ruf, ein Audi könne nicht rosten, sorgte dafür, dass sich wohl viele in falscher Sicherheit wiegten und glaubten, eine Rostprävention sei nicht mehr notwendig.
Leider hat das System zwei gravierende Nachteile, einerseits kann das mit Aufprallgeschwindigkeit wegschnellende Lenkrad die Kniegelenke zertrümmern und andererseits wird die Karosserie schon bei leichteren Unfällen irreparabel beschädigt, da die Seile durch die oberen Umlenkpunkte bei den Gurten die B-Säulen verbiegen können. Daher wurde aufgrund des massiven Drucks der Versicherungsgessellschaften dieses System später nicht mehr angeboten und durch pyrotechnische Gurtstraffer, sowie eine Sicherheitslenksäule ersetzt.
Der Einsatz eines 5-Zylinder-Motors anstelle eines R6 verbesserte die Situation nur wenig, der Allrad hingegen war jedoch wie geschaffen für das Auto, denn man hatte keine Probleme bei einem Längsmotor vor der Vorderachse einfach ein Verteilergetriebe an das Schaltgetriebe zu hängen, um die hinteren Räder zur Mitarbeit zu bewegen und konnte so die Achslastverteilung sichtlich verbessern. Was jedoch vielen Fahrern zum Verhängnis wurde, war die nochmals gesteigerte Traktion, die dazu führte, dass schlechte Haftungsverhältnisse auf der Straße oft viel zu spät erkannt wurden, sodass die Abflüge meist spektakulärer waren, als bei einachsgetriebenen Fahrzeugen. Manche munkeln, der Allrad wurde bei Audi nur deshalb eingeführt, weil eine sehr frühe und weitreichende Entscheidung bei der Entwicklung zugunsten eines Motors längs vor der Vorderachse gegen den Standard-Antrieb, zur mieslichen Situation mit der Fahrdynamik führte und man irgendwie versuchen musste, die Konkurrenz einzuholen. Jahre später kam dann noch das Traktionsproblem bei frontangetriebenen Fahrzeugen mit mehr als 150 kW Motorleistung hinzu, weshalb heute fast alle Audis ab dieser Leistungsschwelle ausschließlich mit Quattro-Antrieb erhältlich sind.
Im Jahr 1983 wurde, wie schon beim Vorgänger, der Audi 200 nachgeschoben, sozusagen eine aufgewertete Variante mit gleicher Karosserie und mindestens 136 PS. Auffälligster Unterschied waren die größeren Stoßstangen, welche an das US-Modell erinnern sollen. Im gleichen Jahr wurde auch die Kombi-Variante, Avant genannt, vorgestellt, welche durch ihre sehr flach stehende Heckscheibe recht gewöhnungsbedürftig ist. Er erinnert ein wenig an den Fließheck Passat damaliger Tage.
Diesen Wagen hat Hans schon in seinem hervorragenden Blog näher erläutert.
Noch eine persönliche Anekdote: Im Jahre 1992 durfte ich als kleiner Knilch beim Bruder unseres damaligen Vermieters mitfahren, welcher mir auf spektakuläre Art und Weise demonstrieren konnte, wozu Audi fähig ist, nämlich über 200 Kilometer in der Stunde zurückzulegen. Niemals zuvor und auch nicht viele Jahre danach, bewegte ich mich so schnell durch Raum und Zeit. Es war einfach einmalig.
Hier noch der Werbeclip vom die Sprungschanze erklimmenden Audi 100 quattro, inkl. der Entstehung des Videos.
Quellen: Audi 100 Elektro - Vau-Max Allgemeine Fanseite - langzeitauto.de Bilder: Klick, |













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