Erfahrung mit meinem 740 GLT 16V

Erfahrungsbericht

12.03.2011 06:18    |    Goliath 2.0 Goliath 2.0    |    Kommentare (12)

Erfahrungsbericht über mein erstes halbes Jahr mit Goliath

 

Bei Entscheidungen für ein Auto bin ich mäkelig.

 

Wichtig ist mir jedenfalls praktischer Nutzwert im Sinne von „Raum als wahrem Luxus (Renault Espace-Werbung)“. Und mir ist wichtig zuverlässige Haltbarkeit. Aber auch jedenfalls passive Sicherheit. Die Fähigkeit zu einer unaufgeregten Reisegeschwindigkeit von 180 km/h - „satt auf der Bahn“ - ist erstrebenswert.

 

Sehr wichtig ist auch eine durch großzügige Verglasung gute Rundumsicht mit einer nicht zu niedrigen Sitzposition – Stichwort: Ellenbogen auf Scheibenrahmen.

 

Wie gesagt: IKEA-tauglich muß es sein, zur Not 4 Personen mit Hund(en) und Gepäck Platz bieten – und, wenn man auch noch vernünftig darin pennen könnte, nicht auszudenken........

 

Ach ja, ein Schiebedach ist Pflicht, wenn es schon kein Cabrio sein darf, bei dieser Anforderungsliste.

 

Dann muß er natürlich den ganzen neumodischen Multimedia - Schnickschnack von Rear Seat-DVD-Entertainment über Bluetooth-Audio-Streaming vom IPhone beherrschen und z.B. Freisprechfunktion, Bildschirm-Navi etc. aufweisen – hat man sich schließlich aus dem Firmenwagen daran als angenehm gewöhnt.

 

Und schließlich, last but everything but not least, muß natürlich das Image passen!

 

Bei Autos ist es wie bei Frisuren, Brillen- und Klamottenstil:

 

Ganz simpel: Sage mir, was Du fährst und ich sage Dir, wer Du bist. Punkt.

 

Für mich z.B. wichtig:

 

Obwohl das Auto all die geschilderten Merkmale aufweisen muß, darf es auf keinen Fall in irgend einer Art protzig herüberkommen, angeberisch, statusbewußt; das ist Pflichtkriterium.

 

Bestes Gegenmittel: Möglichst nicht zu neu. Gerne auch deutlich älter, mit Stil.

 

Stil also; welche Autos haben Stil?

 

Eine interessante Frage.

 

Und sie ist sicherlich insoweit unmöglich eindeutig zu beantworten, als dass insoweit wie immer die Wahrheit im Auge des Betrachters liegt.

 

Einigkeit dürfte darüber herrschen, dass Autos wie z.B. eine neue S-Klasse, aber auch Golfs und Passats ihn nicht besitzen.

 

Aber vielleicht ein alter VW-Bus mit rund grinsender Front, oder alte britische Autos, eine Ente, ein R4, ein Käfer sicherlich. Aber auch dreißig, 40 Jahre alte Mercedese. Alle Aston Martins zum Beispiel.

 

Bei großen Autos, insbesondere Kombis, die es ja bei mir mindestens sein müssen (lieber ein Bus; siehe obiges Anforderungsprofil) wird die Auswahl eng.

 

BMW 5er, Mercedes E-Klasse, Audi A6/100, Citroen CX/XM/C 5, Opel Omega, Saab 9 5 Kombi, Volvo 240/700-900er/ 850/ V 70.

 

Am meisten, wie auch immer zu bewertenden oder zu messenden „Stil“ haben unter diesen wahrscheinlich tatsächlich die frühen Volvos, vielleicht gemeinsam mit den alten W123-Mercedes-Kombis mit Chromstoßstangen und 2 Liter 60 PS-Dieselmotoren, bei denen man sich während der Beschleunigung von 100 auf 130 km/h gemütlich eine Zigarette drehen kann. Und dem einmaligen Citroen CX mit gelbem Lupentacho, konvexer Heckscheibe und Hydropneumatik sowie dem schön kantigen Nachfolger XM Break.

 

Das war´s dann aber schon auch.

 

Die Franzosen sind zu unzuverlässig, katastrophal teuer in der Instandhaltung.

 

Mercedes (siehe Ausnahme), Audi, BMW zu spießig bzw. protzig; Opel geht gar nicht. Saab und spätere Volvos verweichlicht durch Ford- bzw. GM-Ägide und Sparzwänge.

 

Also ein Volvo der 700-900er-Reihe. Der „fridge on wheels“; kreiert mit dem Plastilinmesser aus dem vollen Block mit klaren, kantigen Schnitten (tatsächlich wahr). Führte bei einer Pressekonferenz zu seiner Einführung zu der Frage, ob Volvo überhaupt eine Designabteilung besitze. Aber mit einem cw-Wert von 0,4 immer noch „windschnittiger“ als der damalige Mercedes W123.

 

(All das von mir vom zu erwerbenden Automobil Erwartete wäre eigentlich am idealsten erfüllt in Form eines aktuellen VW Multivan Highline mit 2-Liter Biturbodiesel, 7-Gang-Doppelschaltgetriebe und ein wenig Ausstattung, die ihn lockerst selbst ohne die Erfüllung aller Wünsche in den Bereich von 60.000.- € gelangen lassen würden. Daneben idealerweise noch ein Fiat Cinquecento Cabrio für ca. 20.000.- €, für die sommerlichen Momente im Leben, sowie der Ökologie zuliebe.....:-)

 

Das beißt sich aber mit meinem notgedrungenen Zwangsbudget von 3.000.- € und den Bedingungen, wonach das Fahrzeug aus Berlin sein soll, Gewährleistung aufweisen sollte und bankfinanzierbar zu sein hat. Letzteres schließt die in dieser Preiskategorie immer viel besseren und seriöseren Angebote von privat bereits in Gänze aus.)

 

Und so kam ich also zu ihm, Goliath, dem zweiten.

 

Volvo 740(745) GLT 16V Kombi, , blaugrün-metallic, Baujahr 1989, drei Vorbesitzer, 158 Tkm runter, 2,3 Liter 155 PS-Vierzylinder, Viergang-Schaltung mit Overdrive. Stahlschiebedach (mit Kurbel!), Sitzheizungen vorne, stabiles Hundegitter zum Einrasten, Teilleder, 8-fach bereift auf Originalfelgen, vom Händler mit Gewährleistung (!!!!!, nicht „nur an Händler oder Export“), für 1.999.- € mit neuem TÜV, ASU.

 

Von einem exilrussischen Händler am Ostrand von Berlin in einer Plattenbau-Arbeitergegend. „Auto Alex“, Alexander Woltmann aus Tadschikistan.

 

Mit exklusiv russischem Werkstattteam und deutschem Verkäufer. Dazu später gesondert mehr..........

 

Bei dieser Motorenreihe ist die religiöse Einhaltung der Zahnriemenwechsel zwingende Voraussetzung für eine lange Lebensdauer; fällig bei 160.000 km, meiner hatte knapp 159.000 auf dem Buckel. Also ließ ich für 300.- € zuvor noch den Zahnriemen erneuern.

 

Für 2.300.- € rollte er also mit neuem TÜV vom Hof. Zu mir.

 

Bezüglich des Zustandes:

 

Ich würde sagen eine glatte drei. Kein Fünkchen Rost. Der Lack steht noch gut da, ist aber an einigen kleinen Stellen pfuschig mit Lackstift überpinselt – sieht aber keiner.

Die Stoßstangen verdienen ihren Namen! Und sind erfreulicherweise unlackiert! Zu der damaligen Zeit mussten Mercedes, Audi und BMW in den USA optisch monströse Austauschstoßstangen nachrüsten, um den gleichen Schutzeffekt zu erzielen!

 

Das Heckklappenschloß lässt sich nicht gesondert betätigen, es sitzt fest.

 

Innen herrschen alle inhärenten Mängel der Baureihe in Reinkultur vor: Der Stoffhimmel hat die Adhäsion verloren und hängt porös ohne Bindung zur noch krümelig poröser gewordenen Schaumstoffschicht darüber in Wellen und teilweise Fetzen herunter. Die Tankanzeige zeigt völlig unabhängig vom Betankungsstand meistens gar nichts, oder aber voll oder aber exakt mittelvoll an – meist aber gar nichts.

 

Der Kleber bei manchen Interieurteilen wie Schminkspiegel oder Handschuhfach sowie Zierleisten hat sich gelöst. Das Schiebedach schließt nur, indem man mit Quetschgefahr mit dem Finger der einen Hand den Windabweiser runterdrückt und dabei mit der anderen versucht, durch Kurbeln den Finger fast einzuquetschen – während der Fahrt keine Lösung für Ungeschickte!

 

Dann funktionieren noch diverse Birnchen im Armaturenbrett nicht mehr; während geradezu rührenderweise die inaktive Tankanzeige links prächtig illuminiert ist, liegen rechts die Kühlmitteltemperaturanzeige sowie der halbe Drehzahlmesser im Trüben.

 

Die Heizungsregler muss man im Dunkeln ertasten ......

 

So, wie ist es denn nun, das tatsächliche Fahrgefühl?

 

Zunächst der Motor. Er hat einen unnachahmlichen Sound; gibt man im Stand Gas, hört es sich an wie eine mächtige Schiffsturbine, die mit einem kräftig-tiefen „Wuuuuusch“ antwortet. Ich trete den Motor nie, sondern schalte frühst möglich im Sinne eines noch halbwegs überlebbaren Verbrauchs hoch. Es stellt sich auf dem breiten bequemen Velourssessel ein unnachahmlich entspanntes „Cruising-Gefühl“, sehr amerikanisch, ein.

 

Die Fuhre schiebt gemächlich satt voran. Dank hohem Drehmoments auch schon bei niedrigen Drehzahlen „aus dem Keller“, absolut unhektisch.

 

Jedenfalls nicht schnell. Aber auch nicht gefühlt zu langsam. Ganz speziell. Auf meiner Standardstrecke auf der Schnellstraße raus aus Berlin gilt überwiegend 120 km/h. Von alleine pendele ich mich bei 100-110 ein; mehr ginge, muß aber nicht. Bei anderen Autos ging mir das nie so.

 

Anfangs rubbelten die vorderen Bremsscheiben so gemein, dass sich das Auto beim Abbremsen aus Geschwindigkeiten oberhalb von 80 km/h schüttelte wie ein nasser Hund auf Kopfsteinpflaster, für 100.- € Arbeitslohn ließ ich vorne neue Scheiben einbauen, danach war das Problem gelöst.

 

Auf der Autobahn schnürt das Auto locker mit 180, wenn es sein soll und die Verkehrslage es hergibt, im drehzahlsenkenden Overdrive unbeirrt mit stoischem Geradeauslauf aufgrund des langen Radstandes und des Hinterradantriebs vor sich hin, ohne, dass man an Steigungen zurückschalten müsste. In diesem Modus schiebt er mit seiner Masse und gleitet sanft.

 

Bei schlecht geflickten Landstraßen hingegen schaukelt er hinten schon ein wenig, aber ohne bösartig zu werden und vor allem im direkten Vergleich mit modernen Fahrwerken mit neuen Stoßdämpfern und Federn; insoweit ziemlich amerikanisch wieder, eher komfortabel schaukelig weich abgestimmt – allerdings nicht zu weich für schnell gefahrene Autobahnkurven.

 

Die Schaltung will zwar mit Nachdruck bedient werden, das allerdings mit akzeptablen Wegen und hinreichend präzise und geschmeidig.

 

Von Kupplung und Bremse gibt es sonst nichts Außergewöhnliches zu berichten; sie verfolgen unauffällig ihre gestellten Aufgaben.

 

Eine Offenbarung ist hingegen eine andere Kernfunktion, die Lenkung. Komfortabel servounterstützt trägt sie mit der Antriebslosigkeit der Vorderräder zu einem Wendekreis und einer Manövrierbarkeit bei, die angesichts der Dimensionen des Fahrzeugs nichts weniger als verblüffend sind.

 

Ein U-turn aus dem Stand auf einer zweispurigen Straße gelingt mühelos in einem Rutsch: Einparken ist durch den hohen möglichen Lenkeinschlag in Verbindung mit den an einen Bestattungswagen erinnernden riesigen Heck- und Seitenfenstern und dem fast senkrechten Abschluß hinten und vorne hinter der gefühlt tischtennisplattengroßen Motorhaube ein Kinderspiel.

 

Mir gelingt es noch heute fast nicht, den Volvo rückwärts absolut parallel am Straßenrand einzuparken, schlicht weil ich auch nach fast 6.000 km nicht glauben kann, wie klein der Wendekreis ist und deshalb übersteuere. Ein Golf ist gefühlt unhandlicher!

 

Bei Freunden und Bekannten weckt das Auto durchweg positive Reaktionen, von „cool“ bis zu „sympathisch“.

 

In den 6.000 gefahrenen Kilometern ist mir der Anlasser kaputt gegangen; Nach 160.000 km ein normales Verschleißteil in jedem Auto; Ersatz war nach ein wenig online-Recherche spottbillig; 100.- € für ein Markenneuteil inkl. Einbau.

 

Von meinem letzten Dienstwagen, einem neuen Ford S-Max war ich es gewöhnt, über ein modernes Farbnavi, eine gut funktionierende Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie einen Ipod-Anschluß per USB sowie einen Aux-Eingang zu verfügen. Das alles und noch viel mehr, nämlich TMC Plus mit Sprachsteuerung beim Navi sowie kabelloses Audio-Streaming vom IPhone zusammen mit 4x50 Watt Leistung habe ich mir in Form eines modernen Sony-CD-Receivers für schlanke 150.- € in Verbindung mit einer Schwanenhalshalterung für das IPhone und ein hochwertiges Navigon-Navi eingebaut.

 

Dazu habe ich hinten für die Kinder ein Entertainment-System mit DVD-Player und zwei Kopfstützenmonitoren installiert, bei dem der Sound über das Autoradio ausgegeben werden kann (über den Front-Aux in-Anschluß).

 

Sieht man einmal davon ab, dass ich Navi und DVD-System bereits hatte, komme ich so auf einen Gesamtpreis von ca. 3.000.- € inklusive neuem Zahnriemen, Bremsscheiben vorne, Anlasser und Multimedia-Vollausstattung.

 

Die zwei Farbbildschirme links und rechts vom Cockpit lockern auch ein wenig die ansonsten frugal spartanische schwarze Plastiklandschaft der Armaturen auf und spenden nachts ein heimeliges Mood-Light-Ambiente. Immerhin verfügt das Auto so über sage und schreibe vier Farbbildschirme einschließlich des Iphones, sowie zuletzt noch eine 220V-Steckdose für z.B. das Laden des Laptops.

 

Jetzt fährt er und fährt und fährt und fährt. Und zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf´s Gesicht.

 

Der Verbrauch ist natürlich ein Thema – wie auch die hohe Steuer; aber immerhin hat er die grüne Plakette.

 

In meinem Mix, bestehend aus 80 Prozent Ampelstrecke in der Stadt, teilweise Kurzstrecke, und 20 Prozent Schnellstraße, ist der Verbrauch selbst bei meiner extrem verbrauchsoptimierten Fahrweise im Drehzahlbereich zwischen 1.600 und 2.800 U/Min kaum unter 11 Liter zu drücken; ist halt ein Riesenschiff, was immer wieder beschleunigt und wieder abgebremst werden will.

 

Im Winter rechne ich dabei mit Werten um die 12,5 Liter.

 

Auf Autobahnlangstrecke mit moderatem Durchschnitt im Bereich der Richtgeschwindigkeit rechne ich mit Werten um die 9 Liter, bei zügiger Linksspur um zwischen zehn und 11 Litern.

 

Eine ganze Menge in Zeiten, in denen moderne siebensitzige Minivans mit Diesel dabei auf Werte um die sieben Liter kommen.

 

Andererseits: Erst kürzlich las ich einen Dauertest von einem downgesizten 160 Turbo-PS-Benziner Audi A4 Kombi modernster Machart, der, obgleich dramatisch kleiner als mein Goliath, im Langstreckenschnitt 10,6 Liter Super brauchte. Sehen so die Ergebnisse von 20 Jahren Fortschritt im Automobilbau aus?

 

Das Interieur insgesamt ist eher grob, eckig, kantig und mit Hartplastik Look-and-Feel. Da sind vergleichbar alte Mercedes-, BMW-, Audi oder selbst Saab Interieurs doch mit etwas mehr Liebe und besserem Detailfinish verarbeitet; aber alles zweckmäßig und robust.

 

Die Polster haben Sessel- bzw. Sofaqualitäten; fast schon zu weich, wenn man härteres gewohnt ist; auch insoweit zum entspannten Fläzen und Lümmeln halt. Kleinkariertes Plüschvelour mit Lederwangen. Hat was und passt zum Gesamtcharakter.

 

Wo wieder ganz die Stunde des Schweden-Elchs schlägt, ist bei dem Thema Laderaum. Meiner Kenntnis nach mit maximal 2.200 Litern dachhoch hinter den Vordersitzen einer der größten Kombis, die jemals in Deutschland verkauft wurden. Da kommt kein Mercedes mit, höchstens noch der alte Citroen.

 

Das ganze auch extrem breit ohne nennenswerte Einschränkung durch die Radkästen; eine Waschmaschine passt hinein ohne Umklappen der Rückbank, mit knapp 190 cm topfebener (!) Länge auch notfalls voll schlaftauglich. Man spürt, dass da Leute mit Kombierfahrung nachgedacht haben. Kinderleicht geteilt (2/3 vs. 1/3) umzuklappen mit zwei Hebeln und einer automatisch verfügbaren Abdeckung zur Überbrückung des entstehenden Spalts.

 

Und einem Stahlgitter zum von der Decke klappen und stabilen Einrasten zwischen Kofferraum und Rücksitzen zur Sicherung gegen Ladegut bei Vollbremsungen oder für den Hundetransport. Schwedisch solide ausgeführt.

 

Leider gibt es keine Laderaumabdeckung, so dass zum Schutz begehrlicher Langfingerblicke eine nachträgliche Seiten- und Heckscheibentönung ratsam erscheint; steht bei mir auf der „pimp my car“-Liste ganz oben.

 

Auf dieser Liste stünde auch eine Umrüstung auf LPG-Autogas. Damit wären wohl im Schnitt 13 Liter à 0,65 ct. Verbrauch zu erreichen, mithin Spritkosten von 8,50 €/100 km.

 

Gegenüber ca. 11,5 Litern à 1,40 €, d.h. 16,10 €/100 km derzeit.

 

Angesichts von geschätzten Umrüstungskosten von 2.500.- € würde sich das erst nach ca. 33.000 km amortisieren. Bei einer geschätzten jährlichen Laufleistung von 15.000 km mithin erst nach über zwei Jahren. Den Mehrwert würde ich angesichts des Alters aber nie wieder im Wiederverkauf erlösen, also dann eher doch nicht.

 

Perspektivisch werde ich noch einmal die Stoßdämpfer testen lassen, ob sie noch innerhalb der Spezifikation sind.

 

Ansonsten steht zwischen mir und einer langfristigen Bindung zu Goliath allenfalls die Möglichkeit, in einem neuen Job einen Dienstwagen zu bekommen, der mich dann weniger bis nichts kosten würde.

 

 

 

Fazit:

 

+ Solidität, Robustheit, Langlebigkeit (einfache Technik!)

+ Raumangebot, Ladevolumen

+ Übersichtlichkeit

+ Wende-Wunder! Wendekreis eines Kleinwagens

+ Passive Sicherheit

+ Komfort

+ Langstreckentauglichkeit

+ Image/Sympathiefaktor

+ Wertverlust nicht mehr messbar

 

- Unterhaltskosten (Verbrauch, Steuern)

- Materialqualität/Anmutung, Verarbeitung des Interieurs

- Fehlende Wunsch-Features: Funk-FB für die ZV(!), Automatik, ESP, Airbags, Klimaanlage


Kommentare: 12

12.03.2011 09:51    |    Bert Benz Bert Benz

Ziemlich snobistische Autowahl bei einem sehr begrenzten Budget. Irgendwie schliesst sich beides aus, bzw. drohen hohe ungeplante Folgekosten.

 

Auf jeden Fall ist ein Volvo 940 der klassisch schön-eckige Volvokombi schlechthin, selbst wenn ich den moderneren 850 als Diesel bevorzugen würde, dann aber wieder Problem Umweltzone. Kann man diesen 940 unter real 12 Litern Verbrauch überhaupt bewegen?! :rolleyes:

 

Ein 22 Jahre alter Volvo in der 740 typischen Sparausstattung ohne ABS, Klima usw. für 2.000 EUR vom Russischen Händler, so sehen bei mir Albträume aus.

Übrigens 158.000 km in dem Alter, dh. angeblich ca. 7.200 km / Jahr mit einem Langstreckenauto, für mich absolut nicht glaubhaft. Hat der schon den dritten Motor oder tatsächlich mindestens 300.000km runter?? :eek:

 

Hoffentlich viel Spass mit dem Schwedenstahl als voraussichtlicher Letztbesitzer!


12.03.2011 10:14    |    mennzer mennzer

Hallo Goliath,

 

genau so einen hatte ich auch mal, einen wunderschönen in derselben Farbe in der GLT - Ausstattung. Ich hab den Wagen 3 Jahre gefahren. Und war immer zufrieden damit.

Leider hat dann eine gewisse Werkstatt in Hönow ( angeblich Volvoexperte / verkauft Volvo s aus Italien, die mit den nicht glaubhaften Kilometerständen ) die ham Zahnriemenwechsel kompl. mit allem bei meinem gemacht. Wagen in Hönow abgeholt zu einem Freund nach Bln-Tempelhof gefahren kurz vor seiner Wohnung ging der Motor aus !!!:confused: Den ADAC angerufen der da reingeschaut und nach Abbau des Riemenschutzes kam die Wahrheit ans Licht, der Riemen war samt Umlenkrolle runter weil die Schraube der Rolle abgerissen war :confused::confused::confused::confused: Fazit alles war neu der Riemen die Umlenkrollen Spanner aber die alten Schrauben wieder verwendet !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Wär das nicht passiert würde ich den heute noch fahren, denn als ich den von einer älteren Dame in Darmstadt damals gekauft hatte der war Scheckheftgepflegt immer bei Volvo in der Werkstatt gewesen. Schade um den Wagen.

 

Gruß Mennzer

 

PS Fahre jetzt einen scheckheftgepflegten 855 T5


12.03.2011 10:17    |    fehlzündung fehlzündung

Hallo,

 

habe ich das richtig verstanden? Du hast das Auto finanziert?


12.03.2011 10:21    |    Erwachsener Erwachsener

@ Bert Benz: Der 850 als Diesel bekommt nur die rote Plakette.

 

@ Goliath 2.0: Du hast nix verkehrt gemacht, und selbst wenn das Fahrzeug 300 statt 160 Tkm runter haben sollte, das ist für diese Technik überhaupt kein Problem.

 

Um den schlaftauglichen Laderaum beneide ich Dich – daß beim 850 die Rücksitze widersinnigerweise nicht komplett flachgelegt werden können (wer zum Teufel hat das konstruiert!?!), fiel mir leider erst nach der Entscheidung für dieses Fahrzeug auf und ist für mich ein schmerzlicher Minuspunkt.

 

Und: Mach das mit der Gasanlage auf jeden Fall.


12.03.2011 11:08    |    SWISSGIN_HH SWISSGIN_HH

du schreibst, dass die wirkung eines autos im auge des betrachters liegt.

 

im darauffolgendes satz schreibst du, dass einigkeit darüber herrscht, dass neue s-klassen und gölfe etc. keinen stil haben.

 

merkst schon, dass sich das beißt, oder?

 

 

außerdem war der volvo nicht mal damals schön...

 

währenddessen ist ein mercedes benz sec heute wie damals einfach geil und nicht vergleichbar mit einem alten volvo...

 

für mich ist der volvo einfach hässlich...

 

aber wenns dir gefällt. viel spaß


12.03.2011 13:07    |    zwanzigeins zwanzigeins

Ich muss sagen: Optisch ist das ein Auto nach meinem Geschmack. Ich mag dieses 80er - Kantholz - Design. Außerdem ist auch die Technik grundsätzlich sehr solide. Deine Bewertung, was andere Autos betrifft, erscheint mir indes - vorsichtig ausgedrückt - etwas seltsam. Ein Benz aus den 80ern z.B. ist alles andere als spießig oder gar stillos . Wenn dir Chromstoßstangen wichtig sind ( 123 ) : Wo sind die bei dem Volvo? :confused:


12.03.2011 13:09    |    Goify Goify

Toll geschrieben. Ich kann dein Tun ganz gut nachvollziehen, sind doch meine Anforderungen an ein Auto ganz ähnlich, auch wenn ich was ganz anderes als du fahre.

Die Eltern von nem Kumpel haben auch so ein Schiff; erkennbare Mängel, der Himmel ist nicht dort, wo er hingehört und die Tankanzeige ist extrem launisch. Aber sehr stylisch und komfortabel.

Hast du den wirklich finanziert, bzw. bekommt man überhaupt nen Kredit für solch kleine Summen? Oder hast du mit Igor "Rattenzahlung" vereinbart? :D

 

Wünsche dir mit deinem Goliath noch viel Freude.


12.03.2011 15:24    |    SMO77 SMO77

Hallo

 

Volvo, eine gute Wahl, hatte selber 3-mal einen Volvo, erstes Modell war ein 745-er in dunkelblau, hatte aber eine andere Front als deiner, war so`n zwischenmodell. Habe in dann mit 450`000 Km verkauft, weil ich mir einen 945 Polar mit Automatikgetriebe angelacht habe. Den Polar habe ich mit ca. 320`000 KM in Anzahlung für den grossen Bruder den 965-er gegeben. Dies war leider mein letzter Volvo. Seit ich in höheren Lagen lebe, waren die schweren Heckschleudern nichts mehr für mich, seither fahre ich 4x4.

Hatte viele Autos, Subaru, Hyundai, VW, Opel, war aber niemals so zufrieden mit einem Auto wie mit den Volvos. Sind für mich auch Heute noch die besten Autos, hatte mit allen dreien NIE!! was, ausser Service und normale verschleissteile, Pneu, Bremsen, etc..

Werde ich irgendwann wieder ins Flachland ziehen werde ich auch wieder Volvo fahren.

Viel Spass mit dem Teil und mach dir keine Gedanken wegen Stossdämpfer, die alten Volvos sind ein bisschen schwabelig.

 

Gruess SMO


12.03.2011 18:58    |    gaston73 gaston73

Schönes Auto, aber der Unterhalt wäre mir doch zu teuer.

 

@Erwachsener

Wenn Du die Sitzflächen der Rückbank gegen die Vordersitze klappst, ist die Ladefläche eben. Netterweise kann man die Rückbank bei den 850ern auf 2 Arten umklappen...


08.08.2011 16:26    |    Heimo 740 Heimo 740

Hallo aus Graz,

 

die fehlende ZV Fernbedienung hat mich ebenso genervt. Auf Ebay habe ich etwas Passendes gefunden. Ein Freund hat mir das Ding ohne Probleme für ein paar Euro eingebaut, funktioniert bestens und das um den "Sofort-Kaufen" Preis um rund 26.- Euro. (allerdings ohne das übliche Gehupe bei Betätigung und OHNE Ansteuern der Blinker)

 

Ich möchte das Ding nie mehr missen, der Einbau war wirklich eine Verbesserung, nun bin ich auf der Suche nach einer noch verbauten und funktionierenden Klimaanlage....

 

Gute Fahrt - Heimo


08.09.2011 10:01    |    oli oli

Genau, Gaston hat Recht - man kann bei den allermeisten Autos die Sitzbank nach vorne klappen, nur ist das nicht immer offensichtlich. Im Corolla meiner OHL sind nicht mal Hebel zum Lösen einer Sicherung o.ä., man muss einfach dran reissen. Als ich das machte, war sie erst sehr erschrocken, da sie nicht wusste, dass das möglich sei. :D Im 240 und vermutlich auch im 740 kann man die Sitzbank sogar rausnehmen: Hochklappen, nach hinten ziehen aus den Haken heraus. Schafft unfassbar viel Raum.

 

Über die Finanzierung eines Autos zum Trinkgeldpreis habe ich mich auch gewundert - zumal Du ja einen guten Firmenwagen zu haben scheinst, Goliath. Kaufe selbst in der Preisklasse und die laufenden Kosten sind wesentlich geringer als man denken sollte. Ein Auto steigt eben idR nicht im Wert, die Reparaturkosten für so ein Auto sind spürbar geringer als der Wertverlust eines Neuwagens, wenn man so krasse Vergleiche ziehen will. Besonders wenn man keine Goldbarren im Keller liegen hat, und der Neuwagen mit Zinsen seinen Wert in blaue Wolken verbrennt. Was nervt sind wichtige und plötzliche Reparaturen, idR hat man aber die Möglichkeit ein Quietschen hier, eine Glühbirne da und eine poröse Dichtung irgendwo zu reparieren, wenn man nicht gerade zum Flughafen eilt.

 

Viel Glück und Spass mit dem Schlachtschiff! :)

 

Lieb Gruss

Oli


28.01.2012 15:30    |    mikki55 mikki55

Hast du super beschrieben,denn mit meinem 740er Kombi das einfach eine fast unendliche Geschichte,weil das Auto einfach nur bequem ist.Außerdem muß man da auch noch einen großen Hund haben-denn die haben da hinten einfach Platz.Zu dem Unterhalt gibt es nur eines-man gönnt sich ja sonst nichts-und im Winter muß man damit klar kommen-was auch noch Spaß macht mit etwas Platz.17 Jahre sind wir ein Team und im Februar wird meine "Senfte" 22 Jahre und ist einfach ein Erlebnis.Viel Spaß noch mit deinem Volvo


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